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HANDBOUND 
AT THE 

UNIVCRSITY OF 



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in 2013 



http://archive.org/details/denkschriften3334ster 



DENKSCHRIFTEN 

DER 

KAISERLICHEN 

AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



PHILOSOPHISCH-HISTORISCHE CLASSE. 

DREIUNDDREISSIGSTER BAND. 

MIT 12 TAFELN. 




IN 



WIEN, 1883. 



COMMISSION BEI KARL GEROLD'S 

BUCHHÄNDLER DER KAIS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



SOHN 



HR 



Druck von Adolf Holzhausen in Wien, 
k. k. Hof- und UniV«r»(H(fiU-Buohdrueker. 



INHALT 



Erste Abtheilung. 

Abhandlungen von Mitgliedern der Akademie. 

Seite 

H'öfler: Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. . 

III. Abtheilung. Das Jahr 1521 1 

Karabacek: Der Papyrusfund von El-Faijüm. (Mit 4 Tafeln.) 207 

Zweite Abtheilung. 

Abhandlungen von Nicht-Mitgliedern. 

Mordtmann und Müller: Sabäische Denkmäler. (Mit 8 Tafeln.) 1 

Klein: Die griechischen Vasen mit Meistersignaturen 115 



Erste Abtheilung. 



Abhandlungen von Mitgliedern der Akademie. 



ZUR KRITIK UND QUELLENKUNDE 

DER 

ERSTEN REGIERUNGSJAHRE K. KARLS V. 

VON 

D B CONSTANTIN n. von HÖFLER, 

WIRKLICHEM MITGLIEDE DER KAISERLICHEN AK ADEMI K DER WISSENSCHAFTEN. 



DRITTE ABTHEILUNG. 
DAS JAHR 1521. 

NACH DEN AUTHENTISCHEN CORRESPONDENZEN IM ARCHIVE ZU SIMANCAS ZUSAMMENGESTELLT. 



VORGELEGT IN DER SITZUNG All 13. MÄRZ 1882. 



Einleitung. 

D er Name der Königin von Castilien, Donna Juana, Witwe König Philipps, 
Herzogs von Burgund und Erzherzogs von Oesterreich, hat in den letzten Jahren eine 
traurige Berühmtheit erlangt. Plötzlieh schien Licht in den Kerker von Tordesillas zu 
dringen, wo sie, nicht umnachtet von Trübsinn und Geistesstörung, sondern, wie man 
behauptete, ein Opfer des Fanatismus, mit Gewalt zurückgehalten, gequält, gemartert, 
ja nach Belieben ihrer Peiniger gefoltert, vom Jahre 1509 bis 1555 die Qual ihres 
Daseins auf Befehl und mit Willen erst ihres Vaters, dann ihres unnatürlichen Sohnes 
K. Karls V. erduldete, getrennt von ihren Töchtern, preisgegeben von ihren Söhnen 
Karl und Ferdinand, eingeschlossen in einem dunkeln Gemache und von Frauen um- 
geben, die sie misshandelten; eine Märtyrin ihres Glaubens oder Unglaubens, von welchem 
Niemand Näheres erfuhr. 

So lautet die Schauermähre, wie sie angeblich auf Grund bisher unbekannter spani- 
scher Documente aus dem Staatsarchive von Simancas ein Deutscher, M. G. A. Bergenroth, 
zusammenstellte (1868). 1 Schon im darauffolgenden Jahre fühlte sich der Vorstand der 
belgischen Archive, M. Gachard in Brüssel, wohl der grösste Kenner der Geschichte 



1 Supplement to vol. I and vol. II of letters, statepapers etc. London 1868. 
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



1 



2 



Höfler. 



K. Karls V., berufen, den Forschungen wie den Resultaten Bergenroth's entgegenzutreten, 
das Mangelhafte der ersteren, das Gewaltsame seiner Conclusionen aufzudecken, namentlich 
darzulegen, dass eine nicht hinreichende Kenntniss des Spanischen Bergenroth geradezu 
zu abenteuerlichen Behauptungen führte, endlich die Resultate seiner Forschung als 
unhistorisch zurückzuweisen. 1 Auch die deutsche Wissenschaft ist nicht zurückgeblieben, 
und der für die Geschichtswissenschaft zu früh verstorbene Robert Rösler hat mit Be- 
tonung der triftigsten Beweismittel in seiner 1870 erschienenen Schrift: , Johanna die 
Wahnsinnige, Königin von Castilien', 2 das Willkürliche und Widerspruch volle der Argumen- 
tationen Bergenroth's so klar dargelegt, dass man sich beinahe dem Glauben zuwenden 
möchte, der Wahnsinn der unglücklichen Königin habe den deutschen Forscher, der für 
die Engländer schrieb, in dem von Tordesillas nicht weit entlegenen Simancas patho- 
logisch berührt. 

Es kann daher nicht meine Absicht sein, auf eine Widerlegung Bergenroth's ein- 
zugehen, wohl aber durch authentische Documente das Verhältniss zwischen Mutter und 
Sohn, der Königin Juana und dem Könige Don Carlos zu beleuchten. Ich wähle dazu 
das verhängniss volle Jahr 1521, umsomehr, als Bergenroth aus diesem nur 16 Urkunden 
gab, 3 Gachard 4, 4 somit gerade für die Zeit der Niederwerfung der Comuneros und 
der Franzosen, der Widererlangung von Castilien und Navarra noch eine reiche Aehren- 
lese winkt. 

A. Der Marques von Denia und seine Berichte über die Königin Juana im Jahre 1521. 

Als das bezeichnete Jahr anbrach, war die härteste Zeit für die Königin und die 
Infantin schon vorüber. Die Procuratoren der heiligen Junta, welche bis zum 5. De- 
cember 1520 die Königin so sehr bedrängt hatten, zuletzt ihr und der Infantin selbst 
die Speisen entziehen wollten, um sie zu zwingen, die ihr vorgelegten Decrete zu unter- 
zeichnen, worauf dann die Junta zur Entsetzung K. Karls geschritten wäre, befanden 
sich, seit Tordesillas, der ständige Aufenthaltsort der Königin, von dem Heere der Granden 
eingenommen worden war, im Gefängniss und erwarteten ihr Schicksal. Die Königin 
war trotz Allem, was sie seit dein August 1520 ausgestanden, als die Junteros sich in 
den Besitz von Tordesillas gesetzt, am Leben, ihr Obersthofmeister vorderhand ohne 
seine Gemahlin, die specielle Hüterin der 1507 geborenen Infantin Catalina, nach Tordesillas 
zurückgekehrt, und da Personen aus der Umgebung der Königin die Aufständischen 
(junteros, comuneros) veranlasst hatten, sich Tordesillas und der Königin zu bemäch- 
tigen, der Marques vertrieben worden war und die Junteros angeblich auch auf die 
13jährige Infantin einen schädlichen Einfluss zu gewinnen gesucht hatten, so gab es 

1 Hur Jea'nne La lulle et lea documents concernant cette princes.se qui ont cte publies recemrnent. Bruxelles 18G9. 
- Beleuchtung der Enthüllungen G. A. Bergenroth's aus dem Archive von Simancas. Wien 1870. 

r < Bergenrotli hat .aus diesem ein Schreiben L. Polanco's, Mitglied des k. Rathes von Castilien, an den Kaiser vom 18. Januar; ein 
Schreiben dea Cardinala Adrian an den Kaiser vom 22. Januar; der Infantin Catalina an ihren Bruder vom 31. Januar, vom 
21. Februar einen Bericht des Marques de Denia an den Kaiser, ebenso vom 12. März; vom April die Luther betreffenden 
.Schreiben der Qobemadoren, Granden und Prälaten. Dann kommt ein Schreiben des Kray Juan de Avila an den Kaiser 
vom 21. Juni, vom 28. Juli ein kurzes Schreiben des Marques und vom 30. Juli der Marquesa de Denia; vom 19. August 
eines der Infantin Catalina nebst einem Memorial derselben; dann noch eines von Seiten des Cardinais vorn 1 18. September, 
alle an K. Kail. 

1 K Karls an I'. Leo vom LI. Januar 1621, Adrians an K. Karl vom 9. April und vom 11. Juni, Karls an P. Leo vom 12. Juni. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



3 



für den im grössten Zorne zurückgekehrten Marques Stoff genug, um aufzuräumen und 
seinem gerechten Eifer die Zügel schiessen zu lassen. 

Von allen Dingen, welche seit dem Beginne des Aufstandes im Mai 1520 in Castilien 
vorgefallen waren, hatten drei den vollsten Unwillen K. Karls auf sich gezogen: die 
factische Gefangenhaltung des Gobernadors Adrian, Cardinais von Tortosa, in Valladolid, 
der er erst am 15. October durch die Flucht nach Medina de Rioseco entgangen war; 
die Besetzung von Tordesillas durch die Junteros, wodurch Mutter und Schwester in 
den Gewahrsam der Aufständischen geriethen; die gewaltsame Entfernung des Marques, 
der mit K. Karl im geheimsten Briefwechsel in Betreff der Königin stand, freilich in Torde- 
sillas die verhassteste Persönlichkeit war. Man kann sich denken, mit welchen Gefühlen 
und Absichten der bis zum Aeussersten gekränkte Marques nach Tordesillas zurück- 
kehrte, um sein altes Amt wieder aufzunehmen, und mit welchem Abscheu er von denen 
empfangen wurde, die ihn weniger als Hüter der Königin, denn als ihren Gefängniss- 
wärter ansahen. Wie ich an einem anderen Orte auseinandersetzte, sah man das doppelte 
Königthum, welches in Castilien und überhaupt in Spanien seit dem Tode K. Ferdi- 
nands V. eingetreten war, als das grösste Uebel der Monarchie an, und es war es dieses 
umsomehr, als die zur Nachfolge ihrer Eltern — der Reyes catolicos — berufene Königin 
Johanna irrsinnig, jedoch in Spanien war, ihr Sohn Don Carlos aber — Karl V. — nicht 
nur als Kaiser im Auslande verweilte und dort die spanischen Einkünfte verzehrte, 
sondern auch in Folge des Benehmens seiner flandrischen Minister während seines ersten 
Aufenthaltes in Spanien 1517 — 1520 den Spaniern geradezu verhasst geworden war. 1 

Allmälig sammelte sich in Tordesillas Stoff zu einem neuen Drama. Die Königin 
befand sich nach dem Sturme des Jahres 1520 in einem mitleiderregenden Zustande, 
und da in nächster Nähe, in Valladolid, Don Juan de Padilla eingetroffen war und ein 
Heer zur Erneuerung des Kampfes sammelte, musste man des Augenblickes gewärtig 
sein, der das Heer der Junta vor Tordesillas führte, um den Granden den Siegespreis 
des 5. December zu entreissen. Der Cardinal-Gobernador war von Medina de Rioseco 
in Tordesillas eingetroffen, konnte aber die Königin nicht sprechen, die in ihre alte 
Störrigkeit verfallen war. Der Admiral von Castilien, Don Fadrique Henriquez, nahm 
endlich die ihm übertragene Gobernadorstelle an, jedoch ohne den Bemühungen zu ent- 
sagen, auf dem Wege eigenmächtiger Unterhandlungen zu einer Pacification des König- 
reichs zu gelangen und Parteien versöhnen zu wollen, wo es nur Gegensätze gab, die sich 
immer schroffer zuspitzten, so dass eine Versöhnung nur möglich war, wenn eine Partei 
sich der anderen auf Gnade und Ungnade übergab. Er war es, welcher, das Präjudiz 
nicht scheuend, welches sich ergab, wenn die Königin Decrete unterzeichnete, sie jetzt 
zu Gunsten der Granden zu bewegen suchte, einen Erlass zu unterfertigen. Er bewohnte 
die Gemächer der Marquesa de Denia, so dass diese nicht nach Tordesillas zurückkehren 
konnte, und stand mit ihrem Gemahle auf dem schlechtesten Fusse, da er die Diener 
der Königin gegen diesen in Schutz nahm. Beide Gobernadoren blieben in Tordesillas 
und weigerten sich, mit dem Condestable in Burgos zusammenzukommen, so dass von 
einer Einheit der Regierung und der Regierungsmassregeln gar keine Rede war und 
in dem Momente des Sieges erst die Getheiltheit der Action recht störend eintrat. Da ferner 
der Generalcapitan des königlichen Heeres, der Graf von Haro, Sohn des Condestable. 



1 Höfler, Mon. Hisp. I und II. 



4 



Höfler. 



eine höchst unbedeutende Persönlichkeit war, die Alles verdarb, was sie in seine Hand 
nahm, so trat die Lahmheit der Entschlüsse sehr bald nach aussen hervor, und wäre 
nicht der Comendador mayor de Castilia, Hernando de Vega, unablässig bemüht gewesen, 
grössere Uebel zu verhindern, so hätte sich, als das Beispiel der Getheiltheit der Gober- 
nadoren ansteckend auf die Granden wirkte und die Hinausschiebung einer Entscheidung 
mit Waffen die Granden in die Besorgniss versetzte, zuletzt auch ihre Güter zu verlieren 
und ihre Vasallen in das Lager der Comuneros übertreten zu sehen, eine schlimme Kata- 
strophe im Lager der Eroberer von Tordesillas unaufhaltsam vorbereitet. Das Uebel 
zu steigern, kam noch die äusserst schwere Verbindung der castilianischen Regierung 
mit dem in Worms befindlichen Könige; nicht blos Wochen, Monate verstrichen, bis 
Berichte der Gobernadoren den König erreichten, königliche Decrete die Gobernadoren, 
und da diese an verschiedenen Orten, in Burgos oder Tordesillas residirten und der 
Admiral mit dem Condestable selten oder gar nicht übereinstimmte, musste sich der 
Mangel an Nachdruck und Thatkraft auf das Empfindlichste bemerkbar machen. Der 
König-Kaiser sandte seine Vertrauten nach Spanien, ihm von der Lage der Dinge authen- 
tischen Bericht abzustatten; jeder der Gobernadoren für sich sandte seine besonderen 
Depeschen in das königliche Hofquartier und ebenso seine besonderen Agenten mit 
besonderen Instructionen. Die Junteros aber fingen nicht nur ihre Depeschen auf, 
sondern erfuhren durch ihre Verbindungen mit dem königlichen Cabinete die geheimen 
Beschlüsse des Königs, selbst ehe sie den Gobernadoren bekannt wurden. Es circulirten 
selbst Abschriften der geheimsten Berichte, die aus Spanien eingelaufen waren. 

Doch wenden wir uns zum Marques von Denia. Tordesillas war 1521 der Mittel- 
punkt der grössten Parteiung geworden. Die Anhänger des Condestable pflichteten bei 
den Berathungen seinem unfähigen Sohne, dem Grafen von Haro bei, und das Beste 
des Reiches oder, wie man sich ausdrückte, des königlichen Dienstes, musste regel- 
mässig dem Partei-Interesse sich unterordnen. 1 

Ein heftiger Streit war zwischen den beiden Gobernadoren in Tordesillas einerseits 
und dem Marques andererseits über die Diener der Königin entstanden. Der Marques 
verlangte nicht blos, dass ihre Ernennung oder Entfernung von ihm allein abhänge, 
sondern er wollte auch um die Person der Königin nur seine eigenen Diener dulden. 
Juana wäre somit von ihm ganz abhängig geworden. Die Gobernadoren aber behaup- 
teten, in Kraft ihrer Stellung ein Hecht zu haben, sich in diese Angelegenheit einzu- 
mischen, während der Marques sein Amt als einen Vertrauensposten betrachtete, bei 
welchem alle Verantwortlichkeit auf ihn falle und somit er auch nur ihm ganz ergebene 
Diener in der Nähe der Königin behalten könne. Der Cardinal befand sich zwischen 
dem Admiral und dem Marques wie zwischen zwei Feuer gestellt. Karl hatte befohlen, 
dass Alles, was die Dienerschaft der Königin und der Infantin betreffe, dem Marques 
übergeben werde. Der Admiral pflegte jedoch seine Meinung sehr hartnäckig zu ver- 
teidigen, und der Cardinal machte, obwohl Freund des Marques, den Kaiser am 22. Januar 
LÖ21 aufmerksam, dass, da alle Leute sehr wenig zufrieden mit dem Marques seien, es 
notl) wendig sei, dass er sich mässige. 2 

Da brachte der Tod der Maria de Cartama, Kammerfrau der Königin (Ende Januar), 
den kleinen Hof in grosse Aufregung. Der Beichtvater der Königin meldete ihn schon 

1 Schreiben de» Condestable an den Kaiser vom 4. Januar. Decifrado. 

2 Es nienester al^unas veecs moderar algo en esta materia. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



5 



am 26. Januar dem Kaiser; am 31. meldete ihn die Infantin zugleich mit warmer Em- 
pfehlung ihres Lehrers, des Pater Guardian Fray Juan d'Avila, Beichtvaters der Königin. 
Damals bedrängte der Admiral die Königin zu unterschreiben, weil sonst das Reich zu 
Grunde gehe. Die Königin weigerte sich auch ihm gegenüber, es zu thun, und als nun der 
Admiral in sie drang, bemerkte der anwesende Marques, dass das Verlangen des Admirals 
gegen den Dienst Gottes und des Königs sei, worauf der Almirante in die Worte aus- 
brach: ,wenn die Königin es nicht thue, solle es die Königin von Fez thun'. Der 
Marques, der die Unterredung, welcher auch der Cardinal beiwohnte, am 21. Februar 
dem Kaiser berichtete, setzte hinzu, es sei zwanzigmal schwerer, den Admiral zu er- 
tragen und das gut zu machen, was er Uebles stifte, als was bisher vorgefallen, und 
sandte dann noch seinen Diener Baltasar de Riano an den Kaiser ab. In derselben 
Depesche vom 21. Februar, in welcher der Marques dieses berichtet, erwähnt er auch 
der Folgen, welche der Tod der Maria de Cartama zunächst für die Königin hatte. 
Schon während der 103 Tage der Besetzung der Feste durch die Junteros hatte die 
Königin die Entfernung der ihr unangenehmen Frauen verlangt und, weil die Junta 
glaubte, sie werde, wenn es geschehe, unterschreiben, sie durchgesetzt. Frau Cartama 
besass ihr ganzes Vertrauen, und als sie gestorben war, duldete die Königin nur zwei 
zwölfjährige Knaben, einen Flamänder und einen Castilianer, um sich, die ihr Zimmer 
reinigten. Der Marques bat den Kaiser, die Infantin anzuweisen, sich an die Marquesa 
zu halten und bestand darauf, dass die Diener der Königin von ihm ernannt würden. 1 
Er verwendete sich für die drei Söhne der Frau Cartama und setzte dann hinzu, der 
Almirante wolle durchaus die Königin heilen, was ohne Zustimmung des Königs nicht 
gedacht, geschweige unternommen werden dürfe, da eine Heilung eine zweite Auf- 
erstehung des Lazarus 2 sei. Sowenig glaubte der Marques an die Möglichkeit einer 
Heilung der Königin. 

Wir wissen aus den Depeschen Lope Hurtado de Mendoza's, den K. Karl abgesandt 
hatte, dem Condestable und dem Almirante ihre Ernennung zu Gobernadoren zu bringen, 
dass Letzterer die Königin für heilbar hielt; 3 dass schon im December von Seiten der 
Granden die Königin ausgeholt worden war, ob sie unterzeichnen würde, sie aber die 
Ausflucht nahm, nur dann, wenn sie von Tordesillas wegkäme, wie sie dem Almirante 
auf sein directes Andringen geantwortet hatte, sie sei jetzt beschäftigt. Aber auch Lope 
Hurtado bittet den König, auf den Marques einzuwirken, dass er sich mässige und die 
Diener der Königin mit Liebe zu befriedigen suche. Auch die Marquesa müsse sich 
der Infantin gegenüber besser benehmen. Denia's Wiederkehr habe allgemeine Unzu- 
friedenheit erzeugt, und da die Königin sehr zufrieden war, dass die ihr unangenehmen 
Frauen entfernt worden waren, sollte, ehe nicht der König zurückkehrte, keine Ver- 
änderung getroffen werden. Man glaube, dass der Marques Alles verändern wolle, was 
bei seiner Leidenschaft und dem Uebelwollen, mit welchem er empfangen wurde, nicht 
gut thue. Bis zum 21. Februar waren weder die Marquesa, noch die Schwester des Mar- 
ques nach Tordesillas zurückgekehrt. 



1 Was Bergenroth als Schreiben des Marques vom 21. Februar mittheilt, ist nur der in Chiffren geschriebene geringe Theil 
eines sehr weitläufigen Schreibens. 

2 seria otra resurreccion de Lazaro. 

3 por cuerda. Berg. p. 353. 



6 



Höfler. 



Man würde sich jedoch sehr täuschen, wenn man den Marques nur von dem Stand- 
punkte der leidenschaftlichen Erbitterung auffassen wollte, die ihn beherrschte, seit er 
am 19. September 1520 von der Junta gezwungen worden war, Tordesillas zu verlassen 
und somit die Königin den Aufständischen zu übergeben. Dieser Beschluss der Junta 
hatte auch in Burgos grosse Entrüstung hervorgerufen, da er als ein ganz ungebührlicher 
Eingriff in die Rechte des Königs und "der Königin angesehen wurde und Ersteren 
geradezu vor den europäischen Mächten blosstellte, nicht nur vor K. Franz, der sich 
jetzt berufen fühlte, aus den spanischen Wirren möglichsten Vortheil zu ziehen, sondern 
auch vor dem Papste, der rasch erkannte, dass der Kaiser ihm gegen den französischen 
König keine Stütze sein könne. Der Marques wusste, dass die Dienerschaft der Königin 
die Junteros eingeladen hatte, nach Tordesillas zu ziehen-, dass durch sie verbreitet 
worden war, die Königin sei gesund und werde nur durch ihren Sohn und dessen Bevoll- 
mächtigten in unerträglicher Tyrannei gehalten. Der Marques hatte dem königlichen 
Dienste bedeutende Opfer gebracht. Er wollte eben eine seiner Töchter verheiraten, 
als die Revolution ausbrach und ihn nöthigte, mit seiner Person wie mit seinem Ver- 
mögen einzutreten, sich mit seinen Vasallen an dem Kriege zu betheiligen, die Mitgift 
seiner Tochter dafür zu verwenden, die Heirat aufzuschieben, wenn nicht gar rück- 
gängig zu machen. Er hatte in dem Haushalte der Königin bedeutende Ersparungen 
eingeführt, wohl zu bedeutende, so dass der Beichtvater der Königin klagte, er sterbe 
vor Hunger. Ein Theil des Goldes der Königin wanderte in die Kriegscasse, wie das 
Silber der Granden. Die Infantin war genöthigt, ihrem Bruder, dem Kaiser, im Geheimen 
ein Memorial zuzusenden, nicht blos um sich gegen die Anschuldigung zu rechtfertigen, 
als wenn sie sich den Junteros gegenüber zu freundlich oder entgegenkommend bewiesen, 
sondern auch dem Kaiser mitzutheilen, dass sie von der Marquesa so bewacht werde, 
dass sie nur zu schreiben vermöge, was der Marques und seine Gemahlin wollten. Die 
Marquesa suchte den Briefwechsel der Infantin mit der Gräfin von Modica, Gemahlin 
des Almirante-Gobernadors, ja selbst Gespräche der Infantin mit ihren Hofleuten zu 
hindern, und die Infantin musste selbst ihren Bruder bitten, dafür zu sorgen, dass in 
der Oeffentlichkeit ein Unterschied gemacht werde zwischen ihr und den Töchtern der 
Marquesa; er möge ihr denn doch eine Kammerfrau geben, welche für ihre Kleider 
und Habe sorge, und nicht eine Dienerin der Marquesa und deren Mann, die der Infantin 
nähmen, was ihr gehöre. Sie besitze kein Eigenthum; Linnen, Juwelen, Gold und andere 
Dinge der Königin seien verschwunden. Die Königin dürfe nicht in dem Corridor lust- 
wandeln, um frische Luft zu schöpfen, und die Marquesa und ihre Töchter stifteten die 
Frauen an, die Königin in dem Zimmer zurückzuhalten, das nur durch Kerzen erleuchtet 
werde. 

Stärker noch als diese Anklage war vielleicht, dass von Seiten der Königin kein 
Seh reiben an ihren Sohn vorliegt, das den berechtigten Klagen Ausdruck gegeben hätte. 
Sollte sie gar nie an ihren Sohn geschrieben haben? Ich möchte zweifeln, dass sie im 
Stande war, es zu thun. 

Der Marques berichtete nicht blos in seiner Weise über die Königin und Infantin, 
wobei er jedoch K. Karl zu bestimmen suchte, Letzterer regelmässig zu schreiben; er 
sandte dem Kaiser -auch sehr weitläufige Berichte über die allgemeine Lage der Dinge, 
und diese staatsmännische Seite wurde bisher nicht hervorgehoben. Duldete er fremde 
Personen am Hofe, die, sich seinem Einflüsse entziehend, etwa mit dem Almirante, 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



7 



seinem politischen Gegner, in Verbindung standen, so war er nicht mehr Herr im Hause. 
Seine Lage war unendlich schwierig, sorgenvoll und mit Verantwortlichkeit erfüllt. Als 
aber die Marquesa die Gouvernante der Infantin spielte, welche selbst keine besass und 
auf ihre natürlichen Anlagen angewiesen war, und die Töchter des Marques, älter als 
die Infantin, ihre Stellung gegen die Königin und die Infantin missbrauchten, der 
Marques, zweifelsohne damit bekannt, .das Unwesen duldete, so ergibt sich gegen ihn 
ein schwerer Vorwurf, den abzuweisen uns die authentischen Nachrichten ermangeln. 
Er drang darauf, dass die Verräther in der Umgebung der Königin entfernt würden, 
was auch der Kaiser verlangte. 1 Ihr Ersatz durch Leute, welche die Infantin und die 
Königin im Geheimen plünderten, war freilich ein geringer Beweis von der Vortreff- 
lichkeit des Systems, die Angehörigen des Hauses Rojas (des Marques) im königlichen 
Dienste unterzubringen. 

In der nächsten Zeit drängten die Ereignisse zur Entscheidung-, der Kaiser hatte 
am 2. März geschrieben, der Marques antwortete am 9. April, die Königin befinde sich 
wie immer, 2 er berichtet nur im Anschlüsse an die Schreiben der zwei Gobernadoren. Am 
14. April schreibt der Marques aufs Neue und verlangt die Bestrafung der Verräther 
oder doch wenigstens ihre Haft, bis der König komme. Schon den Tag vorher hatte 
der Condestable Burgos verlassen, 13. April; zehn Tage später fand die Entscheidungs- 
schlacht bei Villalar statt, der nach Maldonado der Graf von Denia beiwohnte. Sicher 
sein Sohn Luis de Rojas, da die Gobernadoren dem Marques nicht gestatteten, die 
Königin seinem Sohne anzuvertrauen und in den Kampf zu ziehen. Die Zersprengung 
des feindlichen Heeres, die Gefangennahme und Hinrichtung Don Juans de Padilla und 
seiner Gefährten, die darauf erfolgte Unterwerfung Altcastiliens bewirkten, dass die 
beiden Gobernadoren, der Cardinal und der Almirante, Tordesillas verliessen und der 
Marques und seine Gattin freie Hand erhielten. Doch blieb die Verbindung der In- 
fantin mit dem Cardinale, dessen Intercession die Prinzessin anrief, damit Isabella 
Sarmiento das Amt einer corturera der Königin erhalte. 3 Vor den wichtigen Ereignissen, 
zu denen bis Mitte Mai der Einfall der Franzosen in Navarra gehörte, treten die Dinge 
im einsamen Schlosse von Tordesillas in den Hintergrund. Der Marques hat von den 
grossen politischen Begebenheiten wenig mehr zu berichten, da diese den Schauplatz 
wechselten; es ist nicht mehr der untere Lauf des Duero, an welchem die entscheidenden 
Ereignisse stattfinden, sondern der obere Lauf des Ebro, nicht mehr Castilien, sondern 
Navarra, Guipuzcoa und Biscaya. Am 30. Juni erfolgt die Schlacht bei Noain, das 
Heer der Franzosen wird zersprengt, Navarra gerettet und nur Toledo widersteht noch 
den rechts und links vom Tajo die Stadt einschliessenden Heeren der Königlichen 
(realistas). P>st am 28. Juli kommt uns wieder ein Schreiben des Marques an den 
Kaiser zu. Es gehört zu den ausführlichsten, die wir besitzen, wenn auch Bergenroth 
davon nur einen Auszug von 13 Zeilen gab. Wir lernen aus ihm, dass die Infantin 
bereits mannbar (mayor) geworden sei; der Marques mahnt aufs Neue den Kaiser, ihr regel- 
mässig zu schreiben, ihr einzuprägen sich gänzlich seinem Dienste zu widmen und den- 
jenigen zu folgen, die es thun. Der Almirante habe die Haupträdelsführer unter den Hof- 
leuten, welche sich an die Junta angeschlossen, aus dem Kerker gezogen. Nicht blos die 



1 Bergenroth, p. 375. 

2 esta cono suele. 

3 Schreiben des Cardinais vom 1. Mai. 



8 



Höfler. 



Thaten, auch die Gedanken derer, welche in diesem Hause lebten, müssten rein sein. 
Der König möge befehlen, dass diese Leute bestraft würden. Obwohl der Kaiser den 
Gobernadoren verboten, sich in die Angelegenheiten des Haushaltes der Königin ein- 
zumischen, habe der Almirante, der schlecht mit ihm (dem Marques) stehe, doch einen 
seiner Diener zum desponsero mayor der Königin ernannt, der Marques aber diesen 
nicht eingesetzt. Wenn die Königin Tordesillas verlassen solle, so könne dieses nicht 
geschehen ohne Gewalt, und hier gebrauchte der Marques denselben Ausdruck, welchen 
Bergenroth an einem andern Orte als Folter übersetzte, während der Marques als loyaler 
Diener hinzufügte, man dürfe dieses weder denken noch thun ohne Befehl des Königs, 
wenn es auch für die Gesundheit und das Leben der Königin in vielen Stücken nützlich 
wäre. 1 Am 30. Juli schrieb die Marquesa an den Kaiser, an welchen sich am 15. Juni 
der Beichtvater der Königin gewendet, und bat um Verhaltungsbefehle, da die Königin 
in das Schlafzimmer der Infantin, welche die bestgeartete Person in der Welt sei, Nie- 
manden lasse als Juana Cortes, die Amme der Infantin, und zwei oder drei Frauen, die 
von derselben Meinung seien wie jene. Auf dieses Schreiben der Marquesa über die 
Infantin folgt aber die directe Beschwerde der Letzteren über ihre Behandlung durch 
den Marques und dessen -Gattin vom 19. August, und das ist eigentlich das schwer- 
wiegendste Document, eine förmliche Anklageacte. Schon das Schreiben des Fray Juan 
de Avila vom 15. Juni an den Kaiser bewies, dass der Marques Niemanden um sich 
dulden wolle, der nicht gerade so verfahre, wie es ihm genehm sei, und als der Beicht- 
vater fortfuhr, die Königin, welche es sehr nothwendig hatte getröstet zu werden, zu 
besuchen und zu trösten, wie er es nach seinem Gewissen für angemessen erachtete, 
wurde ihm das Leben so sauer gemacht, dass er, ohne Mittel der Subsistenz gelassen, 
um Enthebung von seiner Stelle bat. Vielleicht kann man zu ihrer Entschuldigung 
anführen, dass der Marques und die Marquesa bei ihrer Rückkehr nach Tordesillas 
Alles verändert gefunden hatten. Man hatte sich daran gewöhnt, ohne sie zu leben, an 
dem Almirante und dem Cardinal einen Rückhalt gewonnen. Tordesillas schien daher nicht 
sicher genug zu sein, und das Provisorische dieses Zustandes erhöhte die Unbehaglich- 
keit im Pal aste von Tordesillas. Die Prinzessin befand sich in dem Alter, in welchem 
man die Aufsicht einer persönlich unangenehmen Frau nur mit Widerwillen erträgt. 
Die Marquesa verlangte, dass, so lange die Infantin unverheiratet sei, sie unter ihrem 
Befehle stehe, 2 missbrauchte aber ihre Gewalt so sehr, dass die Infantin auch an den 
Kaiser nur schreiben konnte, was Marques und Marquesa für gut fanden. Der Cardinal 
sah sich genöthigt, wiederholt an den Kaiser zu schreiben, ihn aufmerksam zu machen, 
wie verhasst der Marques in Tordesillas sei, wie viel Volk eben deshalb dort in Be 
Satzung liegen müsse und um wie viel besser es sei, die Königin nach Arevalo zu 
bringen. 3 Er empfahl dem Kaiser das Memorial der Infantin zu sorgfältiger Prüfung, 
sowie dass es gut sei, ihr eine grössere Selbstständigkeit zu geben und für P. Juan 
d' Avila zu sorgen. Die Infantin schrieb selbst am 24. September dem Kaiser mit 
grosser Bestimmtheit gegen die Anklage einer Betheiligung mit Personen der Junta, 



1 Die ganze Stelle int so wichtig und spricht die wahren Gesinnungen des Marques so unverholen aus, dass ihre Kenntniss 
hinreicht, d;is Verfahren desselben zu rechtfertigen. Hätte Bergenroth diesen Brief in seiner vollen Ausdehnung gekannt, 
er hätte unmöglich seine abenteuerlichen Folgerungen aufstellen können. 

2 hordinacion. Bergenroth p. 402. 

3 30. August. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



9 



dass es unnöthig sei, ihr deshalb Vorwürfe zu machen, da sie die Pläne derselben 
immer für verbrecherisch gehalten und mit ihnen keine Gemeinschaft gepflogen habe. 1 
Aber Fray Juan d'Avila muss doch von Tordesillas weggekommen sein, da wir von 
ihm ein Schreiben an Karl V. aus Avila vom 4. October besitzen, in welchem er den 
Kaiser bittet, ihn gegen die üble Behandlung von Seiten seiner Mitbrüder zu schützen. 
Noch gegen Ende October (24.) hielt es der Cardinal auf einen Brief der Infantin hin 
für nothwendig, dem Kaiser (gegen die Anklagen des Marques) zu schreiben, wie klug 
und zurückhaltend sich seine Schwester während der Occupation von Tordesillas gegen 
die Junteros benommen. Am letzten Tage des Jahres 1521 schrieb noch der Marques 
weitläufig an den Kaiser, und zwar in der Art, dass er Don Hernando de Tovar eine 
Instruction mitgab, was er dem Kaiser sagen solle. Noch immer seien die Schuldigen 
in Tordesillas nicht bestraft worden , dazu gehörten aber vor Allen die Amme der 
Infantin und deren Gemahl (el camarero). Sogleich, nachdem der Marques Tordesillas 
verlassen musste, hätten die Frau des Quintanilla und die Capitane der Junta die Infantin 
zu allerlei Dingen zu bereden gesucht und ihr vorgespiegelt, sie wollten sie nach Por- 
tugal verheiraten. Der Kaiser möge daher der Infantin schreiben, sie solle sich jener 
Personen entschlagen, welche ihr der Marques und die Marquesa bezeichnen würden. 
Die Anklage nahm somit eine andere Wendung und bezog sich weniger auf die Junteros 
als auf die Umgebung der Infantin, welche auch nach dieser Seite isolirt und von der 
Marquesa abhängig gemacht werden sollte. Man kann nicht sagen, dass die arme In- 
fantin eine fröhliche Jugend genoss, und wenn alle königlich Gesinnten sich nach der 
Rückkehr K. Karls sehnten, so kann man annehmen, gewiss Niemand mehr als seine 
dreizehnjährige Schwester in Tordesillas. Der Marques war nicht der Mann, welcher 
erquickliche Zustände schuf. Er wusste, dass er gehasst sei, und bestand umsomehr 
darauf, diejenigen zu entfernen, welche ihn hassten, und ihre Stellen mit seinen Crea- 
turen zu ersetzen. So schürzte sich denn ein Knäuel von Unbehaglichkeit, täglichen 
Zerwürfnissen, immerwährender Spannung. Man musste der Königin nach den traurigen 
Erfahrungen des Jahres 1517 ihre Nina, ihre Tochter, belassen, die man ihr nach drei- 
tägiger Entfernung wieder zurückgestellt hatte-, aber ihre Mutter vermochte der Infantin 
nicht die Freudlosigkeit ihres Daseins zu benehmen, und selbst wenn sie, wie ihre älteren 
Schwestern Leonore, Isabella, Maria, heiratete, war etwa eine Bürgschaft vorhanden, 
dass sich ihre Zukunft milder gestalte als dieser frühen Königswitwen oder unglück- 
seligen Frauen, von denen Isabella von Dänemark im blühendsten Alter ihrem herben 
Geschicke erlag, Maria ihren Gemahl, K. Ludwig, bei Mohacz verlor, schon früher 
Leonore ihren alten und höckerigen Gemahl, den König Manuel von Portugal? Es ist 
schwer, wo nicht unmöglich, zu sagen, wie diese Zustände geändert, gebessert werden 
konnten. Die Ereignisse des Jahres 1520/21 hatten eine neue Erfahrung hinzugefügt. 
Es gab eine Partei in Spanien, welche das doppelte Königthum zu ihren besonderen 
Zwecken auszunützen gesucht und dadurch das Königthum selbst seinem Ruine nahe 
gebracht hatte. Daraus war eine grosse Lehre hervorgegangen, die man von Seite 
des Königs und Kaisers wohl zu beherzigen gedachte. Das doppelte Königthum war ein 
politischer Unsinn, der nicht aufkommen durfte. Ja, wäre Königin Juana zurechnungs- 
fähig gewesen, hätte es in Spanien eine eigentliche Residenzstadt, auch nur einen könig- 



1 Auch dieses Schreiben findet sieh bei Berkenroth nicht. 
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



2 



10 



Höfler. 



liehen Palast gegeben, in welchem Mutter und Sohn zusammen residiren konnten; wäre 
der König nicht auch deutscher Kaiser gewesen, der als solcher in Deutschland zu 
verweilen und zu kämpfen hatte, wie er als König von Spanien zweimal nach Afrika 
zog, dann hätten sich die Dinge ziemlich einfach gestaltet. So aber handelte es sich 
um die Sicherheit des Königthums, das von der Sicherheit der Person der Königin ab- 
hing, und umgekehrt in erster Linie darum, dass die Königin nach einem festen Platze 
gebracht und der Erneuerung von Scenen, wie sie das Jahr 1520 gesehen, entrückt 
werde. Mit vollem Hechte hielt man in Spanien ein doppeltes Königthum für das grösste 
Uebel; es besass, ich glaube, man kann es sagen, ohne auf einen Widerspruch zu stossen, 
auch nicht Einen Anhänger. Die Tochter Ferdinands und Isabellens sank allmälig zur 
Rolle einer kränklichen Frau herab, sie trat aus dem Bewusstsein des Volkes, empfing 
von Zeit zu Zeit Besuche der Ihrigen und lebte in jener Abgeschiedenheit, welche 
damals und theilweise noch im Süden üblich ist, wenn gleich die spanischen Frauen 
noch immer mehr Freiheiten genossen als die römischen. 1 

Es ist bei dem gegenwärtigen Stande der Forschung nicht möglich, die richtige 
Antwort auf alle Bedenken zu geben, die sich gegen das Verfahren des Marques erheben. 
Klar ist aber wohl, dass .es sich darum handelte, bei dem Volke die Thatsache eines 
Doppelkönigthums vergessen zu machen, das in sich selbst die grösste Gefahr trug, 
wobei freilich die schreckliche Erfahrung hervortrat, dass alle künstlichen Massregeln 
und namentlich die geübten Verheimlichungen im entscheidenden Augenblicke ihren 
Endzweck verfehlten und die Königin, obwohl nur ein Weib und krank, ihrem allzu- 
eifrigen Hüter wie ihren aufrührerischen Unterthanen gegenüber eine seltene Hoheit 
bewahrte, 1520 ihren Sohn vor Entthronung schützte. In dem Augenblicke, in welchem 
der Historiker nach den vorliegenden Materialien von dem Jahre 1521 Abschied nimmt, 
treten uns noch zwei Thatsachen entgegen. Die eine besteht in der Verschlimmerung 
des krankhaften Zustandes der Königin. Bei der Christmette verlangte sie plötzlich Ent- 
fernung des Altars und zog gewaltsam die Infantin mit sich fort, sie rief von dem 
Corridor, der gegen den Fluss zu ging, den Soldaten zu, auf das Volk zu schiessen, 
verlangte dann wieder Granden zu sehen, um sich mit ihnen über die Lage des Reiches 
zu unterhalten, und da durch den neuen Einfall der Franzosen der nördliche Theil 
Spaniens bedroht war, mochte man um so eher daran denken, die Königin in volle Sicher- 
heit zu bringen, sie von dem Ufer des Duero zu entfernen. 

Die Verantwortung des Marques nahm in hohem Grade zu, aber auch seine üble 
Laune. Vom letzten Tage des scheidenden Jahres besitzen wir noch den erwähnten 
Auszug einer Instruction des Marques an seinen Abgesandten zu dem Kaiser, da so ernste 
Dinge keinem Schreiben anvertraut werden konnten. Er wiederholt die Anklage gegen 
die l.nfantin, der die Junteros vorgespiegelt, dass sie sie nach Portugal verheiraten wollten, 
und beklagt sich über ihr Benehmen, obwohl dasselbe von dem Cardinal und der Infantin 
vollständig gerechtfertigt worden war und der Marques wie die Marquesa damals gar 
nicht in Tordesillas waren. Der Hauptpunkt der Mission des Don Hernando de Tovar 
an K. Karl bestand aber darin, Entschädigung für seine Verluste zu erlangen, so- 
wie Bestrafung derjenigen aus dem Hofhalte der Königin, die in den 105 Tagen der 
« »ccupation von Tjordesillas durch die Junteros sich an letztere angeschlossen hatten. 



Itinernriuni Adrian! VI. ap, Burm. p, 219. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



11 



Der Bericht vom 25. Januar 1522, den Bergenroth publicirte, während ihm der vom 
31. December 1521 unbekannt blieb, bringt dann das Detail über die Vorgänge in der 
Christnacht, sowie über die Zunahme der Krankheit der Königin. Ihr gehörte nach 
dem Beschlusse der Cortes von Valladolid vom Jahre 1517 die Regierung von Castilien, 
und zwar ihr allein, wenn ihre Gesundheit sich wieder herstellte. 1 Die Frage, ob und 
inwiefern das letztere stattfinde, hing von den Beobachtungen und Erfahrungen ihres 
Hüters ab. Sie befand sich nicht in einem Irrenhause, war aber, obgleich Königin, 
Staatsgefangene, die nicht einmal zum Kloster von S a - Clara gehen durfte, da das Volk 
darin einen Act der Zurechnungsfähigkeit erblickt hätte, und deren Einschränkung von 
ihrem Hüter als ein Act nothwendiger Gewalt (premia) angesehen wurde, zu welcher 
er sich von dem Könige die Erlaubniss erbat und auch erbitten musste. 2 



B. Der Condestable von Castilien. 

Der spanische Adel und der castilianische zumal befand sich eigentlich in einem 
immerwährenden Kriegszustande mit der Krone. Sobald sich dieselbe schwach erwies, 
machte er von seiner Stärke Gebrauch, um Krongüter sich eigen zu machen. In seinem 
Schoosse lebten noch jene Traditionen, dass die Krone eigentlich den Abkömmlingen 
Ferdinands de la Cerda gehöre, die von der jüngeren Linie entthront worden waren. 
In Portugal weilte noch jene Bobadilla, die ihre Rechte auf den Thron K. Heinrichs IV. 
durch den Sieg der Königin Isabella beseitigt sah. Man hielt es für ein Glück, dass 
in rascher Folge der Eroberer von Neapel, Don Gonsalvo von Cordoba, der grosse Feld- 
hauptmann, Don Inigo Lopez de Mendoza, erster Marques von Mondejar, und Don 
Gutierre Lopez, Comendador mayor de Calatrava gestorben waren (1515); 3 der Plan des 
Ersteren, Grossmeister des reichen und mächtigen Ordens von Santjago, der des Zweiten, 
Grossmeister von Calatrava zu werden, wäre sonst bei dem Tode K. Ferdinands von 
Aragon 1516 in einer die Krone sehr beunruhigenden Weise zu Tage getreten. Sterbend 
cassirte der König die Verfügung, die drei Grossmeisterthümer dem Infanten Don Fer- 
nando zu hinterlassen, und übergab sie dessen Bruder, dem Könige Don Carlos. Allein 
damit war der Streit um die ,maestrazgos' noch lange nicht abgethan. Er zieht sich 
verhängnissvoll in den Kampf der Comunidades hinein, und es ist nicht blos Don Juan 
de Padilla, welcher nach dem Grossmeisterthum von Santjago strebt, sondern auch der 
Condestable von Castilien, Don Inigo de Velasco, abgesehen von dem Gobernador, dem 
Cardinal Adrian von Utrecht, die erste Persönlichkeit im Reiche nach dem Könige. 
Erst die Entscheidung P. Adrians VI. am 4. Mai 1523 hat diesem Treiben einen definitiven 
Schluss gegeben und der Krone ein- für allemal die drei Grossmeisterthümer zuge- 
sprochen. Ehe aber nicht dieser päpstliche Entscheid erfolgte, war der Ambition des 
höheren und niederen Adels ein weiter Spielraum eröffnet. 

An der Spitze des castilianischen Adels stand damals, durch Geburt und Würde, durch 
Besitz, Familienverbindung, Ehrgeiz und persönliche Tüchtigkeit gleich ausgezeichnet, 
der Condestable Don Inigo de Velasco. Ihn hatte die Ernennung des Cardinais Adrian 



1 Höfler, Span. Regesten, I. Prag 1881. 

2 Siehe n. 165. 230. 239. 232. 246. 250, 301 318. 548. 549. 760. 

3 Höfler, Span. Regesten, I. S. 6. 



12 



Höt'LBR. 



von Utrecht zum Gobernador am empfindlichsten getroffen, da das Amt, Castilien in 
der Abwesenheit K. Karls in den Jahren 1520 — 1522 zu verwalten, entweder dem Erz- 
bischofe von Toledo — dieser aber, Wilhelm von Croy, Hess sich in Spanien nicht sehen 
— oder dem Condestable zukam. Er war absichtlich übergangen worden, weil man die 
Kronrechte und deren Behauptung nicht dem hohen Adel übergeben wollte. Velasco 
begleitete noch den geistlichen Gobernador nach Valladolid, zog sich aber dann nach 
Burgos zurück, wo er sehr bald den ganzen Sturm der Revolution auszustehen hatte und 
nur mit Mühe sein Leben rettete. Er musste mit den Seinen Burgos verlassen, kam nur 
durch Eingehung von Bedingungen, welche K. Karl, als seiner Autorität schädlich, nicht 
bestätigen wollte, von Briviesca, wohin er sich zurückgezogen, wieder nach Burgos 
zurück, das er dann als ernannter Gobernador betrat. Der Cardinal, welcher das Miss- 
liche seiner Stellung als Ausländer dem castilianischen Nativismus gegenüber sehr wohl 
einsah, war zuletzt Gefangener der Städtejunta geworden; er durfte Valladolid nicht 
verlassen und nur mit Lebensgefahr entrann er in finsterer Nacht des 15. October 1520 
aus der Stadt, die Sitz der Regierung gewesen war, nach Medina de Rioseco. Beinahe 
zur selben Zeit hatte ihm K. Karl zwei Collegen beigegeben, den Condestable und den 
Almirante. Letzterer wollte aber die Würde nur unter Bedingungen übernehmen, welche 
den Aufstand der castilianischen Städte zu rechtfertigen im Stande waren und auf die 
König Don Carlos nicht eingehen konnte. Er kam erst im November zu dem Granden- 
heere, das sich in der Nähe von Rioseco sammelte, und auch jetzt hinderte er eher eine 
Entscheidung, als dass er sie förderte. Der Condestable, seit Anfang November nach 
Burgos zurückgekehrt, betrieb, dass die Hauptstadt Altcastiliens der Sitz der Regierung 
werde, die drei Gobernadoren und der königliche Rath dort sich vereinigten; allein der 
Letztere war dem Volke, der Condestable dem hohen Adel äusserst verhasst, und der 
( 'ardinal, welcher eine unendlich schwierige vermittelnde Stellung einnahm, mochte jetzt 
sehen, wie er unter den hadernden Parteien das Interesse der Krone zu vertreten und 
die Monarchie noch aufrecht zu erhalten vermöge. Glücklicherweise herrschte im Schoosse 
der Aufgestandenen auch Uneinigkeit genug und lähmte sie dadurch den grossen Vortheil, 
den diese durch Besetzung von Tordesillas und die Gefangennahme der Königin und der 
Infantin erlangt hatten. Während Don Juan de Padilla mit den Toledanern abzog, weil 
Don Pedro Giron und nicht er Generalcapitan der Junta geworden war, verstärkte sich 
Dun Inigo de Velasco durch Aussöhnung mit dem Herzoge von Najera, Vicekönig von 
Navarra, und obwohl in seinem Rücken der Graf von Salvatierra sich an die Junta an- 
schloss und sehr bald selbst Burgos bedrohte, die königliche Artillerie gleich anfänglich 
in die Hände der Aufständigen gefallen war und diejenige, welche der Condestable von 
Fuentarrabia kommen liess, von dem Grafen von Salvatierra aufgefangen wurde, Don 
Inigo jetzt Burgos, ohne Alles preiszugeben, nicht verlassen durfte, unterstützte er doch die 
Bemühungen des Grafen von Benevente und anderer Granden, ein Heer gegen das der 
Junta zu sammeln, so weit er konnte, und wurde er dadurch Anlass, dass der Haupt- 
schlag erfolgen konnte, Tordesillas der Junta wieder zu entreissen. Da er aber in 
»einem Kamilienintoresse die Ernennung seines Sohnes, des Grafen von Haro, zum General- 
capitan des königlichen Heeres durchsetzte, das sich beinahe vor Tordesillas hätte zurück- 
ziehen müssen, und dieser in den darauffolgenden Monaten — den ersten des Jahres 
L521 weder den Zwiespalt der Granden beschwichtigen, noch dem Feinde nach der 
Rückkehr Padilla's Abbruch thun konnte, so war eigentlich durch die Ernennung des 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



13 



Grafen von Haro die ganze Thätigkeit der Königlichen fortwährend gelähmt und stand 
Tordesillas in Gefahr, wieder eine Beute der Junteros zu werden. Sein Verlangen, die 
beiden Gobernadoren sollten von Tordesillas nach Burgos kommen, der königliche Rath 
dasselbe thun, stiess bei seiner Unbeliebtheit auf unübersteigliche Hindernisse. Er be- 
fand sich den Burgalesen gegenüber in der grössten Verlegenheit, da diese unablässig 
darauf drangen, es sollten die ,Capitel' gehalten werden, die er ihnen verheissen. Die 
Stadt selbst drohte mehr als einmal der Schauplatz eines furchtbaren socialen Kampfes 
zu werden. Der Bischof von Zamora suchte sich wiederholt in ihren Besitz zu setzen 
und nur die äusserste Wachsamkeit konnte die drohende Gefahr verhindern; der Graf 
von Salvatierra war als Verbündeter des Bischofs, seines Anverwandten, herbeigeeilt, 
Padilla bedrohte nicht minder Burgos, der Condestable war von seinem Heere, das in 
Tordesillas und Simancas stand, getrennt und musste sich erst ein neues schaffen, als es 
ihm gelang, das Castel von Burgos zur Capitulation zu vermögen, dadurch die Stadt vor 
einem Handstreiche zu sichern und nun der Auszug erfolgen konnte, um sich mit dem 
Almirante zu vereinigen und das Heer der Junta anzugreifen. Die Gefahr war dringend, 
da der Einbruch der Franzosen in Navarra in Verbindung mit der Junta drohte und 
Padilla mit dem Heere der letzteren die Vereinigung der beiden Heeresabtheilungen der 
Gobernadoren aufhalten konnte, ja um jeden Preis verhindern musste, wenn er nicht selbst 
sich zu Grunde richten wollte. Da geschah sie doch. Der Graf von Salvatierra wurde 
unabhängig von den Operationen gegen Padilla angegriffen , geschlagen, sein Heer 
zerstreut; dann traf es Padilla, dem es in der Schlacht von Villalar noch schlimmer 
ging, da er geschlagen, gefangen, hingerichtet wurde, und nun erfolgte die Unterwerfung 
der einzelnen castilianischen Städte bis auf Toledo, das nicht blos sich nicht ergab, 
sondern die erlöschende Flamme vom Neuen anfachte und mit den Franzosen in eine 
Verbindung trat, welche die künstliche Gloriole der Donna Maria de Pacheco, Witwe 
Padilla's, nicht wenig beeinträchtigt. 

Dass der Condestable sich seiner schweren Aufgabe gewachsen zeigte, dass er mit 
grosser Umsicht und Entschlossenheit verfuhr und der Erfolg kein zufälliger, sondern 
die Frucht der vollsten Ueberlegung und entsprechender Thätigkeit war, wird Niemand 
beanstanden können. In Betreff der Königin tritt er in den Hintergrund. Er war nicht 
in Tordesillas und nahm auch keinen Antheil an den Zerwürfnissen daselbst. Es war 
ihm unangenehm, zu hören, dass der Graf von Haro nicht entsprach. Er drang bei 
K. Karl darauf, dass die Gobernadoren an Einem Orte zusammenkämen, was aber erst 
möglich wurde, als er selbst von Burgos ausgezogen war und die Schlacht von Villalar 
am 23. April die Entscheidung herbeigeführt hatte. War es Adrians Verdienst gewesen, 
im ersten und vollsten Ausbruche der Revolution das Königthum vor dem Untergange 
gerettet und die widerstrebendsten Elemente so weit wie möglich zu seiner Erhaltung 
zusammengeführt zu haben; ermöglichte er den ersten entscheidenden Schlag, welcher gegen 
Tordesillas geführt wurde, so war die Zersprengung der Revolution in Altcastilien, ihre 
Isolirung auf Toledo, die Wiedereroberung des schon für verloren erachteten Oastiliens, 
ehe die Franzosen zur Rettung der Revolution herbeieilen konnten, das Werk und Ver- 
dienst des Condestable. 

Es ist begreiflich, dass eine Sammlung von Correspondenzen, die vorzugsweise die 
spanischen Gobernadoren im Jahre 1521 betrifft, an dem Condestable nicht vorüber- 
gehen kann. Gerade der Anfang des Jahres war für ihn nicht günstig. Er bedauert, 



14 



Höfler. 



dass dem Kaiser Alles, was er thue, ungeeignet erscheine (7. Januar); vier Tage später 
meldet er ihm die verheerenden Kreuz- und Querzüge des Bischofs von Zamora. Nament- 
lich aber gibt der weitläufige Bericht vom 25. Januar ein wahres Gemälde der damaligen 
Lage, und das Zeugniss, welches bei diesem Anlasse der Condestable dem Marques von 
Denia als zuverlässigen und wahrhaften Diener des Kaisers gibt, ist jedenfalls in der 
Wagschale dieser Erörterungen nicht gering anzuschlagen. Der Bericht hat auch in 
der Beziehung besonderen Werth, weil er über den Aufstand in Burgos am 21. Jänner 
authentische Nachrichten gibt, die man bei Mejia nicht findet und die den Bericht 
Maldonado's wesentlich ergänzen. Das sehr ausgedehnte Schreiben schliesst mit dem 
Rathe, die Besetzung des erledigten Erzbisthums von Toledo bis zur Rückkehr des 
Kaisers zu verschieben. Aber erst der Bericht vom 29. lehrt den ganzen Umfang der 
Gefahr kennen, in welcher sich damals der Condestable befand, da der Aufstand in 
Burgos, welchen er durch rasche Entschlossenheit stillte, mit dem Vormarsche des Grafen 
von Salvatierra und des Bischofs von Zamora, wie sich nachher zeigte, in Verbindung 
stand. Nun war aber ein neuer Anlass zu Zerwürfnissen entstanden. Der königlich 
gesinnte Adel hatte grosse Ausgaben gemacht und verlangte Entschädigung dafür, Be- 
lohnung seiner Verdienste, mindestens Einziehung der Güter der Rebellen zu Gunsten 
der Treugebliebenen. Der Graf von Benevente, welcher das Signal zur Erhebung der 
Granden gegeben, stellte sich an die Spitze dieser Partei, welche von den weltlichen 
Gobernadoren ebenso unterstützt wurde, als der Cardinal, das Interesse der Krone ver- 
tretend, sich dagegen erklärte. Nicht minder herrschte Zwiespalt in Betreff der Aus- 
dehnung einer Amnestie, welche der Almirante nur beschränkt, der Cardinal allgemein 
ertheilt wissen wollte. Unterdessen rüstete der Condestable, allein sein Auftreten war 
durch den Umstand bedingt, dass die von Fuentarrabia beorderte Artillerie nach Burgos 
gelange. Der Graf von Salvatierra sorgte aber dafür, dass dies nicht geschehe, und dadurch 
zog sich dann die Entscheidung noch einen Monat länger hinaus, statt in den März in 
den April 1521. Jede Woche war aber ein grosser Verlust, da der Einbruch der Fran- 
zosen drohte und die Königlichen, wenn er stattfand, zwischen zwei Feuer geriethen. 
Die Lage der Dinge war Ende Februar sehr misslich geworden, da ein von dem Conde- 
stable nach Portugal abgehender Unterhändler von dem Könige kein Geld erlangen 
konnte, der Verlust von Torre di Lobaton dazu kam und der Condestable nach dem 
Schreiben vom 27. Februar nun auch für Tordesillas besorgt wurde. Der Almirante 
hatte nicht gezögert, den Condestable auf die ungemeine Wichtigkeit des Verlustes von 
Torre di Lobaton aufmerksam zu machen, der Condestable berichtet darüber an den 
Kaiser in Ausdrücken, welche den Verlust von ganz Castilien in Aussicht stellten (1. März). 
Er wusste bereits, dass von Pau aus ein Einfall in Navarra betrieben werde, und jetzt 
kam erst noch der Verlust der Kanonen von Fuentarrabia dazu. Es war ein Glück, 
dass Juan de Padilla jetzt selbst zu Unterhandlungen mit den Gobernadoren sich geneigt 
zeigte, um sein Städteheer zu organisiren, der Condestable aber, von der drohenden 
Nähe des Bischofs von Zamora befreit, der nach Toledo zog, nun sich mit Navarresen 
verstärkte und der Graf von Salvatierra bei Andagoya am 12. März geschlagen wurde, 
als er bereits glaubte, Herr von Vitoria zu sein. Ehe aber der Monat März zu Ende 
ging, schienen alle Uebelstände im Innern klein zu sein gegen die Gefahr, welche durch 
den Einbruch der Franzosen drohte. Nichtsdestoweniger stand bei dem Condestable 
der Plan fest, nach Tordesillas zu ziehen, das er durch Padilla für bedroht erachtete; 



Zur Kritik und Quellenkünde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



15 



in diesem Falle aber, versicherte er am 28. März den Kaiser, habe er alle Anstalten 
getroffen, Burgos in Sicherheit zu erhalten. Am 5, April berichtet er, der Almirante 
rufe ihn auf das Dringendste um Hilfe, am 7., er habe sich entschlossen, mit dem 
ganzen Volke auszuziehen und die Rebellen zu züchtigen. Am 13. April berichtet die 
Herzogin von Frias, Gemahlin des Condestable, dem Kaiser, der Auszug sei erfolgt, 
zehn Tage später war das Heer der Junta gesprengt, die Anführer gefangen und hin- 
gerichtet. Diese Thatsachen bethätigen' den Mann, um welchen es sich hier handelt, 
sie sind seine Charakteristik. 

Auf den castilianischen Krieg folgte sogleich der navarresische. Die Correspondenz 
des Condestable wird wenigstens nach unseren Belegen seltener. Aber seine Stellung 
hat sich durch den Sieg der Granden geändert. Seine Majestät, heisst es am 7. Mai, ist 
den Granden und Caballeros gegenüber in grosser Schuld, sie hat ihre Dienste zu lohnen, 
und da dies nicht durch das königliche Hausgut geschehen kann, müssen die Wohl- 
verdienten durch die Güter der Rebellen belohnt werden. Dieses Thema wird nun s.eit 
dem Siege von Villalar in allen möglichen Tonarten variirt, und als nun auch Navarra 
erobert wird, steigt die Rechnung. Ein eigenthümliches Geschick wollte, dass der 
Bericht des Grafen von Haro an den Kaiser über den Sieg von Villalar aufgefangen 
wurde und deshalb am 24. Mai aus Segovia nachgetragen werden musste. Vom gleichen 
Datum und dem gleichen Orte — dem Ausgange der Empörung — ist ein merkwürdiger 
Bericht des Condestable an den Kaiser, von welchem er seit 30 Tagen keine Nachricht 
erhalten, dass die eigentliche Ursache des Aufstandes die Conversos und ihr Hass gegen 
den Dominikanerorden gewesen, in dessen Händen sich die Inquisition befand. Es bildet 
einen merkwürdigen Gegensatz zu dem Schreiben des Cardinais, der auf die Granden 
als die Wurzel der Empörung hinwies. Das nächste Schreiben ist aus St. Domingo auf 
dem Wege nach Logrono am Ebro. Seit dem 9. April sei keine Nachricht von K. Karl 
eingetroffen. Obwohl im vollen Marsche gegen die Franzosen, hat der Condestable Zeit, 
sich gegen die Häresie des Frayle (Luther) zu wenden und den Kaiser zum Ausharren 
auf der betretenen Bahn aufzufordern. Am 27. Juni schreiben beide Gobernadoren an 
den Cardinal wegen französischer Schiffe, die sich an der Küste gezeigt, drei Tage 
später war die jornada de Navarra, der grosse Sieg des Condestable und Almirante über 
die Franzosen, bei dessen Beschreibung Petrus Martyr von Angleria, königlicher Rath 
von Indien, den Heldenmuth des Condestable nicht genug rühmen kann. Seine rechte 
Hüfte war von den Streichen zweier französischer Kürassiere ganz schwarz geworden. 
Nun ging aber erst die Noth an, da kein Geld vorhanden war, die Soldaten zu bezahlen, 
und diese sich alle Excesse gestatteten. Die Gobernadoren schreiben deshalb wiederholt 
an den Cardinal und verlangen am 15. Juli 15.000 Dukaten aus den Renten des Bischofs 
von Zamora. Erst am 21. Juli haben wir wieder ein Schreiben des Condestable an 
den Kaiser, die Verbrechen der Stadt Burgos betreffend. 

Endlich am 12. August erhalten wir durch einen weitläufigen Bericht des Conde- 
stable an den Kaiser in Antwort auf dessen Erlass vom 9. Juli Nachricht über den 
Zustand der Dinge in Navarra, nachdem eine eigene Relation eines Ungenannten darüber 
bereits interessante Aufschlüsse gewährte. Es handelt sich um Sicherstellung der Er- 
oberung, um Massregeln, einem neuen Einbrüche der Franzosen zu begegnen, da nach 
den aufgefangenen Depeschen K. Franz das bei Noain vernichtete Heer nur als seinen 
Vortrab betrachtet. Ein spanischer Einfall in Frankreich musste wegen Geldmangel 



IG 



H OFLEK. 



aufgegeben werden, Valencia und Toledo befanden sich noch im Aufstande begriffen. 
Das Schreiben ist auch deshalb von grossem Interesse, weil es durch Beantwortung des 
kaiserlichen Erlasses den Inhalt desselben kennen lehrt. Am 13. August berichtet der 
Condestable, er habe die Befestigung von San Juan zerstören lassen. Am 18. schreiben 
beide Gobernadoren noch aus Pamplona an den Cardinal, der Herzog von Bejar möge 
im Navarresischen zurückgehalten werden. Am 28. September ist der Condestable 
wieder nach Burgos zurückgekehrt und berichtet gleichzeitig mit dem Cardinal über 
die Lage der Dinge, zugleich über ein Einverständniss mit dem schwer zu behandelnden 
Almirante. Er muss dem Kaiser auch mittheilen, dass sich in Bayonne ein neues fran- 
zösisches Heer bilde. Vom 22. October findet sich dann ein Gesammtbericht der drei 
Gobernadoren aus Vitoria vor, wohin sie bei dem neuen Einbrüche der Franzosen, welcher 
die Wegnahme des wichtigen Fuentarrabia zur Folge hatte, gegangen waren, Massregeln 
zum Schutze des schwer bedrohten Reiches zu treffen. Sie verhehlten nicht, dass man 
in Toledo um diesen Einbruch gewusst habe, 1 wo der Trotz der Aufgestandenen zuge- 
nommen habe. 2 Der Bericht wird durch den des königlichen Abgesandten Diego Hurtado 
ergänzt (3. November). Beide Gobernadoren nährten den Plan, für den Frühling 1522 
ein grosses Heer auf die Beine zu bringen und mit diesem in Frankreich einzufallen, 
während der Cardinal, wenn nicht Fuentarrabia wieder gewonnen wurde, den Verlust 
von Guipuzcoa und Biscaya befürchtete, eine Ansicht, welche sich dann auch wörtlich in 
den diplomatischen Noten des kaiserlichen Cabinets wiederfindet. Da brachte der Tod 
P. Leos X. und zwölf Tage später der des Königs Emanuel von Portugal eine ungeahnete 
Wendung in den europäischen Angelegenheiten hervor (December 1521). 



C. Der Almirante von Castilien Don Fadrique Enriquez. 

Ich kann die Bedeutung dieses gar nicht gewöhnlichen Mannes, der durch die Ver- 
mählung der Donna Juana Enriquez, Tochter des Don Fadrique, Almirante de Castilia, 
mit dem 1479 verstorbenen K. Juan II. von Aragon, mit dem königlichen Hause ver- 
wandt war, 3 nur nach den Materialien bemessen, welche mir für den Aufstand der 
Comunidades vorliegen. Wenn irgend Jemand unter den Granden demselben insoferne 
günstig gesinnt war, als er eine Reform politischer und socialer Zustände bezweckte, und 
deshalb jede gewaltsame Unterdrückung scheute, auch als derselbe zur offenen Rebellion 
und Revolution geworden war, so war es der Almirante, und in diesem Verhalten liegt 
auch vor Allem der Grund des Lobes oder des Tadels seiner Wirksamkeit als Gober- 
nador. Während sich der Cardinal gleich anfänglich in treuer Hingabe gegen seinen 
kaiserlichen Zögling, welchem er übrigens den Stand der Dinge sehr offen darlegte, den 
erdrückenden Mühen der neuen Würde unterzog und bei dem Ausbruche der Revolution 
eine Verantwortlichkeit mit dem Schilde seines Namens deckte, die eigentlich dem könig- 
lichen Ruthe und seinem verhassten Präsidenten zukam; während er zwischen das kaiserliche 
I 'ahmet in den Niederlanden und den Aufruhr in Castilien beinahe machtlos gestellt, 

Siehe die n. 8. 9. 17. 85. 50. 55. 85. 95. 114. 143. 144. 146. 172. 183. 188. 189. 201. 226. 243. 270. 271. 285. 380. 393. 

430. 532. 536. 555, 568. 590. 615. 652. 694. 702. 712. 
5 Die in der Sammlung befindlichen Verhöre der aufgefangenen Agenten der Donna Maria Pacheco lassen über die Verbindung 

Toledo'« mit den Franzosen keinen Zweifel aufkommen. Höfler, Don Ant. de Acuila p. 73. 
3 Sie war die Mutter K. Ferdinands el catolico. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



17 



die königliche Autorität beinahe nur mehr durch die Integrität seiner Person und die 
Achtung wahrte, welche ihm als Cardinal, als Priester, als Greis von erprobter Recht- 
schaffenheit zukam, häufte der Admiral vom ersten Augenblicke seiner Ernennung an 
die ohnehin riesengrossen Schwierigkeiten einer Regierung, die ja selbst kaum mehr vor- 
handen war. Gleich anfänglich, als Lope Hurtado de Mendoza ihm die Ernennung zum 
Gobernador nach Catalonien brachte, wo sich der Almirante aufhielt, nahm er das schwierige 
Amt nicht an und schlug es auch nicht aus; er knüpfte Bedingungen an die Annahme, 
welche ihn aber nicht hinderten, nach Castilien zu gehen und auf eigene Rechnung 
Politik zu treiben, nicht etwa sich mit seinen beiden Collegen, dem Cardinal und dem 
Condestable, zu verständigen, sondern eine Verständigung mit Don Pedro Giron, dem 
Generalcapitan der Junta, in dessen Lager zu suchen. Erst als diese nicht zu Stande 
kam, da nur mehr eine Entscheidung mit Waffengewalt möglich war, der Almirante 
aber gar keine Vollmacht zu Versprechungen besass, die die Gegenpartei zur Nieder- 
legung der Waffen veranlassen konnten, und sein Benehmen den Muth und Trotz der 
Letzteren mächtig gefördert hatte, blieb er im königlichen Lager, um auch nach der 
Eroberung von Tordesillas in seiner Weise Politik zu treiben, d. h. die Dinge möglichst 
zu verwirren. Er installirte sich und seine Gemahlin, die Gräfin von Modica, in den 
Gemächern des Marques und der Marquesa von Denia, so dass Letztere nicht nach 
Tordesillas zurückkehren konnte, und begann dann einen Krieg mit dem Marques, welcher 
durch den leidenschaftlichen Eifer des Letzteren gegen jene Personen des königlichen 
Hofhaltes, die die Junteros nach Tordesillas berufen und das Gerücht von der Regierungs- 
fähigkeit der Königin ausgestreut hatten, ununterbrochen Nahrung erlangte. Es war 
nothwendig, dass der Cardinal von Rioseco nach Tordesillas ging, und erst nachdem 
dieses geschehen war, nahm endlich Anfang Jänner 1521 der Admiral die Stelle eines 
Gobernadors an. Da er aber, in Feindschaft mit dem Condestable, nicht bewogen werden 
konnte, sich zu diesem nach Burgos zu begeben und im Vereine mit dem Cardinal 
Eine Regentschaft zu bilden, so entstand in der schwierigsten und misslichsten Lage 
des Königthums durch die Getheiltheit der Regierung und den Zwiespalt der Goberna- 
toren jene heillose Verwirrung, von welcher so viele Schreiben dieser Tage Zeugniss 
geben, die nur darin den Grund des Uebergewichtes Padilla's und der Seinigen erkennen. 
Der Almirante ging endlich so weit, dass er gleich den Junteros in Tordesillas die 
Königin zur Unterzeichnung eines Decretes zu bewegen suchte, wodurch das ganze bis- 
herige Gebäude der Alleinregierung K. Karls schadhaft geworden und ein Zustand der 
Dinge entstanden wäre, dessen Tragweite sich gar nicht überblicken lässt. In dieser 
Verwirrung, welche Padilla zur Eroberung von Torre di Lobaton beniitzte und die noch 
heilloser geworden wäre, hätte nicht der Condestable in Burgos die Ordnung der Dinge 
hergestellt und der Comendador mayor de Castilia Don Hernando de Vega Simancas 
und Tordesillas gedeckt, verstrich der Frühling des Jahres 1521, ohne dass auf die 
Eroberung von Tordesillas (5. December 1520) eine andere Waffenthat der Königlichen 
gefolgt wäre, und zuletzt blieb dem Almirante doch nichts Anderes übrig, als flehent- 
liche Schreiben an den Condestable zu richten, er möge herbeieilen, um Tordesillas zu 
retten, wo Alles in Brüche zu gehen drohte. 

Der Almirante war von gar nicht gewöhnlicher Bildung, mehr ein Mann der Feder 
als der That-, er wusste seine Anschauungen fliessend und klar zu Papier zu bringen 
und nimmt schon dadurch unter den Staatsmännern jener Tage eine hervorragende 

Denkechi ilten der pbil.-hist. C!. XXXIIT, Bd. 3 



18 



Höfler. 



»Stellung ein. Wir besitzen von ihm eine Anzahl von Instructionen für die Vertrauens- 
personen, welche er zu dem Kaiser sandte, um demselben Mittel und Wege an die Hand 
zu geben, wie Spanien pacificirt werden könne; in ihnen tritt auch seine ganze Eigenthüm- 
lichkeit hervor. Er ist der Mann der Versöhnung und verlangt beständig Nachsicht der 
V ergehen. Amnestie, Verzeihung auch für Diejenigen, welche trotzig in Waffen stehen 
und den Frieden nur wollen, wenn sie ihn dictiren können, ja deren Wuth, wie der 
Graf von Haro sich am 16. Januar ausdrückte, durch nichts beschwichtigt werden konnte. 
Schon in dem ersten Schreiben des Jahres 1521, 1 das wir von ihm haben, tritt die Eifer- 
sucht gegen den Condestable ebenso hervor als die Geltendmachung der eigenen Ver- 
dienste; der Condestable hatte daher vollständig recht, wenn er sich am 2. Februar über 
die Unthätigkeit der Granden in Tordesillas bei dem Kaiser beklagte, während er selbst 
den Aufruhr in Burgos niederschlug. Angelo de Bursso (Bursa), welchen der Almirante 
an den Kaiser sandte, hatte diesem zu berichten, dass sich die castilianischen Städte 
Freiheiten geben wollten gleich den italienischen, dass die Granden ihrer eigenen Leute 
nicht mehr sicher seien, sich zuletzt die Granden mit den Aufgestandenen vereinigen 
würden, Hilfe nur mehr in der Stärke beruhe. Er hielt nach dem Verluste von Torre 
Lobaton Alles für verloren. Er und der Cardinal verlangten am 28. Februar von dem 
Kaiser, er möge Waffen aus Flandern nach Spanien senden, wo man Pulver und Waffen 
bedürfe. Beide gaben am 10. März ihre Zustimmung zu Unterhandlungen mit der Junta. 
Er glaubte noch auf Maria de Pacheco und ihren ßathgeber Hernando de Avalos ein- 
zuwirken, wenn er ihnen die traurigen Erfahrungen vorhielt, die Don Pedro Giron bei 
den Comuneros gemacht, konnte aber nicht hindern, dass die Letzteren ihm und dem 
Condestable den Process machten (17. März). Vom darauffolgenden Tage ist eine neue 
Instruction des Almirante an Angelo de Bursa für den Kaiser. Sie ist eigentlich ein 
Generalbericht über den Zustand Spaniens, wobei auf die Uebermacht der Junteros, 
die sich nach Belieben wenden konnten, wohin sie wollten, besonders hingewiesen wird. 
Diese Avertencias, wie sie der Almirante nannte, haben sämmtlich wegen ihres reichen 
Inhaltes und der Person, von der sie ausgehen, einen hervorragenden geschichtlichen 
Werth. Er erklärt in einer anderen ohne Datum, dass er, wenn auch seine Schreiben 
übel aufgenommen würden, doch nicht ablassen werde, die Wahrheit zu sagen. Er zeigt 
dieses am 28. März, indem er dem Grafen von Haro Mangel an Energie und Erfahrung 
zur Last legte. In der nächsten Zeit ist er unermüdlich, was der Sohn gefehlt, durch 
den Vater gut zu machen und den Condestable zum Ausmarsche zu bereden. 2 

Von den darauffolgenden Monaten finden sich wenige Berichte vor, da die Unter- 
werfung Castiliens nach der Schlacht von Villalar alle Zeit in Anspruch nimmt. Am 2. Mai 
sendet aber der unermüdliche Almirante eine neue Avertencia für Angelo de Bursa ab, 
welche Zeugniss von der veränderten Lage der Dinge, aber auch von der drohenden 
Gefahr des Franzoseneinfalls in Navarra gibt. Wieder rieth der Almirante zur Nach- 
giebigkeit und bat namentlich um Verzeihung für Don Pero Laso und Don Pero Giron, 
den Valladolid nach der Schlacht von Villalar an die Spitze des Aufstandes berufen 
hatte, der aber jetzt den königlichen Dienst der Unterstützung der Revolution vorzog; dabei 



1 Schreiben vom 23." Januar, 23. Februar, £6. Februar, 28. Februar, 10. März. 

2 Siebe über den Almirante n. Ol. 68. 70. 170. 186. 196. 205. 238. 250. 256. 266. 274. 275. 282. 388. 400. 429. 479. 499. 
608. 506. 516. 516. 517. 518.. 528. 531. 542. 549. 554. 580. 581. 602. 615. 616. 619. 628. 640. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



19 



vergass der Almiran te nicht, auf sein Lieblingsthema zurückzukehren und zu verlangen, 
dass der Schaden, den die Caballeros im königlichen Dienste erlitten, durch die Confis- 
cation der Güter der Rebellen gut gemacht werde, ein Thema, in welchem bei aller 
sonstigen Verschiedenheit der Interessen der Condestable mit dem Almirante völlig 
übereinstimmte. Am 11. Mai berichtet der Almirante, dass der Einfall der Franzosen 
erfolgt sei, und rathet, Frieden mit Toledo zu schliessen — das den Einfall veranlasst 
hatte! Am 24. Mai ist es wieder die Angelegenheit der Confiscation, welche den Almi- 
rante zum Schreiben bewegt. Auch er nahm nach Petrus Martyr einen rühmlichen 
Antheil an der Jornada de Navarra, die den Franzosen mit grosser Anstrengung ab- 
gerungen wurde. Fünf Tage später macht er von Pamplona aufmerksam, die Franzosen 
würden sich für die Niederlage rächen. Dann beginnt eine eigene Correspondenz mit 
dem Cardinal, dessen Anwesenheit auf dem Kriegsschauplatze den beiden anderen 
Gobernadoren unbequem ist. Umsomehr wurde er aber von ihnen wegen Geldsendungen 
bestürmt. Es waren Zerwürfnisse zwischen dem Cardinal und dem Almirante unmittelbar 
eingerissen, so dass Letzterer sich in einem eigenen Rechtfertigungsschreiben an den 
Cardinal vom 27. Juli entschuldigt. Am 10. August erhielt dasselbe ein Gegenstück 
in der Avertencia an Angelo de Bursa, wobei der Almirante seine Separatanschauungen 
und insbesondere seine von der Meinung des Condestable abweichenden Ansichten über 
das, was in Tordesillas, in Simancas, in Segovia, in Burgos, in Toledo, in Navarra hätte 
geschehen oder unterlassen werden sollen, auseinandersetzte. Dieses Document ist un- 
streitig eines der interessantesten der ganzen Sammlung, beweist aber auch sehr klar, 
dass es nicht gut war, mit dem Almirante an demselben Berathungstische zu sitzen. 
Der Cardinal kommt wiederholt auf die Ansichten des Almirante zurück (14. und 
30. August) und beweist dem Kaiser ihre Irrthümlichkeit. Allein auch der Almirante 
rastet nicht und am 27. August geht von Logrono am Ebro eine neue Avertencia ab 
über die Uebelstände des Reiches, die nun mit der äussersten Rücksichtslosigkeit in 
langer Auseinandersetzung dargethan werden, mit einer Reihe von Rath- und Vor- 
schlägen, mit welchen der Almirante zu jeder Zeit besonders gesegnet ist. Ueberhaupt 
nehmen die Berichte der drei Gobernadoren in der genannten Hälfte des Jahres 1521 
ungemein an Bedeutung zu und sind für die innere Geschichte ausserordentlich lehrreich. 

Am 16. September wurde eine neue Avertencia abgesandt. Die Lage der Dinge, 
namentlich im wiedergewonnenen Navarra wurde immer düsterer; ein neuer Einfall der 
Franzosen drohte und die Gefahr ermunterte den Almirante, dem Kaiser detaillirte Rath- 
schläge in Betreff der Handhabung der Justiz und der Aufrichtung der Finanzen zu geben. 
Begreiflich bieten die Gesammtberichte der drei Gobernadoren vom Ende September 
grosse Belehrung. Im October werden sie durch die reichhaltigen des Cardinais abgelöst; 
am 24. October aber, als Fuentarrabia von den Franzosen eingenommen worden war, 
richten die drei Gobernadoren einen gemeinsamen Bericht an den Kaiser. Sie müssen 
mit Toledo ein Abkommen treffen, das ihnen gegen den Norden freie Hand lässt und 
dem Erzbischof von Bari die Möglichkeit gewährt, im Namen des Königs am 31. October 
Toledo zu besetzen. Im December ist es dann wieder der Cardinal, welcher nebst dem 
kaiserlichen Abgesandten Diego Hurtado — nicht mit Lope Hurtado zu verwechseln — 
an den Kaiser, natürlich ohne Kenntnissnahme von Seiten des Condestable oder Almi- 
rante, berichtet. Bei den vielfältigen Eifersüchteleien und Zwistigkeiten der Gobernadoren 
unter einander wird man stets an die gehaltvollen Schreiben des Cardinais von Utrecht 



20 



Höfler. 



gewiesen, der gegen die Masslosigkeit des Marques von Denia diejenigen schützt, welche 
dieser bedrängt, vor Allen die arme Infantin, gegen welche sich noch immer der Aerger 
des Marques und der Marquesa kehret. Er vertheidigt das Königthum gegen den Adel, 
welcher im Trüben zu fischen gedenkt und mehr wie einmal auf dem Punkte steht, mit 
den Comunidades gemeinsame Sache zu machen. Er tritt den beiden Gobernadoren 
entgegen, wo diese, berauscht von ihren Siegen, der Krone eine Rechnung machen, die 
diese in Abhängigkeit von den Kronvasallen bringen würde. Er erinnert den König 
ebenso an seine Pflichten, wie er standhaft die Rechte des Königs vertheidigt, sucht 
Don Pero Giron, Don Pero Laso mit dem Könige auszusöhnen und spielt so die erhabene 
Polle eines Vermittlers scharfer Gegensätze, die theils schon früher mit aller Schroffheit 
einander gegenüber gestanden waren, theils jetzt auf dem Punkte standen, gegen das Inter- 
esse des Staates die rauheste Seite hervorzukehren. Man wird ein Recht haben, seine 
unendlich schwierige Wirksamkeit bis zu einem gewissen Grade mit der des Cardinais 
Jimenez zu vergleichen, nur war die Stellung eine ganz andere, da sich Adrian 
einem Aufstande gegenüber befand, der ihm die freie Action entzog und, wie Lope 
Hurtado sich ausdrückte, ein Martyrium über ihn verhängte, während Jimenez, in vollster 
Kntsehiedenheit auftretend, die Gegner der Krone im Frieden niederwarf und K. Karl 
den Weg zur ruhigen Erlangung des Königreiches bahnte. Dass aber ohne die geräusch- 
lose Wirksamkeit Adrians Castilien für K. Karl verloren war, wird kaum Jemand be- 
zweifeln, der die Ereignisse jener Tage unbefangen und mit Hilfe der von mir bekannt 
gemachten Materialien durchgeht. 1 Mit vollem Rechte bezeichnet ein Zeitgenosse, welcher 
über die Betheiligung Sevilla's am Aufstande der Comunidades schrieb, Adrian als den 
Engel des Friedens, 2 das ehrenvollste Denkmal seiner Wirksamkeit in Spanienl 

Das Drama des Jahres 1520 hatte damit geendet, dass der Cardinal-Gobernador 
Medina de Rioseco verliess, um seinen Aufenthalt- in Tordesillas zu nehmen, und beinahe 
an demselben Tage Don Juan de Padilla mit den Toledanern nach Valladolid zurück- 
kehrte, das er aus Eifersucht gegen Don Pedro Giron unkluger W'eise verlassen hatte. 
Das Drama des Jahres 1521 endete nach den Schlachten von Villalar und Noain mit 
der Vereinigung der Gobernadoren in Vitoria und der Unterwerfung Toledos, während 
Fuentarrabia in die Hände der Franzosen fiel. Aber die Vereinigung führte zu neuen 
Streitigkeiten und hatte der Cardinal im Anfange des Jahres geklagt, dass er zwischen 
dem Almirante und dem Marques de Denia , mitten im Feuer' stehe, so konnte jetzt 
seine Anwesenheit nicht verhindern, dass der Almirante nicht über den Bischof von 
Oviedo herfiel und ihn misshandelte, weil er sich in der Anfertigung des Verzeichnisses 
der Güter der am Aufstande Betheiligten nach der Meinung des Almirante saumselig 
bewiesen, und doch besass der Letztere vier dieser der Krone gehörigen sammt ihren 
Festungen und war nicht zu bewegen, sie der Krone zurückzugeben. Es gab Klagen 
der Comuneros, die nur zu begründet waren und bewiesen, dass sie nicht so Unrecht 
hatten, wenn sie den Caballeros vorhielten, stets sei in Castilien der Adel gegen die 
Krone gewesen, stets hätten die castilianischen Städte das Interesse der Krone gegen 
den Adel vertreten. 



1 Vergl. n. 14. 22. 35. 45. 66. 99. 104. 131. 145. 166. 193 . 228. 237. 248. 253. 269. 281. 302. 304. 312. 330. 358. 383. 391. 

424. 154. 539. 540. 575. 592. 598. 620. 638. 647. 653. 660. 679. 680. 682. 686. 687. 700. 724. 726. 
5 Abgerückt in den Pnblicatiqnfen der Sociedad de los Bibliofilos de Sevilla. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



21 



Es muss hier noch einer neuen Quelle der Geschichte jener ereignissvollen Tage 
gedacht werden. 

In der spanischen Geschichtsschreibung hat sich eine eigenthümliche Aenderung 
der Anschauungen vollzogen. Erst wollte keine Stadt an dem verunglückten Aufstande 
der Coniunidades Antheil genommen, jede sich durch besondere Treue ausgezeichnet 
haben. Cuenca, Palencia, selbst Madrid wetteiferten, ihre angebliche Treue hervorzu- 
heben, und auch Toledo wollte weiss gewaschen werden, namentlich aber wurde die 
hochverrätherische Verbindung der Donna Maria Pacheco mit den Franzosen geläugnet 
oder doch wenigstens ignorirt. Seit Ferrer del Rio ist es anders geworden. Es ward 
Ehrensache der Städte, sich gegen die Tyrannei des Königs Don Carlos aufgelehnt zu 
haben, und in jüngster Zeit hat der Herausgeber des Discurso de la Comunidad de 
Sevilla ano 1520 1 — das Werk eines Zeitgenossen — selbst das Mögliche geleistet, 
auch für Sevilla einen Antheil an der so rühmlichen Revolution herauszubringen. Es 
lohnt der Mühe, das bisher unbekannte Werk einer näheren Erörterung zu unterziehen, 
wobei ich mich der Aufgabe entschlage, Karl V. gegen die leidenschaftlichen Anklagen 
des Don Antonio Benitez zu rechtfertigen. Bekanntlich bestand die ganze Betheiligung 
Sevilla's an der Comunidad in einem verunglückten Putsch des Don Luis de Figueroa, 2 
Bruder des in Sevilla sehr mächtigen, aber doch nicht übermächtigen Herzogs von Arcos 
aus dem Hause Ponce de Leon, welchem das Haus Niebla — vertreten durch den Herzog 
von Medina-Sidonia — Don Juan Alonso de Guzman, mit gleichem, wo nicht grösserem 
Ansehen gegenüber stand. Don Luis de Figueroa bemächtigte sich, zweifelsohne im 
Einverständnisse mit der Junta, welche sich damals schon in Tordesillas installirt hatte, 
und, wie der ungenannte Verfasser des discurso behauptet, damals daran dachte, die 
Königin Juana mit dem Herzoge von Calabrien, der durch den Aufstand der Valen- 
cianer aus seiner Haft in la Xativa befreit worden war, 3 zu vermählen. Es gelang Don 
Juan am- 16. September 1520, sich des Alcazars mit Verdrängung des Alcalden Grafen 
de los Gelves zu bemächtigen; allein der gehoffte Zuzug der Leute seines Bruders blieb 
aus. Wahrscheinlich wollte der Herzog von Arcos bei der gemessenen Haltung der 
Herzogin von Medina in Sevilla doch nicht das Panier des Aufruhrs offen entfalten. 
Die Anhänger des Hauses Niebla täuschten die Leute des Don Luis durch das von 
ihnen gebrauchte Feldgeschrei viva el rey y la Comunidad, drangen in den Alcazar, 
bemächtigten sich selbst des Hauptes der Verschwörung, Don Luis, der leicht verwundet 
in das Gefängniss des Erzbischofs gebracht wurde, nach einiger Zeit aber entkam. 
Man wollte wissen, die Junta habe ihn durch ein gefälschtes Decret der Königin Juana 
befreit; er tauchte später im Heere Padilla's auf, sollte den Condestable in Becerril auf- 
halten, fiel aber in dessen Hände und verschwand im Kerker der Feste von Burgos. 
Die beiden Herzoge versöhnten sich und wetteiferten, in Schreiben an den König-Kaiser 
ihre lealtad zu bethätigen. Karl verlieh auch in Anerkennung der Verdienste des Hauses 
Niebla dem Herzoge von Medina drei Herrschaften, welche Don Fernando V., sein 
Grossvater, dem Hause Guzman entzogen. 4 In Betreff des Hauses Ponce aber wurden 



1 qu'escribiö un clerigo apasionado de la casa de Niebla, ilustrado por Dou Antonio Benitez de Lugo. Sevilla 1881. 

2 Höfler, Aufstand der castil. Städte, S. 101. Ueber die der Revolution sehr abgeneigten Städte Andalusiens 1. c. S. 91. 
^ Sonntag 17. Sept., sagt der Anonymus. Siehe hierüber die unten folgende Erörterung. 

■* Las fortalezas de Niebla, Sanlucar y Huelva de que habia sido privado el Rey D. Ferdinando, p. XXI. K. Karl bezahlte 
somit die ihm geleisteten Dienste nicht mit dem Gute der Rebellen, sondern dem der Krone. 



22 



Höfler. 



noch 152G bei dein Verhöre des Revolutionsbisohofs von Zamora, Don Antonio de Acuna, 
Letzterem Fragen vorgelegt, welche hinlänglich bewiesen, dass Uber das Benehmen des 
Herzogs von Arcos und sein Verhalten zu seinem Bruder Don Luis im Cabinete des 
Königs gar nicht die Ansicht vorwaltete, dass derselbe sich vollkommen gerechtfertigt 
habe. Don Juan prangt, der zwanzigste unter den vielen Namen derjenigen, die am 
28. October 1522 zu Valladolid als von der Amnestie ausgeschlossen verkündet wurden, 
doch erscheint er hierbei nicht als justiziado, als hingerichtet, wie Don Juan de Padilla 
und seine Genossen von Villalar. Die Frage, deren Beantwortung vor Allem interessirt, 
lautet nun einfach so: welche neue Thatsache gewinnen wir durch den discurso des 
ungenannten clerigo von Sevilla, namentlich über die Genesis des Aufstandes der comuni- 
dades? Hier hält sich der Unbekannte an die schon bekannten Thatsachen und begnügt 
sich, seinem Zwecke gemäss, die Zerwürfnisse in Sevilla darzuthun, welche dem Don 
Juan die Aussicht auf einen Erfolg seines Handstreiches gewähren konnten. Hiebei 
hebt er aber eine Thatsache hervor, deren Wichtigkeit dem Herausgeber nicht klar- 
geworden zu sein scheint. Ich habe wiederholt auf die eingenthiimliche Rolle auf- 
merksam gemacht, welche die conversos, die Judenchristen, bei dem Aufstande spielten, 
und dass der Condestable von Castilien geradezu ihnen und ihrem Hasse gegen die 
Dominikanermönche, als Organe der ihnen sehr aufsässigen Inquisition, die Hauptschuld 
des Aufstandes zuschreibt. In Sevilla, wo die Regierung in den Händen der sogenannten 
Yierundzwanzig lag, hatte das Benehmen der conversos den hijos dalgo, dem städtischen 
Adel, grossen Grund zur Unzufriedenheit gegeben, Schreiben waren an den König ge- 
richtet worden, Beschwerden des Inhaltes, dass es in Sevilla viele hijos dalgo gebe, 
die keinen Antheil am Regimente hätten, noch überhaupt ein Amt, sondern Alles 
in den Händen der conversos sich befinde, die die ganze Stadt regierten. 1 
Sevilla repräsentirte aber nach einer officiellen Aeusserung den dritten Theil des König- 
reiches, war der Kriegshafen des Reiches und der Sitz des eigentlichen spanischen Welt- 
handels. Dass hier die conversos dominirten, war bisher ganz unbekannt. Don Antonio 
Benitez de Lugo legt hierauf keinen Werth; ihm ist es nur darum zu thun, nachzu- 
weisen, dass auch Sevilla an dem Ruhme des Aufstandes theilnahm, während die grosse 
Theuerung der Lebensmittel, die damals in Sevilla herrschte, den mit der Uebermacht 
der conversos unzufriedenen hijos dalgo eine erwünschte Gelegenheit gab, die Herr- 
schaft von Sevilla jenen zu entreissen und in die eigenen Hände zu legen. Dieses ist 
in dem ganzen discurso von p. 49 — 127 die wichtigste Thatsache. Don Antonio publi- 
cirt dann im Anhange noch ein Paar Urkunden, unter Anderem ein Schreiben des 
Cardinalgobernadors an die Alagnifieos y muy nobles Senores el concejo asystente 
alcaldes mayores y Alguacyl mayor, veynta quatro cavalleros jurados de la cibdad de 
Sevilla s. d., aber von 1520, worin er ihnen für die Bestrafung der Aufgestandenen 
dankt (p. 141), sowie ein Schreiben des Almirantc gobernador aus Tordesillas vom 



Die Stelle lautet, nachdem von Don Juan Figueroa, seinem Bruder Don Francisco Ponce, dem tesorero Luis de Medina, 
wie Don .Juan de Guzman (welcher auch im Verzeichnisse vom 28. October 1522 prangt) die Rede war: que abian hordenado 
ciertas peticioues para enbiar al rrei y aquexarse que abia cn esta ciudad muchos hijos dalgo que no tenian rregimiento ni 
otra dignidad alguna por que todos estaban en manos de confessos, por los quales esta ciudad hera regida. 
p. .08. Später heisst es noch p. 121: los ynquisidores pregonaron avto y no se hizo por que dixeron los de la ciudad que 
si no lobie antes que se hizicse el avto que avian de dar tras de todos los confesos y assi lobio cosa terribile y dio mucho 
plazer a las gentes y bnxo el trigo por que avia subido hasta doze para la hanega. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



23 



7. December 1520, worin er Sevilla seiner Unterstützung versichert, 1 jedoch auch die 
sonderbaren Gründe angibt, warum er sich nicht als Governador unterzeichne, während 
er doch sich als solcher benehme. Die meisten anderen Urkunden sind Bergenroth's 
Supplementband entnommen, jedoch ohne dass der Name dieses Forschers im Archive von 
Simancas erwähnt worden wäre. Die für die Geschichte des Putsches so wichtigen Schreiben 
des Asistente, der Herzoge von Medina und Arcos an den Kaiser sind Don Antonio Benitez 
unbekannt geblieben. 2 Letzterer bemerkt gegen Ortiz de Zuniga, welcher den 16. Sep- 
tember als Ausbruch des Figueroa'schen Putsches bezeichnet, der Anonymus führe den 
17. September an und diesen müsse man somit annehmen; allein der Herausgeber bemerkt 
nicht, dass der discurso sagt domingo diez y siete dias del mes de Setiembre, 3 der 17. aber 
auf keinen Sonntag, sondern der dritte Sonntag im September auf den 16. fiel. Am Diens- 
tage war der Aufstand bereits beendigt und Don Juan im Gewahrsam des Erzbischofs. Die 
Hinrichtungen von Proletariern, die sich an ihn angeschlossen, folgten nach. Dass Ende 
October der Condestable und der Almirante sich in Birviesca (Briviesca) befanden, wie 
der clerigo p. 93 sagt, ist gleichfalls irrig; der Condestable wohl, aber nicht der Almi- 
rante. Miercoles dos dias del mes de henero (1521) war der 3. Januar, p. 111. Sabado 
diez y nueve del dicho mes (Januar 1521) p. 113 ist auch nicht richtig, da sechs Zeilen 
später biernes diez y nueve del dicho mes richtig angegeben ist. Der 19. Januar war 
ein Freitag, der 20. ein Sonnabend. Wenn es dann p. 114 heisst domingo siguiente 
veynte del dicho mes dia de San Sebastian, so wurde hier der Sonntag mit dem Sams- 
tage verwechselt. De Lugo hat das nicht beachtet. Für die Kenntnissnahme der Parteien 
in Sevilla, der Stellung des hohen Adels und der Versuche, welche an verschiedenen 
Orten gemacht wurden, Unruhe zu stiften, ist der discurso unstreitig von Wichtigkeit. 
Allein den Beweis, welchen Don Antonio Benitez damit liefern will, dass sich Sevilla an 
die Comunidad angeschlossen, liefert er nicht. Im Gegentheile, das loyale Verhalten des 
Herzogs von Medina hinderte den Herzog von Arcos, wenn er wirklich seinen Bruder 
zu unterstützen beabsichtigte, an dem Aufstande theilzunehmen, und erhielt Sevilla 
im Gehorsame unter der königlichen Regierung. Im Ganzen aber sieht man, dass das 
Beispiel, welches der ,primogenito del Conde de Vrena', Don Pedro Giron, gegeben, 
als er in seinem Erbstreite mit dem Herzoge von Medina-Sidonia sich auf Seite der 
Junta stellte, auch in Andalusien Nachfolge fand und mehr wie ein secundogenitus 
Lust hatte, im Trüben zu fischen. Nicht minder, dass einzelne Städte, wie namentlich 
Jaen die Gelegenheit ergriffen, ihre alten Privilegien, namentlich die Befreiung von 
der alcabala zur Geltung zu bringen und Spanien auf dem Punkte stand, sich in eine 
Anzahl von Gemeindewesen aufzulösen, die einander zuletzt feindlich gegenüber getreten 
wären und die Macht des Reiches vernichtet hätten. Castilien wäre dann vor lauter 
Freiheit in einen endlosen Bürgerkrieg, in ein politisches Chaos versenkt worden, das 
es unfähig gemacht hätte, irgend eine Rolle zu spielen, irgend ein Macht zu entfalten. 
Es ist um die Freiheit ein sehr schönes Ding; aber man kann mit der Freiheit auch 
sehr rasch zu Grunde gehen und zuletzt die Beute eines Nachbars werden, der seine 



1 Es schliesst: ya he escripto k vuestras mercedes la causa por que no firruo governador que es por que conviene para 
teuer credito con los del Reygno, pero en todo lo que sea ha de hazer proveo corao gobernador. 

2 Höfler, Monum. Hisp. II, S. 65. Hätte ich, als ich im letzten Winter die Eegesten herausgab, von der Existenz des 
clerigo eine Kunde haben können, so würde ich diese Schreiben wenigstens im grossen Auszuge bekannt gemacht haben. 

3 Wiederholt p. 81. Andere nehmen den 15. September an, was sich wohl auf die Vorbereitungen des Putsches bezog. 



24 



HöFLER. 



Macht im Stillen concentrirte. Und dieser Nachbar war bereits vorhanden und hat 
Karl V. das Leben sauer genug gemacht. Und das sollten denn doch die spanischen 
Geschichtsforscher bedenken, die die Machtfrage ganz übersehen und sich auf die Seite 
einer Revolution stellen, welche durch ihre eigenen Fehler und den offenen Landes- 
verrats gestürzt wurde, dessen die gefeierten Helden der Junteros sich schuldig machten. 
Dass Spanien sich an die Spitze der europäischen Staaten erschwang, ist nicht das Ver- 
dienst der Junteros, sondern K. Karls, welcher aber die Macht des Adels und der Städte 
brechen musste, um Spanien diese Stellung zu ermöglichen. Die Revolution, welche 
zugleich in Valencia, Sicilien und Castilien ausgebrochen war und sein Königthum mit 
französischer Hilfe bedrohte, wurde niedergeschlagen und auf ihren Trümmern erhob 
sich die Macht Karls und seines spanischen Königreiches. 



1521. 

1. 

Worms, 1. Januar. 

Schreiben des Kaisers an den consejo real. Der Kaiser beauftragt den Cardinal- 
Gobernador, nach Burgos zu gehen. 

Sandoval I, p. 309. Vergl. die Antwort des consejo vom 18. Januar 1521. 

2. Der Kaiser an den Condestable. 

Worms, 1. Januar. 

Schreibt über die capitulos de Burgos. Citirt vom Condestable am 21. Januar. 

•V 3. 

Tordesillas, 1 . Januar. (?) 

Der Cardinal und der Almirante richten im Auftrage des Kaisers die Aufforderung 
an Valladolid, zum Gehorsam zurückzukehren. 

Papeles de Simancas. 

4. Valladolid an Palencia. 

Valladolid, 2. Januar. (?) 

Die Stadt dankt der Stadt Palencia für die gute Aufnahme des Bischofs von Zamora. 

Pap. 

5. 

Valladolid, Anfangs Januar. 

Verteidigungsschrift der Stadt in Betreff ihres Verhaltens. 
Pap. 

G. Valladolid an Duenas. 

Valladolid, Anfangs Januar (2. Januar). 
Benachrichtigung der Ankunft Don Juans de Padilla und Aufforderung, der Junta 
zu gehorchen. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



25 



7. Yalladolid an Avila, Segovia, Salamanca, Toro, Zamora. 

Valladolid, 2. Januar. 

Aufforderung, ihre Contingente zu senden und Widerstrebende zu bestrafen. 
Pap. 

8. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 2. Januar. 

Verwendet sich für Dr. Zumel. Juan de Padilla stehe mit 1500 Mann zu Fuss, 
100 Lanzen und 9 Stück Artillerie in Yalladolid, Giron von Penafiel aus in Unter- 
handlung mit dem Almirante (que, schreibt er, con migo agora no se habla. Bien 
creerä V. M. que tengo 1 tanto enojo de haber errado a Vuestro servicio como de to- 
marme a Villalpando especialmente pues fue en cosa de ganarse Tordesillas. 

Pap. 

9. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 2. Ja_nuar. 

Er höre, dass man seinem Sohne, dem Grafen von Haro (in Tordesillas), allerhand 
Nachlässigkeiten zur Last lege. Er habe sich deshalb an den Comendador mayor 
gewendet, Sicheres zu erfahren. 

(Suplico ä V. M. me haga merced de enviarme el despacho de capitan general 
como gelo he enviado a suplicar pues como V. M. sabe es mio propio este oficio por ser 
yo vuestro condestable que cuando yo no estubiere embarazado como agora yo lo sirvire.) 

Pap. . - 

10. 

Valladolid, 2. Januar. 

Antwort der Stadt auf die Aufforderung der Gobernadoren. 
Pap. 

11. Yalladolid an Becerril, Sa. Maria del Campo, Presencio, Trechilla, Mahamud, Yillamediana, 
Maznecos, Fuentes de D. Bermudo, Cisneros, Nueve Yillas, Gapillas, Palacios, Boada, Boadilla, 

Yaladegenta. 

Valladolid, 2. und 3. Januar. 

Aufforderung, auszuharren und ihre Leute, die im feindlichen Heere seien, zurück- 
zurufen. 

Pap. 

12. 

Tordesillas, 3. Januar. 

Der Almirante übernimmt das Amt eines Gobernadors. 

13. 

Valladolid, 3. Januar. 

Auszug des Bischofs von Zamora, um Fuentes de Valdepero zu nehmen. 
Sandoval VIII, §. 14. Höfler, D. Antonio de Acufla, p. 44. 



1 Soll es nicht statt tengo: tiene heissen und sich der Satz auf Don Pedro Giron beziehen? 
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



4 



26 



Höfler. 



14. El Cardenal ä S. M. S. Ces. C. ß. Mat. 

Tordesillas, 4. Januar. 

Dende Medina de Rioseco escrivi ä 23 del pasado ä V. M. 1 y despues aviendo 
seguido el concierto y parecer que se tomö entre el Almirante y estos Caballeros me 
he venido a esta villa ä la cual llegue" vispera de S. Juan y no sin mucha fatiga por 
no avido oportunidad conveniente para verme con la reina N. S. 

Las cosas destos reinos no embargante la toma desta villa van todavia de mal en 
peor y ahora las veo en mayor peligro de perdicion de lo que hasta aqui. Estas comuni- 
dades levantadas hacen todas diligencias y con infinitas vejaciones procuran y se toman 
todos los dineros asi de las rentas reales y alcabalas como del servici-o y de la cruzada 
y sobresto anda Joan Osorio por el reino de Toledo con 80 lanzas en deservicio de 
V. M, y aun envian tambien ä otros por todos los lugares de Behetrias a que hagan 
lo mesmo yo avia sido de parecer que para obviar y ataiarlo que se enviasen ä estas 
behetrias 200 lanzas y como por aqua tenemos gran falta de dinero y la gente esta 
muy alcanzada sirve ya de mala gana y hacesele de mal ponerse en Camino y no piensa 
hacer poco en residir aqua, con el poco socorso de dinero que se les da. D. Pedro Giron 
ha asentado en un lugar que se dice Penafiel es menester que V. M. con toda celeridat 
nos mande enviar la cedula de perdon que ahora postreramente he escrito a V. A. para 
que ä dicho D. Pedro se pueda reducir ä lo debido ä su R. servicio. 

El obispo de Zamora 2 partiö de Valladolid y fue predicando mil desconciertos y 
liviandades en un lugar que se dice Duenas y dende alli se ha ido ä Palencia y es 
vuelto' de alla y diz que les ha dejado corregidor por la junta y malignado aquella ciudat 
y su comarca ä todo levantamiento y rebelion ä mas de lo que ya lo esta y ahora 
es en Valladolit y ha traido de Palencia 4000 duc. que dicen se tomö de las rentas 
reales y crea V. A. que en materia de dinero y en hacer otra cualquiera cosa mala, es 
mas la diligencia de dicho obispo que la de seis principales destos cavalleros para 
servicio de V. A. Aunque no embargante dichos desconciertos tenemos informacion de 
amigos y personas ciertas que el dicho obispo tornaria al servicio de V. M. si por 
carta V. A. le perdonase cualquiera cosa que hasta aqui haya fecho en deservicio de 
V. A. y danno destos reinos y si este obispo y el D. Pedro Giron alcanzasen perdon 
reduziendose al servicio de V. M. quitarse hian en grande manera las fuerzas ä los 
enemigos y desanimarse hian, mandelo ver V. A. que mucho cumple y venga luego el 
despacho para esto. Descit'rado : 

,E1 conde de ITaro se lleva con negligenza y muy flojamente en lo de la capitania 
general y eierto es gran inconveniente que esto cargo este en poder suyo, porque es 
ombre mozo de muy poca esperiencia mayormente en cosas de guerra, yo previne sobrello 
al Almirante y h los otros caballeros antes quel dicho Conde viniese ä Medina del 
Rioseco con la gente y todavia fueron de parecer y me importunaron le diese con- 
firmacion del dicho cargo, mas non obstante aquello V. A. deve proveer de algun 
otro capitan general y nuestra provision no es nada y para esto convendra mucho 
el Marques de Astorga o el conde de Albadeliste 6 Ruy Dias de Royas ques mas 
esperimentado que todos estos, al cual habemos sacado de Coca a parecer de todos 



1 Höfler, Mon. Hisp. I, n. XXXIV. 

2 Höfler, Don Antotiio Acuna, p. 43. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



27 



y cierto ha servido mucho y en esta jornada esta muy bien aca y mejor que er» 
otra parte.' 

,Entre estos caballeros que aca estan ay mucha division y parcialitad, que los 
mas tienen la del Condestable y los otros la del Almirante, de lo cual se ofrece gran 
confusion, los que toinan la del condestable aderezan en todo al conde de haro, y cuando 
algo se propone en consejo y les digo lo que me parece cumplir a servicio de V. M. 
ä tarde se conforman todos con ello a causa de la parcialitad de manera ques imposible 
concordarles, todos quieren entrar en consejo, y recrece dello gran inconveniente, y 
cuando por alguna cosa secreta conviene mudar algun apuntamiento, todos desean luego 
saberlo y con esto nunca liabria cosa secreta.' 

Hase echado fama publica por todos estos reinos que V. A. no quiere conceder el 
perdon general y juntarnente con ello que V. M. se ira ä Italia ä tomar las otras dos 
Coronas y que ahora se esta en Alemania con placeres y muchas fiestas y que no hace 
caso de Espana, las cuales dos cosas es a saber en creer firmamente los pueblos que no 
han de ser perdonados y que V. M. no lia de venir presto son grandisima causa destos 
levantamientos y mala secta y sin que dicho perdon general venga y se les de primero, 
crea V. A. que jamas Comunidat ni otra cualquier persona particular se reduciria a~ su 
real servicio y obediencia y si tubiesemos poder largo para perdonar facilmente se 
ganarian algunos y si de presto no los habemos todos tememos que alteraran el Andalusia 
como lo han fecho ya en alguna parte de la provincia de Lipuzcoa. Mucho cuinple 
al servicio de V. M. consentirnos el poder para perdonar a todos en general y en parti- 
cular como antes lo teniamos y para esto es mejor se nos envie otro poder de nuevo. 
Otramente crea que nunca se haria cosa buena y asi suplico a V. A. lo mande ver y piense 
que a esto no nos mueve otro fin sino el puro deseo que tenemos de procurar el ser- 
vicio de V. M. y la paz destos reinos aunque sin su Real presencia y presta venida no 
la habria cumplidamente. 

A los hombres darmas y ginetes de guarda que vinieron de los Gelves y que por 
no haber sido socorridos para sus necesidades se pasaron a los de la Junta, para atraerlos 
ä nuestra parte en servicio de V. A. y por privar ä los adversarios de gente de cavallo 
no solamente les avemos perdonado todos los crimines pasados con speranza que V. M. 
lo confirmara y terna por bien, pero aun les havemos ofrecido cumplimento de paga de 
todo lo que se les deve, lo que cierto nos pone en grandisima necesidad asi por la 
falta que tenemos de dinero como por ser mucha suma la que se les ha de dar y para 
que hayamos algun remedio y socorro de dinero ha escrito el almirante e yo tambien 
ä toda instancia e importunacion suya al Hey de Portugal que inipreste a V. A. otros 
50000 ducados los cuales creemos que no emprestarä sin que V. M. le scriva sobrellos 
muy encarecidamente y con agradecimiento de lo pasado y pues V. A. ve que sin dinero 
no se podria sostener gente de cavallo ni de pie suplico a V. A. mande scrivir de muy 
buena tinta acerca de esto al susodicho Key de Portugal y tambien ä Juan Rodriguez 
su embajador que aqua reside agradeciendole los servicios que ä V. M. hace que cierto 
en todo lo quo puede nos ayuda en esto y en lo demas que vea cumplir al servicio 
de V. A. 

La ciudad de Jaen nos ha scrito con persona propia pidiendo tres cosas, es ä saver 
perdon general de todo lo pasado y que no se de corregidor ä la dicha ciudad por 
algunos dias e que se les confirmen todos sus privilegios entre los cuales hay dos, el uno 

4* 



2 s 



Höfleu. 



de no pagar alcabalas y el otro de mercado franeo, mandelo ver V. A. y scrivirnos de 
lo que se deva responder. 

Juan de Padilla ha venido de Toledo con 85 lancas y 1700 infantes y ha pasado 
por Medina del Carupo y dende alli se ha llevado 2 piezas de artilleria gruesas de la 
de V. A. y 10 otras pequefias y con todo esto se fue ä Valladolid donde entre el postrero 
de Diciembre y hanle recibido alli con grandisima fiesta y solemnidat como si le 
viniera Dios del cielo por lo cual ha dado tanto anirno ä las otras ciudades y villas 
levantadas que ya todas han acordado de le enviar socorro y dizen que amenaza de ir 
sobre Medina de Rioseco y otros lugares de Grandes y aun de venirnos c4 visitar aqua. 
El conde de Salvatierra se ha declarado por los de la Junta segun que mas largamente 
creo lo habra« entendido V. A. por carta del Condestable. 

Los 12000 ducados que estan depositados en la tabla de Barcelona no veo manera 
con que se pudiesen aplicar a V. M. aun creo que aquella ciudat no los dejaria sacar 
sin que se comprasen dellos rentas para la sustentacion de aquella inquisicion que casi 
esta destruida y viven los oficialcs della de algunas miserias a causa de la remision 
que V. M. hizo de lo que se devia ä aquel S° oficio ques en suma de 350 ö 400 ducados 
y si los dichos 12000 duc. se tomasen sin hacer la renta, crea V. A. que abria tanta 
infamia y murmuracion en aquella tierra y otras partes de cristianos de donde se podrian 
por ello recrecer escandalos en aquel principado y todos aquellos reinos que en ninguna 
manera nie parece que se deve tentar y pienso que no jelo aconsejarian personas zelosas 
del servicio de Dios y de V. M. 

Despues de escrito lo susodicho ayer el Almirante aceptö la gobernacion de lo 
cual en verdat he habido mucho placer por lo que cumple al servicio de V. M. aun que 
peso a algunos destos caballeros diz que tiene pensamiento de enviar luego a D. Pedro 
de la Cueva ä V. A. para que larga y particularmente le informe de las cosas destos 
reinos. Lope Hurtado scrive muy bien aqua y ' acordamos de no inviarle hasta que 
veamos cn que parara la venida de Joan de Padilla y lo de Valladolid. 

Don Luis de Peralta hijo del marques de Falces es vuelto oy de Portugal y dice 
que el Rey estä muy maravillado y mucho mas la serenisima ßeina como V. M. no le 
-n ibe sobre las cosas destos reinos, las cuales siente tanto como si fuesen en los propios 
suyos y dicen, que facilmente se pornian en procurar la paz y asiento dellos si V. M. 
les pusiese en ello y cierto todos los grandes y prudentes stan en la mesma admiracion 
y de sus secretarios como en tanta necesitad no lo acuerdan h V. M. y ya dicen que 
parece Lo dejan de hacer por que puedan ahorrar acerca desto papel y tinta ä V. M. 
envio con esta la carta quo el conde de Benevente me ha scrito acerca dello. 

Kl condestable cuando hizo traer el artileria de Navarra ä Burgos provitf del cargo 
de Mastre della ä Herrera Alcaide de Pamplona de lo cual se queja mucho Diego de 
Vera por aver servido tantos afios aquel cargo y por no ser privado del por justicia ni 
tampoco como dice aver merecido que se la aya quitado que en los Gerves ha servido 
;i V. M. tan singulannente <jue sin el quiza todo fuera perdido y dizese que es de tanta 
esperiencia en cosas de artileria que todos los del reino le otorgan en ello avantaia 
y creese que si quisiese ir ;i Francia 6 en otra parte que seria alla bien recibido, perö 
yo le detengo con muy buenas palabras y asi es menester y cumple que V. A. no permita 
que en su oficio reciba agravio. Kl lieenciado Vargas tiene enoio con dicho Diego de 
Vera por La fortaleza de Madrit, mas &egun lo que puedo entender daquello el mismo 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



29 



Diego de Vera no tiene culpa ninguna en ello que yo le escribi con parecer de todos 
los del consejo que no hicicse cosa alguna a fuerza darmas contra Madrit. 

El Nuncio de N.° muy S° Padre que reside aqua ha siempre muy bien servido k 
V. M. con mucha lealdat y nunca nos deja antes continuamente le sirve en todo lo que 
puede ansi como k la persona de su Santidat. Parece que ha entendido que de la 
corte de V. A. se ha scrito a S. Santidat que se ha confederado con los de la junta, 
de lo cual dicho nuncio esta en grande manera currido, y cierto tiene razon dello por 
que sus obras y el entero zelo y aficion que tiene ä servicio de V. M. muestran todo 
lo contrario de lo que diz que se ha scrito y como testigo de vista certifico a Y. A. 
desto, y que es persona de muy buenas partes prudente y de autoridat, y asi suplico 
a V. M. le mande scrivir agradeciendole sus servicios con muchos ofrecimientos y de 
manera que quede saneado y satisfecho de su buena y recta intincion como es razon 
y se le deve y conosca que por mi carta ha sido V. M. informado de la verdat de 
todo esto. Arriba he dicho como el conde de Salvatierra se ha declarado contra S. M. 
y ahora nie dixieron como ha aceptado cargo de ser capitan general de la Junta de las 
comunidades en Alava y sus comarcas y que anda con gente en este proposito para 
cuya resistencia ya se ha aca proveido todo lo posible. Lo que ahora se ha dezir es 
acordar ä V. A. lo que le cumple en este caso como lo deseo en todos y es que este 
conde merecia perder su estado por este delito el cual le tiene en tres partes muy impor- 
tantes a V. M. En Ala\a diz que es honrado e muy importante por estar en frontera 
y de muy grandes calidades por las cuales la Reina Isabel que haya gloria la deseo 
aver para su Corona y pues Dios la trae que V. M. la cobre no la da k ninguno ni se 
descuide con otros negocios deste que tanto le cumple. El otro estado tiene deste cerca 
de la ciudat de Orduna que es en Yiscaya con el cual tiene opresa aquella ciudat y tierra, 
vernia muy bien dar por tierra a aquella ciudat las aldeas y tierra que tiene en aquella 
comarca el dicho conde, de la cual ciudat lue aquello antiquamente. 

Tiene asimismo cerca de Valladolit una villa bien populosa y con buena fortaleza 
que se llama Empudia importa mucho para V a Corona Real y mas por estar donde esta. 
Suplico ä V. M. que no disponga de los estados del dicho conde salvo que los incorpore 
en su patrimonia Real y esto ternan k V. M. ansi bien todos los destos reinos por que 
a todos les pesa destar la Corona Real tan enaienada y les placera de su 
restauracion. 

Aqui estamos todos spontados del poco scrivir que Y. A. nos hace y todo el mundo 
sta marevillado dello y lo hablan; cierto es grandisimo inconveniente que Y. M. no 
mande responderme k todo lo que con muchas postas le tengo scfito que tambien algunos 
particulares me importunan sobre la respuesta de lo que escrivi ä V. A. en negocios 
dellos y como no puedo respondeidos si no que no tengo cartas de V. A., enoianse de 
ello y aun no creen todos tanta tardanza que la postrera carta que he recibido es 
de 7 Noviembre. 

Por otras he escrito k V. M. los cualidades e doctrina y servicios del Dr. Manso 
del conseio de la santa y general inquisicion y cuanto es persona de buena y honesta 
vida y acepto y bien quisto en estos reinos, y por que ahora segun entiendo esta vaco 
el obispado de Guadix que diz que vale tan solamente 400.000 mar. y no tiene aquella 
iglesia otra renta ni beneficios de proveer y dicho obispado staria muy bien en persona 
de dicho Doctor, suplico a V. A. que habiendo en todo esto el respecto que es razon 



30 



Höfler. 



y se le deve y que pues en los que postreramente vacaron de Almeria y Mondafiedo 
no huvo lugar que este Doctor fuese promovido paral uno de los dos susodichos tenga 
V. M. por bien de le hacer merced deste de Guadix que vale tan poco que en verdat 
mas que por los respectos susodichos sera muy bien empleado en el. 

Con otra posta se ha enviado ä Y. A. la cedula que el duque de Bejar pide de 
Y. M. sobre los 10000 ducados que le ernpresta, es menester que V. A. la niande enviar 
despechada con toda celeridat que otramente quedaria dicho duque mal contento de los 
5000 duc. que nos ha dado y sin dicha cedula no nos daria los otros 5000. 

Don Juan Manrique hijo del duque de Najera pide la Coronelia de la Infanteria 
con que ha venido de Navarra que son 600 soldados viejos. Y. M. le es obligado que 
cierto es muy buen cavallero aunque mancebo y de poca edat que es de 18 annos y 
por que muchas vecas he oido de los del consejo de guerra que el rey catolico en dar 
cargos de coronel huvo muchos danos y se arrepentiö haber fecho coroneles, vea V. A. 
de que se podra el dicho D. Juan gratificar y si no hubiera lugar de proveerse en 
este cargo, suplico a Y. M. sea en algun otro honrado conforme a la cualidat y persona 
del dicho Don Juan. Guarde N. S. 

Cerrada ä 5 del mismo por que se han separado las cartas del Almirante que van 

con esta para V. M. . Tr , i i,i 

1 Votre tres humble serviteur . ^ -p. 

A Uard. Dertusen. 

15. Valladolid an Donna Maria de Velasco. 

Valladolid, 5. Januar. 

Bittet, zwei Falconeten zu leihen. 

Pap. 

16. 

Worms, G. Januar. 

Tod des Erzbischofs von Toledo, Cardinais Wilhelm von Croy. (Öbiit Croyus puer, 
capri Onoctorali nepos Toletanus Archiepiscopus. P. Mart. n. 711.) 
Gacliard p. 243. 

17. El Condestable an S. M. 

Burgos, 7. Januar. 

Bedauert, dass dem Kaiser Alles schlecht erscheine, was er thue. 
* A V. M. le deve aver parecido mal todo lo que por mi mano se ordena pesa me 
en cl alma que vagan las cosas destos vuestros reynos de manera que podria ser que 
ä V. M. no le pareciese. consejo tan errado el que yo he levado hasta qui, creo que el 
Almirante acetara la gobernacion con esto que Y. M. agora le escrive y juntos el y el 
* !ardena] podre yo servir a V. M. con menos pesadumbre lo desta ciudad, no se en lo 
que parara por lo que se sostiene k fuerza especialmente no teniendo la justicia ni 
fortaleza pocos dias puede star seguro de lo cual dara mas larga cuenda ä Y. M. mi 
sobrino Figueredu. 
Pap. 

18. 

Valladolid, 7. Januar. 

Depesche an Avila, Segovia, Salamanca, Toro, Zamora, Leon, ihre Contingente dem 
Don Juan de Padilla zuzusenden. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regiertjngsjahre K. Karls V. 



31 



19. Yalladolid an Toledo. 

Valladolid, 7. Januar. 

Freude über Padilla's Ankunft. Toledo möge ihn beauftragen, das Heer des König- 
reiches und Valladolids zu übernehmen. 
Pap. 

20. Yalladolid' an Don Pedro G-iron. 

Valladolid, 7. Januar. 

Manifestando su sentimiento por lo que dicen los detractores que se halla satisfecho 
de su leal modo de proceder. 

Pap. 

21. Don Juan Manuel solicitador en la corte del emperador al Marques de Yelez. 

Worms, 8. Januar. 

Meldet den Tod des Cardinais von Croy. 

Gacliard, 1. c. 

22. El Cardenal ä S. M. 

Tordesillas, 8. Januar. 

Ankunft der kaiserlichen Depeschen vom 7. December (que Juan de Padilla procura 
tomar para si el maestrazgo de Santjago y el de Calatrava ä su hermano que yo lo se 
da parte cierta). 

Pap. 

23. Yalladolid an Cuenca. 

Valladolid, 8. Januar. 

Sie möge ihre Procuratoren hieher senden, den Schreiben der Cavalleros in Torde- 
sillas kein Grehör schenken und dafür Sorge tragen, dass ihre Kaufleute die Märkte 
(ferias) von Valladolid und nicht Villaleon und ßioseco besuchen (participando la toma 
de Tordesillas y los esercitos que se habian reunido para procurar el castigo de este 
suceso per lo cual contaban con su cooperacion). 

Pap. 

24. Yalladolid an Carrion. 

Valladolid, 8. Januar. 

Die Stadt möge alle Verdächtigen vertreiben, wie das Valladolid und die anderen 
Städte bereits gethan. 
Pap. 

25. Yalladolid an Soria. 

Valladolid, 8. Januar. 

Die Stadt möge sich mit den andreren Städten conföderiren und den Versprechungen 
der Anderen, wie sich am Condestable gezeigt, nicht trauen. 
Pap. 

26. Yalladolid an die Städte des Königreiches. 

Valladolid, 8. Januar. 

(que concurran a las ferias de Cuaresma y Setiembre que alli se celebran los merca- 
dores de dichas poblaciones y no a los lugares de los grandes sus contrarios.) 
Pap. 



32 



Höfler. 



27. Valladolid an den Herzog von Infantado. 

Valladolid, 8. Januar. 

Er möge der Stadt Hilfe leisten in dem Bestreben, das Königreich von seinen 
Lasten zu befreien, und sich nicht an die Caballeros in Tordesillas anschliessen. 

Pap. 

28. Valladolid an Guadalajara. 

Valladolid, 8. Januar. 

Die Stadt möge ihre Procuratoren hieher senden (que recunidos a los de las otras 
ciudades que alli residen entiendan en el remedio de los malos del reino). 

Pap. 

29. Don Juan Manuel solicitador en la corte del Emperador por el Marques de Velez. 

Worms, 8. Januar. 

Refiriando lo ocurido entre el Marques de Aguilar y Mr. de Xebres ä consecuencia 
de haber dicho este ä aquel que el rey trataba de sosuzgar y castigar k las comuni- 
dades y sus valedores trayendo consigo una considerable fuerza de Alemanes. 

Pap. 

30. Derselbe an denselben. 

Worms, 8. Januar. 

Participando la muerte del Cardenal de Croy y que antes habia ido el Rey a im 
convento a mandar hacer una procesion y a rogar a Dios que le diese salud. Que 
habian dicho que resignö el Arzobispado en su hermano el arzobispo de Cambray y 
que obtenido el consentimiento del Rey salieron los correos para Roma. 

Pap. 

31. Antonio de Sepulveda an den Kaiser. 

Aranda de Duero, 9. Januar. 
Entschuldigt das Benehmen der Stadt Aranda dem Don Frances de Viamont (Capitan 
der von den Gelven heimkehrenden Truppen) gegenüber. 
Pap. 

32. Gutiere Lopez de Padilla (der Vater) an K. Karl. 

Porcuna, 10. Januar. 

Diciendo haberle escrito luego que saliö de Toledo el estado en que dejaba alli 
las cosas y que a causa de no poder hacer nada en ellas habia ido ä aquellos lugares 
para impedir que el conde de Vrena se apoderase de las fortalezas que tenia a su cargo 
del mismo modo que de las villas y dar titulo de maestre (Grossmeister) ä im hijo suyo. 

Pap. 

33. Don Pedro Manrique an* den Condestable. 

Paredes, 11. Januar. 

Er werde die Feste Paredes so lange als möglich halten. 

Pap. 

34. 

Worms, 11. Januar. 

K. Karl benachrichtigt Papst Leo X. von dem Tode des am 6. Januar verstorbenen 
( lardinals de Croy, Neffen des Herrn v. Chievres. 
Gachard, Corrcsp. p. 24.'3. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



33 



35. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 11. Januar. 

Der Bischof von Zarnora durchziehe das Land, sengend, brennend und Alles in 
Aufruhr setzend, — el obispo de Zamora anda agora poniendo, todo el fuego que paede 
en la parte de campos y como trae la voz de Comunidad no llega en parte donde no 
se le salen ä resebir con candelas encandidas, tiene toda la tierra alborotada. 

Pap. 

36. Schreiben Lope de Hurtado's an den Kaiser. 1 

Tordesillas, 13. (8.) Januar. 

Pap. 

37. Der Cardinal an den Kaiser 

Tordesillas, 14. Januar. 

über eine Unterredung mit dem Almirante zu Gunsten der Toledaner. 
Siehe Schreiben vom 15. Januar. — Pap. 

38. Der Comendador Torremocha. 

... 14. Januar. 

Dando noticia de los proyectos del Prior de Veles y Juan de Padilla sobre impetrar 
la revocaion de las bulas de los maestrazgos y elegir por maestre ä este ultimo. 
Pap. 

39. Valladolid an Segovia. 

Valladolid, 14. Januar. 

Bestärkung in ihrer Gesinnung und Aufforderung in Betreff der Kaufleute, wie 
an Cuenca u. A. 
Pap. 

40. Meneses Bobadilla an den Kaiser. 

Pina, 14. Januar. 

Nachdem die Eroberung von Tordesillas die Ruhe nicht herzustellen vermocht, sei 
des Kaisers Ankunft mit einem Heere nothwendig. 
Pap. 

41. Der Marques de Mondejar an den Kaiser. 

Alambra, 14. Januar. 

Er sende Diego de Zarate als Augenzeugen der Vorgänge im Königreich Granada 
an den Kaiser ab. 
Pap. 

42. Der Bischof von Burgos an den Kaiser. 

Astorga, 1 5. Januar. 

Der Kaiser möge die Vereinbarung des Condestable mit Burgos bestätigen. Schreibt 
über sein eigenes Schicksal. Anfänglich hätten königliche Beamte öffentlich oder heim- 
lich die Revolution unterstützt. Die Marquesa von Aguilar verweigere noch jetzt die 
Auslieferung von Piken. 

(Tenga V. M. por muy cierto que en los principios deste nombre de Comunidad 
se vistiö tanta gente que al que menos cupo de la librea le cupo una caperuca con 



1 Fehlt bei Bergenroth. 
Denkschriften der phiL-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



5 



34 



HuFLEK. 



que se les trastornase el seso de la cabeza y creyesen que estos avian de tener tanto 
podcr que avian de salir con toda la maldad que avian coruencado y muehos por que 
pensaban ganar en ello y otros de miedo y enganados creyendo que todas las cosas 
avian de llevar eon el acatamiento que devian y que avian de conseguir muchas liber- 
tades los signieron y quedaron a V. M. muy pocos servidores en toda manera de gente. 
Entre los cuales el mas determinado desde el primer dias fue el Marques de Astorga 
que lo escriviö a muehos grandes de Castilla y el Condestable le respondiö muy bien 
a ello. v el Conde de Lemos que Dios perdone y el Conde de Alva.) 

Pap. 

43. Conferenz der beiden Gobernadoren. 

Tordesillas, 16. Januar. 

Es solle aus den Garnisonen der Festungen ein Heer gebildet werden, das das 
Heer der Junta angreife, welche sich täglich mindere. 
Bergenrotli Suppl. nr. 80. 

44. 

Tordesillas, 1 6. Januar. 

'Weitläufiger Bericht des Grafen von Haro an den Kaiser über die bisherige Krieg- 
führung. Die Wuth der Junteros könne durch nichts beschwichtigt werden. 

Pap. 

45. Der Cardinal-Gobernador an den Kaiser. 1 

Tordesillas, 16. Januar. 

Die Granden befürchteten den Aufstand der Ihrigen, den Verlust ihrer Ländereien, 
offen werde gesagt, käme der Kaiser nicht, so würden sie mit dem Volke gemein- 
same Sache machen. Er habe die Königin noch nicht gesehen. Er selbst habe kaum 
zu leben. — — 

En lo de la salud de la Reina, Dios sabe que me pesa no averme visto con S. A. 
ea siempre se escusa que estä indispuesta e no quiero importunar sobre esto h S. A. 
por no enoiarla. La S a Infanta sta muy buena benedeto Dios. 

Las cartas que venian para los grandes se han enviado y siempre V. M. los deve 
mandar scrivir que tanto es el temor que tienen que casi parece que stan sometidos 
a las comunidades por lo que se recelan de levantamiento de sus tieras que no osan 
azer Cosa alguna que sea en descontentamiento del pueblo y muehos dellos dicen llana- 
mentc quo si V. A. se detiene y no viene luego que se concertaran con el pueblo. 
Lo quo V. A. manda le scriva de las personas que han sido causa y prineipio destos 
levantamientos, me parece que por ahora no se deve encomendar ä la penyola y asi 
suplico ä V. M. tenga por bien que esta materia quede para la vista. 

Decifrada: 

Quando ostabamos en Santjago yo dije ä V. A. que avia perdido el amor de todos 
estos pueblo; yo no lo oreia y ahora lo vc por esperiencia que pocos o ningunos hay 
que le sirvan con voluntad, mas casi todos por sus intereses para que no pierdan lo 
que poseeu de la Corona o para que ganen algunas haciendas o quitaciones y si no 
Fuese man ifi esto a los grandes que la intencion de las comunidades es desear que final- 

I Dieser Brief wurde Von dem Bischöfe von Zamora aufgefangen und in Valladolid bis auf die cliiffrirten Stellen publicirt. 
Vgl. 1'. Martyr, Epist. 718, wo er im lateinischen Auszüge vorhanden ist. Ueber den Inhalt: Höf ler. Aufstand, S. 178. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



35 



Diente todo lo que esta enajenaclo de la Corona real'tome ä ella para que con esto pudiesen 
quedar perpetuamente libres del servicio y pagar poco del alcabalas como en tienipo 
de la Reina D a Isabel de gloriosa memoria creo verdaderamente que todos se hubieran 
concertado con las comunidadas y que ovieran dejado la parte de V. M. y como 
tienen esto por tan cierto muchos dellos recelan tanto que sus tierras no se les alcen 
por las comunidades que no osan ofrescer ni traer socorro ni ayuda a V. M. aunque fuese 
a costa de V. M. por que ahora V. A. paga ä todos los de cavallo y de pie y a la gente 
que los de aca han traido en este tiempo no les pagan lo que les suelen dar en sus casas. 

El Almirante teme en gran menera de perder a Medina (de Rio seco) y ä Torre 
de Lobaton y a Castromonte y en Medina ay 1300 asturianos ä costa de V. M. mas 
ahora los 800 dellos van con 1). Frances de Beamonte con 300 lanzas ä impedir quel 
obispo de Zamora no sojusgue ä, la junta o comunidades tierra de campos como lo ha 
empezado, el temor de decho Almirante enoja en gran manera ä muchos por que da 
causa que los otros toman las haciendas de los que bien sirven ä V. M. robando cuanto 
hallan y los nuestros no pueden tentar contra ellos algo desto y ä esta causa muchos 
se (de) nos han ido y juntadose con ellos. Muchas veces se han concertado que Valla- 
dolid y las otras villas e ciudades levantadas se oviesen de requerir que tornasen a 
obediencia de V. M. otramente que se les diese batalla y por dicha causa siempre la 
cosa se alarga. Aca veo la mesma pestilencia que algunos veces he visto en estas partes 
y cuando se les aprieta algo para hacer contra los enemigos, siempre falta dinero para 
la paga de la gente la cual sin ella no quiere facer nada, y cuando son pagados 
ponense en lo que han de hacer y despues vanse. Tenemos el capitan general tan 
frio 1 que parece yelo que cierto es muy mas negligente de lo que conviene para el 
bien de los negocios, que ni las cosas de V. M. ni negocio proprio suyo es parte para 
desvelar ni le hacer diligente en lo que toca a su oficio, y aunque sobre esto sus 
amigos el Marques de Denia el Conde de Miranda y el comendador mayor de Castilla 
y yo le digamos nuestro parecer, no aprovecha nada. El Condestable temiendo el 
levantamiento de Burgos por no aver firmado V. Mi los capitulos, pide que le enviemos 
gente y nosotros por las necesidades que aca hay no solamente le pedimos gente mas 
aun dinero de manera que con esto los unos a los otros damos causa de desperacion. 
Un religioso de la orden de los predicadores de Segovia que es tenido en mucha 
autoridad en los pueblos dize que la intencion de las comunidades esta fundada en 
que primieramente V. M. sea despoiado de la autoridad y Corona Real y que despues 
hallandose que V. M. se pudiere escusar de las estorsiones fechas al reino y que sea 
abile V. M. para gobernar que con mucha voluntad le tornaran a la dicha Corona, y 
dizen que entre V. M. y la reina ha esta diferencia, que V. A. es menos prudente que 
ella y firma y que S. A. es mas sabia y que no quiere firmar. 

Creame V. M. que si no empezare con mas diligencia por si mesmo de entender 
en los negocios y no despacharlos so la mano de otros que nunca Espana le terna ver- 
dadero amor ni acatara su real autoridad y persona como se le deve. — Fama publica es 
que una de las principales cosas que han causado estos levantamientos ha sido la mala 
Provision que de muchos inabiles se hizo para los corregimientos. — Aunque tengamos 
aca el poder limitado, mas pues no nie limito en decir verdades solas dos. Le suplico 



1 El Conde de Haro. 



5* 



Höfler. 



que mc oya. La una es que muy poco ha ganado V. M. en querer que los destos reyno-s 
vayan ä comprar los officios dellos ä Flandes manteniendo los mesmos de Francia y 
aunque cerca desto me podria mas alargar, ceso por buen respeto. La otra es que en 
tanto V. M. no sera bien servido en las cosas de guerra en cuanto no diere los capi- 
tanlas y fortalezas a quien las sirva en persona, y proveyere ä una persona de mas 
de un oficio y un entonces teniendo fin a proveer el oficio y no la persona y si el no 
se haber fecho esto asi ha aprovechado ä Vuestra honra y servicio 6 no, yo me remito 
ä la esperiencia. — 

Ayer noche vino de Valladolid el obispo de Audicia al Almirante y ä mi con carta 
del generale de la orden de los predicadores exortandonos quisieremos soltar de la 
carcel a los proeuradores de la junta que aea estan presos que con ello speraba que 
se podria procurar paz y que entre las otras cosas tuvö comision de I). Pero Laso que 
si quisiesemos procurar que dentro de cierto tiempo V. M. confirmase los capitulos con 
condicion, que si no los confirmare, nos libremos de la gobernacion o que no nos entro- 
metiesemos mas en cosas della que con esto se podria tomar concierto. Sobresto el mesmo 
obispo nos dijo que el rey catolico y la reina D. Isabel]a cuando empezaron de gobernar, 
promctieron mucho mas al reino en unas cortes que tubieron en Madrigal y que 
despues entre pocos anos-lo revocaron todo en otras cortes de Toledo. - — 

Por servicios que el Alcalde Lerma ha fecho ä V. M. le ha dado el obispo de 
Zamora en pago que le ha tomado la mayor parte de su hacienda y ä su muger y 
criados ha sido caso feo y de los que acostumbra sin jamas parar. Suplico a V. A. 
mande escrivir al dicho Alcalde haciendole saber como lo ha entendido por mi carta 
con los ofrecimientos de mercedes que se le daben. — 

Pap. 

46. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 17. Januar. 

Beklagt Padilla. 

Misereor ego Padillae quem ominor cito lapsurum praecipitem. Jam nescit et ipse 
quo tendat. Licet parum sapiens incipit intelligere quam vanae sint populäres anrae col- 
legarum (I). Petri Gironis et D. Petri Lassi) exemplis edoctus. 

Epist. 710. 

47. 

S. d. 

Der Kaiser befiehlt den Gobernadoren, in Burgos zusammenzukommen. 

Citirt von Vargas am 22. Januar. 

48. 

Tordesillas, 17. Januar. 

Relation des Lic. Polanco an den Kaiser über die Dinge in Tordesillas. Der Al- 
mirante habe die Gobcrnadorstelle angenommen. 

Pergenroth, Suppl, nr. 50, p. 356. 

4!). Der Comendador mayor de Leon (an den Kaiser). 

Alva, 17. Januar. 

Dass er, statt -nach der Provinz Leon zu gehen, in Alva bleiben werde. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



37 



50. Der Präsident des königlichen Rathes an den Kaiser (eigentlich der königliche Rath). 

Burgos, 18. Januar. 

Schreibt über die Lage der Dinge, das Raubsystem des Bischofs von Zamora. (Infiel 
enemigo de Dios de V. M. y de su patria.) Viele Procuradoren und viel Volk seien in 
Valladolid vereinigt. 

Pap. 

51. Der Condestahle an den Kaiser. 

Burg08, 18. Januar. 

Empfiehlt den Lic. Paz, alcalde mayor del Adelantamiento de Castilla. 
Pap. 

52. El duque de Mirnada an den Kaiser. 

Tordesillas, 18. Januar. 

Erbietet sich zu neuen Diensten. 
Pap. 

53. Ebenso. 

Tordesillas, 18. Januar. 

Encareciendo la necesitad de que se provean sin demora los obispados. 
Pap. 

54. Der Lic. Alarcon an Cohos (Secretär des Kaisers). 

Tordesillas? 20. Januar. 

Stellt die Nothwendigkeit dar, einen energischen Generalcapitan statt des Grafen 
von Haro zu ernennen. 
Pap. 

55. Der Adelantado de Granada an den Kaiser. 

Maqueda, 20. Januar. 

Er könne leider den Ort nicht verlassen. 
Pap. 

56. Der duque de Bejar an den Kaiser. 

Bejar, 20. Januar. 

Der Kaiser möge selbst kommen, um sich zu überzeugen, ob die Granden lässig 
sind oder nicht. 
Pap. 

57. Der Condestahle an den Kaiser. 

Burgos, 21. Januar. 

Ist sehr unzufrieden mit dem kaiserlichen Erlasse. Betont die Nothwendigkeit einer 
Vereinigung der Gobernadoren. Bittet, Dr. Zumel in den consejo aufzunehmen. 

Recibi tres cartas de V. M. de 1° de Enero en lo que toca ä los capitulos de Burgos 
ya V. M. habra visto ä Figueredo el cual habrä informado de la manera que en este 
ciudad fue recebida la respuesta de V. M. yo he corrido aqui arta tormenta, lo que mas 
siento es que pierde V. M. mas en lo que ä esta ciudad da que no en lo que ella pide 
y estan las cosas en estos vuestros reinos de manera que plega ä Dios que no remedie 
V. M. con algun trabajo lo que agora se pudiera remediar con poco. — — 

Pap. 



38 



Höfler. 



58. Der Graf von lieva an den Kaiser. 

Burgos, 21. Januar. 

Bisher krank, habe er jetzt seine Dienste dem Condestable angeboten. 
Pap. 



59. 



Burgos, 21. Januar. 



Aufstand gegen den Condestable. 
Höiler, D. Juan de Acuüa, p. 46. 

60. 

Valladolid, 21. Januar. 

Aufstand, um den Abzug der chancellaria zu verhindern. 

Pap., 1. Februar. 

61. 

Empudia, 21. Januar. 

Juan de Padilla bemächtigt sich des Ortes und brandschatzt Torre de Mormojoan. 
Schreiben des Cardinais vom 22. Januar. 

62. Der Almirante an den Kaiser. 

Tordesillas, 22. Januar. 

Sucht den Kaiser für einen perdon de los estravios de sus subditos zu gewinnen. 
Pap. 

63. Carta decifrada de Zuazola. 

22. Januar. 

Ueber die Lage der Dinge. Die Granden Wünschten den Frieden, um ihre Be- 
sitzungen nicht zu verlieren, während sie anfänglich den Krieg, wo nicht angezettelt, 
doch gewünscht hätten. 

(El Cardenal esta mas encogido que todos y creo que no concedera cosa que na 
se deve conceder. 

Crea que esta Senora de Espana siempre porna cuernos con este enamorado de 
comunidades o con otros galanes y competidores de nuevas invenciones.) — 

Pap. 

64. Lic. Vargas an den Kaiser. 

Burgos, 22. Januar. 

Bericht über die Lage der Dinge und die Vorgänge in Burgos. Der Aufstand in 
Burgos am 21. sei von Padilla, dem Bischöfe und dem Grafen von Salvatierra angestiftet. 
Nur von der Vereinigung der Gobernadoren sei Heil zu erwarten. 

Luego de rnauana en saliendo ä la plaza el condestable enviö ä las vecindades 
ä (lailos prisa quo lo diesen luego la respuesta ä su requerimiento por que se temia 
que les vernia socorro del obispo de Qamora ^ ue g^tea en Campos obra de 20 leguar 
de aqui y Juan de Padilla con cl que le avia enviado el dia antes correos y asi mismo 
esperaba socorro del conde de Salvatierra que staba 8 leguas de aqui con 2000 hombres 
ä quien asi mismo .avia enviado correos. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahbe K. Karls V. 



39 



65. Gromez de Santllian an den Kaiser. 

Tordesillas, 22. Januar. 

Wünscht die Ankunft K. Karls. 
Pap. 

66. Lope Hurtado an den Kaiser. 

Tordesillas, 22. Januar. 

Bericht über das Gefecht bei Torre de Mormojon. Der Almirante weigere sich, nach 
Burgos zu gehen. 
Pap. 

67. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 22. Januar. 

Plan, die Gobernadoren in Rio seco zu versammeln. Der Marques von Denia möge 
sich massigen. Der Condestable und die Mehrzahl des königlichen Käthes seien bei den 
Communen äusserst verhasst. Der Bischof von Zamora habe sein Schreiben vom 16. 
aufgefangen. 

Bergenroth, Suppl. nr. 89, p. 363. 

68. Der Bischof von Cuenca an den Cardinal. 

Valladolid, 22. Januar. 

Das Volk habe gestern einen Geistlichen in den Kerker geworfen. 
Pap. 

69. 

Tordesillas, 23. Januar. 

Der Almirante fordert Valladolid zur Unterwerfung auf. 

Sand. I, p. 311. 

70. Der päpstliche Nuntius an den Cardinal und Almirante. 

Valladolid, 23. Januar. 

Que los procuradores de la Junta kabian respondido que se les remitiesen los capi- 
tulos segun verian por la memoria que con Hernan Rodriguez les enviaba y que con- 
vendria que al inargen de dichos capitulos anotasen su conformidad 6 las variaciones 
que conviniese hacer, procurando toda la moderacion posible. 

Pap. 

71. Der Almirante an den Kaiser. 

Tordesillas, 23. Januar. 

Que habia escrito en cifra ä Angelo de Burza su pariente para que le manifestase 
el estado de las cosas de estos reinos, de cuya relation resulta lo mismo que ya tenian 
escrito ä S. M. el Cardenal y el Condestable arerca de la toma de la fortaleza de Ani- 
pudia, las correrias del obispo de Zamora y la falta de dinero. Que la ida del Car- 
denal a Burgos no la creia acertada por quedar Tordesillas sin ninguna autoridad. Que 
se acuerde S. M. que dicho Almirante no tiene en su casa nada que no este perdido o 
muy cerca de perderse. Que si S. M. cree que no conviene ä su servicio que con- 
tinue en el cargo que tiene, puede servirse mandarlo y que asi cumpliria con aquellos 
a quien aprovecha mas decir maldades para ser creidos, que no ä el que ha aventurado 



40 



Höflee. 



sus bienes y hasta su vida. Que el condestable ha ido facultado para vender juros en 
100 mil. ducad. sin hacer mencion del propio Almirante del que S. M. empezaba tem- 
prano ä desconfiar, mientras que el no habia ernpezado tarde ä perder cuanto tenia 
por servirle que en aquellos dias estubo el esercito en el campo con el conde de Haro 
apartandose y llegando ä los enemigos segun convenia. Que venga S. M. pronto o 
envie dinero o gente pagada. Que escriba graciosamente al duque del Infantado, 
D. Francesco Enriquez y D. Pedro de Bazan y opinando por el perdon general. 

Pap. 

72. Spinelli an Cardinal Wolsey. 

Worms, 24. Januar. 

Der Vertrag von Noyon sei eine der Hauptursachen der Unzufriedenheit in Spanien 
wegen des Tributes von Neapel — as a thing conquered by the crown of Castilia. 
Brewer III, App., p. 1576. 

73. Pedro de Barrientos an die Junta de Tordesillas. 

Medina del campo, 24. Januar. 

In Bezug auf Uebersendung von Pulver. 1 
Pap. 

74. Der Graf von Chinchon an den Kaiser. 

Burgos, 24. Januar. 

Agradeciendo haya mandado a sus gobernadores que no desatrendan el Alcazar de 
Segovia que se le tiene encomendado y que en vista de haber sido despojado de los 
bienes que tenia haya mandado restituirselos y hacerle justicia. 

Pap. 

75. Garcia Ruiz de la Mota al Condestable. 

Magaz, 24. Januar. 

Que el obispo de Zamora con la gente de Duenas a pedimento e importunacion 
de los de Palencia habian saqueado aquel pueblo sin dejar en el cosa alguna volvien- 
dose en seguida a Duenas, y suplicando les escriba consolandoles. 

Pap. 

76. 

Valladolid, 24. Januar. 

Eequerimiento del Presidente y oidores ä los que impidieron la salida de Valladolid. 
Pap. • 

77. El Comendador mayor de Castillia ä S. M. 

Tordesillas, 24. Januar. 

Que tomada la fortaleza de Ampudia trataron los enemigos de irse ä campos con 
el objeto de destruir los lugares de todos los que estaban en servicio de S. M., pero 
que no lo pusieron por obra sabiendo la aptitud tomada por el conde de Benavente 
Marques de Astorga y otros caballeros para oponerse a ello. Que de lo que siempre 
estaban hablando es de ir a cercar ä Simancas. 

Pap. 



Es gab aber am 24. Januar keine Junta von Tordesillas; das Datum ist somit mehr als verdächtig. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



41 



78. El Conde de Salmas ä S. M. 

Burgos, 24. Jauuar. 

Que cumpliendo con una orden que le habia comunicado el Condestable pasö ä Ja 
provincia de Alava ä oponerse a las alteraciones que en ella promovia el conde de 
Salvatierra por consejo del obispo de Zainora su primo. Que aquel no oso oponersele 
y que le hubiera prendido ä haber estado autorizado para ello. Que habiendo sabido 
lo ocurrido en Burgos fue en posta allä para prestar los servieios que pudiese. Que en 
todo pone por obra lo que sus antepasados hicieron y que si se habia hecho acreedor 
ä alguna merced, deseaba se convirtiese en beneficio de su tio D. Pedro Sarmiento 
que tanto la merecia por su persona y servieios. 

Pap. 

79. Pero Ximenes a S. M. 

Burgos, 24. Januar. 

Como el obispo de Zamora hubiero dominado y traido ä su seta los lugares de 
Sefiorio de la tierra de campos por que los Vealengos todos estän en su heretica opinion, 
el Condestable visto que todo se perdia y que no aprovechaba andar en partidos con 
los rebeldes escriviö al Conde de Haro que enviase gente para resistirlos, el eual enviö 
ä D. Frances de Viamonte y tomö la semana pasada ä Hempudia y como supo Joan 
de Padilla partiö de Valladolid con 2500 infantes y 200 cavallos y con el artilleria que 
le dieron los de Medina del campo y juntose con el obispo para cobrar a Hempudia 
y como D. Frances viese que no pudia defender la villa ä su parecer proveyö muy 
bien el castillo de gente y vituallas, y el con la gente fuese ä Yillalba y los que alli 
dejo se dieron dentro de 4 dias y luego que el obispo tuvo el castillo, escribiö ä los 
amigos que en esta ciudad tenia que non eran pocos que el y Joan de Padilla serian 
aqui ä 23 deste mes los cuales tomaron tres puertas desta eibdad metieran vituallas 
y 120 hombres en el castillo mas de los que habia y pusieron gente en S a Maria la 
Bianca y escribieron al Conde de Salvatierra y ä las Merindades que con el estän que 
se hailasen aqui ä 23 deste mes para juntarse con el obispo y Joan de Padilla y 
como yo fui desto avertido fui al Condestable y disele que si mas tardase de tomar 
por fuerc^ el castillo y las puertas que eramos todos perdidos y para esto me ayudaron 
los servidores que V. M. en esta ciudad tiene en buena candidad y muy bien armados 
se fueron al Condestable y le suplicaron que confirmase los privilegios que les habia 
dado y prometido y que haciendo esto, ellos pornian sus personas y bienes para tomar 
el castillo y reducir toda ciudad en servicio de V. M. y el Condestable gelos confirmö 
y prometid de gelos guardar y fecho esto diö la bandera Real ä D. Juan de To bar su 
hijo y acompanado de los condes de Aquilar y Nieva y de Chinchon y Marques 
Deiche y el Adelantado de Castilla partieron del mercado y se fueron a combatir el 
castillo y antes que saliesen del mercado entrö el conde de Salmas, que venia en posta 
y trujo 600 hombres para socorro della tierra del Condestable e suyo. A dos leguas 
de aqui los dejö y se vino y con una pica sin mas armarse siguiö el pendon Real jurando 
que aunque la vida le costase entraria de los primeros y llegados cerca del castillo el 
Condestable permitiö que se hablase con el que tenia el castillo para que le diese sin 
que hubiese muertes de hombres y como los que estaban en el castillo viesen quel 
Condestable estaba deliberado de tomarle 6 morir, hicieron el partido quel Condestable 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. G 



42 



Höf lcr. 



escribe ä V. M. y estando en esto llegö Pedro de Cartagena el cual enviaron el Conde 
de Castro v Joan de Rojas al Condestable haciendole saber como ellos traian 200 de 
cavallo y 600 peones y que dentro de 4 horas serian aqui, por ende que le pedian 
por merced que les esperase para que se hailasen en el combate. Antes quel Con- 
destable se partiese de delante del castillo puso gente en S a Maria la Bianca y en 
todas las puertas de la ciudad y otro dia de manana ä 23 deste mes el Condestable 
fue al castillo y dejö all i ä Amador de Lezcano con la gente de su capitania y de 
aqui adelante se entenderä en lo que deinas conviniere al servicio de V. M. 

El duque de Najera despues de sosegada la provincia de Guipuzeoa se tornaba 
ä Pampluna dicen que llegaria alli el Domingo pasado. A 21 deste mes partieron de 
aqui Mr. de Balason y el Colateral Basse Embajadores del duque de Savoya, ä los 
cuales el condestable hizo acompailar fasta Portugal que van por la S. Infanta D. Beatriz 
v llevarla por mar en el mes de Marzo. Jo nable con estos embajadores por que 
pasaron por Navarra y me dijeron que el Hey de Francia estaba en Burges en Berri 
v decian que se iria ä Lyon por que teme que V. M. vaya ä Italia y esto no solo el 
Rey de Francia mas en estos reinos muclios lo creen por que si supiesen que Y. M. no 
avia de ir k Italia muclios mas se declararian contra la heretica gente la cual 
si de Dios y de Y. M. no viene el remedio y presto destruira estos sus reinos. Estos em- 
lujadores me dijeron que asi en Biarne como en los otros lugares a Msr. de Labret se 
apereebian secretamente para entrar en Navarra si Y. M. fuere ä Italia. Esto dije luego 
al Condestable por que se hablaba en que el duque de Najera viniese acä con la mas 
gente que pudiese y por que yo vi que h causa de las motinerias de Flandes se revelö 
todo el ducado de Gueldres en un dia con el favor del Hey de Francia, temiendo que 
no azaezca en Navarra otro tanto si el duque sale de alli, helo dicho al Condestable 
v lo escribo ä V. M. Si el Arzobispado de Toledo ha vacado como aca se dice no lo 
proveyendo V. M. fasta y placiendo ä Dios este en estos sus reinos sera en ellos 
muy mas amado y temido ä parescer de sus löales servidores que aqui estän. Lo mas 
(jiie me ocurriere yo le hare contino saber ä V. M. cuyo muy R. persona N. S. G. 

De Votre S M. tres plus humble e tres obeisant serviteur 

P a P' Pero Ximenez. 

80. Der Präsident und der Rath an den Kaiser. 

Burgos, 24. Januar. 

Glückwunsch über die unblutige Unterwerfung von Burgos mit Hilfe der Grafen 
von Aquilar, Chinchon und Salinas (por haber consequido restituir a su dominio la for- 
taleza y justicia de aquello ciudad sin muertos, obos ni otros escesos a lo que contri- 
buyeron e eficazmente los condes de Aquilar, Chinchon y Salinas y otros muchos Ca- 
balleros hasiendose acreedores h que se dispensen mercedes). 

•si. Dieselben an den Kaiser. 

Burgos, 24. Januar. 

Empfehlen Don Antonio de Rojas, Erzbischof von Granada, als Erzbischof von Toledo. 

Pap 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regieringsjahre K. Karls V. 



43 



82. Der Erzbischof von Burgos Fonseca an den Kaiser. 

Astorga, 25. Januar. 

Bittet um baldige Ankunft und empfiehlt den Marques de Astorga. 
Pap. 

83. Die Gräfin von Luna an ihren Gemahl. 

. . . 25. Januar. 

Die Stadt Leon habe den königlich gesinnten Caballeros den Krieg mit Feuer und 
Schwert erklärt. 

Pap. — Schreiben des Cardinais vom 26. Januar. 

84. Valladolid an Avila. 

Valladolid, 25. Januar. 

Verwunderung, dass sie Boten nach Tordesillas gesandt (sin contar con ellos). 
Pap. 

85. El Condestable a S. M. 

Burgos, 25. Januar. 

S. C. C. M*. La carta que V. M. mando escrevir ä todos los Visoreyes de 1 deste 
rescevi 24 del dicho demas de las que V. M. nie mando escrevir respondiendo de las 
mias la cual yo abri y envie al Cardenal y Almirante y en lo que V. M. dice que si 
la gente que tienen Junta los traidores no se deshace que los guarniciones que se deven 
poner sean principalmente las que fueron menester para la guarda y recaudo de Torde- 
sillas y para poner en necesitad ä Valladolid y ä Medina me ha parecido bien, pero 
segun las cosas cada dia suceden es menester aquello y mas por que los dichos traidores 
se rehacen siempre de gente y hacen cada dia muchos insultos y dafios especialmente 
despues que vino Juan de Padilla con cierta gente de Toledo y Madrid y otras partes 
que se junto con el. Las guarniciones que se an puesto son la principal en Simancas, esta 
alli por Capitan el Conde de Onate como otros veces lo he escripto ä V. M. estan con 
el otros buenos capitanes de cavallo y de pie, estos salen algunos dias ä correr el campo 
ä Valladolid y avellos y han puesto en arto trabajo si de Tordesillas no les fuesen 
ä la mano en Villalva ay otra guarnicion y en Castromonte otra y en Arevalo otra. 
Toda la otra gente esta en la guarda de Tordesillas con el Gardenal y el Almirante. 

En lo que V. M. envia ä mandar que se hase de las provisiones que se nos en- 
viaron contra los revoltosos como nos paresciere especialmente los que vinieron contra 
Valladolid, las de Valladolid del Audiencia y estudio envie a notificar desde aqui por 
que creo que si las enviara a Tordesillas no se usara dellas tan presto, aun no es venida 
la persona que las fue a notificar y segun andan los caminos, temo que les ayan preso 
los contrarios. Muy bien me paresce lo que V. M. nos envia ä mandar que esten 
presos los procuradores que se prendieron en Tordesillas, yo creo que se hara asi como 
V. M. manda por que demas de cumplir asi ä Vuestro servicio y ä la esecucion y 
castigo de sus culpas los de la Junta han fecho prender en muchos de los lugares que 
estan revueltos las mugeres y hijos de los que se hallaron en V° servicio en la toma 
de Tordesillas y tomadoles sus haciendas pienso que para rescatar sus procuradores y 
otras personas que alli fueron presas. 

6* 



44 



Höfles. 



El presidente y los del consejo estan aqui como V. M. envia a mandar, algunos 
oficiales de la contadura son venidos y los otros stan en Tordesillas y derramados por 
otras partes que 110 osan venir los otros oficiales de Corte ni consejo de Ordenes aun 
no son venidos. Lo que V. M. manda que no se tome asiento ninguno con los traidores 
sin que primero lo consultemos rae paresce muy bien pero esto no se puede cumplir 
todas veees por que se ofrescen cosas aceleradas que no requiere dilacion la conclusion 
dellas pero las que fueron de calidad se consultarä como V. M. lo manda aviendo dis- 
posicion para ello. 

Lo del saco de Tordesillas no se pudo escusar por lo que ä V. M. se ha escripto 
muy bien me paresce lo que V. M. manda cerca de lo que toca al marques de Denia 
y ä su cargo porque como estä informado de los oficiales y criados de la Reina N. S. 
v de la S ra Infanta que sirvieron bien o mal no Lay nadie que mejor pueda entender 
en su castigo y por ello beso las Reales manos de V. M. porque demas de ser dicho 
marques la persona que es muy cierto y verdadero servidor de V. M. y de S. A. 
v como tal os fue ä servir ä dicha villa. 

En lo de la prision de los escribanos que daban fee a los de la Junta yo creo 
que el Cardenal y el Almirante lo proveeran como V. M. lo envia a mandar. En lo 
que toca ä las escripturas que se tomaron ä Tordesillas y ä lo demas que V. M. escriva 
cerca desto dichos Cardenal y Almirante lo proveeran como V. M. manda. 

En lo que V. M. manda de las naos para la venida de V. M., luego despache al 
Alcaide Leguizamo para que vaya ä entender en ello y screvir al capitan Lezcano 
v los otros pilotos que fueron con V. M. para que vayan con . . . alegria y contenta- 
miento ha dado ä todos esta nueva de la venida de V. M., plega a Dios que sea asi 
v que traiga ä V. M. con bien y presto porque esta es el verdadero remedio para la 
pacificacion destos reinos y no otra cosa alguna. 

En lo que V. M. manda cerca de los dineros que aca son menester y de los juros 
que se han de vender para ello, es tanta la necesidad que aca se padesce que para 
fuerza habemos de usar de todos los remedios que nos parece como quiera que aquellos 
no bastan para la mucha gente que se sostiene y para la que es menester segun este 
mal anda por todas partes, V. A. no deve descuidar de mandar proveer por unas partes 
y por otras lo que fuere menester pues asi lo hacemos aca y no nos podemos valer. La 
provision que V. M. ha fecho del oficio de Presidente de Granada para el obispo de Lugo 
me ha parescido muy bien porque diz que es buena persona, hacer sea en aquello lo 
que V. M. manda. En lo que toca a los alborotos de la ciudad de Sevilla se harä lo 
que V. M. envia a mandar. En lo que V. M. escrive de la venida del Cardenal ä esta 
ciudad me paresce muy bien por las causas que V. M. dice alla han ido las cartas hasta 
agora no me han respondido no se si el Almirante querra quedar solo para proveer 
las cosas de la guerra como V. M. manda, pero si yo fuese quel no pornia dilacion 
en su venida asi por lo que toca a V° servio como por el despacho de los negocios. 
En lo que V. A. manda que se derribe la puerta de Tordesillas que tenia Quintanilla en 
Tordesillas se proveera. En lo que V. A. envia ä mandar quel Almirante provea a la 
fortaleza de Segovia, me paresce cosa muy necesaria asi por lo que importa aquella forta- 
leza al scrvicio de V. M. como por no aver quedado al Conde de Chinchon de todo su 
estado nada por sosteuer dicha fortaleza, el cual esta aqui conmigo en servicio de V. A. 
y es tau honrado caballero que todo lo que ha perdido lo tiene en nada por sostener dicha 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungs jähre K. Karls V. 



45 



fortaleza, V. M. le escriva graciosainente ofreciendole mercedes demas de restituille en 
su estado pues tan bien las meresce. A la chancilleria avemos escripto que se vaya k la 
villa de Arevalo porque es lugar conviniente para ella y esta en servicio de V. M. y al 
estudio a Madrigal. Plega ä Dios que quieran cumplir vuestros mandamientos porque asi 
de temor del Pueblo como de los de la junta que alli estan pienso que no lo osaran 
liacer especialmente que muchos de los oidores tienen alli sus casas y asientos, pero en 
easo que no lo bagan proveerä Y. M. de nuevo de Presidente oidores y oficiales de su 
audiencia. El obispo de Zamora saliö de Yalladolid los dios pasados con alguna gente 
y vino ä Duenas y le alli ä Palencia donde bizo todo el mal que pudo con sus ser- 
mones y diabolica seta, y de alli tornö ä Valladolid y olvitf ä Fuentes ques un 
lugar de Antonio de Rivera vecino de Yalladolid yerno del Dr. Tello del consejo de Y. M. 
una legua de Palencia, y tomö dicho lugar y la fortaleza ques una de las buenas que ay 
en Castilla de Casallana y prendiö ä dicho Andrea de Rivera y Dr. Tello y ä sus 
mugeres y les saquearon cuanto tenian de naas cantidad de 10000 duc. de oro y llevaron 
los dichos presos ä Duenas con sus grillos y de alli pasaron ä Valladolid, demas desto el 
dicho obispo ha andado por todos los lugares de campos y por las Behetrias robandolos 
cohechandolos y haciendo otros muchos insultos, visto esto que yo no podia remediar 
p or no tener aquel aparejo que convenia, escrevi ä dichos Cardenal y Almirante y les 
requeri con mucha instancia que enviasen toda la gente de cavallo y de pie que fuese 
menester para resistir a dicho obispo y ä los otros traidores que con el y fuera del 
andan y demas de aquello envie a mandar de parte de V. M. ä los condes de Castro y 
de Osorno y Mariscal de Fromesta y Juan de Rojas que se juntasen y anduviesen por los 
lugares comarcanos donde andava dicho obispo para le detener entre tanto que dicha 
gente de Tordesillas venia para seguir ä dicho obispo, los cuales lo hicieron asi y han 
estado y estan- juntos y han fecho mucho provecho para que dicho obispo no pasase 
a estas partes aunque el dano ha seydo arto que ha alterado toda la tierra de manera 
que lo que estaba malo lo han parado peor y lo que estaba razonable han indinado. 

Yisto lo que escrivi ä Tordesillas y la necesidad que aca teniamos enviaron ä D. Frances 
de Beamonte y Pero Zapata comendador de Mirabel con cierta gente de cavallo y de pie 
y pasando por cerca de la villa de Empudia que es del conde de Salvatierra los de la 
villa diz que les dieron grita y tiraron de la fortaleza y de las cercas algunos tiros de 
polvora y escopetas y k dichos capitanes paresciö poquedad no provar a entrar en dicha 
villa y enviaronles ä requerir les diesen pan y vino por sus dineros, los cuales respon- 
dieron que no lo querian hacer y asi se llegaron ä dicha villa y por conciertos entraron 
en ella y tomaron la fortaleza y quedö alli D. Frances con la gente y Pero Qapata se 
fue con la de pie ä Torre de Mormojon. Sabido por los de Yalladolid enviaron ä Juan 
de Padilla con la gente que trajo de Toledo que serian 1500 ombres y 12 piezas de 
Artilleria k socorrer dicha villa y fortaleza y vino ä un lugar que se llama Trigueros 
2 leguas de Empudia donde le vino mas gente de Palencia y Duenas y de otras partes 
y por que Empudia es lugar grande y no se podia sostener sin mucha gente quedö la 
fortaleza proveida de gente y bastimentos y dicho D. Frances se fue ä la torre de 
Mormojon donde estava dicho Pero Zapata y por ser el lugar grande y que no se 
podian alli sostener tambien la desmampararon y se fueron k Villalar y el dicho Joan 
de Padilla vino ä Empudia y el obispo ä la torre de Mormojon y la rescatö en mil 
ducatos y dos mil cantaras de vino. Como nuestra gente se embarazo en lo de Empudia 



4t; 



HöFLEK. 



torne a escrivir ä Tordesillas para que me enviasen mas gente de cavallo y de pie y 
hasta ahora no he sido respondido que nos deven tomar las postas! 

Don Pedro de la Cueva ha salido de Tordesillas dos noches con cierta gente a dar 
en cierta gente de los enemigos que venian de Salamanca y Segovia para Yalladolid, 
v la primera noche desbarato 300 infantes en im lugar que se diche la Seca y les- 
tomu las armas y banderas y todo lo que tenian, y la segunda noche ditf en otro lugar 
que se dice la Zarza y desbarato 400 ombres en que avia 150 escopeteros y los prendio* 
v de los otros fueron muchos muertos presos y heridos y otros huydos y asi en esto 
como en todas las otras cosas en que el dicho D. Pedro de la Cueva se ha hallado ha 
servido muy bien ä V. M. y es razon que V. A. se acuerde del, murio la 2 a noche en 
aquel convate de la gente que llevö Felippo de Mauleon hijo de Ladron de Mauleon 
Capitano de V. A. muy valiente ombre y no otro ninguno tiene el padre viejo y dejo 
muger e hijos. V. M. se acuerde dellos. 

Micer Juan Rena capellan de V. M. ha servido mucho ä V. A. y tan bien que si 
no fuera por su buena industria el dia del convate de Tordesillas hubiera algun 
trabajo. Despues ha servido y sirve en los reparos de dicha villa y fue herido de 
una saetada en el rostro por cuyas causas es razon que V. M. le haga mercedes y pues 
el obispado de Pamplona 'es vaco, suplico ä V.M. le mande hacer merced de alguna 
buena pension en dicho obispado, pues reside en aquel reino por mandado de V. M. 
6 de alguna pieza en las promuciones de los obispados que agora estan vacos en lo 
cual yo rescivire merced de V. M. 

Uno de los caballeros que bien han servido ä V. M. en el Andalusia ha sido el 
conde de Palma porque al tiempo que en Sevilla. hubo les alborotos se metiö en Ecija 
donde ha estado y esta y la tiene muy pacifica y la justicia de Y. M. es obedescida. 
Escriviome que en aquella ciudad avia vacado un oficio de juraderia -por muerte de 
Ray Diaz de Mendoza, jurado della, para que yo proveyese del dicho oficio ä Sancho 
de Mendoza su hijo y diz que es persona habile y el dicho su padre era buen servidor 
de V. M. y el creo que scribe a Y. M. sobrella. Suplico a Y. M. le mande hacer la 
dicha merced y enviarme la provision para que yo se la envie y al dicho conde escriva 
encargandole que este como esta en su servicio y dandole gracias por lo mucho que 
ha servido. Guando vino la gente de los Gelves vino a mi un contador de la capitania 
< I e D. Juan de Velasco que se dice Pablo de Saravia a me dar aviso de la dicha gente 
y por su industria vino ä nuestro poder la que entonces trajo D. Frances en lo cual 
dicho Pablo de Saravia sirvi6 muy bien ä Y. M. y despues ha servido en otras cosas 
qiie le han sido mandadas y por que en esta corte avia falta de aguaciles por que 
todos los mas de V. M. no han venido y otros han estado con la junta, el dicho Pablo 
de Saravia pidi6 en remuneracion de sus servicios le proveyese de una vara de algua- 
zilazgo de V a Corte y que fuese la de Gonzalo Pacheco que estuvo en Tordesillas sir- 
viendo a los traidores y visto por los del consejo siendo informados de lo que el dicho 
Saravia ha servido, nos paresciö que se le diese una vara de alguazilazgo por el tiempo 
que fuese la voluntad de V. M. y asi se hizo, Suplico a V. M. me haga merced de mandar- 
.^ela confirmar y hacer merced della para en toda su vida, pues hay muchos oficiales 
alguaziles que han de ser privados de dichos oficios en lo cual rescibire mucha merced 
de Y. M. Garcia Rüyz de la Motä tiene ä muy bien recaudo la fortaleza de Magaz 
desde la cual sirve mucho y muy bien a V. M. por que La gente que alli tiene hace 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



47 



sus prendas en los de Palencia y Duenas y en los otros rebeldes y desde aqui ä Valla- 
dolid. V. M. no tiene otra cosa si no aquella fortaleza, yo le tengo de enviar alguna 
gente de caballo para que pueda mejor correr el campo y haeer desde alli todo el dafio 
que pudiere. V. M. le escriva dandole las gracias de lo que sirve y encargandole que 
asi lo haga. 

Ya V. M. sabe como la gente de la guarda esta aqui conmigo y como la de pie es 
a, cargo del tesorero Luis Sancliez ä los "cuales pago hasta fm del mes de Setiembre y 
los meses de Octobre Noviembre y Dicembre les he fecho yo pagar y tambien sus 
libreas, Suplico ä V. M. mande al dicho tesorero que los pague pues es a su cargo y 
que pague lo que se les ha pagado del dicho tiempo y las dichas libreas. 

El d u que de Najera ha estado y esta en la provincia de Guipuzcoa entendiendo 
en concertar los lugares rebeldes con los otros y segun lo mucho que travaja en ello 
y en buena manera y diligencia lo dejarä todo en servicio de V. M., Suplico ä V. M. le 
ruande escrivir dandole las gracias dello. 

Estando el 1 Lines 21 deste ä despachar esta posta k los dos oras despues de medio 
dia hubo cierto ruido entre dos procuradores de vecindades de manera que la ciudad se 
alborotö y se pusö en armas y fue forzado que los que estavamos aqui nos armasemos 
y pusiesemos en orden y luego la gente de guerra qLie aqui tengo vino ä la plaza de 
mi casa y D. Juan de Lima capitan de los continos y la gente de la guarda de V. M. 
de cavallo y de pie y otros muchos cavalleros qLie aqui estaban y personas principales 
del pueblo, hechos nuestros escuadrones para pelear y estando el conde de Aquilar en la 
guarda de la puente que esta entre el mercado y mi casa y con el D. Juan de Luna y 
los continos, unos de la comunidad que estaban de la otra parte le tiraron una saetada 
y acertaronle en una alabarda que tenia en la mano por cerca de la cuchilla y paso la 
saeta y diole en el pescuezo sobre im gorjal que tenia que si no diera en dicha alabarda 
le matara y un escopetero de los miestros que estaba junto con dicho conde tirtf la escopeta 
al que le avia tirado y le matö y los otros se ritiraron que no osaron parar por todo 
el mercado. Visto esto y el dafxo que se podria recrescer de entrar por el pueblo ä causa 
del saco y que venian a mi frailes y otras personas ä requerirme que la Ciudad queria 
paz y que todos estavan en sus casas, me detuve y hice que la gente no pasase a dicha 
plaza y asi la cosa se sosegö come queria que la gente de guerra estuvo toda la noche 
ä punto y algunas puertas tomadas esta noche. Vista la necesidad que teniamos y el 
mucho socorro que estos esperaban y el poco que yo tenia y considerando que si la cosa 
venia en rompimiento que aunque Dios nos diese vitoria como lo deseabamos, no podia 
ser si no con muchas muertes de hombres y con saquear la ciudad y que interviniendo 
esto no era posible conseguir lo que deseabamos que era reducilla ä servicio de V. M. 
porque los haciamos perpetuos enemigos y asi mesmo que no teniendo la fortaleza ni 
pudiendola tomar no podiamos conservarnos aqui por fuerza sino pocos dias, paresciome 
•de procurar que las vecindades se juntaren otro dia Martes (22) de mafiana y de enviarles 
■un requerimiento cuyo traslado envio aqui a V. A, en el cual le ofresci todo lo que V. A. 
havia ofrescido y mas franqueza de huespedes para esta ciudad, solamente dando ellos 
cien posadas a V. M. por que la cosa estava tan enconada y tan rota que era imposible 
asosegallos ni reducillos sin alguna blandura y por esto y porque como he dicho la cosa 
si viniera ä rompimiento, era imposible no perder la ciudad y toda su provincia aunque 
los vencieramos por que tenian tanto socorro asi del conde de Salvatierra que estava 



4s 



Höfler. 



en ( »na que son 10 leguas de aqui con 2000 ombres como del obispo de (^lamora y 
Juan de Padilla que estaban en Empudia que es en Campos que vinieran ä la ora k 
socorrerlos y fuera forzado salir de aqui con verguenza, por todo esto me paresciö que 
mercava barato en esto de los huespedes desta ciudad por que se mercava ella y el resto 
del reino, Suplico a V. M. que aya por bien que lo aya prometido por que los que estan 
en negocios de tal calidad como este es por fuerza que han de tener algun albedrio para 
hacer bien los negocios como aqui ha parescido por esperiencia. 

Esta misma noche estando en consejo sobre lo que se avia de hazer, me llegö esta 
earta que enviö a V. M. de im alcalde mio de Villalva la cual me hizo poner mayor 
diligencia en lo que he dicho y arriscallo para otro dia si ellos no quisiesen venir en 
lo que les ot'rescia y asi hice quel Martes de manana la gente se tornase ä armar y 
requerir a la ciudad que se determinase ä rescenir las mercedes que V. M. les hacia y 
que fuese luego por que este dia avian hecho algunos particulares del pueblo correos 
asi al obispo de Qamora como al conde de Salvatierra para que viniesen ä socorrellos 
por que antes que viniese el socorro se hiciese lo que hubiesemos de hacer y la gente 
se juntö muy presto y yo salli con ella a la dicha plaza y desde alli yo comence a 
tratar con dicha ciudad puestos mis escuadrones en orden y el artilleria ä punto abria 
con la gente de guerra y con cavallos y personas principales y con la gente del pueblo 
y criados suyos y del presidente y los del consejo y oficiales de la corte y otras per- 
sonas estrangeras qui aqui estavan en negocios que todos se armaron 1500 ombres de 
pelea bien determinados ä servir ä V. M. como si la causa fuera de cada uno dellos. 
Vista por la dicha ciudad mi determinacion todos de una conformidad salvo dos vecin- 
dades que no vinieron en lo de la fortaleza, respondieron que querian gozar de las mer- 
cedes que V.M. les hacia juntamente con la dicha esencion y que se me entregase la justicia 
y fortaleza y luego me entregaron las varas y me pidieron que yo fuese solo ä rescevir la 
fortaleza y que la gente de guerra no pasase alla por que no hiciesen danno en la ciudad 
y asi fuy con algunos cavalleros y deje al conde de Aquilar y al de Nieva y Chinchon 
y Salinas y al marques de Elche mi hyo y al adelantado mayor de Castilla con la gente 
y artilleria y a Don Juan de Tovar (mi hijo) con la bandera Real porque era buen 
ofieio para ombre que estava en rehenes y subiendo por el barrio de Santisteban arriba 
me dixieron que desde la fortaleza tirarian y no querian dejar pasar ä nadie, yo me 
detuve y envie alla ä algunos procuradores de la ciudad y otras personas ä requerir al 
alcaide y anduvieron con migo en tratos de dilacion y por que era algo tarde y la 
noche se acercaba como el alcalde se detenia y que avia enviado a el al Sochantre y no 
vnlvia con la respuesta, envie ä mandar que moviesen con la gente y artilleria, la cual 
vino luego y muchos del pueblo me vinieron ä pedir que me detuviese y que la forta- 
leza se me daria y aunque et detenimiento fue mucho y la gente no se podia detener 
sc acabö el trato y me entregaron la fortaleza seria ä las nueve oras de la noche y por 
ser tal ora y por que no se queria entregar si no dejando al mismo alcaide fue forzado 
decir que me plazia, y envie a los condes de Nieva y de Chinchon para que le tomasen 
pleito omenage y con esto y con dejar en ella el pendon Real me baje ä mi posada con 
todos los caballeros bien cansados por que desde la manana estuvimos armados y aun 
muchos desde el dia antes que no se desarmaron y ayer miercoles de manana fui ä 
visitar la dicha fortaleza y saque al Alcaide que en ella estava y la gente que tenia 
\ puse ä Amador de Lezcano capitano de V. M. con 100 ombres de su capitania, he 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Eegierungsjahre K. Karls V. 



49 



enviado por un hijo de D. Juan Manuel para que este en ella. A mi y a todos hanos 
parescido buena negociacion por que estando esta ciudad como esta en V° servicio y la 
justicia y fortaleza en poder de V. M. se comenzara ä entender en lo demas. 

Los cavalleros que aqui estan conmigo son los siguientes, el conde de Aquilar, el 
conde de Nieva, el marques de Elche, el conde de Salinas, el adelantado de Castilla Juan 
de Rojas y el Mariscal de Fromesta y D. Alvaro de Mendoza hijo mayor del conde de 
Castro y Juan de Acuria y Pedro de Cärtagena supieron el alboroto del primer dia y 
venieron en posta ä servir a V. M. El conde de Castro y el conde de Osorno venian 
detras dellos. Ya he escripto ä V. M. como Juan de Rojas desde el dia que se comen- 
zaron estos alborotos hasta agora siempre ha servido, mucha merced rescivire de V. M. 
que la haga de su consejo de la guerra por que la meresce muy bien por su. persona 
y servicios y por lo que gasta de su hacienda. Otros muchos caballeros y personas 
principales del pueblo y de t'uera estovieron con ruigo dichos dos dias los cuales van 
puestos en un memorial que aqui envio por no alargar esta carta. 

El Dr. Beitran del consejo de V. M. ha servido muy bien en esta cosa de Burgos 
y en el trato de dicha fortaleza y tuvo mucho peligro por que estando all! arriba 
amenazö ä ciertos comunes y le encararon las balestas para le matar. El Dr. ^umel 
como muchas veces he scrito ä V. M. os ha servido tanto que es merescedor de cualquier 
merced que V. M. le haga y pues V. A. me ha escrito que se despachara lo que por 
el he suplicado, suplico a V. M. mande enviarme el despacho. 

Otras veces he escrito ä V. M. en favor de D. Pedro Sarmiento suplicandoos tuvie- 
sedes memoria del y pues es tan antiguo servidor de V a Casa Real y esta alli serviendo ä Y. M. 
y persona de linage y agora hay dispusicion que V. A. le haga merced pues ay algunas 
iglesias vacas y si el obispado de Pamplona V. M. no le ha proveido para quien yo 
suplique los dias pasados que es para un hermano de D. Frances de Beamonte y no se 
le oviere da dar suplico a V. M. se acuerde del. 

Don Gutierrez de Cardenas hijo segundo del Adelantado de Granada y hermano 
del marquez de Elche mi hijo tenia LXXX°V en la mesa con el abito de Santiago los 
cuales le fueron quitados y no le han sido bueltos ni echo ninguna recompensa, suplico 
ä V. M. pues su padre y hermano han servido y sirven tan bien, mande que le sean 
tornados los dichos LXXX°V 6 que se le haga recompensa por ellos como se ha fecho por 
otros caballeros de su manera. Gonzalo Hernandez de Gualla hijo del Lie do Gualla del 
consejo de V. M. ha estado siempre en Tordesillas y antes en Medina de Rioseco hailose 
en el convate de Tordesillas y en otros cosas que despues aca han sucedido y lo hace, 
muy bien razon es que V. M. tenga memoria del para le hacer merced. Ya V. M. sabe la 
persona que es el arzobispo de Granada presidente del Y° consejo y lo mucho que ha servido 
y sirve aV.M. y pues agora ay oportunidad para que V, M. le haga merced pues estan tantas 
iglesias vacas, no es menester suplicar a V. A. lo que toca pues le tiene por tan leal servidor. 

Estando para despachar esta posta me llegö el correo de V. M. con la nueva de la 
muerte del Cardenal de Croy que haya gloria y asi por ser la persona que era y 
tener el deudo que tenia con Musiur de Xebres y por morir en tal coyuntura me ha 
pesado mucho, hacerse ha sobre ello lo que V. M. envia ä mandar y pues en la Pro- 
vision desta dinidad va tanto asi para el descargo de Y. Real conciencia como para el 
bien y utilidad de aquella iglesia y principalmente para la pacificacion destos vuestros 
reinos suplico ä Y. M. mande mirar en ello y si ser pudiere se dilate la provision 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 7 



50 



HöFLER. 



de dicho arzobispado hasta la venida de V. M. cuya vida y muy poderoso Real estado 
guarde y arrosciante N. S. 

De V. M. mayor servidor que sus muy Reales manos besa 

el Condestable. 

86. Dr. Beitran an den Kaiser. 

Burgos, 25. Januar. 

Der Kaiser möge dem Cardinal befehlen, nach Burgos überzusiedeln. 

Pap. 

87. El Comendador Garcia Euiz de la Mota an den Condestable. 

Magaz, 25. Januar. 

Nachdem der Bischof von Zamora in Magaz Alles ausgeplündert; Kelche, Orna- 
mente, selbst das Hemd des Muttergottesbildes mitgenommen, seien auch Plünderer 
von Palencia und Duenas gekommen. Die von Palencia habe der Comendador zurück- 
geschlagen. 

Pap. 

88. Valladolid an Palencia. 

Valladolid, 26. Januar. 

Sie möchte den Bischof in seinen Unternehmungen unterstützen (en atencion ä los 
distinguidos servicios que estaba prestando a la comunidad). 
Pap. 

89. Fray Juan Davila an den Kaiser. 

Tordesillas, 26. Januar. 

Participando la buena salud de S. A. y la S a Infanta ä pesar de la pona que la 
muerte de M a Cartama su Moza de Camara la habia causado y que aunque S. A. todavia 
no tenia hecha eleccion de otra, la haria segun decia luego que aquel sentimiento se 
lo permitiese. 

90. Die Infantin an den Kaiser. 

Tordesillas, 26. Januar. 

Schreibt zu Gunsten des P. Quardians, ihres maestre. 
Bergenroth, Suppl. nr. 82. 

91. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 26. Januar. 

Schreibt, nachdem die Depesche vom 16. Januar aufgefangen worden: El obispo 
de Zamora esta ahora en un lugar que se dice Trigueros, Juan de Padilla despues que 
cobrö a Empudia se ha vuelto ä Cigales con toda su gente y artilleria y va y viene de 
alli k Valladolid. 

Decifrado. Aca andamos entre alguna esperanza de remedio y juntamente con ella 
tenemos miedo que luego que el dinero falta nos quiere dejar la gente y el gasto 
de lo de acä y de lo de Burgos es tan grande que algunas veces nos hace desesperar 
de poder haber para los sostener. 

Unterhandlungen mit der Junta durch den Nuntius; der König von Portugal erklärt 
sich gegen die Junta. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



51 



92. Don Juan Manuel an den Kaiser. 

Rom, 28. Januar. 

P. Leo verweigere ein ßündniss mit K. Karl, so lange er in Spanien, Neapel und 
Sicilien mit so grossen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Der Kaiser möge dem Car- 
dinal von Medici eine gute Pension auf das Erzbisthum Toledo anweisen. 

Bergenroth, Cal. II, nr. 317. 

93. Don Francesco de Mendoza an den Kaiser. 

Alcalä de Henarez, 29. Januar. 
Er habe die königlichen Weisungen in Betreff des erledigten Erzbisthums von 
Toledo nicht vollziehen können. 

Pap. 

94. Fray Juan Davila an den Kaiser. 

Tordesillas, 29. Januar. 

Que mientras resibe la merced que le tiene prometida le mande dar alguna 
cosa con que sostenerse del mismo modo que a los religiosos que tiene en su com- 
pagnia. 

Pap. 

95. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 29. Januar. 

Que al conde de Salvatierra que habia ido con dos mil hombres para reunirse 
con el obispo de Zamora y llegado hasta el monasterio de Ona, le escribiö la ciudad 
requiriendo disolviese su gente y que sino lo hacia adhiriendose ä la causa de Su M. 
se sacaria el pendon y iria contra dicho conde, el cual ofreciö someterse si se le in- 
dultaba de todo lo que el y los que la accompanaban habian hecho desde el dia* de 
San Miguel. Que accediö ä ello de acuerdo con el Presidente y los del consejo por lo 
que se ganaba de tener a dicho conde al servicio de S. M. que se ganaba de tener a 
dicho conde al servicio de S. M. Que el dia anterior se sacö el pendon de Burgos 
al campo al que siguiö mucha gente haciendo alarde de su poder contra los rebeldes. 
Que el duque de Najera habia conseguido poner en paz la provincia de Guipuzcoa, 
que el obispo de Zamora se hallaba en Duenas no atreviendose a pasar adelante 
desde que supo lo ocurrido en Burgos. Que notificada al Presidente y oidores de Valla- 
dolid la provision de S. M., algunos de estos la obedecieron y otros con el Presidente 
se retiraron ä pesar de haberse opuesto a ello la Junta que les requiriö para que con- 
tinuasen en el desempeno de sus cargos y que en vista de su negativa dijo que el reino 
procederia a remplazarlos. Que por lo que aquella ciudad ha servido la ha prometido 
llevar alli la chancilleria. Que los dos dias del rebato se armaron el presidente, D. Alonso 
de Castilla y los licenciados Zapata y Vargas y no se separaron de su lado. Que Juan 
de Padilla estaba en Cigales con 600 lanzas, 5000 peones y toda la artilleria de S. M. 
por lo que le suplicaba enviase toda la que alla no fuese de absoluta necesitad, del 
mismo modo que polvora, pues de ambas cosas se carecia aqui. Que habia proveido 
aquel Corregimiento en D. Alvaro de Lugo y que por ser tan buen cavallero le con- 
sideraba acreeder al aprecio de S. M. y a la merced de otro cargo. Que de Segovia iban 
ä juntarse con Padilla 800 hombres y que por lo tanto habia salido gente de Arevalo 



52 



Höfler. 



v Tordesillas para renuirse en. coea con D. Hernando de Fonseca a fin de que no pudiesen 
verificarlo. Y que habiendo servido D. Diego de Guavara personal deudo de su casa 
mas de 40 annos ä la casa de Borgofia perdiendo la vida en su servicio en tierras estranas 
y dejando hijos y herraano Suplicaba que se les pusiese en posesion de la hacienda 
que aquel dejö y que algunos les querian quitar. 
Pap. 

96. 

Valladolid, 29. Januar. 

Testimonio del voto de la Cuadrilla del mercado de Valladolid sobre que no hubiese 
treguas y pidiendo otras cosas ä la Junta. 

Dasselbe von Seite der Cuadrilla de la Costenilla, de Rui Fernandez y de la Konco. 

Pap. 

97. Valladolid an den Cardinal und Almirante. 

Valladolid, 30. Januar. 

Contestando ä la intimacion que la hizieron de que se redujese al servicio de S. M. 
v que de lo contrario la liacian la guerra. 

Pap. 

(Jamas en Espana ha avido desobediencia sino en los caballeros ni obediencia ni 
lealtä si no de las comunidades y especial de Valladolid.) 

Sandoval, I, p. 313. 

98. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 30. Januar. 

Die Junta erfahre durch die kaiserlichen Secretäre, ,todo el secreto' und die Weisung, 
sich aus den kaiserlichen Drohungen nicht viel zu machen. 
Pap. 

99. 

Valladolid, 30. Januar. 

Plünderung des Hauses des Dr. Qumel. 

Pap. vom 2. Februar. 

100. Die Infantin an den Kaiser. 

Tordesillas, 31. Januar. 

Ueber den Tod der Maria de Cartama. 

Pergenroth, Suppl. nr. 82. 

101. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 31. Januar. 

Rocommandation des Lic. Lerma für die vara de Alcalde de Corte durch den 
Cardinal. 
Pap. 

102. Der Graf von Haro an den Kaiser. 

Tordesillas, 31. Januar. 

Padilla habe von Cigales aufbrechend das Haus des Grafen von Benaviente ver- 
brannt (y dejando aportillado el lugar amagaron ir a Simancas). 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



.53 



103. Der Cardinal und Almirante an den Kaiser. 

Tordesillas, 31. Januar. 

Zu Gunsten der Söhne des Philipe de Mauleon, der mit 130 deudos y amigos suyos 
vor Tordesillas rückte und bei der Einnahme getödtet wurde. 
Pap. 

104. Lic. Polanco an den Kaiser. 

Tordesillas, 31. Januar. 

Der Cardinal wünsche nach Burgos zu gehen, der Almirante widerstrebe. 
Pap. 

105. Ararijo de Sosa an den Condestable. 

Villalba, 31. Januar. 

Padila wollte nach Medina und der Bischof nach Burgos (por manera que ellos 
se apartan tambien se ha hablado en venir aqui en esto lo erraran). 

(Quando el conde, mi Senor, la carta escriviö no sabia que Amp udia digo la fortaleza 
tomö a noche el obispo y Juan de Padilla diose con que ä los que estaban dentro se 
fuesen con sus caballos y su ropa, ahora estan en consejo que el de Padilla quiere ir 
h, Medina y el obispo ä Burgos y para manana lunes se porna por obra lo que han 
de hacer.) 

Pap. 

106. 

Valladolid, 31. Januar. 

Aufgebot der Junta, dass das Volk und Juan de Padilla dem Juan Bravo ent- 
gegenziehe. 

Sandoval, I, p. 315. 

107. Der Präsident und die Uditoren der Chancilleria an den Kaiser. 

Valladolid, 1. Februar. 

Am 21. Januar sei ihnen das kaiserliche Mandat zugekommen, Valladolid zu ver- 
lassen. Sie seien aber durch einen Aufstand mit Gewalt gehindert, es zu befolgen. 

Pap. 

108. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 1. Februar. 

Empfiehlt Christoval de Saldana. 

Pap. 

109. Der Marques von Mondejar an den Kaiser. 

Alhambra, 1. Februar. 

Die Comunidades in Murcia hätten beschlossen, sich ruhig zu verhalten. Von den 
Moros in Granada befürchte man das Schlimmste. 

Pap. 

110. Der Bischof von Astorga an den Kaiser. 

Astorga, 1. Februar. 

Cardinal und Almirante hätten mitgetheilt, es handle sich um Bildung einer grossen 
Heeresmasse zum Dienste des Kaisers. 

Pap. 



54 



Höfler, 



111. 

Valladolid, Anfang Februar. 
Unterhandlungen des Fray Gareia de Loaysa von Talavera, General der Dominikaner, 
mit D. Pedro Laso. 
Saudoval, p. 315. 

112. 

Worms, 2. Februar. 

Conseil in Bezug auf Spanien. 
Brewer, III, App., p. 429. 

113. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 2. Februar. 

Beklagt sich über die Unthätigkeit der Granden in Tordesillas. 

(El obispo de Zamora es agora el que nos da la guerra hase acercado ä 8 y 10 
leguas de aqui y trae 2000 infantes y 200 lanzas y ciertas piezas de artilleria y torn6 
ayer a im lugar del conde de Castro Cordovilla y le saqueö y tornö la fortaleza sin 
haber quien le resista. — Don Pedro Manrique hijo mayor del conde de Paredes esta 
en Paredes aquella villa esta tal que recibirä al obispo de Zamora y obedecera cual- 
([uier mandamiento de la junta como dentro en Valladolid. El esta en la fortaleza.) 

Pap. — Sandoval, I, p. 416. 

114. Lic. Vargas an den Kaiser. 

Burgos, 2. Februar. 

Klage über den Bischof von Zamora. Alles Uebel sei von Medina del Campo aus- 
gegangen; der Kaiser solle die Einwohner ächten. 

(El obispo de Camora anda muy suelto por tierra de campos y dice que trae 
2000 peones y 400 lanzas aunque yo creo que la gente de caballo no es tanta. El roba 
todos los lugares pequenos que puede y por ser perlado atrevese ä las iglesias y dejalas 
sin cuidado de tener que guardar y ä los lugares grandes rescatalos y componelos por 
que no les haga guerra aca.) 

Pap. 

115. Der Herzog von Albuquerque an den Kaiser. 

Cuellar, 3. Februar. 

Bittet um Beschleunigung seiner Ankunft. 

116 

TT . • n -n Sevilla, 2. Februar. 

Unruhen in Sevilla. 

: m 117. 

Valladolid, 3. Februar. 

Einzug des Juan Bravo mit 600 Mann (trotz der Vorkehrungen des Grafen von 
Haro). 

118. 

Sevilla, 3. Februar. 

Testimonio de. la capitulaciön entre los duques de Arcos y de Medina-Sidonia fecha 
en Sevilla. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



55 



119. El conde de Haro an den Kaiser. 

Tordesillas, 3. Februar. 

Da die Contingente von Salamanca und Avila sich mit Juan de Padilla vereinigen 
wollten, habe er die Brücke bei Valdestillas besetzen lassen. 
Pap. 

120. Die Stadt an den Kaiser. 

Sevilla, 4. Februar. 

Bericht über die Zwistigkeiten des duque d'Arcos mit dem von Sidonia, und die 
Vermittlung durch den Assistente, den Capitan de las Galeras und die Oidores. 
Pap. 

121. Der Herzog von Medina-Sidonia an den Cardinal. 

Sevilla, 4. Februar. 

Bericht über seine Bemühungen, Andalusia und Sevilla im k. Dienste zu erhalten, 
sowie über die Treulosigkeit des duque d'Arcos und des Grafen von Urena, die in 
Sevilla eindrangen. 

Pap. 

122. Die Duquesa de Medina-Sidonia, Donna Anna de Aragon, an den Kaiser. 

Friana, 4. Februar. 

Unterstützt das Schreiben ihres Mannes und verlangt Entfernung des Assistente. 
Pap. 

123. Don Juan de Velasco an den Kaiser. 

Sevilla, 4. Februar. 

Er habe an Don Garcia de Padilla über die Unruhen in Sevilla geschrieben, damit 
dieser an den Kaiser berichte. 
Pap. 

124. Die Stadt an Don Pedro Giron. 

Valladolid, 5. Februar. 

Zeugniss der ,lealtad' für Don Pedro Giron, welcher Don Pero Laso als Urheber des 
Zuges nach Villalpando angegeben. (Sandoval, I, p. 343.) 

Pap. 

125. Der Herzog von Medina-Sidonia an den Cardinal. 

Sevilla, 5. Februar. 

Ueber die Vorgänge in der Stadt Sevilla. 
Pap. 

126. 

Valladolid, 5. Februar. 

Antwort der Stadt auf die Anerbietungen des Fray Geronimo de Padilla im Namen 
des Grafen von Benavente. 

Pap. 

127. 

Valladolid, 5. Februar. 

(Para Portilio.) Zusicherung gegen Feindseligkeiten. 



5fi 



Höfler. 



128. Sancho Martinez de Leyva an den Kaiser. 

Sevilla, 6. Februar. 

Weitläufiger Bericht über den Streit der Herzoge von Arcos und Medina-Sidonia. 

A dos dias del mes de Febrero a tres oras de la noche se supo en esta ciudad 
coroo el duque de Arcos era entrado en ella y que estaba en su casa con mueha gente 
que le acudia de la ciudad y de otra quel avia metido secreta en la casa de Medina 
se pusieron luego en armas y acudiö mucha gente ä todos de la ciudad, toda estuvo 
toda la noche en armas. Yo llame toda la gente que pudie y llame los jurados de la 
ciudad y acudieron a mi posada cuatro o cinco jurados y no mas como quiera que- 
stavan bien apercibidos y ellos bien ofrecidos y luego serian en mi posada y con toda 
la gente de sus collaciones, mas ni ellos ni la gente venieron y estos que venieron, no 
me trajeron ningun hombre. Inbie ä llamar al conde de Ayramonte y ä D, Hernando 
Enriquez y ä los Oidores questan aqui de Granada, en todo esto nunca era venido 
nada en mi posada si no el contador de la casa de la contratacion Juan Lopez de 
Recalde, queste nunca noches ni dias se quita de mi con buena compania. Los oidores 
venieron luego y D. Hernando Enriquez y D. Garcia Lopez de Cardenas y Rarniro de 
Guzman y Pero Suarez de Castilla y Francesco del Alcazar y Hernand Juarez su her- 
mano, esto son los que venieron a mi posada Imbie" ä I). Juan de Velasco a las galeras 
que estubiese ä punto, enviome ä decir que estuviese asi en armas que asi lo estava 
yo, acordamos que fuesen los oidores ä la casa de Medina y dijesen ä la duquesa que 
se acordase cuanto avia sabido k V. M. y que agora era el tiempo, en que mas le 
pudia servir y que no diese lugar a que hubiese rompimiento por que al servicio de 
V. A. cumplia. Todo estava asi para aqui como.para todo el reino en que esta ciudad 
estubiese en paz por questarlo ella, lo estavä toda el Andalusia y que para las cosas 
de Castilla V. M. era muy servido desta ciudad. Asi fueron los oidores y el Alcalde 
Leon questa aqui junto con ellos ä la duquesa, ya los oidores salian llegö el Alcalde 
mayor del duque de Arcos y me dijö-delante de dichos oidores quel duque ne enviaba 
a decir quel era venido y que su venida no avia sido si no para servir ä V. M. y para 
quo la justicia tubiese libertad de la hacer y para que no se hiciesen los agravios y 
sin justicias que se hacian y las molestas y mal tratamiento ä las puertas de la ciudad 
y por aqui otras cosas. Yo le envie h decir que segun quien el era asi se avia de 
creer que lo avia de hacer mas que yo me maravillaba mucho de que hubiese hecho 
tan gran escandalo como era su venida ä esta ciudad que pues de lo de aqui pendia 
toda el Andalusia y que hiciese esto sin licencia de V. M. que veia que no era su 
jervicio y por aqui le dije algunas cosas de las que me pareciö que convenian ä servicio 
de V. M. Les oidores fueron ä la duquesa de Medina y le dijeron lo que digo, la res- 
puesta f'ue que ya sabian cuanto ella avia servido ä S. M. y cuanto escandalo hacia la 
venida del duque de Arcos y que ella maridaria questubiese toda su gente queda mas 
quo no aseguraba que si viese que convenia poner mas recabdo en la puerta de hon- 
sario que es junto h la casa del duque de Arcos y que si sobre ello hubiese neido ä la 
casa que en aquello no lo aseguraba porque hazia lo que le pareciese, e idos los oidores 
f'ue 1). Hernando Enriquez ä su posada y D. Garcia Lopez y Ramiro de Guzman para 
Lr tambien al duque de Arcos y que fuese I). Hernando al duque, quedaron los oidores 
con migo y el contador Juan Lopez pues queste como digo nunca se quita de mi dias 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Reg ierungs jähre K. Karls V. 



57 



y noches en todo esto nunca hice si no llamar gente perdi ä los mios por llamar ä 
ellos nunca nadie vino. Anduvimos yo y los oidores contratando con los partes asta el 
dia todo lo que pudimos que no hubiese rebuelta. Vifio el dia ponense todos ä punto, 
yo enviö otra vez ä todos los jurados aque me trajan gente, tampoco trajeron al dia 
como ä la noche. Imbiö ä mis tenientes para la ciudad pregonando, que todos veniesen 
ä mi posada so pena de muerte y perdimiento de bienes y caer en mal caso. Tampoco 
acudia nadie. Sali yo y los oidores y Alcalde con los pocos que me halle y pregone 
lo mismo, hicieron lo que de antes, y yendo en esto de las gradas en la plaza de 
S. Francesco me alcanzö Pero Suarez de Castilla, fuimos a D. Hernando Enriquez y 61 
y los que digo salieron, luego imbiö ä D. Juan de Velasco que venga con su gente ä la 
plaza de S. Francesco. Yo voy y los oidores y D. Hernando y los que digo con migo 
al duque de Arcos, el qual alle con mucha compania de hombres principales y de otra 
gente. El duque como me viö venir bajo abajo casi a la puerta de la calle a me 
recibir y aun con arto trabajo segun la mucha gente que avia asi el y los que veniamos, 
nos entramos a unos corrales y yo le dije agraviando su venida ser tan escandalosa y 
intento de servicio de V. M. que tubiendole por tan servidor y que los gobernadores 
vian quel servia mucho en sosiego que tenia en su casa por que con aquel estava toda 
el Andalusia en sosiego y paz y que era cabsa de que lo estubiese todo el Reino y 
que con el alteracion quel agora avia hecho que todo lo de aca y de Castilla era 
revuelta y que considerando los escandalos que de su venida ä esta ciudad bernian, 
los gobernadores le avian mandado que no veniese a ella y que yo le avia 
enviado a mi teniente el doctor de la Gania a le requerir con la cedula y que segun 
lo mucho que alla se avia detenido el Dr. de la Gama y aunque no era venido el cual 
avia llevado el original, mas que alli tenia un treslado autorizado con el cual le requiria 
y la mandaba que luego se fuese y que derramase toda la gente, en esta sazon eran ya 
llegados al campo D. Luis Ponce, padre del duque y de D. Rodrigo Giron y con arta com- 
pania de gente pareceme a mi que serian mil de cavallo y 3000 peones que tenian ya la 
puerta del honsario ques cabo la casa del duque. El duque me respondiö lo mismo que 
me avia enviado a dezir con su Alcalde mayor y mas que el se maravillaba de lo que yo 
decia que los gobernadores le tubiesen por servidor de V. M. le mandaban que no 
veniese a Sevilla donde el tenia su casa y su asiento y servia ä V. M. y que por una 
parte le mandava esto el Condestable como governador y por otra tenia carta del 
Rev mo Cardenal en que por ella me mandava, que le mirase como servidor de V. M. y que 
el no decia que al duque de Medina no se le hiciese merced por lo que avia servido 
por quel mas merecia que volverle sus fortalezas que a Gibraltar le avian de dar, mas 
que por esto el no avia de ser mirado como deservidor pues era servidor y por aqui 
otras cosas, y en efeto quel no avia de salir pues no venia si no a servir. Visto que 
por aqui no llevava remedio y que se esperaba tanto dano, los oidores e yo le hablamos 
en medios y el duque dijo, que ä el le plazia de toda concordia con tanto que las 
puertas se abriesen y que le volviesen cuatro tiros de artilleria que le tenian y unos 
paveses que tenian con sus armas y que en lo demas que lo pornia en mis manos y de 
los oidores con que fuese la justicia igual. Con esto fuimos ä la duquesa de Miranda 
(Medina?) yen saliendo de casa del duque de Arcos envidme ä decir D. Juan de Velasco 
que que le mandave hacer que el estava en la plaza de S. Francesco, imbiele ä decir que 
estuviese quedo, yo fui luego a la plaza de S. Francesco donde halle" h Don Juan de 

Denkschriften der phil.-histi, Cl. XXXIII. Bd. 8 



58 



HöKLEE. 



Velasco como quien el es muy bien armado en blanco y un sayon de brocado con mil 
gentilezas y muy ricas cubiertas de brocado y con el el capitan Espinosa y Sarmiento 
v con obra de 400 infantes inuy bien armados y de muy buenas escopetas y de muy 
buenas picas y alabardas y seis tiros de artilleria en medio de su gente en sus carre- 
toncicos y su bandera Real por cierto el estava tal que V. M. le deve hacer muy largas 
mereedes, por que el asosegö todo esta Andalucia. De ay fue D. Juan de Velasco y 
los oidores 6 yo ä la duquesa de Medina y quedaron los capitanes y su gente en la 
plaza de S. Francesco con mi teniente Guerrero y allamos en la casa de Medina arta 
gente aunque no tanta gente principal ni tantos de cavallo como los otros y a la duquesa 
se le dijo lo muclio que avia servido ä V. M. y pues todo su fin no era si no el ser- 
vicio de V. M., que inirase quanto deservia en que liubiese aqui rompimiento y por 
aqui se trabajo todo lo posible con ella los oidores y D. Juan de Velasco y yo. La 
Duquesa dijo que su fin no era sino servir ä V. M., y que ella lo ponia en nuestras 
manos. Con esto volvimos al duque de Arcos. Bien puede creer V. A. que se pasarian 
algunos trabajos en estos tiempos por que no se revolviesen y en el remedio de proveer 
lo pasado esto me envio ä decir el conde de Ayamonte y que le mandava dije que 
estuviese en su casa y cua'ndo algo hubiese que veniese a mi. AI duque de Arcos se 
le dijo la respuesta de la duquesa de Medina y el dijo quel tambien avia dicho que 
lo ponia en nuestras manos que primero que firmase le aviamos de decir que era en 
lo que aviamos de entender y mandar en fin que otras veces obimos de volver del 
duque- de Arcos ä la duquesa de Medina y con artos trabajos segun la mucha gente 
que avia y muchos revolvedores en fin se liizo este asiento, que ä V. M. envio; en esto 
vino la noclie y el miedo de ser saqueada la ciudad era muy grande y la gente del 
duque de Arcos toda la mas estava en el campo junto a la puerta del lionsario. Yo 
anduve toda la noche por la ciudad con toda la mas gente que pude y toni6 dos puertas 
de la ciudad. Don Juan de Velasco sacö este dia en anocheciendo al duque y duquesa 
de Medina y a D. Juan Alonso conforme ä la capitulado y levölos a sus galeras y no 
se viö en poco en meter ä la duquesa en la galera por que ella despues que cayö en 
el rio no osa pasar por la puente ni tampoco por barco. Bien era media noche y 
estava al canto del agua D. Juan de Velasco le hizo un rebato echizo y con el temor 
que ä la duquesa pusieron de todas partes, con esto entrö en la galera. Yo saque al 
duque de Arcos asi conforme ä lo capitulado y dejele en el campo y volvi ä poner 
cobro en la ciudad. 

Otro dia ä las nueve de la manana podrian ser yo andando tomando las puertas de 
la ciudad y entregandolas ä Pero Xuarez de Castilla ya que no me quedava mas de 
puerta de tomar, llegö uno de D. Hernando Enriquez a mata cavallo a mi diziendo: Don 
Hernando dize que ha ido nueva ä la gente del duque de Arcos que van los del duque 
de Medina sobrellos y los del duque de Arcos han tomado ä entrar y el duque 
estava en Torreblanca una legua de aqui, yo fui ä rienda perdida y alle a los 
de la casa de Medina ä todos en armas y ä este tiempo se sacö de la galera el 
duque de Medina que lo llevaban los suyos plugo ä Dios que se detuvo. Los de la 
casa de Medina comienzan ä dezir que los otros venian a ellos y que los andavan ma- 
tando por la ciudad, asosegue all i lo que pude y era tanto el alboroto que lo tuve por 
perdido fui a las gradas y mande que todos los regidores veniesen y sacasemos el pendon 
de la ciudad contra los que fliesen en no guardar lo asentado. Venieron tan pocos 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



59 



regidores conio el dia pasado. En la plaza de S. Francesco tope al Alcalde de la chan- 
cilleria y a los oidores que las gradas (salieron) y ellos fueron todos corriendo ä detener 
la gente del duque de Medina e yo fui a detener la del duque de Arcos. Alli alle ä 
D. Juan de Velasco detuviendolos eran tantos los revolvedores y los levantamientos que 
se ievantaban por revolverlos, que era cosa que no se puede dezir, dimonos tanta priesa 
que corrimos tanto de los unos ä los otros deziendolos que ya los otros eran idos y que 
quebraban la capitulacion ellos y que todos seriamos contra ellos. Plugo ä Dios que los 
tornamos de su mal proposito y asi estamos hasta agora que el duque de Arcos es ido k 
Mairena y el duque y la duquesa de Medina estan en Olivares que es 3 leguas de aqui. 
Crea V. M. que os han servide estos oidores y Alcalde tambien y son dignos de mercedes. 

Estas dos casas quedan muy enemistadas y cada una de las partes ha de tra- 
bajar por volver aqui cuando no pudieren por bien buscarän otras maneras en especial 
la duquesa de Medina que le pena mucho no estar en Sevilla y segun las muchas ma- 
neras que se buscan para revolver por todas partes, yo determinö asta que otra cosa 
V. M. me mande de tomar 200 soldados y tenerlos aqui con migo y con estos y con lo 
de Juan de Velasco estaremos de manera, que quien se revolviere, tenga trabajo con 
nosotros, y no se maraville V. M., que me atreva ä hacer esto sin consultarlo, que agolo 
porque no ay tiempo para ello y por lo que conozco ques menester, y si viere que mas 
conviene, mas hare y andare con el tiempo por que Senor mas me quiero atrever ä 
V° hacienda que ä V. honra ni ä la mia cuanto mas que de la paz de aqui es de toda 
el Andanlucia de aca y de las Indias esta en la paz de aqui. 

Suplico a V. M. que scriva ä I). Juan de Velasco haciendole saber que abeis sabido 
de mi los servicios que ä V. M. ha hecho que en verdad para quien sabe las cosas de 
los pueblos y las cosas de otras gentes sabrä que ha servido ä V. M. de manera 
que os ha asegurado este reino del Andalucia y de Granada de donde agora depende 
de aqui todo esto y aun parte de Castilla y asi se deven de hacer las mercedes como 
lo merecen los servicios. Plega a N. S. que cumpla los deseos de V. M. como desea. 

De Sevilla ä 6. de Hebrero el sabado dia de N a S a de mailana Valencia de Bena- 
vides avia prendido ä D. Francesco de Leon un hermano del duque de Arcos junto con 
las guardas yendo solo el D. Francesco de que la ciudad se sintiö mucho de prender 
Valencia de Benavides a nadie sin mandamiento de la justicia y levarlo a casa del 
duque de Medina y no llevarlo la justicia. 

Los pies y manos de V. M. besa Sancho de Leyva. 1 

129. Der Duque de Arcos an den Condestable. 

Mairena, 6. Februar. 

Ueber die Unruhen in Sevilla. 

Pap. 

130. Der Duque de Arcos an den Kaiser. 

Maireua, 0. Februar. 

Ueber die Unruhen in Sevilla (Rechtfertigung). 

Pap. 

i Es ist auffallend, dass von diesen wichtigen Vorgängen in Sevilla Don Antonio Benitez keine Kunde hatte. Die übrigen 
weitläufigen Sehreiben glaubte ich übergehen zu dürfen. Die schmucklose Erzählung Sancho de Leyva's trägt den Stempel 
unentstellter Wahrheit an sich. 

8* 



60 



Höfler. 



131. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 6. Februar. 

Berichtet über die Beschwerde des Nuntius in Betreff der ihm in Valladolid ge- 
schehenen Unbilden. Fray Bernaldino sei eine der gefährlichsten Persönlichkeiten. Der 
Bischof raube ungescheut. Padilla bedrohe Simancas. Klagen über den Grafen Haro. 

El obispo de Zamora anda por tierra de Campos robando y haciendo infinitos excesos, 
es cosa de pietad ver el estado destos reinos que ya no ay persona que seguramente 
pueda ir por ellos que ö vaya el hombre solo ö acompanado, no se puede escusar, ser 
robado y que ya dicen que se roba aca como en tiempo del Rey D. Enrique. 

Pap. 

132. Don Juan de Yelasco an den Condestable. 

Sevilla, 6. Februar. 

Ueber den Herzogsstreit. 

Pap. 

133. Don Juan de Yelasco an den Kaiser. 

Sevilla, 7. Februar. 

Ueber den Herzogsstreit und die Verdienste des Asistente Sancho Martinez de Leyva. 

Pap. 

134. 

Rambla, 8. Februar. 

Testimonio de la confederacion de las ciudades de Andalusia contra las comunidades. 

Pap. 

135. P. Martyr an den Marques von Mondejar, Bruder der Donna Maria de Pacheco. 

Valladolid, 8. Februar. 

Die k. Kanzlei wird aus Valladolid verlegt. Donna Maria mariti ipsa maritus. 

Ep. nr. 711. 

136. Sancho Martinez de Leyva an den Kaiser. 

Sevilla, 9. Februar. 

Im Anschlüsse an den Bericht vom 6. Februar über Sevilla. Der Herzog und 
die Herzogin von Medina stünden in Olivares, drei Stunden von Sevilla, und zogen 
Truppen an sich, der Herzog von Arcos in Mairena, vier Stunden von Sevilla, mit 200 bis 
300 Pferden. 

Pap. 

137. Der Graf von Benavente an den Cardinal. 

Beuavente, 9. Februar. 

Bereitwilligkeit, nach Tordesillas zu gehen. 

Pap. 

138. Der Graf von Benavente an beide Gobernadoren in Tordesillas. 

Beuavente, 9. Februar. 

Er habe ihre Aufforderung in Betreff der Bedrohung von Tordesillas durch Padilla 
erhalten und sei bereit aufzubrechen. 
Pap. 



Zur Kritik und. Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



61 



139. Hernando de Yega an den Kaiser. 

Tordesillas, 9. Februar. 

Man erwarte den Vormarsch Padilla's auf Simancas. Verwirrung in Tordesillas. 
Pap. 

140. Carta de Sanchö Martinez de Leyva ä S. M. 

Sevilla, 9. Februar. 

in Uebereinstirnmung mit dem Berichte vom 6. Februar. 
Pap. 

141. Hernando de Vega comendador mayor de Castilla ä S. M. 

Simancas, 10. Februar. 

Nach den Berichten der Spione gelte es jetzt Simancas. (El conde de Alva y 
D. Beitran de la Cueva y D. Juan de Ulloa y D. Juan de Silva mi yerno y D. Diego 
su hermano y Fonseca el de Salamanca son venidos agui.) 

Pap. 

142. Yargas an den Kaiser. 

Burgos, 11. Februar. 

Beruft sich auf den mündlichen Bericht Lope de Hurtado's. 
Pap. 

143. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 11. Februar. 

In gleicher Art. 
Pap. 

144. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 11. Februar. 

Zu Gunsten Cristobali's de Saldana. 

Pap. 

145. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 11. Februar. 

Estamos cierto en mucho trabajo en conservar lo do alla (Sevilla). En Valladolid 
hacen grandes aparejos el obispo de Zamora y Padilla para venir sobre Simancas 
con todo el artilleria. 

Schreibt über Sevilla. Man fürchte weder den Zug Padilla's und des Bischofs 
nach Simancas, noch nach Torre Lobaton. Heute sei die Nachricht von der Zerstörung 
des Hauses des Grafen von Benavente in Cigales angelangt. 

Aunque ä todos los del consejo parece que V. A. es obligado a ello (Zumel und 
Andere zu entschädigen) ä mi muy recia cosa me parece que se haya de complir con 
todos los que han recebido dano en su R. servicio. 

Pap. 

146. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 11. Februar. 

Der Bischof sei, nachdem er die fortaleza de Cordovilla genommen und verbrannt, 
nach Eromesta gegangen, das durch Ablieferung der Kreuze, Kelche, Patenen die Brand- 
schatzung von 500 Dukaten bezahlt, und stehe jetzt in Valladolid. Padilla sei in Medina 



62 



HüFLER. 



del Campo gewesen, die Contingente von Avila, Segovia und Salamanca an sich zu 
ziehen. Die Dorncapitularen seien aus Toledo vertrieben. Alcala habe den Don Fran- 
cisco de Mendoza vertrieben, der jetzt in Guadalajara sei. 

Pap. 

147. Der Präsident des k. Käthes an den Kaiser. 

Burgos, 12. Februar. 

Das seien Betrüger, die dem Kaiser riethen, allein und ohne Heer zu kommen. 

Pap. 

148. D. Beitran an den Kaiser. 

Burgos, 13. Februar. 

Die Ursache der Zerstörung des Reiches seit dem 5. December sei die Theilung 
der Gobernadoren (la division de los gobernadores y su residencia en distintos lugares. 
Que la diversitad de parecieres ha impedido, que los breves del Papa no se hayan intimado 
al obispo de Zamora como tambien la formacion del proceso contra las comunidades). 

Pap. 

149. 

Valladolid, 13. Februar. 

Unterhandlungen zwischen den Caballeros und der Junta. Andalusia bietet den 
Königlichen Hilfe. 

P.-Martyr, Epist. n. 712. 

150. Die Stadt Ecija an den Kaiser. 

Ecija, 15. Februar. 

Entschuldigt sich, wenn sie der Conföderatiön von Eambla nicht in allen Punkten 
beipflichtet. 
Pap. 

151. 

Ajoferia, 15. Februar. 

Die Domherreh von Toledo, welche aus der Stadt getrieben worden waren, den 
Dechanten Carlos de Mendoza an der Spitze (Fr. Lopez de Ayala, Bacal. Cavallo, Fer- 
nando de Fonseca, Pero Suarez da Guzman, Don Antonio de Rojas, Don Pedro de Men- 
doza, Lic. Pena, obispo Campo, Don Diego obispo de Paula) melden dieses dem Kaiser. 

Garnero p. 121. 

152. 

Olivarez, 15. Februar. 

Credencial des Herzogs von Medina-Sidonia für Juan de Herrera an den Kaiser 
über die Vorgänge in Sevilla. 
Pap. 

153. Der Protonotario Erias an Dr. Beitran. 

... 15. Februar. 

Ueber seine Kundschaft bei den Junteros. 

Que sc babia bajado mucho la colera de los alborotadores y con tal su dis- 
cordia que querian matarsc unos ä otros. Que no es cierto que como propalan, tengan 
7000 hombres, pero quo aunque asi fuese esta seguro de que lo menos 5000 estaban 
de parte del Hey. Que aunque se dice quo van contra Simancas, no lo cree, per6 que 



Zur Kritik und. Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



63 



convenia vi vir muy alerta y que puesto que el Condestable tenia gente y artilleria de 
que poder disponer, creia conveniente que con el pendon de Burgos y la bandera Real 
fuese sin tardanza sobre Valladolid por estar seguro de que se abririan las puertas. 
Pap. 

154. Carta de la Junta ä Burgos. 

Valladolid, 15. Februar. 

Pap. Ohne nähere Angabe des Inhaltes. 

155. 

Burgos, 16. Februar. 

Das kaiserliche Decret von Worms, 17. December 1520, wird von dem consejo 
ausgefertigt, en la placa mayor desda ciudad de Burgos, cabeca de Castilla, angeschlagen 
(Sand. I, p. 448) und an der placa mayor de Valladolid (Apendice zu Alcocer, p. 141, Note). 

156. 

Valladolid, 17. Februar. 

Feierliche Anrede Padilla's an das Volk. 
Höf ler, Aufstand S. 191. 

157. 

Tordesillas, 17. Februar. 

Der Almirante sucht die Königin zur Unterschrift zu bewegen. Widerspruch der 
Granden. 

Bericht des Marques de Denia, 21. Februar. Bergenroth nr. 83. 

158. 

Valladolid, 17. Februar. 1 

Geheime Unterhandlungen des Ortiz mit dem Almirante in Betreff Don Pero Laso's. 
Sand. VIII, §. 38, 39. 

159. 

Valladolid, 18. Februar. 

Auszug Don Juan de Padilla's gegen Zaratan. 

Die Junta ernennt Don Pero Laso und den Bachiller de Guadalajara zu Unter- 
händlern. 

Schreiben des Cardinais vom 21. Februar. 

160. 

Zaratan, 18. Februar. 

Kriegsrath in Betreff Torre Lobaton's. 

161. Giovanni Badoer an die Signoria von Venedig. 

Celles, 20. Februar. 

Berichtet über K. Franz, der in Spanien und Italien den Krieg beginnen wolle, 
wenn K. Karl den Tribut für Neapel nicht zahle. 
R. Brown n. 166. 



1 Monasterio de S. Clara, dia de camestolendas (Sexages.?;. 



64 



Höfler. 



162. Hernan Perez an den Kaiser. 

Irun, 21. Februar. 

Lope Hurtado habe die Boten der Junta, den Frayle Pablo und Sancho Zimbron, 
getroffen, sie dürften durch Navarra gegangen sein. Vizeaya und Guipuzcoa seien ruhig. 

Guerra de Navarra Ms. 

163. Don Juan Pedro de Ayala an seinen Sohn Don Juan. 

Valladolid, 21. Februar. 

Fray Francisco de los Angelos sei mit einer Credenz des Almirante gekommen 
zum Zwecke einer Conferenz, der nichts im Wege stehe. 

Pap. 

164. Die Procuratoren von Toledo an ihre Stadt. 

Valladolid, 21. Februar. 

Dass, als zum Zwecke der Pacification eine Conferenz von Abgeordneten von Tordesillas 
und der Junta stattfinden sollte, man in Valladolid Don Pero Laso nicht habe ziehen 
lassen und ebenso auch nicht die Procuradores von Toledo, weshalb diese sich ent- 
schlossen hätten, nach Toledo zurückzukehren. 
Pap. 

165. El marques de Denia ä S. M. 1 

Tordesillas, 21. Februar. 

La Reina N. S a estä buena a N. S. gracias aunque con la muerte de Maria de Car- 
tama tiene mas trabajo y nos le lä porque hasta agora no habemos podido acabar que 
'S. A. se sirva de otra muger ha tomado dos muchachos para que barran y limpian 
su camara de edad de 12 afios el uno flamenco el otro castellano. La S a Infante esta 
buena ä Dios gracias besa los pies y las manos de V. M. sera bien que V. M. le scriba 
siempre rogandola que mire mucho por el servicio de la reina N. S a y que haga lo 
que la marquesa e yo suplicaremos a S. A. pues no le habemos de suplicar cosa que 
no covenga ä V. servicio e suyo esto suplico a V. M. haga por que conviene. 

Estos dios pasados escrivi ä V. M. lo que hasta entonces habia que decir lo que despues 
ha sucedido es que los rebeldes han estado siempre en Valladolid enviando gente por 
los lugares de las comarcas ä cobrar las rentas de V. M. y ä saquear lugares y a 
roballos. De aqui no ha hecho resistencia como nos parescia ä algunos que se pudiera 
hacer por las causas que Riafio mi criado dira: muchos dias ha que estan los rebeldes 
para salir de Valladolid y para esto han adrecado todo lo que han podido y para pagar 
la gente han tomado los depositos y plata de S. Pablo y de S. Benito. (Juan de Padilla) 
saliö con la gente ha dos dias, esta en Qaratan una legua de Simancas tienese por cierto 
que vornan alli, estä reparada y proveida de gente. El Comendador mayor de Castilla 
se fue alli e asi lo ha hecho todas las veces que ha venido nueva que venian alli los 
traidores y en cesando esto se torna aqui donde sirve mucho como siempre lo hizo. 
Agora en Simancas esta haciendo lo mesmo y ha aprovechado mucho su ida asi para 
reparar aquella villa V rfl como para la conservacion de los vecinos della que en esta 



' Antwort des Kaisers s. d. Bergenroth nr. 84. Der nachfolgende Bericht fehlt bei Berkenroth 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten -Regierungsjahre K. Karls V. 



G5 



tecla de comunidad todos tocan poco 6 mucho, aqui hace arta falta para todo que toca 
al servicio de V. M. aunque alla aprovecha arto como lo hace siempre donde esta. 

El conde de Albadeliste se fue ä Simancas con 200 soldados muy buenos que 
tiene, aqui dejö toda su gente de cavallo, este sirve como verdadero servitor de V. M. 
sin tener otro ningun respeto, muchos cavalleros mancebos se fueron a Simancas los 
cuales en esto y en todo han mostrado la voluntad que tienen ä V. servicio. 

El conde de Benavente y marques de Astorga vinieron aqui a 16 deste trugieron 
gente de cavallo y no infanteria por que no ge la han pedido. Dejanla apercebida en 
sus tierras — han servido y sirven con la voluntad y obligacion que tienen. 

Aca ha habido alguna manera de tratos con estos rebeldes y aunque esto ha sido 
contra voluntad de algunos de los que aqui estamos pareciendonos que se perdia auto- 
ridad y que no se esperaba hacer ningun provecho al reino e asi creo que sera el fin 
de los tratos, esto digo para que si ä V. M. no le parecieren bien no crea que avemos 
cabido en ello las personas que aqui estamos. Entre los rebeldes ay mucha discordia, 
es verdad que en el mal que hacer siempre se conforman todos por que son de una 
voluntad y tambien la hay entre Valladolid y ellos aunque aquella villa esta tan danada 
que en el mal tambien se conforman con ellos. 

El Condestable ha acabado los cosas de Burgos como V. M. habra sabido e asi en 
estas como en todo lo que mas se ofreco en V° servicio ha hecho y hace todo lo que 
conviene sin tener otro ningun respeto. Agora ha scrito aqui que vernan el y el duque 
de Najera con buen golpe de gente de infanteria y de cavallo y con 6 piecas de artil- 
leria gruesa y otras piecas de campo, gran bien seria su venida por que su persona 
aprovechara mucho y con la gente y artilleria y con la que aca hay dejado recado en 
lo de aqui y Simancas y Arevalo podrä salir esercito en el campo asi para castigar 
estos traidores como para remediar los males que andan haciendo por los lugares e 
iglesias y agora cobran el servicio del afio pasado porque vea \. M. si se movieron 
a estas cosas por el bien del reino para el remedio desto y de todos los males que 
aca ay que son muchos mas de los que se pueden desir, conviene que Y. M. venga lo 
mas presto que pudiere por que los traidores destruyen por su parta el reino y los que 
servimos ä V. M. ni os servimos ni aprovechamos tanto como debriamos y pues este 
reino es de V. M. venga ä remediallo y asi gelo suplico y requiero con Dios. 

El S° rey de Portugal muestra en estas cosas el deudo y amistad que con V. M. tiene 
y asi presto 50000 duc. para este negocio al Condestable y agora se le ha enviado a 
pedir de aqui polvora y salitre y con muy buena voluntad ha enviado 100 quintales 
de polvora y 20 de salitre los cuales vernan daqui ä 10 dias, he sabido que esta quejoso 
por no habeile dado V. M. parte destas cosas y pues demas del deudo es tan necesario 
conservar su amistad y S. A. ha mostrado en obra la voluntad que tiene de complacer 
ä V. M. que razon es que en obras y palabras se le de todo contentamiento y por que 
aun la S a Eeina como quien tanto desea el servicio de V. M. me ha scrito el sentimiento 
que desto tiene a V. M. Suplico lo mande proveer y remediar luego y de aqui adelante 
V. M. se comunique mas con el pues le ha tomado por hermano. Su embajador quo 
aqui esta procura todo lo que puede en servicio de V. M. y asi es razon que le scriba 
dandole las gracias dello que en verdad 61 las merece y mercedes y ä los gobernadores 
que en las cosas que pidiere el Sr Rey de Portugal procuren de hacelle todo servicio 
como es razon. 

o 

Denkschriften der phil.-liist. Cl. XXXIII. Bd. 



66 



Höfler. 



Lo que lie pasado en Sevilla V. M. lo sabra si se hubieran castigado las personas 
que tomaron V° Alcazar y justicia no se ubiera seguido lo que agora tenemos gran 
sospecha salido el duque y Duquesa de Medina de aquella ciudad que la tenian en ser- 
vicio de V. M. no se ponga en comunidad que seria gran dano por todo el Andalucia. 

Los procuradores que aqui se tomaron, stan presos algunos como es razon y sueltos 
otros a pidimiento de algunos, y pues estos han hecho tantos males razon es que sean 
castigados conforme ä justicia y que los que stan presos estan a bueno recaudo y los 
sueltos se tornen a prender y se haga justicia, pero esta debe de ser con consulta de 
V. M> o por todos los gobernadores y presidente y consejo y esto mismo suplico ä 
V. M. niande que se liaga en lo de los criados desta casa que son sido traidores y 
causa de la venida aqui de los rebeldes. 

En lo de los oficios que tenian los que fueron traidores que V. M. manda que se 
pongan en ellos entre tanto que V. M. en buena hora viene ä estos reinos otros de los 
que tienen asiento en los libros de la Reina N. S. y de Y. M. asi lo he hecho y hago 
y he mostrado el capitulo de la Carta que V. M. ine escrive al Sr. Cardenale y al Al- 
miran te por que han proveido algunos oficios destos y yo no los he querido admitir, 
ä V. M. suplico mande proveer lo de aqui en todo como convenga a su servicio y no 
de lugar ä que aqui haya si no criados vuestros o de quien V. M. tenga entera con- 
fianza por que cuando otra cosa fuese no podiendo yo servir ä V. M. como debo y 
querria por mejor abre suplicalle nie mand6 servir en otra cosa y por que el esperiencia 
de las pasadas y desta basta para que V. M. lo mande proveer no digo mas cuanto 
a esto si no que asi lo suplico ä V. M. lo mande y no permita otra cosa porque en 
verdad no conviene a \ servicio y me haga merced de los oficios que le he enviado 
ä supliear para algunos criados mios que son personas que serviran bien. V. M. deve 
mandar servicio ä todos los grandes y Caballeros del reino se muestren en V° Servicio 
como son obligados por que he oido decir que V. M. no ha scrito ä muchos aunque el 
negocio es de calidad que sin escribirselo lo deben hacer. 

No son venidas aqui la Marquesa ni mi hermana por que no estan seguros los caminos 
y con todo esto me habia determinado de enviar por ellas si no que sta el aposamiento 
ocupado con el Almirante y su muger. Venido el Condestable bien creo que determinarän 
salii* daqui todos por que asi nos paresce que conviene al servicio de V. M. y para el 
remedio del reino mande V. M. ver lo que ver en cifra. (Bergenroth p. 374.) 

Maria de Cärtama muriö como a V. M. he escrito tenia unos 5000 m. mas., de juro 
de por vido de los viejos situados en Cordova, dejo tres hijos y pues esta serviö tanto 
y acabö en esto, suplico ä V. M. haga merced a sus hijos destos 5000 m. como ella 
los. tenia. 

N. S. V a Cesarea Mayestad conserve. etc. 

(De manu del Marques): El Almirante anda muy negociado en curar a la ßeyna 
N. S. y como quiera quo desto V. M. era servido no se deva pensar sin V° manda- 
miento cuanto mas hacer esto seria otra resurrecion de Lazaro. De V. M. humile 
siervo. El Marques. 

Papel aparte. Bergenroth nr. 83. (Estos dias. — De V. M.) Dann heisst es: 
IIa ©uatro dias que el Almirante entrö ä la Heina N. S. y la dijo que firmase 
S. A. que se iba a perd'er el Reino. S. A. respondiö que no podia que estaba ocupada, 
tornogelo a porfiar en lin que S. A. no lo hizö ni lo harä a poder que yo pueda, dijele 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten .Regierungsjahre K. Karls V. 



67 



delante del Cardenal que no debia suplicar ä S. A. pues sabe cuanto deservicio de Dios 
y de V. M. era, respondiome Mota quiera que firme la Beina de Fez si no mi 
Reina 1 (Bergenr. p. 371 — 372 — veynte veces.) 

Was dann bei Bergenroth folgt: A V a Mayestad suplico — mi cryado dyra a V. M. 
fehlt im Manuscript. 

Dann folgt (Bergenr. nr. 84): Para la carta p. 372, — continuamente, p. 373. 

166. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 21. Februar. 

Berichtet über den Aufbruch Padilla's aus Valladolid am 18. Februar. Der Kaiser 
möge an den König von Portugal schreiben. Der Cardinal besteht darauf, dass der 
Kaiser nicht verpflichtet sei, seinen Unterthanen den Kriegsschaden zu ersetzen. — 

Certifico a V. A. que no ay dinero que abaste por sostener los gastos sobrados que 
se ofrecen sin poderse escusar, que estos grandes no quieren facer venir gente alguna 
sin que primero se les anticipe la paga de un mes o a los menos de 15 dias y la 
infanteria de aca es mas vellaca que alemanes que luego que no se les paga al ter- 
mino que se les deve, se amotinan y pasan a los enemigos. Quanto menos agora cada 
uno de los grandes quiere guardar lo suyo y derramar la gente para guarda de sus 
tierras y asi hay pocos que sinceramente tengan zelo entero al servicio de V. M. de 
manera que creo que si no temiesen perder sus estados, pocos se declararian en servicio 
de V. M. y las comunidades facen mas con poca gente que nos otros con mucha. 
El Almirante esta muy corrido por lo que dicen las comunidades que no quieren venir 
contra V. M. si no contra los grandes y pesale que con esto haya de pensar V. M. que 
lo que el y los otros sea por defender sus casas y no por servir ä V. M. — 

El conde de Benavente queria merced de todos los bienes y haciendas de todös 
los criados suyos que han sido rebelles ä V. M. A mi parecer que V. M. se la podria 
facer no otorgando no dando al perdon general, mas para esto no se avria no debria 
impedir la paz aunque cierto dicho conde da mucha autoridad aca en todo lo que de 
su real servicio. 

Decifrado: Quanto el conde de Benavente ha fecho embargar en sus tierras los 
dineros del servicio e de la cruzada para que de aquellos ante todas cosas se paguen 
los dafios que sus vasallos han padecido y lo restante haga entregar a V. M. como el 
a dicho ä Vozmediano, sobrello he hablado ä Don Bernaldino Pimentel declarandole 
cuanto seria cosa de mal exemplo y creo que despues que le haya hablado mudara 
dicho conde su proposito y revocara la provision que acerca desta tiene fecha. A mas 
desta creo que quando V. M. fuese llegado en estos reinos se arrepentirä de no aver 
dado poder a sus gobernadores para perdonar, porque perdonando a algunos que pare- 
ciese convenir, con ello se podrian ataiar muchos males. 

Despues de aver escrito lo dicho me han dicho el Almirante y Conde de Benavente 
que acuerdan de enviar a suplicar al rey de Portugal que les enpreste los otros 
50000 ducados y que los quieren para servicio de V. M. y que por ellos ofrescen de 
empenar a Su Serenidad unas fortalezas que dicen tienen cerca de Portugal. — Es 



1 respondiome monta que quiero que firme la Reyna de Fez syno mi Reyna. Bergenroth. 



9* 



68 



Höfler. 



menester que V. A. mande escrevir a dicho rey rogandoie haya por bien de enprestar a 
dichos Almirante y Conde de Benavente dichos 50000 ducados dandoles ellos en prendas 
aquellas fortalezas y en caso que Su Serenidad los quiera enprestar a ellos, 110 sera 
menester tomarlos enprestados por V. M. La melecina que prove con el Conde de 
Benavente en liacer hablar ä D. Bernaldino Pimentel non ha aprovechado, antes esta 
determinado de entregarse con los dineros del servicio y de la cruzada que se eojen en 
sus tierras de todos los dafios que sus lugares de Torre de Mormojon y Cigales han 
recebido e ya nos importuna que le damos la consignacion a este efecto y no sabemos 
como negarsela ni defendernos del y si no se la damos quica se ira y se llevara toda la 
gente que ha traido lo que cierto parece muy recia cosa y seria gran mengua y afruenta 
y danno para este su esercito. Como quien yo estoy en meytad del fuego que el 
Almirante y el Marques de Denia estan muy enemigos y no ay quien los pueda con- 
certar y cierto es grandisimo inconveniente especial en este sazon. — Los grandes y ca- 
valleros que acä estan no querrian que V. M. diese el perdon general. El Almirante 
dice ahora que le parece que se deva dar solamente ä las ciudades y villas pero no 
gcneralmente ä todas las personas particulares porque conviene mucho al servicio y 
autoridad de V. M. que los.mas principales que han movido y levantado estas rebelliones 
y persisten en ellas, sean muy bien castigados. No embargante esto digo que si con 
el perdon general estos reinos se pudiesen asosegar y reducir a debida obediencia me 
parece que V. M. lo devria otorgar muy largamente que despues bien se podrian 
buscar y hallarles razonables medios con los cuales se pudiesen castigar los principales 
y otros particulares y cierto me parece cosa impia e inhumana que el Almirante viendo 
que el reino se abrasa, acuerde mas de dejarlo perder todo que suplicar a V. M. 
por el dicho perdon general que por esto no se sigue que lo haya de otorgar V. M. 
en mas de lo que fuere su Real voluntad y servicio. Todo esto suplico a V. M. mande 
ver y por merced responder a todo con presteza que espantados estamos como no vienen 
postas de alla. 

Der Cardinal berichtet (vom 23.), dass das ganze Heer der Junta ausgerückt sei, 
um Torre Lobaton zu erobern. (NS.) 
Pap. 

167. Hernan Perez ä S. M. 

Yruu, 21. Februar. 

Acusando al Emperador el recivo de su cedula que le havia entregado el di antes 
el Posta Bechart y tamvien otra para el duque de Najera que se la envia mandando 
al momento. Le expone despues que ha puesto cuidado en haber ä sus manos al frayle 
y a Sancho Zimbron que no han parecido aun que Lope Hurtado de Mendoza desde 
cerca Bordeos le dia aviso que hallo aquellas personas cerca de aquella ciudad por lo 
que estraüa que no hayan parecido aun y cree que haeran tomado el Camino de Navarra. 
Que toda Vizeaya esta muy pacifica a su real servicio. Que Guipuzcoa al presente se 
halla en calma y que los que se juntaron en Hernani en su deservicio juraron en 
Ascoytia de ser todos en Uno y quo a propuesta de un bachiller de Egorreta todos 
yotaron quo si entrase algun pesquizador en la provincia lo matasen y que los que 
estan a la dervicio.de S. M. permanecen siempre leales haviendo nombrado dos personas 
para S. M. con consentimiento del Condestable de Castilla. 

Guerra de Navarra, Ms. Pa,p. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



69 



168. Der Kaiser an den Condestable. 

Worms, 21. Februar. 

Billigt die Entfernung der k. Kanzlei und der Universität von Valladolid nach 
Arevalo und Madrigal. Wenn Don Pedro Giron um Vergebung bitte, werde der Kaiser 
sehen, was zu antworten sei. Der Condestable wird ermuthigt, Burgos zu verlassen. 

Sandoval, I, p. 416. 



169. Der Kaiser an Burgos, an den Dean Don Pedro Suarez de Velasco, Senor de Guzcurrita, 

an Antonio de Melgosa regidor de Burgos. 

Citirt bei Sandov. Worms, 21. Februar. 

170. 

Zaratan, 21. Februar. 

Nachts. Aufbruch Don Juans de Padilla nach Torre de Lobaton. 

Sandoval. 

171. Lic. Vargas an den Kaiser. 

Burgos, 22. Februar. 

Schreibt über die Nothwendigkeit, dass der Condestable und der Herzog von Najera 
gemeinsam gegen Valladolid und Palencia zögen. 
Pap. 

172. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 22. Februar. 

Berichtet über die Vorgänge in Valladolid seit dem 17. Februar. Man glaube, es 
gelte Simancas. Der Duque de Najera brach am 27. Februar auf. Treue Dienste des 
Don Diego de Osorio. 

Pap. 

173. 

Torre de Lobaton, 22. Februar. 
Belagerung durch Juan de Padilla. Schlechte Vorkehrungen des Grafen von Haro. 



174. 

Palencia, 22. Februar. 

Traslado de las provisiones de la Junta sobre el encabezamiento de las rentas reales 
y el favor que debea prestar les unos a los otros en contra de los que por cualquiero 
concepto tratasen de impedir el cumplimiento de las disposiciones de la Junta. 

Pap. 

175. Eitz William an Cardinal Wolsey. 

Armoratyne, 22. (und 27.) Februar. 

Berichtet über die kriegerischen Vorbereitungen des Königs von Navarra und die 
Erklärungen des K. Franz, dass er sich in die navarresische Sache einmischen werde. 
Brewer, III, 1, 1176. 1183. 1184. 



70 



Höfler. 



176. Der Almirante an den Condestable (in Chiffren). 

Tordesillas, 23. Februar. 

Das Heer der Junta stehe vor Torre de Lobaton. Er möge so rasch als möglich zu 
Hilfe eilen, sonst möchte das Uebel gross werden. 
Pap. 

177. Juan und Alonso de Yozmediano an den Kaiser. 

Tordesillas, 23. Februar. 

Man rechne auf die Ankunft des Condestable und des Herzogs von Najera. An- 
kunft der beiden Deputirten der Junta, Don Pero Laso's und des Bachiller von Guada- 
lajara. Es fehle an Geld, Artillerie und Piken. 

(En lo que nos dicen que an pasado sobre la eleccion de Capitan general en Valla- 
dolid es que Juan de Padilla sea Capitan de Toledo y Valladolid, y cada uno de I09 
otros sea capitan de la gente de su pueblo y que nombraron tres proveedores que go- 
viernen el exercito como consules los cuales diz que son el santo obispo de Camora, 
y Gonzalo de Guzman hijo de Ramir Nunez y Diego de Guzman procurador de Sala- 
manca. — 

Los duques de Medina-Sidonia y de Arco estan cpncertados en buen arnor.) 
Pap. 

178. Hernand Perez de Tarza an den Kaiser. 

Irun, 23. Februar. 

Que Fr. Paulo de Leon y Sancho Cinchon mandados prender no han pasado por 
alli (el paso de Behovia) por lo que era de creer que habian tomado la via de Navarra 
y que el duque de Najera tendria tomadas sus mcdidas. 

Pap. 

179. 

Torre de Lobaton, 23. Februar. 
Padilla täuscht den Grafen von Haro wie den Almirante und bemächtigt sich der 
Feste, drei kleine Stunden von Tordesillas. (Mejia, p. 400.) Höhepunkt der Revolution 
und des Ansehens Padilla's. (Pedro de Alcocer relacion p. 45: 

Juan de Padilla gano la villa de Torre de Lovaton y las villas de Morreojon 
(Torre Mormojon) y Fuente de Ampudia y otros lugares los cuales restituyö ä 
la villa de Valladolid, cuyos solian ser, diciendo que habea sido despojada por 
los reyes pasados y dados a los caballeros que tirannicamento los poseian.) 
Hieher gehört aus den Instructionen des Almirante für Angelo de Bursso an den 
Kaiser (Cod. Palat. Vienn. 14674, Suppl. 2446. IV despachos) die advertencia de lo 
que vos direis al Hey. 

Decille eis quanto importa su venida en Maio y si no viene, las perdidas i danos 
robos i gastos i muertes que le esperan. 

Decilleis (juanto crecera la fuerca de los enemigos i entiaquecera la de los servidores. 
A se de decir todos los males que passan. 

A sc de decir las cösas que estos siembran de libertades que ni abra alcavalas 
ni cruzada ni servicios ni Allaquisos ni imposiciones ni inquisicion ni posadas. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



71 



Que seran libres de todas cossas y comunidades como las de 
Italia. 

Que todo lo de los grandes se levantara i lo del Rey i que 
todo se juntaran. 

Que estos son imortales que aunque los desvartan mill veces luego tornan 
a hacer su exereito. 

Que no tenemos seguridad en la gente por que la con que nos de- 
fendernos son de ellos misnios. 

La perdida que que a de haber en lo de allende i la que se espera en Granada 
i el poco remedio que ai en la mar. 
Que tan perdida esta Valencia i Aragon i Cataluna. 

A se de decir la poca confianca que ai en los principes i que en la fuerea 
esta el remedio. 

Lo que padecen los pueblos, las sisas las imposiciones que dan los sacos 
el dano que ai en mugeres i en ninos i en querfanos i en monasterios en iglesias 
que todo esta perdido. 
Todas estas cossas se an de ordenar ruui bien porque an de ir en Flandes i decir 
en ellos todo lo que combiene. 

180. Der Bischof von Lugo an den Kaiser. 

Besugnillo, 23. Februar. 

Que puesto que ha tenido ä bien conferirle la Presidencia de Granada le parece 
seria conveniente que remplazare al de Jaen por su proximidad ä aquella ciudad. 
Pap. 

181. Der Protonotar Frias an den Condestahle. 

Valladolid, 24. Februar. 

Zwei Dritttheile der Bevölkerung würden bei der mindesten Conjunctur die Thore 
öffnen. 180 Lanzen der Gelven hatten versucht sich aufzulehnen. Torre Lobaton sei 
noch nicht genommen (fälschlich). 

Pap. 

182. Don Antonio de la Cueva an den Kaiser. 

Grauada, 25. Februar. 

Das Königreich sei ruhig, man müsse aber die grösste Sorge haben (cuanto que 
con la toma del Penon continuan los moros en la costa). 
Pap. 

183. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 25. Februar. 

Er erwarte Artillerie von Fuenterrabia. Die Person, welche nach Portugal geschickt 
worden sei, um vom Könige Geld zu erhalten, habe nichts ausgerichtet. Der Kaiser möge 
selbst schreiben. Que apresura todo lo posible su salida de alli y que ya la hubiera 
verificado ä haber recibido la artilleria que esperaba de Fuenterrabia sin esperar al duque 
de Najera que le encontraria en el Camino, que urge sobremanera se le provea de 



72 



Höfler. 



polvora y artilleria. Que las ciudades de Andalucia se juntaron en la Rambla para con- 
federarse en servicio de S. M. y que han prestado muy senalados servicios. Que la per- 
sona enviada al rey de Portugal por dineros prestados habia regresado sin ningunos tanto 
por los muchos gastos a que se decia tenia que atender aquel monarca como por el 
poco caso que se suponia que de el se hacia aqui por lo que creia conveniente que S. M. le 
escribiese manifestandole el gran aprecio que hacia de su persona y rogandole le prestare 
ulguna cantidad. Que habian eserito al arzobispo de Santiago para que la facilitase 
dandole en garantia alguna villa y que habia respondido que no queria nada empenado, 
pero que compraria alguna pieca hasta en cantidad de 60000 duc. , sobre lo cual 
nada se habia podido hacer por carecer de autorisacion para ello. 

Que D. Francisco de Mendoza le escribia que tenia en muy bien estado las fortalezas 
perö que todos los pueblos del Arzobispado estaban de Comunidad y que se decia que el 
obispo de Zamora esperaba ä obtenerle o que en caso contrario fuese elegido su hermano.) 

Pap. 

184. Der Graf von Haro an den Condestable. 

Tordesillas, 25. Februar. 

Als Padilla nach Torre Lobaton zog, waren dort über 200 Lanzen. Er selbst war 
mit 200, die aber nichts Anderes thaten als sich zu zeigen und umzukehren. (Que el 
mismo conde fue tambien con otras 200, pero que tubieron que volverse sin hacer otra 
cosa que dar vista a la gente que dicho Padilla llevava. Que cuando se preparaban 
a vol"ver de nuevo, supieron que ya habia sido tomado aquel lugar (so schreibt der 
Capitan general), .el cual era algo mas importante de lo que se creia y que me- 
diante a que no habian podido apoderarse de la fortaleza, convenia apretar ä los ene- 
migos de manera que les costase cara decha vehtaja). 

Pap. 

185. Der Marques von Astorga an den Kaiser. 

Tordesillas, 25. Februar. 

Ueber den Verlust von Torre Lobaton. 

Introducido Garcia üsorio su primo con alguna gente de su casa en Torrelobaton 
por mandamento de los gobernadores fueron sobre aquella villa 6000 hombres de la 
comunidad con alguna fuerza de cavallo y toda la artilleria y la combatieron 4 dias con 
sus noches. Que durante este tiempo pidiö^muchas veces que la socorriesen o autorizasen 
ä dicho marques para que el lo hiciese pero que nada resolvieron hasta que en la 
»loche del dia en que el citado pueblo fue tomado, salieron al campo con todo el 
esercito Real muy inoportunamente puesto por aquel fue tomado a las 12 del medio 
dia y su salida se delatö hasta las 8 de la noche del mismo, lo que probaba cuan 
mal las servian los espias. Que prendieron a dicho Garcia Osorio y a muchos de sus 
deudos y criados, degollando ademas a la mayor parte de su gente. 

Pap. 

186. Der Almirante an den Condestable (in Chiffren). 

Tordesillas, 26. Februar. 

Que a la perdida de Torrelobaton seguiria la de todo lo que quedaba ä causa del 
desconcierto que advertia en todo. Que temla se le levantase toda la tierra al ver que 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten -Regierungsjahre K. Karls V. 



73 



no se le socorria. Que aquella villa quedaba sin bastimento. Que sabia que Juan de 
Padilla habia llamado mas cerca de Zamora, Salamanca y Toro y que estaba determi- 
nado de irles a cercar. 
Pap. 

187. El marques de Denia ä S. M. 

Tordesillas, 27. Februar. 

(Citirt im Schreiben vom 3. April.) 

Pap. 

188. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 27. Februar. 

Er beklage den Verlust von Torre Lobaton, als wenn es ihm genommen worden 
sei (y porque era muy mal padrasto para Tordesillas). Misshandlung D. Beitrans durch 
die Rebellen. 

Pap. 

189. Der Erzbischof von Grranada an den Kaiser. 

Burgos, 27. Februar. 

Heute sei die Nachricht vom Verluste von Torre Lobaton eingelaufen, während die 
beiden Verräther Laso und der Bachiller unterhandelten. Der Bischof von Zamora, 
Seele all dieser Unternehmungen, habe sich vom Heere getrennt, entweder ins Gebirge 
oder nach Toledo. 

(El obispo de Zamora que es el fundamiento de todas las traiciones deste reino se 
hizo enfermo falsamente y apartose del otro exercito con alguna gente y como siempre 
anda de noche ay del dos opiniones, la una que pasarä al reino de Toledo ä tomar las 
fortalezas del Arzobispado llamarse 'administrador y para comer aquella renta y robar 
publicamente como hasta aqui lo ha hecho no le faltaren traidores. La otra opinion es 
que pasara ä estas montanas por levantarlas del todo donde sabemos cierto que hallarä 
arto aparejo y podrä venir ä estas partes sin mucha contradicion con los dineros calizes 
y cruzes que ha robado de iglesias colegios y monasterios y de caballeros y menores 
y por los caminos.) 

Pap. — Höfler, Don Antonio de Acuna S. 54. 

190. Die beiden Yozmedianos an den Kaiser (comunicando la perdida de Torre Lobaton). 

Tordesillas, 28. Februar. 

Die Rebellen bedrohten Rio Seco (que ä la falta de dinero se agregaba la dincultad 
de poderlo llevar ä Tordesillas por tener que pasar por puntos alborotados y que aunque 
vayän alli el Condestable y duque de Najera, no se conseguirä la completa pacificesion 
del reino hasta que se verifique la venida de S. M. 

Pap. 

191. Pero Suarez de Castilla an den Kaiser. 

28. Februar. 

Danksagungsschreiben. 

Pap. 

192. Der Graf von Haro an den Kaiser. 

Tordesillas, 28. Februar. 

Ueber den Verlust von Torre Lobaton. 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 10 



74 



Höfler. 



(Que habiendo ido Juan de Padilla sobre Torre Lobaton, salio de aquel punto toda 
La gente de armas al servicio de S. M. y que por haber ocurrido algun desorden, se 
acordo que fuesen 200 lanzas para evitar su repeticion; que llevaba 800 lanzas a fin de 
introducir alguna gente en la villa y que estando esperando las escalas le habia en- 
viado a decir el Almirante que no las mandaba por haber sabido que no se hallaba el 
pueblo tan apurado (sie) como se pensaba y por no tener concertada ninguna sefia con los 
de dentro. Que desgraciadaruente tanto la villa como la fortaleza habian sido tomadas 
por los enemigos los cuales tenian 6000 infantes y 500 lanzas. Y que estaba esperando 
al Condestable para salir al campo.) 

Pap. 

193. Der Cardinal und der Almirante an den Kaiser. 

Tordesillas, 28. Februar. 

Er möge Galicien zum Lohne seiner Treue voto bei den Cortes geben (separandola 
de Zamora) und Waffen aus Flandern schicken. 

Pap. 

194. 

Valladolid, 28. Februar. 

Die Stadt schickt 3000 Mann zu Fuss und 400 zu Pferd zur Verstärkung nach Torre 
di Lobaton. 

Sand. I, p. 323. 

195. Lic. Yargas an den Kaiser. 

Burgos, 28. Februar. 

Die Uneinigkeit in Tordesillas sei Ursache des Verlustes von Torre Lobaton. Der 
Kaiser möge kommen. 

(La poca conformidad que ay en Tordesillas ha sido la cabsa si es asi gran mal es que 
gastando V. M. su hacienda pierda su reino por pasiones de particulares. — El obispo de 
Qamora es ido con poderes de los procuradores de la Junta ä tomar la gobernacion del 
Arzobispado de Toledo y segun toda aquella tierra es danada poca ocasion la abasta 
para que se pierda toda y la ida deste diablo de obispo no es poca por que tiene 
muy gran credito con estos traidores.) 

Pap. 

196. Der Almirante an Lope Hurtado. 

Tordesillas, . . Februar. 

Pidiendo se le deje hasta la venida de S. M. la fortaleza de Ampudia y de Villalon. 

Pap. 

L97. Der Comendador mayor de Castilla, Hernando de Vega, an den Kaiser. 

Tordesillas, ? ? 

Que se dejase para entonces la provision del Arzobispado de Toledo por que con 
la esperanza de obtenerle se redoblara el zelo de sus servidores. 

Pap. 

198. 

Valladolid, 29. Februar. 

Voto de la cuadrilla del Ronco de Valladolid para que se otorgasen treguas por 3 dias. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten 'Regierungsjahre K. Karls V. 



75 



199. Der Condestable an den Kaiser. 

liurgos, 1. März. 

Die Wirkung des Verlustes von Torre Lobaton sei ungemein. Es gebe keinen 
Ort in Castilien und der Montana, der sich nicht zu den Coinunidades neige. Der Bischof 
sei nach Toledo gegangen (aun no he sabido donde ha parado). 

Decifrado : 

La fortaleza de Torrelobaton queda perdida no se terna im dia, todo cuanto tenemos 
ha enflaquecido tanto que estan determinados a levantarse nuestros pueblos sobre el 
remedio de la venida de V. M. y del duque de Najera nos queda y si tardais, no que- 
dara ninguno. Esto es lo que ay que decir creo yo que Medina de Kioseco hallara 
V. M. perdida enviese el traslado desto h Flandes y tarn bien en esta carta que envio 
a Flandes para que vea el rey N. S. de que manera nos entretenemos. 

Pap. • 

200. Don Juan Manuel an den Kaiser. 

Rom, 1. März. 

Der Cardinal von Medici erbitte sich ein anderes Bisthum als das von Zamora. 

Cal. n. 324. 

201. 

Valladolid, 1. März. 

Testimonio del voto de la Quadrilla de poblacion de Valladolid espedido, sobre 
que in ninguna manera se otorgasen treguas sino que se siguiese la guerra hasta con- 
seguir el fin que se habian propuesto. 

Pap. 

202. 

Valladolid, 1. März. 

Testimonio de la de Behoyo ut supra. 
Pap. 

203. 

Valladolid, 1. März. 

Testimonio de la de Santisteban sobre que por respetos del rey de Portugal hubiese 
treguas por ocho dias por que ningun concepto se podrian porrogar. 
Pap. 

204. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 2. März. 

Berichtet über das aufgefangene Schreiben des Cardinais an den Kaiser. 

Epist. 713. 

205. Der Almirante an den Condestable (?). 

(In Chiffern.) 

Tordesillas, 3. März. 

Alles stehe auf dem Spiele. Der Condestable schreibe, er komme und komme nicht. 
Er möge bis Toro gehen, von Tordesillas ginge man dann bis Villaion. Der Conde- 
stable verlange Unmöglichkeiten und so sei Torre Lobaton verloren gegangen. 

Pap. 

F 10* 



76 



Höfler. 



206. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 4. März. 

Ueber den Verlust von Torre Lobaton. 

Epist. 714. 

207. 

Tordesillas, 4. März. 

Fray Juan de Empudia kommt von Valladolid, um den Frieden zu betreiben. 
Sandoval VIII, §. 48. 

208. Der Graf von Haro an den Kaiser, 

Tordesillas, 4. März. 

Er habe für acht Tage (1. bis 8. März 1 ) treguas gemacht (que debia detenerse el 
esercito del condestable donde se encontrase.) 
Pap. 

209. Der Condestable an den' Kaiser, 



Burgos, 4. März. 



El hijo del rey D. Juan estava de asiento en Paco (Pau) y quel Senor de Labrit 
quedava la candela en la mano, temese que sucediendo en aquel estato el nieto. 

Er habe dem Herzoge von Najera geschrieben, er solle nicht selbst kommen, sondern 
sein Volk schicken. Der Graf von Salvatiera hindere den Zuzug der Artillerie von 
Fuentarrabia. Er hänge ganz von dem Bischöfe von Zamora ab. Dieser stehe in 
Torre. de Laguna (y dicen que no le quisieron acoger en Salamanca tengo por deter- 
minado que recibido en Toledo como se dice que le recibiran le acudiran todo el 
patrimonio de aquella iglesia). Der Kaiser möge von dem Könige von Portugal andere 
10.000 Dukaten zu leihen nehmen. 

Pap. 

210. Der Comendador mayor de Castilla an den Kaiser. 

Simancas, 4. März. 

Schildert den Eindruck des Verlustes von Torre Lobaton unter dem niederen Volke. 
Er habe Simancas besetzt. 

Pap. 

1 2.11, 

Acretia, 4. März. 

Der Graf von Salvatierra überfällt den Don Sancho de Velasco und nimmt ihm 
die für den Condestable bestimmten sieben grossen Kanonen ab. 
Guerra de Navarra Ms. c. 3. — Sandoval VIII, §. 22. 



212. Richard Pace an Cardinal Wolsey. 

Man glaube, dass Spanien für K. Karl verloren sei. 
Brewer III, 1, n. 1188. 



213. P. Martyr an den Grosskanzler. 



Ueber Toledo. 

Epist. 715. 



Newhall, 5. März. 



Valladolid, 5. März. 



1 Nach dem Schreiben des Comendador mayor bis Sonntag den 10. März, 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 77 



214. 

Valladolid, 8. März. 

Aufforderung an die Städte, den Ertrag der Alcabalas und Bulas zur Bezahlung 
des Kriegsvolkes zu verwenden. 
Pap. 

215. Der Gardinal-Gobernador an den Kaiser. 

Tordesillas, 8. März. 

Der Cardinal empfiehlt Don Juan Castanon, der in Leon all' das Seine verloren, 
zum habito de Santiago. 

Pap. 

216. Don Antonio de Guevara an Don Juan de Padilla. 1 

Medina del campo, 8. März. 
Erinnert ihn an frühere Unterredungen und verkündet ihm, dass er mit seinen 
Soldaten, die Mörder und Diebe seien, dem Tode entgegengehe. 
Epist. f. LXXVII. 

217. Die Stadt Duenas an Valladolid. 

Duenas, 8. März. 

Sie wolle nur mehr der Krone und nicht dem Grafen von Buendia gehören. 
Sandoval I, p. 441. 



218. Der Cardinal und der Almirante an den Lic. Bernardino Zapata. 

Tordesillas, 9. März. 

Er möge in Valladolid im königlichen Dienste ausharren. 
Gamero p. 17 7. — Guerra de Navarra Ms. 



219. Der Comendador mayor de Castilla an den Kaiser. 

. . . (Simancas?) 10. März. 
Cierto, Torre de Lobaton no se perdiö si no por no haber metido en ella 100 escu- 
deros demas de la poca gente que en ella estaba. 

Pap. 

220. 

Tordesillas, 10. März. 

Die beiden Gobernadoren geben ihre Zustimmung zur Eröffnung von Unterhand- 
lungen mit den Bevollmächtigten der Junta. 
Sandoval I, p. 378. 

221. Schreiben der Junta an die Caballeros. 

Valladolid, 10. März. 

Ihre Werke stimmten nicht zu ihren Worten. 
Sandoval I, p. 320. 



' Der Brief macht, wie überhaupt die Briefe Guevara's, den Eindruck einer späteren Abfassung. 



78 



Höfler. 



222. Der Erzbischof von Granada an den Kaiser. 

Burgos, 10. März. 

,Lo de Tordesillas estaba en Camino de perderse por la discordia de los que alli 
residen. — Siendo lo peor que se quisiese que los traidores fliesen perdonados y que 
los gobernadores y grandes se constituyesen sus defensores.' Hilfe sei nur in der An- 
kunft des Kaisers. 

Pap. 

223. Don Antonio de Guevara an den Bischof von Zamora. 

Tordesillas, 10. März. 

Er habe von Quintanilla (el de Medina) erfahren, dass der Bischof seinen Brief 
erhalten und gesagt habe, die Zunge des Pater sei keine Lanze (y que no contento con 
aver nos sacados D. Pedro Giron de entre manos me escriva aqui mil blasfemias). 

Er nennt ihn tyrano de la republica, er wolle Erzbischof von Toledo werden, dazu 
brauche man Tugenden, nicht Waffen. 

Er kommt nochmal auf Giron zurück, den er nicht getäuscht, sondern dem er die 
Augen geöffnet habe. 1 Er' sei misshandelt worden, habe aber in Villabraxima nur Ein- 
tracht, in Rio seco den Gobernadoren nur .Milde gepredigt. Er wünsche ihn nicht gehängt, 
sondern gebessert, wenn auch der Bischof seinen Tod wolle. Vor seinem Hause in 
Villabraxima sei die Arsillerie gestanden, bei ihm speisten die Capitane, in seiner 
Kammer wurde Rath gehalten, man habe nur gehört: Viva, viva el obispo de Qamora. 
Er müsse als königlicher Chronist dieses berichten (come podre yo contar los malos 
que hize en Valladolid Vera el cerragero, en Medina Bobadilla el tundidor, en 
Avila Penuelas el perayle, en Burgos el cerragero, y en Salamanca el pellegero). 

Der Bischof sei umgeben von comuneros de Salamanca, villanos de Sayago, de fore- 
gidos de Avila, de homicianos de Leon, de vandoleros de Qamora, de perayles de Se- 
govia, de boneteros de Toledo, de freneros de Valladolid y de calemineros de Medina r 
die er alle befriedigen müsse. 

Juan de Padilla wolle das Grossmeisterthum von San Jago, der Clavero das von 
Alcantara, der Abt von Alcalä das Bisthum Qamora, der Prior von Valladolid das von 
Palencia, Don Pedro Pimentel Maldonado, Quintilla, Sarabia, der Licentiat Bernardino, 
der Doctor Cabeca de Vaca bessere Renten, Ramiro Nunez und Juan Bravo wollten 
Sonores werden, letzter als conde de Chinchon, Nunez als conde de Lima. Möglicher 
Weise dürften aber Einer oder der Andere oder Beide darüber ihre Köpfe verlieren. 1 

Epist. famil. f. LXXIV b. 

224. Lic. Yargas an den Kaiser. 

Burgos, 11. März. 

In Antwort auf die Aufforderung, Geld und Pulver bereit zu halten. 

Mit zwei Einschlüssen: 1. des tesorero Alonso Gutierrez an Vargas vom 9. März r 
2. Creencia para S. M. vom 4. März. 

Er habe 28.000 Dukaten auf die Einkünfte von Indien zu bezahlen, seit einem Jahre 
nur 12.000 eingenommen, schulde 33.000 Dukaten an die Fugger. 

Pap. 



1 Auch der Ahnirante sandte an Donna Maria, an Lopez de Padilla und Hernando de Avalos einen Brief, worin er auf- 
merksam macht, welchen Lohn Don Giron von den Comuneros erhalten. (S. d. Sandoval I, p. 341.) 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



79 



225. Lic. Vargas an den Kaiser. 

Burgos, 11. März. 

Der Herzog von Medinaceli könne wegen des Bischofs von Zamora nicht kommen. 
Der Condestable habe die navarresischen Truppen gegen den Grafen von Salvatierra 
geschickt. Der Almirante halte Tordesillas für verloren. 

Pap. 

226. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 12. März. 

Freut sich über die baldige Ankunft K. Karls. Der Graf von Salvatierra habe 
sich der Artillerie, die von Fuentarrabia kam, bemächtigt und sie zerstört (no hay 
hombre que sepa por que ha hecho cosa tan contra V° servicio; hicelo en tiempo que 
me ha puesto en mucha confusion). Der Kaiser möge in Betreff Toledos bei dem 
römischen Stuhle vorbeugen. Donna Francesca de Mendoza werde über die Aufnahme 
des Bischofs von Zamora im Erzbisthume schreiben. Bittet um das Bisthum Jaen für 
Don Inigo de Mendoza (su sobrino). Der Dominikanergeneral thue Alles, seine Ordens- 
brüder auf den rechten Weg zu bringen. Fray Juan Hurtado sei hier. 

Pap. 

227. Lic. Polanco an den Kaiser. 

Tordesillas, 12. März. 

Berichtet über die Unterhandlungen Don Pero Laso's und eines letrado de Segovia, 
mit welchen man in 118 Capiteln übereinkam. Valladolid habe nur sechs Tage treguas 
gewähren wollen. Die Junta verweigerte Verlängerung des Waffenstillstandes und ver- 
langte unbedingte Annahme der 118 Capitel (y vinose D. Pero Laso y el Bachiller de 
Guadalajara despedido de su junta). Der Bischof von Zamora sei in Alcala de Henares 
(y ä aquellas partes donde predica y convierte en su seta y opinion todos los que 
puede. — El Cardenal teniendo su Santidad y conciencia reta tiene mucho cuidado de 
las cosas de la guerra responde y anima ä todos cuanto puede con graciosidad. El 
Almirante trabaja sin cesar de noche y dia. — 

Aqui se ha dicho que un Fray Pablo certificö en la junta y en Valladolid que 
V. M. no vernia tan presto, en el mismo tiempo venieron cedulas de V. M. de 21 del 
mes pasado en que certifica su venida. 1 

Pap. 

228. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 12. März. 

Berichtet über die Unterhandlungen. Als man so weit gekommen, dass die Artikel, 
welche man dem Könige nicht vorlegen konnte, beseitigt und beide Heere bis zur An- 
kunft Karls entlassen werden sollten, habe die Erklärung des Condestable und consejo. 
die Häupter der Comunidades seien der Strafe des Hochverrathes verfallen, die Letzteren 
in Wuth gebracht und verlangten sie Annahme aller Artikel. 

— En lo del Arzobispado de Toledo certificö ä V. A. que he trabajado y hago lo 
que puedo, pero como ahora el obispo de Zamora stä en aquel reino y ha fecho ya en 
Alcala lo que por otra mia le tengo scrito, creo que todo lo de allä se alteranl mas 



1 Nach dem Schreiben des Condestable im Mai oder spätestens im Juni. 



80 



Höfler. 



de lo que ya lo estä. Bieh sera que alla se entienda en saber de donde vieron avisos 
a los de la coniunidad que lo mismo se procurara aca. — 

Pap. 

Decifrado : 

Allonde desto entre los grandes que aca estan hay tantos bandos y enemistades 
que el uno seria contento perder un ojo porque el otro tambien lo perdiese. — 

Esta mafiana me lia dicho el Almirante que el conde de Benavente diz que se quiere 
ir por que alla diz que es tradado como enemigo y que no quiere aventurar de perder 
su estado, pues sus servicios no le son ni han de ser agradescidos y si el conde se 
fuese tenemos por cierto que muchos de los otros de aca se iran asi que vea V. M. 
como estamos. — Postdata. Agora andamos yo y los otros caballeros empenando y ven- 
diendo parte de la nuestra para poder socorrer de algun dinero ä la gente que tenemos. 
(Von der Hand des Almirante). 

Pap. 

229. D. Bernaldino Piementel an den Kaiser. 

Tordesillas, 12. März. 

Er und Polanco seien mit den Unterhandlungen mit der Junta beauftragt. 

Pap. 

230. Der Marques de Denia an den Kaiser. 

Tordesillas, 12. März. 

Ueber die Lage der Dinge, mit den Randbemerkungen des Secret. Covos über die 
Weisungen des Kaisers. 

Verlangt das Bisthum von Jaen für seinen Sohn und die Aemter des königlichen 
Haushaltes für seine Diener. 

Bergenroth n. 85. 

231. Garcia Ruiz de la Mota an den Kaiser. 

Fortaleza de Magaz, 12. März. 
Er werde die Feste halten; der Kaiser möge seinem Sohne el habito de Santjago 
geben. 

Pap. 

232. 

Andagoya, 12. März. 

Niederlage des Grafen von Salvatierra durch die königlichen Truppen. 



233. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 13. März. 

Berichtet über die Unterhandlungen und den achttägigen Waffenstillstand. 
Epist. 718. 

234. 

Sevilla, 14. März. 

Testimonio de- la informacion a pedimento del Lic. Juan Alvarez Guerrero sobre 
un alboroto que alli hubo, por soltar unos presos. 
Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



81 



235. Fray Francesco de los Angelos an den Kaiser. 

Tordesillas, 15. März. 

Er habe wiederholt gesucht, die Rebellen durch Ueberredung zum Gehorsam zu 
bringen. Der Cardinal und der Almirante hätten dieses als deservicio betrachtet. Nur 
zwei bis drei Brüder seines Ordens hätten revoltirt. 

Pap. 

236. 

Vitoria, 15. März. 

Die Stadt dankt dem Herzoge von Najera für die Vertheidigung von Vitoria. 

Pap. — Guerra de Navarra, Ms. 



237. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 15. März. 

Juan de Padilla werde als redentor de Castilla bezeichnet. Alle Vasallen des Al- 
mirante und des Grafen von Benavente schicken ihre Habe nach den Bergen, als nahe 
der Türke. Die Granden bestehen darauf, dass ihnen der Kaiser den Schaden ersetze, 
und klagen ihn an, dass er einer so gerechten Anforderung nicht beistimme. Der Almirante 
habe ihm den Pardon für Don Pedro Laso und Andere zugesandt, er sich aber zur 
Unterschrift nicht berechtigt gefühlt. Laso suche jetzt das Volk wieder in Ordnung zu 
bringen. 

(Muchos destos grandos y caballeros dicen llanamente que se concerteran con ella 
[la Junta] y entonces el partido de V. M. seria perdido y nosotros no tenemos de donde 
haber dinero. — Algunos dicen que yo quiero perder al reino y ä V. M. mas no em- 
bargante esto no quiero engenar ä D. Pero Laso ni ä otros por que despues nie dirän 
que soy, y les habria sido traidor y engaiiador.) 

Pap. 

238. 

Tordesillas, 16. März. 

Instruction, was Angelo de Bursa im Namen des Almirante dem Kaiser vortragen 
solle. (Vergl. 18. März, nr. 249.) 
Pap. 

239. El marques de Denia an den Kaiser. 

Tordesillas, 16. März. 

Que de los tratos del Cardenal y Almirante con los rebueldes no se saca otra cosa 
que perder en autoritad, puesto que aquellos ni convendrän en nada no perdonandoles 
ante todo, lo cual dudaba que conviniese el servicio de S. M. Que esto no obstante el 
perdon general no podria escusarse si S. M, no gueria hacer justicia de todo el Reino 
por haber muy pocos sin culpa. Que el comendador mayor habia sido a Simancas cuya 
conservacion se debia a su industria. Que habia hecho prender ä Nicolaus de Insausti 
que fu6 el que alterö la provincia de Guipuzcoa por comision de los rebeldes y asi 
mismo el repostero de plata de la reina que le ayudö del proprio modo que el despensero 
mayor de S. A. que unido cori otros criados favoreciö la ida alli de los rebeldes. Que 
muchas veces ha dicho al Cardenal y Almirante la necesitad de justicia, perö que viendo 

Denkschriften der phil.-hiet. Cl. XXXIII. Bd. 11 



82 



Höfler. 



que unos por otros nada se hace, convendria se enviase un alcalde de los antiguos que 
hicien la eorrespondente informacion. 
Pap. 

240. Der Bischof von Lugo an den Kaiser. 

Granada, 17. März. 

Que por haberle tomado los puertos de Segovia y Avila tubo que hacer el viage 
a aquella ciudad disfrazado y rodeando, que fue en ella bien recebido; que Caceres se 
habia rebelado. 

Pap 

241. Lic. Yargas an den Kaiser. 

Burgos, 17. März. 

Padilla stehe mit 3000 Mann und 700 Lanzen in Torre Lobaton. Den Rest habe 
er nach Valladolid gesandt. Der Condestable wolle in 8 Tagen von Burgos aufbrechen. 

Pap. 

242. El marpes de Denia an den Kaiser. 

Tordesillas, 17. März. 

Cree debe escrivir al rey de Portugal dandole cuenta de todo como a tan buen 
amigo y a un hermano porque ademas del agradecimiento que le es debido por el dinero 
prestado puede aprovechar mucho en amistad para las cosas de aqui. Que el embajador 
de Portugal es verdadero servitor de S. M. y por lo tanto se le deben escrivir tambien 
las gracias por sus buenos oficios. Que la ßeina estaba buena y que convenia que S. M. 
la escribiese del mismo modo que ä la Infanta. Que el conde de Benavente estaba dis- 
gustado de lo que en contra de su persona se decia. Que aunque se cree que viniendo 
S. M. no seria preciso traer Alemanes, convendria en concepto de dicho Marques que 
le acompanase alguna fuerza de ellos. Que se decia que S. M. trataba de verse con el 
rey de Hungria para conferenciar sobre el casamiento de la S a Infanta (Maria) y que 
convendria escusarlo para no retardar su venida. Y reiterando sus suplicas para que se 
confiera ä su hijo el obispado de Jaen. 

Bergenroth nr. 85 vom 12. März. 

243. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 17. März. 

Salvatierra habe die Artillerie, die er nicht mitnehmen konnte, zerstört, dann sei 
er bei Andagoya (Dienstag Nachts, 12. März) überfallen und in die Flucht gejagt, Vitoria 
wieder gewonnen worden. Der Bischof von Zamora stehe in Ciente pozuelos, was 
dem Grafen von Chinchon gehöre, und gebe aus, dass Alles, was er thue, auf Befehl des 
Kaisers geschehe. (Tambien dize, que es comisario del Papa y de bullas y descomuniones 
contra los que no son en favor de la Santa Junta, yo seguro ä. V. A. quel dexe aquel 
reino el mas danado quel pueda, yo he scrito ä todos los grandes del encargandoles de 
parte de V. M. que se junten para resistir este tirano, no se lo que podran hacer.) Ein 
Currier des Don Manrique bringe eben die Nachricht: como Salvatierra y la fortaleza 
della estä por V. M. D. Manrique se volviö a Vitoria para venirse por las merindades 
para hacer algun -castigo en ellos. Estä la cosa en tal punto que ni es bueno castigar 
ni menos perdonar. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierüngsjahre K. Karls V. 



83 



244. 

Valladolid, 17. März. 

Feierliche Verkündigung, dass dem Condestable, dem Almirante, mehreren Granden, 
den oydores del real consejo der Process gemacht sei. 
Sandoval I, p. 342. 

245. Die Stadt Leon antwortet der Stadt Valladolid. 

Leon, 17. März. 

Spricht ihre Zustimmung aus, sowie dass Unterhandlungen mit den Caballeros zu 
keinem Ende führen. 

Sandoval I, p. 345. 

246. Alonso Saravia an die Junta von Palencia. 

(?) 

Er habe ein Gespräch (una habla) mit der Stadt gehalten, worauf sich Alle seinen 
Wünschen fügten und schon drei oder vier banderos ausgezogen seien. Que apenas re- 
cibi6 su carta la habia enviado ä todas las partes que le pareciö convenia, aun a aquellas 
que acaso no acudirian por creer, que no se perdia nada en probarlo. Que habia jun- 
tado ä toda la ciudad para hacerles una habla convencido de que era mejor hablar mal 
que bien y que ä esto atribuye el que con la mejor voluntad se hayan prestado todos 
ä sus deseos. Que tenia pensado sacar la gente en la noche de aquel dia, pero que no 
habiendo podido ser tendria efecto al siguiente. Que avian salido ya tres 6 cuatro ban- 
deras sin las que ya fueron de Cabezon. Y suplicando tenga en memoria ä algunos pocos 
companeros que le acompanaron y entraron con el en Palencia cuando era muy peli- 
groso segun las nuevas que le daban en el Camino y a quienes tiene asegurada su paga. 

Pap. 

247. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 18. März. 

Der Prior von S. Juan habe den Bischof von Zamora geschlagen, 700 — 1000 Mann 
o-etödtet, 3 Stücke erbeutet. Der Bischof sei verschwunden, der Graf von Salvatierra 
habe alle seine Besitzungen verloren. In Toledo giesse man aus Glocken Kanonen und 
predige man einen Krieg mit Feuer und Schwert gegen den Prior. Das ganze Volk 
vom 20. bis zum 60. Jahre stehe dort auf. Würde der Kaiser an Valladolid einen ver- 
söhnlichen Brief schreiben, so würde das sehr zur Herstellung des Gehorsams dienen. 

Pap. 

248. Der Graf von Haro an den Kaiser. 

Tordesillas, 18. März. 

Haberse traido la polvora facilitada por el rey de Portugal, la cual habian tratado 
los rebeldes de tomar a D. Luis de Peralta. Que por dicho favor por el prestamo de 
los 50 mil duc. y por los demas beneficios que puede prestar, convenia enviarle una 
persona que le diese las gracias y le suplicase el adelanto de alguna otra cantidad. 

Sim. 

249. Instruction für Angelo de Bursa an den Kaiser. (Vom Almirante.) 

Tordesillas, 18. März. 

Que el condestable tomö a Salvatierra- que el Prior de S. Juan desbaratö al obispo 

de Zamora. Que Juan de Padilla reunia gente en Torre y que mientras que el eser- 

l i* 



S4 



Höfler. 



cito Real apenas contaba Con (circa) mil hombres, con los cuales nada de bueno se 
podia hacer, aquel tenia de 7 a 8 mil y la suficiente artilleria para poner cerco a todos 
los puritos que quisiesen. Que con motivo del hambre habida en Sevilla se levantö 
el pueblo a voz de Comunidad habiendo ido a tomar el paro a los que lo tenian, y que 
si bien el asistente Labia aplacado el tumulto y prendido a algunos, se reproduzö el 
tumulto para sacar los de la carcel. Que los duques que estaban fuera de la ciudad 
habian vuelto a ella con intencion al parecer de ayudar ä la justicia. Que en Cor- 
dova tambien lmvo algunos movimentos y que se temia que no hayan querido jurar la 
confederacion de la Rambla ni Ecija por que Fr. Pablo habia publicado que el sabia 
de cierto que S. M. no venia. Que se Labia pedido socorro al condestable y Duque de 
Najera. Que el Prior de S. Juan entendia en el remedio de lo concerniente ä los 
Maestrazgos y al Arzobispado de Toledo. Que habian tomado los enemigos ä Castromonte 
y que por creer estos que el unico que tenian, era el (del) almirante trataban de destruirle 
sus tierros. Que Don Hernandez Enriquez le habia servido bien en Sevilla mereciendo 
por lo tanto que se le escriban las gracias. Que al General de los Dominicos le habian 
amenazado de destruirle sus conventos por haber fulminado la excomunion ä los frailes que 
se adhirieron ä la Junta. Que ä Diego de Vera le habian destruido dos casas que tenia en 
Avila por los servicios que prestaba ä S. M. Que D. Pero Laso y el Bach, de Guadala- 
jara habian abandonado la Junta yendose el primo ä una aldea cerca de Valladolid y 
el segundo a Segovia por ver si podia hacer que la ciudad se declarase en favor de 
S. M. y por ultimo que hubiera podido hacerse mucho en su obsequio si ya se tubiese 
contestacion de lo que dicho Almirante habia propuesto acerca de D. Pedro Giron. 
Pap. 

250. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 19. März. 

Theilt ihm das Schreiben der Einwohner von Valladolid an den Cardinal und 
Almirante mit. 

Epist. 716. 251. 

Salvatierra de Alava, 19. März. 
Die Behörden der Stadt erklären, dass sie sich dem k. Generalcapitan D. Manrique de 
Lara unterwerfen. 

Guerra de Navarra, Ms. 

252. Don Antonio de la Cueva an den Kaiser. 

Granada, 20. März. 

Die Provinz sei ruhig, der Bischof von Lugo Präsident der Audiencia, und wenn 
die Junta von Tordesillas einen Andern ernenne, würde er ihn im Vereine mit dem Marques 
de Mondejar hängen lassen (ahorcar), wie er käme. 

Pap. 

253. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 21. März. 

Schreibt über den Sieg des Priors Don Juan über den Bischof von Zamora, der 
an die Junta und die an Torre Lobaton geschrieben, er habe gesiegt. Acuna sei ver- 
wundet. G00 Mann seien nach Saragossa geschickt, um einen Aufstand zu hindern; die 
Junta habe gestern um Pässe für ihre Abgeordnete zum Kaiser geschickt, die ihnen auch 
gegeben worden. Carrion sei abgefallen, Sevilla in grosser Gefahr. 



Zur Kritik und. Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



85 



Decifrado: 

Los grandes que acä sirven a V. M. con gran instancia pidiran mercedes mayor- 
mente de las haciendas de los rebeldes. Advierta V. M. que hay muclias cosas enage- 
nadas de la Corona las cuales conviene tomarlas a ella como es agora Salvatierra, que 
muchos annos diz que a traido proceso contra el conde, pretendiendo que injustamente 
poseia aquella villa, y augmentando el poder y jurisdicion de los grandes es di- 
minuir el de V. M. y si es servido de complar la ayuda del pueblo conviene 
aumentar lo de la Corona en todo lo que justicia mediante se pudiere. 

Ayer nos enviaron los de la junta y los de la villa de Valladolid por cierto seguro, 
el cual les dimos para los que quisieron enviar a comunicar con nosotros sobre los 
capitulos que juntamente se lian de suplicar ä V. M. Dizen que oy 6 manana vernan 
dos procuradores de dicha junta y tres por la dicha villa, si quisieren contentarse ä que 
nos obliguemos solamente k suplicar ä V. A. Sobre ellos pues no tenemos poder para 
otra cosa, guanaremos tienipo para que por un mes ö seis semanas cesen entramas 
(entrambas) partes las armas y esperamos que si una vez cesasen, no facilmente torneria 
despues ä ellas! Sobre esta materia havemos consultado con el Condestable y ha nos 
respondido, que le paresce que si solamente se deviere suplicar y no obligarse a cosa, que 
sea contra V. M. y tambien serä contento de suplicar a V. A. todo lo que las cornunidades 
pidieren. V. M. tiene tres exercitos, es k saver aca y en Burgos y en el reino de Toledo 
y no puedo decir si ganamos 6 perdemos tierra y juntamente con esto serä imposible que 
por estos pocos dias que V. A. ha de estar ausente, se puedan sostener estos sobrados 
gastos. Creame V. A. que si pudiere ser en Espana por todo April, no le espere al Mayo. 

El conde de Benavente dijö ayer al Almirante que el Condestable solamente quiere 
guardar ä Burgos y ä su estado que pues asi es que entiende de irse ä su tierra y lle- 
varse su gente y aun concertarse con las cornunidades para guardar tambien su estado. 
Don Pedro Laso y el bachiller de Guadalajara se han apartado de la Junta con inten - 
cion de servir ä V. M. y el D. Pero Laso nos avia prometido de apartar de la Junta 
ä la gente de cavallo que vino de los Gelves y esta agora con ella, y como los de la 
misma junta lo supieron, dezir que provieron de prenderle y que el dicho Pero Laso 
huyö, para perdonar ä los tales como este que por su real servicio ponen ahora las vidas 
y personas en peligro me parece que convendria tener poder acä. — 

Pap. 

254. Don Antonio de la Cueva ä S. M. 

Grauada, 21. März. 

Que continuaba la paz y sosiego en Granada. 
Pap. 

255. Lic. Alarcon an den Kaiser. 

Tordesillas, 22. März. 

Que la S a Infanta estaba muy biena siendo cada dia mayor la gentileza de su 
persona. 
Pap. 

256. Der Almirante für Angelo de Bursa. 

Tordesillas, . . . 

Que aunque creia que por decir la verdad habian de ser mal recibidas sus cartas, 
no podia prescindir de decir que el ejercito de los enemigos se aumentaba y disponia h 



86 



Höfler. 



cercar ä Tordesillas, Simancas 6 Medina de Rio seco. Que para pagar la gente se 
habian tomado cien marcos de oro de la camara de la reina y la plata de los Caballeros. 

En cifra. 

Pap. 

257. Der Marques von Mondejar an den Kaiser. 

La Alambra, 22. März. 

Que la iglesia de Toledo sabido el fallecimiento del Card, de Croy proveyö del 
adelantamiento de Cazorla a Juan de Padilla su cunado y que luego que le avisaron 
de ello mandö que no le recibiesen ni consintiniesen bacer auto ninguno ä la persona 
que fuese ä entender en ello. 

Pap. 

258. Der Herzog von Medina-Celi an den Kaiser. 

Burgos, 24. März. 

Er babe sich dem Condestable zu Diensten gestellt und nach dem Wunsche des- 
selben Don Luis de la Cerda zurückgelassen. 
Pap. 

259. Lic. Yargas an den Kaiser. 

Burgos, 25. März. 

Viscaya sei jetzt ärger als je. Alle Uebelstände seien aber klein im Vergleiche 
zu denen, die von Frankreich drohen. Der Kaiser möge seine Ankunft beschleunigen. 
Pap. 

260. Don Pedro Giron an die Junta. 

Peflafiel, 26. März. 

Da die Stadt Saragossa den Caballeros Truppen zusenden wolle, rathe er, den Ara- 
gonesen den Pass zu verlegen und sich mit Saragossa zu befreunden. 
Sandoval I, p. 343. 

261. Un fr aile ä Yalladolid. 

A ti la muy noble villa de Valladolid. Ermahnung zur Ausdauer. 
Pap. 

(Scheint das Vorbild des angeblichen Schreibens Padilla's an Toledo vom 23. April 
gewesen zu sein. Die Echtheit dieses Schreibens, sowie des sehr apokryphen an Donna 
Maria Pacheco wurde nie bewiesen, sondern immer gläubig angenommen.) 



262. Die Herzogin von Frias an den Kaiser. 

Haro, 26. März. 

Das Mitleiden für die Duquesa Donna Mencia, Gemahlin des Don Pedro Giron, 
bewege sie, den Kaiser zu bitten, die Verbannung (destierro) Pedro's nach Oran in einen 
Aufenthalt in Castilien umzuwandeln. 

Pap. 

263. Der Condestable an den Kaiser. 

Bribiesca, 26. März. 

Gleichlautend mit dem Schreiben der Herzogin. 
Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten • Regierungsjahre K. Karls V. 



87 



264. Don Pedro Lujan, comendador mayor de Castilla, an den Kaiser. 

Simancas, 27. März. 

Schreibt über die Lage der Dinge. Auch die Comuneros hätten kein Geld, die Sol- 
daten zu bezahlen, die Gelven gingen in kleinen Abtheilungen zu den Königlichen über. 
Sandoval I, p. 329. 

265. Der Präsident und der consejo an den Kaiser. 

Burgos, 27. März. 

Que puesto que la villa de Salvatierra y los otros bienes de este conde se hallaban 
por cartas de S. M. incorporados en su real Corona con mucho contentamiento de los 
pueblos, convenia que S. M. mandase confirmar dicha incorporacion y dar titulo de ella 
y que se les escribiese asegurandoles que no seria revocada. Que la esperanza que 
los rebeldes tenian de ser perdonados les estimulaba a perseverar en sus estravios. 
Que el Cardenal y Almirante se oponian a que se procediese contra los procuradores, 
capitanes y otras personas presas cuando la toma de Tordesillas. Que han sabido que 
los de la Junta levantaron un gran cadalso en la plaza de Valladolid y que con gran 
solernnidad pregonaron publicamente por traidores ä todos los gobernadores, Mosior de 
Xebres y ä todas las personas adictas a S. M. conmoviendo ademas con gran solicitad 
a los pueblos para nuevos levantamientos. Que las ciudades de Cuenca, Ubeda, Baeza 
y Guadalajara habian enviado al consejo sus procuradores a pedir perdon de los des- 
ordenes alli cometidos, a lo que el Condestable opinaba se debia acceder segun el 
estado de las cosas del Eeino. Que despues de haber recobrado el Marques de Moya 
las tierras de su Marquesado que se le habian levantado, volvieron a revelarse contra 
el, por lo que proveyö el consejo que el corregidor de Cuenca y Huete fuese en su 
ausilio acompanado de 800 hombres con cuya medida se logrö que volviesen ä la obe- 
diencia del Marques y que le fuesen restituidos sus bienes. Por ultimo que el remedio 
de tantos malos solo podra obtenerse con la pronta venida de S. M. sin la cual todo 
cuanto se haga sera inutile. 

Pap. 

266. Creencia für Angelo de Bursa. (Vom Almirante.) 

Tordesillas, 28. März. 

Dijese a S. M. que si bien el Capitan general era un escellente caballero, carecia 
del vigor y esperiencia que convenia, habiendo sido esta una de las principales causas 
del mal estado de las cosas. 

Pap. 

267. Der Graf von Benavente an den Kaiser. 

Tordesillas, 28. März. 

Manifestando su agradecimiento por el pesar que dice haberle causado el daflo 
hecho en sus tierras. 
Pap. 

268. Der Herzog von Alba an den Kaiser. 

Tordesillas, 28. März. 

Drückt seine Bereitwilligkeit aus. Auf seinen Gütern habe er einen Schaden von 
20.000 Dukaten (y de 10000 menos el de la renta). Nichtsdestoweniger habe er sich 



88 



Höfler. 



zur Verteidigung der Königin aufgemacht (bajo la dependencia del Marques de Denia 
hasta de venida de S. M.). 
Pap. 

269. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 28. März. 

Lobt, dass der Secretär Barroso an den König von Portugal, ihm zu danken,, 
geschickt wurde. Die gefangenen Procuratoren würden nach Befehl des Kaisers be- 
handelt. Er befürchte, dass der Graf von Luna sein Amt in Sevilla nicht antreten 
könne, da Leon einen Kampf auf Leben und Tod eröffnet, weil es die Alcabalas ent- 
richten solle. In Bezug auf Cordova möge der Kaiser eine angesehene Person nach 
Andalusien schicken. Der Bischof von Zamora sei von seinen Wunden geheilt und 
biete Alles auf, dass das Capitel von Toledo ihn wähle. (Que tiene entendido que el 
obispo de Zamora se hallaba ya curado de sus heridas y que trabajaba con mucho 
empeno para que el cabildo de Toledo le nombrase su arzbispo del mismo modo que 
D a Maria, muger D. Padilla, para que lo fuese im hermano suyo que estaba en Roma.) 
50 räuberische Soldaten von Villalar wurden gefangen. Pero Laso (se habia separado de 
la Junta reduciendose al servicio de S. M.) suche insgeheim die Soldaten der Gelves 
herüberzuziehen. Empfiehlt Don Manzo für das Bisthum Cadiz. Juan Ruiz Gil sei zum 
Tenedor de las Andas de la Reina ernannt. 

Pap. 

270. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 28. März. 

Er habe den Heiratsplan der Tochter des K. Juan und die Ankunft seines Sohnes 
von Bearn schon gewusst, deshalb auch Najera. in Navarra gelassen. Man gebe sich 
alle Mühe, die Absetzung des Bischofs von Zamora herbeizuführen. 1 Sei er gezwungen 
nach Tordesillas zu gehen, werde er für Burgos alle Vorsicht anwenden. Ebenso sei alle 
Vorsicht angewendet, dass der Bischof nicht die Festungen des Erzstiftes gewinne. 2 Es 
sei nicht gut, dem Grafen von Luna den Auftrag zu geben, die beiden Herzoge könnten 
am besten für die Ruhe von Sevilla sorgen. Er habe wegen Bezahlung der Galeeren 
mit Vargas gesprochen, die Tesorere zahlten aber nichts, man schulde ihnen 14.000 Du- 
katen. Lob des Fray Juan Hurtado. 

Pap. 

271. El Condestable ä S. M. 

Burgos, 28. Marzo. 

Die von Torre Lobaton nahmen dem Almirante Castromonte weg. Don Manrique, 
Sohn des Herzogs von Najera, zog durch das Thal von Cuartango, nahm die Feste 
Morillas und begab sich nach den Merindades von Altcastilien, sie zu unterwerfen. 
Der Bischof von Zamora sei in das Erzbisthum Toledo eingebrochen. 3 Die Herzoge 

' Que se da toda lfi priesa posible en la privacion de su dignidad al obispo de Zamora para lo eual se ha enviado k recebir 
la correspondente informaeion de testigos por aqucllas comarcas en que tantos males habia cometido. 

2 Que para evitar que el obispo de Zamora tome alguna de las fortalezas del Arzobispado de Toledo se ha proveido lo 
necefiario. 

3 El obispo de Zamora" paed k Toledo como k V. M. tengo escrito entrö en las tierras del Arzobispado donde fu£ bien 
reeibido y de alli pasö al maestrazgo de Sant.jngo por que dicese que entre el y Juan de Padilla est;! platicado quel sea 
Arcobispo de Toledo y el otro niaestre de Santiago con quo vea V. M. de que materias tratan estos vucstros subditos. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten 'Regierungsjahre K. Karls V. 



89 



von Medina-Sidonia und Darcos hätten sich vereinigt, Sevilla, wo Hungersnoth war, zu 
beruhigen. Don Juan de Mendoza sei durch die Junta statt des Bischofs von Zamora 
gobernador und capitan von Plasencia geworden und bereits in Carrion eingezogen. 
Der Condestable bittet für Don Inigo de Mendoza (mi sobrino vuestro criado) das Bis- 
thum von Jaen. 
Pap. 

272. 

Verzeichniss der Pfründen des Bischofs von Zamora im Bisthum Burgos. 
Bei Höfler, Don Antonio de AcuSa, S. 62. 

273. 

Toledo, 29. März (Charfreitag). 

Einzug des Bischofs von Zamora. Inthronisation als Erzbischof. Er wird General- 
capitan. 

Höfler 1. c. Beilage. 

274. Der Almirante und der Condestable an den Kaiser. 

Tordesillas, 31. März. 

Bitte um Belohnung des Anton Velasquez, vecino de Guadalajara. 
Pap. 



275. El Almirante ä S. M. 

Bittet um den Platz eines contino für Angelo de Bursa. 
Pap. 

276. Der consejo real an den Kaiser. 
Zu Gunsten des Dr. Cabrero. 

Pap. 



Tordesillas, 31. März. 



Burgos, 1. April. 



277. &arcia Alvarez Osorio an den Kaiser. 

Sevilla, 1. April. 

Berichtet über den veränderten Zustand von Sevilla. Der Friede in Andalusia hänge 
von dem Frieden in Sevilla ab. 
Pap. 

278. Sancho Martinez de Leyva an den Kaiser. 

Sevilla, 2. April. 

Zu Gunsten des ßodrigo de Guzman und seines Sohnes Don Luis, welche sich 
zweimal den Aufständischen entgegenstellten. 
Pap. 

279. 

Vitoria, 2. April. 

Vereinigung des Don Manrique mit dem Volke von Viscaya. 



Luego que el obispo lleg<S k Ocana pas6 al Romeral y sabido por el prior de S. Juan que esta proveido por capitan 
general en aquellas partes k recibir y hubieron un recuentro en el cual dicen que recibiö el obispo dano y aunque fu4 
herido unos dicen que fue' mucho y otros que no tanto yo no puedo scribir lo cierto mas de lo que V. M. sera por 
unas cartas etc. 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 12 



90 



Höfler. 



280. Der Marques de Denia an den Kaiser. 

Tordesillas, 3. April. 

A V. M. he escrito ä 21 y 27 de hebrero y 12 de marzo todo lo que avia que 
decir y de ninguna he habido respuesta k V. M. Suplico mande responderme ä todo 
y asi mismo scribir al Cardenal y Almirante no dispongan nada destos criados de la 
•reina N. S. hasta que V. M. venga e los tengan a buen recaudo por que yo tengo las 
culpas destos por mayores que las de los procuradores del Reino por que a los capitanes 
y ä ellos los hicieron venir eertificandoles que S. A. estaba buena e tenia salud e dis- 
pusicion para gobernar. Esto suplico ä V. M. mande' scribir luego por que asi con- 
viene y plega Dios que llegue ä tiempo segun lo que siento que quieren hacer dellos 
y han hecho, yo he requerido al Cardenal que no lo consienta y no aprovecha. 

Algunas cosas he enviado a suplicar ä V. M. que me tocan k que nie ha respondido 
que venido a estos sus Reinos las mirara £ hara de manera que yo reciba merced 
e aunque yo no soy de los que mas pueden servir ni sirven no sirvo con rnenos que 
los que mas tienen y si V. M. viene como lo certifica por sus cartas por lo que deseo 
de V° servicio no quiero otra satisfaccion y aunque k otros que no sirven tanto ni tan 
derechamente como yo las ha ofrecido V. M. y hecho y si V. M. no viene yo acabare la vida 
e la hacienda en V° servicio e los otros gozaran de las mercedes que V. M. les ha 
hecho e de sus haciendas a V. M. suplico se de gran priesa en su venida por que ay gran 
necesidad della y por que al secretario Cobos scribo la gente que V. M. paga no digo mas 
en esta de hacer saber a V.M. que la Heina N. S. estä como suele, y a la S a Infanta 
seria bien que V. M. scribiese con todos los correos, estk buena k N. S. gracias y besa 
los pies e manos de V. M. la cual N. S. guarde con acrecentamiento de su Real Corona. 

Aqui esperamos la gente quel Condestable ha de enviar y el Artilleria con la cual 
espero en N. S. y con la que ay aqui se acabaran de castigar estos rebeldes como 
merecen en lo de las montanas y conde de Salvatierra el Condestable lo ha hecho 
como buen servidor de V. M. e asi lo hace todo. 

El obispo de Qamora despues que dejö revuelto este reino acordtf de ir a revolver 
el de Toledo, el prior Don Antonio y Don Hernando de Rojas mi hermano 1 alguna gente 
le han desbaratado e le han echado de Ocana que es gran bien para lo del maestradgo 
el cual la mayor parte del estaba alterado. V. M. debria escrivir al duque del Infan- 
tazgo e Marques de Villena como lo tengo scrito muchas veces que se muestren en 
aquel reino en V° servicio y que ayuden y favorezcan al prior por que a habello hecho ni 
el obispo pasara allä ni fuera parte para nada de lo que ha hecho e hace acä, se saben 
muchas cosas de las que escribimos y aun se dicen otras de las que alla se dicen que no apro- 
vechan a V° servicio, los que sirven a los principes no han de tener otro respeto 
si no el suyo ni otros debdos ni amigos sino los que fuesen sus buenos servi- 
dorcs. V. M. mande remediar por que aqui le han dicho al conde de Benavente algunas 
cosas que a V. M. no le habran pasado por el pensamiento y aunque este . . . puedan 
tener otros con mas cabsa yo no puedo dejalle de tener de lo que toca al servicio de V. M. 

De V° Cesarea Maj. umile servo que sus reales manos besa 

Pap. . El Marques. 



' Con. 



Zur Kritik und- Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



91 



281. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 3. April. 

Freut sich seiner im Mai bevorstehenden Ankunft. Don Bernaldino Pimentel werde 
nächstens abreisen. Padilla stehe in Torre Lobaton. Don Pero Laso thue das Mögliche, 
wieder gut zu machen, was er begangen (hace lo posible en soldar lo pasado). 1 

Pap. 

282. Instruction por Angelo de la Bursa ä S. M. 

Tordesillas ; 3. April. 

Ueber die Gefahren, wenn der Kaiser erst im September ankomme. 
Pap. 

283. Dr. Beitran an den Kaiser. 

Burgos, 3. April. 

Con esta posta se envia ä V. M. la informacion que se ha tomado contra el obispo 
de Qamora conforme ä lo que V. M. escribio y mandö al Condestable en lo cual yo he 
procurado que se hiciese como convenia al servicio de V. M. y aunque los delictos del 
Obispo de Qamora han sido y son muchos y mas graves de los que van declarados 
en la informacion y son notorios en todo el reino, pero no se han podido haber mas 
testigos de vista asi por la brevedad del tiempo como por que los lugares en que el 
obispo ha cometido los delictos estan todos levantados y apoderados en ellos los traidores 
de la junta y aunque en ellos hay muchos servidores y leales vasallos de V. M. que 
podian ser testigos de los dichos delictos, pero no hay manera ni seguridad con que 
tomar sus dichos en los dichos lugares, pero yo creo que la informacion que agora va 
es bastante y he procurado que se haga con la mas solemnidad que haya sido posible 
b si otra mas complida probanca fuere menester, ä la hora que V. A. lo mande se en- 
tendera en ello con entero cuidado como haya efecto. Tambien invio ä V. M. con esta 
carta la notificacion de la Cedula de V. A. que se hizö al Presidente y oidores de Valla- 
dolid y por el mismo verä V. M. el peligro y dificultad con que se hacen los seme- 
jantes autos. 

Pap. 

284. El marques de Mondejar an K. Karl. 

La Alambra, 5. April. 

Berichtet über den Vollzug der Aufträge, die ihm Eodrigo de Bazan am 3. April 
überbrachte. 
Pap. 

285. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 5. April. 

Die Vereinigung der Leute von Navarra mit Don Manrique sei in Vitoria am 2. April 
erfolgt. Er selbst werde ä la comarca de Valladolid bleiben und den Conde de Nieva 
in Burgos lassen. Ocana sei sehr wichtig. Die Stadt erhob sich für den König und 
rief den Prior herbei, der nun dort stehe. Der König möge das Bisthum Jaen Don Inigo 
de Mendoza (mi hijo) geben. Don Diego de Osorio sorge für die Ruhe in Cordova. 

Pap. 

1 Certifico a V. A. que si no viniese para esto mayo estan deterrainados (los grandes) de tomar concierto con las comuni- 
dades y guardar sus estatos y dejan a parte lo de V. M. 



92 



Höfler. 



286. 

London, 6. April. 

Wolsey beklagt sich über die Vertragsbrüchigkeit des K. Franz. Der König von 
Navarra wolle den Kaiser angreifen. 

R. Brown, nr. 185. 

287. 

Testimonio de la notification de una R. cedula ä Sancho Martinez de Leyba para 
que entregase su cargo de Asistente al Dr. Lagama y fuese ä reunirse con los goberna- 
dores. 

Pap. 

288. Francesco Maldonado ä los Procuradores y Junta del Reino. 

Torre Lobaton, 6. April. 

Que algunos caballeros de las guardas de la conrpania de D. Juan de Rivera y de 
otras que se liallaban dispersas le habian rogado que quisiese mediar por ellos y que 
por lo tanto consideraba conveniente que se les enviase una cedula preveniendoles hiciesen 
lo que dicho Maldonado los mandase en el concepto de que siempre seria lo que mas 
conviniese al bien del reino. 

Pap. 

289. Lic. Vargas an den Kaiser. 

Burgos, 7. April. 

Die Noth in Tordesillas sei so gross, dass der Condestable herbeieilen müsse. Der 
Kaiser möge firmas en blanco senden. 
Pap. 

290. 

Burgos, 7. April. 

Estracto de cartas dirigidas ä S. M. por Garcia Alvarez Osorio (2. oder 6. April) 
por el Condestable de Castilla en 7 y por el Lic. Vargas en 7, refiriendo en todas el 
mal estado de las cosas del reino. 

Pap. 

291. Der Condestable an den Kaiser. 

Burgos, 7. April. 

Der Almirante habe ihm zwei postas gesandt, worauf er sich entschloss (mafiana lunes), 
mit dem ganzen Volke auszuziehen, sich mit denen in Simancas und Tordesillas zu ver- 
einen und die Rebellen zu züchtigen. — 

La principal cosa por que se despacha esta posta es por hacer saber ä V. M. como 
ayer vino aqui una carta de Madrid al secretario Juan Ramirez en la cual le hacen 
saber que el obispo de Zamora entrö secretamente en Toledo y luego se lo juntö 
grand parte de la comunidad y fue ä la iglesia mayor y asentöse en la silla del Arz- 
obispo, no tengo mas certenidad dello de averlo visto por esta carta que escribieron al secre- 
tario Juan Ramirez, pero no lo dej6 de creer conociendo la condicion del obispo. El 
Prior D. Antonio de Zuftija esta en Ocana pide dineros. — 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



93 



292. El marques de Denia an den Kaiser. 

Tordesillas, 9. April. 

A V. M. escrivi ä 2 deste 1 todo lo que avia que decir lo que agora hay es que la 
Reyna N. S. estä como suele y la S a Infanta buena ä Dios gracias. El Condestable ha scrito 
quel artilleria partiö a 7 de Burgos y quel partiria eon la gente otro dia, los rebeldes 
estan con menos gente que suelen y aunque han llamado la de las cibdades y de Valla- 
dolid y de Medina espero en N. S. que con la venida del Condestable e eon la gente y 
artilleria que trae y con los que aqui estamos los castigaremos como sus grandes mal- 
dades y traiciones merecen y aunque esto sea asi hay tanta desorden en estos reinos y 
tiene V. M. tanto gasto en ellos que para ordenar lo uno y remediar lo otro conviene 
que V. M. venga lo mas brevemente que pueda y porque los gobernadores escribiran 
las cosas daguä particularmente y yo las tengo escritas no dire mas en esto si no que 
los capitanes de gente de cavallo y la gente de sus capitanias y capitanes de Infanteria 
sirven muy lealmente y aunque todos somos obligados ä esto y aunque ä mas de lo que 
hacemos por ser esta cosa de comunidad y que toca a todos derribandoles ä los mas sus 
casas e robandoles sus haciendas y ä sus debdos, pareceme si ä V. M. le pareciere que 
sera bien que ä todos los capitanes de cavallo y de pie escriba V. M. gradeciendoles y 
teniendoles en servicio lo que hacen e ofreciendoles mercedes por que en la verdad ellos 
las merecen. El Prior D. Antonio sirve muy bien en el reyno de Toledo y ha reducido la 
villa de Ocana y en esto mi hermano D. Hernando de Rojas ha servido y sirve como 
V. M. serä informado del Prior y pues Lope de Conchillos segun el Prior dice ha dado 
favor y ayuda ä los rebeldes a V. M. suplico haga merced de su encomienda ä mi her- 
mano D. Hernando en caso quel haya hecho cosas en deservicio de V. M. por donde justa- 
mente la deba perder por que de otra manera yo no tengo suplicar esto ni otra cosa. 

N. S. V° Oes. M. guarde bien aventuradamente con acrecentamiento de su R. Corona. 

De V. Ces. M. humil siervo que sus Reales manos besa 

Pap. El marques de Denia. 

293. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 9. April. 

Berichtet über die Ankunft Acuna's in Toledo. Ein Courier der Junta von Valla- 
dolid an Segovia und Toledo und an den Bischof sei aufgefangen mit Briefen über das, 
was D. Pero Laso und dem Bachiller von Guadalajara bereitet sei, weil sie sich von 
der Junta getrennt haben. Spricht für eine Verzeihung der Stadt Valladolid. Pero Lopez 
de Ayala und Juan Zapata (in Montalegre) seien von D. Pedro de la Cueva in Rioseco 
gefangen genommen. 

Pap. 

294. Juan de Padilla an die Procuradores de la S a Junta. 

Torre Lobaton, 9. April. 

Podian estar siguros de que nada omitiria de cuanto pudiese contribuir ä, su ser- 
vicio y bien commun. 
Pap. 



1 3. April? 



Höfler, 



295. 

Torre Lobaion, 9. April. 

Ut supra, recomendando a Bernaldino de Nanclares su mejor y mas fiel amigo 
que en el cargo de ßarrachelo del campo habia servido con el mayor zelo en su esercito 
para que se le dispensasen cuantos beneficios fuese posible. 

Pap. 

296. Der Cardinal an den Kaiser (französisch). 

Tordesillas, 9. April. 

Gegen Luther. 
Gachard, Corresp. p. 244. 

297. El conde de Haro an den Kaiser. 

Tordesillas, 9. April. 

Que el Prior de S. Juan habia tenido un encuentro en el reino de Toledo con el 
obispo de Zamora en el que se aseguraba haberle muerto 200 hombres y tenido que 
retirarse ä Ocana. Que los de Valladolid habian llevado 7000 carneros de los cuales 
les tomö D. Diego de Salazar 4000 con 60 lanzas y 200 infantes. Que con Simancas habia 
todos los dios escaramuzas con los de Valladolid. Que D. Pedro de la Cueva habia 
aprehendido 400 Comuneros que estaban sobre Montalegre. Que el Comunero Hernando 
de Ayala se hallaba gravemente herido. Y que el Teniente de Padilla Luis de Herrera 
se habia pasado ä los Realistas con 80 lanzas. 

Pap. 

298. 

Tordesillas, 9. April. 

Dos cedulas escritas por el Almirante y el Cardenal al Condestable en cifra. 
Pap. 

299. 

Valladolid, 9. April. 

Testimonio del voto diferente de la Cuadrilla del Ronco. 
Pap. 

300. Fray Juan Davila an den Kaiser. 

Tordesillas, 10. April. 

Haciendole saber la buena salud de la reina y de la Infanta. Que se abstiene de 
hacer mencion de sus servicios por hallarse persuadido de que S. M. no los ignora y 
de quo se dignara recompensarlos. Que el mayordomo Beitran le enterara de lo que 
pasa en Tordesillas. 

Pap. 

301. Spinelli an Cardinal Wolsey. 

Worms, 13. April. 

Der Condestable habe more solito geschrieben, der Kaiser möge nach Spanien 
kommen. Die Herzoge von Alba und Fonseca (der ehemalige Generalcapitan) besässen 
das ganze Vertrauen des Kaisers. 

Brewer III, l, nr. 1223. 



Zur Kritik und. Quellenkünde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



95 



302. Don Juan Hurtado de Mendoza, Corregidor de Toledo, ä S. M. 

Que en aquella ciudad (Toledo?) reinaba el mayor sosiego. ' P 

Pap. (Mehr als verdächtig.) 

303. Erklärung 

Tordesillas, 12. April. 

der Gobernadoren und Granden an den Kaiser gegen Luther. 
Bergenroth, Suppl. nr. 86. Höfler, D. Antonio de Acuna, S. 3. 



304. Credentiale 

Tordeaillas, 12. April. 



an den Herzog von Alba gegen Luther 
Bergenroth, Suppl. nr. 87. 



305. Der Presidente und consejo real gegen Luther. 

Burgos, 13. April. 

Bergenroth, Suppl. nr. 88. 

306. Die Herzogin von Frias an den Kaiser. 

Burgos, 13. April. 

Ihr Gemahl sei in das Feld gezogen (y que quedaban alli el Presidente con los del 
consejo y el obispo). 

Pap. 

307. Der Bischof von Oviedo an den Kaiser. 

Tordesillas, 14. April. 

Erklärung gegen Luther. 

Pap. 

308. Der Comendador mayor de Castilla an den Kaiser. 

Tordesillas, 14. April. 

Er habe Simancas gedeckt, der Condestable sei ausgezogen, die Vereinigung mit 
dem Almirante zu erwarten. (Que habia estado en Simancas con el objeto de evitar 
que sucediese lo que con Torre de Lobaton y regresado despues ä Tordesillas para 
tratar de la manera de reunirse el Condestable 1 el cual le habia escrito su salida de 
Burgos.) 

Pap. 

309. Der Marques de Denia an den Kaiser. 2 

Tordesillas, 14. April. 

Que convendria mandase escribir al Cardenal y Almirante para que con parecer 
de los del consejo se castigase ä los que habian sido traidores a la casa de la reina ö 
ä lo menos se les tubiese presos hasta que S. M. viniese. 

Pap. 



1 Er war nach einem Schreiben des Grafen von Haro am 13. April in Amusco. 

2 Bergenroth's Briefe des Marques hören mit dem 12. April auf und beginnen wieder am 28. Juli. 



96 



Höfler. 



310. 

Vaüadolid, (14. April). 

Cartas que los de la Junta escribieron ä las 4 villas de la costa con motivo de la 
salida de Burgos del Condestable para combatir a los que tenian el proposito de cumplir 
las disposiciones de la Junta. 

Pap. 

311. II prior del monasterio an den Kaiser. 

S a Maria del Parral estramuros de Segovia, 14. April. 

Suplicando se le exonere de la custodia de las Alajas de oro y plata depositadas 
en la capilla del monasterio traslatandolas a otra parte mas segura. 
Pap. 

312. Lic. Polanco an den Kaiser. 

Tordesillas, 15. April. 

Die Junta hat statt Don Pero Laso's und des Bachiller zwei andere Procuratoren 
gesandt, um über einige Capitel zu unterhandeln, man habe aber in Nichts überein- 
kommen können. 

Pap. 

313. Der Nuntius an den Kaiser. 

Tordesillas, 1 5. April. 

Dandole gracias por su dignacion en escribirle y ofreciendose como su fiel y devo- 
tisimo servo. 
Pap. 

314. El duque de Arcos an den Kaiser. 

Sevilla, 15. April. 

Entschuldigt sein Auftreten in Sevilla und bittet, dass der Stadt in ihrer Noth (de 
la carestia y falta de pan) einige Erleichterungen gewährt werden möchten. 
Pap. 

315. Lic. Cristobal de Toro, Dr. Avila, Lic. Lerma al Lic. Zapata. 

Granada, 15. April. 

Bericht über die Vorgänge in Sevilla. 
Pap. 

316. Don Francis de Beamonte an den Kaiser. 

Tordesillas, 15. April. 

Pidiendo la tenencia de Salvatierra 6 Empudia. 
Pap. 

317. Juan Rodriguez, embajador de Portugal, ä S. M. 

Tordesillas, 15. April. 

Dankt für das empfangene Schreiben (y que no habia cesado de trabajar en union 
con el Cardenal y Almirante para persuadir a los rebeldes que debian someterse a la 
obediencia de S. M.) 

Pap. 

318. El asistente Don Sancho de Leyva an den Kaiser. 

Sevilla, 16. April. 

Bittet bei dem Brodmangel, que se permitiese la saca de trigo de Sicilia. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten • Regierungsjahre K. Karls V. 



97 



319. Garen Alonso de TJlloa an den Kaiser. 

Tordesillas, 15. April. 

Er sei mit dem Grafen von Haro nach Tordesillas gezogen und habe an der Er- 
oberung und Wahrung der Stadt erheblichen Antheil genommen. 
Pap. 

320. Instruction Don Bernaldino Pimentel's an den Kaiser. 

Tordesillas, 15. April. 

Karl möge nach Spanien kommen. Statt Bernaldino's wurde dann Angelo de Bursa 
gesandt. 

Pap. 

321. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 15. April. 

Que no es cierto lo que le han escrito de que el Conde de Benavente se habia negado 
ä socorrer con su gente ä Torre Lobaton, pues lejos de ver asi lue la primera en ir delante 
en su ausilio, guarneciendo despues ä Medina de Rioseco sin dar lugar ä ninguna queja 
a pesar de deverseles dos meses de sueldo. Que por lo que respecta ä la cruzada dice el 
mismo conde, que si se pagase en tierras de algunos Grandes, el la haria pagar con la 
mejor voluntad de las suyas. Y que nunca habltf ä nadie en ruego ni en otra manera al- 
guna por Luis de Quintanilla y que si otra cosa le han escrito ä S. M. no debe creerlo. 

Pap. 

322. Die Stadt Segovia an Valladolid. 

Segovia, 15. April. 

Que reeibiö su carta y el traslado de la de D. Pero Laso y que por lo que toca 
al Almirante les parece que se proponia querer usar con el reino de formas y cauteles 
para enflaquecer el proposito de las comunidades lo que confiaba no podria conseguir-, 
que con toda diligencia procuraban sacar de Segovia y de su tierra toda la gente que 
les era posible la qual enviarian sin la menor demora. 

Pap. 

323. Don Juan de Padilla ä los procuradores y Junta del reino. 

Bamba, 15. April. 

Que Diego de Esquina habia pasado ä Torre por tener aparejado lo necesario para 
el servicio de la artilleria sin la cual y sin la cooperacion de Corrales tan util y 
necesario para todo, nada se podia emprender. 

Pap. 

324. 

Worms, 16. April. 

Ankunft Dr. Martin Luthers bei dem Reichstage. 

325. Pero Suarez de Castilla an den Kaiser. 

Sevilla, 16. April. 

Die schnelle Ankunft des Kaisers gewähre allein Abhilfe. 
Pap. 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 13 



98 



Höfler. 



326. El duque de Najera an den Kaiser. 

Pamplona, 17. April. 

Don Enrique hijo del Hey D. Juan se hallaba en Bearn haciendo preparativos de 
.guerra'. 1 Der Graf von Salvatierra belagere Salvatierra. 
Pap. 

327. El duque de Medina-Sidonia an den Kaiser. 

Sevilla, 17. April. 

Beschwert sich, dass Garci Alvarez Osorio ihm Briefe des Kaisers vorenthalte. 
Pap. 

328. Don Diego Osorio an den Kaiser. 

Cordova, 18. April. 

Berichtet über die treuen Dienste des Don Luis Mendez de Sotomayor. 

Pap. 

329. Don Hernando Enriquez ä S. M. 

Mediua de Eioseco, 18. April. 

Nichts könne helfen als seine rasche Ankunft. 
Pap. 

330. 

Tordesillas, 18. April. 

R. Cedula librada conrprensiva de los continos que se manda testar de los libros 
por estar con las comunidades. 
Pap. 

331. 

Tordesillas, 19. April. 

Sentencia condenando a destierro perpetuo del reino al Regidor Antonio de Vega. 



332. 

Penaflor, 19. April. 

Der Condestable, welcher in Becerril den Don Juan de Figueroa, Bruder des 
Herzogs von Arco, geschlagen und gefangen, kommt mit 3000 Mann zu Fuss und 
500 Lanzen an. 

Mejia p. 404. 

333. 

Torre Lobaton, 19. April. 

Don Juan de Padilla erwartet Zuzüge der Städte, die der Condestable verhindert. 



334. Erklärung des Kaisers. 

Worms, 19. April. 

Gegen Dr. M. Luther. 

Prower III, 1, nr.. 1237. 



1 Corriö la voz de que los francescs vinieron llamados por los plebeyos. Maldonado p. 240. 



Zur Kritik und. Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



99 



335. 

Valladolid, 20. April. 

Don Juan de Padilla ruft die Junta und das Volk zum Kampfe auf. (Todo lo 
hallo" Ueno de temor. Maldonado p. 257.) 

336. 

Penaflor, 20. April. 

Vereinigung des Condestable, Almirante und Grafen von Haro. 1 
Nach Mejia. 

337. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 20. April. 

Berichtet über den Auszug des Condestable, die Einnahme von Becerril. 
Epist. 719. 

338. Antonio de Prado ä la Junta. 

Arauda, 21. April. 

Diciendo en contestacion ä su carta relativa al alistamiento de 200 hombres para 
defender aquella villa que no le consideraba necesario por que alli se estava muy sobre 
aviso para el servicio de la S a Junta y que si fuese preciso todos acudirian ä su llama- 
miento. Y que por lo que respecta al dinero se enviaria todo el que fuese posible 
luego que se recaudase el de las bulas. Anade que habiendo tenido noticia de que 
pasarian por alli unos 30 quintales de metal para la artilleria que pensaba construir 
el duque del Infantado se enviö gente para tomarselos por lo utiles que serian para 
dos tiros que necesitaban para hostilizar a los enemigos. 

Pap. 

339. 

Valladolid, 20./21. April. 

Kriegsrath daselbst. Padilla, der Figueroa preisgegeben, soll jetzt die Contingente 
von Salamanca und Segovia in Torre vereinen und dann nach Burgos ziehen (se gast6 
aquel dia in ir y revenir al campo). 

Pap. 

340. 

Torre de Lobaton, 22. April. 

Padilla rückt endlich auf dem Wege nach Toro aus. Das königliche Heer ver- 
stärkte sich bis auf 6000 Mann zu Fuss und 2400 Lanzen. 
Pap. 

341. Der Bischof von Astorga an den Kaiser. 

(Mit einer Beilage Fonseca's, archiepiscopus Episcopus.) 

Burgos, 22. April. 

Der Condestable habe ihm nach Astorga geschrieben, zu kommen. An dem Tage 
seiner Ankunft sei der Condestable ausgezogen. Der Graf von Salvatierra sei durch 
Martin Ruiz de Avendagno vor Salvatierra geschlagen, sein Heer (2500 Mann) zerstreut 



1 Nach Mejia am Sonntage. Dieser fiel aber auf den 21. April. Der Cardinal war am 20. Auril noch in TordesiUas. 



100 



Höfler. 



und ihm die Papiere der Junta abgenommen worden, die überall erkläre, sie handle 
auf Befehl des Königs. Er habe in Toro zwei Parteien für sich, welche die könig- 
lichen Truppen einlassen würden. 

Pap. 

342. 

Puente de Durana, 20./22. April. 

An einem dieser Tage erfolgte der Ueberfall des Grafen von Salvatierra durch 
die Capitanes Ochoa und Valenzuela. Martin Ruiz de Avendano capitan general da Alava, 
lässt hierauf den Gonzalo Varaona, Hauptmann des Grafen, enthaupten. 

Relacion de las coniunidades de Vizcaya c. 6 ms. 

343. Der Presidente und Consejo an den Kaiser. 

Burgos, 22. April. 

Berichten über die Vortheile, welche der Condestable bereits erlangt. 

Pap. 

344. Die Herzogin von Frias an den Kaiser. 

Burgos, 23. April. 

Der Graf von Salvatierra habe sich nur durch die Schnelligkeit seines Pferdes 
retten können. Seine Leute seien alle todt oder verwundet. 

Pap. 

345. 

London, 23. April. 

Cardinal Wolsey theilt dem venetianischen Gesandten Antonio Suriano mit, dass 
K. Franz dem Kaiser durch Robert de la Mark, Herzog von Geldern, und den König 
von Navarra Krieg bereite. 

K. Brown nr. 195. 

346. Der Graf von ffieva an den Kaiser. 

Burgos, 23. April. 

Er werde für die Sicherheit von Burgos sorgen. 

Pap. 

347. 

Villalar 23. April. 

Schlacht der Granden. Padilla geschlagen und gefangen. 

1). Inigo Vclasco und 1). Federigo Enrique, Gobernadoren, Pedro Yelasco conde 
de Haro, Alfonso Pimentel conde de Benavente, Juan de la Cerda duque de Medina- 
Celi, Luis de la Cerda (sein Sohn), Alvaro Osorio virey (marques) de Astorga, Pedro 
Osorio (sein Sohn), Diego de Toledo, Prior de S. Juan (Sohn des Herzogs von Alba), 
Francisco Xuniga conde de Miranda, Alfonso Avellano conde de Aguilar, Diego Enrique 
de Guzman conde de Alba de Lista, Beitran de la Cueva (Erstgeborner und Erbe des 
Herzogs von Maqueda), Rodrigo de Mendoza conde de Castro, Garcia Manrique conde 
de Osorno, Fernando Bobadilla conde de Chinchon, Alfonso Silva conde de Cifuentes, 
Antonio Padilla Adelantado de Castilla, Enrique Enriquez conde de Rivadavia, Diego 
de Acevedo conde de Montcregio, Alonso conde de Altamira, Francisco Enrique sefior 
de Alcaniz, Bernardino Pimentel sefior de Tavara, Pedro Vaquin Vizconde de Valduerna, 
Juan Ullon senor de la Mota, P'ernando Vega gran comendador de Castilla, Gomez 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten .Regierungsjahre K. Karls V. 



101 



Benavides mariscal de Fromesta, Juan de Tobar und Bernardino Velasco (Söhne des 
Gobernador), Juan Manrique (Erstgeborner und Erbe des Marques de Aguilar), Luis 
de Rojas (Erstgeborner und Erbe des Marques de Denia), el marques de Denia (?), 
Juan de Rojas (Sohn des Diego de Rojas), sefior de Poza, Juan Enrique (Erstgeborner 
und Erbe des Francisco Enrique). Maldonado p. 258. Niederwerfung des Aufstandes. 



348. 

Villalar, 24. April. 

Sentencias y condenaciones contra Juan de Padilla, Juan Bravo, Francisco Maldonado, 
Antonio Saravia, D. Pedro Pimentel y Lic° Bernardino Francisco de Mercado. Der To- 
ledaner Saldana floh im Anfange des Gefechtes. (Quevedo p. 326.) 

Höf ler, Aufstand der Comunidades, S. 214 ff. 

349. 

Villalar, 24. April. 

Hinrichtung Padilla's, Juan Bravo's und Francisco Maldonado's. 1 

350. Der Cardinal an den Kaiser. 

Tordesillas, 25. April. 

Schlachtbericht. Aufzählung der betheiligten Granden. 

Don Pedro de la Cueva wird mit der Siegesbotschaft an den Kaiser gesandt. Der 
Kaiser möge die Hand auf die Güter der Rebellen legen. 

(Joan de Padilla derribo del cavallo ä D. Pedro de Bazan y el D. Pedro diolle 
una cuchillada a la pierna, tienese por averigado que D. Alonso de la Cueva prendio 
a Juan de Padilla segun que dello tiene carta del Almirante, aunque D. Pedro de la 
Cueva le ditf un golpe en la navir — fueron presos en la batalla D. Pedro Maldonado 
y Francisco de Grision regidores de Salamanca.) 

Pap. 

351. 

Simancas, 25. April. 

Ankunft der Gobernadoren. Aufforderung an Yalladolid. 



352. 

Worms, 25. April. 

Audienz des venetianischen Gesandten Gasparo Contarini bei K. Karl V. Bericht 
desselben an die Signoria. 
E. Brown nr. 196. 

353. Die Gobernadoren an Cartagena und die übrigen Städte. 

El Eeal de Simancas, 26. April. 

Sobre la prision de Juan de Padilla y los otros. 
Pap. 



1 Jugulati sunt. P. Mart. Epist. 720. Angebliche Briefe Padilla's an seine Gemahlin und an die Stadt Toledo. (Nachahmung 
jenes frayle an Valladolid.) Höfler 1. c. 



102 



Höfler. 



354. Die Inquisitoren von Sevilla an den Kaiser. 

Friana, 26. April. 

Que en cumplimiento de lo que les encarga continuaran entendiendo en las cosas 
del S. oficio con el zelo y cuidado que siempre han tenido. Que siendo tan necesaria 
su venida para el completo remedio de los males del reino como lo fue la de Cristo 
para el del mundo esperan que tendra ä bien apresurarla. Que la vispera del domingo 
de ramos hizo auto aquel S° oficio en el cual se reconciliaron ä la fe catolica 35 per- 
sonas que fueron condenadas ä carcel perpetua y 7 relajados al brazo seglar entre los 
cuales lo fue Jaques de Valera que se decia contino de la real casa de S. M. y su 
padre Alvar Perez de Rosales que estaban vueltos judios. Que en Jez hubo otros 
muchos penitenciados y que aunque algunos trataron de impedir que se hiciese el Auto, 
tubö efecto con el mayor sosiego para lo cual prestaron su ausilio el Asistente y justicia 
de la ciudad y los duques y caballeros que al mismo asistieron. 

Pap. 

355. Der Dechant und das Capitel der heil. Kirche von Sevilla an den Kaiser. 

Sevilla, 26. April. 

Er möge bei dem Papste bewirken, dass die Commende von Jossina, die der päpst- 
liche Kämmerer Blandino von Florenz erhalten, der Kirche von Sevilla wieder zuge- 
wendet werde. 

Pap. 

356. Der Herzog von Medina-Sidonia an den Kaiser. 

Sevilla, 26. April. 

Betheuerung von Dank und Ergebenheit. 
Pap. 

357. Die Herzogin von Medina-Sidonia an den Kaiser. 

Sevilla, 26. April. 

Betheuerung der Eintracht mit dem Herzoge von Arcos. 

Pap. 

358. Antonio de la Torre an den Marques de los Yelez. 

Simaneas, 26. April. 

Berichtet im Auftrage des Gobernadore über den Sieg von Villalar. 
Pap. 

359. 

Simancas, 26. April. 

Die Gobernadoren stellen Valladolid einen perdon aus. 

Sandoval I, p. 480. 

Alle Caballeros sammeln sich, um nach Valladolid zu ziehen. 



360. 



Gerücht vom "Tode Don Juan de Padilla's. 

Hofier, Don Antonio de Acuna. Beil. 



Toledo, 26. April. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



103 



361. Juan und Alonso . Yozmedianos an den Kaiser, 

Vitoria, 27. April. 

Gegen den Lic. Vargas. 

Guerra de Navarra, f. 30. (Das Datum verdächtig.) 

362. Garci Alvarez Osorio an den Kaiser. 

Sevilla, 27. April. 

Er habe an den Secretär Cobos über die dortigen Ereignisse geschrieben. 
Pap. 

363. 

Valladolid, 27. April. 

Der perdon veröffentlicht. Feierlicher Einzug der Sieger von Villalar. 
Sandoval I, p. 357. 

364. 

Medina de Rioseco. 

Extracto de provision del Cardenal — agradeciendo los buenos servicios hechos 
en la defensa de la forteza por los procuradores de Simancas y exortandoles a per- 
manecer alli para que no falta gente. 

Pap. — S. d. (April 1521.) 

365. 

Toledo, 28. April. 

Der Bischof von Zamora will die Canonici zwingen, ihn zum Erzbischof zu wählen. 
Da kommt die sichere Nachricht von der Hinrichtung Padilla's. 
Pap. — HöfLer, Don Antonio de Acufia, Beil. 



366. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 28. April. 

Bericht über die Katastrophe der Junteros. 

Epist. 720. 

367. 

Salamanca, 27. April. 

Die Stadt bietet den Gobernadoren ihre Unterwerfung an. 



368. El Obispo de Astorga ä S. M. 

Ponferrada, 28. April. 

Er habe bereits 1000 Mann zu Fuss und 50 Lanzen versammelt, als die Sieges- 
nachricht ankam. 
Pap. 

369. 

Toledo, 29. April. 

Ungeheuere Trauer bei der Nachricht vom Tode Padilla's. 

Pap. — Höfler, 1. c. 



104 



Höflee. 



370. El Marques de Astorga a S. M. 

Valladolid, 30. April. 

Pidiendo la confirmacion de un regimento de Segovia que tenia Juan Bravo para 
Garcia Osorio su primo. 
Pap. 

371. El tesorero Alonso G-utierrez ä S. M. 

Palencia, 30. April. 

Schreibt über seine Dienstleistungen. 
Pap. 

372. 

Memoria de la Artilleria y municiones que quedaron en la villa de Tordesillas 
para su defensa estando en ella de capitan general el conde de Haro. 

Pap. 

373. 

Toledo, 30. April. 

Bericht über Don Antonio de Acuna. 
Höfler, 1. c. 

374. 

Medina del Campo, 1. Mai. 

Einzug der drei Gobernadoren. 

Verluste des Almirante, welchem Torre Lobaton, Villa Braxima und Castromonte 
verbrannt, mehr als 30.000 cabezas de ganado genommen worden waren. 

375. Juan Lopez de Recalde ä S. M. 

Sevilla, 1. Mai. 

Dankt für zwei Schreiben. 

376. 

Cedula mandando al' conde de ßenavente que entregue preso ä D. Pedro Maldonado 
en la forteza de Simancas segün se asentö con el. 

377. Der Cardinal an den Kaiser. 

Medina del Campo, 1. Mai. 

Er sei in Begleitung des Almirante von Tordesillas weggegangen, unterwegs mit 
dem Condestable zusammengetroffen und nun seien sie alle drei in Medina eingezogen, 
ebenso der Graf von Luna in Leon, wälirend Ramiro Nufiez de Guzman bei dem andern 
Thore entfloh. Der Graf von Albadelistc, der Marquis von Astorga und der Prior Don 
Diego seien nach Zamora gegangen. 

Die Infantin habe ihn gebeten, die Stelle einer costurera der Königin der Isabella 
Sarmiento zu verschaffen. 

La S a Infanta me ha instado con todo el calor quo se puede escrivir que suplique 
ä V. A. por el ofvcio de la costurera de la reina N. S. el cual vaca por muerte de una 
que se decia Maria de Cartama para lsabel Sarmiento criada de la reina N. S. Ya vehe 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



105 



V.M. cuanta razon es que en esto y en todo se tenga respecto al medio de la S a In- 
fanta en especial que me dicen que esta Sarmiento es muger honesta y honrada y en 
quien cabria muy bien aun segun entiendo el dicho oficio no tiene sino 13 6 14000 ma- 
ravedis de salario con algunas otras cosillas. A V. M. suplico cuan umilmente puedo 
de parte de la S a Infanta y mia haga merced de dicho oficio ä esta Sarmiento con el 
mesmo salario y cargo que lo tenia la Maria de Cartama y enviarme la provision dello 
con la primera posta, que todos lo recibremos en merced de V. A. e yo mucho mas 
por los respectos suchodichos. 
Sim. 

378. 

Toledo, 1. Mai. 

Bericht über das Treiben des Bischofs von Zamora. 

Pap. — Höfler, 1. c. 

379. 

Toledo, 2. Mai. 

Dritter Bericht über den Aufenthalt des Bischofs. Anfang der Misshelligkeiten. 

Höfler, 1. c. 

380. El marpes de Astorga ä S. M. 

Astorga, 2. Mai. 

Er habe mit dem Grafen von Luna Leon genommen, verlange aber für seine Dienste 
nur, dass der Kaiser von seiner Treue überzeugt sei. 

Pap. 

381. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 3. Mai. (?) 

Galli a Juncteri plerisque impulsi Toletanis praecipue ac particulatim ab uxore 
Padillae — Pyrenaeos transierunt — . Zamorae tumultuarius ille episcopus aufugiens de- 
prehensus est in cujusdam villae meritoria taberna apud Lucronium (Logrono) ad ducissae 
Najerae potestatem ductus est. Diese Notiz beweist, dass der Brief nicht am 3. Mai 
geschrieben wurde. Siehe nr. 400. 

Der Brief enthält von früherer Zeit noch folgende merkwürdige Notiz: 

Ferrera ille qui quondam suae Eeginae (a sua regina, Johanna) creditas ad geni- 
torem (R. Ferdinandum) ferendas literas marito Eegi Philippo tradidit magni dissidii 
causam inter virum et uxorem serens, aliam cistam dicitur contexuisse. 

Epist. 721. Cronica de Felipe I, por D. Lorenzo de Padilla c. 4. p. 127. 

382. Instruction des Almirante für Angelo de Bursa. 

2. (7.?) Mai. 

Que todas las ciudades estaban reducidas ä su servicio escepto Toledo y Madrid y 
que trataba de marchar con el condestable ä Segovia para entender en el modo de que 
tambien se sometan. Que por el duque de Najera ha sabiclo que estaba en los confines 
de Navarra mucha gente francesa con bastante artilleria y que el reino estaba muy mal 
proveido y descontento, anadiendo que aunque ha trabajado mucho para que se provea 
de gente y de dinero para las cosas necessarias, no ha visto que se haya hecho nada 
de lo que convenia. Que ha ido a Toledo toda la gente util que se salvo de la batalla 
y que la estancia alli del Obispo y de la muger de Juan de Padilla que no cesaba 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIU. Bd. 14 



IOC» 



Höfler. 



en sus predicaciones, tenian ä la ciudad alterada. Que el Marques de Villena lia enviado 
ä decir que la propia ciudad queria concertarse por su niano y que el Almirante lo 
tenia por cosa proveehosa, pero que algunos lo contradecian y que el estaba determinado 
ä seguir el parecer de los mas. Que vistas las cosas de Navarra y lo que se ha de perder 
si S. M. no viene, es de parecer que algunos capitulos justos y muy provechosos para 
el Reino se los conciedese S. M., pues asegurado este por semejante medio se lo- 
graria tenerle propicio para cuanto conviniese al servicio de S. M. y que si no lo hacia 
asi y dilataba su venida, dudaba mucho del vencimiento della batalla. Que tiene gran 
deseo de que S. M. sea mas amado que temido. Que aunque D. Pero Laso habia sido 
deservidor, estaba siendo muy util ä la causa de S. M. y que le suplicaba enviase el 
perdon ä aquellos y sobre su palabra se salieron de la Junta a servirle, pues fue 
una de los principales causas de la victoria obtenida. Que cuando muriö Juan 
de Padilla, Valladolid y rnucha parte del Reino llamaron a Pedro Giron y que habien- 
dose negado ä acceder ä su demanda en virtud de lo que se le previno en nombre de 
S. M., presto un importante servicio y que por lo tanto convendria que con cartas y 
con obras le demonstrase lo grata que le habia sido su adhesion. Que el duque del 
lnfantado tomo ä Alcala reduciendola k su servicio y que estaba entendiendo en lo de 
Madrid para lo cual tenia muy buena gente suya, y que tambien convenia agradecerselo. 
Que convendria que los danos que muchos Caballeros han recibido por su servicio, 
fuesen resarcidos con los bienes de los culpados y cuanto estos no bastaren, de los 
suyos, puesto que aquellos le han dado el reyno, que podria perder no hacien- 
dolo asi, pues teme haya otra recaida en la cual podrian faltar los que han servido 
igualandolos en los beneficios con los deservidores. Que habiendole escrito pidiendo ä 
Empudia y otros bienes, no cree que es larga la demanda y que le suplica haga de 
manera que conozca la gente que agradece los servicios con lo cual se ganan los cora- 
zones. Y por ultimo, que tenga por cierto S. M. que si pronto no viene es imposible 
estinguirse este fuego, pues las ciudades conservan sus armas y sus animos mas danados 
que nunca. 
Pap. 

383. Der Marques de Mondejar ä S. M. 

La Alharabra, 3. Mai. 

Berichtet über den Stand der Dinge in Granada, der sich bessere. Die Comunidad 
von Murcia, Lorca und Caravaca sei gegen Aledo de la orden de Santiago gezogen. 

Pap. 

384. Der Herzog von Najera an die Gobernadoren. 

Pamplona (?), 4. Mai. 

Er erwarte jeden Tag den Einbruch der Franzosen und ihren Angriff auf S. Juan 
de Pie de Puerto. 

Pap. 

385. Der Cardinal an den Kaiser. 

Coca, 6. Mai. 

Er sei von Medina über Olmedo nach Coca, von da wolle er nach Segovia und 
Salamanca. Der Kaiser möge die Rückkehr der chancilleria nach Valladolid anordnen. 

Saldana, der "die Nachricht von der Einnahme von Tordesillas überbrachte, sei mit 
einem kaiserlichen Schreiben am 5. März angekommen. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



107 



386. 

Worms, 6. Mai. 

Der Kaiser ratificirt den Vertrag mit Venedig vom 3. Mai. 

Lanz, Einleitung, S. 261. 

387. El Cöndestable ä S. M. 

Coca, 7. Mai. 

Alle Städte bis auf Madrid und Toledo hätten sich unterworfen. Der Kaiser möge 
den Rebellen (en ninguna manera) Gnade in Betreff ihrer Güter erweisen ; der Schaden 
der Caballeros übersteige 300.000 Ducaten. 

Ya veo que V. M. es en mucho cargo a los Grandes y caballeros deste reino y que 
les ha de hacer mercedes por que an servido mucho y si estas an de salir de V° patri- 
monio Real seria enojosa cosa para V. M. y aun danosa, pareceme que los servidores 
sean gratificados de los bienes de aquellos que an deservido y pues el obispo de Zamora 
ha perdido el obispado seria bien que V. M. mandase dar aquella iglesia ä una persona 
honrada y que sobrel se le cargasen 6000 duc. de pension y estos se repartiesen por 
los que an servido ä V. M. que cosa muy debida es que sean gratificados. Los dias 
pasados scrivi ä V. M. me hiziese merced de ciertos beneficios que este diablo de Obispo 
tiene en el obispado de Zamora. 1 Suplico ä V. M. me lo haga que no los quiero si no 
por darlos ä quien muy bien os los a servido. — 

Pap. 

388. Los Gobernadores ä S. M. 

Coca, 7. Mai. 

Zu Gunsten des Micer Juan Bona, capellan y pagador de las obras de Navarra, 
der als Artilleriecommandant von Tordesillas (das er nachher befestigte), sich verdient 
machte und jetzt mit der Artillerie nach N.avarra geschickt werde. Der Kaiser möge 
ihm ein Beneficio verleihen. 

Pap. 

389. 

Segovia, 8. Mai. 

Ankunft der Gobernadoren. 

390. 

Toledo, 8. Mai. 

Noche de la ascension. Acuna will die Stadt der Plünderung preisgeben. (?) 
Alcocer.j 

391. Geheimer Vertrag Papst Leo's X. mit dem Kaiser. 

Pom, 8. Mai. 

Zur Vertreibung der Franzosen aus Italien. 
Dumont, T. IV, P. III, p. 96. 

392. 

Rom, Mai. 

K. Karl bittet um Dispens zur Heirath einer portugiesischen Infantin. 
Brewer, III, 1, p. 483. 



i 



BlU'g'03. 



14* 



108 



Höfler. 



393. Griov. Badoer an die venetianische Signoria. 

Mussi (?), 9. Mai. 

K. Franz habe Schreiben des Kaisers an den Vicekönig von Navarra aufgefangen, 
denen zufolge S. Juan de Pie de Puerte demolirt werden solle. 

R. Brown, nr. 207. 

394. Instruction des Almirante an Angelo de Bursa. 

Segovia, 11. Mai. 

Was dieser dem Kaiser sagen solle. Eigentlich Rathschläge in Betreff Spaniens. Karl 
möge Toledo, dem Bischof von Zamora, 1 dem Don Pedro Maldonado vergeben, eine 
portugiesische Prinzessin heirathen, nach Spanien kommen, die Güter der Verurtheilten 
den Caballeros zuwenden. Die Nachricht vom Einfalle der Franzosen in Navarra sei an- 
gelangt, die Gobernadoren hätten kein Geld, mit Toledo müsse Frieden gemacht werden. 

Despachos, I. 

395. Der Bischof von Lugo an den Kaiser. 

Granada, 11. Mai. 

Alle Städte des Königreiches seien gehorsam mit Ausnahme von Ubeda und Baza 
(y el marques de los Velez que andaban desobedientes ä los cuales no se habia puesto 
freno por la certeza de la breve venida). 

Pap. 



396. Grarci Alvarez Osorio ä S. M. 

Bitte um schleunige Rückkehr. 

Pap. 

397. El Senor de Navarres ä S. M. 

Er habe die Forteza von Arevalo mit aller Treue bewahrt. 

Pap. 



Granada, 11. Mai. 



Segovia, 12. Mai. 



398. 

Segovia, 12. Mai. 

Real Cedula mandando entregar al doctore de la Reyna el cuerpo de Francisco 
Maldonado (suegro suyo) degollado en Villalar y enterrado en su iglesia. 
Pap. 

399. Don Juan Manuel ä S. M. 

Rom, 12. Mai. 

. Da der Papst keine grosse Meinung von der Macht K. Karls habe, möge man ihn 
von Neapel aus schrecken. 

Prower. 

400. 

Toledo, 12./14. Mai. • 

Flucht des Bischofs von Zamora. 

Nach Arcayos p. 205. — Nach Maldonado am 14. Mai. — Höfler, Don Antonio de Acuna, p. 68. 



i Siclic Nr. 400. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten .Regierungsjahre K. Karls V. 



109 



401. El Lic° Calderon ä Don Francisco de Mendoza, G-obernador del Arzobispado de Toledo. 

Villa de Alcala, 13. Mai. 

Bericht über einen Einfall von Guadalajara aus. 
Pap. 

402. Alfons Yaldez an P. Martyr. 

Worms, 13. Mai. 

Ueber Luthers Aufenthalt und Benehmen. 

Habes hujus tragoediae ut quidam volunt finem et ut egomet mihi persuadeo, non 
finem, sed initium. 

P. Martyr, Epist. 722. 

403. 

London, 13. Mai. 

Verurtheilung des Herzogs von Buckingham. 
Brewer. 

404. 

Segovia, 13. Mai. 

Der Almirante richtet an Valladolid ein beruhigendes Schreiben. 
Sandoval, I, p. 485. 

405. 

Dijon, 14. Mai. 

K. Franz beauftragt den König von Navarra, sich mit der Junta zu vereinigen. 
Brewer, nr. 212. 

Der venetianische Gesandte beglückwünscht den König zur Eroberung von Pampluna. 



406. P. Martyr marchioni Bellecensi. 

Valladolid, 14. Mai. 

Die Franzosen würden nie ihren Nachbar in Ruhe lassen. 
Epist. 724. 

407. Don Alonso de la Cueva ä S. M. 

Segovia, 15. Mai. 

Bittet um die Hacienda des Juan de Padilla, den er gefangen genommen. 

Pap. 

408. 

London, 17. Mai. 

Enthauptung des Herzogs von Buckingham. 
Cavendish, The history of the life and time of Card. Wolsey. 



409. 

Segovia, 17. Mai. 

Der Alcazar nach einer Belagerung von 352 Tagen entsetzt. 
Ferrer, p. 260. 



110 



Höfler. 



410. Der Consejo an die Gobernadoren. 

Burgos, 18. Mai. 

Bittet um schleunige Hilfe für Navarra, wo die Franzosen eingebrochen seien. 
Logrofio bitte um Hilfe. 
Pap. 

411. Schreiben des Kaisers an den Marques de üenia. 

Worms, 18. Mai. 

Citirt am 28. Juli. — Pap. 

412. 

Simancas, 20. Mai. 

Testimonio de como quedava en Simancas preso D. Pedro Maldonado Piementel. 

Pap. 

413. 

Worms, 21. Mai. 

Erklärung K. Karls an die Churfürsten gegen K. Franz, den Römerzug und Mai- 
land betreffend. 

Actenstücke, m\ 57. 

414. 

Brujas, 22. Mai. 

Mittheilung über die Ereignisse vom 23. und 24. April. 

Pap. 

415. Gutierrez Quizada ä S. M. 

Scgovia, 22. Mai. 

Como el Condestable saliö de Burgos, — luego que viniö a Becerril que staba re- 
voltada por la communidad y estaban dentro cerca de 2000 o rubres y con ellos D. Juan 
de Luna y D. Juan de Figueroa, en que ellos determinaron de no se rendir antes 
ponerse en defensa en que les combatimos y ellos hacian lo posible y en poco espacio 
les entramos en que estandola combatiendo el primer hombre que entrö dentro fue im 
Ali'erez de Capitan Collacos capitan ordinario de V. M. el cual se llama Juan Lopez de 
Moron y tras este entraron 6 6 7 y entre ellos mc halle yo. — 

Como esta jornada se acabö luego movio otro dia el ejercito para ir a Penaflor, 
donde se juntö la gente del Almirante y del conde de Benavente y Caballeros y en quo 
se juntö todo el ejercito ä una legua de la Torre de Lobaton que era donde estaba 
Padilla con su campo en que a 23 de Abril acordö Padilla dose salir con su ejercito y 
artilleria. Como el Condestable supo su movimento junta toda la gente y con su animo 
y buena voluntad ordena su gente y aunque nos llebavan una legua de ventaja fue tal 
•ii diligencia y animo quo los alcancamos im tiro de ballesta de Yillalar. Yo solte la 
escopeteria y ballesteria para que les fuesen mordiendo en que fue en ellos el capitan 
Collacos que es ordinario de V. M. con 150 escopeteros que les fue haciendo muy mala 
vecindad y fue mucha parte de su pcrdicion y Herrera con su artilleria dando en 
ellos quo cada vez llevava 10 6 12 de manera que la gente de cavallo llegö antes que 
la Infanteria a cabsa de venir lejos y muy cansada y crea V. M. que si la Infanteria 
nuestra llegarä quo murieran roas de 4000 hombrcs de la comunidad, al fin fueron 
desbaratado y perdida el artilleria y preso Juan de Padilla y Bravo y Maldonado en 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



111 



que a los gobernadores les pareciö que cumplia a servicio de V. M. que les cortasen las 
oabe9as y asi pagaron lo que debian el Padilla y Juan Bravo y de alli venieron ä Valla- 
dolid y ä Medina del campo y dende fuimos ä Segovia y ha placido a la voluntad 
de N. S. de poner en paz estos reinos. — 

A Navarra se parten los gobernadores, yo voy con el artilleria y con tres banderas 
de las viejas y otras seis o siete de las otras Espero con el ayuda de Dios que los 
franceses liabrän el pago que han habido estos. 

Pap. 

416. La ciudad de Gibraltar a S. M. 

Gibraltar, 23. Mai. 

Sie habe Rodrigo de Bazan als Corregidor und Alcaide aufgenommen. 
Pap. 

417. 

Desparroiz, 23. Mai. 

Berichte an K. Franz über die Fortschritte der Franzosen in Navarra. Der k. Lieute- 
nant von Guyenne erhielt den Auftrag, die Navaresen zu unterstützen. Die Franzosen 
glauben, dass Spanien für Karl V. verloren sei. 

Brewer, III, 1, nr. 1309. 

418. El Cardenal ä S. M. 

Segovia, 23. Mai. 

Schreibt zu Gunsten der Söhne des enthaupteten Maldonado. Don Pedro de la Cueva 
sei in Frankreich angehalten und ihm die Depeschen abgenommen worden. Don Enrique, 
Sohn des Königs von Navarra, habe S. Pelayo aufgefordert, sich zu ergeben. Die Fran- 
zosen nahmen S. Juan de Pie de Puerte, letzten Sonntag rückten sie in Pampluna ein. Die 
Festungen hielten sich, der Herzog von Najera sei mit der Post nach Segovia gekommen, 
Hilfe zu erbitten. Die Gobernadoren reisen heute nach Medina, Valladolid und Burgos. 

Der Marques von Villena sei in Toledo, zwei procuradores von Toledo hier ange- 
langt, verlangten aber so viel, dass, wenn sie gesiegt hätten, sie nicht mehr verlangen 
könnten. 

Ein französisches Heer von 1500 Mann zu Pferd, 18.000 zu Fuss, darunter 8000 
Deutsche, mit mehr als 26 grossen Kanonen, stehe an der Grenze. 
Pap. 

419. Eon Juan de Ribera 1 ä S. M. 

Segovia, 24. Mai. 

Que el obispo de Qamora pasö ä dicho reino de Toledo y dentro en la ciudad 
tornola a levantar mas de lo questaba y ä toda la tierra de manera que allegö arto 
numero de gente de mas de 8000 hombres y con esto vino a resistermelo que en servicio 
de V. M. yo hacia y como era en la mayor fuerca destas burlerias y falsedades hallö 
tanto aparejo en Toledo y en toda la comarca que vino para ello mas gente que hubo 
menester y llegaron ä dos lugares mios ä cuatro leguas de Toledo y las robaron y que- 
maron y de alli vinieron sobre las fortalezas que tengo junto ä los mismos lugares en 



Capitan general del reino de Toledo desta otra parte del rio Tajo. 



112 



Höfler. 



especial ä la forteza del Aguila donde me avia retraido y nos tubieron cercados 3 dias y 
ä D. Hernando de Silva mi hermano y a otros caballeros parientes nuestros y nos apre- 
taron cuanto pudieron y como fueron tambien respondidos y aun los hezimos arto dano 
desde la fortaleza ellos alzaron el cerco y se entrö el obispo en Toledo para tornar ä 
salir con mas gente y con ciertos tiros de artilleria que alli hacian y alli estuve algunos 
dias porque no me quedaba otra cosa en todo el reino de Toledo donde estar y en este 
medio tiempo ofreciose que como yo traia ciertos tratos con el alcaide de Yllescas, que 
es una buena villa del Arzobispado de Toledo, para que me entregaria una torre que 
alli hay y la villa, yo sali con la mas gente que pude yo vine sobrella y la tome - y 
hice reducir ä servicio de V. M. — visto este dende a tres dias luego Madrid se reduciö 
al servicio de V. M. y dende alli procure sojuzgar todos los otros lugares de la comarca. — 
Bittet um die hacienda del Anton Alvarez. 

Pap. 

420. El conde de Haro ä S. M. 

Segovia, 24. Mai. 

Da die Depeschen des Don Pedro de la Cueva aufgefangen worden, trage er den 
Schlachtbericht nach. 

Ferrer, A.p. nr. XIII. 

421. Der kaiserliche Gesandte an Herrn von Chievres. 

Lisboa, 24. Mai. 

K. Franz wolle Mad. Rene an den Kronprinzen verheirathen. 

Actenstücke nr. 58. 

422. 

Worms, 24. Mai. 

Herr von Chievres von den Aerzten aufgegeben. 
Letters, III, 1, nr. 1301. 

423. Der Almirante an den Kaiser. 

Segovia, 24. Mai. 

.Bericht, wie es mit der Confiscation der Güter der Rebellen bisher gehalten worden, 
dass die Corregidores ein Verzeichniss derselben anlegen müssten, sowie der Schäden, 
welche die Städte erlitten. 

Coleccion, T, p. 332. 

424. El Condestable ä S. M. 

Segovia, 24. Mai. 

Habe seit 30 Tagen keine Nachrichten. 

Sola Toledo es la que estä por reducir al servicio de V. M. y segun la necesidad en 
que la pone el Prior D. Antonio ya seria rendida si no fuese por el obispo de Zamora 
y otros Bus amigos que estan dentro, espero en Dios que caeran en la cuenta del yerro 
pasado y vernan a convierlo. 

El obispo de Zamora por derecho divino y humano ha perdido el obispado y todos 
cuantos bcneficios en la iglesia de Dios tiene. Pareceme que cumple a servicio de V. M. 
poner aquella iglesia en cabeza de im religioso de onesta vida y que se cargasen de pen- 
sion sobrel 5 6 fiOOO duc. para rcpartir por los que en esta jornada an servido ä V. M. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Reüierungsjahre K. Karls V. 



113 



,La raiz de la revuelta destos reinos an causado conversos los cuales por la misma 
causa que hicieron aquello desean destruir la orden de S. Domingo que es la que les 
haee la guerra, esta religion se recela que porque algunos frailes an predicado contra (estä 
roto el papel) poner mal con V. M. y aunque es verdad que algunos an enoiado tambien 
ay otros que an servido asi como es el general que prudentemente los ha desviado y 
castigado bien los errados y otros muchos religiosos que con grandisimo peligro de 
sus personas an servido muy bien, suplico ä V. M. que por culpa de particulares no 
permita que la orden padezca y no de credito a los que ansi niestra relacion quisiercn 
indinar la orden de S. Domingo.' 

Pap. 

425. Disposicion firmada por el Almirante-Conde. 

Segovia, 24. Mai. 

Acerca del orden que habia de tenerse en los bienes de los condenados. 

Pap. 

426. La Infanta ä S. M. 

Tordesillas, 24. Mai. 

Felicitandole por la vitoria obtenida por su ejercito en Italia. (? ?) 
Pap. 

427. Fitz -William und Jermingham an Cardinal Wolsey. 

Dijon, 24. Mai. 

K. Franz habe erzählt, der junge König von Navarra sei mit 14.000 Mann, die er 
ihm von 44.000 überlassen, in Navarra eingefallen, Pampluna ohne die Festung sei ge- 
nommen, der Herzog von Najera nach Spanien geflohen-, dort hätten die Bewegungen 
zugenommen, die Granden sich entfernt, doch Padilla sei enthauptet. 

Letters, III, 1, nr. 1303. 

428. El obispo de Burgos ä S. M. 

Burgos, 25. Mai. 

Hoy es llegada aqui nueva como han preso al obispo de Qamora en el paso de 

Navarette acia Navarra y porque desto y de lo de Toledo y de lo de Navarra escribo 

ä Fonseca largo que informerä ä V. M. no lo digo aqui. 

P ap Fonseca, Episcopus. 

429. La duquesa de Frias ä S. M. 

Burgos, 25. Mai. 

Berichtet über die Kriegsereignisse. 

— El obispo de^amoraestäpreso, espero mas certenidad de la nueva mas yo 
lo creo porque de lo mas a lo menos se ha mostrado Dios favorable en todas las cosas 
que son servicio de V. M., justo es que V. M. gelo reconozca en dalle gracias y en 
salcar su nombre y su fe catolica. 

Pap. 

430. Don Juan Manuel an den Kaiser. 

Pom, 26. Mai. 

Papst Leo habe bei seiner Wahl den Cardinälen versprochen, ein allgemeines Concil 
zu berufen, und jedem das Recht gegeben, es ohne seine Zustimmung zu thun. Dieses 

Denkschriften der phil.-hist. 01. XXXIII. Bd. 15 



114 



Höfler. 



Versprechen habe er wie manche andere gebrochen. Der Kaiser soll dem Nuntius drohen, 
wenn Papst Leo nicht am Kriege Antheil nehmen wolle, so sei das Beste, einen all- 
gemeinen Frieden in der Christenheit zu schliessen und ein Concil zu berufen; das werde 
den Papst erschrecken und ihn dazu bringen, zu thun, was man von ihm wolle. 
Cal. nr. 337. 

431. 

Worms, 28. Mai. 

Contarini meldet der Signoria den Tod des Herrn von Chievres. (Last night at 
about 10 p. m.) 

R. Brown, nr. 224. 1 

432. Sir Richard Wingfield to Titz -William and Jermingham. 

Worms, 29. Mai (Corpus Christi-Abend). 

Chievres died last night at midnight who has been the only obstacle hitherto to his 
breaking with France. 
Letters, III, 1, nr. 1318. 

433. Don Juan Manuel an den Kaiser. 

Rom, 29. Mai. 

Papst Leo habe ihm den Vertrag gesiegelt übersendet. 
Cal. nr. 338. 

434. El Lic do de Lerma al Almirante. 

Föral, 30. Mai. 

Er habe die Stadt Foral dem Könige wieder unterworfen bis auf die Festung. 

Pap. 

435. Instruction de la Batye's von K. Franz an K. Heinrich VIII. 

Ende Mai. 

Francis understands that Charles made two complaints against him. 1. That he is 
the cause of the commotion in Spain, and 2. touching Navarra. The first he denies 
and says he knew nothing of the sedition until he heard of it at Abbeville by letters 
from his ambassador in England. As to Navarra although he is justified in what he has 
done by the treaty of Noyon, but since the defiance he has ordered his lieutenant in 
Guienne to assist the king of Navarra as much as he can. 

Letters, III, 1, nr. 1310. 

436. Francisco de Pajares al Lic° Polanco. 

Avila, 1. Juni. 

Stellt den Gobernadoren 400 Mann zur Verfügung. 
Pap. 

437. Luis Godinez de Alcaraz al Er. Agreda. 

Valladolid, 1. Juni. 

Verlegenheit, Pferde aufzubringen. 

Pap. 



Cujus animus tetctulit sempcr nd sui coinmodura, de pupilli sui ad orbis imperium nati Salute partim curanti (curans). Op. 
epist. 721. Der Text der Jiriefe des P. Martyr bedarf einer genauen Revision, wie ich schon: I, zur Kritik und Quellenkunde 
bemerkte, und ebenso bedürfen sein Urtheil, seine Zeitangaben und seine Berichte genauer Prüfung. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungs jähre K. Karls V. 



115 



438. El Lic. Ledesma al Älmirante. 

Foral, 1. Juni. 

Er möge Sorge tragen, dass Donna Maria de Guinnones und die Alcaides die Festung 
übergeben. 
Pap. 

439. El Abad de Medina al Cardenal. 

Logrofio, 3. Juni. 

Bittet, ihm die Busse zu erlassen und nach Hause gehen zu dürfen. 
Pap. 

440. D. Bernaldino de Almazan al Lic Polanco. 

Tordesillas, 5. Juni. 

Referirt über seine Visitation des Hospitals. 

Pap. 

441. El duque de Arcos al Cardenal. 

Sevilla, 5. Juni. 

Er habe sich mit dem duque de Medina ausgesöhnt. Verwendet sich für Don Juan 
de Guzman. 

Pap. 

442. Der kais. Gesandte Barroso an Herrn von Chievres. 

Lisboa, 7. Juni. 

Schreibt über die Vermählung der portugiesischen Infantin und ihre Anerkennung 
als Königin von Castilien. Der Graf von Salvatierra sei in Portugal. 
Actenstücke nr. 59. 

443. El Lic Peralta an den Cardinal. 

Segovia, 8. Juni. 

Bittet um Verhaltungsbefehle, wann er die Verwaltung der Gerechtigkeit übernehmen 
und in Segovia einziehen solle. 

Pap. 

444. 

London, 8. Juni. 

In Folge des Londoner Vertrages wird Thomas Earl of Surrey, admiral of England, 
Wales, Ireland, Normandy, Gascony and Aquitain auch Admiral der spanischen Flotte. 
K. Heinrich aber droht dem Sprecher des Unterhauses mit Enthauptung, wenn sein 
Verlangen (800.000 liv. sterl.) nicht bis zum andern Morgen durchgehe. 

Cavendish, The history of the life and time of Card. Wolsey, III, p. 231, 250. 

445. La dupesa de Frias ä S. M. 

Burgos, 9. Juni. 

Der Condestable und seine Söhne seien nach Logrofio gegen die Franzosen gezogen. 

Pap. 

446. El Lic Polanco ä S. M. 

San Domingo de la Cazalda, 11. Juni. 

Die Städte bezahlten die Truppen, welche sie aufstellten. Die Belagerung von Lo- 
grofio sei aufgegeben. Das vereinte Benehmen der Gobernadoren mache einen guten 

15* 



116 



HöFLFR. 



Eindruck, während ihr Mangel an Einheit so schädlich gewesen (ima de las Cosas que 
mas perjudicaban al servicio de V. M.). 
Pap. 

447. Barroso an Herrn von Chievres. 

Lisboa, 11. Juni. 

Die Königin Leonore sei am 8. Juni von einer Prinzessin entbunden worden. 
Actcnstücke nr. 60. 

448. El Condestable ä S. M. 

San Domingo, 11. Juni. 

Er habe seit dem 9. April kein Schreiben des Königs. Die Städte hätten grosse 
Beweise von Reue gegeben. Die Festungen von Pampluna und Estella seien verloren. 
Das französische Heer, 12.000 Mann zu Fuss und 600 Pferde, habe zahlreiche und gute 
Artillerie. Alle muntanas seien auf Seite Sr. M. Die Franzosen hätten die Belagerung 
von Logrono aufgegeben. Nichtsdestoweniger ziehe er morgen nach Logrofio. 

Aunque la necesidad .que estos reinos tienen de la presencia de V. M. es muy grande 
tengo por bien empleada la dilacion en su venida pues de ella ha resultado que en las 
cosas del imperio se aya dado tal orden que la justicia se conserve y queden en la 
obediencia de V. M. como deben, yo me tengo por dicho que la vitoria que Dios nos 
a dado aca y la buena orden que alla se ha dado todo lo a permitido Dios por averse 
puesto V. M. en castigar aquel ereje de Frayle que con tan poco temor de Dios se ponia 
en argumentos contra nuestra Santa Fee e siempre que S. M. lo haga asi iran sus cosas 
en prosperidad. — 

Pap. 

449. El Gardenal ä S. M. 

San Domingo de la Calzada, 1 1 . Juni. 

Gacliavd, p. 246. 

450. El Cardenal a S. M. 

San Domingo, 11. Juni. 

Zum könio-lichen Heere sende Yalladolid 1200 Mann 

Segovia 1000 „ 
Salamanca 500 ., 
Toro 300 



Palencia 200 „ 
Madrid 200 „ 

Burgos G00 „ 

Toledo diz que darä 1500 infantes y 100 lanzas y espero que luego vernan. (? !) 

En estos dias avemos scrito por mar al Roy de Inglaterra y a Madama Margarita 
<■! estado de lo de Navarra, serä bien que V. M. mande tambien screvir al rey de Ingla- 
terra para que sepa que la capitulacion 6 concordia que postreramente fue jurada on 
Inglaterra esta corrompida y agora puedc Y. M. ver que confianza se puede tener en 
la paz «'oti Prancia si V. M. no se halla poderoso en dinero. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



117 



451. Mondison Bernalt capitan ä S. M. 

Granon, 11. Juni. 

Er sei mit dem Volke von Valladolid hier angekommen und erwarte weitere 
Befehle. 

Pap. 

452. K. Karl an Papst Leo X. 

Curange, 12. Juni. 

Ueber den Vertrag vom 8. Mai. 

Gachard, p. 219. 

453. Francesco de Mendoza an den Cardinal. 

Guadalajara, 12. Juni. 

Bittet um Geld vom Erzbisthum Toledo. 
Pap. 

454. Diego Hernandez an die Yisorreyes. 

Madrid, 13. Juni. 

Berichtet über seine Mission, Geld und Brod herbeizuschaffen. 
Pap. 

455. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid (?), 13. Juni. 

Bericht über die Vorgänge in Toledo. 

Epist. 723. 

456. Der Cardinal an den Lic. Bernardino Zapata. 

Logrono, 15. Juni. 

Anerkennung seiner geleisteten Dienste. (Theodericus secret.) 

Gamero, p. 179. 

457. El conde de TJrena ä S. M. 

Osuna, 15. Juni. 

Dankt ,por la gran merced che ha dispensado ä su hijo D. Pedro Giron.' 
Pap. 

458. Fr. Juan de Avila confesor de la Reyna ä S. M. 

Tordesillas, 15. Juni. 

Beschwerde gegen den Marques. 

Bergenroth, nr. 50. 

459. Die Stadt Leon an den Kaiser. 

Leon, 17. Juni. 

Sobre las cedulas del imprestado para la paga de los 300 hombres que se la habian 
pedido para la guerra de Navarra. 
Pap. 

460. Die Stadt an die gobernadores. 

Valladolid, 18. Juni. 1 

Sie rüste mit allen Kräften 500 Wohlbewaffnete (unter Don Alonso Nino de Castro) aus. 
Pap. 



1 Da hier von der jornada de Navarra (30. Juni) die Rede ist, fällt der Brief wohl in den Juli. 



118 



Höfler. 



461. Sir R. Wingfield und Spinelli an Cardinal Wolsey. 

Bruxelles, 19. Juni. 

The emperor is very diligent and is daily in his Council (chamber) at 6 or 7 o'clock 
wliere he remains tili he goes to mess and an hour after he has dined, returned thither 
again and remains tili suppertime. This life he led ever since the death of Chievres. 

Brewer, III, 1, nr. 1387. 

462. Contarini an die Signoria. 

Bruxelles, 19. Juni. 

K. Franz habe gesagt: If it were in his power he would deprive the emperor of 
all Iiis realms, expecting to find the archduke of Burgundy in as lowly a plight as he 
was during many years. 

Jetzt betreibe der König die Vermittlung Wolsey's, ein Beweis, dass seine Pläne 
nicht gelingen. 

11. Brown, nr. 239. 

463. 

Anvers, 20. Juni. 

Ankunft des Königs' von Dänemark. 



464. 

Logrono, 21. Juni. 

. Instrucion dada por el Almirante ä Angelo de la Bursa de los diferentes particulares 
quo habia de poner en conocimento de S. M. 
Pap. 



465. El Condestable ä S. M. 

Diese credito ä lo que su hijo D. Inigo lo manifestase. 
Pap. 

466. Barroso an den Grosskanzler Gattinara. 

Der König wolle nicht mit Frankreich brechen. 

Actenstückc nr. (>. 



Logrono, 22. Juni. 



Lisboa, 22. Juni. 



467. Antonio Suriano an die Signoria. 

Breda, 23. Juni. 

Unterhandlungen wegen einer englischen Vermittlung zwischen K. Karl und K. Franz. 

Ii. Brown, nr. 240. 

468. 

Eeggio, 23. Juni. 

Angriff der Franzosen. Der päpstliche Nuntius verlangt deshalb am 8. Juli die 
Hilfe des Kaisers. 

11. Brown, nr. 259. 

469. El Corregidor al Cardenal. 

Salaraanca, 24. Juni. 

Er möge den siebzehn esctuados keine Verzeihung gewähren. Der Frayle minimo, 
der so sehr gegen den König gepredigt, sei eingekerkert (en la carcel del Maestrescuola). 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierunosjahre K. Karls V. 



119 



— El cuerpo de Francisco Maldonado dicen que lo quieren traer a enterrar ä esta 
cibdad, parecenie que V. S. deve proveer en que no lo saquen donde esta, y si acä lo 
trujeren no consentira sino que lo metan de noche y sin pompa. — 

Pap. 

470. Barroso an Grosskanzler Gattinara. 

Lisboa, 24. Juni. 

Der König wolle die Heiratsangelegenheit verschieben. 
Actenstücke nr. 611. 

471. 

S a Maria Ragadio, 26. Juni. 

Gefecht des Don Pedro Giron und D. Beitran de la Cueva mit den Franzosen. 
P. Martyr, Epist. 726. 

472. Die beiden Gobernadoren an den Cardinal. 

El Real de soto de Baygorri, 27. Juni. 

Massregeln wegen zwanzig französischer Schiffe, die sich an der Küste gezeigt. 
Pap. 

473. El Almirante al Cardenal. 

Real de Mendigoma, 27. Juni. 

Ut supra. 

Que se iba sobre Estelle y que si habia de darse batalla tenia que ser alli. 

Pap. 

474. E. Pace an Ger. Ghinucci, päpstlicher Nuntius. 

Windsor, 27. Juni. 

The french king declares he will not put off the war saying that now is the time 
to crush the emperor who is young and inexperienced. 

Letters III, 1, nr. 1370. 

475. Instruction für die kaiserlichen Gesandten in England. 

Bruxelles, 2 7. Juni. 

Ueber den Einbruch der Franzosen in Navarra und Castilien und ihrer Flotte in 
Galicia. 

Actenstücke nr. 66. 

476. Don Juan Manuel ä S. M. 

Roma, 27. Juni. 

Good news from Spain. The bishop of Zamora will soon be taken prisoner. (!) 
Cal. nr. 343. 

477. El Presidente de la Chancillaria ä S. M. 

Granada, 28. Juni. 

Beschwert sich über die Eingriffe des Gobernador und der Alcaldes mayores de 
Galicia in die weltliche Gerichtsbarkeit seiner Kirche. Murcia, Obeda und Baeza hätten 
sich noch nicht ergeben. 

Pap. 



120 



Höfler. 



478. 

Valladolid, 29. Juni. 

Testimonio del voto de la Quadrilla de Sauco y Cuadra de que no querian treguas 
ni paz, librado en Valladolid 29. Juni. 

Pap. 

479. Don Diego de Mendoza al Cardenal. 

Guadalajara, 29. Juni. 

lieber die liacienda des verstorbenen Cardinais de Croy, nachdem Herr von Chievres 
gestorben, der sie erlangt. 
Pap. 

480. El presidente del consejo ä S. M. 

Burgos, 29. Juni. 

Que si las 5 horas de haber recibido el pedido de plomo ya estaban cargados y 
en camino 30 quintales. Que en lo de los bastimentos tambien se habia hecho y con- 
tinuaria haciendose cuanto fuese posible. Item que habiendose dicho alli que circulaban 
cartas escritas y firmadas por el obispo de Zamora y pareciendo esto muy mal, con- 
venia se pusiese en conocimento del S. Duque de Najera para que lo remediase. 

Pap. 

481. 

Roma, 29. Juni. 

Karl übersendet dem Papste einen weissen Zelter und empfängt die Investitur über 
Neapel. 

Letters III, 1, nr. 1403—1415. 

482. Breve Papst Leo's X. 

Roma, 30. Juni. 

Por el cual manda que todas las haciendas y beneficios de las personas que fueren 
con las comunidades sean secuestrados en poder del Nuncio. 
Pap. 

483. Don Martin de Acuna a los Visorreyes. 

Madrid, 30. Juni. 

Das Madrider Contingent habe aus Mangel an Geld nicht ausmarschiren können. 
Die cxceptuados hätten sich in Kirchen geflüchtet. 
Pap. 

484. El Marques de Astorga al Cardenal. 

Astorga, 30. Juni. 

Zu Gunsten des von den moros gefangenen Capitan Pedro de Gavilanes. 
Pap. 

485. K. Ludwig von Ungarn an K. Heinrich VIII. 

Buda-Pest, 30. Juni. 

Die Zwistigkeiten K. Karls und K. Franz I. Hessen dem Sultan Soliman alle Frei- 
heit gegen Belgrad. 

Biewer III, 1, nr. 137<i. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten. Regierungsjahre K. Karls V. 



121 



486. Jornada de lavarra. 

Noain, 30. Juni. 

Domingo ultimo de Junio se diö la batalla cerca de Pamplona en el campo de Noain. 
Tratado. Ms. 

Vernichtung des französischen Heeres. Navarra von den Castilianern wieder erobert. 
Ueberall Freudenfeste in Castilien. 

487. 

. . ., 2. Juli. 

Weitläufiger Bericht des königlichen Eathes P. Martyr. 
Opus Epist. 726. 

488. Der Condestable an den Kaiser. 

El Real de Ugarte, 3. Juli. 

Schickt seinen Sohn, den Grafen von Onate, an K. Karl und empfiehlt ihm 
Personen, die sich ausgezeichnet haben. 
Pap. 

489. Lorenzo Aleandri de' Galeazzi an Luigi Aleandri de' Galeazzi. 

Brüssel, 3. Juli. 

25.000 Spanier seien nach Navarra gegen die Franzosen gezogen. Die castilianischen 
Städte hätten sich unterworfen. Der Bischof von Zamora sei gefangen. (The bishop 
of Zamora is put in prison. All these troubles were stirred up by the king of France.) 

Brewer, III, 2, nr. 1388. 



490. Consulta del consejo al Cardenal. 
Berichtet über das Benehmen der Couriere (mensongeros). 

Pap. 

491. 

Uebergabe der Stadt. Einzug der siegreichen Gobernadoren. 

P. Martyr, Epist. 727. 



Burgos, 3. Juli. 



Pamplona, 5. Juli. 



492. Instrucion del Almirante ä Sancho Martin de Leyva. 

Pamplona, 5. Juli. 

Der König von Frankreich werde sich für die Niederlage rächen. 
(Para vengar la injuria de haber sido desbaratado su ejercito haciendo los mayores 
esfuerzos para adquirir dinero cuya falta tanto se hacia sentir.) 
Pap. 

493. El licenciado Lugo al Cardenal. 

Valladolid, 5. Juli. 

— Hoy viernes hice que se hiciese procesion de la iglesia de N. S. ä la Trinidad con 
todos los monasterios que alli fueron en orden e Pedries de ministro que es grand per- 
sona e servidor de S. M. al cual yo informe de lo que dijese e asi lo hizo. Estando 
en el sermon llegaron cartas del Sr. Almirante al obispo de Osma como la fortaleza 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 16 



122 



HöFLEK. 



de Pamplona se avia entregado y que la gente iba entrando en Francia que para mi 
fue la mejor y mayor nueva que pudo ser y tornanios ä dar gracias ä N. S. y hice 
tomar el ministro al sermon que lo dijese y publicase. 

El domingo se corren toros por las buenas nuevas y el dia que se supo viendo la 
carta de V. lll as en la noche se hicieron ruuchas luminarias e muchos placeres. — 

Informese V a Senioria que tal estuvo Valladolid euando aqui entraron los sefiores 
Condestable y Almirante que una noche que aqui durmieron, no osaron estar sin mucha 
gente de armas en su casa y que dos que ahorcaron no osaban que se ahorcasen e 
oviaron de tomar consejo si lo harian, pues yo solo entre aqui e puse tanto temor en 
este logar que ninguno se osa rebullir e hecho sobre 50 justicias e criminales entre los 
cuales se han ahorcado dos y azotado mas de 40 e cortado lingua 4 e fecho otras 
justicias sin persona osa hablar e el obispo de Osnaa por que se lo di dijo uno que se 
dice Zuniga que seria mejor estar en el rollo levantose que no le justiciase e lo vol- 
viesen a la carcel yo le respondi como convenia e crea V. S. que ninguna abtoridad 
se perdiö para la justicia de manera quel obispo se afrentö asi sobre tal cosa enviarse 
ä quejar de mi e dar tanto credito el Sr. Condestable e el Sr. Almirante e escribirme 
que no hiciese ninguna cosa sin lo consultar con el obispo. Viendo yo su condicion 
es para mi tal que perder mi honra y el servicio de S. M. me paresce que yo lo debo 
dejar e asi lo escrivi ä V. S. Ill a . — 

Puedo certificar a V a S a que ha muchos tiempos que esta villa no estovo tan paci- 
fica y en tanto sosiego e quel desasosiego hizo el obispo pero luego ceso como vieron 
que -no avia lugar comigo persona ni ruego de V alladolid. 

494. Contarini an die Signoria. 

Bruxelles, 5. Juli. 

Vor dem 30. Juni hätte der Kaiser eine Vermittlung angenommen. Jetzt müsse 
K. Franz erst Navarra herausgeben und für Castilien eine Entschädigung gewähren. 

R. Brown III, nr. 250. 

495. Der Bischof von Helan und Haneton an den Kaiser. 

London, 6. Juli. 

Wolsey habe von Zwistigkeiten zwischen dem Condestable und dem duque de Najera 
gesprochen, die die Unterwerfung Navarras aufhielten. 
Brewer III, 2, nr. 1395. 

49 G. Der Condestable und Almirante an den Cardenal. 

Pamplona, 6. Juli. 

Sie könnten ihm bei dem schlechten Wetter nicht rathen, hieher zu kommen. 

Pap. 

497. Spinelli to Wolsey. 

7. Juli. 

Berichtet die Absendung des Diego Urtado (Hurtado) nach Castilien ,to aquaint the 
Council of Castile witli the emperors intention to invade Spain (France).' 

Brewer, III, 2, nr. 1398. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



123 



498. Der Kaiser an den Grafen von Haro. 

BruxelleB, 8. Juli. 

Billigt die Hinrichtungen vom 24. April. 
Sandoval I, p. 357. 

499. Die Yicekönige an den Cardinal. 

Pamplona, 9. Juli. 

Tausend Soldaten seien abgezogen, um vom Cardinal ihren Sold zu erhalten (suma 
necesidad de bastimentos). 
Pap. 

500. 

Pamplona, 9. Juli. 

Ut supra. Das Volk in S. Juan sterbe vor Hunger, habe sich empört, raube und 
plündere Kirchen und Klöster. Er möge für Geld sorgen, sonst verliere man Alles, was 
gewonnen worden. 

Pap. 

501. El Comendador major al Cardenal. 

Pamplona, 9. Juli. 

Er fände es nicht recht, wenn man dem Herzoge von Alba, obwohl er grosse 
Dienste geleistet, ,las torres de las puentes de Zamora' überlasse. 
Pap. 

502. Don Pedro Giron al Cardenal. 

(Auf dem Wege nach Fafalla.) 

Puente la Keina, 9. Juli. 

Das Volk in Navarra sei zum grossen Theile aus Geldmangel aufgestanden und 
nehme den Weg hieher. 

Pap. 

503. 

Madrid, 10. Juli. 

Ausschreiben, dass der Sieg über die Franzosen und über die Toledaner bei Almo- 
nacid festlich begangen werden solle. 
Coleccion II, p. 313. 

504. Don Juan Manuel an den Kaiser. 

Koma, 13. Juli. 

Der Cardinal von Medici nehme eine Pension von 10.000 Dukaten, ein spanisches 
Bisthum und das Protectorat an. 
Colecion I, p. 345. 

505. El Cardenal al Lic° de Lugu 



Logrono, 13. Juli. 



Respuesta graciosa 1 y que haga justicia como le esta escripto. 

Pap. 

506. El duque de Bejar al Cardenal. 

Bedauert, mit seinem Volke zu spät gekommen zu sein. 
Pap. 



Burgos, 14. Juli. 



1 Antwort auf das Schreiben vom 5 Juli. 



16* 



J24 Höfler. 

507. Der Corregidor an den Cardinal. 

Madrid, 14. Juli. 

Er habe Don Pedro de Losada eingekerkert. Man wollte Feuer an sein Haus legen 
und Juan Negrete aus dem Kerker befreien. Er habe das Complott unterdrückt. 

Pap. 

508. El Almirante ä S. M. 

Pamplona, 14. Juli. 

Empfiehlt sich zu den bevorstehenden Gnadenbezeugungen (mercedes). 

Pap. 

509. El Almirante al Secret Bartolome Ruiz de Castaneda. 

Pamplona, 15. Juli. 

Beklagt sich, dass er kein Schreiben erhalte. 

Pap. 

510. El Almirante al Sr. Bartolome Huiz de la Castaneda, secretario de S. M. 

Pamplona, 15. Juli. 

In der Nacht gehe die Artillerie nach dem Fort S. Juan ab. 

Pap. 

511. 

. . . ., 15. Juli. 

Peligro que corria el reino de Navarra si permanece alli de Virrcy el duque de 
Najera. Desavenencia entre los gobernadores. 
Pap. Vgl. nr. 531. 

512. 

Anvers, 15. Juli. 

Versprechen K. Karls, ohne Zustimmung des Papstes und K. Heinrichs mit K. Franz 
keinen Vertrag abzuschliessen. 
Brewer, nr. 1418. 

513. El Prior de S. Juan, Don Antonio de Zuniga, a S. M. 

Yepes, 15. Juli. 

Bittet um baldige Ankunft. 
Pap. 

514. Der Condestable und Almirante an den Cardinal. 

Pampelona, 15. Juli. 

Er möge ihnen die 15.000 Dukaten zuwenden, welche sich aus den rentas del obispo 
de Zamora ergäben. 
Pap. 

515. Don Diego Lopez de Padilla, gobernador des Ordens von Calatrava in Andalucia, an 

den Cardinal. 

Tone Don Ximeno, 15. Juli. 
Freut sich über den Sieg, berichtet über die Herbeischaffung von Brod. 

Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten .Regierungsjahre K. Karls V. 



125 



516. 

Anvers, 16. Juli. 

K. Karl empfängt die Nachricht von der Vernichtung des französischen Heeres in 
Navarra. 

Brewer, III, 2, nr. 1419. 

517. 

Gant, 17. Juli. 

Grosse Procession für den Sonntag wegen des navarresischen Sieges angesagt. 

Brewer, III, 2, nr. 1426. 

518. Don Pedro Manrique de Lara, corregidor de Yepes de la frontera, al Cardenal. 

Yepes, 18. Juli. 

Er sei mit 1500 Mann zu Fuss und einigen cavalleros zum Prior von S. Juan ge- 
stossen. Die Toledaner stünden in Almonacid. 
Pap. 

519. La marquesa de Aguilar al Cardenal. 

Avia, 18. Juli. 

Sie habe die abverlangten Piken für das Heer ausgeliefert. 

Pap. 

520. 

Windsor, 20. Juli. 

Der französische Gesandte schreibt die Ursache der Niederlage den Rathschlägen 
König Heinrichs VIII. zu, denen zufolge K. Franz sein Heer verringert habe. 
Brewer, nr. 1425. B. Brown, III, nr. 203 (vom 18. Juli). 

521. Der Condestable und Almirante an den Cardenal. 

Pamplona, 20. Juli. 

Kläglicher Zustand des Heeres. Die Städtecontingente seien entlassen, da die einen 
nach der Schlacht raubten, die anderen untüchtig seien. Man brauche Geld, Getreide, Mehl. 
Pap. 

522. 

Lorca, 20. Juli. 

Die Stadt beschwert sich über das Verfahren der Regenten, welche den perdon für 
sie aufgegeben hätten. 

Pap. 

523. El Abad de Medina al Cardenal. 

Monasterio de la Mejorada, 21. Juli. 

Bittet um Anweisung eines andern Ortes. 
Pap. 

524. Condestable und Almirante an den Cardenal. 

Pamplona, 21. Juli. 

Erneutes Dringen auf Geldsendung. 

Pap. 



126 



Höfler. 



525. Der Condestable an den Cardinal. 

Pamplona, 21. Juli. 

Er möge an den Alniirante schreiben, dass dieser ihm 12.000 Dukaten para la guerra 
de Navarra sende. 
Pap. 

526. 

Gant, 21. Juli. 

Grosse Festlichkeiten wegen des Sieges, Niedergeschlagenheit der Franzosen. 
Brewer, III, 2, nr. 1428. 

527. P. Martyr, königlicher Rath, an den Cardinal. 

Valladolid, 21. Juli. 

Don Manso sei abberufen. Warum er allein noch in der Stadt zu bleiben habe. 

Epist. 728. 

528. El Cardenal 1 a S. M. 

Logroiio, 21. Juli. 

Empfiehlt su contino Gomez de Mendoza. 
Pap. 

529. El Condestable (?) ä S. M. 

Burgos, 21. Juli. (?) 

Die Verbrechen von Segovia seien so gross, dass, wenn man sie bestrafen wolle, 
die Stadt eigentlich zerstört werden müsste. Wenn der Cardinal und Consejo nicht ein 
Mittel ausfindig machten, solle man nach Gutdünken über die Stadt verfügen. 

Pap. 

530. 

Gant, 22. Juli. 

Ankunft Severino's mit dem Detailbericht über den Sieg. 
Letters, III, 2, nr. 1423. 

531. Memorial de Navarra. 

S. d. (Ende Juli 1521.) 

Este reino de Navarra se ha tomado ä ganar de nuevo y restituido ä Dios gracias 
bien y cumplidamente. Es tan importante como sabeis y siempre ha de aver trabajo y 
peligro en sostenelle asi por estar tan vecino de Francia como por las perdidas que el 
Rey de Francia en el ha recibido y por que nunca faltara partido en esta tierra que 
dcsee unas que los franceses sean senores del reino que no el emperador y Rey N. S. 
y por esto me parece que la l a provision que S. M. debria hacer era proveerle bien y 
estando el duque de Najera por Virrey y capitan general no esta bien proveido antes 
esta muy 2>eligroso, por que aunque es muy buen Senor, en esta jornada se ha mostrado 
no ser hombre de guerra y todos los desto reino dicen que tampoco es hombre de justicia, 
los Agrosmonteses tienenle por enemigo formado por que es contrario de su parcialidad, 
en los Viamonteses ay muy pocos que lc quieran bien de manera que quedando en- 
comendado el Reino ä el, queda ä mal recabdo, podria S. M. proveerle ä mucho menos 



1 Condestable? 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten .Regierungsjahre K. Karls V. 



127 



costa y bien poniendo im buen cavallero aunque no fuese de tanto estado que se con- 
tentaria con arto menos ' salario y estaria el negocio mas seguro y podria ser este uno 
de tres el conde Dalva, D. Beitran de la Cueva que se an mostrado muy buenos caval- 
leros en todas estas cosas pasadas, ö el marques de Villafranca, que esta alla y conoce 
muy bien S. A. y no le proveyendo S. M. asi ä mi ver no queda la seguridad que con- 
viene en este reino, Fr. Francesco de los Angelos vino aqui ganoso de llevar capitulos 
a S. M. y el Almirante y Cardenal muy ganosos de dargelos, y del Cardenal me mara- 
villo que es tan santa persona y tan buen servidor de S. M. como todo sabemos, mas es 
gran trabajo que quien quiera le engane, y el Condestable nunca los quisö firmar 
que de otra manera los otros los firmaran, y ä lo que ä mi me parece es tiempo es- 
cusado y fuera de proposito para hablar en tal materia porque despues de las vitorias 
que Dios ha dado h S. A. en estos reinos no tiene ninguna necesidad de capitulos 
con ellos, si no de gobernallos bien por su virtud y hacelles mercedes con su libera- 
lidad, y esto de manera que gelo agradezcan ä el solo, y que parezca que nace de 
su animo Eeal y para cumplir con lo que deve ä Dios y a su oficio y no por capi- 
tulacion de nadie ni por otro ninguno contracto, con todo se entiende si S. M. ha de 
venir ä Espafia porque determinando de estar absente della, muchas manas ha de buscar 
que se puda sostener y aun todas pienso yo que no bastaran y en esto de su venida, 
yo no he ya gana de hablar por que en el tiempo que tuve esperanza della creo que 
avia mas de lo que convenia pero una cosa no quiero callar, y en que si S. A. viniese 
este afio ternia la mayor parte de los dineros del servicio del y otra buena parte de 
Alcabalas del ano pasado que nose pagaron y deste, y acabase el servicio de los 3 annos 
y podria el afio venidero en las cortes que hiciese pedir otro, y no veniendo no tiene 
nada desto que digo por que mucho mas es menester para lo que se gasta y es gran 
lastima ver que en ello no ay ninguna orden ni la puede aver y que se pagan muchas 
cuantias de maravedis en grandes y otras personas sin orden ni forma de las que se 
suelen acostumbrar que se tenga en semejantes cosas y cuanto mas han servido los pre- 
sentes y los que an enviado gente que estan absentes tanto ay mas cabsa para que aya 
mas atravimiento y menos orden de manera que S. M. en su ausencia no puede hacer cuenta 
que aunque estos Reinos esten restituidos, puede aver ninguno servicio ni provecho, y 
si oviere alguno serä maravilla. Con las postas pasadas he scrito las divisiones que a 
avido entre los gobernadores y aun creo que no he sido yo solo sino que otros muchos 
avran escrito en esta materia, mas despues que entramos en este reino de una parte el 
peligro de los enemigos que an ayudado ä la concordia y de otra el trabajo de algunos 
servidores de S. M. que emos puesto en ello, ha aprovechado para que esten agora mejor 
que nunca han estado y cierto si esta conformidad no se procurara nunca este reino se 
tornara h ganar ni reducir ä servicio de S. M. porque ä todos en general les parecia que 
era mucho mas peligrosa la deferencia de estos Seilores que la guerra de los 
contrarios, y en verdad que para esto ayudö arto el doctor Villalobos que viene con el 
Almirante y les acetto y como es discreto y dulce ha tenido buena mana y sabido 
templar en muchas cosas al Almirante, halo fecho con muy buen celo el ser vir ii S. M. 
y sera muy bien empleado y aun aprovecharia que hiziesedes Sefiores que S. A. le scri- 
viese una carta diciendole era informado que aca con buena voluntad de le servir en- 
tendia en cosas de su servicio y agradeciendo gelo y encargandole que lo continuase. 
Toledo todavia esta en rebelion. La causa el (del) durar tanto fue meterse alli el mar- 



128 Höfler. 

ques de Villena al tiempo. que se metitf, ya es sabido de alli. Ella queda sola que no 
ay otra cosa en el reyno levantada pareceria muy bien y grande exemplo y provechoso 
que fuese castigada como merece. En saliendo de aqui dicen los gobernadores que iran 
alla, pienso que podrän haser todo lo [que quisieren estando las cosas k Dios gracias en 
el estado en que estän. 

Despues que vino Barzea la l a vez no hemos visto carta de S. M. y es grand in- 
conveniente tardar tanto los despachos para que creed que muchas veces podrä apro- 
vechar saber aca que hace y en lo que esta, y lo que manda, debria S. A. mandar 
poner en esto de aqui adelante mayor diligencia que creed que es cosa que cumple a 
su servicio. 1 

Pap. 

532. El Cardenal ä S. M. 

Logrono, 8. — 23. Juli. 

Der Cardinal setzt die Nachtheile des Vertrages von Noyon auseinander (la paz de 
Noyon fue fecha para suscepcion et ignorancia a los deputados). Bespricht die Ver- 
dienste des Hieronymo Severino. Es sei schlimm, dass die siegreichen Caballeros die 
eroberte Artillerie unter sich theilten. 

Pap. 

533. Der Cardinal an P. Martyr. 

Logrono, 23. Juli. 

Die Feste S. Juan, welche Janicoto an die Franzosen verrathen, sei wieder gewonnen. 
P. Mart. Epist. 7 29. — Gachard, p. XCVII. 

534. Antonio Suriano an die Signoria. 

London (?), 25. Juli. 

K. Heinrich sage, der Kaiser habe durch den Tod des Herrn von Chievres 
600.000 Dukaten erhalten. 
P. Brown III, nr. 272. 

535. El duque de Bejar ä S. M. 

Graöon, 27. Juli. 

Nachdem der Prior von S. Juan el maestrazgo de Santiago, el maestrazgo de 
Calatrava y el arzobispado de Toledo unterworfen, erlaube er sich, ihn als Erzbischof 
von Toledo in Vorschlag zu bringen. 

Liegt ein memorial de Don Alvaro de Zuniga bei. Das Priorat von S. Juan könne 
man dann dem Duque Dalba geben. 

536. Der kais. Gesandte Barroso an den Grosskanzler Gattinara. 

Lisboa, 27. Juli. 

Unterhandlungen wegen Vermählung der Infantin von Portugal mit K. Karl. 

Actenstücke nr. 66. 

537. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 27. Juli. 

Eroberung von Navarra. In Asparrosi scriniis ajunt repertas esse ab ea (Donna 
Maria) et consortibus seditiosis epistolas suasivas ad adventum Gallorum. 
Epist. 727. 

1 Vielleicht au den kaiserlichen Secretär Cobos von einem Mitglinde des eonsejo real. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten .Regierungsjahre K. Karls V. 



129 



538. Dr. Corral al Lic° Zapata. 

Valladolid, 27. Juli. 

Einige Comuneros, die der Corregidor verurtheilte, hatten an die audiencia appellirt. 
Man möge vor Allem die gefällten Urtheilssprüche in Ausführung bringen. 
Pap. 

539. El Corregidor al Cardenal. 

Madrid, 27. Juli. 

Er habe den Aufstandsversuch der ,labradores' bestraft, verlangt justicia gegen 
dreissig Personen. Er habe dem Don Juan de Eibera 200 Mann gegen Toledo zu 
Hilfe gesendet. 

Pap. 

540. El Almirante al Cardenal, 

(Recht fertigungssclireiben.) 

Pamplona, 27. Juli. 

Yo he sabido que los que desean que yo no sea tan servidor de V. S. como lo 
soy, dizen alla que yo hago mil males. Los que hago son no tener un momento de 
descanso si no el trabajo tan sobrado que es incomparable. Dicen que yo robo la 
hacienda del rey. Si cuenta se toma a sus oficiales hallaran muy poca que dar de lo 
que ä mi y ä mi gente an dado. 

Aconsejaron ä V. S. que no viniese aqui. La verdad es que fuera mejor aconsejar, 
quel consejo quedara en Valladolid 6 en Arevalo 6 en otra parte que de Logroiio ä 
Pamplona, poca es la diferencia. 

Dicen me que dicen ä V. S. que no hago cuenta del, aun siendo muerto yo la haria 
acordandose de lo mucho que devo ä V° servicio, cuanto mas siendo vivo. De todas 
estas cosas no me maravillo porque los que acostumbran decir mal, cuando no hallasen 
de quien decillo, lo dirian de Jesu Cristo y por que vea V. S. el descanso que tengo, 
le hago saber que aqui estos trabajando por sacar gente para ir a remediar lo de Valencia 
que en aver tomado al duque de Calabria los Valencianos de la comunidad es tan mala 
materia que no puede ser mayor y plega ä Dios no resulta algun dano inreparable. 
Asi mismo he sabido que hablan en el artilleria si ellos en la batalla trajeran las 
pelotas de culebrinas y ante los ojos y les mataran la gente cabe si tanto tuvieran 
que pensar en la batalla que no se arcordaran dell' artilleria, mas como no se hallaron 
en esto se occupan en ello. No ay mas que decir sino que guarde N. S. la muy Ill ma y 
ß ma persona de V. S. 

Servidor que las R mas Hl mas manos de V. S. besa. 

Pap. el Almirante conde. 

541. El marques de Denia ä S. M. 

Tordesillas, 28. Juli. 

t 

Recibi la carta de V. M. hecha en Bormes ä 18 Mayo y sea N. S. loado que V. M. 
estä con la salud que sus vasallos deseamos y avemos menester. Despues he sabido la 
muerte de Mosiur de Chevres de que me pesa mucho porque V. M. perdiö buen servidor. 

Lo que ay que hacer saber ä V. M. de la ßeina N. S. es que S. A. esta como 
suele y estos dias pasados ha estado mas alterada porque como los traidores que aqui 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 17 



130 



Höflee. 



estuvieron, le quitaron las mugeres por dalla contentamiento para que firmase hizo le 
mucho daiio la soledad que tuvo asi para acrecentar su indispusicion como para que 
estuvo muchos dias que ni se vestiö ropa lirupia ni se acostö en cama. Agora despues 
que la Marquesa vino que ä dos meses y medio, 1 luego se le tornaron las mugeres como 
de antes y se limpiö vestiö y acostö en su cama no sin mucho trabajo esta S. A. gorda 
v buena de todas las otras cosas. 

La S a Infanta esta buena y ya muger. Dios la guarcle y recibe muy grand merced 
con las cartas de V. M. y porque la recibe en todo y por ques servicio de V. M. siempre 
la deve escribir encomendandola el servicio y salud de la reina N. S. y el vuestro y 
diciendole que donde S. A. esta que V. M. cree bien que no se ha de hacer ni pensar 
cosa que no sea servicio de V. M. y que ha de hacer todo fuese allegamiento y trata- 
miento ä los que han sido vuestros servidores y han de estar apartados de su buena 
gracia los que no lo han sido que asi gelo ruega y encarga que haga por que si otra 
cosa se hiciese, V. M. tenia razon de estar quejoso de S. A. si V. M. fuere servido 
debe escribir esto por que aprovechara mucho. 

De la vitoria que N. S. ha dado ä V. M. en el su reino de Navarra damos muchos 
gracias ä N. S. vuestros vasallos asi por lo que toca al servicio de V. M. como porque 
con sus servicios destos reinos sc hayan limpiado las culpas pasadas. Plega ä N. S. que 
a Y. M. guarde muchos annos y que nosotros le sirvamos de manera que merezcamos 
remision de las culpas pasadas y ä este proposito me parece que como vuestro servidor 
y como quien tanta obligacion tiene ä V° servicio debo de desir mi parecer y es que 
en -estos reinos hubo muchas personas que han deservido gravemente ä V. M. y han 
sido causa de grandes males en estos Vuestros reinos, algunas destas viendo que las 
cosas de la comunidad iban cuesta abajo se apartaron della y otros despues de la batalla 
de Villalar hanlos recibido en V° servicio. 

V. M. ha hecho muchas costas con la gente de guerra que ha sido mucha y demas 
de esto han servido muchos ä V. M. muy bien y han recibido por Y° servicio muchos 
danos habiendo bienes de los rebeldes como los ay en mucha cantidad asi para que 
V. M. sobre sus costas como paraque gratifique ä los que le han servido, parece que 
se debria de hacer de los bienes de aquellos y no permitir que por intercesion de 
nadie dejen de ser castigados eonforme ä justicia los que tanto an deservido por que 
si esto no sc hiciese seria dano de V. M. que lo habria de pagar de su Corona y no 
tan bien esemplo como el, que V. M. da y debe dar en todo. 

Lo que yo escribi del Conde de Benavente escribilo por que se quejaba que alla 
se decian algunas palabras de V. M. lo dice como se debe de desir y hacer. 

En los de los criados de la reina N. S. que aqui fueron deservidores de V. M. yo 
no he pedido justicia del deservicio que ä V. M. se hizo ni de mis agravios por que 
no he hallado a quien pcdilla por quel Almirante soltö de la carcel a los dos que 
fueron cl principio de todos los yerros desta casa y aun desta villa, si V. M. viene 
como lo ofrece y espero en N. S. que sera brevemente en estos sus reinos, V. M. hark 
justicia como deve y acostumbra hacer y si su venida se ha de alargar lo que N. S. 
no quiera, conviene que Y. M. haga lo que lc envio a suplicar con D. Hernando mi 
sobrino por que para esta casa conviene mas que para otra ninguna cosa por que aqui 



1 Nacli Abzug des Almirante 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten .Regierungsjahre K. Karls V. 



131 



los pensamientos han de estar limpios en V° servicio cuanto mas las obras y demas 
desto no ha V. M. de ser servido de dejar de castigar los que han ofendido ä los 
que aqui os serviamos porque todos semos obligados ä servir ä V. M. poniendo nuestras 
vidas personas y haciendas como lo havemos hecho, mas no nuestras honras. Asi 
que suplico ä V. M. mande conforme ä justieia se castigue lo de aqui por que asi 
conviene ä V° servicio por que cuando ötra cosa se hiziese no se como se podria sufrir 
ver andar libres ä los que desian los capitanes y gente que aqui vinieron, que yo tenia 
ä la reyna N. S. presa y que si por mi no fuese S. A. saldria daqui y andaria por el 
reino y firmaria y despacharia negocios y asi mismo cuando la gente venia delante de 
Palacio andaban estos diciendoles de si libertad que tienen ä la reina presa, estas 
con cosas muy graves y que se podrian muy mal sufrir. 

Suplico h V. M. las mande castigar como conviene ä su servicio. Yo he puesto 
como k V. M. he escrito en los oficios destos otros de los mesmos criados como V. M. 
lo ha mandado. El Almirante proveytf a un criado suyo del oficio de despensero mayor 
y por lo que Y. M. ha mandado en este caso, yo no le admiti al oficio y asi por esto 
como por otras cosas que cumplian al servicio de V. M. el Almirante esta mal con- 
migo y no embargante que Y. M. ha escrito ä el y ä los otros gobernadores que no 
entiendan en las cosas de aqui, no deja el Almirante de hacello por haserme ä mi 
agravio y desplacer, si yo hubiese estado en lo quel quiere como se queja de mi por 
que no lo he hecho, no me haria las malas obras que me hace en todo lo que me 
toca, y pues esto es por Y° servicio, Suplico ä V. M. lo mande proveer de manera quel 
Almirante no tenga que haser en lo de aqui ni en las cosas que me tocaren por que 
antes que estas cosas se ofreciesen, yo no tenia ninguna diferencia con el Almirante 
antes todo deudo y amistad y por que V. M. vea que yo no me quiero eximir de la 
justieia en las cosas que yo hiciere contra ella veanse en el consejo. 

En lo que Y. M. dice que escribe a los gobernadores que me hablan cerca de la 
estada daqui b salida de la reina N. S., si conveniere, no me han escrito nada antes yo 
trabaje que hubiese por bien que yo fuese a servir a V. M. en lo de Navarra pareciendome 
questando aqui la Marquesa para el servicio de la reina N. S. y de la S a Infanta bastaba 
y D. Luis mi hijo para la guarda de la villa con la gente de guerra que aqui quedaba 
e yo pensaba ir con 100 lanzas de mi casa con que he servido en estas cosas pasadas, 
no lo hubieron por bien pareciendoles, que aunque las cosas destos reinos estan acabadas 
que las voluntades estän de otra manera de lo que convenia y la verdad es que la 
estada de la reina N. S. aqui, asi por la dispusicion de la villa como por los yerros 
de los vecinos della no conviene, pero esto seria mejor despues de V. M. venida por- 
que creo, que sera menester su Keal presencia por que asi fue menester cuando S. A. 
vino de Arcos aqui que la trujiese el rey mi Senor que haya santa gloria, bien creo 
yo que se podria hacer sin V. M. pero esto no podra ser sin premia y esta ni se 
debe hacer ni pensar sin Y° mandamiento aunque seria provechoso hacerse 
en muchas cosas para la salud y vida de S. A. que asi se hizo con su aguela 
estando en su indispusicion y aprovecho no pasar alla mas para ponella en 
la buena orden que convenia para su vida y honestidad. 

En las cosas que me tocan y en lo que he gastado y perdido por servicio de 
V. M. no hablo por que cuando Y. M. sea informado de como os he servido, yo creo 
que V. M. hara con migo lo que hiciese con otros y aunque en las cosas que yo he 

17* 



132 



Höfler. 



enviado ä suplicar a V. M., las difiere para su venida ä estos reinos, ä otros se han 
hecho allä y aca mercedes de cosas que han vacado que cuando V. M. se informare, 
le parecerä que no han servido nias que yo ä V. M., suplicö lo mande proveer de 
manera que parezca en lo que coninigo se Meiere pues os habeis tenido de mi por ser- 
vidor pues yo he hecho con mi persona y hacienda arto mas de lo que he podido. 

El capitan 1). Pedro de Mendoza es capitan de los ordinarios quel rey mi sefior 
que haya santa gloria tenia y asi esta aqui en servieio de la reina N. S. con su gente 
por que yo le escogi por persona honrada y de confianza el cual ha servido en estas 
cosas pasadas muy bien ä V. M., aqui envio el traslado de su asiento de capitan. 
Suplico k V. M. mande dalle confirmacion para que le sea librada su .... como ä los 
otros capitanes ordinarios conforme ä su asiento que yo certifico ä V. M. que cuando 
haya informacion deste que V. M. me tenga en servieio de habergelo suplicado. Beso 
las manos ä V. M. por la merced que ha hecho k su hija de Maria de Cartama de los 
5000 maravedis que ella tenia, aqui envio el traslado de como ha de ser el Albala. 
Suplico ä V. M. lo mande despechar la voluntad de su madre fue que los hubiese 
Catalina de Ordax su hija y asi es la de su padre. El secretario Cobos llevö alla 
firmada de V. M. una albala de repostero de plata de la S a Infante para un criado mio 
de que V. M. me hizo merced, Suplico ä V. M. sea servido de mandallo despachar por 
ques oficio necesario y no se puede sostener sin quitacion. N. S. guarde V. S. y C. M. 
con acrecentamiento de V. Real Corona bien avenduradamente. De V. Ces. M d umill 
servo que sus reales manos besa. 

El Marques. 

542. Der Cardinal an den k. Rath P. Martyr. 

Logrono, 28. Juli. 

Verweist ihm scherzhaft seine Ungeduld. 
Opus Epist. 729. 

543. El marques de Mondejar al Cardenal. 

La Alhambra, 28. Juli. 

Ueber die escribania de provincia vacante. 

Pap. 

544. El secretario Zuazola al Cardenal, 

Pamploua, 28. Juli. 

Der Condestable wolle mit einem Theile des Heeres nach Valencia, der Almirante 
nach Toledo. Beides missfalle Zuazola, Zapata und Polanco. 

Pap. 

545. 

Valladolid, 30. Juli. 

Cartas del consejo sobre quejas de Madrid, en favor del bach. Castillo y Juan 
Negreto. 

Pap. 

54G. El obispo de Burgos a S. M. 

Tavragona, 30. Juli. 

Que los comüneros deservidores de S. M. residentes alli no cesaban de buscar ma- 
neras y rodeos secretos para poner en congoja y confusion ä Su Sant d para dilatar la 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten .Regierungsjahre K. Karls V. 



133 



determinacion de algunas cosas que convenian al bien del reino por lo que creia que 
no debian estar en su corte. 
Pap. 

547. Instruccion de lo que el comendador Pedro de Zapata habia de decir y suplicar ä S. M. 

Logrono, 30. Juli. 

Que puesto que por justos respetos sobresee en su venida ä estos reinos que se venga 
luego que viere que alli no habia necesidad de su real preseneia. Que si bien habia 
aqui muchos peligros de perdicion para la division y parcialidad de los diferentes 
gobernadores, era necesario que S. M. se mirase mucho en esto por que sin grandes 
inconvenientes no se podria reducir la gobernacion ä solo el Cardenal revocando 
ä los otros por que como estrangero seria odioso ni tampoco al uno de los dos grandes 
escluyendo al Cardenal, por que los deudos y amigos del destituido se indignarian de 
ello convirtiendose en enemigos. Que no conviene que S. M. conceda remision ni. perdon 
general en el reino de Navarra, pues habia muchos que no solamente erraron dejando 
de resistir a los franceses y en recibirles alegremente, si no que les convidaron ä venir 
promotiendoles socorro y ayuda. Que habiendo oydo que muchos importunan ä S. M. 
para que en remuneracion de sus servicio se los otorguen algunas cosas que son de la 
Corona Real, no puede menos de recordarle el juramento que prestö en las cortes de 
Yalladolid de no enagenar nada de lo que h la misma partenece. Y por ultimo que 
conviene mucho al servicio de S. M. que los del consejo, corregidores y otros admini- 
stradores de la justicia no sean promovidos ni puestos por nadia sino por S. M. 

Pap. 

548. Creencia del Condestahle a su hijo el Conde de Onate, 

S, d. 

para que de su parte solicitase se le descargue de la gobernacion. Que se confiera el 
arzobispado de Toledo ä su hijo D. Bernaldino 6 ä Fray Juan Hurtado el mejor fraile 
que se convien en Espaha. Que el propio Condestable quiera hacerle merced del 
maestrazgo de Santjago. Por ultimo que se confiera la gobernacion de Navarra ä per- 
sona que no infunda la menor sospecha de parcialidad. 

Pap. 

549. Der Grosskanzler Gattinara an K. Karl. 

Dunquerques, 30. Juli. 

Bericht über die Lage der Dinge. Navarra sei ohne Zuthun oder Auftrag des 
Königs von den Castilianern erobert. Die Ehre komme seinen Unterthanen zu. 
Lang, Staatspapiere, Karl V., nr. 1. — Brewer, III, 2, nr. 1446. 

550. Contarini an die Signoria. 

Geilt, 30. Juli. 

Mittheilung einer Unterredung des Beichtvaters K. Karls mit diesem. ,Ihr habt 
alle Tugenden, nur vergesst ihr schwer erlittene Unbilden.' Der Kaiser erwiderte: ,Tch 
will durch den Krieg einen bleibenden Frieden schaffen.' 

R. Brown, nr. 27 5. 



134 



Höfler. 



551. La marquesa de Denia ä S. M. 

Tordesillas, 30. Juli. 

Ueber den Zustand der Infantin. 

Bergenroth, Suppl. nr. 52. 

552. P, Martyr an den Dr. Agredo. 

Valladolid (?), 1. August. 

Eroberung von S. Juan (Pede portus). 
Epist. 729. 

553. Fitz-William to Wolsey. 

A le chäteau de VylenofF, 2. August. 
K. Franz droht mit einem neuen Einbrüche. Ist im Besitze eines Briefes des Con- 
destable. 

Brewer, nr. 1456. 

554. 

Calais, 2. August. 

Anfang der Conferenzen zwischen England, Frankreich und dem Kaiser. 

555. 

Belgrad, 2. August. 

Soliman belagert die Stadt. 

556. Consulta del consejo al Cardenal. 

Burgos, 2. August. 

Que es de parecer se acceda ä la reclamacion de la dote de D a Maria de Rojas 
muger de Pedro de Cartagena dada por el obispo de Zamora. 

Pap. 

557. El Condestable ä S. M. 1 

Villalpando, 3. August. 

Dass die vecinos von Duenas nicht wie die Senores von Duenas mit Treue ge- 
dient hätten. 
Pap. 

558. El Alcaide al Condestable. 

Cartagena, 4. August. 

Er habe keine Mühe gescheut, ihm die Artillerie zuzusenden. 
Pap. 

559. Don Juan de Ribera al Cardenal. 

Illescas, 5. August. 

Bericht über Gefechte mit den Toledanern und Bitte um Vollmacht zu Unterhand- 
lungen. 

Pap. 



1 Da sich der Condestable damals, in Navarra befand, ist dieses Schreiben kaum als richtig anzuerkennen, 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten .Regierungsjahre K. Karls V. 



135 



560. Memorial de la S a Infanta ä S. M. 

Tordesillas. 

Bergenroth, nr. 94. 

561. Der Erzbisohof von Graiiada an den Kaiser. 

Burgos, 6. August. 

Francesco de los Angelos hänge mit den Verräthern zusammen. 1 Die schuldigen 
Dominikaner ihrem General überantworten, hiesse sie in Freiheit setzen 2 (que los traidores 
andaban sueltos y favorecidos y que si algunos estaban presos gozaban de mas libertad 
que los mismos servidores de Su M.). 

Pap. 

562. Don Diego de Sotomayor ä los Yirreyes. 

Arevalo, 6. August. 

Die Ernennung des Senor de Navarres zum Capitan habe sehr verstimmt. 
Pap. 

563. El Cardenal ä S. M. 

Logrono, 7. August. 

Zu Gunsten des Gonzalo Franco de Guzman. 
Pap. 

564. El Lic° Vargas ä Bartolome Ruiz de Castaneda, secretario de S. M. 

Burgos, 8. August. 

Sobre la seguridad de lo deposito de los bienes confiscados ä la S a D a Isabel de 
Castaneda muger de Gomez de Hoyos por haber estado esta adherido ä la comunidad. 
Pap. 

565. Gonzalo Franco de fruzman ä S. M. 

Logroüo, 8. August. 

Bittet um Belohnung. 
Pap. 

566. Consulta del consejo ä los gobernadores. 

Burgos, . . . 

Sobre el sobrescimiento de la causa formada al bach r Olano (en Guipuzcoa). 

Pap. 

567. El Cardenal ä S. M. 

Logrono, 8. August. 

Con el Padre Fray Francesco de los Angelos y despues con el Comendador Pero 
Qapata tengo ahora postreramente scrito ä V. A. como verä. Lo que despues hay que 
decir y acordar ä V. es lo siguiente. 

La reina N. S. estä en Tordesillas y por que aquella villa ha sido y es siempre 
para Comunidad S. A. y la S a Infanta no estan alli bien seguras y por estö es menester 
tener alla como tenemos 200 lanzas y 400 infantes, que es gran costa y si S. A. se 

1 Vgl. 8. und 12. August. 

2 Namentlich sei der Maestro Bustillo, den der Cardinal zum comisario apostolico gemacht, zu seinen Predigten zurückgekehrt. 



136 



HöFLFR. 



mudase en Arevalo que dicen es lugar fuerte y de gentil comarca esta gasto se podria 
escusar que el marques tiene tanta enemistad con aquel pueblo y el pueblo con el que 
no estaria seguro para poder guardar ä S. A. con dicha gente si Valladolid tornase ä ser 
Comunidad y agora en esta sazon se podria seguramente facer esta mudanca y no en 
otro tiempo. V. M. lo mande ver y paresciendole bien esto envienos mandaniiento 
espreso para ello, que luego procuraremes de ponerle por obra. El almirante y el con- 
destable empiezan . ., de pasar la instruccion que tenernos de V. M. que ya han enten- 
dido de proveer de Presidente de la chancilleria de Valladolid y de oidores della y 
tambien de gobernador de Gallicia lo cual no podemos facer y es espresamente contra 
dicha instruccion y tampoco conviene que tengan en el audiencia personas puestas de 
sus manos y aßi conviene que V. M. les mande" que no entiendan en esta provision 
y que S. M. lo provea todo de su real mano tuviendo respecto en proveer bien estos 
cargos y no ä personas por complacencia de otros si no que el presidente obispo de 
Cuenca no parece segun lo que he entendido que es tan culpado como le facen y asi 
es muy justo que se sepa la verdad dello, todos se quejan generalmente de las provisiones 
que el Almirante y el Condestable facen diciendo que proveen de sus deudos parientes 
y criados y olvidan y dejan a parte ä los que verdaderamente sirvieron y han estado 
y estän en servicio de V. M. En todo el pueblo murmuran mucho del repartimiento 
que se ha fecho del Artilleria que fue tomada ä los franceses specialmente agora que 
cada uno se la lleva 6 envia a su tierra y dejan a esta ciudad sin darle pieca alguna 
la cual en tiempo del rey catolico diz que fue bien proveida para estas necesidades la 
es frontera de Navarra. Mire mucho V. M. que ni (a) ciudades ni ä grandes de nada de 
las alcabalas por poco que sea por que abriendose la puerta ä uno fuerza seria facer lo 
mesmo a muchos que V. M. quitaria asi mismo la Corona a las que seria cosa odiosisima 
al pueblo lo cual no se podria facer con buenä conciencia. 

El duque de Bejar esta aqui al cual como ä otros verdaderos servidores de V. M. 
duele mucho la dispersion y perdimiento de la hacienda Real, seria bien y aun parece 
necesario que V. M. le mande que entienda y trabaje en dar buena orden en la conta- 
duria en la cual se facen tan desordenadamente las libranzas que al cabo todo se per- 
deria como parece si no se remediase. Tambien el dicho Duque es justicia mayor de 
I !astillia si V. M. tubiese por bien de mandar a los capitanes de gente de cavallo y de 
infanteria que le oyan, su parecer mucho aprovechara para la buena direction del reino 
aunque el mesmo duque no sea capitan general. 

De lo que ahora nuevamente ha pasado en el Reino de Valencia me han scrito y 
por que V. M. lo sepa por mi carta iela enviö con esta aunque creo que por otras lo 
habrä entendido mas largamente, es lastima ver aquel reino puesto en tanta perdicion. 
Dios por su clemencia lo remedie todo como cumple ä S° servicio y al de V. M. 

Diego Hurtado de Mendoca esta ahora en Pamplona con el Almirante y Condestable 
y cierto el sea aca en todo lo que V. A. le ha mandado muy prudentemento y con 
mucha vigilancia y diligencia y no sin mucho trabajo por lo cual en verdad se le deve 
todo agradecimiento. Somos a 14 del susodicho y hasta aqui es duplicada de otra y pues 
por la respuesta que hago a la instruccion que trajö Diego Hurtado, vera V. M. lo demas 
no lo replicare por esta en mas de remitirme ä aquella. II Infante D. Joan de Granada 
ha servido ä V. M. muy bien en las cosas pasadas y en verdad sus servicios merecen 
grandrs mercedes, ahora el suplica ä V. M. le haga merced de 200000 maravedis de juro 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



137 



de por vida que vacaron por muerte de D a Isabel Castano condesa de Klvadeo, Vecina 
de Valladolid donde el Infante vive, ä V. M. suplico muy mucho que para en comienco 
de su gratification le haga dicha merced que en verdad sus servicios la merecen bien. 
Votre tres humble serviteur A Cardenal Dertusenci(s) . 

(P. S.) El Alguacil Pero Cacho es muerto y por que ha servido muy bien ä V.M. 
y ha dejado hijos suplico ä V. M. haga merced de la vara al uno dellos y entre tanto 
que sea de edad mande encomendar la vara a un hermano de dicho Pero Cacho. 

Por parte de Lope Hurtado de Mendoza que reside en esa corte en servicio de 
V. A. se ha instado que se le libren los 70000 marav. que tiene asentados por el cargo 
de solicitador y aunque el Lope Hurtado merece esto y mucho. mas, por que no fuese 
en exemplo a otros de pedir librancas en ausencia y que con esto no se les abriese la 
puerta, parece a los del consejo que V. M. ielos debe ahora mandar librar con algun 
otro titulo, y asi suplico ä Y. A. lo mande' ver y proveer segun dicho es. 

Por otras he scrito ä V. M. lo mucho que merece el Dr. Pedro Manso y por que 
ahora hay en que pueda ser gratificado, suplico ä V. A. que haya memoria del en estas 
vacantes de Tuyr 6 de Almeria 6 de Guadix que ä mas que cualquiera iglesia destas 
cabra tambien en el como en cualquiera persona del reino, tiene el mesmo Dr. en algunas 
piecas que en excambio de alguno destos obispados podra V. A. benificar y hacer 
merced ä otros y ä esto suplico a V. M. me mande responder. 

El Bayle de Valencia entiendo que muriö y porque tenia una encomienda en el 
reino de Toledo, suplica D. Pero Laso de la Vega a V. M. por ella y pues se ha 
emendado en todo y reduciendose al servicio de V. M. en tiempo de gran necesidad 
V. M. la mande ver y proveer en ello lo que mas fuere su servicio. 

Ondarca ha sido uno de los mas fieles servidores y criados de la reina N. S. suplica 
a V. A. le haga merced de un titulo de secretario aunque sea sin salario. 

Pap. 

568. Instruction dada por Juan Arias Davila ä Martin de Salazar 

de hacer relacion al Cardenal de Tortosa. 

Der Prior von S. Juan möge Don Juan de ßibera gegen die Austalle der Toledaner 
bis Yllescas und Canales Infanterie abtreten. 

Pap. 

569. El Corregidor al Condestable. 

Madrid, 10. August. 

Que como ä causa de los secuestros ä que se habia procedido de los bienes de los 
exceptuados, los jueces eclesiasticos se entrometian ä dar sus censuras a instancia de las 
mugeres de aquellos por sus dotes y arras, convendria se remediase este abuso obteniendo 
del nuncio 6 del Cardenal que se nombrase un juez que revocase dichas censuras. 

Pap. 

570. Die Stadt Talavera an Don Juan de ßibera. 

La villa de Talavera, 10. August. 
Er möge der Verdienste der vecinos eingedenk sein. 
Pap. 

Denkschriften der phil.-hisr, Cl. XXXIII. Bd. 18 



138 



Höfler. 



571. D. Francisco de Mendoza an Don Juan de Ribera (?). 

Quadalajara, 10. August. 

Man möge anordnen, dass sich Niemand, auch nicht der Nuntius, in die hacienda del 
Arzobispado de Toledo einzumengen habe. 

Pap. 

572. El Almirante ä S. M. 

Pamploua, 10. August. 

Empfiehlt Hernando de Vera hijo de Diego por el cargo de artilleria que le habia 
renunciado su padre. 1 
Pap. 

573. Creencia data ä Angelo de Bursa por el Almirante. 

10. August. 

Lo que habeis de decir ä la catolica Majestad de mi parte. 

Dezilde que aqui vino Diego Hurtado enviado por S. M. e segun me paresce quel 
debe venir ä reforzar el estancia del Comendador mayor contra mi dando mas fe ä sus 
palabras que ä mis obras y que pues la toma de Tordesillas y vencer dos batallas 
y ganar dos reynos no bastan para ser creido que no sera menester alegar leyes en mi 
defensa aunque me parece que solas las circunstancias de mis servicios ponian obligacion 
a cualquiera principe ä hazer muy largas mercedes mas que S. M. las paga mejor pues 
confiesa que por ser grandes conviene grandes agradecimientos que no pudo ser mayor 
que .en cabo de la jornada enviarme un coadjutor y no querer responder al memorial 
que distes que fue clara licencia si la entendierad. 

Dezilde que alla deben desir que yo no me conforma con nadie y menos con el 
Condestable, pues dicen que este viene ä curar esta dolencia. Bien es que sepa S. M. 
si sanando de ella adolecera el de las suyas. Yo jamas he tenido discordia con nadie 
si no sobre cosas de su servicio. Tuvela en Tordesillas, fue por el socorro de Torre 
(Lobaton) que se contradijo pudierase hacer y no se preniitiö, tuvela en Simancas aca- 
bada la batalla, fue por el socorro de Navarra y no se socorriö enviando la gente que 
convenia para guardalla que se podia hazer y no se hizo, tuvela hasta llegar ä Segovia, 
fue por esto, tuvela por esto, tuvela en Segovia por que se apretaba lo de Navarra en 
que se concertase Toledo, si yo porfiaba bien o mal vease como se perdiö Navarra que 
no se perdiera si Toledo se reduciera en tiempo, tuvela en Segovia sobre enviar gente 
al duque. Miren si tenia razon, tuvela en Burgos sobre socorrer ä Logrono, veamos si 
erre. tuvela sobre que al Duque de Najera no se hiciese agravio y que se guardasen las 
provisiones de S. A., vean si era pasion 6 razon la que me guiaba; tuvela cuando no 
consentia ir al Cardenal ä Burgos, vean si aprovechö mas venir el Condestable a nos- 
otros <)iio ir ä el, tuvela por que Navarra fuese castigada, el tiempo dira si erre, hasta 
Oy no he tenido pendencia de deudo ni de amigo ni mia sino del Rey por que todo 
lo que yo decia, convenia y agora la tengo sobre el concierto de Toledo por que tengo 
en menos cuatro haciendas de Toledo que toda Espana si trabajar yo que se concierte 
y contradecirse ha sido proYechoso o no. Remitome a lo que ha hecho Valencia que ha 
desbaratado al \* i iroy y saqueado ä Gandia y a Oliva tomado todo el reino y desecho 



1 Vergl. das Schreiben des Cardinala vom 30. August, 



Zur Kritik und Quellenkünde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



139 



500 caballeros y agora que Catalufia dizen es echa eomunidad y queda Aragon en 
peligro y Murcia, esta eomunidad se verä si fuera mejor reducir ä Toledo que tenella asi, 
y los Franceses con mucha gente en Bayona y quel Duque I). Hernando (de Calabria) 
tengan los Valencianos, solo de no acabarse esto no creyendome alla ni aca esta todo 
aventurado. Dicen que aya pendencia, es porque yo queria ir ä Castilla ä remediar 
las cosas mientras se provee este reino 6 quel Condestable fuese. Dice Diego Hurtado 
que no cumple entiendese que no quieren que buele sin fiador por do conozco que ya 
S. M. me ha conocido para lo que soy. Si he tenido pendencia sobre que no tome otro 
los dineros sino que esten en poder de los gobernadores, si perdieramos las batallas, tu- 
bierase por buena mi pendencia y porfia, ganadas no se acordaran de la razon que me 
guiaba. Sepa S. M. que queriamos mas aventurarnos ä la batalla que ä que se acabase 
el mes y no haber paga nos desbaratase que mas queriamos empr ender lo dudoso 
que perdernos con lo cierto. 

Diran que soy yo un desperdiciado, no lo soy tanto que no he sido en ganalle dos 
reinos, mas como es mas conservar que ganar, querria conservar las voluntades que los 
ganaron con mercedes, y como ellos an servido con obras, pierdense con palabras, esto 
porfiö y en esto estoy discorde con los que quieren el contrario y pienso que le sirvo 
mas en procuralle servidores que en guardalle dineros acordandome da quel consul de 
Roma que le aconsejaban que robase unos ricos, y respondiö teniendo las personas, tengo 
las haciendas y teniendo las haciendas no tengo nada. 

Deci a S. M. que pues me ha enviado Coadjutor que ya ha conocido que cuando le 
confese mis culpas y clije para cuan poco era que le dije verdad y pues S. M. ha visto 
la falta que en este cargo ä havido ä mi causa que por que no aya recaida, le suplico 
que aga dos cosas por hazerme merced, la una darme licencia para irme a mi casa, 
y la otra que por cuanto algunos caballeros de mi casa an servido ä S. M. mucho y yo 
les soy en cargo que S. M. me aga merced de 30000 de juro que tengo yo por vida 
que sean de juro y de heredad y me de facultad para repartillas en ellos que en esto 
me hara muy gran merced que asi mesmo en hacer la merced del derecho de Toledo 
al conde mi sobrino, si esto luego os otorgare habra en ello y si no, no importunes mas 
ä S. M. en esto ni en otra cosa, antes le pedi licencia y venios por que queda cerrada 
la puerta de nojarle en las cosas mias que segun an sido mis servicios, no tenian ellos 
mas derecha paga que ha sido contarse alla por deservicios, esto lee delante de. los del 
consejo de S. M. y hace todo lo que os mando. (El Almiran te.) 

Pap. Vgl. nr. 50. 

574. P. Martyr an die Marquesen von Mondejar. 

Valladolid, 1 1 . August. 

Bericht über den französischen Krieg. 

Epist. 732. 



575 " T - ,1 V f 

Logrono, 11. August. 

Cedula que el obispo de Zamora enviase razon de si estava obligado 6 no ä pagar 
un cuento de maravedis a Pedro de Cartagena. 
Pap. 

18* 



140 



Höfler. 



576. 

Ofen, 11. August. 

Die Königin Maria von Ungarn bittet den Kaiser um Hilfe. 
Actenstücke nr. 70. 

577. El conde de Miranda ä S. M. 

Pamplona, 11. August. 

Bittet um Geld und die Erlaubniss, dem Kaiser aufwarten zu dürfen. 
578. La villa de Alcala ä D. Juan de Ribera. 

Alcalä, 12. August. 

Sie habe die verlangten 2000 Maravedis für die Erhaltung ihrer Soldaten verwendet. 

Pap. 

579. La villa de Madrid ä D. Juan de Eibera. 

Madrid, 12. August. 

Ut supra. 
Pap. 

580. El Condestable ä S. M. 

Pamplona, 12. August. 

ßecibl la carta de V. A. de 9 de Julio y las manos de V. M. beso por el buen 
contentamiento que muestra de mi servicio, por cierto muy poderoso Sefior aunque he 
heeho lo que he podido deseo tener fuerzas para servir mucho mas y en lo que dice 
V. M. que tiene alguna confianza que con mi persona se remediarä lo deste reino de 
Navarra ya V. M. abra sabido como en este caso yo hize lo que pude y tube algun 
aparejo por que como todo lo llano de Navarra es de mi parcialidad y se me entrego 
el castillo Destella que le tenia Leon de Garro que es Agromontes tuvimos lugar de 
pasar a poner nuestro Real donde hubimos la batalla lo cual no se pudiera hacer si 
Estella estubiera por los enemigos por que nos atajaban los mantenimientos, todo se 
despacho bien ä N. S. gracias como el conde Oiiate mi hijo lo avra dicho ä. V. M. 

Lo que despues que estamos aqui ha pasado es que el duque de Najera enviö a 
dezir al Almirante y ä mi que si no dejabamos aqui tanta gente que bastase para pelear 
con el ejercito que los franceses podian traer si otra vez aca viniesen que el no que- 
daria aqui, yo remiti la respuesta y la provision desto al Almirante y al Comendador 
mayor y ä Don Rodrigo Manrique ä los cuales les pareciö que no teniamos agora posi- 
bilidad para proveer de mas gente de la que bastase para def ender esta ciudad por que 
en guardarla esta la conservacion deste reino como sabrä decir ä V. M. el duque de 
Alva y andando en estas platicas llegö Diego Hurtado y visto todo lo de aca y que el 
duque de Najera dejaba el cargo, acordaron de nombrar para ello ä D. Beitran de la 
( 'ueya para que quedase aqui, el cual por cierto es muy buen cavallero y ha servido 
muy bien ä V. M. y no lo huvo por bien el Condestable de Navarra por el deudo que 
1). Beitran tiene con el hijo del Mariscal y asi mismo se dejö de nombrar el Conde de 
Alva por que alla tienen sus pasiones el y el Almirante, vino la cosa a parar en el 
conde de Miranda con acuerdo del condestable de Navarra, yo le scribi luego que pues 
nunca ha tenido otro fin si no de servir ä V. M. que venga ä la hora y en lo del 
salario que aunque no sea tan grande como el que llevava el duque de Najera no con- 
iurase de mirar en aquello en llrgando tenemos detcrminado de partirnos. Dejaremos 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierüngsjahre K. Karls V. 



141 



aqui 600 lanzas y 2000 infantes y el artilleria necesaria y bien bastecida la fortaleza 
la cual si no se acaba de labrar vale poco, el Castillo de S. Juan quedo con 100 sol- 
dados que pareeiö al Condestable de Navarra que bastaba para defendelle de los de la 
tierra, los cuales lo hicieron tan malamente que se vinieron los mas dellos y visto el 
mal recado que alla avia, vinieron el Vizconde de Chanzi y el Senor de San Pez y 
tomaronle sin ninguna resistencia por que no avia en el mas de 25 hombres y sacaron 
unos dos falconetes que alli avian quedado, los cuales quisieron llevar y los de la villa 
no gelo consintieron los reparos cuando los nuestros lo tomaron quedaron mal tratados 
y agora los acabaron de quemar, creo que nos concertaremos en que se derribe aquel 
castillo porque como el duque Dalva sabe no se puede sostener si no muy trabajosa- 
mente y crea V. M. que no conviene que ninguna otra fuerza quede en Navarra si no 
sola la de aqui y la de Maya por que todo lo otro es gastar muclios dineros y no apro- 
vechar para ninguna otra cosa. 

En lo que V. M. dice que le pareeiö bien lo que escrivi sobre las haciendas de 
los condenados, suplico ä V. A. que no se entienda para lo que toca ä D. Rodrigo 
Manrique por que ha servido ä V. M. muy bien y con mucho peligro de su persona 
sino que luego le haga V. M. la merced que le he suplicado. En lo que toca al comen- 
dador mayor de Castilla no se en lo que quiere pagelle V. M. sus servicios por 
que si V. M. es informado particularmente dellos pareceme que por descargo de V a con- 
ciencia seria desobligado a doblalle su hacienda por que los que yo se es que conser- 
var las pasiones que en Tordesillas andaban el tiempo que todos aquellos caballeros 
estubieron alli juntos y hirse ä meter ä Simancas al tiempo que lo fizo y venir ä Penaflor 
a la hora que se supo que yo estaba alli y el dia de la batalla la orden que diö en 
todo yen esta jornada de Navarra lo que trabajö por que viniesemos a sentar el Keal donde 
dimos la batalla y como aprestö su persona en todo el peligro que ha sido posible, ver- 
daderamente digo ä V. M. que son servicios que ä V. M. le parecera muy bien satis- - 
facellos. Lo que ä V. A. suplico es que os acordareis de como os he servido y quiera 
V. A. despachar mis peticiones como negocio de buen servidor de lo cual envio un me- 
moria! ä D. Iriigo mi sobrino y ä Figueredo, V. M. le mande ver y despachar y no 
con tanta dilacion como el otro, pues aquella fue causa que V. A. reeibiese enojo de 
Figueredo y de sus importunidades, questo senti mucho mas que el mal despacho de mis 
negocios asi por el enojo que V. M. reeibiö como por el afrenta que yo reeibi. 

Diego Hurtado debiera pensar que el Almirante y yo estabamos muy mal y como 
entrambos deseamos V° servicio, el sufre mis importunitades y yo las suyas y asi estamos 
agora concertados, pareceme que desea mucho que V. M. le hiciese merced al conde de 
Velalcazar daquel termino sobre que tiene diferencia con Toledo y asi mismo del re- 
greso del obispado de Osma para su sobrino, entrambas ä dos son cosas que me parece 
ä mi que V. M. las debia hacer por que la una es vuestra y la que es de Toledo 
pareceme que ha hecho aquella ciudad ecesos por do debria perder el direcho que 
aquella hacienda tiene y aun otro mayor. 

A causa destar cerrado el Camino de aqui ä Flandes no se pueden consultar las cosas 
como lo debriamos hacer, esto digo por que nos pareeiö al Almirante y a mi que el 
obispo de Cuenca estaria bien visitando su obispado y asi gelo escribimos que lo hiciese 
y escribimos al obispo de Canaria que tubiese cargo de aquella presidencia hasta que 
V. A. otra cosa mandase, es muy buen clerigo y hombre en quien coneurren muchas 



142 



Höfler. 



buenas ealidades con que servira bien. Tambien enviamos ä mandar que no estubiesen 
en audiencia algunos oidores que fueron mas amigos de las comunidades de lo que fuera 
menester. Nos otros acordamos de no pregonar la guerra con Franciä si no solaraente 
en Logroüo y hazello saber a estas fronteras y fue la causa de no pregonarse general- 
mente por quien todas las ciudades reducidas a V° servicio, veo muchos en gana de ver 
ä V. A. puesto en necesidad y pocos en voluntad de sacaros della, specialmente conio 
el reino de Valencia esta revelado y Toledo tan mala como hasta aqui tubose conside- 
racion como hazelles este plazer, nuestra entrada en Francia se ha dejado de hazer por 
falta de dineros. 

Don Pedro Giron ha traido ä esta guerra 150 lanzas que le enviö su padre, escrivale 
V. M. dandole las gracias dello, el esta colgado deste su debate que tiene con el Duque 
de Medina-Sidonia y ha scripto a V. M. que cumplia ä V° servicio que este negocio se 
atajase y esto ha de ser con que V. M. escriva al duque y duquesa de Medina que se 
concierten con D. Pedro por que no podeis dejar de hacer justicia por que cierto si 
esto se atajase, V. M. le quitaria de todos los enojos que se pueden recrecer en el 
Andalucia y para esto seria necesario que V. M. enviase ä mandar a V 03 Visosreyes en- 
tendiesen en este negocio y si no los pudiesen concordar que ficiesen justicia. Despues 
que yo fui ä Peilaflor y se diö la batalla de Villalar y volvi ä esta otra batalla como 
han sido dos jornadas tan importantes ä V° servicio hanse hecho grandes gastos y ha 
habido algun desorden de lo cual ä mi me ha pesado en el alma, mas he las pasado 
por escusar otra mayor desorden salidos plaziendo ä Dios, ä tierra llana creo que se 
podra poner la cosa mas en razon. 

Diego Hurtado nos ha dicho que V. M. manda que le escribamos juntos y si V. A. 
se guelga tanto de leer como elAlmirante descrivir no se arrcpentirä de lo que nos 
enoia ä mandar alla, va nuestra carta si bien le pareciere ä V. M. cada correo podra 
llevar otra mas larga. 

Aqui tubimos harta diferencia sobre firmar los capitulos que llevu Fray Francisco 
de los Angeles tube yo en aquello para dejarlo de firmar dos consideraciones. La una 
fue que me parece que toda cosa que V. M. aya de otorgar de gracias e mercedes a 
estos V 08 reinos han de ser de V a propia voluntad como en tiempo de V os aguelos y solian 
hacer muchas prematicas para la buena gobernacion dellos, y la otra que si los capitulos 
fueran firmados de nosotros y V a M. no los firmara, creciera tanta desazon en los pueblos 
que me pareciö que fuera gran inconveniente para V° servicio y en los que agora se 
sabe la diferencia que sobresto avemos tenido el bien que me quieren eso les venga. 

En lo que toca ä los del consejo, V. M. tiene en todos buenos servidores y como 
dijo en la carta general aunque fuesen malos deve V. M. honrar y sostener hasta que 
en buen hora vcngais ä estos V 08 reinos y entonces determinarä V. M. lo que mas con- 
viene a V° servicio. 

Pedro Horence de Cobarrubias abia renunciado su regimiento de Burgos en un 
hijo suyo cl cual es muerto, proveimos del al mismo Pedro Horence hasta que V. M. 
otra cosa mandase, ha scrvido muy bien ä V. A. y el regimiento fue" suyo, sin razon le 
baria V. M. si gele quitase y, muy poderoso Seuor, ni soy tan abricioso para mandar 
ni tan desacatado quo en poco ni en mucho querria ceder de la comision que de V. A. 
fcengo, mas como las necesidades que tenemos de contentar ä muchos son grandes por 
fuerza hemos de ceder algo de lo que V. A. manda y si V. M. se detiene y no per- 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



143 



mite que cualquiera que deviere gobernar tenga el poder mas largo que nosotros, creo 
que sera mucho (mejor?) y conveniente para V° servicio por que como la gente nos avisto 
el negocio ya no la podemos llevar ni nos sigue como hasta aqui. Por esta carta de 
D. Diego de Mendoza verä V. M. lo que (en) el reino de Valencia ha pasado si con este des- 
barato alcanza la cosa a Barcelona remediarsea trabajosamente y pues ä mi no me falta 
cuidado para las cosas de V° servicio tampoco le falte ä V. A. diligenciä para venir 
ä estos sus reinos si fuese posible. 

Diego Hurtado nos ha dado larga cuenta de todo lo de alla, yo he recibido mucha 
merced de su venida y recibirla he mucho mayor si los que de alla viniesen, tomasen 
a su cargo los negocios que yo tengo acuertas y por que lo del cabo queda algo en la 
memoria, lo que suplico a V. M. que si me aveis de hacer merced por lo que os he ser- 
vido sea luego porque si V. M. Dios os guarde teneis muchos afios de vida para alargar, 
yo tengo pocos para esperar. Guarde N. S. la muy Real persona de V. M. con acrecen- 
tamiento de muchos mas reinos e sefiorios. De V. M. mayor servidor que sus muy reales 
manos besa. 

Pap. El Condestable. 

581. AI Senor Castaneda, secretario de S. M. 

Paular, 12. August. 

Der Abad de Medina bittet den Secretär des Kaisers, die ihm auferlegte Busse 
in Aquila fuente zubringen zu dürfen. 
Pap. 

582. El Condestable ä S. M. 

Pamplona, 13. August. 

Er habe S. Juan zerstören lassen. 
Pap. 

583. P. Martyr an die Marchesen. 

Valladolid, 13. August. 

Vorbereitung zum Congress von Calais. 
Epist. 734. 

584. El lic° Villa al lic° Zapata. 

Valladolid, 14. August. 

Berichtet über das aufrührerische Benehmen des Don Juan de Mendoza, der ver- 
haftet wurde, weil er sich offen für die Franzosen aussprach. 

Pap. 

585. Erasmus an Petrus Barbinius. 

Brügge, 14. August. 

Der Cardinal von Tortosa habe das Andringen seiner Feinde vereitelt. 

Opp. Lugd. Bat. 1 703, T. III, p. 1. p. 654 cfr. p. 863. 

586. El marques de Denia ä S. M. 

Tordesillas, 14. August. 

Bittet um einige Güter des Procurators von Segovia, Don Juan de Solier, für seinen 
Bruder Don Hernando de Sandoval. 

Pap. 



144 



Höfler. 



587. Don Juan de Eibera al Cardenal. 

Betreibt die Ankunft des Condestable und bittet um Geld. 

Pap. 

588. Pero Eamirez ä S. M. 

Sineerandose ä si mismo y ä su tio el obispo de Cuenca. 

Pap. 

589. Der Cardinal an den Kaiser. (Estratto.) 



Yllescas, 14. August. 



Logrono, 14. August. 



Logrono, 14. August. 



Ein Waffenstillstand mit den Franzosen wäre für ihn (Karl) sehr nützlich, um nach 
Spanien zu kommen.. Toledo und Valencia würden dann zur Ruhe gebracht werden. 
Der Almirante irre sich, wenn er glaube, dass die Strenge des consejo Ur- 
sache des Aufruhrs in Segovia sei; käme der Kaiser, so wolle er ihm die Ursachen 

sagen. 

Pap. — Vgl. 30. August. 

590. Der Cardinal an den Kaiser. (Estratto.) 

Logrono, 14. August. 

Lope Hurtado habe ihm die Antworten des Almirante und Condestable auf die 
Capitel des Fray Francesco de los Angelos von Pamplona gebracht, damit auch er seine 
Meinung sage. Er wolle seine Antwort verschieben, bis der Kaiser komme, dauere 
das aber zu lange, sich mit dem consejo benehmen, inwieferne sie nicht gegen die 
preeminenza real' seien. Das Volk des Priors von Toledo dürfe man nicht entlassen, 
ehe die Concordia ganz zu Stande gebracht (enestos reinos si vivia mas por ejemplos 
que por leyes). Wenn auch Einige sagen, Willen und Völker seien zu gewinnen 
(der Almirante), so dürfe man ihnen nicht Alles geben, was sie wollten. Nicht alle 
Corregidoren dürften abgesetzt werden, 1 einige würden sehr geachtet, und es 
sei schwer, taugliche zu finden. Um gegen den Bischof von Zamora einzuschreiten, sei 
die apostolische Vollmacht nöthig, welche fehle. (Para procesar al obispo de Zamora 
era menester autoridad apostolica de la que el carecia). 

591. 

Olias, 17. August. 

Der Prior Don Antonio schlägt die Toledaner. 

592. P. Martyr an die Marchesen von Tendilla. 

Valladolid, 17. August. 

Bericht über K. Karl und den Infanten Ferdinand. 

Epist. 735. 

593. Los licenciados Zapata y Polanco ä S. M. 

Logrono, 18. August. 

Empföhlen Gonzalo Franco de Guzman. 

Pap. 



Que en cuanto ä los corregidores le parecia justo que fuoson nombnulos de acuertlo con el conaojo. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



145 



594. El Almirante y el Condestable al Cardenal. 

Pamplona, 18. August. 

Que escribian al duque de Bejar rogandole se quisiese detener con su gente hasta 
la llegada de aquellos h fin de que reunidos se pudiese mejor acordar lo que conviniese 
hacer. Que por lo respecto k lo de Cataluna le suplicaban que proveyese en ello sin 
perdida de tiempo pues con la dilacion podra ocurrir algun inconveniente que con- 
venia evitar. 

Pap. 

595. Consulta del Consejo al Cardenal. 

Burgos, 18. August. 

Que desde luego se habria procedido ä la prision del B r Castillo y Juan Negrete, 
vecinos de Madrid, si hubiese sabido su paradero pero que por ignorarlo habia mandado 
su arresto donde quiera que estubiese. Que de lo ocurrido en Cuenca se debia hacer 
informacion para lo cual suplicaba aquel corregidor se enviase un pesquisidor. Que 
algunos labradores de Madrid habian intentado alterar la poblacion y poner fuego 
ä las casas del mismo corregidor y de otros servidores de S. M. por lo que era preciso 
alistar 30 hombres que ausiliasen ä la justicia los cuales se pagasen de los bienes de 
los exceptuados del perdon y de los culpados en dicha alteracion. 

Pap. 

596. Schreiben und Memorial der Infantin an den Kaiser. (Estratto.) 

Tordesillas, 19. August. 

Que le tenia escritas algunas cartas segun el marques y la marquesa habian que- 
rido porque no la daban lugar a otra cosa y rogandole que teniendo en consideracion 
que tanto la reina como S. A. no podian contar con mas afecto que el de S. M. se 
dignase dar credito ä la persona ä quien escribia para que le manifestase con estension 
el estado en que se encontraba. 

Pap. — Bergenroth, nr. 93. 

597. El Almirante ä S. M. 

Pnenta la Keina, 20. August. 

ßecomendandole los servicios de Meneser de Bobadilla. 1 

598. Jorge de Beteta. 

Del castillo de Soria, 20. August. 

Que aquella ciudad y su provincia estaban sosegados, perö que al tiempo que los 
franceses querian entrar en Navarra algunos hereges y traidores acudieron a dicho 
ciudad sin duda con el pensamiento de reunirse al obispo de Zamora que presumian 
iria ä aquel reino. Que habiendo prendido un blasfemo contra la sucesion de S. M. 
los demas se metieron en las iglesias ö huyeron de la tierra disponiendose los clerigos 
para ir a Roma y los legos fuera del reino. Que pareciendo mal residan alli seme- 
jante clase de personas la suplica mande luego responder lo que sea de su agrado. 

Pap. 



1 Wiederholt am 26. August. 
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



19 



146 Hö 



599. P. Martyr an die Marquesen. 

Valladolid, 21. August. 

Berichte über den Kaiser. 
Epist. 736. 

600. &asparo Contarini an die Signoria. 

Bruges, 22. August. 

Gattinara sagte ihm, Wolsey wolle zwischen K. Karl und Franz Frieden stiften, 
Karl aber verwerfe ihn, bis der König ihn für den angerichteten Schaden entschädigt 
habe, und fordere den Cardinal auf, der König von England solle ihm juxta formam 
foederis beistehen. Auf dies versuchte Wolsey einen Waffenstillstand zu vermitteln, 
den Karl verwarf, da K. Franz notorisch den Frieden gebrochen. 

(Told the Chancellor that it seemed stränge to many people for so great a per- 
sonage after negotiating the business during some days at Calais to come to Bruges 
and depart thence re infecta. The Chancellor replied: I will teil you, costui (Wolsey) 
expected to find the emperor a lad in leading strings, as he was under Monsieur de 
Chievres, but discovers him to be of a different disposition. 

In rejoinder to his (Contarini' s) arguments in favour of peace, the Chancellor said: 
in truth this outrageous presumption on the part of the king of France is owing ex- 
clusively to the desire for peace entertained by the emperor and M. de Chievres, which 
was carried to such an extent that it subjected the emperor to the contumely of the 
king of France, so that for the present there will be neither peace nor truth unless 
the French come with some other terms.) 

R. Brown, nr. 310. 



601. Juan Arias de Avila al Cardenal. 

Martin de Salazar werde über Toledo berichten. 
Pap. 



Toledo, 24. August. 



602. Don Juan de Ribera an den Cardinal. 

Illescas, 24. August. 

Der Condestable möge von Toledo kommen oder doch Geld senden. 

Pap. 

603. Die Infantin an den Kaiser. 

Tordesillas, 24. August. 
Rogandole le haga saber cuando tendrä efecto su deseada venida. 
Pap. 

604. Vertrag 1 

Bruges, 25. August. 

K. Karls mit K. Heinrich über des Ersteren Heirat mit der Princess Marie und den 
Krieg mit Frankreich. 

Cal. nr. 335. — Brewer, nr. 1508. — Actenstücke nr. 74. 



I An die Stelle dieses Vertrages kam dann der von Windsor vom 19. Juni 1522. (Lang, Einleitung' S. 271.) 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



147 



605. El Almirante ä S. M. 

Logrono, 26. August. 

Sobre el Priorazgo de Aracena por D. Alonso Sarmiento. 

606. D. Martin de Acuna, corregidor -de Madrid, ä Bartolome Euiz de Gastaneda. 

Madrid, 26. August. 

Der Verbrecher habe sich aus dem Kerker in eine Kirche geflüchtet, und als er 
ihn aus dieser herausnahm, sei er von einigen Clerikern excommunicirt worden (que en 
los de traicion las iglesias ni monasterios no podian servir de refugio a los delincuentes). 

Pap. 

607. El Condestable ä S. M. 

Puente la ßeina, 26. August. 

Empfiehlt den Meneses de Bobadilla zu einer Beförderung im Orden de S. Jago. 
Pap. 

608. Instrucion 

dada ä Angelo de Bursa de lo que de parte del Almirante habia de hacer relacion ä S. M. 

Logrono, 27. August. (Burgos, 16. September.) 

Lo que direis ä S. M. delante de los del su consejo es esto lo cual sera breve por 
lo que conviene para remediar los males destos reinos tantas veces se ha dicho y tan poco 
aprovechado que los males sano es que lo olvidemos como S. A. lo olvida. 

Cuanto a lo primo que mas nos va, es saber de la salud de S. C. M. la cual es 
justo de temer que no este bueno pues aviendo tanto tiempo que sabe la rota de los 
franceses y la necesitad destos Reinos S. A. non ha escrito dado esta manifiestia la 
sospecha con que quedamos que la salud lo haya estorbado por que descuido de otra 
manera no se ha de pensar que aya sido por lo cual suplicamos a S. M. que para 
quitarnos esta duda mande despacharnos con toda brevedad. 

Direis k S. M. que ya sabe como la principal causa de los movimentos destos 
reinos ha sido quebrarse las libertades del Reino y como parece que huvo causa para 
estos danos, asi por muchas veces ha sido S. M. de mi avisado que guarde las leyes 
dellos y no permita por ninguna via que contra ellas se vaya y esto no solo me paresce 
que conviene a S. M. mas tan necesario que creo si no se hace que Dios torcera el 
Camino por do nos ha llevado ä vencer sus enemigos y deservidores, teniendo yo este 
reino por tan danado en las voluntades como el tiempo en que mas lo estuvo que aun- 
que estan flacas las fuercas, esta en su vigor la voluntad y si algo los reprime es star 
sojuzgados y sta sojucion trae enemistad y la enemistad causa culpa y la culpa nece- 
sidad de hacer hierros ä calquiera desman que hubiese tornaria k encenderse el fuego 
y como hallaria sequedad en los corazones que hasta aqui ha estado S. A. por el 
mal agradescimiento y en los herrados las centellas vivas creo yo que se mataria 
muy mal. 

A la causa sabiendo quel Nuncio quiere coger los frutos de Coria para el hijo de 
Montan! yo le he rogado que suspenda y que en ninguna manera se haga hasta que 
S. M. en buen hora sea venido k estos reinos y asi suplico a S. M. que lo mande que 

19* 



148 



Höfler. 



venido vera si cumple ä su servicio guardar las leyes pues tanta obligacion tiene S. M. a 
hacello como el reino ä serville y esta es costumbre que en todos sus reinos se guarda y 
los, en que esta so verdadero testigo dello yo no digo que S. A. deje de hacer merced ä 
sus criados y servidores sino que se las haga y muy largas por ques cosa justa, mas lo 
que suplieo que no sean en semejantes cosas ni en otras ningunas con que se quiebren las 
leyes del Reino y como yo sea tan servidor de S. M. que ningun respeto tenga por mas 
principal soy claro en lo que digo y aunque lo que ago pues las cosas que tocan ä su 
servicio en que yo he entendido solo S. M. es el que no las veze ni se acuerda dellas. 

Direis ä S. M. que personas de su consejo me an dieho que no es obligado S. A. 
ä los robos que mas danos y muertes que por su servicio se reciben y questa palabra 
se deviera callar mas ya ques sabida que conviene a los unos y a los otros apro- 
vecliarnos dellos pues el que la oso decir donde dafiava la avra dicho donde contenta 
y por que ha sido argumento peligroso para lo que toca ä su servicio que le aconsejo 
que le suelte soltando la rnano ä la satisfacion y en caso que otra cosa quiera que no 
aya por mal que cada uno procure buscar en su casa con descanso materiales para 
curar las llagas de gastos y danos hechos en su servicio y recibidos. 

Direis ä S. M. que como de mi ha sabido hablando en mi mesma causa la principal 
que me saeö de mi casa despues de las de su servicio fue pensar que hallaria ä Dios en medio 
de los trabajos y que si es verdad lo que a los mismos de su consejo he oido que no solo no 
hallare ä Dios mas que ya he hallado al enemigo por que dicen que a los males que la 
gente darmas en los fieles vasallos de S. M. haza que no es obligado el ä pagallos 
ni con Dios le queda contienda si no ä nosotros por no hacer en aquello lo que de- 
bemos de manera que lo que se gana en este oficio es perder el alma y la hacienda. 
Yea S. M. si conviene que antes de ver el cabo entendamos en lo que nos conviene. 

Y por que no se en lo que S. A. se determinava y de su determinacion ha de 
nacer la mia, en breve dire lo que conviene proveer para lo que toca ä su servicio. 
Cuanto ä lo primo para lo que toca al reino es asegurarles guardar sus leyes y hazellas 
nuevas mercedes no mirando si lo merecen mas si cumple h S. A. ganar las voluntades 
con buenas obras que con las contrarias estän perdidas. 

Lo secundo es hacer mercedes y satisfacer Cavalleros y Senores y Infantes y escu- 
deros y lastimados y destruidos en estas guerras que tan de juro estan en estos ßeinos 
para las cuales conviene tener tantos corazones contentos como esforzados. 

Conviene remediar lo del consejo por que traen el cuchillo en las manos y no 
espreso el hombre cuando es degollado 6 horcado y aunque la culpa de la enemistad 
no sea suya basta aver enemistad para que aya causa de sospecha y que a sospechosos 
se cometan causas oriminales, es muy odioso a lo que toca ä su servicio por que saber 
los. culpados que an de ser juzgados de sus enemigos es cosa tan aspera que toda 
manera de gente la siente. Descargome con Dios y con el mundo en avello acordado 
inii las veces y juro ä Dios y ä esta cruz que nada de lo que digo no entreviene otra 
|»asion si no la que toca ä su servicio y el dolor de ver perder el reino que es una 
misma cosa. 

Dijo que conviene que S. M. manda que sc oya Vargas y otros si quisieren entender 
en lo de la hawienda y en cl que mas cosas buenas ofreciere para el servicio de 
S. A. y aquel tenga el cargo por que de no haber forma con que pagar la gente cada 
hora estaremos como estamos a punto de perdeHo todo. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



141) 



Digo que ä S. M. dizen que con estas dos batallas vencidas estä todo llano que 
lo que yo hallo por allanar esto del reino, el cual en lo secreto estä como estava y 
Toledo tan revelado como suele a do se hacen en el euerpo de la hacienda infinitos 
males y fuera en las comarcas los de la ciudad y de los nuestros roban queman des- 
truyendo todo de manera que ha costado y cuesta la hacienda de Juan de Padilla y 
la de Hernando Davalos y Juan Gaytan hasta hoy raas de 100000 ducados quitado aparte 
el alteracion y peligro en que estä todo el reino. 

Digo que daqui nace lo de Valencia la cual ha destruido ä los caballeros saqueado 
sus casas y forzadas sus hijas y sus mugeres saqueado y enviolado monasterios y iglesias 
todo esto para por estas tres haciendas, ved si son de peso. 

Cataluna estä medio levantada y Aragon. En Bayona dizen que ay muchos Ale- 
manes y gente darmas. Navarra queda sin una carga de pan, las fortalezas despro- 
veidas derrocadas sin ningun reparo, si ä Yargas se pide remedio dize que no le tiene 
pues estando todos como digo, vea S. M. si deve aver descuido. 

Fuente ßavia sin separo ninguno y por que yo he dicho que si no ay dinero que 
se venda juro para ello espantanse como cosa de admiracion pues yo creo que all i an 
de venir los Franceses y si vienen y la toman como yo lo temo conocerä si mis con- 
sejos eran errados. 

Direis a S. M. que aver Don Frances soltado ä Vasparros a sido tan estremado 
dano que creo que abreviarän los franceses su entrada por que Vasparros es cuerdo y 
sabrä todas nuestras necesidades y harä aprovechar dellas ä los que vienen cuanto mas 
que saben que nuestra gente anda descontenta y mal pagada y tengo temor que la in- 
fanteria que queda en Pamplona serä la primera que se junta con los enemigos ä robar 
que determinadamente puede S. A. creer que toda manera de gente tiene descontenta- 
miento y el conde de Miranda hizo gran servicio en acectar en el tiempo que acepto 
el cual dice que hasta Otubre que es el peligro terna el cargo y que pasado si no le dan el 
partido del duque que dejara el cargo, palabras y obras son con que se mereceria mayor 
si allä hubiese quien acordase lo que aca se hace en lo que toca al servicio de V. M. 

Dezilde que me parece que si los culpados que no son muy principales quieren 
presentarse ante los corregidores para que los oyan de justicia, que devria S. A. mandallo 
quel temor de los del consejo condena ä muchos que por su justicia saldrian salvos 
que S. M. lo mande por que no crezcan estas malas voluntades. 

Decid ä S. M. que yo he puesto en suma todas estas cosas por que ä los principes 
es hombre obligado a acordalles muy contino lo que conviene ä su servicio y que yo 
holgaria de no hacelle pesadumbre por hacello mas sin pena, mas que cuando la reci- 
biere se acuerde y teniendo el cargo he de cumplir con Dios y con 61 y esto no me 
escusarä que no le enoje acordandole lo que conviene ä su servicio. 

Decidle que 6 provea bien lo de aca 6 haga la paz con Francia como mejor pudiere 
y no se desconcierte por cosa ninguna que si puede haber el amistad de Inglaterra no 
la deje por que una destas dos cosas es tan necesaria que ä dejarse de hazer queda en 
el espina de S. Lucia todo lo de aca y aun no muy seguro lo de allä. 

Direis ä S. M. que lo ganamos del reino, lo perdemos por reducir lo que estä 
alterado que como no ay con que pagar la gente ha de ir comiendo sobre los pueblos 
y robado de manera que nuestros dafios y sus culpas nos hace que no tengamos nada 
seguro, vea S. M. si conviene su venida 6 remediar de forma que no se pierda todo. 



150 



Höfler. 



Digo que si no viene de alla mucha polvora y asta 3000 Alemanes y vienen los 
i'ranceses y los traen que no seremos parte ni para defendernos ni para ofendellos, vea 
S. M. en todo que no se espante que este desconfiado de todas las cosas que lo que 
veo es causa de tenerlo que sea de ver si luego no se remedia. 

Digo que si no se provee para que por los oficios no vayan ä Flandes Castellanos, 
Navarros, Catalanes, Aragoneses que se aventura todo en Valencianos no hablo como en 
cosa perdida y si lo que digo en los capitulos dagora y he dicho en los otros, no se 
provee lo mismo, puedo decir de todo el reino y por eso no lo oya S. M. para olvidallo 
si no para que quede en la memoria y se provea luego. 

Direis ä S. A. que le suplico mande ver el capitulo de mi istruccion en que dije 
que se pusiesen en poder del obispo de Oviedo los buenes de los ecetados en deposito 
por que si S. M. los dava ellos perderian el esperanza y harian infinitos malos y tambien 
por que creyese el reino que S. M. los queria tener asi para tener con alla se tase hasta en 
esta suma de gente lo que se ha de hacer y que nos lo envie por que es muy necesario. 

Dezi que en las dos batallas pueden sumar hasta 3 6 4000 duc. los cavallos que 
mataron a escuderos y ä muchos que sin sueldo vinieron ä servir que me parece que 
S. M. deve enviar ä mandar que se los paguen por que S. M. les haze merced dellos 
y si alla dizen que ay arca dijo que no la ay por que la revuelta de las comunidades 
desizo lo bien ordenado y caso que la hubiese para S. M. es pequena la merced y para 
los escuderos grande y si ä S. A. se lo hace mucho y lo recibe en servicio que yo los 
pagare de mi hacienda pues algo mas se ha gastado desta calidad en estas cosas que entre 
las manos he traido son dos capitulos de sustancia ä que se deve responder aunque en el 
ser no tenga ninguna por ser tan poco y yo deseo que la gente darmas este contenta 
y que con esto vengan tan buenas palabras de ofrecimiento que satisfaga lo poco que 
se diere que sin obras el ofrecimiento mas danna por quel que ha perdido cree que 
con las gracias queda pagado y por este tengo por mejor el callar y no responder que 
alla se acostumbra. 

Dezi a S. M. que conviene que traya que hacelle merced en su venida, y questa 
era la causa de ezetar personas y que era bien no quitalles el esperanza del todo. 
Dixe tambien en el capitulo que con lo que rentasen dichos bienes podrian gratificarselos 
que por servicio de S. M. avian sido saqueados robados y quemadas sus haciendas y 
que poco a poco con aquello se podria remediar todo, pareceme que alla se abusaba de 
este acuerdo tomando lo uno y olvidando lo otro pues mandan que se haga los depositos 
y que se guarden y no se toquen en la renta, justo es que los que vencieron a los con- 
denados y perdieron sus haciendas por servir ä, S. A. vean que para dar S. M. ä los 
que an estado danzando y holgando esten los frutos tan guardados y tan enteros como 
lo estaran las Vaices, dezid a S. M. que yo le suplico que mande luego al obispo que 
de Lp que rentaren pague lo que los gobernadores le mandaren porque se pueda comenzar 
esta satisfaccion tan debida cuanto ä Dios y cuanto al mundo. 

Dezilde que aqui andan hasta 30 6 40 soldados y escuderos mancos nudos y cojos 
v otros que mataron sus padres, ä otros sus hijos y que los catolicos Reyes sus habuelos 
a los que de Napoles 6 de otras guerras venian desta manera, les daban de comer en 
bus casus y pues esta suma ha de ser poca y el beneficio grande 1 que de Roma un 



1 Hier scheint ein Satz ausgelassen zu sein. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



151 



breve para que de facultad ä S. M. 6 al nimcio que nombre una persona que sea ser- 
vidora de S. A. para vicario general en Navarra que en tiempo del Key catolico se 
hizo y para quel Cardenal pueda castigar ä toda la clerecia daquel reino y desto a de 
aver dos breves uno que venga por la posta de los mercadores y otro que envie S. M. 
Esto es de tanta necesidad que no puede ser mas por eso aya priesa en ello. 

Agora es llegada nueva por cartas de Bayona que certifican ser venido alli el Al- 
mirante de Franeia, pareceme que era nueva que se deviera saber por Flandes por que 
si es verdad, su venida no sera sin gran ejercito y segun esta perdido lo de Navarra 
y Fuente Ravia, dudo que no lleguen ä do quisieron y no haga lo que hubieren gana 
asi por no aver solo un real como por el descontentaniiento de servidores y deservidores 
y he temor que el reino no se torne ä alzar que hubiera sido buen consejo creerme y 
aver concertado ä Toledo, plega Dios que no sea verdad si gente tenenios de la batalla 
seran muy ciertos que Dios nos ayudara. 

Dicen aca que S. M. hizo allä tregua y dijö lo de aca abierto, si es verdad, trabajo 
avra en todo y plazerä ä Dios que los franceses Heven el pago que merecen por que 
aunque sea dudosa la batalla no dejarä de ser sangrienta y llorosa. 

Fecha en Logrono ä 27 de Agosto 1521. El Almirante. 

Pap. 

609. 

Belgrad, 29. August. 

Eroberung der Stadt durch Sultan Soliman. 

610. El Arzobispo de Granada ä S. M. 

Burgos, 29. August. 

Empfiehlt den Conde de Salmas für den priorazgo de Aracena. 
Pap. 

611. El Almirante al Cardenal. 

Pamplona, 30. August. 

Barcelona sei auf dem Punkte zu rebelliren. Man solle nicht blos nach Valencia, 
sondern auch nach Barcelona königliche Schreiben, cartas en blanco, firmadas, wie sie 
Lope Hurtado mitgebracht, senden. 

Pap. 

612. El Cardenal ä S. M. 

Villorado, 30. August. 

S. Ces. R. C. M. A 14 del presente escrivi a V. A. con Barcena y le respondi ä la 
instruccion que Diego Hurtado truxo y despues no he recibido otras suyas ä que respon- 
derle y asi dire tan solamente por esta lo que al presente se ofrese y es necesario pro- 
veer, ya V. M. avrä visto lo que escrevi acerca del gran gasto que se sostiene daquella 
gente que esta en Tordesillas, y como estando alli el Marques, no convendria que 
aquella se diminuyese por los inconvenientes que dello se podrian ofrecer a causa de 
la mala voluntad que aquel pueblo tiene con dicho marques, lo cual todo se podria 
escusar si la reina N. S. y la S a Infanta se mudasen ä Arevalo, y por que el Alcay- 
diado daquella fortaleza vaca agora por muerte del Sr. de Navarres, conviene que V. M. 
mire mucho en que no le provea ä criado ninguno de Grande por que luego el grande 



152 



Höfler. 



se haria Seüor de aquel lugar y esto he entendido yo de im grande que es muy buen 
y fidelisimo servidor de V. M. y para atajar bien todo esto me parece que esto Alcay- 
diado estaria bien en persona del Infante D. Joan de Granada el cual es muy recto 
en todo v gran servidor de V. M. a mas de lo que por su autoridad y buenos meritos 
merece el dicho cargo que muchas veces ha puesto su persona y vida al tablero por 
servicio de V. M. 

Pareeeme que los Almirante y Condestable han proveido al hijo de Diego de Vera 
dela eapitania del Artilleria por renunciacion que el padre le hizo della y por que creo 
que V. M. serä importunado por la confirmacion, digo a V. A. que no me parece que deve 
dar lugar ä ello por que este cargo es principal y requiere persona de esperiencia y 
aun de autoridad, lo cual no tiene el hijo y aimque el padre y el son buenos servidores 
de V. A. y me son amigos, mas lo es el servicio de V. M. 

Ahora nos ha venido nueva de Burgos como Saravia el de Valladolid ha sido 
sentenciado y degollado en aquella ciudad, no sabemos aun lo que ha confesado de 
lo que acerca desto supieremos escrivire a V. M. para lo cual hago toda diligencia en 
saber desta confesion que tratos tuvo la junta con el rey de Francia. 

Ya V. A. sabe cuan grande y fiel servidor le ha sido y es el protonotario Enkenvort 
y cuanto se le deve y lo que por si merece y por que pretiende tener derecho al 
Abadia del monasterio de S. Pedro de Cambray suplico ä V. A. que haya por bien de 
dar su plazer y consentir a que el dicho Protonotario pueda proseguir su causa y 
usar en ella de su derecho el cual como he dicho pretiende tener con todo cumpli- 
miento y que dicha Abadia le pertenece. 

El Almirante ha dicho en mi presencia ... de nuestro muy S a Padre haze coier 
los frutos — ■ la una de las principales causas de los levantamientos destos reinos ha 
sido por haber dado V. A. iglesias ä personas estrangeras le dijo que estando el en 
la gobernacion se dejase dello allegandome por testigo que en el principio cuando 
aceptö la dicha gobernacion protestö que no queria permitir que las leyes del reino 
se rompiesen y que ay una ley que ordena que las iglesias del reino se hayan de dar 
ä naturales y no ä estrangeros. A todo esto respondiö el nuncio que no tiene tal 
breve, perö que los dichos frutos se coien paral Cardenal de Santa Maria de pia memoria 
y dije que V. M. no diö ahora de nuevo esta obispado ä estrangero, mas cuando le 
diö al dicho Cardenal hizo reservar acceso del paral sobrino de mossenor de Montani 
el cual tan solamente ha pedido ahora que los frutos se secresten paral que tubiese 
derecho ä ellos, no obstante esto el Almirante persistiö que estando el en la gobernacion 
no sufriria que las leyes del reino se quebrasen 6 fuese proveido el dicho obispado 
mucho tiempo ha 6 ahora nuovamente. El Almirante insta mucho que la tenencia de 
las torres y puentes de Zamora se den ä D. Francisco Enriquez, sobre lo cual hable 
al ( !onde de Alba de liste, y aunque no amostraba pesarle ni querer resistirlo, no de- 
jaba de decir que aquella obra le queria hacer el Almirante, tambien lo hable al Con- 
destable y respondiome que lo debiamos pasar en dilaciones, y finalmente dije al mesmo 
1). Francisco quo por demas firmaria yo la provision para esto, ca todo ello por Comi- 
sion de V. A. estä ä dispusicion del obispo de Oviedo. 

El duquc de P>ejar siguiendo su grande voluntad y deseo paral servicio de V. A. 
vino ä c.^ta joraada con 300 lanzas y aunque no llegtf a tiempo que ya todo por gracia 
de Dios estaba fecho, se le ha de tomar en cuenta este servicio, mayormente que ahora 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



153 



con la dicha gente se viene con nosotros para lo de Toledo, bien sera que V. M. le 
mande screvir de la persona de Joan Rena ay mucha necesidad en Navarra y aunque 
el se queria despedir daquel reino, habemos procurado y acabado con el que quedase 
alli, lo cual no ha sido poco. Suplico ä V. A. haya por bien de mandarle despacher 
la merced que el Almirante y Condestable e yo le tenemos escrito y suplicado juntamente 
con nuestra carta que cierto este Joan Rena la merece muy bien y es grande y fideli- 
simo servidor de V. M. 

La venida de Lope Hurtado de Mendoza ha sido muy buena y cierto tiene mucha 
diligencia . . . hacer los cuales me parece que el dicho Diego . . . como ya lo empieza. 
Ya he scrito ä V. M. que en V° consejo no se garda secreto ninguno de lo de aca, que 
ahora han venido copias de dos cartas mias, pero no se per mano de quien se han fecho 
ni enviado. 

N. S. la vida y real estado de V. M. guarda luengamente y con toda prosperidad 

Votre tres humble serviteur 

A. Cardenali Dertusenci. (sie). 
Dentro de esta carta hay una postdata que dice asi. 

El Almirante y el Condestable dieron a Rui Diaz de Rozas una cedula de 150000 marav. 
de acostamiento y por que no tenemos poder para ello no la quise firmar, aunque cierto 
si se pudiera hacer no lo escusara yo porque este Rui Diaz ha servido y sirve mucho 
ä V. A. y a mas de ser necesitado estos 150 mil y mucho mas merece su persona y 
servicios y asi suplico ä V. M. tenga a bien de hacerle esta merced y mandarle des- 
pachar y enviar la provision dellos, ca el dicho Ruy Diaz es hombre vicio y segun 
su edad de creer es que esta merced no durarä mucho tiempo. 

El Alcayde de Maya ha servido muy bien ä V. A. y le suplica le haga la merced 
del habito de Santiago con 50000 mar. en la mensa y ä mas desto suplica por el alcai- 
diado de Pamplona en caso que de nuevo se haya de proveer. 

Tambien el obispo Loaysa ha servido y sirve mucho ä V. A. en corte Romana 
mayormente en cosas de inquisicion, ä V. M. suplico haya memoria del en lo que se 
hubiere de proveer por la iglesia por que en verdad el dicho obispo lo tiene servido 
y merecido. 

Pap. 

613. 

Anvers, 31. August. 

Bericht eines Unbekannten über Navarra. Der Kaiser fordert den Condestable auf, 
in Frankreich einzufallen. 
Brewer, nr. 1524. 

614. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 1. September. 

Die Gobernadoren wollten vor Toledo rücken. 

Epist. 738. 

615. 

Audienz des ungarischen Gesandten (Baibus) bei K. Karl. 

Brewer, nr. 1532. 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



Anvers, L September. 



20 



154 



Höfler. 



616. D. Diego de Carvagal ä S. M. 

Toledo, 2. September. 

Un D. Diego de la Cueva hermano de I). Juan los cuales fueron los principales 
que sublevaron las ciudades de Baeza y Ubeda habian ido ä inforniar ä S. M. muy al 
contrario de lo que alli sucediö, le suplicaban tubiese ä bien mandar inquirir el com- 
portamiento de aquellos para no confundir ä tan leales servidores eon los verdaderos 
cupables. 

Pap. 

617. El obispo de Zamora al de Oviedo. 

(Navarete), 2. September. 

Que como antes de salir de su casa se le habian inferido muclios agravios y hasta 
infamado pensaba defenderse de cuanto sin razon se le imputaba liaciendo ver que nada 
omitiö para evitar los desordenes ocurridos ä pesar de carecer de auctoridad para ello. 

Pap. 

618. 

Calais, 2. September. 

Conferenzen der kaiserlichen und französischen Gesandten unter Wolsey's Vermittlung. 

Nach Suriano fanden Sitzungen statt am 2., 6., 9., 11. September. Als Andes von 
den Kaiserlichen genommen wurde, rief K. Franz seine Bevollmächtigten zurück, Wolsey 
Hess sie aber nicht abziehen. Als Ende October der Waffenstillstand so viel als abge- 
schlossen war, verwarf ihn K. Franz und die Franzosen führten den Krieg in Flandern 
mit türkischer Grausamkeit. Wolsey bezeichnete (14. November) Venedig als die Ur- 
sache, dass der Waffenstillstand nicht ratificirt wurde. Die Gesandten reisten Ende No- 
vember unverrichteter Dinge ab. 

Biewer, III, 3, nr. 323 ff. 

619. El Almirante ä S. M. 

Burgos, 4. September. 

Empfiehlt Don Pedro Henriquez. 
Pap. 

620. El Almirante ä S. M. 

Burgos, 5. September. 

Pidiendole el Arzobispado de Toledo para el Condestable por ser la persona que 
ä su parecer merece mejor aquella dignidad. 

Pap. 

621. Sir Rio. Wingfield and Sir Thos. Spinello to Wolsey. 

Brüssel, 6. September. 

Bericht über die Fortschritte des Aufstandes in Valencia. 
Brewer, nr. 1.048. 

(522. Don Juan Manuel an den Kaiser. 

Roma, 6. September. 

Der Papst versprach, den Bischof von Palencia zum Cardinal zu promoviren. 

Oal. nr. 858. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



155 



623. D. Juan de la Cueva ä S. M. 

Ubeda, 7. September. 

Er habe mit seinen Brüdern sich erboten, dem Vicekönig von Valencia, Don Diego 
de Mendoza, zu Hilfe zu eilen. 
Pap. 

624. El lic. Yargas ä S. M, 

Burgos, 9. September. 

Berichtet über den Stand der Finanzen. (Que la venida de los Alemanes seria un 
gran bien puesto que trayendo el Rey de Francia Alemanes seria muy peligroso darles 
batalla con la Infanteria espanola ä la que no consideraba tan ä proposito para batirse 
aqui como lo era in Italia y otras partes lo que no sucedia con los franceses que ob- 
tendrian las ventajas que era necesario evitar.) 

Pap. 

625. La Infanta Catalina ä S. M. 

Tordesillas, 12. September. 

Que mande pagar ä su predicador Fray Antonio de Villegas el tiempo que ha 
estado predicando en la capella de la Reina. 
Pap. 

626. Gattinara an den Kaiser. 

Calais, 12. September. 

Berichtet über einen Streit wegen Auslegung des Vertrages von Noyon über Navarra. 

Actenstücke nr. 90. 

627. La ciudad de Salamanca al Gardenal. 

Salamanca, 13. September. 

Que ha sido informado de que el guardian de Barcelona era el comisario que habia 
de proceder contra los religiosos franciscanos que fueron contra el servicio de Dios y 
de la paz de estos reinos y que como tiene tanta esperiencia del danno que lo vino 
por estos religiosos que dice que mas verdaderamente se debian llamar diablos del in- 
fern o, solicita se ponga remedio en ello mandando al provincial que con justicia favorezca 
ä los que lo merezcan y que el capitolo y congregacion se haga en aquella ciudad 
castigando los escandalos del modo que lo ha hecho el general de la orden de S. Domingo 
y no tomando acompanado sin el parecer del Padre provincial de aquella provincia. 

Pap. 

628. El conde de Lima ä Diego Hurtado. 

Leon, 14. September. 

Que noticioso de que el Condestable y el Almirante no eran gustosos de su ida, 
rehusaba lo que se lo habia ofrecido temiendo que por no ser de ello contentos aquellos 
Senores no proveyesen las cosas de Leon como convenia al mejor servicio de S. M. 
que se estaba preparando para su partida allä donde respondria lo que habia pasado 
y que si hubiese algo en que pudiese servir se le previniese lo que debia hacer. 

Pap. 

20* 



156 



HöFI.EK. 



629. El duque de Bejar ä S. M. 

Bejar, 15. September. 

En contestacion ä la que desde Gante le habia escrito mandando que pagase su 
gente en el concepto de que todo lo que en ello supliese se le mandaria librar y 
pagar, que se conocia que de aqui no habian eserito ä S. M. ni lo que pasaba acerca 
de esto ni lo que hacia en su servicio y que en otra carta daria larga cuenta de lo 
que se ha hecho. 

Pap. 

630. El Cardenal y Condestable ä S. M. 

Burgos, 16. September. 

Sobre el cargo de Mos. de Tornay por D. Pedro de la Cueva por 25.000 Coronas. 

Pap. 

631. Richard Pace to Wolsey. 

Otting, 16. September. 

Qapato the spanish captain who was lately with the King showed him some letters 
written by the french King and his Admiral to Mr. de la Sparosa and others at the 
time of the taking of Navarra. They were found in la Sparosa's coffers when he was 
taken prisoner, translated into Spanish and given to the King, who has been translated 
into English by a chaplain of the Queen's and sends you the translation. Though not 
perfect and eloquent as the chaplain is not skilled in the english, the effect of the 
matter appeareth sufficiently and all the craft, subtility and colouwed by the french 
King in the enterprise of Navarra are evident in the sames, and I think it shall be 
a gread pastime to your grace to hear the said letters read. 

Brewer, III, 2, p. 1582. 

632. Instrucion 

dada ä Angelo de Bursa por el Almirante de lo que de su parte habia de hacer 

relacion ä S. M. 

Burgos, 16. September. 

Lo que vos Angelo de Bursa direis de mi parte a la C. M d es esto. 

Lo primo besar sus Reales pies y manos por mi y lo 2° suplicalle que no aya 
descuido en hacernos saber de S. M. que por cierto sabiendo que esta buena su Real 
persona todos nuestros trabajos serian curados y quedarian fuerzas para serville por 
que segun las cosas vemos parece imposibilitad que con salud pudiera aver tanto des- 
cuido en ella. 

Direis a S. M. que nosotros dejamos en Navarra con el mayor recabdo que 
juidimos mas que las neccsidades son tantas ä falta del dinero y de pan por la esteri- 
lidad grande del ano que no te ha podido hacer todo el necesario y con aquella 
brevedad que convenia y que a esta causa tenemos temor de aquel reino y de Lepuzcoa 
que esta en la misma neccsidad que estotro. Y queste temor nos viene de star en 
Bayona segun dicen nuestras espias el Almirante de Francia con 600 lanzas gruesas 
y 4000 alemanes y 10.000 gascones y si esto es verdad y que traen gruesa artilleria 
tengo por muy peligroso no solo lo que he dicho mas todo lo que queda por las causas 
que brevcmente dire. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



157 



Lo 1° por tener en aquellos reinos la necesidad de mantenimiento que he dicho. 
La 2° por estar la gente del mayor al menor toda gustada. 
La 3° por tener a Toledo revelada. 

Lo 4° por tener ä Valencia perdida y todos estos reinos en la misma alteracion 
que estaban de inanera que solo queda lo que Dios ha de hacer para nuestro remedio 
no se si nuestras obras mereceran que dure las mercedes que avia comenzado a hacernos. 

Direis k S. M. que todo el remedio de las cosas en que estamos eonsiste en dos cosas : 

La 1° en el remedio de la justicia. 

La 2° en el de la hacienda. 

En el de la justicia yo he hablado tanto que enojo alla y tengo por enemigo lo 
de aca, mas como el principal fin de mis trabajos es Dios y S. A. que yo no harto de 
ganar voluntades si no de dezir verdad por quen esto digo quien quiera quel escrive 
que no remedie lo del consejo dice y sostiene heregia por querer que los enemigos del 
reino sean Iueces del esto es inhumanidad no pensada ni oida, no digo que todo el 
consejo se quite ni menos que los que se quiten sean tan secamente quitados que S. M. 
no les haga largas mercedes pues su servicio lo merecen mas, digo que para ganar las 
voluntades del Reino conviene hacer alguna mudanza en aquella parte dellos que se 
hallaren agraviados del reino ä quien el reino tiene por enemigos por la culpa del 
mismo reino y ofensas que el mismo reino les hizo, dirän algunos ä S. M. como siendo 
el mismo reino culpado ha de ser el gratificado, digo que si y que conviene ä su servicio 
quel Hey ase de aver con los de su reino como el padre con el hijo que cuando son 
azotes no puede hazelles bueno con amor le atrae a lo que deve y asi es obligado S. M. 
a hazello pues le perdiö tratandole mal que le cobre con buenas obras que no mire si 
lo merece el reino 6 no si no si le cumple hazello. Diran a S. M. que va contra su auto- 
ridad Real, dezilde que mas desautoridad es que se levanten sus reinos que eil autoridad 
verdadera es que S. M. tenga en paz sus reinos y sea amado que lo que con amor se 
conserva dura y lo que con temor se tiene perece. 

Direis a S. M. que cuanto ä la hacienda que aqui andamos mendicando a causa de 
no tener con que pagar la gente y questo se podria con buena orden hazer con su ha- 
cienda y que sobrase dinero y que pidiendo agora ä Vargas recado para la necesidad 
presente y esperanza para lo por venir dize que la den espera contra los acreedores de 
500000 duc. ä que dice por que esta por S. A. obligado. Yo digo que si esto se hiziese 
seria confesar que aquella deuda es del Rey y questo no se puede saber como despues 
del finiquito que se le diö, aya gastado 3 6 4000 cuentos sin dar cuenta mas que por 
la necesidad que tenemos que el de en una plana escrito su cargo y descargo con jura- 
mento y firmado, y si alcanza aquella suma y es ä cargo de S. M. que se dara forma 
como con voluntad de los acreedores y no forzosamente se pueda cobrar parte, y si es 
a su cargo que no es justo que hagamos manifiesta injusticia a los acreedores y ä S. M. 
tanto dano y juzgue S. A. si es esta pendencia apasionada justa y sepa que para la 
necesidad presente solo un real no quiere, darnos diran alla que da ahora muchos du- 
cados preguntenle eso poco que da si es de Pedro y Sancho y Martin que sin el lo dan 
a S. A. 6 si el da sola una tarja remediese esto si no todo vä desparado y destruido. 

Direis ä S. M. que si en lo del consejo no acuerda de hacer lo que le he acordado 
que debe mandar que se tomen tres letrados del consejo los mas desapasionados y 
tres de la chancillaria y questos sean jueces de las causas de los condenados y 



158 



Höfler. 



culpados por que falta templanza en juzgar que es peligr.osa en todo tiempo y mas el 
de agora. 

Dezilde que yo como servitor le acuerdo y suplico que traya recado de lo que 
llevo Fr. Francisco de los Angelos y sino se hace que pongo ä Dios por testigo si 
algo sucede questo sera la vendadera causa. 

Direis ä S. M. que la forma quel obispo de Oviedo tiene en lo de los depositos 
es muy contraria del fin con que se acordö ä S. M. que lo mandase por que no solo no es 
para quitar sospecha k los perdidos mas para acrecentalla ä ellos y quitar esperanza k 
los servidores porque diciendole que de lo que rentan las haciendas pague a los destruidos 
por su servicio responde que el reino es obligado a ello y trata tan mal mugeres y 
hijos de los culpados que lo sienten los unos y los otros yo me erre que le tuve por 
mejor de lo que paresce. Suplicareis a S. A. que lo mande remediar con brevidad y 
mande que los destruidos por serville comiencen destas rentas de estas haciendas a ser 
satisfechos y questo cumple ä su servicio, venga presto pues no creemos que pasaran 
diez dias sin que entren los franceses y si entran que se vera si fuera mejor con ser 
muy servidores que perdellos a todos como agora estan por las malas palabras y peores 
obras. 

Direis a S. M. quel marques de los Velez cobrö a Elche y Alicante y cercö a 
Orihuela y entra por aquella parte a lo de Valencia y que si el no hiciera esto que 
se juntara con Toledo y que teniendo este inconveniente yo digo que se ayude a sostener 
esta gente. Diego Hurtado no responde ni otros los cuales no tienen k Palencia ni a 
Cataluria ni Aragon por de S. M. no responden si no k dezir que no aya gasto como si 
sin el pudiese sostenerse guerra y Reinos. Yo no tomo la hacienda por mi si no gasto 
la que tengo en serville, no tengo pendencia con nadie sino que por su servicio viendo que 
todo se pierde pesame como en otras he dicho que doy voces en el deserto y no soy oido. 

Direis a S. M. que porque Arevalo importa mucho e podria proveerse mal yo la 
he hecho poner en poder de un criado de S. M. hombre cuerdo y bueno que suplica a 
S. A. que hasta su Ileal venida no la mande remover y que en esto por tocar k su 
servicio me hara merced en hacello. 

Deci a S. A. que lo de Cataluna esta en toda aventura si franceses alla cargan y 
que con amistad de Inglaterra avria remedio en todo, que se lo acuerdo, y que sus 
abuelos la conservavan. 

Dezi ä S. A. que si ay pan en aquellas tierras que devrian mandar k mercadores 
no solo proveer la prov a de do se remediaria Navarra mas que debria S. M. mandar 
dalli y de Pulla remediar el Andalucia que se pierde toda y no pagan las rentas 
Reales quellos lo pagarian bien y que si se menea el reino no las pagaran en parte 
ninguna y pues no ay manera de sojuzgalle por fuerza que debria S. A. ganallos con 
amor como le he escrito. 

Dezilde que el Condestable le sirve mucho y pues sus mercedes an de ser en cosas 
de La iglesia que seria justo titulo dos batallas para no negalle a Toledo pues no dalla 
k su casa es ingratitud tan derecha que penetraria los cielos que se le acuerde k S. M. 
que en dos meses y mcdio le ha ganado dos reinos y vencido dos batallas que le han 
asegurado todos aus estados y que pues en las escrituras no se halla cosa en comparacion 
desto que asi es razon que se conozea en las mercedes y que arto servicio es no pedir 
patrimonio Real sino cosa <|ii<; S. M. la ha de dar quo mire cuanto sera mejor dalla 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



159 



pagando deuda que olvidando tan sefialados servicios hazer la merced en parte do no 
sea merecida. 

Direis ä S. M. que segun la necesidad que ay para pagar la gente de rentas Reales 
que si el Condestable y yo hallasemos ä quien vender todos nuestros astados lo hariamos 
de muy buena voluntad por sostener estos reinos de lo cual es testigo traer tan aven- 
turadas nuestras personas eada vez que conviene y pues no ay quien nos compre nuestras 
haeiendas que S. M. provea en lo de la suya por que aya con que sostener estos reinos. 

Direis a S. M. que aqui en Burgos he visto la gran perdida de Pero Ruiz de la 
Mota, que esta destruido y suplica ä S. M. que le satisfaga y haga mercedes questo no 
es deseontentar ä nadie si no eontentar ä todos porque parece mal su muger y sus 
hijos andar por casas agenas aviendose perdido por servicio de S. A. 

Decilde que aunque cada dia hubiesemos oartas de alla vernian tarde cuanto mas tan 
tarde que ä mil afios que ni las tenemos si las esperamos que si se les hace costa el 
despachar postas que me lo escriban que yo las pagare de mi casa que no puedo tanto 
gastar de la hacienda que no sea mas lo que gasto de la vida con el trabajo del espiritu. 
Y de vos me quejo que jamas me escribis que devriades acello cada hora y diciendo 
verdad de todas las cosas de alla como yo lo digo de las de aca. Direis ä S. M. por- 
que creo que cumple ä su servicio y porque S. A. me lo ha enviado ä mandar con 
Diego Hurtado que por haberme hallado en todas las cosas que han sucedido junto 
con el Condestable digo que todas las mercedes que a el se le hicieren las recibo yo 
y los agravios en la misma cuenta que pues S. M. nos ha juntado no puede S. A. 
agraviar al uno sin que lo sienta el otro. 

Direis a S. M. quel Cardenal trabaja tanto en las cosas de su servicio ques mucha 
razon que S. A. le haga muchas mercedes como yo se lo suplico 

De Burgos ä 16 de Setiembre 1521. El Almirante. 

Pap. 

633. El Cardenal ä S. M. 

. . ., 18. September. 

Bergenroth, Suppl. nr. 95.' 

634. Barroso an Gattinara. 

Lisboa, 19. September. 

Berichtet über das Project, den Infanten Luis von Portugal mit Madame Ren£e zu 
vermählen und ihm Mailand zu geben. 
Actenstücke nr. 100. 

635. El obispo de Oviedo ä S. M. 

Burgos, 19. September. 

Que el nuncio del Papa habia presentado un breve de S. Santidad mandandole 
cobrar las rentas del obispo de Zamora y de todos los beneficios de las personas 
que fueron en deservicio de S. M. y huyeron de estos reinos, lo cual no le habia 
parecido bien tanto por la amistad que le unia con Su Sant d como porque con seine- 
jante disposicion se lastimaba la Real preeminencia. Que habiendoselo hecho asi pre- 
sente en presencia del Cardenal convino en que este subdelegase ä la persona que 



1 Dies ist für das Jahr 1521 das letzte Schreiben, das Bergenroth anführt. 



IGO 



Höfler. 



tenia nombrada en Zamora dicho obispo y que la misma tubiese en su poder dichas 
rentas hasta que poniendolo S. M. en conocimiento de S. M. se proveyese lo mas con- 
veniente. Que presto enviaria ä S. M. la relacion partieular de todos los bienes de 
los rebeldes y de lo que podra valer y rentar cada cosa. Que convendria insistiese 
con el Papa ä fin de que enviase comision para que el Cardenal asociado de tres obispos 
deterniinase la causa del de Zamora, la cual seria interminable si hubiese de hacerse 
en Roma. Que asi mismo deberia solicitar de Su Sant d le hiciese gracia de todos 
los frutos de las iglesias vacantes en estos reinos por las necesitades apremiantes de 
los mismos indicandole con este motivo que si por dicho concepto ha percibido algo 
Su Sant d , es por la tolerancia de S. M. llevada al estremo de no haber reclamado lo 
de Toledo que tanta falta le habia hecho para el sosten del esercito empleado en 
sofocar las alteraciones de aquella ciudad. 

Pap. 

636. Der Grosskanzler Gattinara an P. Martyr. 

Calais, 20. September. 

Ueber die Zusammenkunft in Calais. 

Op. Epist. 735. 

637. El arzobispo de Bari ä los Gobernadores. 

En el mouasterio de Sisla, 20. September. 

Uebersendet die capitulos einer Vereinbarung mit Toledo. 

638. Cristoval de Samaniego al Cardenal. 

Tordesillas, 22. September. 

Quejandose del marques de Denia. 
Pap. 

639. El Cardenal ä S. M. 

Burgos, 23. September. 

Que aunque habian entrado algunas banderas de los franceses y llegado ä S. Juan 
de pie de Puerto una parte de ellos estaban detenidos alli y la otra se habia retirado 
no sabiendo si atribuirlo ä la falta de bastimentos 6 ä algun recelo de la seguridad 
de Bayona. Que habia sido decir entre otras muchas cosas que el rey de Inglaterra 
enviaba ä S. M. 30000 hombres y que deseando saber lo cierto le suplicaba se lo man- 
dase escribir. Que el presidente y todos los del consejo real le habian servido muy 
bien por lo que le suplicaba lo tubiese en memoria para agradecerselo. 

Pap. 

640. La Infanta ä S. M. 

Tordesillas, 24. September. 

Manifestando el placer con que por la suya (carta) ha sabido la buena salud que 
disfruta. Que tendra el mayor cuidado como le encarga con la de la Heina y que 
no habiendo sido nunca aficionada ä las comunidades, 1 no tenia S. M. necesitad de reco- 
mandarla se abstubiese de conversar con las personas adheridas a las mismas, cuyos 
propositos siempre ha reputado culpables. 

Pap. 

1 Die stete und ungerechte Klage des Marques gegen die Infantin. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



161 



641. El marques de Mondejar ä S. M. 

La Alhambra, 25. September. 

Don Juan de Velasco sei mit den Galeeren glücklich in Malaga angekommen, die 
Küste ruhig, aber Brodmangel vorhanden. 
Pap. 

642. 

Bruxelles, 26. September. 

Respuesta de S. M. ä la ciudad de Cordova sobre su confederacion con las otras 
ciudades y villas de Andalucia. 

Pap. 

643. 

Bruxelles, 26. September. 

Cedula para que sobre ciertas rentas y ä ciertos plazos se libren k D. Domingo 
Lopez Pacheco duque de Escalona los cuentos de marav. que tenia en aquellas tierras. 

Pap. 

644. El Condestable ä S. M. 

Burgos, 28. September. 

Recebi la carta de V. M. de 28 y 29 de Junio y beso las manos de V. A. por 
hacerme saber lo de allä tan particularmente. Fio en Dios que guiara" k V. M. de manera 
quel Rey de Francia se arrepienta de lo que a comenzado. 

Dice V. M. quel Rey de Francia visto que no podia sofrir el poderoso ejercito 
de V. M. avia acordado de guarnecer todas esas fronteras y cargar sobre esas partes 
asi me parece que debe ser porque me an certificado que entrtf en Bayona el Almirante 
de Francia el Miercoles pasado que se contaron 4 del presente con 600 lanzas gruesas 
y otras 300 questaban alli esperandole y en Mondemarzan y por aquella comarca tiene 
mucha infanteria y alli muy buena artilleria, anos tomado en fuerte tiempo por que 
tenemos pocos dineros y ibamos de Camino para Toledo la cual esta como suele. Todas 
las cosas que se pueden proveer se proveen aunque no con poco trabajo. Diego Hurtado 
tomö cargo de dar mas larga cuenta a V. M. de todo y por esto pasare a dar cuenta 
a V. M. de otras materias. 

Ya V. M. sabe como yo he recibido hasta aqui alguna pena de los accidentes del 
Almirante y el avra scripto otro tanto de los mios y visto por el y por mi que con- 
venia a servicio de V. M. que estubiesemos muy conformes, nos avemos concertado de 
tal manera que entre nosotros no hay diferencia ninguna, lo cual eonocera V. M. por 
la suplicacion que os envia por el Arzobispado de Toledo para mi y asi suplico yo a 
V. M. que le aga merced de todo lo cual ha pedido que no menos estimo las mercedes 
que a el se le hicieron por las que k mi me hiziere V. M., yo muy poderoso Senor 
tengo por cierto que V. M. me ha de hacer merced de aquella iglesia por que aunque 
aya otros en estos reinos que os ayan servido mucho, a ninguno se le an ofrecido tantas 
cosas en que servir como k mi y cuando a V. M. se le acordase que diu el rey catolico 
Vuestro abuelo 40000 duc. de renta di patrimonio al gran capitan y el siempre quejoso, 
verä V. A. que no es el menor servicio de los que os he hecho aver yo puesto los ojos 
en cosa que de necesidad aveis de dar, pues si el gran capitan ganö el reino de Napoles, 
alguna diferencia ay del k los reinos de Castilla y Navarra. Si el conde de Ofiate no es 

Denkschriften der phil.-Wst. Cl. XXXIII. Bd. 21 



IG 2 



Höfler. 



partido, suplico ä V. A. le mande despachar y con el rae envie la provision del Arz- 
obispado que como tengo escrito ä V. A., ya no es tiempo de palabras sino de obras 
v muy buenas, pues son niuchos y muy grandes los servicios que os he heclio. 

He sabido que V. A. ha hecho ä los que estan alla algunas mercedes y por cierto 
todas ellas estän muy bien enipleadas y el duque de Bejar y el conde de Miranda y 
yo besamos las manos ä Y. A. por la merced que ha hecho ä Don Ifiigo quel a tantos 
tiempos que os sirve que la tiene bien merecida y lo quel faltare nosotros lo serviremos. 
La merced que Y. M. hizo a D. Garcia de Padilla ha parecido ä todos bien por que 
tiene todas las calidades que se pueden decir para tenella bien merecida, solo una merced 
cupo h los de acä que es la encomienda de Garcia Ruiz de la Mota yo beso las manos 
ä Y. A. por ella quel os la tiene bien merecida y servido por que dende aqui ä Yalla- 
dolid no nos queda otra fortaleza sino Magaz la cual el defendiö muy bien y hizo la 
guerra ä vuestros deservidores. 

En lo espiritual y temporal suplico a V. M. se acuerde de D. Rodrigo Manrique 
pues en las batallas y convates no a sido el que menos peligros ha arrostrado y en el 
consejo de la guerra no es el que menos sabe ni con menos trabajo mira las cosas de 
V° servicio y por cierto .lo que hasta aqui he scripto ä V. M. en su favor ninguna otra 
aficion me lo ha hecho sino el celo de V°. servicio por que cuando los Principes hazen 
merced ä los que bien los sirven siempre es buena grangeria para que todos sigan 
aquel Camino. 

Manda V. M. que pongamos ä recado los prisioneros que ubimos en la batalla lo 
cual no se pudo hacer por que Mosiur de la Roca y otros dos prisioneros que dice V. M. 
los soltamos porque nos entregasen el castillo de Pamplona y no se pudo hacer otra 
cosa ä Mosiur de Basparros. Don Frances de Viamon le pasö en Aragon y el le soltö 
guardando mal lo que debia y no obedeciendo nuestros requerimientos. Mosiur de Tornay 
esta en poder de Miguel de D a Maria quedö en Pamplona con certinidad de traelle aqui 
cada dia le esperamos teniale rescatado en 2500 ducados estos le seguramos porque nos 
le traija. 

La gente destos Y os reinos asi pequenos como grandes digo los que an trabajado 
en V° servicio estan muy descontentos porque hasta aqui tenian esperanza de V a venida 
y que les avia V. A. de hacer merced, y como agora la tienen perdida y aca tenemos 
las manos atadas para no podelles hacer ningun bien, podria ser que nos faltasen al 
mejor tiempo y asi tenemos por mas peligrosa la jornada en que estamos que ninguna 
de las pasadas, pareceme que cumple ä Y° servicio que V. A. nos de mas facultad de 
la que tenemos para hacer mercedes ä los que os han servido. Tambien nos envie Y. A. 
una cedula para el obispo de Oviedo para que de los bienes de los condenados haga 
lo que a nosotros nos pareciere. Estando escribiendo esta nos ha venido nueva que 
carga cn Bayona mucha gente de pie y de cavallo y porque en la cantidad que dice 
que tiene alli el Almirante ay diferencia no la pongo aqui, la verdad es muy poderoso 
Senor que como emos tenido poco poder para satisfacer ä los que os an servido tenemos 
mucha duda de que quieran tomar parte de los trabajos que se ofrecieren. 

Guarde N. S or la muy Real persona de V. A. con acrecentamiento de mas reinos y 
Scnonas de Y. M. mayor servidor que sus muy Reales manos besa. 



El Condestable. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



163 



Cedula. V. M. no escribiö ä D. Pedro Giron y fuera mejor que V. A. nos enviara 
ä mandar que ni de paz ni de guerra le acogeramos en V° servicio pero pues ya el 
tiene servido tanto eomo tiene enojado y aventurado su vida por servir k V. A., V° May' 1 
le debe tratar como ä servidor especialmente que las cosas do aca estän de. manera 
que ni son pasadas las necesidades ni estamos fuera de los peligros. El ha recebido 
alguna afruenta y se va ä su tierra, si V. M. le scribe creo que volverä k hallarse con 
nosotros en lo que sucediere y si no irse k casa de su padre, bien creo que sabe V. M. 
que yo miro en este caso mas k V° servicio que al deudo de D. Pedro por que asta 
agora no le soy en otro cargo si no en que me tomo ä Villalpando, verdad es que el 
dice que estorbö que no fuese saqueada. 

645. El Cardenal ä S. M. 1 

Burgos, 28. September. 

S. Ces. R. C. M. A 8 del presente screvi ahora postreramente k V. A. haziendole 
tan solamente saber el recibo de las cartas de 8, 15, 26, 27 e 21 de Julio e de 3 del 
pasado que mandö V. M. screvir a los otros gobernadores y k mi y no habiendo . . de 
nai parte ä ellas sera esta respuesta ä lo que conviene y dire lo que mas se ofrece. 

Y cuanto ä lo de Navarra cierto V. M. tiene mucha razon de se haber alegrado y 
dado gracias ä N. S. de la victoria que milagrosamente se hubo contra los franceses 
y por la expulsion dellos y cobranza de aquel reino y visto todo lo que acerca desto 
dice y las prevenciones que sobrello nos da V. M. crea que hacenios lo posible en pro- 
veer lo que cumple ä la conservacion de aquel reino y k la buena guarda de Guipuzcoa 
y que aunque tenemos nuevas ciertas que viene gran poder de franceses, espero en la 
divina clemencia que con su ayuda se ha proveido asi para Viscaya y Guipuzcoa como 
aun para las otras partes destos reinos. 

Damos gracias a Dios que las nuevas que allk se dixieron a V. A. el favor de To- 
ledo contra el Prior son falsas y creemos que la vinieron de Francia, antes hago saber 
ä V. M. que esperamos que aquella ciudad dentro de pocos dias venia a lo debido y 
aunque no con tanta avantaia cuanta quisieramos, es menester seguir el tiempo. 

A los monasterios y religiosos y otras personas de buena vida se han encomendado 
toda la buena endereza prosperidad y victoria de V. M. como por su carta lo manda. 
Todo esto es respuesta mia ä las susodichas suyas. 

Cuando el conde de Haro fue proveido de Capitan general, su padre le asentö ocho 
ducados por cada dia e estando nosotros en Tordesillas los del consejo y casi todos me 
importunaron que yo le acrecentase este salario, lo cual rehuse por escusar tanto gasto 
a V. A. y como despues el Almirante y el Condestable le acrecentaron dicho salario ä 
20 ducados y ambos habian ya antes formado (firmado) la provision estonces yo tambien 
la firme por lo cual me parece que para proveer bien a lo 1° y limitar y reducir lo 
postrero que se deben dar ä este Conde quince ducados de oro por cada dia de todo el 
tiempo que fue capitan el cual cesso el postrero de Mayo mas cerca pasado que con esto se 
contentara el conde segun me ha dicho el condestable que me ha comunicado sobrello y 
asi suplico a V. A. que con toda presteza lo mande ver y lo antes que ser pudiere respon- 



1 Sehr lückenhaft. 

21* 



164 



Höfler. 



derme ä esto lo que fuere su Real voluntad y servicio para que visto aquello se provea 
conforrne ä ello . . . Sevilla nie ha escrito lo que va eon esta, serä bien que V. M. la 
mande ver y proveer en ello y escribirlo graciosamente. 

Comp creo que sabrä Y. A. por cartas de otros las fortalezas de Cataluna tienen 
grandisima necesidad de provision y de reparo y asi conviene ä su real servicio y ä 
la conservacion daquel prineipado que en ellas mande proveer luego con todo cumpli- 
mento que ya puede V. A. ver cuanto importa la buena guarda de dicho prineipado. 

Despues de scripto lo susodicho nos ha venido nueva cierta como la venida de los 
franceses para adelante y que an ya entrado tres 6 cuatro vanderas dellos en S. Juan 
de pie de puerto, y asi parece a todos los que aca estamos que conviene que los 
3000 Alemanes que V. M. ha de enviar vengan con toda presteza y pagados por los 
3 meses como lo ha escrito. 

Tambien he entendido que el obispo de Zamora no esta tan ä buen recaudo como 
convendria y que asi seria bien que para mas seguridad V. M. mandase screvir al 
duque de Najera y al que lo tiene en guarda que lo entregase luego ä los goberna- 
dores para que en la mesma hora provieremos en le hacer traer ä alguna buena forta- 
leza dentro destos reinos-de Castilla, y piense V. M. que la guarda deste buen hombre 
cumple a su real servicio mas de lo que se podia escrebir y aunque yo requeri al dicho 
Duque en presencia del Lic° Qapata y de Polanco que nos lo entregase, jamas lo 
quiso hacer. 

En la respuesta de la instruccion que trujo Diego Hurtado escrivi ä V. A. acerca 
lo del salario del Almirante y Condestable, y despues ä 11 deste el Condestable me 
enviö con Alonso de la Torre que formase (firmase) una cedula 6 provision con la cual se 
le asentaban por cada dia dende el tiempo que aeeptö la gobernacion 10000 mar. y me 
dijo el mesmo Alonso de la Torre quel Condestable decia que tenia letras y manda- 
miento espreso de V. M. para esto e yo creyendo ser asi verdad y convenir a V. A. 
por los respectos que le screvi, le dijo que de buena voluntad formaria 1 la dicha cedula 
6 provision mas que hubiera placer de ver la carta en la cual mandava esto V. M. 
y el Alonso de la Torre diciendome que me lo traeria, yo luego forme 2 la cedula y 
provision y despues jamas pude ver el dicho mandamiento 6 carta, y pienso que no lo 
hay y para mas saneamiento y satisfaccion dije despues esto en presencia de Diego 
Hurtado y del Lic° Vargas al mismo Alonso de la Torre si habia pasado asi, y respondiö 
que si, y que aun yo no queria firmar la susodicha cedula 6 provision sin ver el man- 
damiento de V. M. y que me prometiö demostrarmelo, y asi lo hago saber a V. A. 
para darle razon dello y sinificar . . . ello ha pasado para que lo sepa y provea co . . . 
servicio y que a ello me mande responder lo que fuere su real voluntad. 

Yo soy importunado que en lugar de los continuos que ahora se han borrado de 
los libros pongamos otros ä voluntad del Almirante y del Condestable y de otros, por 
([uc pretienden que como tenemos poder de proveer oficios por privacion asi lo tenemos 
para esto, e yo lo escuso diciendo que aquello es para oficios y esto es mercedes, y 
tambien porque V. A. nos perhibiö que hiciesemos asientos en Vuestros libros y que 
me parece que la provision desto se debe remitir a Y. A. para que de su mano se 
haga en favor de los que lo merecen y han bien y fielmente servido y aunque deseui- 



firmaria. 



2 firmi'. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



165 



dadamente me he firmado en provisiones de algunos, he dicho ä los contadores que no 
lo asienten por que no tenemos poder para ello. 

El nuncio de N. S. P. que aqui reside, nos ha presentado un breve de S. Sant d que 
es del postrero de Junio por el cual manda que todas las haciendas y beneficios de las 
personas que fueron con las comunidades sean secrestados en poder de dicho nuncio, 
con lo cual me parece que el obispo de Oviedo serä exento del cargo de lo que toca 
ä lo de los ecclesiasticos y ä mi ver no es en dano esto de V. A.. por que yo le certi- 
fico que si todos han de ser satisfechos de sus danos que no abastarian las haciendas 
destos Eclesiasticos aunque valiesen diez veces mas. 

Mire mucho V. M. que si hace mercedes destos bienes confiscados sera obligado 
de reparar a su propia costa los danos de los pobres ä los cuales hicieron mal los que 
han sido y son privados de sus haciendas, si ya para escusar estos reparos y recom- 
pensas no se estendiesen y descontasen los danos que hicieron ä V. Ces. M. y para 
esto antayer persuadi al fiscal Eeal en presencia del presidente que mediante justicia 
haga grande instancia y con toda diligencia pida satisfaccion y recompensa de los" 
danos de V. A. ca otramente qui prior potior est e jure. 

Otra nueva nos ha venido ahora y es que los franceses entran por dos partes, es 
ä saber por Maya y por San Juan de Re (pie) de puerto, en todo nos damos la prisa 
que podemos para la buena y presta provision de todo lo necesario. 

Cuando estabamos en Tordesillas (Bergenroth, Suppl. nr. 95 — le mandan dar que 
esta es la voluntad de V. M. y todo lo recibre cn singular gracia y merced Cuya vida 
y Real estado N. S or luengamente guarde con toda prosperidad). 
Votre tres humble serviteur 

A. Cardenali Dertusenci. 1 

646. Die kaiserlichen Gesandten an den Kaiser. 

Calais, 29. September. 

Berichten, dass sie alle Klagen des Reiches, Burgunds und Spaniens gegen die 
gewaltsamen Uebergriffe Frankreichs (auch in das arelatische Reich) erhoben hätten. 

Actenstücke nr. 111. 

647. El Comendador Mendoza y Carvajal ä S. M. 

Ximena, 30. September. 

Pidiendo un oficio de regimiento en Baeza de los que habian sido deservidores de S. M. 

Pap. 

648. 

(?) 

Neuer Einbruch der Franzosen in Spanien. 
P. Martyr, Epist. 7 41. 2 

649. El duque de Bejar ä S. M. 

Bejar, 1. October. 

Que al encargarle que pagase su gente en el concepto de que la cantidad que 
supliese se la haria librar y pagar, sin duda ignoraba S. M. lo mucho que habia ade- 



» sie! 2 Cal. Oct (?) 



166 



Höfler. 



lantado antes de que se lo previniese. Que no solo no le han abonado lo que por tal 
concepto se le debe, si no tampoco los 10000 duc. que prestö ä S. M. para que el 
Cardenal y el Almirante pudieren satisfacer los haberes de la gente de armas que 
tomö ä Tordesillas, ni los 20000 duc. que asi mismo tenia prestado al Lic° Vargas, 
ä pesar de los muchos meses transcurridos desde que le ofreciö" reintegrarselos en un 
breve plazo. Que le causa gran verguenza hacer mencion de estos sacrificios porque 
todo le parece poco en obsequio de S. M. y que solo el deseo de que no ignore su 
antigua propension ä servirle le movia a escribirlo, asegurandole que con el objeto de 
poder satisfacer sus deseos quedaba apremiando al citado Vargas para el pago de dicha 
cantitad para invertirla en obsequio de S. M. 
Pap. 

650. Chitierre Quijada a S. M. 

Pamplona, 2. October. 

Berichtet über den guten Stand der Festung. 

Pap. 

651. 

Calais, 4, October. 

Forderung der Franzosen, dass Navarra restituirt werde. 
Brewer, nr. 1633. 

652. 

Möns, 4. October. 

"Berichte über Spanien (die Besiegung der Murcianer und Toledaner.) 

Brewer, nr. 1632. 

653. El Cardenal y el Condestable ä S. M. 

Burgos, 7. October. 

Bitten den Kaiser, die mercedes für Alonso Gutierrez und die Vozmedianos zu 
bestätigen. 

654. P. Martyr an die Marquesen. 

Valladolid (?), 7. October. 

Bericht über die Zusammenkunft in Calais. 

Op. Epist. 739. 

655. La villa de Cazorla ä S. M. 

Cazorla, 8. October. 

Danksagung für die Befreiung von der Herrschaft der Comuneros (del yugo de 
comuneros). Er möge dem Lic° Castaneda algunas mercedes gewähren. 

Pap. 

656. Eray Juan Davila ä S. M. 

Avila, 11. October. 

Pidicndo se le proteja contra lo mal que le trataban los frailes. 

Pap. 

657. 

Rom, 11. October. 

K. Heinrich .VIII. von England als defensor fidei ausgerufen. Päpstliche Urkunde 
darüber. 

Brewer, nr. 1659. 



Zur Keitik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



167 



658. Eitz -William to Wolsey. 

Notre Dame de Lyon, 11. October. 
Französischer Bericht über die Belagerung von Fuentarabia. 
Erewer, nr. 1662. 

659. El obispo de Lugo ä S. M. 

Granada, 12. October. 

Manifestando la necesidad de un nuevo edificio para la audiencia. Que se guarde 
la pragmatica que prohibe a los moriscos usar armas. Que no vayan ä Granada los 
moros convertidos en Castilla. 

Pap. 

660. Don Antonio de Cordova ä S. M. 

Alcalä de Henares, 13. October. 
Solicitando mande a los gobernadores le empleen donde pueda servir. 

Pap. 

661. El conde de Osorno a S. M, 

. . ., 14. October. 

Haciendole saber la gran escasez de pan carne y pescado pues habia tres dias 
que no se vendian aquellos articulos y por haber muerto la mayor parte de los pesea- 
dores. Que habia gran falta de justicia. Que no era posible cumplir el mandato de 
S. M. para que se informase de los culpados en las comunidades porque antes de su 
llegada se habia ausentado el Aguacil mayor D. Pedro de Guzman y que para que no 
hiciesen lo mismo los otros convendria que S. M. mandase ver los procesos que la chan- 
cilleria de Granada habia hecho dandole a el comision secreta para impedir que se 
marchasen los demas. Que la duquesa de Medina residia en los Alcazares antes que 
el fuese alli. Que la cedula de la residencia no hace mencion de los Alcaldes mayores 
puestos por aquellos grandes que tanta competencia han tenido y convendria que se 
mandase proveer. 

Pap ' 662. El Conde de Miranda a S. M. 

Pamplona, 14. October. 

Berichtet über Navarra. Bereits sei die Demolirung von S. Francisco, S a Olalla. 
monasterio de la merced und S. Anton beschlossen. 
Pap. 

663. P. Martyr an die Marquesen. 

Valladolid, 15. October. 

Bericht über Kriegsereignisse. 
Op. Epist. 740. 

664. 

Batalla en el Eeal de la Sisla, 16. October. 

Der Prior schlägt die Toledaner. 

665. El obispo de Leon ä S. M. 

La Sisla, 18. October. 

In Folge der Niederlage unterhandelten toledanische Deputirte wegen eines 
Vergleichs. 



168 



Höfler. 



Los deseos de D a Maria y de los que gobiernan son tales que no se contentarian 
con los limites desto reino y acuderian ä ellos tantos malhechores que nos pornian en 
grandisimo aprieto estos peligros y otros infinitos que no eseribo podrian suceder. Don 
Pedro de Cuniga fijo del S. duque de Medina quedö en manos de los enemigos preso 
y ferrido de quatro heridas. 1 

Pap. 

666. El Prior Don Antonio ä S. M. 

Sobre Toledo, 1 8. October. 

Uebersendet ein Memorial von allen Vorgängen, seit D. Alvaro zu dem Kaiser ging, 
namentlich über die Schlacht am 16. 
Pap. 

667. El Gonde de Miranda ä S. M. 

Pamplona, 18. October. 

Bericht über das, was seit seiner Ankunft in Pamplona stattgefunden. 

Guerra de Navarra, S. 31. 

• 668. El marques de los Velez ä S. M. 

Requena, 18. October. 

Bericht über die Unterwerfung des Königreichs mit Ausnahme der Stadt Xativa 
(Deiche, Crevillen, Alicante, villas de Xixona und Villa joyosa, Orihuela erobert). 

Pap. 

669. 

Fuentarrabia, 18. October (17. October?) 
Capitulation der Besatzung, die weder Brod noch Fleisch, Wein oder Wasser hatte. 
Die Stadt schwört dem Könige von Frankreich. 

670. Eitz -William and Jermingham to Wolsey. 

20. October. 

Bericht über die Verheimlichung der französischen Expedition gegen Fuentarrabia. 

Prower, nr. 16 9 7. 

671. Yerhör des Juan Cefon. 

Pamplona, 20. October. 

Juan Cefon hijo de Juan Cefon vecino de Antequera natural de la villa de Torre- 
milano tierra de Cordova fue preguntado con quien bibe, dijo que con Dios y con el 
rey y hasta agora con la comunidad y dijo en Torremilano a vibido los annos pasados 
y que por S. Juan ultimo pasado se fue a Toledo a vibir con la comunidad y a llevar 
sueldo della y desde S. Juan hasta que salir de Toledo le llebo y que ha dos meses 
que salir de Toledo y que la salida fue que un Robres condaba entendiendo entre las 
comunidades y el Rey de Francia y quel trato fore segun el le dijo, quel Rey de 
Francia havia de faborecer la comunidad y destruyr todos los Grandes de Castilla y 
para que toda Castilla quedase faborecida en su comunidad y que tuviesen conside- 
racion entre la dicha comunidad y el Rey de Francia de ayudarle y estar en paz y 



1 Der Brief ist, eigentlich gerichtet an die Gobernadoren und unterschrieben von dein Archiepiscopns Barensis (obispo de Leon). 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



169 



que le dijo este que por mala voluntad que tenia ä los Caballeros si queria hir con 
el dicho Robres a Francia y porque tanvien le dijo que havia Esparioles en Francia 
y ansi se partieron desde Toledo y vinieron la via de hacia este reyno de Nabarra 
y llegaron en la frontera de Castilla en un lugar que se llama Matalebresas y desde 
alli vinieron a Tarazona y de Tarazona vinieron a Ablitas y desde alli se partieron con 
un hombre llarnado Anton el qual segun el dicho Robles le dijo a este confesante que 
se le havia dado la senioria de Avlitas el qual Anton es mediano y varvi prieto y no 
gordo de hedad de harta treinta afios y llegaron en la villa de tanse del Reyno de 
Aragon y que desde alli el dicho Anton los guiö a Carcastillo cave la oliva y quel Anton 
fue al rnonasterio de la Oliba y dijo que avia ablado cor (con) ciertos frayles del dicho mo- 
nasterio y que despues se fueron todos juntos a Sr. (sie) Col de Caseda es a saber este 
confesante y el dicho Robres y el dicho Anton y fueron a dormir a Caseda el meson y otro 
dia pasaron conjunto con lumbierre y fueron al valle de Aczcoa a la ferreria de Sancho 
de Yesa-yalli cenaron y durmieron y el dicho Robles hablo con el frances de un Citi 
criado de Sancho de Yasa y que otro dia de mafiana el dicho frances de un citi criado 
del dicho Sancho de Yasa les dio una guia para que los guiase que fuese debajo del Perlon 
porque los del Perlon no los tomasen y desde alli fueron a San Tangel el biejo y desde 
alli pasaron a Mongelos y que en Mongelos supo este confesante eomo Don Enrique de 
la Brit estaba en Salbatierra y que le dijeron que venia a tomar el reyno de Nabarra y 
queste dijo al Robres como es esto que se dice quel dicho Don Enrique viene a ganar 
el reyno de Nabarra ques en deservicio del Rey nuestro Senor y que le dicho el Robres 
pensais quel Rey de Francia ha de faborecer la comunidad por sus hojos bellidos sin 
que tome a Nabarra que fue mal ganada Sabed que no lo ha de hacer de otra manera 
y que este le respondio que juraba a Dios que hera mal hecho y que desde alli fueron 
a Yrdaxe y quel Robles le dijo a este en Vrdaxe y el se fue a Ax, donde estaba el 
Almirante 1 y que estubo este en Vrdax esperando al Robres dose dias e que en este 
medio tiempo vino Don Pedro de Navarra hijo del marchal y mando a un criado de 
Don Carlos de Monieon que le llebase a este a Bayona y que ansi lo encomendo con 
carta del dicho D. Pedro a Monsiur de Astistac y que stubo en poder del dicho Mosiur 
Astisac quince dias y que en este tiempo vino el campo de los franceses a fuente Ravia 
y quel dicho Robles vino a Vayona por cierto despacho y que en el mismo tiempo vino 
Cordoba al campo de los franceses con cartas de D a Maria muger de D. Juan de 
Padilla y entrambos a dos el Robles y Cordoba vinieron a Bayona a donde allaron 
a este confesante y le hablaron y le dijeron quel uno y el otro havian dado las cartas 
que trujeron de la dicha D a Maria muger de D. Juan de Padilla al Almirante y quel 
Almirante avia despachado la respuesta de las unas cartas y de las otras y que entre 
el dicho Cordoba y Robres acordaron de sacar de prision a este porque al dicho Cordoba 
parecio mal la manera que en ello se havia tenido y que despues el Cordoba y el Robres 
rririeron (vinieron) sobre un moco y el Cordoba dio una cuchillada al Robres en la cabeca 
y ansi quedo herido. A cuya cabsa Mosiur de Astistac y Jaques hacador del Almirante 
de Francia encomendaron la negociacion al dicho Cordoba y que ansi el dicho Cordoba 
a ruego deste lo saeö de Francia y lo trajo consigo hasta el monesterio de Santangracia 
que es en el puerto entre el Bai de Roncal y el valle de Saracas y que alli se quedo 



1 de Francia. 
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



22 



170 



Höfler. 



el Cordoha v no quiso mas caminar con este y que le diö la carta de creencia que ha 
dado al conde para que tuviese rnanera para de9Ülo al obispo de Qaraora y que la 
creencia es que Cordoba le dixo que dijese al obispo como el liera vibo y questuviese 
muy alegre que los franceses benian muy pujantes y que en ganando a Fuentarrabia 
hirian luego sobre Logrofio y que la ganaria y que de alli yria donde quiera quel 
estuviese y le sacarian y quel lo procuraba con todas sus sfuercas por ende que 
estuviese vien esforcado y tuviese mucho placer, otrosi dijo quel diclio Xaques y Musiur 
de Astisac les dijeron a la partida quel mayor servicio que la D a Maria muger de 
D. Juan de Padilla podria hacer hera que ella se pusiese en campo con su gente 
para juntarse con el esercito de los franceses, demas desto dijo que al tiempo que 
ßobres y este partieron desde Toledo quedo concertado que Toledo no hiciese par- 
tido ninguno porque brevemente seria socorrido por Francia y queste y Robles 
platicaron por el Camino que caballero ninguno avia de quedar a vida y porques verdad 
todo lo susodicho lo firmo de su nombre. 

A este Robles all6 im salbo conduto de el Almirante para el y para Cordoba 
y dos ceducillas del diclio Cordoba firmadas de su nombre de creencia para el obispo 
de Camora que trajesen - a este preso. Estas tres escrituras quedan en mi poder. 

Archivo real y general de Simancas. 

672. AI rey del Cardenal de Tortosa. 

Vitoria, 23. October. 

Aca aparejamos otra vez exercito mas muy a paso para que de muchos se diga publica- 
mente que k algunos de los Satrapas les plaze de las necessidades de V. M. y para que 
con esto se vendan sus servicios caros como en tiempo pasado se ha acostumbrado en Ca- 
stilla. Plega Dios que estos mesmos Satrapas no pongan secretamente el fuego que publica- 
mente desean que parezca querer ellos ä matar. El Almirante y el Condestable se quejan 
que V. M. no les dä, poder de hacer mercedes aunque por esto no dejan de hacer algunas 
asaz exorbitantes a sus deudos amigos y criados, yo algunas veces consiento ä ellas y otras 
veces no y las contradigo con indignacion dellos y dicen me que V. M. no es informado de 
las particularidades que han acaescido mayormente en estas cosas de guerra y que Castilla 
se debe mas gobernar a arbitrio de los que estan presentes en ella que por el de V. M. 
n i por el de su consejo que estän ausentes y cuando acerca desta materia les allego las 
restrictiones, me responden que V. M. tampoco no les avia cometido que venciesen tantas 
batallas, entre estos gobernadoves y algunos grandes se empieza gran division de lo cual 
los pueblos murmuran mucho, y temo en grande manera que esta multidumbre de gober- 
nadores sea finalrnente en mucho dano de V. M. quiteme V. M. deste cargo le suplico 
parä que sean uno menos que en esto recibire mucha merced y ellos segun pienso se 
allegraran mucho della, y cierto el provecho que fago a V. M. en esta gobernacion es 
muy poco y a mi mucho impedimento de toda buena obra comun ä mas entre los servi- 
dorea de V. M. que no tienen quitaciones ni ticnen deudo con grandes que los grandes 
mayormente los gobernadores entienden casi fazerse Rey es eximiendo sus tierras 
del autoridad y jurisdicion de V. M. y he oido que uno dijo estas palabras: mi 
padre por un solo servicio obtuvo del Roy 1). Joan muchas cosas y agora mucho 
mas deve el Rey N. S. darme de su Corona, ca no cstiman que son obligados ä servirle 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



171 



por los bienes que carecio tomaron y poseen de su Corona. El Condestable insta mucho 
por la remision del Lic. Bernaldino el cual se dice que entrevino y aconsejö en todas 
las sediciones contra V. M. en Valladolid aunque en el principio me prometiö de defender 
la parte de V. M. y habiendo sido el dicho Licenciado advogado del Condestable este 
muy accepto por esto y por otras muchas causas y por que yo resisto a que contra el 
mandado de V. M. no sea perdonado, por ello recibo indignacion de toda la casa del 
Condestable el cual me dijo claramente en consejo estando en Burgos, que estas cosas 
no se ponderan desta manera por V. M. por los de su consejo en Flandes y otra vez 
me dijo que todos dias ofendemos ä la divina majestad y que queriendo nosotros per- 
donar, alcanzamos venia y que asi no debriamos tanto encarecer el crimen de lesa 
majestad terrena. A esto le respondi que muchas cosas cometemos contra Dios y contra 
Reyes que no son crimines de lesa Majestad y que tambien la gravedad del crimen 
della se devria muy bien ponderar. 

El duque de Infantazgo insta por la remision de uno de los procuradores de la Junta, 
y para procurarlo con mas calor insta tan solamente la remision de la vida y no la de la 
facienda, y el procurador de decho duque me trajo el otro dia la provision deste perdon 
firmada por el Condestable y senalada por algunos del consejo la cual yo no quise 
firmar diciendo que no nos es licito fazer esto contra el mandado de V. M. y si el 
crimen de lesa majestad no es caso (caxo) castigado, yo no se que es lo que quedarä 
seguro ä V. M. ellos querrian bien que todas cosas fuesen perdonadas, para 
que con esto estoviesen seguros los que secretamente movieron estos tumultos. 
los quales por Ventura la divina clemencia no dejarä sin debida venganza, pero con- 
viene que V. M. mande ä nosotros que sin duda cometieran crimen de lesa majestad, 
y que las haciendas de aquellos que ipso jure son confiseadas, se vendan publicamente 
al que mas diere, y que el dinero que dellos se sacare, sea aplicado para en estas 
necessitades suyas, ca yo veo que es menester que se venda lo que es de V. M. u estas 
haciendas y que las mercedes, que dellas se podrian facer, serian tenidas en poca efi- 
cacia por aquellos a quien se harian y aun dicen aca publicamente, que todas las diu 
V. M. ä los que estan en Flandes, olvidando ä estos que le han servido con peligro 
de sus vidas y haciendas, y esta opinion se quitaria desta manera segun dicho es y 
contentarse hian mas cuando viesen que todo se aplicase para la defension del Reino. 
yo algunas veces espere algo desto, pero mas quiero que se socorra a la necessitad de 
V. M. digolo del vender al mas dante, porque aqui con favor se platico que los bienes 
de Francesco Maldonado se vendiesen al Doctor de la Heina por 4000 ducados una vez 
con condicion de redimirlos y valiö esta hacienda mas de 1100 ducados cada ano y 
allende desto, han ya cessionados mas de 1000 ducados los cuales 4000 hovö este doctor 
y entendiendo yo esto dije que aunque no fuesen bienes confiscados si no se anadiese 
fasta cumplimiento de justo precio dellos el contrato jure communi se devria revocar 
otros que por mano y favor dellos el decho contracto se fizo justan que no sea revocado. 
Estos gobernadores pues dicen que ponen sus vidas en peligro en tiempo desta guerra 
piensan hacer mucho y ä mi ver seria mejor que se hiciese un capitan general de 
hombre esperto como es el conde Don Hernando de Andrada, el cual con el 
pueblo bien pagado podriamos mas seguramente y con menos gasto pelear y fazer guerra. 
por que un solo capitan general ganaria mas obediencia y facultad para concluirse 
lo cierto en los consejos, y Creame V. M. que las vitorias fasta aqui habidas han sido 

22* 



172 



Höfler. 



por mano de I)ios y ä los pruclentes y aun a los otros que en ellos fueren, han 
parecido milagrosas. 
Pap. 

673. El Cardenal ä S. M. 

Vitoria, 24. October. 

A 23 del pasado escribi ä V. A. ahora postreramente y por que ha muchos dias 
que no tenemos cartas ä V. M. y se le ha respondido larga y particularmente ä todas 
las ultimas suyas dire por esta lo que despues se ha ofrecido. 

A 6 del presente recebimos cartas del Conde de Miranda en que nos escribe como 
la fortaleza de Maya es tomada por los franceses y por que aun no nos podia certificar 
de la manera que se tomö diz que no (nos) lo escrebira presto despues de sabido y en un 
papeleio inferido en su carta nos dice que Anton Aguacil con los soldados que con el 
estubieron en aquella fortaleza se avian venido ä Pamplona. Los franceses aun no tentan 
nada acia Pamplona, traen el exercito ä Guipuzcoa y con grande numero de Infanteria 
v aun gente de cavallo han entrado por Fuentarrabia ä la cual diz que quieren cercar 
v tambien ä S. Sebastian y ahora del Viernes que eran 4 deste, escribe Diego de Vera 
que batieron los franceses la fortaleza de Yrun y que el Sabado no se ha sabido nada 
della y que cree que es tomada y que entonces asentaron 4 tiros sobre Fuenterrabia 
y la empiezan ä batir y por que la gente que con el esta no sirve de buena voluntad 
tememos que se perderä. Tambien ponen en Rosella armada de Naves a fin que por 
mar y por tierra puedan hacer guerra, pero algunos afirman que en Rosella coien y 
rellegan mantenimientos y que toman tan solamente la gente darmas que es necesaria 
para la seguridad dellos si los 3000 Alemanos pagados por tres meses que V. M. ha 
prometido enviar, viniesen. Espero que facilmente echariamos estos franceses y no con 
menos confusion que dano dellos de cuando ahora nuevamente fueron desbaratados en 
Navarra, aunque tememos mucho que por falta de bastimientos mayormente de pan los de 
Fuenterrabia y S. Sebastian seran forcados de darse ä los contrarios y para el remedio 
desto trabajamos de enviarles trigo y harina, mas dudo que los franceses nos atallarän 
todos los pasos y con la falta que hay de dinero jamas podemos proveer cosa con tiempo. 

El Almirante ha solicitado que quitase al Lic° Vargas la administracion del dinero 
de V. A. y la diesemos ä otro el cual segun el afirmaba daria seguridad de proveer 
de todo el dinero que fuere necesario para la buena espedicion y despacho desta guerra 
y que los socios deste tal serian Alonso Gutierrez y Vozmediano, esto se ha tratado 
muchas veces y nunca querian nombrar aquel tercero, y visto aquello nos ha parecido 
que este medio se buscaba por odio que tenian con Vargas sin justa causa, el cual 
como sabe V. A. esta obligado en nombre de V. M. ä mucho dinero, pero no embar- 
gante esto con medio del Comendador mayor de Castilla y de Diego Iiurtado y del 
Lic" Qapata se ha concertado la concordia entre el mesmo Vargas y los dos susodichos 
Alonso Gutierrez y Vozmediano. Mas parece que no menos caros venden sus servicios 
quo otros, ca el no quiso prometer que juntamente con los dos otros asi del dinero de 
V. A. como del que hubiese de buscar en nombre e interese de V. M. procuraria cient 
inil ducados sin quo, se le diese la casa y Alcaldia de la moneda en Toledo la cual 
dice el Condestable haber obtenido de V. M. para un hijo suyo y hala transferido 6 
pasado al dicho Alonso Gutierrez con pacto y condicion que V. A. le pague el precio 
della que son 5000 dm;. A Vozmediano sc dan 40000 mar. de juro perpetuo en los 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



173 



tercios y un regimiento en Segovia, la cual convencion siendo ya antes tratada y con- 
clusa desta manera segun dicho es entrellos secretamente y sin mi intercesion me la 
trugieron ä cinco deste a que la firmase e yo viendo la iniquidad de los honibres que 
justa la necesidad de V. M. ponderan sus obras dije, que aquellos tres que no valian 
5000 ducados, ä esto me respondiö Vargas en presencia de Qapata si le incluia yo en 
la Cuenta destos tres y dijele que estas palabras dirigia yo en Alonso Gutierrez y los 
Vozmedianos y cierto por esto yo escusara de firmar la dicha concordia, si no que pare- 
ciera que en el conflictu destos peligros yo no queria ni entendia de procurar socorro 
ä Guipuzcoa y ä Navarra y tambien por que en caso que las cosas sucediesen contrarias, 
dirian luego que yo seria causa dello. 

El Prior D. Antonio es llegado ya a un tiro de ballesta de Toledo y tiene consigo 
mas de 10000 hombres y cerca de 500 de cavallo y como continuamente pide dinero, 
le habemos enviado ahora 11000 duc. con comision que pague ä la gente util y que 
deje la otra sin paga y ha casi tres semanas que pidiö que el uno de nosotros fuese 
alla dandonos esperanza cierta de concordia. AI Condestable y ä otros del eonsejo 
que aca estan, pareciö, que convenia que yo faese y me llevase los del eonsejo E,eal ä 
Madrid lo cual displugo totalmente al Almirante y asi mudaron todos este parecer, y 
por que en este interin el dicho Prior con otro correo instaba lo mesmo me parecio que 
debia persuadir ä que el Almirante fuese alli, si de mi ida hubiese inconveniente y 
no pude acabar lo uno ni lo otro y diciendome que el Almirante no iria sin gente de 
guerra dije que tentasemos si se ofreceria de ir alla sin ella y tampoco no aprovechö, de 
manera que veo que nuestros consejos son tan respectivos ä nuestro interese y al de 
nuestros amigos que tarde podemos hacer cosa buena, de cada dia se envuelven y recre- 
cen tantas deudas ä V. M. que me parece que todo va k perdicion de V. A. si no acelera 
su venida. 

A mas desto ha venido D. Alvaro de Ayala de parte del prior D. Antonio para 
hacer toda instancia ä que el uno de nosotros vaya alla y pareceme que las cosas de 
Toledo de cada dia estän muy peores. Dice el Prior que D a Maria Pacheco con su 
pestifero y maligno proposito y con la esperanza que tiene de las cosas de Francia 
entiende de hacer 12 6 13000 hombres y levantar por Comunidad todos estos reinos 
e ir con ellos ä ayudar a los franceses y que para poder bien proveer de lo nece- 
sario para todo esto la buena muger susodicha ha fecho prender los canonigos de la Iglesia 
mayor y dice que no les ha de dar de comer en la presion fasta que le entreguen 
todo el oro y plata que hay en el Sagrario. Lo cual todo con los depositos que en 
el estan segun el Marques de Villena me escribe valdra 400000 ducados y con esto nos 
tiene puestos en mucha perplexidad. El mesmo prior D. Antonio segun dice ha andado 
en algunos tractos con aquella ciudad y no ha aprovechado nada. Sobre aquellos capi- 
tulos nuevos que aquella ciudad pedia no scribo a V. M. porque soy cierto que Diego 
Hurtado los envia. 

La fortaleza de Yrun fue" tomada en espacio de dos horas y hasta aqui no he visto 
por carta la manera de como se tomö Maya. 

Despues de escrito lo susodicho han cercado los franceses a Fuenterrabia h la cual 
tienen muy apretada con gran golpe de gente y artilleria y le dan muy recias baterias, 
nosotros habemos venido aca y hacemos ya todo lo que podemos en lo que conviene 
a la buena defension suya. 



174 



Höfler, 



.V 13 deste vino otro correo del prior y dice que en todo caso debemos toruar 
concierto con Toledo, ca no le es posible en este tieinpo sostener nias la gente darmas 
que eon el esta y allende desto dice y allega muchas cosas ä este efecto y que D a Maria 
ha va tornado el oro y plata de aquella Iglesia y dice que de nuestra parte lian 
escrito el duque del Infantazgo y el Marques de Villena que los bienes y oficios que eran 
de Joan de Padilla habia su liijo del mesmo Padilla de lo cual estoy muy rnaravillado 
e va dije en presencia de los del consejo que acä estan que no me acuerdo haber 
escrito tal cosa en mas de suplicarlo ä V. M. y esto afirmaron el obispo de Oviedo 
y el Comendador mayor de Castilla del mismo modo que el Lic° Zapata. 

Aqui hay gran disension entrel Consejo Real y el consejo de las ordenes sobre la 
jurisdicion de los comendadores de Santiago mayormente en lo criminal, ahora habemos 
llamado todos los comendadores de las ordenes y los de la orden de Santiago se quejan 
mucho diciendo que sus privilegios se les rompen llamandose sus confrades delante otros 
jueces que de las ordenes. El Rey catolico de pia memoria acostumbrö muchas veces 
remitir las causas dellos al diclio consejo de las ordenes y aun V. M. alguna vez hizo 
lo mismo en especial postreramente cuando estaba en la Coruna, mucha merced les hara 
V. A. que habiendo de remitir las causas de los susodichos mande que los del consejo 
de las ordenes las determinen y muy mas sana me parece esta opinion que dice ser 
V. M. obligado ä ello de dreclio. El consejo R. siempre procura de ampliar la juris- 
dicion Real, pero remitiendose las causas segun dicho es ä ninguno se harä injuria ni 
prejuicio en especial en la del Comendador Quintanilla cuya causa creo que sin grande 
inconveniente no se podria remitir ä los que componen el consejo Real. 

Despues de escripto todo lo susodicho ha de saber V. A. como el Viernes que eran 
18 del presente los que estaban dentro de Fuenterrabia hallandose sin pan vino carne 
ni agua se dieron con partido ä los franceses salvas las vidas y todas las armas que 
con ellos pudiesen llevar y ä mas desto diz que han dado de plazo quince dias ä todos 
los que se quisiesen ir y ä los que quedasen que pasado este plazo habian de prestar 
juramento de fidelidad al Key de Francia, parece que a estos grandes no pesa del triumfo 
de los franceses aunque puede ser que sea a fin que con esto puedan mostrar sus 
esfuerzos echando fuera a los dichos franceses 6 otramente que recreciendo las necesi- 
dades de V. M. se puedan ellos acrescentar las mercedes que esperan de V. M., perö 
todavia se ha de tomar esto a la mejor parte. 

La S ra Infanta me escribiö que V. M. le habia escrito no sabe por cuya relacion 
que no se allegasc a los que en casa de la Reina N. S. habian sido Comuneros y que 
me encargaba la consciencia que yo no encubriese ä V. M. lo que dello supiese, yo vi 
esta queja estando en Tordesillas y procure de saber la verdad y ä lo que pareciö 
halle que avia cstado muy cuerda en todo y que en lo que pudo se apartö de conver- 
saciones de los que estaban en deservicio de V. M. y asi hago saber a V. M. lo cierto 
suplicandole que en todo ello y en lo demas que ä la Senora Infanta tocare mande 
proveer y favoreoerla con toda lionra suya como es razon y si le debe. 

El Comendador mayor de Castilla sirve muy bien y prudentemente en todo ä V. A. 
como lo ha acostumbrado siempre y aunque ahora cuando estabamos en Burgos adoleciö, 
no ha dejado con toda su indispusicion de se venir aca con nosotros, lo que cierto 
le es mucho de agradecer y su presencia es muy necesaria para todo lo que toca al 
servicio de V. M. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



175 



Entendido he quel Lic° £apata scribe ä V. A. suplicandole que le haga merced 
del habito de Santiago para Eodrigo de Cardenas su yerno y cierto visto lo mucho 
quel dicho Licenciado ha servido y sirve a V. A. y lo que se le debe esto me parece 
poca cosa y asi suplico ä V. M. le haga esta merced que por todos estos respectos y por 
lo que me dicen que el susodicho Cardenas es muy buen caballero la recibre yo de V. M. 

Despues de escrito esto el prior D.- Antonio nos ha enviado ahora otros nuevos 
capitulos para Toledo algo mas moderados que los otros susodichos que Diego Hurtado 
envia a V. M. 

Guarde N. S or la vida y muy Eeal estado de V. M. luengamente y con toda prosperidad 

Votre tres humble serviteur 
Pap. A. Card. Dortusensi. (sie!) 

674. Los gobernadores ä S. M. 

Vitoria, 24. October. 

S. Ces. y cat. M d . Lo que despues que ultimamente escribimos ä V. M. ha suce- 
dido en estos sus ßeinos es, que como con la guerra y conquista de Navarra y provision 
de aquel reino y nuevas que dende entonzes aca habemos tenido de venida de fran- 
ceses ä estas fronteras, no hacemos podido ir a la reducion 6 espugnacion de Toledo, 
aquella ciudad y en especial su muger de Joan de Padilla que es la gabernadora della 
por temor del castigo de sus delitos pasados y creyendo hallar el remedio dellos en 
acrecentamiento de guerras y males han tenido inteligencias con los franceses que 
envien exercito ä estos reinos dandoles esperanza de ayuda de comunidades dellos, con 
lo cual y con el deseo que los franceses tienen de vengarsa de la batalla que perdieron 
en la cuenca de Pamplona y por ejecutar en lo que pudiesen su antigua enemistad que 
tienen contra Espana so color de querer volver ä la guerra de Navarra hicieron un 
grueso ejercito de gente darmas Alemanes y otras naciones y mucha artilleria y muni- 
ciones y como vieron que lo de Navarra estaba bien proveido asi por el cargo de 
aquel reino que tiene el conde de Miranda que es tan honrado caballero, como por lo 
bien que se ha reparado y artillado y poblado de gente de guerra la ciudad de Pam- 
plona que es todo el caudal de aquel reino, dejaron de acometer aquella empresa y 
fueron ä cercar la villa de Fuenterrabia en la cual se hallo ä la sazon el Capitan 
Diego de Vera, y como quiera que segun la dispusicion de aquella villa el ha hecho 
en la defensa della con alguna gente de la provincia de Guipuzcoa que se metiö con 
el, todo lo que se podria hacer segun la dispusicion del tiempo y de la plaza, pero 
con 22 piezas de artilleria gruesas y otras muchas menores que le batieran en diez dias 
sin parar de noche ni de dia, a fin que no se pudiese reparar, le allanaron todos los 
muros y reparos de aquella villa y le mataron parte de la gente della y al fin for- 
zaron con fuerza y ganaron la dicha villa ä los 17 deste presente mes; de lo cual 
nosotros y todos los fieles servidores de V. M. tenemos el sentimiento que es razon y 
como quiera que desde Burgos donde nos hallamos al tiempo que supimos la nueva del 
cerco de la dicha villa, hizimos llamar todas las maneras de gente que ay en estos reinos 
y para los mal incitar y obligar ä su breve venida nos partimos para esta ciudad de 
Vitoria donde al presente estamos con fin de ir al socorro de la dicha villa si nos acu- 
diese alguna gente, no vino ninguna ä tiempo por que las guardas estaban por pagar 
y se quedaron pagando y los grandes y acostamientos ordenes y otras gentes no pudieron 
venir tan brevemente, y nosotros (no) teniamos dineros para les enviar paga 6 socorro con 



176 



Höfler. 



que se pudiesen mover ä diligeneia y no solamente los dichos franceses han ganado 
;\ Fuenterrabia, mas creemos que luego iran ä cercar ä S. Sebastian que es tres leguas 
della, la cual aunque tiene alguna dispusieion para se poder defender en caso que sea 
socorrida, pero si brevemente no la pudiere ser y no se podria sostener mas que la 
otra y eomo aca tengamos pocos dineros 6 no ningunos, y los que habemos son con 
mucho trabajo, y aun aquellos poco a poco y la gente de guerra esta agora de tal arte 
que sin dineros no se quiere nienear aun con ellos no de muy buena voluntad segun lo 
])uco que podemos hazer con ella, no sabemos lo que podremos hacer en el socorro de 
S. Sebastian, aunque al cabo creemos que los mas destos reinos en especial los nobles 
d ellos no faltarän ä quien son, pero esto es con mas dilacion de la que seria menester 
para la necesidad presente, solamente podemos decir ä V. M. que con lo que pudie- 
remos hacemos (el) ultimo de potencia en el socorro de la dicha villa porque si se 
perdiese se perderia toda Guipuzcoa y tras ella se pornia en condicion Navarra escri- 
vimos lo ä V. M. para que sepa lo que pasa. 

La ciudad de Toledo sabiendo esta venida de franceses esta muy pertinaz 
por que le parece que el tiempo es ä su proposito y que debe gozar del, y por esto 
aunque nos contentariamös hasta remediar esto de los franceses que se estubiese aquella 
ciudad como se esta con tal que no hiciese dano fuera, pero por que si no oviese ejer- 
cito que refrenase aquella ciudad, luego saldria en campo la gente della y procu- 
raria de renovar la opinion pasada de las comunidades, no osamos apartar de alli el 
exercito, que tiene en opposito della el prior de S. Joan lo cual nos hace mucho dano y 
embarazo, asi por que no podemos ayudarnos para lo de aca de aquella gente como por 
la mucna costa que con ella se tiene, pero - al fln es necesario sostener alli el diclio exer- 
cito por escusar el dario que aquella ciudad podria hacer en lo que habemos diclio que 
seria el mayor que podria haber en estos reinos. 

Para el verdadero remedio destas cosas y de otras muchas destos reinos es muy 
necesaria y aun de estrema necesidad la venida de V. M. en ellos, y asi le suplicamos 
que agora ö lo mas brevemente que ser pueda quiera venir aca, por que con su Eeal 
presencia y muy grande autoridad se podran remediar los negocios que de otra manera 
no tienen remedio y para en el entretanto nos quiera enviar 3 6 4000 alemanes pagados, 
6 paga para ellos, por que aca no la ay, con los cuales y con la gente que aca pudie- 
remos juntar, esperamos en Dios N. S. de cobrar lo que se a perdido y poner en alguno 
trabajo al que en tan grande nos ha puesto, y si V. M. pudiese enviarnos de alla 
alguna ayuda de dineros de mas de los dichos Alemanes, seria remediar mas por entero 
la necesidad destos reinos por que de otra manera con las voluntades que generalmente 
ay en ellos y con no ver ä su Key ni ninguna gratif icacion, no tienen las gentes 
el respeto ni cuidado quo querriamos para el servicio de V. M. y bien de sus negocios, 
y l'altando esto ya puede considerar lo que se puede hacer y subceder en las cosas 
y pues lo que avemos dicho es verdad y por aqui podra considerar lo que mas podria- 
oaos dezir, otra y otras vcces le suplicamos el remedio susodicho sin el cual no hay 
otra esperanza salvo la de Dios N. S. el cual la vida y Cesareo estado de V. M. acre- 
ciente h su S° servicio como el lo desea. 

Demas de .las cosas susodichas aca tenemos necesidad de Artilleria y mucha pol- 
vora por que en Kuenterrabia se perdiö mucha Artilleria y en Pamplona y Logrono 
y otras partes tenemos repartida casi toda la restante, suplicamos ä V. M. nos quiera 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



177 



enviar una buena banda de . Artilleria y mil quintales de polvora por que para bateria 
y fronterias y otras muchas cosas la kavernös menester y aca no la podriamos hazer 
tan ayna ni aun tenemos muy buen recaudo para ello, y alla diz que ay mucha y buena 
dispusicion para la enviar. 

Votre tres humble serviteur 

A. Cardenali Dertusensi. El Almirante Conde. El Condestable. 

Pap. 

675. El ovispo de Oviedo ä S. M. 

Vitoria, 24. Oetober. 

— El Almirante se muestra tan favorable a los exceptuados que conviene haver pacien- 
cia yo becho y bago todo lo posible e be avido tantos embarazos y de tantas partes y opo- 
nense ä estas baciendas tantos creedores y dotes de mugeres que no basta diligencia, 
la sunaa y valor de las mas principales envio aqui, lo que queda ä la verdad es poca 
cosa, pero tanvien se embiara presto. Hice mencion del desfavor quel Almirante da 
ä este negocio, e es razon que sepa V. M. lo en que con el me be visto, despues que 
agora vino de su casa aqui a Vitoria y es que por decirle yo lo que segun Dios y 
verdad me parecia en servicio de V. M. me ba amenguado y maltratado en pre- 
sencia de los dos gobernadores y de todos los del consejo de V. M. como ello 
paso e sobre que fue lo escribo particularmente al Ovispo de Palencia y al Doctor 
Caravajal, muy humilmente suplico a V. M. mande" leer mi letra sobre ello bastarle devia 
al Almirante tener quatro villas con quatro fortalezas de V. M. contra su manda- 
miento y provisiones Reales sin que baya de amenguar y maltratar sobre ello a los 
servidores de V. M. por cosas de su servicio. No lo escrivo muy poderoso senor para 
que V. M. le escriva ni reprenda cosa dello, salbo porque sepa quod ego patior propter 
justiciam et veritatem et obsequium verae mentis. 

Guerra de Navarra. Ms. 

676. Concordia de Toledo. 

Sisla, 25. Oetober. 

Vertrag zwischen dem Prior von S. Juan, Don Antonio de Zuniga, und den Auf- 
ständischen. Donna Maria verlässt den Alcazar und zieht sich in ihr festes Haus zurück. 
Der Prior besetzt die Stadt, der Erzbischof von Bari übernimmt die Regierung. Dem 
Vertrage vom 25. Oetober waren lange Unterhandlungen, unterbrochen durch neue 
Kämpfe, vorangegangen. Zuerst wurde von Toledo ein Project überreicht (Coleccion I, 
p. 302), wo noch von der grausamen Kriegführung des Priors, von der ungerechten Hin- 
richtung Juans de Padilla die Rede ist. Padilla sollte in Toledo beerdigt werden und von 
keinen Folgen seiner Hinrichtung die Rede sein. Der König solle die in Tordesillas 
von den Granden bewilligten (118) Artikel bestätigen. 

Darauf erfolgte eine Antwort, Capitel für Capitel (Coleccion I, p. 310), wobei auf- 
die Zugeständnisse von Ajoferia hingewiesen wird. 

Die concordia enthielt einen perdon general, von welchem ausgenommen waren 
alle Mitglieder der Junta von Tordesillas und Alle, welche den consejo gefangen . 
genommen oder den Cardinal in Valladolid zurückgehalten hatten. Der Donna Maria 
wurde ein Gericht zugestanden, wenn sie es verlange, und eine Erlaubniss des Königs 
versprochen, um ihren Gemahl in Toledo zu beerdigen. Ueber den Antheil des Grafen 
Don Pedro de Guzman, welcher im Gefechte bei Sisla verwundet und nach Toledo 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 23 



178 



Höfler. 



gebracht worden war, an der nun erfolgten Pacification siehe cronica de los muy ex- 
cellentes senores duques de Medina-Sidonia an den Maestro Pedro de Medina. (Doc. ined. 
XXXIX, p. 347.) 

Documentos ineditos I, p. 313. 

677. 

Toledo, 26. October. 

Feierliche Verkündigung des Friedens. 

Alcocer, c. 16, p. 74. Arcayos. 

678. Der Cardinal an den Kaiser. (Estratto.) 

Vitoria, 26. October. 

Die Schwierigkeiten häuften sich mit jedem Tage. Alles hänge von der Ankunft 
des Kaisers ab. Er habe den Grafen von Albadeliste nach Vitoria berufen, der wie 
Don Bern. Piementel, Don Hernando de Silva, Don Martin de Velasco sich ganz dem 
Kaiser zur Verfügung stelle. 1 

Sim. 

679. 

Venedig, 28. October. 

Ein türkischer Gesandter überbringt die Nachricht von dem Falle Belgrads. Der 
Sultan habe seine Artillerie zurückgelassen, um den Feldzug im Frühlinge zu erneuern. 
"R. Brown, nr. 355. 

680. Barroso an Gattinara. 

Lissabon, 26. oder 29. October. 

Meldet die üble Wendung in seinen Unterhandlungen mit dem Könige von Portugal. 
Er möchte tausendmal lieber todt sein als in Lissabon. 
Actenstücke nr. 131. 

681. 

Vitoria, 28. October. 

Die Gobernadoren bestätigen die capitulos von Cisla. 

682. Die kais. Gesandten an K. Karl. 

Calais, 28. October. 

Melden den Gang der Unterhandlungen wegen Restitution von Fuentarrabia. 

Actenstücke nr. 132. 

683. Alonso Bonifaz an die Gobernadoren. 

Cisla, 31. October. 

Gestern seien Deputirte von Toledo gekommen, um abzuschliessen, worauf die for- 
taleza einem Corregidor übergeben wurde. Donna Maria Pacheco habe wider ihren 
W illen zugestimmt. Alle Fremden (600 Mann) seien abgezogen. (Esta concertado que 
la fortaleza se de ä un regidor que sc llama Pefia y por consiguiente senaladas las 
persona« para las puertas y oy dia desta hecha se les entregan y el S r obispo de Leon 
entra ä hacer cntragarsclas a ruego del S r Prior que no quiere entrar en la ciudad. — 
Y como D a Mari;i Pacheco conosce que no le aprovecharia querer otra cosa aunque 



1 ( omo cada dia eran mayores las dificultades quo se presentaban era de absoluta necesitad su pronta venida sin la qual 
llegaria el caso de perder todos los pueblos de Espaila. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



179 



contra su voluntad se ha conformado con la ciudad aunque ha tenido sus rodeos para 
estorbar echando cartas por la ciudad de las nuevas de alla de los franceses que quando 
venimos a saberlas aca para D a Maria son viejas.) 

Pap. 

(Einschluss.) Bericht an die Gobernadoren über die Auszahlung von Geldsummen 
an den Prior, vom 30. October. 

684. 

Toledo, 31. October. 

Einzug des Gabriel Marino, Erzbischof von Bari, der sogleich im Alcazar einen 
Alcaide einsetzt, Alcalden und Alguaciles ernennt. 

Arcayos, p. 208. — Vgl. nr. 690. 

685. 

S. d. 

Bericht über Toledo. 

(El Prior estk h dos leguas de Toledo en mas carague sin gente la infanteria que 
tenia estan aposentados en tierra de Alcala y Talamanca y huzeda, comen a discrecion, 
tienen asolada la tierra y todos los soldados que vienen de Valencia y de otras partes 
como hallan aqui cuerpo sin alma vanse a juntar con ellos, ay agora alli mas de 
7000 harto buena gente aunque no para la tierra donde estä, no lleva medio poderlos 
pagar ni despedir.) 

Pap. 

686. El Condestable ä S. M. 

Burgos, 31. October. 1 

Que Mos. de Ages que acababa de llegar ä Burgos, partiria luego al punto donde 
se hallaba S. M. 

Pap. 

687. El Arzobispo de Granada ä S. M. 

Burgos, 31. October. 

Empfiehlt den lic° Yallinas in Valladolid. 
Pap. 

688. Yerhör und G-eständniss des Juan de Cordova 

(den Donna Maria Pacheco nach Frankreich sandte). 

Pamplona, 1. November. 

En Pamplona primero dia del mes de Noviembre anno de 1521 los senores Dotor 
de Gova y Dotor Nabarro del consejo de Nabarra y Alcaldes del exercito de Su M. 
tomaron juramento a Juan de Cordoba vecino de la ciudad de Burgos el qual jurö 
a Dios y a S a Maria y a esta sefial de cruz f que vien y berdaderamente diria la 
berdad de lo que le fuese preguntado a lo qual el dicho Juan de Cordova respondio 
que si jurava y fuele fecho la confesion del dicho juramento y lo que declaro so cargo 
del dicho juramento es lo siguente. 

Dijo y confeso que se hallo en la batalla que en este reyno se dio en Noayn contra 
los franceses en la capitania de Albarado el Aragones y que dende a veinte dias que 
la dicha batalla se dio se fue a toledo y asento con D a Maria Pacheco muger que fue 
de Juan de Padilla y que estubo en su casa continuamente fasta obra de veinte e cinco 



1 Der Condestable bafand sich damals in Vitoria. 



23* 



180 



IIÖFLEK. 



dias poco mas o menos y que puede haver que la dicha D a Maria lo envio a Francia 
con ima carta dirigida a Monsiur Destiscac Gobernador de Guyenja 1 e que le dijo de 
palabra concertada y hagora tenian tiempo de hacer guerra. 

Fuele preguntado que declarase que contenia en la carta, y dicho que toledo no 
hera concertada con los caballeros y que si otra cosa le dijesen que no lo creyese. 

Mas le fue preguntado si le dio otra carta para alguna otra persona; respondio 
que si, que le dio una de dos o tres renglones para la Seiiora de Ablitas. Fuele pre- 
guntado lo que se contenia en la dicha carta. Respondio que decia halla envio el lebador 
desta que es criado niio que ba a francia, pidole por nierced le de guia como salga 
vien de los puertos y vaya a francia. I asi mismo dijo que llegando en Byrlas donde 
estaba la S ra de Ablitas quiso hablar con ella y darle la dicha carta y le hizo saber 
con im criado suyo como venia alli y traya una carta de D a Maria Pacheco y porque 
la Senora de Ablitas estaba con dos caballeros castellanos ocupada le envitf a decir 
que le entrase la carta con un su criado de la dicha Senora de Ablitas y que ansi lo 
hizo y leyda la carta le envio a decir que se fuese a un mason de tarazona que ha 
Iii le enviaria la respuesta de lo que havia de hacer e dice quel se fue a tarazona 
donde estubo esperando la respuesta dos dias y pasados le envio un criado suyo. Dice 
el dicho Juan de Cordoba que no sabe su nombre y dice que le guio hasta pasar de 
San Juan de pie" de puerto dos leguas. 

Fuele preguntado se hablo con la S 1-a de Ablitas dijo que bajo del juramento que 
fiso no la hablo ni la vio ni tampoco hagora a la vuelta. 

Mas le fue preguntado si la dicha D a Maria Pacheco tenia alguna inteligencia con 
la dicha S ra de Ablitas, respondio que creia que si, porque Robles el que queda en 
Bayona a entender en los negocios de la dicha D a Maria Pacheco le dijo a esto con- 
fesante, que por donde havia pasado quel le respondio que por Ablitas quel Robles le 
dijo quel tanvien avia pasado por alli e que la Senora de Ablitas le havia dado un 
criado suyo que se llamaba Anton para le guiase e que le havia guiado hasta pasar 
los puertos a Francia y que si alguna ynteligencia no ubiera entre la dicha D a Maria 
y la Senora de Ablitas que cree que no mandara la Seiiora de Ablitas en caminar al 
Robles y al el quando por alla pasare. 

Fuele preguntado a este confesante si la guia que le diö fue la que guio al dicho 
Robles que se llama Anton, dijo que no. Fue preguntado que persona sera pues no 
sabe el nombre y que estatura y que senales tenia, respondio que hera un hombre 
mediano, de hedad de hasta 30 afios y de gesto negrestino y un caballo negro caydo. 

Tornosele a preguntar al dicho Juan de Cordoba si trujo alguna otra carta de la dicha 
D a Maria para alguna otra persona. Dijo que le escrevia que le placia de haver sabido 
que estava libre del dicho Asparros aunque le pesaba porque quedaba ciego de los ojos. 

Fuele preguntado si dio la dicha carta a Monsior de Asparros y dijo que no, por- 
que estaba 30 leguas mas alla de Bayona y que rasgo la carta y que antes que la 
rasgase la mostro a Mosior Destisac el qual le respondio que aquella carta no impor- 
taba nada y que por esto la rasgo. 

Fuele preguntado que pues llebaba carta de la dicha D a Maria para Mosior de 
Asparros si sabe o crea o oyo decir quo quando Mosior de Asparros entre en este 



1 Guienne. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



181 



reyno con el exercito frances, si entro con aliento de la dicha D a Maria o si 
fue ella sabidora dello, dice que cierto no lo sabe pero que lo cre que tenia ynteli- 
gencia con la dicha D a Maria con el dicho Asparros por la carta que la dicha D a Maria 
le diö para el. 

Fuele preguntado que camino llebaba el y la guia desde tarazona fasta entrar en 
francia, respondiö que fueron a la barca de Castejon que es debajo de Alfaro e de 
alli a Carcastrillo cabo el monasterio de la Oliba e de ay a S. Guesa y de San Guesa 
a Roncesballes e de Roncesballes a S. Juan y en este Camino no hablaron con persona 
ninguna, y dice que la guia que con este fue, cree que no bolbio aca sino que se 
devia de quedar en francia, y dice mas que de S. Juan pasö a Bayona y dio las cartas 
a Mosior Destisac y quel dicho Mosior Destisac obo mucho plaser con la carta y la 
reciviö muy vien y le detubo quatro o cinco dias e que despues le dio respuesta de la 
dicha carta, y que le dio dos cartas en cifras la una firmada y la otra no. 

Fuele preguntado que que hizö estas cartas dijo que el vino a Aranda de Xarque 
que es en Aragon y supo de un mercador de Guadalajara que estaba alli en feria 
como Toledo estaba en concierto, y que de alli fue a Caria y alli supo de un soldado 
que venia de toledo a Qaragoca como Toledo estaba ya casi en concierto y quel 
con buena yntencion temiendo que aquellas cartas que llebaba ympidiesen al concierto 
las hecho en un fuego delante del huesped donde posaba que es un mesonero. 

Dice mas que de alli fue a Gomara y que de Gomara fue a Moro donde fue 
preso y que luego como allego a el el Alguazil el qual venia con el Alcalde del lugar 
y este confesante estaba para cavalgar y yrse su Camino y pregunto que si hera el 
Juan de Cordoba y respondiö este confesante que si, y que ansi le prendiö el dicho 
Alguacil y le despojo y busco todos quantos bestidos llebaba, fuele preguntado si sabe 
que alguna otra ciudad o villa o caballero o otra persona alguna de Castilla tenga 
intelligencia con los franceses, respondiö que no, antes dice que toledo no sabia nada 
de sus cartas quel traya si no solamente D a Maria y que lo cree, pero que no lo sabe 
de cierto e dijo mas que cuando este confesante fue a francia y que hallo halla a 
Robles y a Juan Geron y que el Robles estaba en compania de uno que se dice Jaques 
que es frances, y el Juan Ceron que estaba preso en Bayona y quel Robles havia traydo 
una carta de Francia a la dicha D a Maria, la qual carta hera de Mosior Destisac e que 
con la respuesta de la dicha D a Maria creyo avia buelto al dicho Mosior Destisac, fuele 
preguntado que que se contenia en las dichas cartas, respondiö que no lo sabe por quel 
dicho Robles no lo comunico con el ni este confesante lo pregunto. Fuele preguntado 
como vino Juan Ceron con este confesante en su compania. Dijo que lo allo preso en 
bayona y se quexo de Robres a su persar (pasar?) porque lo vino por sospechoso e 
rogo a Monsior destisac que lo soltase y luego le solto y se vinieron ambos al Monesterio 
de S a Engracia que esta en el puerto del valle de Roncal y alli se partieron de compania 
y quel dicho Juan Ceron vino hacia Pamplona y este partiö para Castilla. 

Fuele preguntado si hera su letra una carta que estaba escrita con su nombre que 
le fue tomada a Juan Ceron la qual le fue mostrada, dijo que hera su letra y que la 
escriviö en Bayona con su mano la qual es creencia y se dijo que declare que la creencia' 
hera para el obispo de Qamora y que la creencia hera que de parte desto confesante 
dixiesen al Obispo que Mosior Destisac le havia dicho que prestamente lo sacaria de 
la prision donde estaba. 



182 



HüFLER. 



Fuele preguntado que dijese como concertaban y que asiento tomaron entre si para 
quel Juan Ceron pudiese liablar con el diclio obispo, dijo que ningun asiento ni medio 
se tomo entre ellos, mas de quanto el dicho Juan Ceron dijo que si pudiese hablarle 
le hablaria y sino que resciviese su buena voluntad, dijo mas que dijo Mosior Destisac 
a este confesante que dijese a I) a Maria que si por bentura los de toledo se concertaban 
con los caballeros que se concertasen venir a dar Ja batalla a los f ranceses que los 
avisaren porque no se metiesen al degolladero como la otra vez y que le dijo que 
iba en la carta espuesto pero que a mayor cunijdiniiento gelo dijiese de boca. 

Fuele preguntado que quien declaraba a D a Maria las cifras dijo que no sabe salbo 
que cree que su capellan de la dicha D a Maria porque aquel escrivio las cartas que 
este trayo para flandes. Fuele preguntado que declare las senas de Kobles, dijo que 
es hombre Mediano blanco los ojos sumidos de hedat de treinta annos y que trae un 
sayo negro con unas fajas de terciopelo y un caballo rucio a la Olibastarda y que 
saldra por S a Engracia y de alli vendra a la Oliba y de alli a taracona y que cree 
que pasara por la Sefiora de Ablitas e que todo lo susodicho es verdad e que no sabe 
otra cosa y firmolo de su nombre Juan de Cordoba. 1 

Dazu das Ende des Berichtes des Coude de Miranda, wie es scheint (Guerra de Navarra, f. 19): 
Solamente digo que de los que han estado con Don Enrique en el cerco de fuen- 
terravia e a forcado unos diez que aprovecliado mucho para ponerles alguno temor, 
tanvien fue diclia aunque no falto mucha diligencia en prender tres tratantes de toledo 
que .trataban con los franceses por mandado de D a Maria Pacheco y con sus cartas 
los dos, la confesion de los quales enviare con otro correo mandelos arrestar y aforcar 2 
y desquarticar, al prior 3 envian estos Senores 4 las dichas confesiones que ha escrito y 
viendolas toledo sera cabsa de hechar de alli a D a Maria Pacheco. 

689. 

Toledo (?), 2. November. (Pamplona, 1. November.) 

Testimonio de la declaracion de Juan de Cordova vecino de Burgos en que dijo 
haberse hallado en la batalla de Noayn contra los franceses y que 20 dias despues se 
fue a Toledo donde tomo partido con I) a Maria Pacheco quien le enviö a Francia con 
varias cartas para Mr. Stisat gobernador de Guiaina y otros sugetos sobre el concierto 
celebrado por aquella en los mismos. 

Pap. 

690. Der Bischof yon Leon an den Kaiser. 

Toledo, 1. November. 

Berichtet die Uebergabe der von der Seuche heimgesuchten Stadt, die Besetzung 
des Alcazars, der Thore und der Brücken. 

Ayes entre yo en esta cibdad con poderes del Prior y se puso justicia por V. C. M. 
y se entregaron el Alcazar y puentes y puerfcas a quien el prior nombro quales fizieron 
pleito omenage acostumbrado , y la ciudad fizo tantas alegrias como si los ovieran 
librado de cautivos, fizieron los pregones necesarios y todo lo demas que esta capitulado. 

Pap. 



1 Folgen die Untcrueliriften der Inquircnten und Notare 



2 ahorcar (?). 



3 por. 



4 los gobernadores. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



183 



691. Der Nuntius Vianesio Albergotto an den ]?. Rath P. Martyr. 

Vitoria, 2. November (V non. Novemb., wenn nicht December). 

Mailand sei erobert. 

Op. Epist, 743. 

692. Diego Hurtado.an den Kaiser. (Estratto.) 

Vitoria, 3. November. 

Que los Gobernadores no mostraron mucho contentamiento de su ida ä aquel punto 
sin duda porque no les llevava lo que repetidas veces tenian suplicado asi de mercedes 
como de mayores facultades. Que se hacia cada vez mas necessaria su pronta venida, 
pues sin ella no habria aqui justicia ni hacienda porque se venderia si hubiese poder 
para ello siempre que se presentase quien la quisiese comprar. Que por lo que respecta 
ä Toledo no se sabia si habia tenido cumplimiento la ultima determinacion que llevö 
el Prior acerca de los capitulos sin duda porque con la nueva de ser perdida Fuen- > 
terrabia no habian querido venir en ello. — Que en lo de los bienes confiscados el 
Obispo de Oviedo que es el que tenia este asunto ä su cargo, daria cuenta ä S. M. 
del estado en que se hallaba. — Que en lo de la Chancilleria ya se habian enviado 
depacho al Obispo de Canaria para ir a Valladolid. — Que por lo que respecta al de 
Zamora ya habido escrito que convenia trasladarle ä una fortaleza de S. M. — Que en 
lo de la conformidad de los gobernadores cree que no ha danado su ida ä aquel punto 
para que sea duradera como presume segun la buena intelligencia con que ultima- 
mente se conducian. — Que en lo de los poderes de dichos gobernadores creia que 
todo podria seguir como estä si S. M. apresura su venida. Que el conde de Luna en 
quien se habia proveido el cargo de Sevilla no estaba conforme en ir alla aunque se 
le daban 200 mil marav. de ayuda de costa y 60 hombres de guarda, y que habia 
pocas personas que quisiesen aceptar dicho cargo principalmente contra la voluntad de 
los gobernadores. — Que Galicia se sosegö hallandose el conde alli. — Que S. Seba- 
stian se habia proveido de bastimentos y de cuanto necesitaba para repararla como si 
los franceses la fuesen a cercar (cerrar), lo cual sin duda les hizo conocer la necesitad 
de retirarse. — Que de la informacion que enviaba acerca Fuenterrabia resultaba que 
su perdida no fue causada por falta de bastimentos y de gente y que si la resolucion 
de entregarse se hubiera dilatado algo mas, no habria podido sostenere en el campo 
el Real de los franceses por haber sobrevenido im fuerte temporal de aguas el dia 
de la rendicion. Que habian ido alli entre otros caballeros el Marques de Astorga y 
el conde de Albadeliste con mucha voluntad de servir ä S. M. — Que si bien Fray Juan 
Hurtado contribuia con sus sermones ä la quietud de los animos, no entendia los nego- 
cios tanto como erä menester. — Que era muy conveniente la permanencia alli del 
Liz. Zapata con los dos gobernadores por que por su ilustracion y mucha esperiencia 
en los negocios dejaban de espedirse muchas -provisiones contrarias al mejor servicio de 
S. M., por lo que creia que podria servirse mandar escribirle dandole gracias y esti- 
mulando su zeio para que continuase con la seguridad de que si los gobernadores no 
se lo agradecian, S. M. le compensaria de este desden remunerando sus servicios con 
mercedes. Que habia llegado un correo del Prior participando el concierto celebrado 
con Toledo conforme a los capitulos que iban por el mismo correo sin las adiciones 
puestas en las margenes. Y que el conde de Miranda habia aprehendido en Moron 



184 



Höfler. 



im espia de Toledo que fue con el antedicho Juan de Cordova de que se ha hecho 
mencion, ä Francia. 1 
Sim. 

693. El Cardenal ä S. M. (Estratto.) 

Vitoria, 3. November. 

Que el Condestable se habia mostrado satisfecho del salario que le ha sefialado, 
pertf no el Almirante por que decia que el no solicitaba mercedes. Que en su vista 
le habia manifestado que la asignacion que se le senalaba no debia considerarse si no 
como salario, puesto que S. M. se reservaba el hacerle en otras cosas merced; mas que 
ä pesar de su resistencia le parecia que lo que realmente deseaba eran 1000 duc. per 
cada mes. Que en lo de la salida de la Heina para Arevalo entendia que no habian 
mucha dificultad, segun aseguraba su mayordomo quien la induciria ä que aquella se 
realizase por medio de las mugeres que servian ä S. A. Que por lo que toca al obispo 
de Zamora el breve que habia recibido era para hacerle el proceso y no para ator- 
mentarla. Que le parecia bien la Suspension de hacer mercedes ä los que estaban aqui 
hasta la venida de S. M. 

Pap. 

694. Der Cardinal an den Kaiser. 

Vitoria, 3. November. 

Siehe unten bei dem 5. December. 

695. Diego Hurtado an den Kaiser. 

Vitoria, 4. November. 

Der espia de Toledo sei mit einem gewissen Corduba in Frankreich gewesen. 

Guerra de Navarra f. 34. (Beinahe identisch mit dem Schreiben vom 3. November.) 

696. Don Martin de Cordova ä S. M. 

Vitoria, 4. November. 

Ueber seine Verdienste bei der Beruhigung von Andalucia. 
Pap. 

697. El Condestable ä S. M. 

Vitoria, 6. November. 

Bittet um una plaza de conteno para Bernaldino de Romani. 
Pap. 

698. El Prior Don Antonio ä S. M. 

Toledo, 10. November. 

Encareciendo el grande servicio prestado por D. Francisco de Rojar con el de 
5 cuentos. 

Pap. 

699. Los gobernadores ä S. M. 

Vitoria, 12. November. 

Recomendando ä D. Martin de Velasco. 

Pap. 



Dieses Schreiben findet sich ausführlich, aber vom 4. November datirt, in der Guerra de Navarra, f. 33. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



185 



701. P. Martyr an den Nuncius Vianesio Albergotto (Albergato). 

Valladolid, 13. November. 

Epist. 742. 

702. El duque de lajera ä S. M. 

Navarrette, 10. November. 

Weist die Aufforderung des Kaisers zu besonderer Verpflichtung in Betreff der 
guardia del obispo de Zamora zurück. 

Gaerra de Navarra, Ms. -f. 38. — ■ Ferrer, Apend. nr. XVII. — Pap. Vergl. nr. 717. 

703. Instruction des Kaisers an Jann Haneton zu Wolsey. 

Oudcnarde, IG. November. 

Ueber die Gefahr, welche von Fuenterrabia Navarra und Castilla bedrohe. 

Actenstücke nr. 141. 

704. 

Milano, 19. November. 

Unvermuthete Eroberung der Stadt durch die Kaiserlichen und Päpstlichen. 
Guicciardini XIV. — R. Brown, nr. 369. 

705. El Condestable ä S. M. 

Vitoria, 19. November. 

Que Dr. Palacios Rubios del consejo de S. M. pueda transferir en su hijo los 
300000 mar. de que le hizo merced por sus muchos servicios en el ruaestrazgo de 
Alcantara. 

Pap. 706> 

Calais, 24. November. 

Geheimer Vertrag zwischen P. Leo X., K. Karl und K. Heinrich VIII. 
(Que l'empereur dispose incontinent de son voyaige en Espaigne.) 
Actenstücke nr. 144. — Brewer, nr. 1802. 

707. 

Roma, Villa Maliana, 24. November. 

P. Leo empfängt die Nachricht von der Einnahme von Mailand. Jubel darüber. 

708. Don Juan Manuel an den Kaiser. 

Roma, 27. November. 

Berichtet über die Wirkung des entscheidenden Sieges über die Franzosen. 

Cal. nr. 364. 

709. P. Martyr an den luncius Vianesio Albergato. 

Valladolid, 28. November. 

Epist. 744. (Höfler, P. Adrian VI., p. 385.) 

710. El Marques de Astorga ä S. M. 

Vitoria, 29. November. 

Er beabsichtigte nach Hause zu gehen, bleibe aber auf den Wunsch der Gobernadoren. 
Pap. 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 24 



18(3 



HüFLER. 



711. 

Tournay, 1 . Deceniber. 

Eroberung der Stadt durch den Grafen von Nassau. 

Brewer, nr. 1829. 

712. 

Rom, 1 . December. 

Tod P. Leo's X. Bericht Don Juan Manuels. 
Bergenroth, Cal. nr. 310. — Brewer, nr. 1825. 

713. Gutierre Lopez de Padilla ä S. M. 

Toledo, 1 . December. 

Er sei zehn Monate bei dem Prior gestanden und bitte um die tenencia de Arjona 
(que por la muerte de su padre que la obtenia se hallaba vacante). 
Pap. 

714. 

Lisboa, 2. December. 

Erkrankung des Königs Don Manuel. 

Actenstiicke nr. 493. 

715. 

Tournaj-, 2. December. 

Die französische Festung capitulirt. 
Lanz, Einleitung S. 279. 

716. Der Cardinal ä S. M. 

Vitoria, 3. December. 

Citirt am 5. December. 

717. El Cardenal ä S. M. 

Vitoria, 5. December. 

A 3 del presente respondi ä V. M. particularmente aunque no muy larga a las 
carias que trujo Barcena como creo que al recebir desta habra visto lo que despues 
so ofrece es que los franceses continuamente entienden de reparar muy reciamente ä 
Fuenterrabia y en los reparos della trabajan cada dia mas de mil hombres. Aca habemos 
estado en grande perplejidad y debate, si el ejercito de V.M. saldria en campo 6 no, 
y sobresto he yo siempre insistido diciendo que nuestra gente devia salir en campo 
y para e]lo daba yo tres razonos, la l a que si dejamos fortalecer ä Fuenterrabia la 
repararan de mancra que sera inexpugnable, la 2 a que si aflojamos los franceses robarän 
y destruirän todo esta provincia, y la 3 a que los Lipuzcoanos y Vizcainos enflaque- 
cerian en tanta manera que 6 les seria forzado concertarse con los franceses 6 encerrarse 
en sus cosas y haciendas y dejarlo todo ä destrucion. A esto responden el Almirante 
y el Condestable que les parece conviene mas esperar hasta cerca la primavera teniendo 
guarniciones de gente en S. Sebastian y en otras partes desta provincia y que en este 
intorin sc entienjda en proveer de mueha gente y dinero y estonces venir de golpe 
con muy buen poder y ejercito y topar con los franceses y echarles de aca y aun si 
fuere menester entrarlcs en Francia, quo no ponerse ahora en campo questamos en 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



187 



invierno y que no se podria hazer nada ä esto, he replicado que todavia cumple enviar 
gente azia Fuenterrabia y que en ninguna manera conviene que nos volvamos ä Castilla, 
ca con nuestra ida nos procurariamos grandisimo odio en estos reinos, y aun los Lipuz- 
eoanos y Vizcainos desespararian de manera que peligrarian ellos y toda aquella tierra 
de perderse, segun dicho es, y aun sobresto les dije mil eosas y tambien aparte al 
Comendador mayor de Castilla diciendole que no debiamos dejar de tentar cosa que 
se pudiese hacer y viendome los dielios Almirante y Condestable tan determinado en 
esto se an enfiado en tanta manera, que secretamente firmaron ambos cartas para todos 
los grandes y eaballeros que avian sido llamados para que los que estan en Camino se 
vuelvan y los otros que no eran aun partidos se esten en sus casas, y asi se vuelven 
y se detienen todos y no vienen. El conde de Benavente era ya llegado cerca de 
Burgos y hase vuelto por lo que le escribieron de manera que veo las cosas encami- 
nadas de tal suerte que tenemos bien menester el ayuda de Dios y de rogarle las en- 
camine ä mejor estado de lo de hasta qui. A D. Beltram de la Cueva han fecho capitan 
gener al y se le an asentado por dia 20 duc. lo eual ha aceptado con mucho trebajo. 

En lo suso dicho tienen razon los Almirante y Condestable en una sola cosa que no 
tenemos tanto dinero cuanto es menester y dicen que entre tanto se podra buscar prestado 
ö vendiendo algo de lo de V. M. ö por repartimiento tambien no podemos por la mala dis- 
pusicion del tiempo enviar tanto bastimento cuanto seria menester por im grueso ejercito. 

Ahora ä 12 deste recebimos cartas de Cataluna y con esta va otra para V. A. en 
que nos dicen, que los franceses entran por dos partes daquel principado muy recia- 
mente y que tenian ya cerrado ä Puiycerdan, y con harta apretura y nos piden socorro 
de gente y dinero el cual no tenemos, pero hase concertado que se envie alla la 
capitania de D. Diego de Mendoza 6 otra gente hasta cumplimiento de 200 lanzas y 
tambien procuraremos que lo de Valencia se acabe de asentar y que el Don Diego se 
vaya luego a aquella frontera. 

El Prior D. Antonio ha reducido k Toledo ä obediencia y servicio de V. M. so 
ondiciones poco honestas ä V. ]\J. y ä su Real preeminencia segun que los capitulos que 
van con este despacho, lo podrä mandar ver, pero ä todos ha parecido que para echar 
ä los franceses destos reinos y para haber la gente que stuvo con el dicho prior, con- 
venia mucho concertarse con Toledo aun que fuese con desaventaja por que D a Maria 
Pachcco tenia trato con los franceses de lo cual el conde de Miranda tiene 
presos en Pamplona ä dos de los mensaieros que ella enviaba a los franceses 
y para que esto concierto se hiciese sihzid (sie!) siempre insistia y persuadia que se 
otorgase toda cosa k Toledo y asi cierto habemos otorgado capitulos muy exorbitantes 
dando pleno poder al dicho Prior para toda cosa y enviandole los capitulos que quisie- 
ramos que se concertaran, le dimos orden que aunque algo los alargase, que no menos 
los habriamos por firmes y valederos pero el Prior se alargo y les . . . tanto que ya 
el Almirante comienza a blasonar por ello y si ahora se entendiese en retratar aqucllo, 
pareceria escandaloso y pernicioso a todo el reino, los que aconseiaban que se retirase 
el ezercito de Toledo no concertado lo de aquella ciudad bien me pareciera e yo viniera, 
y me conformara con ello si aquello se pudiera hacer sin grandisimo peligro de sedicion 
y nuevo levantamiento de las otras ciudades. 

Ahora platicamos con los Alemanes que se dice son 5000 6 6000 los cuales estan 
en Fuenterrabia y en otros lugares alla vecinos con los franceses k que quieran pasarse 

24* 



188 



Höflee. 



ä nosotros prometiendoles en nombre de V. M. remision de todos sus crimines que contra 
V. M. han coruetido y aun perdon de inuertes y de otros destierros y penas prometien- 
doles tambien de darles presto paga doble y ä mas desto de darles segura la salida 
destos reinos cuando quisieron volverse ä esa tierra y todo esto susodieho en caso que 
se vengan muchos juntos. No sabemos lo que Dios dispondrä en este caso. 

Ä 13 deste. se nos ha escrito de S. Sebastian como el exercito de los franceses se 
rehace de nueva gente que les viene y de vituallas esperando oportunidad de tiempo 
enxuto con ellas 6 en otra manera para entrar y que endenden de entrar en esta 
provincia por muclias partes y aunque se puede guardar S. Sebastian, todo el resto 
desta provincia por la mayor parte se destruira 6 se reducira ä obediencia del rey de 
Francia, asi que vea V. M. si convendra que se haga alguna tregua 6 paz para que en 
su ausenia no se pierdan ni se destruyan tantas cosas, ca allende de la falta que ay 
de dineros, esta tierra esta muy estreclia de bastimentos y los caminos son tales que 
no hay bestia que pueda pasar cargada por ellos. D. Beitran de la Cueva es ido 
ya ä S. Sebastian. 

Muclias veces he suplicado ä V. M. tubiese por bien de mandar proveer ä M. Joan 
Rena de algun buen beneflcio eclesiastico que cierto el lo merece y sirve fidelisimamente 
en Pamplona con gran industria y solicitud y aunque ahora yo le avia consentado pro- 
metiendole que suplicaria ä V. M. que en caso de vaeacion de alguna buena cosa le 
prefiriese V. M. a otros que no tan fielmente le servian, me parece que por induccion 
de uno de los principales mostraba querer dejar ä Pamplona dando muchas senales de 
enoio que habiendo servido muchos afios no ha alcanzado ni habido remuneracion 
alguna y para contentarle y hazer que no dejase ä Pamplona ä 12 deste le consigna- 
ron por ayuda de costa cada aiio 200 ducados hasta tanto que V. M. le haya proveido 
de algun beneficio 6 beneficios, ä esto no ose contradecir para que en esta coyuntura de 
tiempo no se le estorbase ni alargase la buelta del Joan Rena a Pamplona que es alli 
muy necesario. 

Ya he escrito ä V. M. los respectos que tienen el Almirante y Condestable en dilatar 
lo del exercito fasta cerca la primavera porque dicen que para tomar ä Fuenterrabia 
no hay otro medio sino que poderosamente entre en Francia entienden de juntar al dicho 
tiempo grueso esercito, ca sino se cobra Fuenterrabia, crea V. M. que se perderia toda 
Guipuzcoa y Yizeaya, y para esto dicen es menester que V. M. envie luego 4000 Ale- 
manes muy buenos y que tambien seran menester 500000 ducados y que para haberlos 
acucrdan de buscar emprestados los que pudieren y que para sacar los otros tomaran 
dinero ä interese sobre las rentas Reales adelantadas, y que si desta manera no se 
pudieren hallar fasta cumplimiento de los dichos 500000 duc. venderän algunas cosas 
de la Corona Real y asi parece ä muchos que V. M. debe rogar al Rey de Portugal le 
empreste 100000 duc. lo cual creo hara a V. peticion de muy buena voluntad. 

Estas provincias de Guipuzcoa y Yizeaya por que no tienen pan ninguno y casi 
todo el que tenian han gastado asi en socorrer ä Navarra como ahora en su defensa 
contra los franceses nos piden socorro de pan y dimosle hasta 1400 hanegas 6 cerca, 
pero poco es este remedio por quo no ganan nada por mar y han menester entre- 
tener continuamente alguna gente ä su costa, y ahora es imposible sacar pan de Castilla 
que baste para todo el exercito que se liiciese si tambien habemos de proveer ä las dichas 
provincias y allende desto es forzado que a los soldados demos el trigo y levada mas 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



189 



barato de lo que ä nosotros cuesta por el grande gasto que se haee en el traer, por que 
otramente no se podrian entretener los soldados, de manera que V. M. pierde en el 
trigo y levada casi la tercia parte y asi sera bien y conviene que V. M. provea que 
los ingleses traigan pan en buena cantitad ä S. Sebastian 6 a Laredo ö lo envie de 
Flandes con harta municion de armas porque de otra manera ä muchos parece imposible 
haber bastimientos paral exercito de aca y para que sea V. M. informado del precio, 
dase a los soldados el hanega de trigo ä siete reales y la de la levada k 3 reales y 
medio y sino se provee suficientemente de bastimientos havemos muy grandes gastos 
en juntar exercito y despues se deshara por falta dellos, como hastaqui hemos feclio 
gastos sin provecho y perdimos ä Fuenterrabia por no haberles socorrido en su tiempo 
de vituallas y de gente. 

Mucha alteracion tengo aqui con los Almirante y Condestable cuando reuso 1 de 
consentir en mercedes que ellos quieren hacer asi a monasterios como ä personas que 
les parece, segun que ä 20 del presente acaeciö por que no quise firmar una carta de 
50 hanegas de pan para un monasterio pobre allegandoles yo las necesidades deste 
tiempo por las cuales no podemos pagar las deudas legitimas las cuales de razon 
devrian ser antes pagadas que hiciesemos limosinas y el otro dia pensando yo haber 
sido dadas ä dos monasterios 60 hanegas, fueron 600. Tambien dieron ellos sin mi 
consentimiento al monasterio de Roncesvalles 50 cargas de pan el cual monasterio 
entiendo que siempre estuvo y esta afectado ä los franceses y ahora me enviö a rogar 
el Condestable que no enviase al Almirante en esto de las limosinas ä lo cual le 
respondi que me conformaria con el con proposito de pagar ä V. M., lo asi dado en caso 
que se descontase y no fuese servido dello. 

El otro despacho que vä con esta se enviö muclias dias ha, y ä causa del tiempo 
y de algun seguimiento de los franceses ha vuelto dos veces al puerto y asi que no se 
maraville V. A. si cuando alla legare fuere algo vicio. 

Lo de hasta qui escriviö en el mes pasado de Noviembre y despues han venido el 
conde de Onate y Sancho Martinez de Leyba y Qarate criado del Secretario Covos 
y he visto las cartas que generalmente mande escrivir ä los otros gobernadores y ä mi 
por los cuales y por la relacion dellos havemos entendido particularmente todo lo que 
alla ha pasado y aunque las nuevas no sean tan prosperas cuanto querriamos, recebimos 
merced de saber continuamente lo que alla se ofrece, plega Dios de lo guiar todo 
como cumple ä su S° servicio y al de V. M. 

AI 2 del presente el Almirante muy enoiado dij<5 al Condestable y ä mi que V. M. 
le avia mandado que por ciertas causas tocantes ä su servicio luego depositase en manos 
del obispo de Oviedo la villa de Ampudia y algunas otras cosas que en deposito tiene, 
diciendo no ser razon alzar el las manos dellas hasta que ä el y ä sus subditos sean 
satisfechos los daftos que recibieron como en Torrelobaton y en otras partes y crecele mas 
el envio por que entiende que V. M. quiere vender las dichas cosas al Conde de Bena- 
vente y que sobrello ya ha recibido cierta suma de dineros. A mi parecer no conviene 
provocar al Almirante por ahora ca . . . . desdichadamente y con harto poca providencia 
se hacen nuestros negocios y no es menester acrecentar mas nuestras imperfecciones, por 
eso sera bien y conviene que V. M. con el primer correo que venga le aplaque y contente. 



recuso. 



190 



Höfler. 



Ya V. A. habrä visto • lo que le escribo arriba sobre los capitulos de Toledo, de 
los cuales los primeros son muy males y los otros no buenos y como muchas veces 
tengo otro en el eonsejo no tubimos poder de otorgar los unos ni los otros, pero el 
prior despues de perdida Fuenterrabia por necesidad los concediö y ä mi me des- 
plaze mucho que con peligro de recaer Toledo ä los mesmos yerros los rehusemos de 
confirinar aunque nullamente muehos dellos como scrive el Prior despues de fecha la 
concordia por nuevos delitos se lian fecho indignos del beneficio de la primera paz 6 
concordia. Sospechan algunos que hay algunos que no huelgan de la paz de todo el 
reino aunque antes con mucha diligencia la solicitaron no reusando ninguna cosa que 
pudiese aprovechar para ella. 

Trabajamos aqui con toda diligencia para hallar dineros para el exercito que enten- 
demos de hacer para el verano que viene, pero los mas cuerdos no tienen ninguna 
esperanza de victoria si para el Marzo 6 antes no tubieremos 2000 Alemanes aunque 
yo poca ninguna esperanza tengo de la vitoria sin la presencia de V. M. para aquel 
tiempo maravillas haremos con palabras mas en cuanto ä la obra nos impidira ö 
nuestra pereza ö otra intencion no buena, Creame V. M. que el Rey de Francia no 
le hace tan danosa guerra que nosotros, no se, la hagamos mas fiera. 

Segun estoy informado de ciertos fieles servidores de Pamplona los franceses se 
arrepienten por no haber combatido ä Pamplona cuando tomaron a Fuenterrabia por 
que piensan e yo lo creo que con la misma facilidad la tomaron como la otra vez, y 
dicese por cierto que no esperan otra cosa que la oportunidad del tiempo para pasar 
ä Pamplona. Muchas veces he escrito a V. M. que muehos piden mercedes que merecen 
tormentos si V.M. tubiese por bien que yo le fuese ä ver, con mas certenidad podria 
conocer los unos y los otros. 

El Marques de Villena nos ha escrito por cartas de 22 Noviembre instandonos que 
tornasemos azia Castilla para tratar sobre exercito que se ha de hacer contra los fran- 
ceses para lo cual diz que todos los grandes devrian ayudar con dineros y con gente 
a lo menos hasta el tiempo que V. M. estubiese fuera destas necesidades, no se lo que 
se hara, la conjuncion de las planetas pasadas siempre suele significar males y muehos 
piensan que lo mesmo seria del ayuntamiento de nuestros grandes. 

El conde de Luna es ya contento de aeeptar por el servicio de V. A. el cargo de 
Sevilla y nos ha dicho que luego pasada la fiesta de los Heyes se partira por aquella 
eiudad. El conde de Miranda me ha dado el memorial quo va con esta sobrel socorro 
que diz que enviö dende Pamplona ä Fuenterrabia y aunque lo hizo con buena voluntad 
todavia me tengo mas ä otro memorial que Gomez Pedrucha el cual por su voluntad 
y servicio de V. A. estuvo dentro della, me le diö sobrello y tambien va con esta, 
pet'o no obstante esto sera bien que V. A. de gracias a dicho Conde de la buena dili- 
gencia que diz que tuvö en ello. 

El obispo de Zamora pide y suplica ä V. A. con toda instancia perdon y miseri- 
cordia y dice quo si V. M. le hace merced de perdonarle quo fielmente entendera de 
enmendarse y servir a V. A. como lo hizo al rey 1). Felipe y a otros predecesores de 
V. M. El duque de Najera responde a V. A. lo que vera por la que va con esta 
acerea lo del pleite menaie. El Dean de Balamanca tiene exencion de N. muy 8° Padre 
<le mi jurisdicion e yo aeabadö con el que renunciase a ella dandolo esperanza que 
V. A. so habria bien con el en lo de su perdon, V. M. lo mande ver escrivirme de 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



191 



los medios que para este perdon se liabran de tener que tampoco no tiene ningun 

beneficio que no tenga su padre ä ellos regreso y en caso de privacion no habria de 

que aprovecharse dellos a causa del diclio regreso. 

Ya V. M. conoce la fidelidad y esperiencia de Lope Hurtado de Mendoza y cuanto 

es para servir y pues en su persona y buenos meritos cabrä toda honra y buen trata- 

miento, cuanto puedo suplico ä V. A. tenga por bien de le recibir y servirse del para 

su camara y cuando no fuese servido de acrecentarle por ello salario sea con la mesma 

quitacion que ahora tiene que en verdad por los respectos susodichos y por lo que el 

mesmo Lope Hurtado merece y le debo lo recibre en merced de V. M. cuya vida y 

Real estado N. 8 or luengamente guarde con toda prosperidad. 

Votre tres humble serviteur . ~ n . -r, . . . . 

A. Lardmali JJertusensi (sie). 

Ya ha dicho algunas palabras contra esto los cuales no es licito hablar ni escri- 
birlas perö ä mi parecer V. M. se debe reservar plena y libra dispusicion deste obispado 
hasta en tanto que sea en estos reinos sin estar aprendado a nadie sobre ello para 
que antes que con indignacion de animo el reino no vaya con otros tumultos ni levanta- 
mientos nuevos con esto puede V. M. ver que cosa es otorgar algo ä grandes que 
si despues se les quita luego parece que por aquello han de suceder mil escandalos. 

(Ein ,parrafo', der wahrscheinlich zur Mittheilung der Aeusserungen des Almirante gehört.) — Pap. 

718. 

Oudenarde, 6. December. 

Protestation K. Karls gegen K. Franz I. 
Brewer, nr. 1835. 

719. El Cardenal a S. M. (Estratto.) 

"Vitoria, 7. December. 

Que liabia reeibido una carta del Duque de Najera pidiendo se pagase ä sus sol- 
dados los dafios que reeibieron en Torrelobaton cuando la tomaron los de las comuni- 
dades y que se maravilla de que se hiciesen tales gestiones siendo asi que nias bien 
merecian castigo que remuneracion alguna. Que convenia que la causa de Luis de Quin- 
tanilla se examinase en el consejo de las ordenes teniendo presente la buena voluntad 
y deseo de servir ä S. M. que mostraba y que nadie como el merecia su perdon por 
que cuando el cerco de Fuenterrabia (?) tratö de introducirse alli con su hijo y no habiendo 
por su perdida podido tener efecto y creyendo que los franceses irian luego h S. Seba- 
stian se fueron ä meter alli padre e liijo para defenderla. Que por ser el secretario 
Castaneda tan buen servidor de S. M. y no habersele beclio merced alguna ä pesar de 
tenerla tan merecida, le suplicaba que al menos mandase se le igualase el salario al 
de los demas secretarios. Que pro haber servido tan bien en las cosas pasadas y pre- 
sentes D. Francisco Osorio Labia consentido en que se le proveyese de una capitania 
de gente de cavallo con la condicion de que no se le asentase en libros ni por ella se 
le diese salario alguno, pero que tanto por ser diclio D. Francisco quien es como por 
respeto del Marques de Astorga se le debia confirmar en la capitania con el salario asi- 
gnado ä la misma. Que al Almirante le parecia una cosa abominable que el obispado de 
Osma se sacase de su casa, habiendose prometido al hijo de D. Juan Manuel, y no 
al de T). Hernando Enriquez. Que la tresoreria de la iglesia de Granada les parecia 



192 



Höfler. 



que debia proveerse en el lic do de Frias, cuya presentacion enviaba. Que el lic° Aguirre 
merecia que S. M. le escribiese agradeciendole sus servicios. Que D. Alonso de la Cueva 
que tanto se distinguiö en tiempo de las comunidades prendiendo ä D. Juan de Padilla 
y entregandole ä los gobernadores con la esperanza de que se le pagaria su rescate, 
creia que debia ser remunerado y que asi se lo suplieaba. Que el conde de Siruela 
que tambien se habia distinguido mucho merecia asi mismo ser recompensado por la 
orden de Santiago, cuyo habito tenia hacia muchos afios. Que D. Juan de la Carra, 
ä quien cuando los franceses entraron en Navarra saquearon su casa y cuanto tenia en 
Arcos, deseaba mucho el habito de Calatrava ö de Alcantara y que suplieaba le hiciese 
merced de alguno de ellos. Que Cristobal de Samaniego, Aposentador de S. M., ä quien 
por sus buenos servicios se encomendö en deposito la hacienda de un Alonso Mexia vecino 
de Segovia y despues el obispo de Oviedo se la quitö dandosela ä otro con acreedor 
ä la merced de 300000 mrs. en dicha hacienda. Que hallandose vacante una canongia 
en la iglesia de Malaga habian presentado al B r German Ugarte, procurador fiscal en 
el consejo de la general Inquisicion y capellan de S. M. cuya provision le suplicaban 
confirmase. Que al Alcalde Leguizamo que no habiendo reeibido remuneracion alguna 
de sus muchos servicios se le entregö en deposito cierta hacienda de Orozco, se le debia 
escribir y hacerle merced de ella. Que Esteban de Garret Arcedeano de Tortosa deseaba 
obtener de S. M. cierta carta acerca de la posesion del priorazgo de S a Ana en Barce- 
lona, a cuya solicitud le suplieaba accediese, del mismo modo que a la del Lic° de Lugo, 
Corregidor de Valladolid, que deseaba un regimiento en Salamanca y la Conservaduria 
del E studio de la misma ciudad, y a la del Lic° Alarcon, relator del consejo, pidiendo 
ser solicitador de S. M. 6 Alcalde de Chancilleria. Que ä D. Alonso de Ayala tambien se 
le debian remunerar sus muchos servicios. Que mediante ä que Pero Vazquez de Avila, 
criado del confesor de la Reina, no podia por justo impedimiento servir la capellania 
de que por recomendacion de aquel se le habia hecho merced, se dignase reeibir a Juan 
de Cosantes, que tambien iue" criado del dicho confesor. Que a D. Alonso de Castilla 
del consejo de S. M. que pertenecia al estado eclesiastico se le debia remunerar con 
alguna de las muchas vacantes que habia en la iglesia. 
Pap. 

720. 

8. December. 

Carta del Lic° Polanco al Emperador exponiendole que los gobernadores han dado 
algunas gracias y mercedes ä caballeros y otras personas que le han servido a S. M. en 
las alteraciones pasadas y que igualmente despues han dado muchas otras provisiones 
excediendose de la instruccion de S. M. en vista desto le ruega que declare si debera 
ö no senalar absolutamente todas las cedulas y provisiones. 

Guerra de Navarra Ms. 

721. Bericht Diego Hurtados ä S. M. 

Vitoria, 9. December. 

Del concierto de Toledo y lo que en ello ha sucedido en dilatar la confirmacion 
vetä \ . M. por las escrituras que el Cardenal envia y asi mismo el concierto de Valencia 
por La carta de D. Diego de Mendoza, no se otra cosa de que dar quenta a V. M. por- 
que a lo que aqui se sabe todas las eibdades que estovieren rebeladas estän agora muy 



Zur Kritik und . Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



193 



sujetas a las justicias que tienen quanto Toledo que estä por la horden que se escribe, 
mas dilatandose la venida de V. M. paresce cosa ymposible estar ninguna cosa en su ser 
especialmente la justicia ni la hacienda de V. M. 
Guorra de Navarra. Ms. 

722. Meneses de Bobadilla ä S. M. 

11. December. 

Bringt seine Verdienste bei dem „levantamiento de Burgos contra las comunidades 
en lo de Villalar en la entrega de Juan de Padilla ä los gobernadores" in Erinnerung. 
Guerra de Navarra. 

723. Die Gobernadoren an den Kaiser. 

Vitoria, 12. December. 

Empfehlen den Don Martin de Velasco. 
Pap. 

724. 

London, 12. December. 

Der Bischof von Badajoz, kaiserlicher Gesandter bei K. Heinrich, berichtet über 
die Audienz bei Letzterem. 
Actenstücke nr. 151. 



725. Der Bischof von Badajoz an die Gobernadoren. 

London, 12. December. 

Ueber denselben Gegenstand. 

Actenstücke S. 491. 

726. 

Lisboa, 13. December. 

Tod K. Emanuels von Portugal. Königin Leonore Witwe. 
Osorio p. 366. Earroso, Actenstücke nr. 152. 



727. 

Koma, 13. December. 

Ankunft des Cardinais von Medici. 
State papers III, 2, p. 1890—1892. 

728. 

Oudenarde, 13. December. 

Instruction für die kaiserlichen Gesandten in England. 
Actenstücke nr. 153. 



729. Der Bischof Guidolotto an den Herzog von Urbino. 

Roma, 13. December. 

Ueber die Schulden P. Leo's (800.000 Dukaten). 

Petrucchi della Gattinara, Hist. diplom. des conclaves I, p. 512. 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIIf. Ed. 25 



194 



Höfler. 



730. P. Martyr an die Marquesen. 

Valladolid, 13. December. 

Eroberung von Tournay und Mailand, 
üp. Epist. n. 747. 

731. 

Gant, 16. December. 

Erklärung K. Karls zu Gunsten der Papstwahl Wolsey's. 

Brewer, ur. 1876, 1880. 

732. Don Beitran de la Cueva ä S. M. 

San Sebastian, 18. December. 

Die Festung sei gut verwahrt und eine venetianische Galeere genommen. 

Guerra de Navarra. Ms. 

733. Der Bischof von Badajoz an den Kaiser. 

London (?), 19. December. 

Cardinal Wolsey habe sich bereit erklärt, das Papstthum zu übernehmen. 
Brewer, nr. 1884. Lanz, Einleitung S. 250. 

734. K. Karl an den Bischof von Badajoz. 

Gant, 20. December. 

Die Reise nach Spanien hänge von der Geldfrage ab. 
Brewer, nr. 1887. 

735. Der Bischof von Badajoz an den Kaiser. 

London, 24. December. 

Erklärung Wolsey's in Betreff des Papstthums. 
Brewer, nr. 1892. 

736. 

Tordesillas, 25. December. 
In der Christnacht heftiger Ausbruch des Wahnsinns der Königin. 

Bergenroth, p. 401. 

737. 

Roma, 27. December. 

Beginn des Conclave. 
Höfler, P. Adrian VI., p. 80. 

738. K. Karl an den Bischof von Badajoz. 

Gant, 27. December. 

Er könne ohne englische Hilfe den Franzosen nicht Widerstand leisten. 

Brewer, nr. 1905. 

739. Der Herzog von Alba an die Königin Katharina. 

Vitoria, 28. December. 

Bericht über Spanien. 
Brewer, nr. 1909. 



Zur Kritik und. Quellenkunde der ersten Regierungsjaiire K. Karls V. 



195 



740. El Almirante ä S. M. 

Vitoria, 28. December. 

Recomendando ä Anton Enriquez. 
Pap. 

741. El Licenciado Polanco ä S. M. 

Vitoria, 28. December. 

Da die Gobernadoren durch Provisionen ihre Instruction überschritten hatten, möge 
der König darüber eine Erklärung abgeben. 
Pap. 

742. Der Bischof von Badajoz an K. Karl. 

London, 29. December. 

Bericht über Heinrich VIII. 
Brewer, nr. 1913. 

743. Los gobernadores ä S. M. 

Vitoria, 29. December. 

Pidiendo la libertad de Luis de Quintanilla. 
Pap. 

744. Diego Hurtado ä S. M. (Estratto.) 

Vitoria, 29. December. 

Manifestando las dificultades de las comunicaciones por mar. Que por no hallarse 
persona tan diligente ni ä proposito como Juan de Barcia para llevar ä S. Sebastian 
las 10000 fan^ de pan que eran alli tan necesarias, pero que tendria efecto dentro de 
8 dias. Que los gobernadores siguen unidos y conformes trabajando cuanto pueden en 
la gobernacion del reino. Que los grandes han sentido mucho la perdida de Fuenter- 
rabia y que viendo que para recobrarla no se podia hacer nada durante el invierno, se 
han marchado ä sus casas con el proposito de volver tan pronto como se les Harne, 
siendo muchos los que habian escrito que tomarian esta causa por suya sin esperar el 
sueldo de S. M. especialmente el Marques de Villena que dice debian juntarse todos 
los grandes de Castilla y de Andalucia, y que por si esto llegaba k suceder deseaba 
que S. M. le manifestase su voluntad. Que lo que de todos modos urgia, era obtener 
dinero, bien fuese de las rentas de S. M. del ano venidero 6 de lo que se debe de la 
cruzada y del servicio, como tambien vendiendo los juros, para todo lo cual le supli- 
caba enviase la facultad que se necesitaba. 

Pap. 

745. Meneses de Bobadilla ä S. M. 

Vitoria, 29. December. 

Der Kaiser möge bei Besetzung der nuevas capitänias an ihn denken. 
Pap. 

746. K. Karl an den Bischof von Badajoz. 

Gent, 30. December. 

Schreiben über Unterhandlungen der Franzosen. 
Brewer, nr. 1915. 

747. El Conde de Benavente ä S. M. (Estratto.) 

Benavente, 30. December. 

Que convencido Pedro Maldonado del deservicio que hizö ä S. M. en tiempo de 
las comunidades deseaba emmendarle sirviendo en cuanto se ofreciese con motivo della 



196 



HöFLER. 



guerra con Francia y que por lo tanto suplicaba se le sacase de su prision en Siruancas 
en el concepto de que acreditaria su lealtad en la frontera tan bien 6 mejor (que) otros 
que se hallan en su caso. 

Pap. 

748. Don Beitran de la Cueva ä S. M. (Estratto.) 

San Sebastian, 30. December. 
Que con motivo de esperarse en aquel punto el ejercito de los franceses habia 
pasado a el de orden de los gobernadores en donde procuraria prestar nuevos servicios 
ä S. M. Que por algunos avisos que tenia de Francia .sabia que venian de refrezco 
Suizos 6 Alemanes para aumentar el ejercito frances y que por lo tanto convendria que 
S. M. mandase formar aqui otro ejercito que procurase resarcir ä los Guipuzcoanos del 
dano que recibiesen en Fuenterrabia. Que con motivo de decirse tarn bien que en la 
Rochela se aparejaba gran armamento por mar y de la falta de navios para resistir los 
de los enemigos habia puesto la mayor diligencia para tomar una galera de Venecia 
que se acercö ä media legua del aquel puerto por que contribuyese a la resistencia que 
se preparaba. 

Pap. 

749. El Arzobispo de Granada ä S. M. (Estratto.) 

Burgos, 30. December. 

Que estos reinos estaban en Camino de acabarse de perder muy pronto y que solo 
la venida de S. M. podria remediarlo y esto con mucho trabajo. Que no escribe las 
particularidades por donde el reino se pierde por que no aprovecharia, pues desde alla 
no se puede proveer de verdadero remedio como parece por lo proveido hasta ahora 
que antes ha danado que aprovechado. Que se acuerde S. M. de que cuando heredö estos 
reinos, los hallo' muy prosperos y gobernados con mucha justicia y que ahora todo les 
faltaba estando como enfermo que ha recibido la estrema uncion. Que podria ser 
que con la muerte que se decia del rey de Portugal no faltasen pensamientos no buenos 
ä muchos malos. Que el consejo hacia muchos dias que no estaba con los gobernadores 
y que lo decia por que si algo hubiere bueno no queria gracias de ello, y si malo, 
suplicaba a S. M. no le imputase culpa pues hacia tanto tiempo que estaba apartado 
de los negocios. 

Pap. 

750. Contarini an die Signoria. 

Gent, 30. December. 

Die Kaiserlichen warteten den Erfolg der Papstwahl ab. 

Brown, nr. 382. 

751. El Condestable a S. M. 

Burgos, 31. December. 

Que se hagan ciertas mercedes ä D. Pedro y D. Bernardino de Areleano. 
Pap. 

752. El Almirante-Conde ä S. M. 

Tordesillas, 31. December (1520?). 
Bittet für Valdcs, capitan de la guardia, um den habito von Santiago. 
Pap. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



197 



753. Instruction del Marques de Denia ä D. Hernando de Tovar 
de lo que en su nombre habia de decir ä S. M. (Estratto.) 

Tordesillas, 31. December. 

Que no habiendo sido castigados los deservidores de S. M. convenia que el Arzo- 
bispo de Granada 6 uno de los de su cönsejo se informase de las culpas de cada uno 
y procurase su castigo. Que el ama de la S ra Infanta y su marido el Camarero habian 
sido muy culpados que no convenia estubiesen alli. Que luego que el Marques y la 
Marquesa salieron de Tordesillas, la niuger de Quintanilla y los capitanes y procura- 
dores trataron de inducir ä la Infanta a varias cosas que no convenian ä su servicio y 
que despues los que hubieran podido poner algun remedio, no habian hecho otra cosa 
que perturbar su espiritu prometiendo casarla en Portugal y ponerla casa, por lo que 
creia que S. M. debia escribirla que apartase de si las personas que los Marqueses le 
indicasen y que quando de ellos tubiese alguna queja, lo pusiese en noticia de Su M. 
para que lo remediase. — Que suplique a S. M. mire por su liacienda que estä per- 
dida, de lo cual no debia maravillarse puesto que ä pesar de haber sido los reyes cato- 
licos tan sabios y prudentes, estubieron en el mismo error, habiendose visto obligados 
ä encomendar sus intereses ä distintas personas de las que hasta entonces los habian 
manejado. Que haciendo justicia de los culpados podria satisfacerse de sus hacien- 
das ä los buenos servidores resarciendoles de los dafios que hubieran recibido, por- 
que si de la Corona se hubieren de hacer todas las indemnisaciones que exigia la justicia, 
costara mucho 6 se tendria discontentos a todos. Que la casa de Niebla fue siempre 
muy leal ä S. M. y que en los alborotos de Sevilla los duques le sirvieron mucho, 
habiendoles sin embargo mandado salir de alli aunque de diferente manera que al 
duque de Arcos, en consideracion k que ä pesar de suponersele buen servidor tambien 
de S. M. se creyö que debia haber alguna deferencia en el tratamiento. Que los mas 
de los guardas de la reina habian errado en las cosas pasadas, siendo de ello la causa 
principal que como el capitan es viejo carece de la energia necesaria para el mando, 
por lo que convenia reemplazarle con D. Hernando de Tovar con el salario que su per- 
sona y sus servicios merecen. Que lo mucho que el Marques trabajö en Burgos, fue por 
la que aquella ciudad se sometiö ä S. M. y que escedian de seis mil duros los desem- 
bolos que habia hecho. Que S. M. debia mandar que los oficios de justicia se pro- 
veyesen con el parecer de su consejo. 

Pap. 

754. P. Martyr an den Grosskanzler. 

Valladolid, 31. December. 

Est Gallis arma tenentibus impossibile Christianorum quenquam posse quiescere. 
Epist. 748. 

755. 

Salvatierra, 31. December. 

Diego Martinez de Alava, deputado general de la provincia, ciudad de Vitoria y 
hermandades de Alava, dankt für die Ernennung zum Alcalde und tenedor de la villa 
y fortaleza de Salvatierra, die er gegen Don Pedro de Ayala vertheidigte. 

Guerra de Navarra. Ms. 



198 



Höfler. 



S c h 1 u s s. 

1. Ich habe mich bei den unzureichenden Behelfen, die mir zu Gebote stehen, lange 
vergeblich bemüht, den Grad der Erblichkeit gewisser hoher Stellen, des Almirante und 
des Condestable von Castilien, ausfindig zu machen. Der Adel nahm in diesem König- 
reiche eine ganz eigene Stellung ein, wie wir Aehnliches nur in England im letzten 
Jahrhunderte der Plantagenet wiederfinden, wo aus den Vermählungen der Descendenten 
Eduards III. (f 1376) eine Unzahl von Familien sich bildete, die mit dem königlichen 
Hause in verwandtschaftlichen Beziehungen standen. Da die castilianischen Könige bei- 
nahe regelmässig sich mit Frauen aus dem castilianischen Adel vermählten oder mit 
Castilianerinen in aussereheliche Verbindung traten, die Bastarde aber mit den recht- 
mässigen Kindern zusammen erzogen wurden und der Makel unehelicher Geburt dadurch 
sehr vermindert wurde, gestalteten sich in Castilien ganz eigenthümliche Verhältnisse und 
wuchs das Ansehen, der Besitzstand und damit die Macht des Adels immer mehr. So 
hatte König Don Alonso (el ultimo, 1311 — 1350) von der Donna Leonor Nunez neben acht 
Söhnen den Don Fadrique de Castilla, welcher mit 20 Jahren Grossmeister von San- 
tiago, aber auf Befehl des Königs Don Pedro ermordet wurde (29. Mai 1358). Er 
hinterliess zwei Söhne und eine Tochter, Beatrix, welche ihren Bruder Don Fadrique, 
conde de Trastamar und Condestable, beerbte und diese Erbschaft ihrem Gemahl Don 
Pedro Alvarez Osorio zuwendete. Der andere von den Söhnen Don Fadrique's — von 
der Frau seines Haushofmeisters — war Don Alonso Enriquez, so genannt nach dem 
Könige Heinrich III., seinem Oheim 1 (f 1390), der ihn zum Almirante von Castilien 
und Leon erhob. Dieser Begründer des Hauses Enriquez hatte drei Söhne 2 und neun 
Töchter, 3 welche sich mit vornehmen Personen vermählten. Er selbst starb, 75 Jahre 
alt, im Jahre 1429, und nun wurde durch K. Johann II. Alonso's Sohn, Don Fadrique, 
Admiral, in der Reihe der Admirale von Castilien und Leon der fünfundzwanzigste, 
unter den Enriquez der zweite. 

Don Fadrique, welcher sich zweimal verheiratete: einmal mit Donna Maria de Toledo, 
das andere Mal mit Donna Teresa de Quinones, ward durch seine erste Gemahlin Schwieger- 
vater des Königs Don Juan von Aragon, welcher in zweiter Ehe — nach dem Tode der 
Donna Bianca von Navarra — die Donna Juana, Tochter Don Fadrique's, heiratete, und da 
diese Mutter König Ferdinands des Katholischen wurde, ward Don Fadrique Oheim der 
reyes catolicos und erlangte somit das Haus Enriquez eine ganz hervorragende Stellung- 
unter dem spanischen Adel. Von der zweiten Gemahlin Don Fadrique's waren Don 
Alonso, welcher nach dem Tode des Don Fadrique (23. December 1473) Almirante 
wurde; dann Don Pedro Enriquez, Adelantado mayor de Andalucia, Don Enrique Enri- 
que/ (mayor domo mayor de los reyes catolicos) und viele Töchter. Der dritte Almi- 
rante aus dem Hause Enriquez, Don Alonso, wurde durch K. Heinrich IV. (f 1474) 
Almirante. Er hatte von Donna Maria de Velasco aus dem Hause der Grafen von Haro 
zwei Söhne : Don Fadrique, welcher nach dem Tode seines Vaters (Mai 1485) Almirante 



1 Sobrino. Salazar, Origen de las dignidades seglares de Castilla y Leon. 1618 f. p. 09b au tio. p. 88b 

2 Don Fadrique, Don Pedro, der als Knabe starb, und Don Enrique Enriquez, Graf von Albadeliste. 
n Salazar 1. c. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



199 



wurde und diese Stelle 53 Jahre bekleidete (f 1538), und Don Fernando Enriquez, 
welcher durch den König Don Carlos (Karl V.) Nachfolger seines Bruders Don Fa- 
drique wurde. Letzterer heiratete die Gräfin von Modica (in Sicilien), Donna Ana de 
Cabrera, und ist derselbe, welcher die Infantin Donna Juana nach den Niederlanden 
führte, der sich Jimenez bei der Begründung des Milizheeres widersetzte und in den 
Tagen der Comunidades sich so oft durch seinen Widerspruch mehr als durch ener- 
gische That bemerklich machte, — der Verfasser so vieler Briefe und Denkschriften 
an K. Karl V. 

2. Viel später, als das Haus Enriquez zur Würde eines Almirante gelangte, erwarb 
sich das Haus der Grafen von Haro die Würde eines Condestable. 1 K. Heinrich IV. 
erhob im Jahre 1473 Don Pedro Fernandez de Velasco conde de Haro, Gemahl der 
Gräfin Donna Beatrix Manrique, zum Condestable von Castilien, welche erhabene Würde 
denn auch bei diesem Hause blieb. Der erste Condestable starb als Gobernador von 
Castilien und Leon, vier Tage nachdem Granada erobert worden (6. Januar 1492). Ihm 
folgte Don Bernardino de Velasco, erster Herzog von Frias, genannt der Grosse, 
Gemahl erst der Donna Bianca de Herrera, dann der Sennora Juana, wohl richtiger 
Ana de Aragon, Bastardtochter Königs Ferdinand el catolico, nach, so dass also die 
beiden Häuser Enriquez und Velasco mit König Ferdinand verwandt waren. Don Ber- 
nardino starb ohne Söhne im Jahre 1512, und nun folgte ihm als dritter Condestable 
des Hauses Velasco Don Inigo Fernandez de Velasco, zweiter Herzog von Frias und 
Sohn Don Pedros, Gemahl der Donna Maria de Tovar (sennora de Berlangue), nach, 
welcher am 17. September 1528 starb, worauf sein Sohn Don Pedro Condestable wurde. 
Don Inigo Fernandez ist derselbe, welcher die Schlacht von Villalar und Noain gewann 
und dessen Correspondenzen vom Jahre 1521 vor uns liegen. 

3. Da die mitgetheilten Briefe von den angesehensten Personen des Königreiches 
Castilien herrühren und die wichtigsten Angelegenheiten betreffen, so wird über den 
Werth der Sammlung kaum eine zwiespaltige Meinung sein können. Besonders die 
letzten Briefe sind von Wichtigkeit, da sie zeigen, dass, ehe noch der Aufstand der 
Comunidades zu Ende gekommen, in dem selbstsüchtigen und gewaltthätigen Benehmen 
der Granden der Krone eine neue Gefahr drohte. Was Cardinal Adrian über die spani- 
schen Satrapen berichtet, die nur daran denken, die Autorität, die Jurisdiction, das 
Eigenthum der Krone an sich zu reissen, bietet den Schlüssel zu den cönsequenten Be- 
mühungen der spanischen Habsburger, die Krone vom Adel zu emancipiren, während 
das entgegengesetzte oder doch nicht consequent fortgeführte Streben der deutschen 
Habsburger die Adelsr evolution des XVII. Jahrhunderts veranlasste, die den dreissig- 
jährigen Krieg zeitigte. Die Beweise über den Landesverrath der so sehr überschätzten 
Donna Maria de Pacheco, Don Juan de Padilla's Witwe, dürften ebenso überzeugend 
sein als die über das Einverständniss des Don Antonio de Acuna, über dessen früheres 
Auftreten uns übrigens noch manche interessante Belege zukamen, mit den Franzosen. 
Ich traue Gaillard (Hist. de Francois L, seconde edition, revue, corrigee et augnientee) 
nicht weiter, als er selbst den Pfad, den er wandelte, durch Urkunden sicherstellte, die 
er wirklich benützte und citirt. Er lässt z. B. den Bischof von Zamora in einer Schlacht 



1 Lo que antiguamente se Hämo Alferez de el pendon real, es oy el Alferez mayor de Castilla; Alferez mayor de el Key 
el que oy es Condestable. Salazar, p. 131b. 



200 



Höfler. 



umkommen, die er freilich nicht näher angibt, wie Ulloa die Donna Maria de Pacheco 
auf einem Schaffot enden lässt. Wenn aber Gaillard, IL, p. 79 angibt, Donna Maria habe 
selbst an König Franz geschrieben und ihn aufgefordert, Henry d'Albret mit einem 
Heere nach Navarra zu senden, so kann man dieser Angabe, da so viele Zeugnisse ihr 
hochverrätherisches Benehmen darthun, als beglaubigt annehmen und sie dem Zeugnisse 
anderer französischer Schriftsteller beifügen. Was die unselige Königin Juana, Don 
Philipps Witwe, betrifft, so haben die Forschungen, welche ich seit dem Beginn des 
Druckes dieser Sammlung über das Leben des früh verstorbenen Sohnes K. Maxi- 
milians L, König Philipp den Schönen, als König von Castilien der erste dieses Namens, 
unternahm, zu überraschenden Resultaten geführt. Diese wird aber eine eigene Mono- 
graphie über den ritterlichen und viel verkannten Sohn Maximilians bringen, mit dessen 
ereignissvollem Leben ich mich beschäftige, seit Umstände, die ich beklage, aber nicht 
zu ändern vermochte, meiner Thätigkeit als öffentlicher Lehrer ein gesetzliches Ende 
bereiteten. 

Ich überzeugte mich aber sehr bald, dass wie durch ein gemeinsames Einverständ- 
niss Franzosen, Spanier und Deutsche, welche den Parteistandpunkt der Quellenschrift- 
steller zu wenig würdigten, uns von diesem habsburgischen Fürsten, der berufen zu sein 
schien, die spanische Monarchie mit der burgundischen und österreichischen zu vereinigen, 
ein Zerrbild lieferten, das im Interesse der Wahrheit dringend eine Rectificirung verlangt. 
Ganz abgesehen von der bedeutenden Stellung, die der Graf Philipp von Charolais, all- 
mälig Herzog von Burgund, Erzherzog von Oesterreich, Prinz von Spanien, König von 
Castilien, unter den Zeitgenossen einnahm, möchte man sich eher darüber wundern, dass 
nicht er, einer bis zum Wahnsinn störrischen und eifersüchtigen Frau gegenüber, den 
Verstand verlor, als dass Donna Juana, alle Gründe der Beruhigung zurückweisend und 
auf fixen Ideen verharrend, dem Irrsinn verfiel. 

Wenn ich hier auf die Geschichte König Philipps verweise, weil sie die Frage 
über den Grad der Zurechnungsfähigkeit der Tochter der reyes catolicos, wie ich glaube, 
endgiltig losen wird, sei es mir gestattet, noch eine allgemeine Bemerkung über die 
spanische Geschichte im Anfange des XVI. Jahrhunderts hier einzuschalten. 

4. Bekanntlich wurde das ganze XV. Jahrhundert an der Reformation der Kirche 
von den verschiedensten Seiten aus gearbeitet und haben die verschiedensten Völker, 
Griechen, Slave'n, Franzosen, Spanier wie Deutsche an dieser Bewegung theilgenommen. 
W T ohin es die ersteren gebracht, als sie ein Institut, das für alle ohne Ausnahme, nicht 
zum Heile einer Nation gegründet worden war, in ein blos nationales verkehrten, hat der 
unglückliche Ausgang der romäischen Geschichte, die Eroberung von Constantinopel, 
die Knechtung des hellenischen Volkes und sein Versinken in die Nacht der Barbarei 
hinlänglich gezeigt. Von den Slaven sind diejenigen Völker, welche sich Constantinopel 
anschlössen, in das Verderben der Griechen gestürzt. Ueber die reformatorische Thätigkeit 
derjenigen slavischen Völker, die anfänglich dem germanischen Impulse folgten, dann 
aber, sich von diesem losreissend, im XV. Jahrhunderte unter einheimischen Führern 
nationale W T ege verfolgten, ist an einem andern Orte gehandelt worden, 1 und es genügt, 
hier, dem steten Pochen auf die reformatorische Thätigkeit der Husiten gegenüber, auf 
eine Quelle hinzuweisen, die erst in den letzten Wochen bekannt wurde und die mit 



1 Höt'lcr, Die Epochen der sl.-ivisclien Geschichte, 1881. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



201 



wenigen Worten die traurigen Folgen dieser Bewegung für das Land, wo sie entstand, 
drastisch genug beschreibt. 1 Alle diese Versuche, die von dem Mittelalter sich in die 
neuere Zeit hineinziehen, trugen dem Wesen nach dasselbe Gepräge. Sie opferten den 
allgemeinen Charakter des Christenthums der nationalen Ueberhebung auf und gingen ent- 
weder dadurch zu Grunde, dass sie Umwälzung mit Reform verwechselten, oder verfielen 
doch unablässigen Bürgerkriegen, die für Jahrhunderte die Macht der Völker und ihr 
geistiges Leben brachen, die politische Knechtschaft förderten und, wie wir es in Deutschland 
erfuhren, das eigene Land den Fremden zur Zertretung und Vernichtung überantworteten. 
Ist es nun eine masslose Thorheit, wenn man die Reformationsgeschichte mit der deutschen 
Geschichte identificirt, als ob nur in Deutschland dieses Problem aufgeworfen, nur in 
Deutschland gelöst worden wäre, so muss zugestanden werden, dass, als das Ende des 
XV. Jahrhunderts kam, vielleicht kein Volk mehr im Stande war, eine Reformation durch- 
zuführen, als das spanische; es schienen von allen Königen die sogenannten reyes catolicos, 
, Don Fernando und Donna Isabel, am meisten berufen, diesem allgemeinen Bedürfnisse 
zu entsprechen, die Macht zu haben, wie das Verlangen, sie durchzuführen. Sie standen 
seit der Eroberung von Granada an der Spitze derjenigen Staaten, in welchen die Be- 
kämpfung des Islam ebenso als Ehrensache galt, wie als gemeinsames Interesse, um 
osmanischer Botmässigkeit zu entkommen. Die Nordküste von Afrika lag vor ihnen wie 
das Glacis der Sierra nevada, in das sie nur hinabzusteigen brauchten, um Herren der 
spanischen Bucht des mittelländischen Meeres zu werden. Um aber die Macht Spaniens 
auf den höchsten Punkt zu erheben, kam noch hinzu, dass gerade damals ein Spanier, 
Rodriguez Borgia (Alexander VI.) Papst wurde und in Folge dessen das sacro collegio 
eine Mehrzahl von spanischen Cardinälen empfing. In der That schien jetzt auch das 
Bedürfniss einer Reform auf spanischer Seite so gross, so unabweisbar zu sein, dass der 
aragonesische Geschichtschreiber Qurita förmlich Buch führt über das immer wieder- 
kehrende Andrängen Don Fernando's bei Papst Alexander, eine allgemeine Reform vom 
römischen Stuhle aus einzuleiten. Wie aber der König selbst wegen des Krieges in und 
um Neapel die Fortführung der Eroberungen an der afrikanischen Küste aufgab, lag 
zwar dem Papste Alexander unendlich viel daran, das Haus Borgia — Söhne und Töchter 
— zu versorgen, aber an Reform dachte er nur dann, wenn das Unglück in Gestalt des 
Mordes der Seinigen plötzlich ihn beschlich oder ein unvorhergesehener Zufall seine Person 
bedrohte. Nun gab es freilich in Spanien selbst eine reformatorische Bewegung, die sich 
zum Theile der Besserung des Benedictinerordens zuwandte, zum überwiegenden Theile 
aber der Verfolgung der maranos, der Juden-Christen, der Juden selbst, wie der moros. 

Ich muss aber hier in Betreff der maranos noch einige Bemerkungen einschalten, die 
das Treiben dieser im Dunkeln schleichenden Secte, gegen die die Inquisition begründet 
ward und die der Spanier als die eigentliche heregia (Haeresie) bezeichnete, beleuchten. 
Als im Jahre 1473 die Bauern von Jaen sich gegen die conversos erhoben, weil sie 
heimliche Juden seien, nahm der Condestable von Castilla, Don Miguel Lucas, die Partei 



1 Ijoemi qui prius amplissimis opibus, literarum stndiis, urbibus, templis sacrorum rltu et ordine nullis Christiani nominis 
populis cedebant, per defectionem a Sede apostolica factam eo sunt adacti, ut nihil sit illis quavis in re miserabilius, nihil 
ea regione alias per se fertilissima pauperras; diruta sunt apud eos templa, squallet divinus cultus, Iaicorum atque adeo 
sordidissimorum et tabernariae sortis artificum fedatissimis manibus pollutus. Nulla sunt literarum gymnasia, mercaturae 
interceptae, ineulti agri et praerlonibus tantum obsessi, justitia et libertas omnis sublata est, latrocinia aucta nihilque aliud 
nunc (1523) est Boemia quam latronum spelunca, non in agris solum sed et in urbibus et oppidis. 
Denkschriften der phil.-hist. Gl. XXXIII. Bd 2G 



21 12 



Höfler 



der von den Bauern Verfolgten, wurde aber von den Letzteren in der Domkirche zu Jaen 
am 21. März grausam ermordet. In Andujar, Cordoba und anderen Orten von Andalueia 
fand das Beispiel der Bauern von Jaen Nachahmung und wurden die conversos (maranos) 
unerbittlich verfolgt. 1 Der Lobredner der Königin Donna Isabel weiss unter ihren grössten 
Thaten vor Allem zu berichten, nicht blos, dass sie Granada bezwungen, das vorzugsweise 
durch ihre Ausdauer fiel, sondern auch die moros vertrieben, welche sich nicht bekehren 
wollten, die Juden nicht minder, obwohl sie dadurch beträchtliche Einbusse erlitt, endlich 
dass sie gegen die Ketzer (maranos) die Inquisition aufrichtete. 2 Wir haben an dem, was 1521 
in Sevilla, dem Hauptstapelplatze des indischen Handels, geschah, gesehen, wie fest die 
maranos zusammenhingen und eine Corporation bildeten, deren Spuren wir nach Burgos, 
Antwerpen und Rom verfolgen können. Der Baron de Grassis, päpstlicher Ceremonien- 
meister, erzählt, dass P. Julius IL, bekanntlich ein grosser Gegner des Hauses Borgia, 
den früheren Erzbischof von Valencia, Don Rodrigo de Borgia, nachher P. Alexander VI., 
als einen Beschnittenen und marano bezeichnete 3 und deshalb gar nicht in den stanze 
Borgia wohnen wollte; dass sich die maranos vor der Inquisition in Masse nach Rom 
flüchteten (sie hatten, wie ein spanischer Bischof im Jahre 1511 schrieb, daselbst für 
Geld Aufnahme gefunden)' und Adrian VI. ihnen deshalb dieses Asyl entziehen wollte, 
berichtet Paolo Giovio; 4 dass maranos in Antwerpen, spanische Kaufleute, später ein 
ganzes Schiff mit Tractaten Luther's, die ins Castilianische übersetzt waren, befrachteten, 
welche nach Spanien gebracht werden sollten, erzählt Hieronymus Aleander. 5 Es würde 
der Mühe lohnen, diesen Spuren nachzugehen, und es wäre ein Verdienst, alles Ein- 
schlägige zu sammeln. Ich muss das jüngeren Forschern überlassen. 

Man wird aber gut thun, jüdische Bestrebungen und Acte der Feindseligkeit, welche 
von den maranos ausgingen, nicht für reformatorische Tendenzen zu halten oder gar 
unter die Kategorie der Vorläufer Luther's zu stellen. Man würde sich nur lächer- 
lich machen. 

Eine andere Thatsache von grosser Wichtigkeit ist die Stellung des spanischen 
Episcopates zu der eigentlichen Refornifrage. Es wird mit Recht der Königin Isabella 
nachgerühmt, dass sie sich so sehr bemühte, die erledigten bischöflichen Stühle mit 
tüchtigen Männern zu besetzen, wie sie auch darin die eigentliche königliche Tugend zeigte, 
für die schwierigsten Stellen die rechten Männer ausfindig zu machen. Nichtsdestoweniger 
ergaben sich auch hier Uebelstände genug. Der Cardinal Mendoza hatte einen natür- 
lichen Sohn, der ihm zu Ehren zum Marques de Ceneta erhoben wurde. Don Bernardino 
Carvajal, welcher insoferne Universalbischof zu werden suchte, dass er gar nicht genug 
Bisthümer in seiner Person zu vereinigen wusste, war die Seele des Schismas von 1511, 
gegen das König Ferdinand auftrat, weil K. Ludwig XII. von Frankreich es begünstigte. 
Bei dieser Gelegenheit zeigte sich selbst eine Rom sehr abgeneigte Strömung unter dein 
Bpanischen Episcopate, wenn anders man den Verfasser einer höchst interessanten anonymen 
Denkschrift vom Jahre 1511 als solchen bezeichnen kann. Den Schönfärbereien gegen- 
über, die die reyes catolicos — Ferdinand und Isabella — gerne zu unerreichbaren 



1 G'ioniea» <lo los reyes de Castilla. III, Palmar. I, c. 7, Ii, 
5 Carvajal 1. e. p. 535.. 

Döllxnger, Beiträge III, S :$><'.• : Maranuni et .luilaeum appellabat et circumeisum. 
4 Siehe Höfler, P. Adrian VI. S. 534. 
r ' Döllinger, Beitrüge III, 8. '<i<>(>. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



203 



Mustern erheben möchten, hob der einsichtsvolle Ungenannte 1 das böse Vorbild der 
Bischöfe hervor, welche mit ihren Geliebten lebten, ihre Kinder glänzend versorgten, 
so dass das schlimme Beispiel auch den niederen Clerus anstecke, dieser es ebenso treibe 
und endlich die Laien die Liederlichkeit für keine Sünde hielten. Man müsse der Cumu- 
lation der kirchlichen Würden steuern, auf die Residenz der Präbendäre dringen, die 
Streitigkeiten unter Mönchen und Nonnen, die aus ihren Exemtionen und Privilegien 
hervorgingen und unter denen das Volk leide, beseitigen. Ueber Kauf und Verkauf, 
Befreiung der Geistlichen von Abgaben gebe es nicht blos steten Streit zwischen Geist- 
lichen und Weltlichen, sondern würde auch die Last der Alcabalä für die Bauern 
(labradores) immer drückender. Die Zehenten aller Art nähmen zu, Städte und Ort- 
schaften verfielen willkürlichen Interdicten ; wenn man in Castilien auch durch eine 
pragmatica den Heiraten der Geistlichen entgegengetreten sei, entstünden doch viele 
Uebelstände durch heimliche Ehen und die Ausdehnung der geistlichen Verwandtschaften. 
Man müsse sagen, dass durch die vielen Fastenzeiten und Festtage, bei welchen man 
unter Todsünde der Messe beiwohnen müsse, ein Joch auf die Laien gelegt werde, 
ärger als einst das der Juden war, während andererseits die geistlichen Personen 
die Sclaven und Tributpflichtigen der weltlichen Herren geworden seien, die für 
ihre Söhne so viele Indulte erlangten, dass ein einziger die Pfründen von 50 Geist- 
lichen beziehe, ihnen schon nicht mehr die Bisthümer und fetten Abteien genügten 2 und 
gelehrten und rechtschaffenen Geistlichen nichts Anderes übrig bleibe als zu ackern wie 
Bauern oder Eremiten zu werden. 

Ganz schlimm stand es im Königreiche Aragon, wo nur der rey catolico herrschte 
und ein unbestrittenes Ansehen besass. Zeigen die jetzt bekannt gewordenen Documente so 
recht, wie der hohe Adel Castiliens die Bisthümer an die Seinigen zu bringen trachtete, so 
ergibt sich aus der Wirksamkeit König Ferdinands, der bekanntlich selbst sehr den Frauen 
huldigte, 3 mehr wie eine beklagenswerthe Thatsache. Das Erzbisthum von Saragossa 
wurde Erbeigenthum königlicher Bastarde. Ferdinand's Verfahren in dieser Beziehung 
schliesst sich besonders an den Namen des Don Alonso de Fonseca an, welchen wir als 
Arcediano von Sevilla auf Seite Cristöbal Colon's finden und endlich als königlichen 
Commissär in Betreff der indischen Entdeckungen und Einkünfte, in welcher Stellung er 
sich grosse Verdienste erwarb. Später finden wir Don Juan de Fonseca in diesem Amte, 
wie Navarrete III, p. 543 nachwies. Don Alonso war übrigens einer der Hauptförderer 
der spanisch-habsburgischen Doppelheirat und begleitete später auch die Infantin Donna 
Catalina, Braut des Prinzen Arthur von Wales, nach England. Nach Andres Bernaldez, 
(Historia de los reyes catolicos c. 120), wurde Don Alonso allmälig Bischof von Badajoz, 
von Cordoba, von Valencia und vertauschte er so ein minder einträgliches Bisthum mit 
einem einträglicheren. Nach Don Lorenzo Carvajal, Anales breves ad 1501, war aber 
Don Alonso damals schon Erzbischof von Santjago und ein anderer Alonso de Fonseca 
Bischof von Avila und Cuenca, hierauf von Osma, und als dieser 1505 gestorben war, folgte 
ihm zum Entsetzen Spaniens Don Alonso Enriquez, Bastardsohn des Almirante Don 
Fadrique oder des Don Alonso Enriquez — Carvajal widerspricht sich in dieser Beziehung 



1 Breve memoria de las cosas que se hau de proponer en el concilio 1512. Döllinger, Beiträge III, p. 203 — 208. 

2 Sino hasta las lagaternas se abaten y a las tripas del rio, p. 208. Soll es nicht heissen: lagasteras? Die Granden sahen 
gewisse Bisthümer als den Erbbesitz ihrer Familien an. Höfler, Zur Kritik III, n. 719. 

3 Amaba mucho a Ia reyna, su muger, pero dabase k otras mugeres. Pulgar II, c. 3. Wir kennen sie und ihre Kinder! 

26* 



204 



Höflee. 



(1505 und 1507), nach. Seine Mutter war eine Sclavin — wohl maurischen Geschlechtes? 
— und er selbst unwissend und profan (hombre profano y de ninguna dotrina). Der 
vorhergenannte Don Alonso de Fonseca aber begleitete den König Don Fernando 
1506 nach Italien und erlangte nun durch den königlichen Einfluss in Rom die Erlaub- 
niss, sein Erzbisthum seinem (natürlichen) Sohne Don Alonso de Fonseca (hombre de poca 
edad sin letras y esperiencia) abzutreten. Mit beissendem Spotte sagte damals Erz- 
bischof Jimenes von Toledo, der Franciscanerbruder, Don Alonso habe aus dem Erz- 
bisthum von Santjago ein Majorat (con clausula 6 vinculos de restitutiones) gemacht, so 
dass man sich nur wundern müsse, wenn er dasselbe nicht auch auf die Weiber aus- 
gedehnt habe. Der Vater Don Alonso wurde bei dieser Auseinandersetzung Patriarch, 
sein unwissender Sohn aber, Don Alonso III., wurde später Nachfolger des Cardinais 
Jimenes, als Primas von Spanien, nachdem Wilhelm von Croy gestorben war, ohne nach 
Toledo gekommen zu sein. Einen Don Alonso de Fonseca finden wir 1575 als Bischof 
von Burgos (Navarrete III, p. 539). König Ferdinand machte sich zuletzt bittere Vor- 
würfe über sein Verfahren in Betreff der beiden Fonseca's und des Bischofs von Osma, 
aber die Wunde, welche er dem Episcopate geschlagen, blieb. 

Gerade in diesen Tagen fand in Spanien der Bau der grossen Kathedralen statt, an 
die sich eine so weittragende künstlerische Tradition anknüpft 1 und die, wo sie sich vor- 
finden, in England, Deutschland oder Spanien, ein unvergängliches Zeugniss sind nicht 
blos von der Kunstfertigkeit jener Tage, sondern auch von der unwiderstehlichen Kraft 
des Glaubens an den Erlöser der Welt und den endlichen Sieg des Kreuzes über Irr- 
thum und Wahn. Ragten sie doch wie Wahrzeichen hinaus in die neue Periode, die 
sich vermass, Alles für gering zu achten, was die frühere Zeit geboren, und sich an 
der Zerstörung dessen zu erfreuen, was der lebensvollste Glaube in die Welt gerufen; 
sie waren das verkörperte Evangelium, die in Stein gemeisselte frohe Botschaft, welche 
der Künstler Allen verständlich im Bilde schuf, während die Biblia polyglotta 1517 
dem Forscher den Born der himmlischen Weisheit erschloss. 

Es war wohl in den politischen Verhältnissen Spaniens begründet, aber nicht immer 
von guten Folgen begleitet, wenn das Episcopat, von den Königen abhängig, damals 
vorzugsweise in die Geschäfte des Staates hineingezogen wurde und seine Thätigkeit 
im Staate aufging, oder die Unsitte der Weltlichen auch bei den Bischöfen Eingang 
fand. Wie es lange Zeit mit dem Erzbischofe von Saragossa, dem kirchlichen Ober- 
haupte von Aragonien, sich verhielt, ist vorher berührt worden; die höchsten Stellen 
in der Verwaltung, dem Finanzwesen und dem Richteramte Castiliens, wie die ange- 
sehensten Stellen bei Hofe bekleideten Bischöfe. Es wurde Alles aufgeboten, dem 
Könige eine ebenso unumschränkte Macht über die Kirche wie über den Staat zu ver- 
schaffen, und nicht blos die drei Grossmeisterthümer der geistlichen Ritterorden mit 
der Krone dauernd verbunden, was erst unter Adrian VI. und Karl V. geschah, sondern 
auch jeder Einfluss des Papstes auf die Besetzung höherer Kirchenämter eifersüchtig fern- 



1 Bei dem B;uie der grossen gothischen Kathedrale von Salamanca (1511) betheiligten sich die bedeutendsten Architekten: 
Ordonöla Juan Gil de Hoiltario y executiöla Rodrigo Gil su bijo, aprovöla Juan de Covarruvias, architecto de 
la iglesia de Toledo y padre del presidente y obispo de Segovia Covarruvias, y por maestro Philippo, architecto de la 
iglesia de Sevilla, y por Juan de Vadajoz, architecto de la iglesia de Leon, y por Juan de Vallejo, architecto de la 
iglesia de Burgos, que fuc la junta mas sefialada de maestros de architectura que se ha hecho en nuestros 
tiempos. Avila, Hist. de Salamanca p. 443. 



Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



205 



gehalten. Schon 1442 erlangten die Könige das Recht der Präsentation aller ihrer Kirchen 
(primada, metropolitanas y cathedrales), dann selbst den dritten Theil der päpstlichen 
Zehnten. 1 Als endlich die beiden Hauptmassen Aragon und Castilien sich seit 1517 zu 
einer Monarchie vereinigten, war der König von Spanien Herr der spanischen Kirche in 
einem Grade, wie niemals dieses vom deutschen Kaiser gesagt werden konnte und wie 
der König von Frankreich es erst durch das Concordat mit P. Leo X. wurde. Als sich 
nun vollends auch das Kaiserthum mit der Krone Spaniens verband, ging die Reform 
in das Bestreben über, die kirchlich-politische Macht zu behaupten, und zog sich die 
eigentliche reformatorische Bewegung in die spanischen Klöster, die im XVI. Jahr- 
hunderte eine grosse Zahl ascetischer Persönlichkeiten voll Aufopferung und Selbst- 
verläugnung aufzuweisen hatten, die und deren Wirksamkeit man nicht mit der Inquisi- 
tion identificiren darf, welche ein mächtiger Hebel der königlichen Gewalt geworden war. 
Die Spanier hatten sich seit Alexander VI. um das Papstthum gebracht, und die nach- 
folgenden Päpste, auch in Italien von der spanischen Macht umschlossen, befanden sich 
mehr als einmal in einer ähnlichen Lage wie die Päpste des Mittelalters den deutschen 
Beherrschern des Königreichs Sicilien gegenüber. Die grossartige Machtstellung Spaniens 
erzeugte aber nicht blos jenen Aufschwung des nationalen Bewusstseins, das sich in der 
herrlichen Entfaltung der spanischen Literatur und Kunst, namentlich auch in der Archi- 
tektur kundgab, sondern weckte auch in dem Einzelnen die reformatorische Thätigkeit, 
von der die neuentstandenen Orden Zeugniss gaben. Diese aber schienen sich die Auf- 
gabe zu stellen, wenn der spanische Papst das Aeusserste in Sittenlosigkeit gewagt, das 
Aeusserste in Ascese zu unternehmen und durch die strengste Moral das Aergerniss 
wieder gut zu machen, das im Uebergange vom XV. zum XVI. Jahrhundert ihr Lands- 
mann der christlichen Welt gegeben. Ob man mit dieser Wirksamkeit einverstanden 
ist oder nicht, die gewaltige religiöse Propaganda, welche von Spanien im XVI. Jahr- 
hunderte ausging, hatte jedenfalls eine ebenso grosse Berechtigung für sich als jene 
kirchliche Revolution, welcher sich Deutschland in die Arme warf und an deren Spitze 
das Dogma von dem Glauben allein und dem Kampfe gegen die menschliche Vernunft 
gestellt wurde, die man nach dem neuen Evangelium zu erwürgen hatte und nur zu 
oft erwürgte! 

Das Reformationszeitalter lässt sich eben nur begreifen, wenn man nachweist, wie 
ein Volk nach dem andern das Allgemeine in das Besondere zu verkehren trachtete, bis 
es eine Masse von Staatskirchen und weltlicher Päpste gab, nachdem man fortwährend 
über Verweltlichung der Kirche geklagt und diese durch Mittel zu heben gesucht hatte, 
die aus dem grossen Pan eine Unzahl von ganz kleinen und zum Theile sehr erbärm- 
lichen machten. Die deutsche Reformation war auch keine literarische Bewegung, sondern 
die grosse wissenschaftliche und künstlerische Bewegung, das Renaissancezeitalter, ging 
ihr voraus, war unabhängig von den deutschen Reformatoren des XVI. Jahrhunderts. Nur 
in dem Masse entstand in Deutschland wieder eine wissenschaftliche Bewegung, in welchem 
sich die Nation von dem Dogma der sola fides entfernte und die literarischen und künstleri- 
schen Impulse des cinque cento wieder aufnahm. 

Dass aber zu einer Zeit, welche auch die kräftigsten Nationen zu erschüttern, die 
stärksten Geister in einen geradezu entsetzlichen Kampf mit sich selbst zu versetzen im 

1 Salazar de Mendoza, p. 150. K. Ferdinand gebot 1508 seinem Vicekönige von Neapel, einen Cursor apostolico aufhängen 
zu lassen. Lettres du Roy Louis XII., I, p. 110. 



206 



Höfler. Zur Kritik und Quellenkunde der ersten Regierungsjahre K. Karls V. 



Stande war. ein König von Spanien Kaiser von Deutschland wurde, dessen Leben, mit 
der Zahl des Jahrhunderts voranschreitend, in der ersten Blüthe sich befand, als die 
grössten Ereignisse heranstürmten und eine Umwälzung eintrat , wie sie seit Jahr- 
hunderten nicht vorgekommen war, ist eine Thatsache, welche wesentlich beitrug, den 
Charakter der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts zu entscheiden. Karl V. war kein 
nationaler Fürst, das Blut der Habsburger, der castilianischen Könige, der burgundischen 
Yalois fioss in seinen Adern. Mehr als jeder andere Fürst seiner Zeit international, war 
er auch mehr als jeder andere berufen, als eine vorzugsweise nationale Richtung das 
geistige Gebiet zu bewältigen suchte, das allen christlichen Völkern gemeinsame christ- 
liche Interesse zu vertreten und, wenn ich mich des Ausdruckes bedienen darf, der 
Nationalisirung des Christenthums und damit der Zerbröckelung des Ganzen sich ent- 
gegenzustellen. Man darf bei ihm nie vergessen, dass bei der drohenden Auflösung des 
Reiches schon die beiden letzten Kaiser, Maximilian und Friedrich, durch die Reichs- 
fürsten, Städte und Gemeinden, die, ,unter einander verbunden, sich dem heiligen römi- 
schen Reiche zu entziehen gesucht', genothigt waren, sich an den römischen Papst zu 
wenden, damit er jene durch Androhung geistlicher Strafen zu fernerem Gehorsam an das 
römische Reich deutscher Nation anweise! 

Möge man doch endlich einmal aufhören, von Kaiser Karl zu verlangen, was seinem 
ganzen Wesen fremd, seiner Natur, seiner Herkunft, seiner Stellung, seinen Verpflichtungen 
nicht angemessen war! Wohin wäre es denn mit Deutschland gekommen, wenn Kaiser 
Karl sich nicht der von zwei Seiten drohenden Auflösung des Reiches, so weit er 
konnte, entgegengestellt hätte? Der Historiker darf von den Eichbäumen der Geschichte 
nicht Apfelsinen, von ihren Cedern nicht Rosen verlangen. Warum aber zu bestimmten 
Zeiten gerade Diejenigen zum Leben und Wirken berufen waren, die damals lebten und 
wirkten, und nicht anders geartete, gehört zu den Mysterien der Geschichte, vor welchen 
man sich beugen und die man eben als unabweisbare Thatsachen anerkennen muss. 



DER 

PAPYRUS FUND VON EL-FAIJÜM. 

VON 

PROF. D K JOSEF KARABACEK, 

CORRESPONDIRENDEM MITULIhDE DER KA19. AKADEMIE DEK WISSENSCHAFTEN. 

(MIT 4 TAFELN.) 

VORGELEGT IN DER SITZUNG AM 7. JUNI 1882. 



Der Ausspruch, dass wir in dem Zeitalter der Entdeckungen leben, bewährt sich 
tagtäglich auf allen Gebieten des menschlichen Schaffens. Auch die Wissenschaft nimmt 
Theil daran, und wahrhaft gewaltig ist ihr Fortschritt aus den Ergebnissen des in unseren 
Tagen durch kühn erdachte Unternehmungen gewonnenen historisch - archäologischen 
Materials. Neben den grossen epochemachenden Ausgrabungen in Kleinasien und Griechen- 
land wurde in jüngster Zeit die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt wieder 
nach Aegypten gelenkt, wo der unerwartete Fund einer bedeutenden Anzahl könig- 
licher Mumien eine für die älteste Geschichte des Pharaonenlandes folgenreiche Aus- 
beute verspricht. Gleichzeitig mit dieser Entdeckung lief eine andere nebenher, die, 
bescheiden in ihren Anfängen, nunmehr grossartige Dimensionen angenommen hat und. 
für mehrere noch unbebaute Forschungsgebiete als ein Ereigniss von ausserordentlicher 
Tragweite anerkannt werden niuss. 

Im Winter 1877 — 1878 entdeckten nämlich Fellähen in dem von Altersher durch 
seine Rosenöl- und Leinwandfabrikation berühmten mittelägyptischen Culturdistrict el- 
Faijüm (ApaivottY^ voij.öc) verschiedensprachige Papyrusurkunden, welche von einigen 
als Zwischenhändler fungirenden Arabern in einem leider sehr bedauerlichen Zustande 
nach Kairo gebracht wurden, von wo sie zum Theil wieder aus verschiedenen Händen 
nach Europa gelangten. Die Mehrheit erwarb der damalige Consul des deutschen 
Reichs , Herr H. Travers , für das königliche Museum in Berlin ; Prof. H. Brugsch- 
Pascha und der englische Consul in Kairo, Herr Rogers, erstanden gleichfalls eine 
Anzahl dieser Papyri; zwei aus einer für das Ausland bestimmten, aber von der Douane 
in Alexandrien confiscirten Sendung kamen in das Museum ägyptischer Alterthümer 
von Buläk, und im Louvre endlich sollen sich manche Stücke derselben Herkunft, doch 
zumeist koptischen Inhalts, befinden. Da diese neueröffnete Fundquelle im Verlaufe der 
folgenden drei Jahre nicht versiegte, so mögen wohl auch noch andere Papyri in Privat- 
besitz gelangt und in alle Welt zerstreut worden sein. Bekannt ist in dieser Beziehung 
nur, dass der verstorbene Leipziger Professor O. Loth im Winter 1879 in Kairo drei aus 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. .,- 



208 



Karabacek. 



demselben Faijünier Funde stammende arabische Papyri erwarb, von welcher er einen 
der Universitäts-Bibliothek in Leipzig überliess. 

Ueber diese Funde und Erwerbungen liegen bereits einzelne Notizen oder kleine 
Publicationen vor, so von A. Bauer, 1 E. Sachau, 2 E. Revillout, 3 M. Steinschneider, i 
Gr. Ebers, 5 V. Gardthausen, G E. T. Rogers, 7 .0. Loth, 8 im , Wissenschaftlichen Jahres- 
bericht über die morgenländischen Studien im Jahre 1879' von E. Kuhn und A. Müller'' 1 
und von Lepsius 10 in seinem Bericht über die Erwerbungen der ägyptischen Abtheilung 
der königlichen Museen in Berlin vom Jahre 1880. Allein diese Mittheilungen sind 
mit etwaiger Ausnahme der letztgenannten kaum mehr als spärliche Andeutungen, 
welche die Wichtigkeit des von den ägyptischen Bauern gemachten Fundes nicht im 
Geringsten ahnen lassen, zumal nur ein kleiner Bruchtheil des neuentdeckten Papyrus- 
materials auf den oben bezeichneten Wegen nach Europa kam. 

Immerhin bleibt es beklagenswerth, selbst diese Fundstücke, worunter grösstentheils 
blos Fragmente, oft nur winzige, einzelne Worte enthaltende Fetzchen sich befinden, 
all überallhin zerstreut zu sehen, weil dadurch das Auffinden der gleichartigen oder 
zusammengehörigen Bruchstücke, wie solche in dem faijümischen Funde wirklich vor- 
kommen, überaus schwierig, wenn nicht ganz unmöglich gemacht wird. Es trat bei 
dem fortwährenden Auftauchen neuer Papyri aus der unerschöpflich scheinenden Fund- 
stelle die Gefahr heran, ein etwa nachkommendes besser conservirtes Material gleich- 
falls zersplittert und einer künftigen wissenschaftlichen Verwerthung möglicherweise 
entzogen zu sehen. Lebhaft kam mir unter solchen Umständen das böse Schicksal des 
bekannten, im Jahre 1820 bei Theben gemachten Papyrusfundes in Erinnerung. 

So entschloss ich mich denn bei der ersten sich darbietenden Gelegenheit, die Auf- 
merksamkeit meines zeitweise in Aegypten weilenden Freundes, des Kaufmannes Herrn 
Theodor Graf, auf die in Kairo hin und wieder noch geheimnissvoll zu Tage gekommenen 
Papyrusfragmente zu lenken und ihn mit den nöthigen Unterweisungen dafür zu inter- 
essiren. Die Hoffnungen , welche ich zu Gunsten der Wissenschaft auf diesen mit 
wahrer Begeisterung ihrem Dienste sich hingebenden Mann gebaut, sind nicht getäuscht 
worden; meine an anderer Stelle ausgesprochene Vorhersagung, 11 dass die Wissen- 
schaft Herrn Graf künftig gewiss noch manchen wichtigen Fund zu danken haben werde, 
erfüllte sich unerwartet rasch, Seinen rastlosen Bemühungen, seiner Umsicht und 
Energie, welche keine Opfer scheut, danken wir es, dass Wien heute einen in seiner 
Art einzigen Papyrusschatz birgt: mehrere Tausende in fünf Sprachen abgefasste 
I rkunden des frühesten Mittelalters. Ein aus seinem Grabesschutt wiedererstandenes 



< Neue Funde griechischer Papyrusrollen in Aegypten, Ztschr. f. ägypt. Sprache und Alterthumskunde, XVI, 
1878, p. 108 ff. 

- Fragmente von P ah 1 a wi - Pap y ri aus Aegypten, ebendas. p. 11t fl'. 

- Zeitschrift f. ägypt. Sprache, XVII, 1870, p. 36, Anm. 2 (Erklärung zu Sachau, 1. c. p. 116). 
1 Hebräische Papyrus-Fragmente aus dem Fayyüm, ebendas. XVII, 1870, p. 93 ff. 

5 Aegypten, Bd. II, p. 171. 

6 Griechische Paläographie, 1879, p. 33, 471. 

" Arabic and otlier Papyri in The Academy, Vol. XIV, 1878, p. 244; Discovery of Fragments of Papyri in the 
Fayfim, ebendas. Vol. XV, 1879, p. 301 f.; More Papyri from the Fayyüm, ebendas. Vol. XVI, 1879, p, 177 f. 

- Zwei arabische Papyrus, Ztschr. d. D. M. (I. 1880, XXXIV, p. 68,5 ff. 

9 Leipzig, 1881, p. 07, 141. 

10 Jahrbuch der kfrnigl. preUSS. Kunstsammlungen, I. Bd., 1880, p. XXX ff. 
1 Die persische Nadelmalerei Susandschird, Leipzig, 1881, p. 9. 



Der Papyrusfund von kl-Faijum. 



209 



Archiv ohne Gleichen ist nunmehr in unserer Stadt angesammelt, und der Wunsch ist 
erweckt, es möge dieser Schatz ihr zum Ruhme dauernd erhalten bleiben. 

Es ist nicht der Zweck dieser Zeilen, eine genaue Schilderung der weitgreifenden 
wissenschaftlichen Bedeutung dieses von dem Eigenthümer mir zur freien Benützung 
überlassenen Materials zu geben oder den Nutzen anzudeuten, welchen eine allseitige 
Ausbeutung desselben zu gewähren verspricht. Ich erlaube mir jetzt, insoweit eben 
eine vorläufige Orientirung es gestattet, nur eine kurze allgemeine Charakteristik des 
Vorhandenen zu geben. 

Das wissenschaftliche Schwergewicht des Faijümer Fundes liegt meines Erachtens 
in dem Umstände, dass er eine geschlossene lleihe theils ganzer, theils fragmentari- 
scher Urkunden aus einer jüngeren Zeitepoche, vom sechsten bis ins zehnte Jahr- 
hundert nach Christi, bietet. Dieselben liefern uns daher speciell in paläographischer 
Hinsicht die reichlichsten Belege für völlig neue und in mancher Beziehung unerwartete 
oder bestrittene Thatsachen. Hiezu kommt die seltene Vereinigung von Papyri in 
mehreren Sprachen. Unser Vorrath enthält, wie bereits erwähnt, deren fünf: griechische, 
arabische, persische (Pehlewi), koptische und hebräische. 1 Darunter befinden 
sich wieder viele bilingue und trilingue Stücke, nämlich : griechisch-arabische, koptisch- 
arabische, griechisch-persische, koptisch-persische und koptisch-griechisch-arabische Exem- 
plare, deren sprachliche Mischung verschiedenen Ursachen entsprang, indem sie entweder 
ursprünglich schon im Mischtext ausgefertigt oder aus Gründen der Sparsamkeit palim- 
psestartig beschrieben wurden. 2 

Nicht zu vergessen sind die gefälschten Stücke, deren ich etwa drei Dutzend auf- 
gefunden habe. Diese Fabrikate stehen aber den Kunstproducten eines Vella oder 
Simonides weit nach ; denn obgleich ihre Sprache gänzlich unbekannt bleibt, weisen 
doch die Schriftzüge deutlich auf die plumpe Hand des Fellähen, zu welcher sich später 
das feinere Talent eines zweiten Compagnons gesellte. 3 

Die in vielfacher Beziehung sehr wichtigen griechischen Papyri, unter welchen 
sich auch Stücke mit figuralen Zeichnungen und Ornamentenmalereien befinden, bilden 
weitaus die Mehrheit, und wir dürfen von berufener Seite ihre Bearbeitung erwarten, 
da das wirkliche Mitglied der kaiserlichen Akademie, Herr Prof. W. Härtel, zu diesem 
Zwecke den ganzen Vorrath zu übernehmen die Güte hatte. Der Zahl nach nehmen 
den zweiten Platz die arabischen Papyri ein, weit über tausend Stücke; koptische 
finden sich verhältnissmässig wenige vor, dagegen stehen die beiden hebräischen Frag- 
mente und mehr als zweihundert zum Theil sehr ansehnliche Pehlewi-Papyri unserer 
Sammlung in wissenschaftlicher Hinsicht in vorderster Reihe. 

Insbesondere was die letzteren betrifft, so sind sie in Anbetracht dessen, dass uns 
bisher nur Münzen und Gemmen, sowie ein paar Steininschriften und Kunstgegenstände 
die Kenntniss der Pehlewt-Schrift und -Sprache aus der Säsänidenzeit vermittelt haben, 
von weittragendster Bedeutung, obwohl vorauszusehen ist, dass ihre Entzifferung bei 
dem oftmals unbestimmten pehlewischen Schriftcharakter den grössten Schwierigkeiten 



1 Dem Berliner Museum kamen auch drei kleine Fragmente mit syrischer Schrift zu. 

2 Am häufigsten vertreten sind die Opisthographen. 

3 Ich gedenke diese für die Kenntniss der modernen orientalischen Fälschungen lehrreichen Papyri seinerzeit einer besonderen 
Betrachtung zu unterziehen, und bemerke nur, dass die Fälscher zu ihren Zwecken die in dem Funde vorkommenden 
unbeschriebenen Papyrusstücke benützten. 

•27* 



210 



Kaka backk. 



begegnen wird. An und für sich Aufsehen erregend ist es schon, plötzlich in Aegypten 
säsänidisch-persische Schriftstucke auftauchen zu sehen, und gerade in dieser Beziehung 
isl der Fund von el-Faijum von eminent historischer Wichtigkeit. Denn der Meinung 
Sachau' s, dass die Frage, wie speciell Pehlewi-Schriftstücke nach dem Faijüni kamen, 
eine offene bleibe, kann man nicht beipflichten. Ebensowenig stichhältig ist auch die 
Vermuthung desselben Gelehrten, dass die Veranlassung zu dieser Erscheinung , irgend 
ein Ereigniss des Privatlebens gewesen sein dürfte, das mit der Weltgeschichte nichts 
zu thun hatte, ein Ereigniss, welches Acten in verschiedenen Sprachen in das Archiv 
einer Stadt oder einer Familie zusammenfliessen liess'. Bekannt ist es ja jedem Historiker, 
dass Aegypten unter der Regierung Chosrau's II. Parwez zwischen 615 bis 618 nach 
< Ihristi von den Persern erobert und verwaltet worden. Fast alle arabischen Geschiehts- 
werke. wie die des Ibn Kuteiba, 1 Mas üdi, 2 Ibn el-Athir, 3 Ibn Chaldün 1 und Andere, 
so auch der Byzantiner Theophanes 5 sprechen davon. Und Tabari's an Theophanes 
erinnernde Worte, dass der persische Feldherr , Aegypten und Alexandrien, sowie Nubien' 
erobert habe, was Nöldeke 6 als etwas übertrieben erklärt, werden nun durch unsern 
reichlichen Fund von Pehlewi-Documenten aus Mittelägypten ganz merkwürdig be- 
leuchtet. 7 Ohne in diesen Gegenstand hier tiefer eingehen zu wollen, möchte ich dem 
Gesagten noch hinzufügen, dass auch anderweitige aus Mittelägypten mir zugekommene 
Funde kunstgewerblicher Gegenstände unzweifelhaft auf die oben erwähnte Epoche der 
persischen Occupation Aegyptens hinweisen. 

Wenn ich nun zur Besprechung der arabischen Papyri, deren Bearbeitung ich 
mir zur Aufgabe gesetzt, komme, so möge es mir gestattet sein, auch von diesen hier 
nur eine vorläufige kurze Schilderung zu entwerfen, um dann der kaiserlichen Akademie 
ein paar ausgewählte Stücke als Proben vorzulegen. Es soll damit zugleich von vorn- 
herein der Beweis geliefert werden, dass die in dem vorstehend erwähnten Bericht über 
die Papyrusfragmente des Berliner Museums ausgesprochene Ansicht, als würden die 
arabischen Stücke des Faijümer Fundes von Christen herrühren, nicht zutrifft, wodurch 
natürlich der wissenschaftliche Werth derselben in ein ganz anderes Licht gerückt wird. 9 

In der That, ein Ueberblick genügt, um die ganze Wichtigkeit dieses urkund- 
lichen Materials erkennen zu lassen: fast alle Verhältnisse des öffentlichen wie privaten 
Lebens des Islam finden sich in ihm ausgedrückt. Der Fund enthält demgemäss 



1 Kitäb el-ma'A.rif, ed. Wüstentfeld, p. 329. 

- Mürüdsch eds-dsähab, ägypt. Ausgabe, Tom. I, p. 174 f. 

3 Annales, ed. Tornberg, Tom. I, p. 346. 

1 Allgem. Gesch., BnlAker Ausgabe, Tom. IT, p. 177. 

1 Chronographiii, ed. Bonn, I, p. 463. 

6 Geschichte der Perser etc., aus der arab. Chronik des Tabari übersetzt, p. 291 f.; siehe auch p. 166, Anm. 2. 

7 Hat sich docli bis heutigentags noch in der Provinz- el-Faijum ein Dorfname -^^stläH. d. Ii. ,die Perser' erhalten! 
Descr. de l'Egypte. E. M. XVIII, 3- partie, p. 128. 

' Unter den Pehlewi- Fragmenten des faijumischen Fundes befinden sich ausserdem auch solche von Pergamen, braunem 
dicken Leder und Leinwand. Von den letzteren besitzt nur allein das königl. Musoum in Berlin zwei mit kaum je 
zwei Worten beschriebene winzige Stücke (Ztsohr. f. ägypt. Sprache, 1S78, Taf. VIII, 77, 78), zu welchen ich bemerken 
will,, dass diese ihre glatte Besch reible in wand speciell nur für die Herrscher und andere hochgestellte Persönlich- 
keiten aus dem in Büsir und Samannüd producirten feinen Lew fabricirt wurde: Loj >yi^*> 3 j^&yi ( j «a , > ) l^J 3 
(Ed-dnrr L^s »--JÜO f*>j<*3 e*V_Jl A U.w.r.W» 3 yL5Ü\ 3 f W>M >$i y>\~i J>\ ^\ cß^^ CT« W 

ets-tsamfn, II11ndsc.hr. der k. k. Hofbibl. in Wien, A. F. 288, Fol. 71a f.) 

3 Auch Rogers, 1. <•.. XV, p. 391. weist die obige Ansicht Sachan's mit den Worten zurück: ,The learned profesaorV. 
examination of fche Cfnfic and Arabic pa'pyri must bave been very cursory, or he would havo discovered the names of 
Muslims.' 



Der Patykusfund von el-Faijüm» 



211 



Staatsdocumente, die, wenn auch nur bruchstückweise auf uns gekurnmen, den- 
noch einen Einblick in das uns bisher unbekannte Formelwesen der alten arabischen 
Kanzleien gewähren und die irrige Hypothese Revillout's und Slane's von den angeblich 
,timbrirten', d. h. mit der behördlichen Marke versehenen arabischen Papyri, welcher 
auch Lepsius zu folgen scheint, über den Haufen werfen. 1 Von höchster Wichtigkeit, 
namentlich in topographischer Beziehung, sind ferner die Katastr al-Urkunden aus der 
Zeit der Ländervermessung Aegyptens unter dem berüchtigten Steuerverwalter 'Ubeid 
alläh ibn el-Habhäb vom Jahre 106 d. H. z= 724 bis 725 nach Christi, deren eine ich hier 
vorzulegen mir erlaube ; weiters auch die im Namen der Statthalter und Tributeinnehmer 
ausgefertigten Grundsteuer-Quittungen aus den festen Pachtverträgen und Kopfsteuer- 
Quittungen, von welchen beiden Arten mir eine schöne Reihe aus den Jahren 165 bis 200 
d. H. tiz 781 bis 815 nach Christi vorliegt. Nur zwei Stücke derselben will ich besonders 
namhaft machen. Eines, vom Jahre 175 d. H. (791 bis 792 nach Christi), gehört dem 
'Omar ibn Mihrän, der, als herabgekommenes Individuum in Bagdad von der Gasse geholt, 
auf Vorschlag des Barmekiden Dscha'far, Harun ar-Raschtd's Statthalter in Aegypten 
wurde. Die Berichte der Historiker klingen darüber so abenteuerlich wie irgend eine Er- 
zählung aus , Tausend und eine Nacht', dass man geneigt ist, mit ihnen anzunehmen, 
es wäre das Ganze ein Scherz des Chalifen gewesen, nur um den früheren widerspänstigen 
Statthalter, dessen Absetzungsdecret ' Omar in zerlumptem Aufzuge ihm überbrachte, eine 
Schmach anzuthun. Demgemäss figurirt Omar auch nicht in der Liste der ägyptischen 
Statthalter: doch unsere Urkunde führt ihn als solchen, mit dem Emirstitel bekleidet, 
in historischer Wirklichkeit vor. In dem andern Stücke findet sich der Name des Frei- 
gelassenen el- Wädhih, im Jahre 162 d. H. Statthalter und dann Oberpostdirector von 
Aegypten. Als solcher war er nach der Niederlage der Aliden bei Mekka (169) dem 
Idris zur Flucht nach Nordafrika behilflich, wo Letzterer ein paar Jahre darnach die 
von dem Chalifate unabhängige Dynastie der Idrisiden gründete. Wädhih wurde für 
seine Handlungsweise auf Befehl des Chalifen ermordet und ans Kreuz geschlagen. 
Dies soll 169 d. H. geschehen sein. Allein unser Papyrus lässt denselben Wädhih noch 
im Jahre 177 ruhig in Aegypten die Pachtsteuer für seinen Besitz von fünfzig Morgen 
Landes zahlen, und die auf Grund dieses Beleges angestellten Untersuchungen haben es 
mir zur Evidenz erwiesen, dass in den arabischen Quellen eine Verschiebung der histori- 
schen Facten stattgefunden. 

Ein überaus kostbares Document des Fundes ist ferner eine das älteste arabische 
Vocalisationssy stein repräsentirende und zugleich stilistisch sehr merkwürdige revo- 
lutionäre Proclamation an die Faijümer; sie gehört allem Anscheine nach in das Jahr 
der blutigen Erhebung derselben gegen die türkischen Zwingherren, d. i. 253 d. H. 
(867 nach Christi). Daran schliessen. sich die in Form und Stil gleich lehrreichen 
Privaturkunden, wie: Verträge, also Ehe- und Pachtcontracte, Schuldscheine und 
andere ähnliche, notariell beglaubigte Documente; ferner Quittungen über Alimentations- 
beträge, für Wohnungs- und Bodenzinsungen etc., weiters alle Arten von Rechnungen, 
so hinsichtlich des Ertrages der Ländereien, mit Beziehung auf die Bewässerungscanäle, 
für gelieferte Waaren u. s. w. , sodann Conscriptionslisten der Bewohner koptischer 



1 Melanges d' Archäologie egyptienne et assyrienne, Tom. 1. 1873, p. 19.4 f.; Jahrbuch der königl. preuss. 
Kunstsammlungen, I. Bd., 1880, p. XXXH. 



212 



Karabacek. 



Kloster, Legitimationsscheine, Pässe, Geleitbriefe, Lohnverzeichnisse, allerlei Privat- 
correspondenzen, die sogar Geheimnisse des ränke- und zänkesüchtigen Frauenlebens ver- 
rathen, bunte Notizen, Sehreibübungen, kalendarische Studien, Recepte, Erzählungen und 
Traditionen nebst anderen Schriftstücken religiösen Inhalts, z. B. Gebeten u. s. w., aber 
keine Spur vom Koran! 1 

Fassen wir diese Sammlung arabischer Papyri vom chronologischen Standpunkte 
ins Auge, so gehören von den ältesten einige wohl noch in das erste Jahrhundert d. H. 
Der ältest datirte, ein Privatbrief, stammt jedoch erst aus dem Jahre 127 d. H. (745 
nach Christi), der jüngste, das Bruchstück einer Grundsteuer-Quittung, ist mit dem Jahre 263 
d. H. rz 876 nach Christi bezeichnet. Doch reichen manche nicht datirte Papyri sicher und 
sogar noch tief in das zehnte Jahrhundert hinein. 

Als eine auffallende Erscheinung an vielen, auch behördlichen Urkunden bemerken 
wir die langandauernde Anwendung des Griechischen und Koptischen in muhammedani- 
schen Schriftstücken. Selbst das zuletzt erwähnte, jüngst datirte Bruchstück trägt noch 
den gemischten arabisch - griechischen Text: oqy iLu« 7 ^ r ^ e Grundsteuer des 

Jahres 263'. 2 Ja manche unserer arabischen Regierungsurkunden sind noch gegen Ende 
des zweiten Jahrhunderts d. H. vollständig griechisch oder koptisch ausgefertigt und 
machen sich äusserlich nur durch das aufgedrückte arabische Bleisiegel des Statthalters 
oder Steuereinnehmers als von der muhammedanischen Behörde kommend kennbar. Und 
diese, von christlichen Secretären oder Schreibern (yovdpioi Xpiatiavoc) abgefassten Ur- 
kunden beginnen und schliessen, um die Täuschung ganz zu machen, sogar mit dem 
Chrismon! Es ergibt sich daraus deutlich, dass die von den arabischen Historikern 
zum Jahre 87 d. H. = 706 nach Christi berichtete Neuerung in den Steuerkanzleien 
Aegyptens, wonach alle bis dahin koptisch (und griechisch) geschriebenen Steuerregister 
(arab. tubül, plur. von tabl zz ^c/.ßXov; Papyrus vom Jahre 179 d. H. zz 795 nach Christi) von 
nun an nur arabisch geführt werden sollten, 3 nicht eine durchgreifende gewesen, indem 
noch im Verlaufe der nächsten zwei Jahrhunderte die alte Praxis gar oft zu Ehren kam. 

Wenn wir auch für diese in der Glanzepoche der islamitischen Staatsentwicklung 
auffällige Erscheinung den causalen Erklärungsgrund zu finden im Staude wären, so 
müssen wir dieselbe im Ganzen dennoch als den Ausfluss einer erstaunlich weitgehenden 
politischen Toleranz anerkennen. Aber solch ein Zeichen staatskluger Mässigung etwa 
auf die früheste Epoche, die Eroberung Aegyptens durch die Araber, übertragen zu 
wollen, um dadurch, wie Gardthausen 4 zu denken scheint, die Nichtunterdrückung griechi- 
scher Sprache und Schrift durch die Eroberer erklärlich zu machen, geht nicht an; denn 
geradezu ein Act grassester Unduldsamkeit und nationaler Exclusivität von Seiten dieser 
war es, welcher der griechischen Sprache und Schrift über die ersten Stürme der arabischen 
Invasion rettend hinweghalf. 5 

1 G ar d t h a u s e n, 1. c. p. 33: ,Die Araber haben selten auf Papyrus geschrieben.' 

- Auch der von O. Lot Ii, 1. c. p. CSC publicirte Faijumer Papyrus trägt die Spuren der von diesem Gelehrten nicht ver- 
standenen griechischen Datirung: poß ÄJL*j y*.+o ,im Monat Safar des Jahres 172' (= Juli-August 788 n. Chr.). 

3 Abü-l-Mahäsin, Annales, ed. Juynboll, I, ]>. 233; Makrizi, Chit. I, p. 98. 

4 Griechische Pa 1 äo g rap h i e, p. 408. 

'Omar erlies* nämlich die strenge und lange Zeit giltige Verordnung, dass die Christen, als Ungläubige, sich in ihren Ur- 
kunden und Siegeln nicht der arabischen, sondern ihrer eigenen Schrift zu bedienen hätten. Tortüsehi, Sirädsch el- 
mulük, Kairiner Ausgabe, p. 230; Ihn Dschemfi'a, Cod. 1830 der Wien. Hofbibl., Fol. 128a; A. v. Kremer, Cultnr- 
geschichte I, 103. 



Der Papyrusfund von kl-Faijum. 



213 



Die äussere Form der arabischen Papyri anlangend, finden wir an ihnen viel des 
Lehrreichen und Interessanten. Die Grosse derselben überschreitet selten ein gewisses 
Mittelmass. Ihre durchschnittlichen Dimensionen sind aber unvergleichbar geringer als 
jene der vorausgegangenen byzantinisch-griechischen Epoche, wofür wohl auch das nach 
Zahl und Qualität beständig sichtbare Sinken der ägyptischen Papyrusfabrikation die 
Erklärung abgibt. 1 Die Güte des Papyrus wechselte natürlich zu allen Zeiten je nach 
der Bereitungsart. Wir unterscheiden demgemäss auch an unseren arabischen Stücken 
solche von heller Farbe und feinster Structur bis hinab zu den gröbsten Qualitäten, 
worunter manche von fast brettartiger Steifheit. Dass auch dreischichtige Sorten 
erzeugt wurden, lässt sich aus unserem Funde, wenn ich nicht irre, zum ersten Male 
erweisen. 

Die arabischen Stücke der faijümischen Papyri kamen in fünffacher Art zu Tage, 
nämlich: gerollt, doppelt gefaltet und dann gerollt, offen in Blattform, zerknittert als 
steinharte Knäuel und endlich in solchen Blättern, deren am linksseitigen Höhenrande 
laufenden Baum wollnähte deutlich auf den Gebrauch von Papyrus in Heften (kurv äse) 
hinweisen, also das Buchformat anzeigen. 2 Manche Stücke der ersten Art waren noch 
ganz intact, in der Mitte von einem Bastband umwickelt und entweder durch Knüpfung 
desselben oder durch ein Bleisiegel verschlossen. Bei den gesiegelten ist das Band 
durch die Holle gezogen, so dass Niemand zu dem Inhalte gelangen konnte, ohne vorher 
den Verschluss zu zerstören. Die der zweiten Art hatten den Verschluss mittelst eines 
mehrfach umwickelten, künstlich verknüpften Baumwollfadens (siehe die Abbildung, 
Taf. III, Nr. 5 a). 

Was die soeben erwähnten Bleisiegel betrifft, so sind dieselben die ersten wirklich 
sicheren Urkundensiegel der Araber aus so früher Zeit. Denn diejenigen Bleistücke, 
welche bisher als solche publicirt worden sind, haben sich nachträglich als die Marken 
erwiesen, mittels denen in gewissen Zeitläufen die Hälse und Hände der Christen und 
Juden nach geleisteter Kopfsteuer plombirt wurden. 3 Der Textinlialt unserer Bleisiegel 
unterscheidet sich in Nichts von dem durch die arabischen Quellen überlieferten Siegel- 
inschriften: sie geben den in eine religiöse Formel gekleideten Namen des Besitzers oder 
eine solche Formel allein. Von Thonsiegeln, welche unter den Arabern der Chalife 
'Omar (f 643 nach Christi) zuerst anwandte, 4 kommt in unserer Sammlung nichts vor, 5 
wohl aber fand ich ein einziges, leider sehr stark beschädigtes Wachssiegel. 

Obgleich nun die geschilderte Art des Vorkommens unserer Papyri und noch manch 
andere hier nicht näher zu bezeichnenden Umstände einige Anhaltspunkte über die Her- 
kunft der Papyrusmasse und die locale Beschaffenheit ihrer Fundstelle bieten möchten, 
so glaube ich doch in der Erwartung, dass sichere Nachrichten darüber noch zu er- 
langen sein werden, eine diesbezügliche Vermuthung unterdrücken zu sollen. Genug 
dem, die meisten dieser Papyri sind, als zuerst die Katastrophe der Verschüttimg oder 



1 Ueber diese Papyrusschreibstoffe und die darauf bezüglichen Nachrichten der Araber gedenke ich ein anderes Mal aus- 
führlicher zu handeln. 

2 Gardthausen, 1. c. p. 60", K. Wessely, Eine Pergamentrolle aus dem VI. Jahrhundert, in den Wien. Studien, IV. Bd., 
1882, p. 222 ff.. 

3 A. v. Kremer, 1. c. I, p. 340; Karabacek, Die persische Nadelmalerei Susandschird, p. 110 (mit Abbildung). 

4 Tha'alibi, Latäif el-ma'ärif, p. 10: ^yii (»-^^- • ■ • ■ ^yo J^j-fcj 

5 Das Berliner Museum soll jedoch drei mit solcher Siegelerde gesiegelte Papyrusbruchstücke aus dem faijümischen Fund 
besitzen. Jahrbuch etc., p. XXXII. 



214 



Karabacek. 



Vergrabung , und dann, ein Jahrtausend später, der blinde Eifer ihrer arabischen 
Entdecker über sie kam. arg mitgenommen worden. Vielfach erscheinen sie beschädigt 
oder zerrissen, Zusammengehörige Stückchen mussten aus tausenden Fragmenten heraus- 
gesucht, einzelne zerfallene Urkunden selbst aus 40 bis 50 und mehr Theilchen mühsam 
zusammengesetzt werden. Nichtsdestoweniger kamen auch viele schöne, wohlerhaltene 
Exemplare vor. 

Was das Abwickeln der gerollten Stücke betrifft, so habe ich dabei mehrmals die 
bekannte Procedur der Erweichung über heissen Wasserdämpfen durchgeführt. Aber ich 
gestehe, dass mich das kalte nasse Verfahren schneller und sicherer zum Ziele geführt. 
Der von mir hierin beobachtete Vorgang ist folgender: Man lege die Rolle zwischen 
zwei dichte Lagen stark feuchter, doch gut ausgewundener Flanelltücher und sehe vor- 
sichtig zu. bis die obersten Lagen entsprechend weich und biegsam geworden, was als- 
bald geschieht. Nun beginne man behutsam, soweit die Wirkung der eingedrungenen 
Feuchtigkeit es zulässt, mit der Abwicklung, welche dann, falls der Papyrus keine 
besonderen Klebestoffe enthält, um so leichter fortgeht, als man sehr bequem die trockenen 
Lagen des vor sich hinzulegenden Röllchens fortwährend mit dem feuchten Flanell be- 
deckt halten kann. Dasselbe Verfahren ist mit Vortheil auch bei den schon geöffneten, 
aber verkrüppelten oder runzeligen Blättern anzuwenden : ein paar Augenblicke des Ver- 
weilens derselben zwischen den Flanelltüchern genügen, um die Glättung zwischen zwei 
Glastafeln vornehmen zu können. 

Die Schrift wird durch solche Behandlung nicht nur nicht verwischt, sondern sie 
Tritt an denjenigen Stellen, wo sie abgeblasst, um Vieles deutlicher, oft sogar in tiefer 
Schwärze hervor; ja, die einfache Befeuchtung schwach sichtbarer Textstellen ohne Bei- 
hilfe chemischer Reagentien ist an diesen Papyren um so empfehlenswerther, als oft nur 
leichter sandiger Staub und Schmutz die Schrift verdecken. Diesem kalten Verfahren 
gegenüber hat neben der grossen Umständlichkeit die heisse Behandlung auch noch den 
Nachtheil . dass, wenn in Folge der Hitze und weiteren Procedur sieh die etwa durch 
die ätzende Tinte morsch gewordenen Papyrustheilchen loslösen, dieselben zumeist ver- 
loren gehen, indem sie in Atome zerstäuben. 

Wenn ich nun zumAbschluss meines vorläufigen Berichts über den arabischen Inhalt 
des Faijümer Papyrusfundes schreite, so möge es gestattet sein, noch auf ein Moment 
seiner Wichtigkeit hinzuweisen. Es ist sein Werth für die arabische Paläographie. 
\\ ohl kann ich denselben hier nicht in der Weise bezeugen, als ich mich dazu gedrängt 
fühle, sonst wäre dafür eine neuerliche umfassendere Darlegung erforderlich. Mit einem 
\\ orte also: die Erscheinung unserer Papyri ist, von diesem Standpunkte besehen, geradezu 
epochemachend. Wenn demnach in einer der eingangs citirten Publicationen über den 
Faijümer Fund den Papyri im Allgemeinen^ ,noch immer' eine Wichtigkeit für die 
arabische Paläographie zugestanden wird, so kann man sich um derentwillen kaum 
eines Lächelns erwehren. Stehen wir doch nur erst am Anfang! Aber dieser hat sich 
nun gewaltig angelassen, und schon baut sich im Geiste bei Betrachtung des herrlichen 
Materials in ungeahnter Grösse das Fundament für die künftige arabische Paläo- 
graphie auf. 

Gross, für Manche vielleicht unüberwindlich sind indess die Schwierigkeiten, welche 
<lcm Bearbeiter dieses urkundlichen Schatzes erwachsen. Dieselben liegen nicht allein 
in der Entzifferung, wo solche bei den flüchtigsten Schriftzügen und der mangel- 



Der Papyrusfund von el-Faijum. 



215 



haften Conservirung vieler Stücke natürliche sind, sondern wohl auch in der Herbei- 
schaffung des zum Verständniss des Inhalts erforderlichen grossen wissenschaftlichen 
Hilfsapparates. Zum Beweise dessen lege ich meinem Berichte hier einstweilen fünf 
dieser Schriftstücke bei, damit jeder Kundige vorerst an den Originaltexten selbst für 
sich erproben möge, welche Mühen, aber auch welcher Lohn hiebei den Entzifferer 
erwarten. Bei der Auswahl ist mit Ausnahme des zuerst folgenden Stückes weniger auf 
den Inhalt, als auf die Schwierigkeiten der Schrift Rücksicht genommen. 



I. 

Katasterurkunde. 

Arabisch-griechisch, Jahr 106 d. H. zz 724 bis 725 nach Christi. 

Breite 10, Länge 52 Centimeter. — Guter, feiner Stoff von hellbrauner Färbung ; 
32 Schriftzeilen, vorzüglich erhalten. Abgebildet: Tafel I. (der Lichtdruck ist in natür- 
licher Grösse, doch aus technischen Rücksichten mit Abbruch von 6 Centimeter des oberen 
leeren Papyrusrandes hergestellt). 1 

Text. 

P V7 JT' is" &f u*; 1 ts 3UJI 3 - 
p<~aj ^ ^yi ^jtS ^jx oJUJ! SöJ\ 5. 

^0 6. 

oac;' (jc^l ^-ScX-M 9. 

MQ/S 4 '^^ uö;l L>ä*-? (j^j VyY//> Jle wb^ ^jjo 10. 

P^SjY' 7 ]'^ ^y*' u^;' <-*i*J ^ u^^U-t ylxJi 11. 

LJf^jJf 12. 



13. 



txC^^'v^ oo^l ^1 ^x» ^LJ! ^<<X'f 14. 



15. 
16. 
17. 



1 Bei Beschauung derartiger Abbildungen von Urkunden ist es zweckmässig, die Tafeln gegen das Licht zu halten, wo- 
bei namentlich die auf den Originalen verblassten oder wegen stark gelblicher Färbung des Papyrus in der Photographie 
verdunkelten Schriftgruppen um Vieles deutlicher hervortreten. Dies gilt insbesondere an den hier beigegebenen Tafeln II 
bis IV, behufs deren künstlerischer Herstellung nach schwierigen Originalen die artistische Anstalt M. Jaffe in Wien 
das Möglichste geleistet. 

2 Schreibfehler: *JJ\\ ( ^ MM3 . 3 Statt x steht fehlerhaft r,. 4 Ohne Elif in der Mitte, s. Zeile 4. 

5 Schreibfehler: ^LJK ü D.i. oo/»l J>} t-*^ or*' 7 Alte defective Schreibweise für ^Ö>Lsü\. 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 

28 



216 



Karabäcek. 



X {jYSj\0 JyJax ^JJC) by} ^ CiO^I i_fÜ^ ^jje 



19. 
20. 
21. 
22. 

23. 



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aovCs' 



px^)5'/> pxYjy' J^.k>o 24. 



T3 l ' u6;' 
5t>^-wJ> ijö^l 1^°^ 



C>2 



25. 
26. 
27. 
28. 



is* 29> 



30. 
31. 

32. 



Uebersetzung. 7 

1. Im Namen Gottes des All barmherzigen! 

2. Erster Bericht: vom District Matid Schudscheiwa 128 Y 3 

vom District Farisi 158y 3 

vom Marschland' Dscharadu 14^/^ von Dasüda 84% 
vom District Farisi 1617; 

vom Marschland Kalif äh 1 18Y 6 , davon Weinreben 5Y 8 + 1 K« 5 
von den Kadhb- 

Weiareben 7 G + 7s und von den Saatfeldern 112Y 2 + Ys 
von Farhäktn 39 x / 2 + y t , Dscharadu 3V 2 + 7io 
vom District Farisi ein Theil 717 6 

vom Marschland Tay 53 Ys + Ys K--? vom District Dscharadu 

ein Theil 18 + 7, S- 
vom District Ihrit ein Theil 146 1 /« + Vs + V> + Vi 
vom District 2817« 

davon gelbe Rüben 7e> von gelben Hüben und Zwiebel 
Ys + Yt + Va U11( ^ von Gemüsegärten y i0 + l / a K. 

14. Siebenter Bericht: vom District Ihrit 3277, + 1 / i + l / s + 17,, K. 

15. Achter Bericht: vom District Ihrit 259 + V, K. 



3. Zweiter Bericht: 
4. 

5. Dritter Bericht: 
6. 

7. 
8. 

9. Vierter Bericht: 
10. 

11. Fü n i*ter Bericht: 

12. Sechster Bericht: 
13. 



1 Es fehlt liier da» /\ s. Zeile 24. 

2 Pap. fjSW- Der Schreiber begann zu weit links mit dem Elif des Artikels: er machte das Linn daraus und setzte ein 
neues Elif voraus, knapp an <*^Lo. 

3 Papyrus verschrieben: g^cs?. 1 Statt p/o steht fehlerhaft: a/.o, s. Zeile 19, 6 Ohne Elif in der Mitte, s. Zeile 4. 

6 Das ist zu vier, s. Zeile 10. 

7 Sämmtliche Zahlen und Hrüche bedeuten Fcddän (Morgen Landes); das beigesetzte K. bezeichnet Klräl (Karat). 



Der Papyrusfund von el-Faijum. 



217 



16. Neunter Bericht: vom District Ihrit 232 a / 3 + ] / 8 

17. vom Marschland: die Gemüsegärten 3 x / 8 und von gelben 

Rüben Ys 

18. Zehnter Bericht: vom District Farisi 200%, + % + x / 8 + 7 2 K. 

19. vom Marschland des Districtes Ihrit 9%, + y 4 + x / 8 + x / 2 K., 

und von Matül Schudschehoa 124} / 2 + V 4 + y 2 K. 

20. davon Weinreben 7% + x / 2 K. und vom District Matül 

Schudscheiwa 66 x / 8 + % K. 

21. und von den 'Iradh- Weinreben 2y 6 + y 8 + y 2 K. 

22. und von Gemüsegärten x / 3 + l / 8 y 2 K. 

23. Alles das was wir von dem gesammten Territorium vermessen haben: 

1967 % + %. 

24. Von Matül Schudscheiwa : 128y s 124 x / 2 + x / 4 + y 2 K 2537 10 + x / 2 K. 

25. Von einem Theil des Distr. Dscharadu : 3% + y i0 18 + % K. 74% 95% + % + % K. 

26. Von einem Theil des Districtes Dasüda: 84 1 /,; 

27. Vom District Kalif äh: . . 118 x / 6 

28. Vom District Farhäkin : . . . . . ■ 39 1 / 2 l j- J -/ 4 

29. Vom District Taij: 53% + % K. 

30. Von Ihrit:. .' 1257% 

31. Vom District Schudschenva : 66 + y 2 K. 

32. Alles vom gesammten Marschlande: 1967y 3 + x / 10 . 



Das Verständniss des vorstehenden arabisch-griechischen Mischtextes bot Schwierig- 
keiten in Hülle und Fülle. 1 Eine erste Lesung zeigte alsbald, dass sich in derselben 
verschiedene Lücken ergäben, ohne deren Ausfüllung ein Zusammenstimmen der Zahlen- 
angaben im Einzelnen wie in den Gesammtsummen nicht möglich sei. Namentlich waren 
es die bisher unbekannten griechischen Siglen y v y> /s ^, welche vor Allem eine 
Enträthselung erheischten. Erst nach langwierigen Berechnungen und Vergleichungen 
der beiden Texte gelang es mir, zu einer befriedigenden Lösung zu gelangen, wiewohl 
ich bemerken muss, dass die aus dem Posten Ihrit (Zeile 30 gegenüber den entsprechen- 
den Detailangaben der ersten Summirung) resultirende Bedeutung x / 3 + x / 4 Feddän für 
das Zeichen Y paläographisch scheinbar unerklärlich ist. Eher hätte ich gedacht, diese 
Sigle in ß' y' = x / 2 + x / 3 auflösen zu sollen; doch würde sich alsdann im Uebrigen kein 
mathematisch richtiges Resultat ergeben haben. Den Schlüssel zur Erklärung fand ich 
später in anderen arabisch - griechischen Papyren, wo diese Sigle alleinstehend oder in 
der auch oben ermittelten Bruchcombination y 3 -|- V 4 -h Ys deutlich mit den Formen $ }jr 
geboten ist. Es steckt also in ihrem ersten Theile sichtbar ein y = 3, dann folgt j — y 2 
gestrichen mit dem für die ganze Sigle geltenden Bruchzeichen /, zusammen x / 3 -f- x / 4 , 
wogegen selbstverständlich die etwaige Substitution y'S' in diesen Papyren fehlt. Zu 



1 Die Entzifferung der griechischen Zahlwerthe dieser Urkunde verdanke ich bis auf die oben zu besprechenden Einzeln- 
heiten der Güte des Herrn Dr. Karl Wessely in Wien. 

28* 



218 



Karabacek. 



Gunsten meiner Erklärung wäre noch darauf hinzuweisen, dass in der Rechnungspraxis der 
heutigen ägyptischen Steuerdiwäns für dieselben Bruchzahlen y s + % Feddän die Sigle ^ 
angewandt wird. Wenn man nun mit einigem Rechte an den Siglen der modernen 
ägyptischen Rechnungsbücher 1 hie und da noch traditionelle Einflüsse aus alter Zeit zu 
erblicken vermag, so werden wir auch in dem heutigen £ eben nur die von der 
arabischen Hand schreibgerecht umgedrehte griechische Sigle Y wieder erkennen. 

Die folgenden Siglen haben sich unzweifelhaft als Unterabtheilungen des auf das 
Duodecimalsystem basirenden und sogleich noch weiter zu besprechenden ägyptischen 
Flächenmasses Feddän erwiesen. Demgemäss fand ich in ^> und v die Zeichen für 
den Kirät (Karat), /> und ^ für y 8 , resp. näher bezeichnet: 1 / 2 Kirät und v ^ = 1 -f 
i L Kirät. In einem mir vorliegenden griechisch abgefassten arabischen Papyrus mit 
tvöixutüVo? byoÖT^ aus dem achten Jahrhundert ist das Zeichen für die ttspdua ähnlich 
mit j~ ausgedrückt: heute aber wird es, wieder dem arabischen Schriftzug gemäss trans- 
formirt, / geschrieben. So ergab sich denn die folgende Tabelle für die griechischen 
Siglen und Zeichen in dieser Urkunde: 



1. 


j 


2. 
3. 


s 


4. 




5. 


/ 


6. 


s- 


7. 


/ 


8. 


9. 




10. 




11. 




12. 


V 


13. 




14. 


A 


15. 




16. 




17. 


/ 



Zeichen für den einfachen Bruch. 



| Zeichen für den Kirät, Jsf^ü = xspauov. Alleinstehend wird das 
selbe in der Zählung für 1 Kirät genommen ; v ^ = 1 + % K 
Heute in Aegypten in f transformirt. 



% Kirät, iol^o oLaj 
Interpunctation. 



Obwohl durch den ganzen Text unserer Urkunde nirgends bezüglich des in der- 
selben angewandton Mass Verhältnisses oder der Art der Berechnung ein Hinweis zu 
linden ist, so musste doch gleich von vornherein das noch heute in Aegypten übliche 



' Welche Dr. Willi. Spitta-liey, Grammatik dos arabischen Vulgärdialektes von Aegypten, Leipzig, 1880, p. 163 f., nun- 
mehr in sehr dankenswerther Weise auch allgemein bekannt gemacht hat. 



Der Papyrusfund von el-Faijum. 



210 



Vermessungssystem vorausgesetzt werden. Und wirklich stimmt dasselbe noch voll- 
kommen mit der vor mehr als einem Jahrtausend in dieser Hinsicht geübten alt- 
arabischen Praxis überein. Dem altmuhammedanischen Feldmessungssystem Aegyptens 
liegt aber die Duodecimaleintheilung zu Grunde, und diese ist wieder nichts Anderes 
als die fortgeführte Erbschaft aus byzantinisch-griechischer Zeit , welche in unserer 
arabischen Urkunde eben auch darin zum Ausdruck gelangt, dass das ganze Zahlen- 
system und die Werthbezeichnungen in griechischen Zahlbuchstaben und Siglen dar- 
gestellt sind. 1 Wie in der römischen Feldmesskunst bei der Eintheilung des Fusses, 
derselbe als as betrachtet, in 12 unciae zerfiel, und überhaupt noch weiter für die Be- 
zeichnung der Theile des Fusses die Theile des Gewichts- und Münzmasses angewendet 
wurden, ebenso finden wir bei den Arabern das der Feldmessung zu Grunde liegende 

Flächenmass Feddä?i (^jlcXi) als Dinar (^Xjl> = OY]vdpiov in Gold, von 4*25 Gramm normal) 
betrachtet und sohin in 24 Kirät (h\^3 = xspcmov) eingetheilt. Dieser Kirät gibt, dem 

Münzsystem entsprechend, wieder 3 Habba Gerstenkörner) , somit der Feddän wie 

der Dinar 72 Habba. 2 Um nun auch noch die kleinste Grundfläche zur Steuerbemessung 
heranziehen zu können — die arabischen Finanzmänner waren Virtuosen ihres Faches 
— theilte man das Habba nochmals in acht kleine Unterabtheilungen, Sahm (f-g.**), so- 
mit den Kirät in 24, den Dinar, beziehungsweise Feddän in 576 Theile. 

Es frägt sich nun, wie gross der altarabische Feddän gewesen. 

In Makrizfs Topographie Aegyptens 3 liest man: 

Ll^.iij' ^IsäJl £';<3o (jät+üJ! (P^tX^ ^})^ d.)^ *^* u *^* a *^^ s^Xä-I^ 

Diese Stelle besagt, dass die Feldmasseinheit Aegyptens die häkimitische Käsaba 
gewesen, von der 400 ins Gevierte den Feddän machten, und zwar eine Käsaba zu 
6 2 / 3 Tuchellen oder circa 5 Tischlerellen. Dass eine auf diese Angaben gestützte Be- 
rechnung des Feddän nur ein annähernd genaues Resultat liefern kann, muss ich sofort 
bekennen. Denn sehr umfängliche, auf diesem metrologischen Gebiete von mir durch- 
geführte Untersuchungen stellen es ausser Zweifel, dass mit einigen Ausnahmen die 
Ellenlängen der Araber nicht immer gleich fixirt blieben, dass daher kein absolutes 
Mass für sie eruirt werden kann. 

Die ältere, sogenannte Tuchelle Makrizfs entspricht der heutigen Baladi-Elle und 
trifft mit dieser in der Normallänge von 0*5826 M. zusammen. Darnach würde sich eine 
häkimitische Käsaba auf 3*884 M., der Feddän auf 6034-18 DM. stellen. Die im zweiten 
Ansatz erwähnte Tischlerelle ist nicht, wie Mahmüd Bey 4 will, mit der Hindäse-Elle 
(iuwIju-gJI) von 0'656 M. identisch, sondern stimmte in der frühesten Zeit wohl mit der 



1 Darauf bezieht sich, was Theophanes (Bonner Ausgabe I, p. 575) a. 699 schreibt: zou sxcoXuas (OüaXto) ypa<peaGai 'EXXrjvum 
tou; Srj[xoa(ou; xfiW }.oyo8e<j(<ov xtiSixa?, äXV 'Apaßioi? auTcc 7tapatrrj[jiaw£a0ai, X^pU töv J^'ftov, stoiBt] aodvaxov t5) izei'vuv yXtija<T7] 
[j.ova8a \ BuaSa \ tpiaSa \ oy.xo 7)p.t<ju ?j rp(a ypacpsa-Oar Sib xai ecos a/7|j.£pov eiaiv aliv ocutoT? voraptoi Xpiartavof. Wenn also 
darnach die Gepflogenheit, in arabischen Urkunden Zahlen und Brüche, wie 1 / 3 oder 8 — J- 1 / 2 -f- V3 ( T P ttx ist nämlich in 
xpiaSa zu verbessern), nach griechischer Weise auszudrücken noch zu Theophanes (813 nach Christi) Zeit üblich war, 
weil sie die Araber in ihrer Schrift nicht darstellen konnten, so muss bemerkt werden, dass damals doch auch die 
freilich viel umständlichere volle arabische Schreibung nebenher angewendet wurde. So finde ich in unseren Papyren : 
,5^ > 3 U ' £ii js^o _j d. h. V4 + % (Feddän) -f- 1 Kirät -)- 1 Dänik, oder i_i,o5 _j CUÜ 3 = V3 und V2 + Ys u - s - w - 

2 Makrizi, De Pond., ed. Tychsen, p. 20. 

3 Chitat, Buläker Ausgabe, Tom. I, p. 103. Vergl. auch Kalkäschandi's Verwaltung von Aegypten, von Wüstenfeld, p. 147 f- 

4 Le Systeme metrique actuel d'Egypte, im Journal asiatique, 1873, p. 100. 



220 



Karabacek. 



alten ägyptischen sogenannten Architektenelle (^L*Jt ^t;jJI), die zwischen 0-77 und 
0-76 M. variirte, überein. Benützen wir für unsere Berechnung erstere Länge, so er- 
gibt sich daraus, , annähernd' dem ersten Ansatz, wie Makrizi sagt, für den Feddän ein 
Flächeninhalt von 5936 DM., was sich also dem österreichischen Joch von 5755*745 DM. 
am nächsten stellen lässt. Dieses letztere Ergebniss trifft überraschend mit dem heute 
noch im gemeinen Leben in Aegypten üblichen Feddän von 5929 DM. zusammen, wenn- 
gleich der amtliche Feddän jetzt 1 mit nur 4200 DM. angenommen ist. 2 

Es stellt sich demnach mit Beziehung auf unsere Urkunde das folgende Schema 
heraus : 

1 Feddän = 0034-18 Quadratmeter 

1 Kirät = % Feddän = 251-42 
% Kträt - % Feddän = 125-71 
% — % Kirät = 100-568 „ 
y i0 Kirät = 25-142 „ 

1 Sahm = 10-475 „ 

Interessant ist, dass das in diesem Schema verzeichnete Ausmass 1 / 2 — 1 / 10 Kirät als 
eine Sammlung von Ueherschüssen aus den Gesammt-Feddäns von dem Rechenmeister 
unserer Urkunde wie ein , geringer Bruchtheil' {jlS) angesehen und fallen gelassen 
wird. Derselbe entspricht 4 / 10 Kirät. 3 

Gestützt auf die vorstehenden Darlegungen, gebe ich nun hier zwei Umrechnungs- 
tabellen, welche in allen künftigen Fällen bei der Lesung ähnlicher Papyri eine wesent- 
liche Erleichterung gewähren dürften. 

L 

Das Flächenmass Feddän. 







Eintheilung des 


Feddän ä 24 Kirät 








Heutige arabische 
Kanzleisiglen 


Benennung 


Feddän 


KiräJ 


24 tel Feddän 






! 


JA* 




1 


24 








} 


-LsLxi" 






1 


% 






7« 








2 


% 








^\dJ> ^ 




% 


3 


% 






III 
f 






% 

1 / (1 Kirät zu viel 
[5 gerechnet; 


4 
5 


% 
•V 

/24 





» Spitta-Bey, I. c. p. 163. 

2 Vor zwei Deeennien war er noch mit 4459\1 □ M. fixirt. Man ersieht daraus das stetige Wachsthum der Lasten für die 
steuer/ahlenden Grundbesitzer Aegyptens. 

3 Vergl. Belädsori, Futüh el-buldän, ed. de Goeje, p. 466: ^\ Ü>\^v3 ^-UXt^ wo das auf da8 Miinzmass 
übertragen, sich auf 4 / 7 Kirat stellt. 



Der Papyrusfund von el-FaijÜm. 



221 





Eintheilung des Feddän ä 24 Kirät 






Heutige arabische 


B e n e n ii u n g 












Kanzleisiglen 


Feddän 


Kirät 


24 tel Feddän 






\ 




% 

/ * 


6 


6/ t 
1 24 






'III 

III 


W y 


Ve + Vs 


7 


V 

/24 






7 






8 


/ 91 






'J 


w y ^ / 


% + % 


9 


/ 24. 






III) 






10 


10/ 

/ ^* 






s J 


^^♦Jj vi>-L> 


Vs + Vs 


11 


u 7 

/ 94- 








i-tt.«a.S 


% 


12 


12/ 
/24 






>lll> 




%+76+y 8 


13 


.13/ 
/24 










73 + % 


14 


7*4 






j 




% + Vs 


15 


15/ 
/24 










% 


16 


16/ 
/24 








i •>4-3? viyJö 


Va + V. + Vs 


17 


17/ 

/24 






e 




%+% 


18 


18/ 
/24 






yo 






19 


19/ 
/ 24 










% + Va 


20 


20/ 
/24 










y 2 + i A+ i /8 


21 


21/ 
/24 












22 


22/ 
/24 








^■♦Jj L_iL»aj 


%+y3+y 8 


23 


23/ 
/24 





II. 

Unterabtheilungen des Kirät. 





Heutige arabische 
Kanzleisiglen 


Benennungen 


S a h m 










1 Däaik 


'4 " 








Raa. 


1 Habba 


8 






P 




% Kträt 


12 






ä. 


(isl^AJ j^aJö =) ^AÄAA- 


2 Habba (= 2 / 3 Kir.) 


IG 








&c>* JöLaj oi^aj 

• y }■■ 


% Ktr. + 1 Habba 


20 • 





222 



Karabacek. 



Wir sind nun im Stande, zur Prüfung der urkundlichen Angaben zu schreiten, in- 
dem zu diesem Zwecke den in den beiden Rechnungen der Uebersetzung deutlich 
sichtbaren Posten mit Hilfe der vorangehenden Feddäntabelle in folgender Weise nach- 
zurechnen ist. 

I. Rechnung mit der Endsumme 1967y 3 + V 8 . 

Ber. II. Dscharadu und Dasüda geben die Hauptsumme Farisi 158y 3 . 

Ber. III. Kalif äh gibt summirt Farisi 118y 6 + l / 8 . Mit Abzug von 3 / 24 als ver- 
bleibender Rest stellt sich die Summe auf 118y 6 . Diese Post gibt mit den beiden 
folgenden Posten FarhäMn und Dscharadu wieder die Gesammtsumme der Feddän 16iy 2 
mit einem endgiltigen Farisi-Reste von 3 / 24 + */, K. — x / 10 K., der zur Seite geschrieben 
werden soll. 

Ber. IV. Tai] und Dscharadu machen zusammen die Hauptsumme Farisi 71%, 
Ber. X. Die Summe vom Anbau Ihrit würde sich auf 9y> + % + 1 / s + x / 2 K. stellen; 
doch ist hievon ein Theil der bereits in die Ihrit - Posten VI. und IX. eingezählten 
Gemüsegärten, nämlich 1 / 8 und 1 ( 10 + K. = 5 / 24 + l / 2 — 1 / 10 K. = */ 4 Feddän — */ 10 K. ab- 
zuziehen, so dass sich diese 2M*-Feddäns auf 9y s + y 4 + y 8 + % K. (mit dem belang- 
losen Ueberschuss von 1 / 10 K.) stellen. Addirt man wieder diese letztere Post mit den 
darunter folgenden Posten von Matül-Schiidscheiwa und Schudscheiwa , so ergibt sich 
daraus eine Summe von 200 1 /., + J / 8 + 1 / 2 K. Kommen dazu vom obigen Rest Ber. III 
Farisi % 4 , so erhält man für Ber. X Farisi die angegebenen 200 + v / 3 + 1 / i -f- J / 8 + 1 /% K.; 
es verbleibt jedoch noch ein Farisi-Rest l x / 2 + y i0 -K. von Ber. III der in die nun folgende 
Zusammenrechnung der Hauptrubrik als , Gesammtsumme der Feddän' einzubeziehen ist : 
diese ergibt sodann 196 7y 3 + y 8 Feddän + y 2 — l / 10 K., also genau die geforderte Summe 
mit einem nicht beachtenswerthen Gesammtüberschuss von 1 00*56 8 DM. 



II. Rechnung mit der Endsumme 1967y 3 + y i0 . 

Da die Summirung der Detailzahlen von Matül-S chudscheiwa nur 253 + 2y 2 K. er- 
gibt und auf die in der Hauptrubrik geforderten 1 / ]0 Feddän + 1 / s K. noch y 2 K. — 1 / 10 K. 
fehlen, so wird der Ueberschuss aus der Summirung des Details von Dscharadu mit 
x / 2 K. — l / 10 K. in 253 + 2 J / 2 K. eingerechnet, worauf sich die beiden Hauptposten auf 
253y i0 + y 2 ly. und 95y 2 + J / 4 + l / 2 K. stellen. Die Addition der in der Hauptrubrik ver- 
zeic.li rieten Feddän ergibt 19(i7'/| + '/ G + y 2 — 1 / 10 K.., was genau der im Texte geforderten 
Endsumme 1 96 7 1 /, + % Feddän entspricht: denn beide sind — 1967 10 / 24 + % — % K. 

Somit ergibt sich für unsere Urkunde endgiltig das folgende deutsche Register: 



Der Papyrusfund von el-Faijum. 



22 



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I— I K> K«H 

h— i rN rS 

p— I l-H 

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Denlcseliriften der phil.-liist. Cl. XXXIII. Bd. 



224 



Karabacek. 



IL 



Name 


Detail 


Gesammtsummen der Feddän 


Matül Schudscheiwa 


128% 

124%+:%+:% K. 


1 253% + %K. 
J 


Dscliaradu 


3% + Vio 

18 + y 2 k. 

74 -1- V 

<^ /6 


1 95% + % + %k. 
( 


jjasucia 






Kalifäh 




118% 


Farhäkin 




39y 2 + y 4 


Tai) 




53% + %K. 


Ihrtt 




1257% 


Scliudscheiwa 




66% + % K. 




Summe : 


1967% + % Feddän 



Wir schreiten, nun zur näheren Betrachtung der Urkunde. 

Da ich die paläographische Verwerthung des in diesen Papyri gebotenen 
Schriftmaterials zweckmässiger in einer gesonderten Arbeit zu geben gedenke, will ich 
vorläufig hier blos das Nöthigste beibringen. ■ 

Die Schrift erweist sich in ihrem deutlichen formellen Ductus als ein leichtes 
Kanzleicürsive, d. h. als die in den Quellen erwähnte sogenannte Urkundenschrift, 
(^L^vJI), welche sich auch in anderen Papyri ähnlicher Kategorie, deren Inhalt aus- 
drücklich mit ^^L^OI, d. i. die Register, bezeichnet ist, wiederfindet. Der Schreiber 
führte die Feder (jJLä) für beide Sprachen. Er bediente sich dabei in mehreren Fällen 
nach althergebrachter Weise des Schwammes, ^>k**A — Gizoyyid, um einige bereits an- 
gefangene Zeilen durch Abwaschen wieder zu tilgen. So setzte er die Zeile 5 urspriing- 
Lioh zu hoch an; man sieht darüber noch die Spuren ...1^ J... von c^JUJ! ^"jJI 
^äjl ^^o. Dasselbe geschah ihm Zeile 23, wo er ausserdem statt g+zd schreiben 

wollte, indem darüber die verwischten Spuren von X* deutlich sichtbar sind. Ueber 
der 31. Zeile endlich sieht man die trotz Verlüschung erkennbaren Spuren von 
J, also eines verfehlt gewesenen s^a^ J^kx», statt äj-^ u^^O-*)- Eine Textcorrectur 
durch Abwaschung findet sich Zeile 10 in vyv]', indem ein verschriebenes yj durch 
Tilgung des in seiner älteren Form hoch aufragenden Zuges in das richtige y corrigirt 
wurde. 

War nun der Ductus unserer Urkunde nach den für mich bisher massgebend ge- 
wesenen Merkmalen in das achte Jahrhundert nach Christi zu setzen, so ermöglicht eine 
Reihe anderer Päpyri des Faijumer Fundes, die Zeit um Vieles genauer zu bestimmen. 
Ein kegisterfragment mit ganz identischem Schriftzug trägt sogar den Namen des 



Der Papyrusfund von el-Faijum. 



225 



Abd el-Melik ibn Rifä'a el-Fahmi, welcher in den Jahren 96 bis 99 und 109 d. H. 
fm 715 bis 717 und 727 nach Christi) Statthalter von Aegypten war, 1 wonach unsere 
Urkunde mit Sicherheit und, wie wir später sehen werden, auch in Uebereinstimmung 
mit den historischen Daten, in diese frühe Epoche gegeben werden kann» 

Als die bemerkenswerthesten Eigentümlichkeiten unserer , Urkundenschrift' sind zu 
erwähnen: die älteste Form des unter die Schriftlinie herabgehenden Final-Mif, die 
sich unverändert noch in der heutigen nordafrikanischen oder maghribinischen Schrift 

erhalten hat; ferner der überhängende Zug des Elif im il, Zeile 2 in J^ff, die erste 
Däl-Form in so^o, Zeile 26, das nach links geneigte He in demselben Worte und in 
äjj^, Zeile 20, 31, welche beide, entsprechend der oben gefundenen Datirung, auch 
schon auf den Dinaren der Jahre 78 bis 80 d. H. nachweisbar sind. 2 Dann das an der 
Basis herzförmig eingebogene Jb mit nach rechts geneigtem Balken: diese Neigung ist 
für den ältesten arabischen Schriftductus ein Kennzeichen, das schon in seiner Mutter- 
schrift, dem Nabatäischen vorkommt und sich in der heutigen nordafrikanischen Schreib- 
weise unverfälscht erhalten hat. Wenn ich noch hinzufüge, dass mit der Verbindung 
des Mim und Nün in ^^yi, Zeile 1, und ^.x», Zeile 25 ff. etc., das früheste Beispiel 
für diesen flüchtigsten Zug constatirt ist, so will ich es für diesmal genug sein lassen, 
zumal die paläographischen Schlüsse nur aus dem Vergleich mit anderen Urkunden ge- 
zogen werden können, was uns hier zu weit führen würde. 

Wir haben also, von den Buchstabenformen weiters absehend, als graphische Eigen- 
heiten noch zwei Momente hervorzuheben: nämlich die Zeile 18 bemerkliche alte, defec- 
tive Schreibweise ^cixJt für ^L*Jt, wobei das Elif productionis zu suppliren ist, und 
eine in zwei Fällen ersichtliche diakritische Buchstabenpunktirung. Auch bezüg- 
lich dieser will ich, ohne mich in eine sehr dankbare nähere Untersuchung einzulassen, 
hier nur darauf hinweisen, dass erstens das Ja, Zeile 1 in die beiden Punkte 

neben einander gesetzt aufweist. Dieser Buchstabe ist, wie eine von mir nach sicher 
datirten Denkmälern entworfene Tabelle lehrt, neben ^ derjenige, welcher am frühesten 
mit seinen diakritischen Zeichen versehen wurde: von ersterem liegen mir die Belege 
in fast geschlossener ßeihe aus den Jahren 81 bis 96 d. H., von letzterem aus 82 bis 
89 d. H. vor. Zweitens bietet unsere Urkunde die Punktirung des Fe, und zwar Zeile 5 
in ^.i, wo der Punkt rechts neben der Schlinge steht, was der Punktirung von 
unten gleichkommt. Damit ist auch das Princip der alten diakritischen Bezeichnung 
des Käf ausgesprochen: es müsste hier mit einem Punkte oben ausgezeichnet werden. 
Diese und die geradezu umgekehrte Punktirung i = F& und s = Käf sind die ältesten 
diakritischen Bezeichnungsweisen der Araber, nur dass sich die letztere speciell über die 
nördlicheren Länder des Islam, wie Kleinasien, Irak 'Adschem, Adserbeidschän u. s. w. 
ausgebreitet und dort selbst bis in das vierte Jahrhundert d. H. hinein sich erhalten 
hat, bevor die heutige Punktirung des Fe — i und Käf = £ sich vollends Bahn ge- 
brochen. 3 Die erste, aus unserer Urkunde ersichtliche Punktirungs weise verbreitete sich 
von Aegypten über Nordafrika bis nach Spanien. 

1 Abü-l-Mahäsin, Annales, ed. Juynboll, Tom. I, p. 256 ff., 294 f. 

2 Der Buchstab He ist für die Beurtheilung der arabischen Schriftentwicklung' am massgebendsten. Seine Entwicklungsfähig- 
keit gegenüber dem Elif steht in dem Verhältniss von 1 : 10, oder, um nach einem von mir aufgestellten Buchstabenschema 
ku urtheilen, stehen ungefähr 1000 He-Formen 100 EHf-Formen gegenüber. Bei Datirungen von Schriftdenkmälern ist dem- 
nach auf das He ein Hauptaugenwerk zu richten. 

3 Das jüngst datirte Beispiel für s = 9 liegt mir aus el-Merägha vom Jahre 347 d. H. = 958 bis 959 nach Christi vor. 



22»; 



Karabacek. 



"Wohl könnte es bei nur oberflächlicher Betrachtung unseres Papyrus so erscheinen, 
als wären noch andere Punktirungen an ^ Zeile 3, 9, 18 und »LaJLs Zeile 27 von 
dem Schreiber beabsichtigt gewesen, denn an sämmtlichen dieser Wortstellen sieht man 
deutlich je einen verschieden darüber gesetzten stärkeren oder schwächeren Punkt. Dem 
ist nicht so. Diese Punkte sind blos Schreibertüpfel, d. h. der das Register führende 
Kätib machte, indem er, nach der heute noch üblichen Weise sitzend, den Schreibstoff 
in der Hand und auf das Knie gestützt, mit dem Kalam seines Amtes waltete, wie es 
bei eiligem Zuge oder mit nervöser Hand geschehen kann, Tüpfel, seien sie nun in 
Folge des plötzlich unterbrochenen Zuges oder eines rasch wieder aufgegebenen Schrift- 
ansatzes und dergleichen mehr entstanden. So Zeile 3 in über dem Endzug 
des zweiten Ja; dann Zeile 9 auf dem ersten und über dem Endzug des zweiten Jä im 
gleichen Worte: der letztere Punkt ward offenbar nach plötzlicher Unterbrechung des 
von unten herauf kommenden griechischen Bruchstriches getupft; endlich Zeile 27 und 
28 über slnJLa und Auch der griechische Text weist solche bedeutungslose Punkte 
auf, wie Zeile 13 über ^ />, Zeile 25 über o in 085' und Zeile 17 neben Yj'. In Zeile 
32 ist aber der zwischen dem arabischen und griechischen Text gesetzte kräftige Punkt 
eine Interpunktation, wie sie in gleicher Anwendung auch noch in anderen dieser 
bilinguen Texte üblich ist. 

Nach diesen graphischen Bemerkungen gehen wir an die Untersuchung der in vor- 
liegender Urkunde aufgezählten Localitäten. Ein nur flüchtiger Einblick in ihre 
Namensliste würde, wenn über ihre Herkunft aus dem Faijüm nichts bekannt geworden 
wäre, trotz des darin siebenmal vorkommenden wohlbekannten Ortsnamens oo>s>t Ihrit, 
für die örtliche Bestimmung des Documentes noch kein positives Resultat liefern können, 
da der arabische Geograph Jäküt zwei Dörfer dieses Namens aufführt: eines im ober- 
ägyptischen District el-Behnesä, das andere im Faijüm. 1 Den Zweifel lösen uns erst die 
von keinem unserer alten Geographen überlieferten Namen Dscharadu und Kalif äh. 

Ersteres kommt nicht nur in der bekannten, aus dem Jahre 777 d. H. (Februar 
1376 nach Christi) datirenden Einschätzungsliste der ägyptischen Städte und Dörfer, 2 
sondern auch in dem von der französischen Expedition herausgegebenen Ortsverzeichnisse 
Aegyptens vor: 3 hier wie dort steht der Name in der Rubrik von el-Faijüm und wird 
jjys. geschrieben. Unsere Urkunde zeigt einmal, Zeile 4, die Lesart !jt>l^&., an den übrigen 
Stellen (Zeile 8, 10, 25). Diese Schreibung 1^ — stimmt indess mit anderen Ortho- 

graphien des genannten mittelalterlichen Ortsverzeichnisses, wie \y+~+* Basmü, !^^> Dakru, 
\yjj» Schenü u. s. w. überein. 4 

Die zweitgenannte Localität »Luis ist wohl sLäjJLi" zu punktiren und dann identisch 
mit dem in der Liste von 777 d. H. aufgeführten Faijümer Ort auLJUi ,Naklifeh', 5 wozu 
die französische Liste zwei Localitäten: juLJUuJ! iLc^ö und jtäJLäj ,Naqälifeh l6 bietet. Die 
Identität ist also in die Augen springend, nur dass diese zuletzt angeführten Formen den 
koptischen Pluralartikel ri in die arabische Orthographie hinübergenommen haben. Sieht 

1 Mu'dschem el-huldän, ed. Wüstenfeld, Tom. I, s.v. — üers. Müsch tarik, ed. Wüstenfeld, p. 30. 

2 Relation de 1 Egypte par Abd-Allatif, par S. de Sacy p. 682, wo auch eine zweite Faijümer Localität sjuü.) 
verzeichnet ist. 

3 Description de l'Egypte, E. M. XVIII, 3° partie, p. 127. 

* Rel. de l'Egypte, p. (536, 638, 642. 
■' Bei. de l'Egypte, p. 683. 

• D. E. p. 128. 



Dek Papyrusfund von el-Fauum. 



227 



man davon ab, so wird durch, unser sUJj, das wohl nicht mit eingeschaltetem Elif pro- 
ductionis (sUJU) auszusprechen ist, auch die Vocalisirung der Sacy' sehen Vorlage 
corrigirt. 

Zu bemerken ist hier noch, dass die den beiden soeben behandelten Namen vor- 
gesetzte Bezeichnung uu^ rif nicht etwa auf die unter diesem Namen bekannte Land- 
schaft in Unterägypten bezogen werden darf: rif bedeutet überhaupt ein Culturland, 
gleichviel ob es in Ober- oder Unterägypten gelegen ist. 1 

Grösser sind die Schwierigkeiten der Lesung, beziehungsweise Bestimmung der 
übrigen Ortsbezeichnungen unseres Papyrus, von denen, mit Ausnahme Ihrits, keine 
in unseren alten arabischen Geographien zu finden ist. Ich nehme sie der Reihe nach 
durch, gebe jedoch die Erklärung theilweise mit allem Vorbehalt. 

Zeile 2, 19, 24: *yje J^k*; 20, 31: s^. 

Ueber die Fixirung der einzelnen Buchstabenelemente kann kein Zweifel obwalten. 
Ausserdem bieten die wiederholt citirten Listen den Faijümer Ort JjJa» MatüP und 
Jyhx &£.yj (Kanal Matül), 3 der also auf unser J^iox» hinweist. Schwierig ist die Erklärung 
des Zusatzes s^-^ 1 , dessen Punktirung bis auf Weiteres zweifelhaft bleiben wird; doch 
kann das Wort die nähere topographische Bezeichnung enthalten. Ich denke dabei in 

Ermangelung von etwas Besserem an das Deminutiv von s^. So heisst ein Gebirgs- 

fluss in Tihärna, der vom Berge Fahl herabkommt; 4 und da viele arabische Stämme aus 
dem Hidschäz in Aegypten eingewandert sind, liegt die, übrigens durch andere Beispiele 
begründete Vermuthung nahe , es möge dieser altgewohnte Name in entsprechender 
Uebertragung auf die neuen Verhältnisse in Aegypten fortgelebt haben. Wir würden 
also, falls dies richtig wäre, hierin, wie in J^iax einen Hinweis auf die künstliche 

Bodenbewässerung, welche nach Kalkaschandt 5 im Faijüm ihr eigentliches Gebiet hat, 
finden. Ob es aber trotzdem nicht besser wäre, in unserem »yj^ geradezu eine alte ein- 
heimische, nur durch die Araber vermittelte Namensform zu suchen, mag den Aegypto- 
logen zur Entscheidung überlassen bleiben. 
Zeile 3, 5, 9, 18: ^ ^i. 

Wenngleich in diesem Worte ein altüberlieferter Ortsname stecken mag, möchte 
ich doch auf die im Siüt' sehen gelegene Localität x+*»j>j± t! und die in der Provinz 
Damiette befindlichen theils zerfallenen, theils noch blühenden Dörfer cjL»oji 7 verweisen. 
Eine Papyrusurkunde unserer Sammlung, vom Jahre 175 d. H. (791 bis 792 nach Christi), 
bietet den mit unserem ^ offenbar identischen Namen in der contrahirten Schreibung 

« Kel. de l'Egypte, p. 266 ff., 378 ff. 

2 1. c. p. 684. 

3 D. E. p. 127. 

4 Zaniachschari, Lex. geograph., ed. M. Salverda de Grave, p. 91, 124; Jäküt, Mu'dschem, 1. c. s. v. 

5 Die Verwaltung Aegyptens, von Wüstenfeld, p. 105. 

6 D. E. p. 78. 

7 D. E. p. 190. 

8 Ich bemerke, dass man bezüglich der zweiten Gruppe keinesfalls an eine Auflösung in und damit etwa an 
Bana denken dürfe, wenngleich Lo als ein dem Faijüm naher Ort und District erwähnt wird (Muschtarik, 1. c. p. 67). 
Weiters verbieten sich aus den oben entwickelten graphischen Gründen alle die auf eine Lesung gestützten Combi- 
nationen, wie ^13, z. B. J^^o ^ji", oder J^i*, ,Kanal des Si', trotzdem Ortsnamen wie (Provinz Theben), 

(Provinz Siüt) vorkommen und die ägyptischen Kanalnamen meistentheils auf die Niederlassungen selbst über- 
gegangen sind, wofür die vielen mit - 1 u. s. w. zusammengesetzten Dorfnamen Zeugniss geben. 



22 g 



Karabacek. 



Zu Dasada, Zeile 4, 2G, weiss ich nichts beizubringen. Hingegen bezüglich 

^ajUc^, Zeile 8, 28, dürfte es entschieden richtig sein, dies Wort ^'Lsy Farhdkin zu 
punktiren. Ich sehe darin die Ueberlieferung des alten ägyptischen Namens der den 
Eingang zum FaijCim beherrschenden Festung Pa Bd-Chemchoper, 1 heute Ildlmn (Elldhün). 2 

Zeile 10, 29: ^ie ob) ,das Marschland Taij' bietet keine Schwierigkeit: es ist 
offenbar nach den in Aegypten seit der Eroberung eingewanderten Taij -Arabern, deren 
Familiennamen sich aus unseren Papyren mehrfach ergeben, so benannt. 3 

Wenn wir nun die Angaben unserer Vermessungsurkunde mit der obengenannten 
Einschätzungstabelle vom Jahre 777 d. H. vergleichen, worin die nach dem Kataster 
bestimmten Erträgnisse von 

D schar adu, 1409 Feddän auf 6500 Dinar 
Matül, 4320 „ „ 12.000 „ 
Kaiifäh, 4671 „ „ 20.000 „ 
Ellähün, 1660 „ „ 3000 „ 

sich stellen, so ersehen wir daraus nur, dass unsere Urkunde den Kataster eines auch 
in seinem Steuererträgniss wenig ergiebigen, weil sehr geringen Bruchtheils der soeben 
aufgezählten Landesstrecken repräsentirt. 

El-Faijüm ist eine der grössten und am schönsten cultivirten Provinzen Aegyptens, 
mit vielen Gärten, reich an Feldfrüchten, Obst, wohlriechenden Gewächsen und er- 
giebigstem Anbau von Nahrungsmitteln. 1 Ihr Boden enthält, wie wir es verschiedenen 
unserer Papyri entnehmen, vorzugsweise eine xaä3 ^ö^i d. h. reine Erde. Es ist dies 
unter den dreizehn Bodenarten, welche man in der alten Landwirthschaft Aegyptens 
unterschied, 5 diejenige, welche von allen Spuren dessen, was im vergangenen Jahre 
darauf gewachsen war, befreit ist und weiter - keiner Arbeit zur Einsaat irgend einer 
1 Yuchtgattung bedarf. Für jeden Feddän solcher Erde war, laut unseren Papyren, schon 
im zweiten Jahrhundert d. H. der Steuerbetrag von 1 Dinar (4*25 Gramm Gold) an die 
Staatscasse, JLjf c^j, zu entrichten. 

Unser Papyrus spricht nun erstlich im Allgemeinen von Saatfeldern, worunter in 
vorderster Linie wohl an den Anbau von oJI triticum, ^ajuUI hordeum, s^jJ! dura, ^ifl 
oryza u. s. w. zu denken ist. Dann kommen gelbe Rüben, <Ui\ daucus carota; 1 ' 
ferner werden Zwiebel, Joa.J! eaepa, der Anbau in Gemüsegärten, J^iLJI, und endlieh 
Weinreben, ^Jül, notirt. Von diesen letzteren finden wir zwei Sorten, die ^ ^»ds und 
PjS besonders hervorgehoben. 

Was die erste Gattung, die ÄWA6-Weinreben betrifft, so möchte ich — falls diese 

Lesart die richtige ist und nicht etwa dafür ^ d. h. nach dem Geschmack des 

Saftes etwa ,zuckersiisse Weinreben' übersetzt werden muss — darunter alte Ab- 
senker-Weinreben verstehen, die man zur Fortpflanzung benutzte, indem ihre am Stocke 

' Maspero, Gesch. der morgenl. Völker, p. :57!t. Nach II. Rrugsch, Lex. p. 501 : PI - So Hern - He PeR R'A. 
Vgl. die verschiedenen Sehreibweisen bei Istachri, ed. de Goeje, p. 60; Ihn Haukal, ed. de Goeje, p. 98, 105; Merfisid, 
ed. Jnynboll, III, p. 1; Abülfeda, Gi'ogr., ed. Schier, p. 86; Rel. de l'Egypte, 1. c. p. 087 etc. 

3 Makrizi's Ahhandl. über die in Aegypten eingewanderten arab. Stämme, von Wüstenfeld, p. 7 ff. 

4 Kalkaschandi, 1. C. p. 101 f. 

1 Kalkaschandi, 1. c. p. 162 f. — Makriz i, Chit. I, p. 100. 

c So sind die unpunktirten Züge unseres Papyrus zu lesen; nicht etwa cicer. Für Kichererbsen wird ^jq^» (in den 

griech. Papyri i'po[5oc) gebraucht. 



Der Papyrusi^und von el-Faijum. 



229 



sich stark ausbreitenden Zweige niedergebeugt und mit Erde bedeckt wurden 
f»yCH ^L-*aä), damit die Wurzeln des Auges sich entwickeln und junge Stöcke treiben konnten. 
Die Wortbedeutung von ^6.2, welche auf das starke Ausbreiten der Aeste nach der Länge 
geht, 1 kommt dieser Erklärung entgegen, während die Wurzelbedeutung von ^ deutlich 
auf das Abschneiden, Beschneiden zurückführt. Aus den Kadhb-Weinstöcken wäre also 
mittelst Senker eine Art vom alten Stamme nicht getrennter Setzlinge gezogen worden. 2 
Wie schon Tha älibi 3 berichtet, erfreuten sich eben die ägyptischen Reben eines aner- 
kannten Vorzugs wegen des hoch erreichbaren Alters ihrer Stöcke. 

Bezüglich der zweiten Gattung, der c Iraclh -Weinreben, erhält diese Lesung des un- 
punktirten Wortes durch das Tädsch el- c arüs 4 eine Gewähr. Dort heisst es: o^is» u^*. 1 ' 
Läj^»£ X^o ^-^W ^J*x? tj^wJt tXi'^ JykM. Also (jäj-c bezieht 

sich auf das in die Breite-Treiben des Weinstockes, in Folge dessen derselbe im üppigen 
Trieb stark verästelt und buschig erscheint. Hier geht demnach, gleichwie bei dem 
vorher besprochenen Ausdruck, die Unterscheidung der Weinsorte wieder auf das Ge- 
wächs, welche Eintheilung übrigens auch in unserer heutigen Weincultur noch ihre 
Geltung hat. 

Es erübrigt nur noch, bevor wir diese Urkunde verlassen, den Versuch ihrer ge- 
naueren Zeitbestimmung zu unternehmen. Schon früher wurde bemerkt, dass uns hiebei ein 
Papyrusfragment mit dem Namen c Abd el-Melik ibn Rifä'a auf die Jahre 96 bis 99 und 
109 d. H. hinweist. Diese Daten stimmen nun, wie ich für diesmal nur kurz erläutern 
will, mit denjenigen historischen Thatsachen, welche nothwendig auf den Inhalt unserer 
Urkunde bezogen werden müssen: ich meine die erste Katastrirung Aegyptens im Jahre 
106 d. H. (724 bis 725 nach Christi). Zu jener Zeit verwaltete daselbst das Amt eines 
Steuereinnehmers (Joele) der einflussreiche, wegen seiner unerhörten Bedrückungen von den 
koptischen Christen gefürchtete Ubeid-allah ibn el-Habhäb. Da die Grundsteuer von 
Jahr zu Jahr in Folge der inneren Unruhen und wegen Mangels eines diesbezüglichen 
Kanons (^ydü) in stetiger Abnahme begriffen war, so führte derselbe im genannten Jahre 
ünter der Regierung des Chalifen Hischäm eine genaue Vermessung (äL^lw») des ge- 
sammten Cultur- und Ueberschwemmungsgebietes von Aegypten durch, welche, die von 
den Fluthen des Nil nicht erreichbaren Strecken (ojä) und • den sogenannten Wasach- 
Boden'' ausgenommen, allein 30,000.000 Feddän ergeben haben soll. In den Kataster 
wurde indess Alles aufgenommen und der darin verzeichnete Grund und Boden nach 
einem sehr billigen Berechnungsmodus mit 4,000.000 Dinar besteuert. So viel vom 
Historischen. Diese Nachricht, verglichen mit dem Inhalt unserer Urkunde und in An- 

1 Butrus el-Bistäni, Muhit s. v.: L(jLac\ CUk**o_j vJUJU> JfS- 

2 Ein mir befreundeter arabischer Chodcha in Kairo erklärte auf meine Anfrage ^^.Jas gleichfalls mit ,Steckliug -Wein- 
garten'. Obwohl auch einen abgehauenen, abgeschnittenen Zweig bedeutet, so geht dies doch nur auf das 
im Frühjahr übliche , Beschneiden' oder ,Putzen' der Weinstöcke, was hier nicht in Betracht kommt. Der durch diese Be- 
schneidung erzeugte Abfall, von dem nur selten die besseren Stücke als Setzreiser verwendet werden, heisst ? ^5ü\ ÄjLös; 
das eigentliche Setzreis heisst hingegen ^iÜiÄx^^i. Makrizi, 1. c. I, p. 103; Tädsch el-'arüs, I, p. 154. 

3 Latäif ul-ma'ärif, ed. de Jong, p. 97. 

4 Tom. V, p. 43. 

5 »die Unreinheit', bezieht sich auf jeden Boden, dessen Unkraut nicht gehörig ausgejätet ist, so dass die Saat mit 
dem Unkraut vermischt aufgeht. Kalkaschandi, p. 153. 

6 Makrizi, Chit. I, p. 99, wo wahrscheinlich 3,000.000 zu lesen ist. Abü-l-Mahäsin, Annales, ed. Juynboll, I, p. .50, 
stellt die Summe noch übertriebener auf 100 Millionen Feddän. 



230 



Karabacek. 



betracht, dass die graphische Identität derselben mit dem genannten Papyrusfragment des 
r Abd el-Melik ibn Rifä'a erweislich ist, genügt meines Erachtens vollständig, um das 
vorliegende Stück ohne Wagniss als ein überrestliches Document aus der Zeit der ersten 
Katastrirung Aegyptens durch die Araber ansehen zu können. Dass dasselbe keine 
Unterschriften trägt, ändert nichts daran; denn diese sind entweder am untern Rande 
abgerissen worden, oder es gehört in eine Reihe mit denjenigen öffentlichen und pri- 
vaten Urkunden des faijümischen Fundes, welche aus uns unbekannten, doch verschie- 
dentlich erklärbaren Gründen ohne Vollzug der Unterschriften geblieben sind. 



IL 

Bodenzins- Quittung. 

Arabisch-griechisch; Ramadhän 203 d. H. = März 819 nach Christi. 
Grösse: 17*5 bis 18-5 Centimeter ins Quadrat. — Zweiseitig beschrieben. Guter feiner 
Stoff von heller gelbbrauner Färbung; 13 Schriftzeilen. Abgebildet: Tafel II. 

Text. 

Lg.niO JoJ^U Jwci'Luo 1 ^.AÄjt> &*Jp! ^yo o!^~«aJt ^y+^+i SpI^j 2. 

aLt^ ^d! jc*3)I i^y^» (5^^ tM^j (j-? asAJ'l cXac ^.3% i^yüij ^Jt 3. 

j^^jöLo^ vi>Jj' Räa«J Jj^.j ^ xaJ! tXx£. iaxi £ kÄj<X»J! ,jö)l ^ye 4. 

^Läjo^ £ J^sLax 1 ^.aäjO &xiy$\ ^j'KJI u>d_ö Jüb 5. 

^ajLo^ kiyJj' üÄav.J 6. 

^JU <Xg-ci 7. 



,jLä*) ^-g-co 3 12. 
.0 i^jj+A/i ^./e o-vÖAi' 13. 



Uebersetzung. 



1. Im Namen Gottes des Allbarmherzigen! 

2. Quittung für Maimün, den Geldwechsler, über vier Dinar des Mitskälfusses neuer 
Prägung. Er bezahlte sie 

3. an Ja'küb, den Secretär des 'Abd-alläh ibn Naufal. Sie sind die Steuer von 
dessen Grundstück, welches er (Maimün) ihm bebaut hat 



1 Defectivschreibunpj für ^ölj >■ 

2 Defective Schreibart für ,l>o.> 
' Schreibfehler: <io.>l**w<. 



Der Papyrusfund von el-Faijüm. 



231 



4. innerhalb des Territoriums der Stadt (el-Faijüm) auf dem Acker des 'Abd-alläh 
ibn Naufal für das Jahr zweihundert und drei. 

5. Es hat demnach Ja'kub der Secretär die vier Dinar des Mitskälfusses wirk- 
lich empfangen im Monat Ramadhän 

6. für das Jahr zweihundert und drei. 

7. Es geben Urkund dessen Zeugniss: 

8. Hamil ibn Musa el-Chaulänijj ; er schrieb (hierher) sein Zeugniss im Monat Ra- 
madhän des Jahres zweihundert und drei. Dinar: 4. 

9. Und Muhammed ibn Schüäib el-Kudürijj ; er schrieb (hierher) sein Zeugniss 
im Monat Ramadhän des Jahres zweihundert und drei. 

10. Und Jäsin ibn Zeid el-Kirabijj; er schrieb sein Zeugniss auf Grund der Ein- 
bekennung dessen, was in dieser Urkunde steht von Seiten des Secretärs Jäküb. 

11. Und Hamdün ibn Zubeir; es schrieb in seinem Auftrag, in seinem Laden sein 
Zeugniss: Jäsin ibn Zeid. 

12. Im Monat Ramadhän. 

13. Ich (Ja'küb) empfing von Maimün 4 (Dinar). 



Diese Quittung (Zeile 1 bis 7, 12 bis 13) ist von der Hand des Ausstellers und Se- 
cretärs Ja'küb geschrieben; die übrigen Zeilen sind eigenhändige Unterfertigungen dreier 
Zeugen: Hamil, Zeile 8; Muhammed, Zeile 9; Jäsin, Zeile 10. Zeile 11 ist ebenfalls von 
dem letztgenannten geschrieben, und zwar im »Namen des schreibunkundigen vierten 
Zeugen Hamdün. 

Die Schriften bieten sich in kräftigen, wenig eleganten Cursivzügen dar, welche, 
charakteristisch für die landesübliche Schreibschulung der ägyptischen Mittelclasse, von der 
zweiten Hälfte des II. bis gegen die Mitte des III. Jahrhunderts d. H. in vielen Privat- 
urkunden wiederkehren. Wir bemerken hier bereits, soweit es die Schriftzüge ohne Schädi- 
gung ihres constitutiven Charakters eben erlauben, sehr deutlich das Streben nach cursi- 
vischer Verkürzung und Ligirung. Das Final-IZe, Zeile 1 in «JJf und an andern Stellen, zeigt 
schon genau jene offene Form des flüchtigsten Zuges, welche man noch immer fälschlich 
als ,persisch' oder , türkisch' zu erklären pflegt, deren arabische Entwicklung indess 
von mir längst dargelegt worden ist. 1 Nicht minder cursivisch zeigt sich das in einen 
geraden Strich aufgelüste Dal, Zeile 9 in xjoL^-ci, das von seinem Balken befreite Kef, 
Zeile 7 in A!i>, Zeile 9 in u. s. w., während gewisse Buchstaben, wie das bereits 
(Papyrus I) geschilderte Final- Elif und die grossbogige Initiale des c Ain (Zeile 3 bis 4), 
welche beide in diesen Formen noch den heutigen nordafrikanischen Schriftzug charak- 
terisiren, eine Reminiscenz aus ältester Zeit bilden. 

An Ligaturen cursiver Natur finden wir hier das unmerklich in Final-./r* über- 
gehende Läm in J,t Zeile 3, Jlä Zeile 7, 10 und die Verbindung ycJü Zeile 4, 6. — 
Diakritische Zeichen sind nicht vorhanden, denn die Pünktchen zur linken Seite der 
Textzeilen sind Tüpfel oder Interpunctationen, wie eine solche auch vor dem griechi- 



1 Vgl. meine ,Beiträge zur Geschichte der Mazjaditen', p. 48 f. 
Denkschriften der phil.-Mst. Cl. XXXIII. Bd. 



30 



2V>2 



Karabacek. 



sehen Zahlbuchstaben <5, Zeile 8, 13, sich befindet. — Als eigenthümliche defective Schreib- 
weisen sind j.äjJ> und ^.AÄjJ» statt )Lui> und ^ubö, wie auch das Zahlwort ^ajU statt ^aJoLo 
hervorzuheben. Letztere Schreibung kehrt nicht nur in allen mir vorliegenden Papyri dieser 
Zeit wieder, sondern sie findet sich auch auf einem ägyptischen Dinar vom Jahre 204 d. H. 1 
Ich gehe nun zur Besprechung der in dieser Urkunde erwähnten Eigennamen und 
zur Rechtfertigung ihrer Lesung. Die Schwierigkeiten in dieser Hinsicht beginnen erst 
mit den Namen der Zeugen, Zeile 8. Die erste, von mir Ju+a» gelesene Namensfertigung 
ist durch ein Loch im Papyrus beschädigt. So viel ist indess davon noch übrig, dass 
man wirklich nothwendig so oder Juy*&. Dschamil und nicht etwa Juäs*. zu lesen hat. Die 

hinter seinem Patronymicon stehende Nisbe erkläre ich als (3^j.=U el-Chaulänijj, wie- 
wohl der Zug fast wie ^bLil aussieht. Meine Lesung ist jedoch vielfach aus andern 
Papyri gesichert, wo sogar die Defectiv-Schreibung erscheint. El-Chaulänij ist eine 

speeifisch in Aegypten häufig vorkommende Nisbe; sie geht auf ^J$j~>.jXi, einem jemenischen 
Stamm, zurück, von dem einige Familien schon mit Amr's Heer zur Eroberung Babylons 
nach Aegypten kamen. Nach der Einnahme der Stadt, als um das Lager herum den 
Stämmen die Plätze zur Ansiedelung ausgesteckt wurden, erhielten auch die Banü Chau- 
län den ihrigen angewiesen, und so entwickelte sich in der hier neuaufblühenden Stadt 
Fostät auch das Quartier derselben; es hiess von nun an ,die Strassen Chaulän'. 2 

Demnach finden wir auch in Aegypten die doppelte Nisbe J^a+Jf Jj^fjiM. 8 

Die Nisbe des zweiten Zeugen, Zeile 9, stellt sich bei genauem Zusehen in ihren 
Elementen zweifellos als ^^0<&)\ heraus, was wohl einzig zulässig nur ^»jJdUf geben 
kann: diese Nisbe geht also auf einen Händler mit Kochgeschirren (^jjLä'i! *aj Jl). 1 

Sehr schwierig scheint auf den ersten Blick die Deutung der Nisbe des Jäsin, ^ydS 
Zeile 10; denn so sind die Buchstabenelemente' zu fassen. Da sich das Medialem im 
Schriftzug des Jäsin deutlich von den Medialschlingen des Fe und Kdf unterscheidet, so 
ist daraus ersichtlich, dass wir hier weder ^J^tfl noch ^jy^t lesen dürfen. Unter den 
verschiedenen für unsere Wortform zulässigen Combinationen, wie ^jj-Ä^f, ^I^äJI, ^I^äJI, 

^jI^LäH, u. s. w./' scheint mir einzig nur die Lesart Jj^äJ! eine Berechtigung zu haben, 

zumal das Muschtabih 6 geradezu auch einen Aegypter mit dieser Nisbe aufführt. 

Es bleibt nun noch der ziemlich schwer lesbare Name des vierten Zeugen übrig: 
llamdün, dessen Initialzug ein eigenthümliches Aussehen hat. Die Erklärung dafür ist 
folgende: Jäsin, der für den schreibunkundigen Hamdün eintrat, irrte als er die Feder 
für den letzteren ansetzte und wollte nochmals seinen eigenen Namen schreiben; er be- 
gann schon mit L und fuhr dann, als er den Irrthum gewahr wurde, mit dem Kalam 
über diese beiden Buchstaben um ein -a. daraus zu bilden. Aus diesem Grunde sieht die 
Form desselben ungewöhnlich aus. Man vergleiche damit nur das L im darauffolgen- 
den j^Li Jäsin, um diesen Vorgang als bewiesen zu erkennen. 

1 Catalogue of Oriental Coins in the British Museum, ed. St. L. Poole, Vol. I, n° 254. 

2 Wo sie auch einen schönen Gebetplatz wie in der Keräfe besassen. Kalkaschandi, 1. c. p. 51, 53; Madrizi, Chit. II, 
p. 151; Abü-l-Mahfisin, I, p. 730. 

3 Abfi-l-Mahäsin, 1, p. 385; andere Beispiele ebendaselbst p. 325, 331, 350 etc. 
1 Sojftti, Lubb el-lubab, ed. Veth, I, p. 204. 

5 Dsahabi, Muschtabih, ed. de Jong, p. 300, 399, 421. 
8 Dsahabi, 1. c. p. 420. 



Der Papyrusfund von el-Faijüm. 



233 



Was zu dem Inhalt unseres Schriftstückes zu bemerken ist, lässt sich kurz fassen. 
Dasselbe ist eine Quittung über die auf Grund des sogenannten Muzära'a- Vertrags ge- 
leistete ßodenzinsung resp. Grundsteuer (—f^). Dieser Vertrag besteht darin, dass 
ein Grundeigentümer (^ö^l Jemandem ein Stück Landes auf eine bestimmte 

Frist zum Beackern und Besäen überlässt, wofür er sich einen gewissen Antheil an den 
Ernteertrag ausbedingt. Dieser Antheil belief sich in der ältesten Zeit auf die Hälfte 
des Ertrages, wurde aber nach und nach auf ein Drittel, ein Viertel u. s. w. herabge- 
setzt. Ein positiver Betrag in Geld oder Naturalien durfte nicht stipulirt werden, denn 
sonst würde sich die Muzära'a in einen Pachtvertrag verwandelt haben. Derjenige, welcher 
sich zum Beackern und Besäen verpflichtet, heisst g^MI« Zu den Bestimmungen des Mu- 
zära'a -Vertrags gehört nun auch die Verpflichtung des Grundeigenthümers zur Zahlung 
der auf dem Bodenstück ruhenden Grundsteuer und andern Leistungen, ausgenommen, 
wenn hierüber eine besondere Abmachung getroffen worden ist. 1 

Ein Papyrus des faijümischen Fundes, 2 dessen Inhalt eben solch ein Muzära'a -Ver- 
trag bildet, besagt also, der vorstehenden Darlegung entsprechend, ausdrücklich von dem 
Bebauer des Grundstückes, y^^^ <S^> \-%+?)y* '-^'^ dass er , weder von 

der Grundsteuer noch von den ausserordentlichen Auslagen für das Grundstück irgend 
etwas zu tragen' habe. Unsere Quittung hingegen lässt es für den derselben zu Grunde 
liegenden Muzära'a-Vertrag ersichtlich erscheinen, dass Maimün der Bebauer, contract- 
mässig für die auf dem Grundstücke des Abdallah ibn Naufal lastende öffentliche Steuer 
(^Ijä.) zu Händen von dessen Secretär und in Gegenwart der gesetzlichen vier Zeugen, 
4 Dinär bezahlt habe. 

Unter der für diese Geldsumme gebrauchten Bezeichnung: doj^L JusULo ^ilij bi- 
näre des Mitskäl-Fusses neuer Prägung' ist das Gepräge der neuen Emission vom 
Jahre 203 d. H. zu verstehen, deren Stücke auf ein damals bestimmt normirtes Ge- 
wichtsmass (Mitskal) geschlagen worden sind. Von dieser Sorte des Jahres 203 liegen 
mir einige Exemplare vor. 3 Sie wiegen durchschnittlich 3*80 Gramm und dieses Gewicht 
repräsentirt den Normalmitskal für die gesammte Ausprägung, dem gegenüber wieder 
im Verhältniss von 7 / 10 sich die gleichzeitigen cursirenden Dirhems (Drachmen) in der 

Rechnung auf ^ ^n*" ~ = ^ ^ Gramm stellen müssen. 



III. 

Wohnungszins-Quittung. 

Arabisch, Jahr 249 d. H. = 863 nach Christi. 

Breite 12 Centimeter, Höhe 14 Centimeter. — Zweiseitig beschrieben. Grober Stoff 
von dunkler, röthlichbrauner Färbung; 12 Schriftzeilen. Abgebildet: Tafel III, n° 3. 



1 Tornauw, Das mosl. Recht, p. 122 ff. 

2 Ztschr. d. D. M. G. XXXIV, p. 686 f. 

3 Beschrieben in Tie se nhaus en, Monnaies des Khalifes Orientaux, n° 1738; Catalogue of Oriental Coins etc., I, 
p. 96, n° 267. 

30* 



234 



Karabacek. 



Text. 

oJLsj 'fyjJ! UjI, 2. 

Jtol J'y-*-* s>f^' ^J-Xl ^.4^ j^^X) OMAAS* 4. 

Lül, 7. 

^jj|4> &üö LvojI^ ^.u, i [ ] ^ 8. 

J^l üäa« Jj! ^jjo 6 ^jö'Uo^ ^.aju^ 10. 

j.J 11. 

^.AAJjlj 7 iÜUAfc 3 12. 



Uebersetzung. 

1. Und weiters die drei Dirhem und den Halben (Dirhem). 

2. Und weiters die drei Dirhem und den Drittel (Dirhem). 

3. Im Namen Gottes des Allbarmherzigen.! 

4. Ich empfing von 'Alt ibn Hasan den Preis der Miethe der Wohnung seines 

Sohnes : 

5. Die drei Dirhem und den Drittel- (Dirhem) vom Jahre acht 

6. und vierzig und zweihundert. Er schrieb mit seinem Federstrich. 

7. Und weiters empfing ich von 'Ali die drei (Dirhem) und den Halben (Dirhem) 

8. zu Ende des MescMr. Und weiters die drei (Dirhem) weniger einen Dänik. s 

9. Und nichts bleibt ihm übrig (zu bezahlen) von der Miethe des Jahres acht 

10. und vierzig und zweihundert, vom Beginne des Jahres d. i. dem ersten Payni 
bis zum 

11. Payni des Jahres 

12. neun und vierzig. 



1 Der Papyrus hat (C »a. v x]\. 

2 Fehlerhaft statt: (•jW-»'- 

3 Statt: ^^JU. 

4 In Folge Durchstreiehung unleserlich. 
: ' Fehlerhaft statt: Uj- 

6 Statt: ^^XiL». 

7 Fehlerhaft statt: 
s '/ 6 Dirhem. 



Der Papyrusfund von el-Faijüm. 



235 



Von dieser überaus flüchtig geschriebenen Urkunde gilt in Beziehung auf den aus 
ihren Schriftzügen hie und da hervortretenden schulgerechten Schriftcharakter, noch so 
ziemlich dasselbe, was über den graphischen Inhalt des vorausgegangenen Papyrus gesagt 
worden ist. 

Bemerkens werth erscheint die Art und Weise des Ansatzes kleiner Initialen in RxJLi 
Zeile 8, wo das Tse als Spitzwinkel unter die Schriftlinie geht; dann die Ansätze dieses 
Buchstabens im gleichen Worte, Zeile 5, und das ße in auj^j Zeile 10, 11, wo die Ver- 
bindung derselben uach links in Folge der Unebenheit des Schreibstoffes unterbrochen 
ist, weshalb sie als unverbundene Strichel erscheinen; dasselbe ist auch der Fall mit dem 
Initial -Tsi in .^+5 Zeile 4. 

Wichtig ist die Constatirung einer besondern diakritischen Punktirung zweier Buch- 
staben. In Zeile 5 hat das Medial- Tsä seine drei Punkte, die jedoch — ganz so 
wie wir es heute thun — in Folge der flüchtigen Schreibweise in einen Strich zusammen- 
gezogen sind. Das älteste datirte Beispiel der Punktation (j) dieses Buchstabens liegt mir 
auf einem Dirhem des Jahres 197 d. H. aus Ispahän vor. Weiters finde ich eine Punk- 
tirung des Ja: doch die beiden Punkte sind auch hier wiederum in einen Strich con- 
trahirt, in juäUi' Zeile 5 und ^j-ajIxi Zeile 6. 

Zu den in den Textnoten nachgewiesenen Fehlern kommen noch orthographische 
Unregelmässigkeiten, wie zweimal kj^LS', dann immer &iJlS'. Beachtens werth sind die Schrei- 
bungen der koptischen Monatsnamen j*ex ! P = y^je Zeile 8, welchen die Araber sonst 
vAjk/jf zu geben pflegen, und joo^j Zeile 10, *S^3 Zeile 11. Letztere, die dem koptischen 
na.cone entsprechende Form, ist auch (neben aö^j) die den arabischen Schriftstellern ge- 
läufigere; erstere ist fast durchgehends in unseren Papyri zu finden und entspricht (gleich- 
wie ^^Lj) der griechischen Schreibung toxüvi. 

Interessant ist das Zeile 6 nach Notirung der ersten Zinsrate stehende _7^, das in 
ähnlicher, z. B. doppelt durchstrichener Form und in gleicher Weise angewandt, auch 
in andern Papyri unseres Fundes vorkommt, und hier wie dort sicher nur ein Hand- 
zeichen des Ausstellers der Quittung ist; allein erklärlich ist es mir nicht. 1 Vielleicht 
dass 'Ali ibn Hasan seine Quittung sich selber schrieb und der schreibunkundige Haus- 
herr nur sein Handzeichen zur Bestätigung hinsetzte : dies würde sodann das folgende 

ada^ besagen, denn JaÜk bedeutet auch Federstrich. 

Ein für uns sehr wichtiger Vorgang in der Urkunde liegt darin, dass sie, wie ich hier 
nur kurz andeuten will, den durch gewisse Rechtsverhältnisse bedingten bürgerlichen 
Jahresbeginn vom koptischen Monat Payni (Schluss der Ernte) datirt. Dies ist ein 
Factum, welches auf so manche bisher unverständliche Datirungen in den griechischen und 
arabischen Urkunden des faijümischen Fundes ein aufklärendes Licht zu werfen geeignet 
ist. Der stilistische Barbarismus in der Fassung ^.j aj^j Jl x-Oj-? J^i J^! ^ entspricht 
genau den Formeln anderer mir vorliegender Papyri aus dem Ende des zweiten Jahr- 
hunderts d. H., wie .... J^t l^J^I &ä*J, oder jü^j ^ll &j^> l^f äÄ*J, dann 

Uöjä.!^ .... Kiyi s-i.^ und äujj.j tjl axi^-j ^j-A- 



Keinesfalls ist an den Namen 1s 'Ali zu denken. 



236 



Kakabacek. 



Was nun die Daten unserer Urkunde betrifft, so bezahlte Ali ibn Hasan seinen 
Wohnungszins in drei viermonatlichen Raten. 1 Das Zinsjahr lief von Payni zu Payni 
der Jahre 248 bis 249 d. EL, also vom 1. Payni 248 = 22. Rebf I = 26. Mai 862 nach 
Christi bis 1. Payni 249 = 3. Rebf II. = 26. Mai 863 nach Christi. Der in Zeile 8 
erwähnte Termin der zweiten Rate ,Ende Mescbir' entspricht dem 29. Dsü-l-hiddscha 
248 d. H. oder 29. Februar 863 nach Christi. 



IV. 



Recept. 



Arabisch; IX. Jahrhundert nach Christi. 

Breite 8*5 Centimeter, Höhe 20 Centimeter. — Zweiseitig beschrieben. Mittelfeiner, 
heller Stoff; 14 Schriftzeilen. Abgebildet: Taf. IV, Nr. 4. 



Text. 
i*aä>jJ! ^.^s^Jf aJJf 1. 

£^a,a£> ^.j^^ä ^ ^ccXs-f iXi^-L}' 2. 

viyJJ' ^ s^aä ^ 4. 

[13] Ii» ) ^iXs* 3 XJUä! 7. 
^.X) l^-Ai ^V" ^ 

^ _^!*Xsl *A-ü ^cX.j> fcL+JI 



9. 



^LJI ^.x> 2 Läaj x^vlöt 10. 

^cijJlj juä^o ^ 12. 

jo^-ao! ^fp^l ^0 l<3U 13. 

; l$jdl oL*ü J,! ^ JlAj ^ ^ 14. 



Uebersetzung. 

1. Im Namen Gottes des Allbarmherzigen! 

2. Du nimmst ein und zwanzig Myrobolan 
.'!. und zehn Drachmen Cassia 



1 Zwei davon sind speciell am Kopfe der Quittung ausgeworfen. 

2 Statt: l _ y jLo. 

3- Defectivschreibung statt: ^)Lo. 



Der Papyrusfund von el-Fauum. 



237 



4. und zehn und ein drittel Drachmen 

5. persischer Alraunwurzel und zehn Drachmen 

6. Epithymon und zwei Drachmen Agarikon; 

7. gieb alles zusammen in einen Topf und schliesse 

8. dessen Oeffnung, giess (vorher) in denselben 

9. Wasser im Betrage von drei Bechern und 

10. verkoche es, bis von dem Wasser übrig bleibt 

11. ein guter Becher voll. Wenn nun den Betreffenden (dich) der Schlaf 

12. überkömmt und das Abendessen ihm (dir) denselben beschwerlich macht: 

13. so trinke — falls es mit dem Adsän-Gebet geschieht — den Trank aus 

14. und iss nichts bis zum (nächsten) halben Tag. 



Also kurz gesagt: ein medicamentum ventrem laxantis. 

Auch an diesem Papyrus haben sich unter dem groben, unserer bekannten cursivischen 
Buchschrift sich stark nähernden Ductus noch einige sehr charakteristische Eigenheiten 
des alt-arabischen Cursive, denen wir noch bis in unser Jahrhundert in den nord- 
afrikanischen Handschriften begegnen, erhalten. So ist dies der Fall, neben der schon 
erwähnten Elif-¥ orm, mit dem prägnanten £ Zeile 5 und der letzten Zeile. Diakri- 
tische Punkte bemerken wir an dem Be, Zeile 6 und 8; X - Zeile 6 und Ja Zeile 2 in 
iLsLJja und ^Jü^ef. 

Mit dem ersteren beginnen wir nun die einzelnen, in ihren Schreibweisen sehr 
interessanten Bestandtheile des Arzeneimittels durchzunehmen. 

k^ylso, Zeile 2, ist das von den Lexicographen für schlecht erklärte nom. unit. aus 
pers. aJLyUe, arab. schon bei Mukaddasi; 1 ^aaä>[ und ^IX&l, Terminalia Chebula 

Retz, die als Drogue bekannte Gattung Myrobolan. 2 

Zeile 3, aus persischem ^aXä. ^La^, arabisch ^JLi ^lli», Cassia fistula L., 
Röhrenkassie oder Purgirkassie, ein in Oberägypten sehr häufiger Baum, 3 dessen 
Rinde, von einer Form von Cinnamomam zeylanicam, officinell ; arabisch auch aLs^X«,, 
oekr^a etc. Unser Papyrus schreibt nach der Aussprache des Nun vor Be den arabi- 
sirten Namen yjjj» mit Mim, also wie griechisch )rtapad[xßcp, jsaod^Tzap. 4 ^ 

Zeile 5. Sehr interessant ist diese, meines Wissens in unseren arabischen Wörter- 
büchern nicht vorkommende Namensform für d- i. i^ jfl *v"V Äj Mandragora officinalis L., 
Alraunwurzel ( lULj? Juof). 5 Nur bei Petro de Alcala findet sich, übereinstimmend 
mit unserem Papyrus, thatsächlich diese Form überliefert, indem er yabrot schreibt. 6 

1 Mukaddasi, ed. de Goeje p. 304. — Ders. Bibl. Geogr. Arab. IV. p. 370 s. v. 

2 Herawi, Cod. Vindob. ed. Seligmann, p. 13 f; Muhit, s. v.; Irnm. Low, Aram. Pflanzennamen, p. 129. 

3 Sojüti, Hüsn el-muhädharah, Handschr. der Wien. Hofbibl., Mxt 128, Fol. 215 r. 
1 J. Low, 1. c, p. 349. 

5 Herawi, 1. c, p. 270; Muhit, s. v., Vullers II, s. v., Low, 1. c, p. 188. 

6 Dozy, Suppl. II, p. 848. 



23 s 



Karabacek. 



"Was für eine Wurzelgattimg unter der Bezeichnung pdÜI ^yjH , Mandragora der 
Perser' verstanden ist, kann ich nicht sagen; denn wird in diesen Papyri über- 

haupt auch für alles Fremde gebraucht. So heisst dort beispielsweise der koptische 
Monat Payni jvjSJI ^jjo x-ö^j , Payni, von den Monaten der 'Adschem', d. h. der 

Nicht- Araber. Es bleibt daher zweifelhaft, ob hier die aus dem östlichen Asien über 
Persien kommende Mandragora-Gattung zu verstehen sei, welche der Perser Herawi als 

die indische, |JJLf! ^5^5 bezeichnet. 

..^^jI Zeile 6. Die Lesung ist, der diakritischen Punkte wegen, zweifellos, die Form 

» * ■ . > *■ 

für uns neu. Man muss ^y+ty abithimün sprechen , und das ist arabisch sonst ^^Äil 1 

(wohl in (j^il za corrigiren), ^^uil — Eniöujxov, cuscuta epithymum L., 2 eine zu Medi- 
cinalzwecken verwendete, auf dem Thymian wachsende Schmarotzerpflanze mit bitterem 
Geschmack, persisch ^^-ocif. 3 

^yü^ct Zeile 6, sonst ^jb^lct = dyapixöv, aüjlif spanisch agarico^ ein Pilz aus der 

Gattung ^x>yf ylai von deren bester Sorte vier Dänik bis ein Mitskäl zur Bereitung eines 
Trankes genügen. 5 Hier sind 2 Drachmen == 12 Dänik vorgeschrieben. Die Schreibung 
unseres Wortes ist vielleicht eine defective, so dass man ^jü^lrf lesen sollte. 

Aus diesen Bestandteilen ward also die Arzenei bereitet. Soweit wäre alles gut 
nach der ärztlichen Vorschrift; doch geht diese auch mit der Vorsicht Hand in Hand, 
indem sie zur grösseren Sicherheit der Wirkung es für nöthig findet, dass der Trunk 
,mit dem Adsän-Gebet' geschehe. Der Adsän ist eine Formel, welche der Mu edsdsin zu 
den verschiedenen rituellen Gebetsstunden von einem erhöhten Ort herabspricht, um da- 
durch die Gläubigen zum Gebete zu rufen. Nach dem muhammedanischen Religions- 
gesetz ist es indess an und für sich schon verdienstlich, wenn jeder Muslim vor der 
eigentlichen Gebetverrichtung diesen Adsän hersagt. Also hätte nach obigem Recepte 
auf den Adsän der Trunk und auf diesen das rituelle Gebet zu folgen. Die Formel für 
den Adsän, wie sie uns aus alter Zeit überliefert ist, 6 lautet aber: 

.Allah ist gross! Alläh ist gross! Alläh ist gross! Alläh ist gross! Ich bezeuge, dass 
es keinen Gott gibt ausser Alläh! ich bezeuge, dass es keinen Gott giebt ausser Alläh! 
ich bezeuge, dass Muhammed der Gesandte Alläh's ist! ich bezeuge, dass Muhammed der 
Gesandte Alläh's ist! 

(Darauf wiederholt man mit gedehnter Stimme:) 

Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt ausser Alläh! ich bezeuge, dass es keinen 
Gott gibt, ausser Alläh! ich bezeuge dass Muhammed der Gesandte Gottes ist! ich be- 
zeuge dass Muhammed der Gesandte Gottes ist! auf zum Gebete! auf zum Gebete! auf 
zum Heil! auf zum Heil! Alläh ist gross! Alläh ist gross! es gibt keinen Gott ausser 
Alläh!' 



1 Freitag, Lex. I, 43. Vgl. Dozy, 1. c. I. p. 29. 

2 Ueber die Cuscuta s. Low, 1. c. ]>. 230; Vullers II, p. 84G s. v. \^jy&£. 

3 Herawi, 1. c, p, 16. 

4 Dozy, 1. c. I, 28. 

5 Herawi, 1. c. p. 17. 

6 Abu Ishäk as'c.h-Sehirftzi (schrieb 10GO bis 1001 nach Christi), At-T;uibih, ed. A. W. T. Juynboll, p. 17. 



Der Papyrusfund von el-Fauum. 



239 



V. 

Ein Gebet mit politischer Tendenz. 

Arabisch; IX. Jahrhundert nach Christi. 

Breite 93 Millimeter, Länge 178 Millimeter. — Zweiseitig beschrieben. Guter feiner 
Stoff von stark bräunlichgelber Färbung; 31 Schriftzeilen. Abgebildet: Tafel IV, 
Nr. 5. 

Dieser merkwürdige Papyrus enthält gewiss eines der schwierigsten Lesestücke die 
es im Arabischen gibt. Er kam mit einem zweiten in der Grösse und nach Inhalt gleichen 
Papyrus noch uneröffnet in meine Hände. Bei der über heissen Wasserdämpfen sorgsam 
durchgeführten Eröffnung erwies er sich als ein nach Zusammenfaltung der Längsseiten 
gewickeltes Röllchen von 43 Millimeter Länge. Dasselbe war, wie die in wirklicher 
Grösse beigefügte Abbildung auf Tafel III, Nr. 5a zeigt, noch mit dem Original ver- 
schluss, einem künstlich verknüpften, vom Alter morsch gewordenen vergilbten Baum- 
wollfaden versehen. Obwohl die Abwicklung nicht ohne Verlust gewisser, durch die 
ätzende Tinte morsch gewordener Theile, die allsogleich in Atome zerstäubten, vor sich 
gieng; ist doch das Schriftstück als im Ganzen gerettet zu betrachten. Nicht so gut ver- 
lief der Eröffnungsprocess bei dem zweiten, vom Zahne der Zeit härter mitgenommenen 
Röllchen; denn es harrt gegenwärtig in seinem arg zerfallenen Zustande noch der 
äusserst mühevollen mosaikartigen Zusammensetzung der verschiedenen Partikelchen. 

Was den in Rede stehenden Papyrus betrifft, so enthält diejenige Seite, welche hier 
zu besprechen ist, eine gebetartige Zusammenstellung von Koränversen. Die 
andere Seite bietet in Lapidarschrift das Bruchstück einer grossen officiellen Urkunde 
(geheimer Befehl) des zweiten Jahrhunderts d. H. welche zu diesem kleinen Format durch 
absichtliche Beschneidung von der späteren Hand hergerichtet wurde, um die rückwärtige 
leere Seite für den gedachten Schreibzweck benützen zu können. 

Ich gebe hier die volle Texttranscription, damit sich Jeder unter ihrer Führung von 
dem eingangs Gesagten überzeugen möge. 

Die zwischen [ ] befindlichen Stellen sind ergänzt. 



Text. 

du ^jji rr > jlu p^jt ^^J! vb^J c^r" 4^1 r*4 L 

^s. f-fcyle. [oM-xif jjjijj]! Jbl^o j*jdLC*u*JI icl^^aJ! Ljjjol ^ajUa^ö dlslj 2. 

^jtXJt viLU |*iÄ.yt (j-^yi ^A+LiJ! (J^idU tX^J-l] ^JLäJt ^ pt-G^] vr^** - " ^* 

^kL fwg.A<U oc+iü! ^jjJ! Jof^ |*a&C«m-M Jöl^.[^a]JI bjkJöf ^jjoü^J) d[LI]j Ju.[*]j dL>! 4. 

^t>J! pyj> »iLLo |*-yÄ>yf ^^ä-^JI (j.^v^JjJI xJJ <X*=M ^j-JLäJ! ^>yä.]kj\ 5. 

dbfj Jujü dbf 6. 

(^jtxJt pyj> dLU ^.A^yi ^^-.^1 { j^Xx^ u*j &.U <x[*^-i] ,j^JLaJi ^ 1*4*^ vtj-^l**^ 7. 

Donkschriften der pbil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 31 



24<) 



Kakabacek. 



f-J-JL^ ^yOjL+il OM-Ajf (^*3J' Jöl^O |^AÄ[jUm*JI] jcf^aJ! Ii (XS£\ (J[Ljt ^ «Xjjü] dbl 8. 

^^j. (JU 3 Jujü dbf ^jojJ! rr? dU[» (j^y (j**^' V; 4^ **^] cJ* J, - , < ij| ^5 9 - 

^xiLfxäJ! ^ (-j^äj^JI ^.xi jvg^Ä [c^^jij! ^.jjJ! isl^o] ^aä^J! [Jol]j.^J! b<>.#i 10. 

^[aJLöJI jv]^-^ lj^j-öä+J! j*>*£- ^.^[Xa tfy.]+*j! j^tXÜ Jol^..o |^£;Cw*[.Jt Jo]Lao..I! 12. 
[bjüß! Jblj [Jb! ^jJJI f^jj] dXo [v-v^yi (j-^y Ftj*«-i*J) *^ 13 - 

[^jjJLdJI ^ p_g.A-Lfc] io^xü+JI p-£*«L-c (joÄJ! isl^o [|vaÄA^m.JI io!^_o.]JI 14. 

sÄ[i^b] ^ r ^äJ1 J=U ya 3[| *]J! il *JUI ^J! ^^J! aJI 15. 
SM [sJoLt ^äxo.]j ^fj-M lö> ^xi (jc>y^H ^ Lx>^ cjI^a^J! 3 Lo aJ ^ ^ x*** 16. 

[&4-Lc] ,j^o «^Aj ^yia.^ pQ&Xc* Loj [|«-g->Jj! Lxi |*J.]*J »üob 17. 

byi JJI [Ifr»! b] 19. 

^Lio ^..J zcXJf jvXa^wL^ s^ä^ ^1 j*Xw.[Äj|] ^ Lo l^tXxj' 21. 

au^ «kjJi Jj.il U.j Jj.a*/jJ! ^x)! ^JtXi' ^.e. x-Uf ^ [ £ Läv.]j i^j-* »tX*^ 22. 

^jjo t\s>! ^J>V*j ^ id^w^j xaa5^ ^ &aXaJ.xj ^ sJJLi ^yo] [S]^ [^y**?*^)] 

wäi)o IS) jaaoJI ^ Üjp db!^.[Ac] Lx[*Ief ^ U*^ tjJ]ü> ^ jj.^ 24. 

^ Lo^j c^w-^f Lxi [Lg^Lc^] c^z-wi" Lxi LgJ L^.[*a*/ ^ id] L*Äi &JUI 25. 

3waa-»ä. L+S'I^ao! LaaIä ) Läj^ [bLioia-l ^1 Läa-wo] Ljt^Ä.ly 26. 

UJ yii! ^ Lift oift! ^ *j LaJ ätsUa ^ U LaJU=2 5) [ 5 LJ ; L^bjä ^ ^ jJ! 27. 

^.j^iKJI f»_j.ÄJt bj.Aajb bj^yo LUä-)!^ 28. 

^JUI 29. 

30. 

3i. 

Uebersetzung. 

Im Namen Gottes des Allbarmherzigeu! 

Lob sei Gott dem Herrn der Welten, dem Allbarmlierzigen, dem Herrscher am Tage 
des Gerichtes! Dir dienen wir und dich rufen wir um Beistand an, führe uns den ge- 
raden Weg, den Weg Jener, gegen die du wohlthätig warst, auf denen nicht dein Zorn 
lastet und die nicht irre gehen. (Siebenmal wiederholt.) Im Namen Gottes des All- 
barmlierzigen! Allah! Es gibt keinen Gott ausser ihm. Er ist der Lebendige, der Ewige. 
Es ergreift ihn weder Schlaf noch Schlummer; ihm gehört alles was in den Himmeln 
und auf Erden ist. Wer ist es, der ohne seinen Willen bei ihm Fürbitte einlegen könnte? 
Er weiss was ist und was sein wird, und die Menschen begreifen seine Allwissenheit 
nur insoweit als er es will. Sein Thron breitet sich über die Himmeln und die Erde 
aus, und ihre BehÜtung verursacht ihm keine Mühe; denn Er ist der Erhabene und 
Mächtige! O ihr*, die ihr an Gott glaubt und ihn fürchtet! Lasset ab von den noch 
übrigen Wucherziusen, wenn wirklich ihr Gläubige seid! Gott gehört alles was in den 



Der Papyrusfund von el-Faijüm. 



241 



Himmeln und auf Erden ist; Gott wird euch für alles das, was ihr in eurem Innern 
trägt, möget ihr es nun vor ihm offen zeigen oder verheimlichen wollen, zur Rechen- 
schaft ziehen. Dann wird er verzeihen wem er will und bestrafen wen er will*, Gott 
ist ja über alle Dinge mächtig ! Der Gottesgesandte glaubt an das von seinem Herrn 
ihm selbst Geoffenbarte und so auch die Gläubigen; alle glauben wir an Gott, an seine 
Engeln, seine Schriften und an seine Gesandten und machen keinen Unterschied zwischen 
irgend einem von diesen. Die Gläubigen sagen: wir hören dich an und gehorchen. 
Dich aber, o unser Herr! flehen wir an um Gnade für die Sünden; denn zu Dir führt 
der Weg. Gott legt Niemandem über seine Kräfte Lasten auf; aber den. Lohn dessen, 
was man Gutes oder Böses gethan, wird man erhalten. Herr! bestrafe uns nicht, wenn 
wir aus Vergesslichkeit oder Irrthum gefehlt. Herr! lege uns nicht ein Joch auf, so 
wie Du es denen gethan, die vor uns waren! Herr! lege uns nicht mehr auf als unsere 
Kräfte zu tragen vermögen. Verzeihe uns! Vergieb uns! erbarme Dich unser! Du bist 
unser Schutzherr! So hilf uns gegen das Volk der Gottlosen! Heil! 



Zeile 1 bis 14 enthält in siebenmaliger Wiederholung Süre I; Zeile 15 bis 18, 
Sure II, Vers 256; Zeile 19 bis 20, Süre II, Vers 278; Zeile 20 bis 22, Süre II, Vers 284; 
Zeile 22 bis 24, Süre II, Vers 285; Zeile 24 bis 28, Süre II, Vers 286. 

An der linken untern Ecke des Blattes befindet sich als Handzeichen. Die 

Worte jJUI bis Zeile 15 sind durchstrichen; ebenso *j juib Zeile 17. Zwei der 
letzten Zeilen (29 bis 30) dieses in dem denkbar flüchtigsten Zuge geschriebenen Docu- 
mentes, habe ich bisher leider nicht zu enträthseln vermocht; statt mit Conjecturen, fülle 
ich den leeren Zeilenraum lieber mit Pünktchen, will jedoch auf die Hoffnung einer 
spätem glücklichen Lösung noch nicht verzichten. 

Bezüglich der Schreibweise ist zu bemerken, dass das Wort ^xJIaJ! der ersten Süre 
durchgängig in der alten koränischen Defectivschreibung { j^Xx}\ vorkommt. Ebenso 

ajjCLU für jjJo^Lo Zeile 23. Dass das in der ersten Süre gebrauchte JLJLo nicht wie in 
unsern Koranen nach der gewöhnlichen Lesart JULo , Besitzer' geschrieben ist, muss 
nicht nothwendig auf eine Defectivschreibung hinweisen, da auch die Lesart dUUe , König, 
Herrscher' von vielen Koränlehrern als richtig angenommen wurde (Sprenger, Leben 
und Lehre Mohammeds II, p. 309). 

Es wäre irrig dieses aus koränischen Versen zusammengesetzte Schriftstück lediglich 
nur für ein gewöhnliches Gebet zu halten; es ist vielmehr ein Stossgebet mit politischer 
Tendenz, ein Klageruf aus dem Volk gegen die Bedrücker. Um die Sache unauffällig 
zu machen und die polizeiliche, gegen die Verbreitung solcher Flugschriften gerichtete 
Wachsamkeit zu täuschen, wählte man diese Form; man bezeichnete solch eine Com- 
position mit ^!^.äJI y^jc-J d. h. Plagiat aus dem Koran, was hier freilich nicht ganz 
zutrifft, da doch wenigstens fälschlich die Tendenz des Koränischen in dem Schriftstück 
äusserlich noch zur Schau getragen wird. Aber es liegt mir noch ein anderer Papyrus 
vor: die in der Einleitung erwähnte revolutionäre Proclamation aus dem Faijüm, welche 
jenen Kunstnamen vollauf verdient, da dort die höchst aufwieglerischen Redensarten 
und nicht misszuverstehenden Andeutungen sehr geschickt aus einzelnen zerstreuten 

31* 



242 



Karabacek. Der Papyrusfund von el-Faijum. 



koränisehen Worten und Satztheilen zusammengesetzt sind. Ich zweifi-; nicht daran, dass 
beide Stücke in dieselbe Zeit gehören, was zu erweisen ich mir bei 1er Publication des 
letztgenannten Papyrus vorbehalte. Kurz gesagt, sprechen innere und äussere Gründe 
für die Gleichzeitigkeit dieser Papyri. Somit würde die vorliegende Flugschrift ein Ge- 
denkblatt aus dem für die Faijümer so blutigen Jahre 253 d. H. =±= 867 nach Christi 
sein, in welchem sie sich gegen die unsinnige Wirthschaft ihrer türkischen Zwingherren 
erfolglos empörten. 



Kiirnbacok. Der l'apyrtisruiid 




Kavabacek. Der Papyrustüud von El-Paijam. 



Taf. II. 




Denkschriften d. k. Akad. d. Wissensch. pliilos.-iiistor. Cl. XXXIII. Bd. 



Karabacek. Der Papyrusfiind von Ei-Faijiim. 



Taf. III. 




Denkschriften d. k. Akad. d, Wissensch, philos.-Jristor. Cl. XXXIII. Bd. 



Karabacek. Der Papyrusfund von El-Faijüm. 



Taf. IV. 




Denkschriften d. k. Akäd. d. Wissensclx. pbilos.-histor. Cl. XXXIII. Bd. 



Zweite Abtheilung. 



Abhandlungen von Nicht- Mitgliedern der Akademie. 



SABÄISGHE DENKMÄLER. 



VON 

D E J. H. MOKDTMANN, ™d D r d. H. MÜLLER, 

(Mit 8 photozinkögraphischen Tafeln.) 



VORGELEGT IN DER SITZUNG AM 21. MÄRZ 1882. 



Die vorliegende Arbeit ist von uns Beiden mit vereinten Kräften unternommen : 
wir hatten hierdurch den Vortheil, einerseits durch gegenseitig geübte Kritik gleich 
von vornherein eine Menge Verfehltes und Falsches auszuschliessen, andererseits dem 
Leser einen nach Lage der Forschung möglichst erschöpfenden sprachlichen und sach- 
lichen Commentar liefern zu können. Was letzteren betrifft, so stehen die Verfasser 
solidarisch für seinen Inhalt ein, soweit nicht Sonderansichten oder Sondergut (durch 
eckige Klammern und Namenschiffre stets kenntlich gemacht) vorliegen. 

Der Ausdruck ,Sabäische Denkmäler' ist zwar nicht ganz zutreffend, insofern nur der 
kleinste Theil der hier publicirten Texte aus dem eigentlichen Gebiete der Sabäer (Ma'rib 
und Umgegend) stammt ; aber den bisher üblichen Ausdruck ,himjarisch' trifft das Be- 
denken in noch stärkerem Masse, da die Himjaren gewiss noch weniger das Recht haben, 
als Verfasser dieser Inschriften zu gelten. Wenigstens aber gehören die Hamdänstämme, 
denen wir die meisten Texte zuschreiben müssen, politisch zum ßeiche der Sabäer, was 
uns, zusammen mit dem Charakter der Sprache, einigermassen zu dem gewählten Aus- 
drucke berechtigt. 

Die Verfasser können nicht den Wunsch unterdrücken, dass diese Abhandlung mit 
dazu beitragen möge, auf die Wichtigkeit der sabäischen Epigraphik aufmerksam zu 
machen, welche, wie uns scheint, lange nicht das verdiente Interesse und Studium ge- 
funden hat. Die zum grössten Theil veraltete und überholte, vielfach lückenhafte und 
fragmentarische Arbeit Oslanders im XIX. und XX. Band der Zeitschrift der deutschen 
morgenländischen Gesellschaft gilt leider noch vielfach als das Neueste und Sicherste 
auf diesem Gebiete, und man begnügt sich, aus derselben zu citiren, anstatt an das 
reichere Material selbst heranzugehen. Und dass diese ehrwürdigen ,Musnads' ein näheres 
Studium verdienen, dürfte Niemand leugnen; sind es doch die ältesten historischen und 
sprachlichen Denkmäler des arabischen Volkes und der Südsemiten überhaupt. 

C onstantinopel und Wien, März 1882. 

J. H. Mordtmann. D. S. Müller. 



Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



a 



2 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



Einleitung 1 . 

Die Sammlung von fünfzig neuen Texten, welche wir in den folgenden Blättern 
der kaiserlichen Akademie vorzulegen die Ehre haben, ist wohl ohne Uebertreibung der 
wichtigste Beitrag, der seit Halevys berühmtem Rapport sur une Mission archeologique 
dans le Yemen zur Bereicherung der sabäischen Epigraphik geliefert worden ist. Hin- 
sichtlich der Masse urkundlich gesicherten Materials zur Erforschung der Grammatik 
und des Wortschatzes des altsüdarabischen Idioms dürften sich ihnen nur die amränischen 
Bronzetafeln, hinsichtlich der historischen Resultate nur die minäischen Inschriften Halevys 
an die Seite stellen. 

Der bei Weitem grössere Theil dieser Inschriften befindet sich im kais. türkischen 
Museum des Tschinili kiöschk; wir bezeichnen dieselben, analog der Abkürzug B. M. 
(British Museum, d. i. Inscriptions in the Himyaritic character — in the British Museum, 
London 1863), mit 0. M. (Osmanisches Museum). 

Die Provinz Jemen mit der Hauptstadt San ä ist zwar seit dem Jahre 1873 von 
den Türken wieder besetzt worden, aber mit Ausnahme der wenigen Bruchstücke, die 
Z. M. G. XXX, 288 ff. ;' XXXIII, 484 ff., veröffentlicht worden sind, kam nichts von 
südarabischen Alterthümern hierher, während die englichen Agenten nach wie vor Bronze- 
tafeln, Steine und Münzen nach Bombay, Aden und ans .British Museum verkauften; 1 eine 
kleine Sammlung gelangte in den Louvre, 2 Anderes wandert noch im Antiquitäten- 
handel umher. 3 Erst in letzterer Zeit wurden die dortigen Localbehörden besonders durch 
die zahlreichen Gold- und Silberfunde auf den Werth der Antiquitäten aufmerksam; da die 
meisten Ruinenstätten sich im Gebiete der unabhängigen Qaba ils befinden, z. B. Ma'rib, 
Nä'it etc., so forderte man die Finder auf, ihre Alterthümer nach San ä abzuliefern, wo 
sie ihnen zu billigen Preisen abgekauft wurden. Von diesen Erwerbungen las man von 
Zeit zu Zeit in der Vilayetszeitung ,San ä' und der im vorigen Jahre hier angelangte 
Provinzialalmanach — ^-wjooLUL*, — für das Jahr 1298 H. enthielt ausser einer etwas 
primitiven Karte der Provinz mehrere Lithographien von Inschriftensteinen, Basreliefs, 
.Münzen und Steinen, welche das Gouvernement angekauft hatte. Nach mehreren Monaten 
kam diese erste Sammlung als Geschenk an den Sultan hierher, und ich hatte Gelegen- 
heit, sie im Palais zu untersuchen; sie wurde späterhin dem hiesigen Museum über- 
wiesen. Von den geschnittenen Steinen und Münzen, welche ich nicht zu Gesichte bekam, 
sollen einige an fremde Botschafter verschenkt worden sein, wodurch sie hoffentlich 
nicht ganz unzugänglich geworden sind. 

Ungleich wichtiger und grösser war die zweite Sammlung, welche im September v. J. 
hier anlangte und zusammen mit der ersten im Tschinili kiöschk aufgestellt ist. Dank 
'h in liebenswürdigen Entgegenkommen des jetzigen Directors Hamdi Bey, des kunst- 
sinnigen Sohnes Edhem Paschas, war es mir gestattet, dieselbe ohne jegliche Beschrän- 
kung zu untersuchen und die für die wissenschaftliche Bearbeitung nöthigen Abklatsche 
herzustellen. 



• Praetorius, Z. M. G. XXVI, 42G ff. Prideaux, Transactions of tlie Society for Bibl. Aich. [I, 1 ff.; IV, 196 ff. Rchatsek, 
Journal of the Bombay branch 1874, Art. XIII. D. H. Müller, Z. M. G. XXIX, 591 ff.; XXX, C71 ff. 

2 Z. M. G. XXX, 288 ff., 1—4, 6—9, 11, 18, 14, IG — 18, 21, 22. 

3 Z. M. G. XXX, 21 ff., ib. 115 f.; XXXV, 432 ff. 



Sabätsche Denkmäler. 



3 



Die Sammlung besteht 

1) aus Inschriften auf Statuenbasen, Stelen, Platten und Basreliefs; 

2) aus Statuenfragmenten, meist Köpfen aus Marmor, Sandstein und Bronze, Relief- 
platten ohne Inschrift, sowie mehreren Räucherfässern aus Thon; 

3) ferner aus einer Anzahl von Falsificaten in Stein, welche zeigen, dass der 
bekannte Kupferschmied von Sana jetzt auch Steinmetzen zu Gehilfen, bez. 
Concurrenten hat. 

Es ist nicht genug zu bedauern, dass keinem einzigen Fundstücke eine sichere 
Angabe über seine Provenienz beigefügt ist. In den betreffenden Schriftstücken und 
Zeitungsberichten heisst es stets in denselben Ausdrücken, dass diese Antiquitäten aus 
Saba - Ma'rib 1 eingebracht sind. Dieselbe Angabe wird bei manchen der jüngst publi- 
cirten gemacht. Mag dies auch bei einigen Stücken zutreffen, so können wir es doch bei 
anderen als positiv unrichtig nachweisen. So ist 0. M. 24 a von Halevy in Kamnä, O. M. 
34 in Ma'in copirt worden, und die Inschriften im minäischen Dialekt O. M. 23, 24 b, 
25 gehören gewiss nicht nach Saba'. Ferner ist es doch mehr als auffällig, dass von 
den zweihundert Inschriften, welche seit Arnaud und Halevy angeblich aus Ma'rib nach 
Europa gebracht sind, keine einzige von den genannten zwei Reisenden an Ort und 
Stelle copirt worden ist. Glücklicherweise bietet der Inhalt der meisten Inschriften 
genügende Handhabe, um ihren Fundort mit annähernder Sicherheit bestimmen zu können. 

Von den Inschriften des 0. M. fehlt uns blos bei Nr. 29, 31 — 33, trotzdem sie 
zum Theil umfangreicher sind , jeder Anhaltspunkt ; ebenso bei den Räucherfässern 
Nr. 26 — 28, den Grabstelen Nr. 35 ff. und den aus wenigen Zeichen bestehenden Frag- 
menten ; man kann sie daher immerhin mit einem Fragezeichen nach Ma'rib setzen. 
Dasselbe gilt leider auch von Nr. 1 (s. zu derselben). 

Dagegen dürfte man mit einiger Sicherheit annehmen, dass Nr. 2 — 4 incl. aus 
Ghaimän oder dem Gebiete dieser Stadt stammen. Hierauf deutet die Art, wie in Nr. 2 
des Stammes ^jUa.c ^5 und seines Oberhauptes gedacht wird; Nr. 3 besagt ausdrück- 
lich, dass der betreffende Bau von ^Ua£ errichtet ist ; ebenso rührt Nr. 4 von einem 
Angehörigen dieses Stammes her. Der Gott >!T("i3n, 3t), dem der Pfeiler Nr. 2 geweiht 

und mit dem der Eigenname >~l L t J Xtlh (unnöK kx>!) Nr. 4,5 zusammengesetzt ist, ist 
uns besonders aus Inschriften bekannt, die Halevy in Ghaimän copirt hat. Auch Crutt. 
San. I — Hai. Et. Sab. Nr. 58, S. 200, eine Dedication an dieselbe Gottheit, und Hai. 
1,2 = Crutt. San. III (unrichtig in zwei getrennt bei Hai. Et. Sab. Nr. 59, 60, S. 202) 
verglichen mit Hai. 31, dürften aus Ghaimän verschleppt sein ; dasselbe wird mit 
Prid. XIII der Fall sein (s. die Note zu O. M. 4, 2). 

Die nun folgenden Inschriften Nr. 5 — 12 sind Exvotos an die hamdänische Gott- 
heit Ta'lab, über welche in den einleitenden Worten dazu Weiteres beigebracht ist; 
Nr. 5— 8 sind speciell dem Talab I fflHfih I h>1YH I HX°BY I1°n geweiht. Obgleich sich 
die Stadt [DHrlh laj^f auf der Karte nicht mehr fixiren lässt, so geht doch aus den Texten 
hervor, dass die Weihenden, ebenso wie die Urheber von O. M. 9 dem von der Familie 

1 Der Irrthum, dass die Hauptstadt der Sabäer Saba hiess, ist so alt wie Agatharchides von Cnidus (Müller, Burgen II, 968), 
daraus Steph. Byz. s. v. 2oc[3a{ und SaßtA (hierüber nicht ganz zutreffend Sprenger, A. G. A. 244). Aber auch die arabischen 
Autoren bedienen sich dieser incorrecten Ausdrucksweise, so s. B. Abulfeda und sogar Ibn Chordadbeh Journal Asiatique VI, 
5, 109: ^^-Jüb ^oä" L**J^ ,Saba ist das Schloss der Bilqis'. Arnaud nennt die Trümmerstätte les ruines de 
Saba, die Türken L^o jLo ? ü ^_j,U Ma'rib alias Saba. Das sie Z. M. G. XXIV,- 237 war also nicht ganz gerechtfertigt. 
* T " " J a* 



4 



MoRDTMANN UND MÜLLER. 



der b. Hanidän beherrschten Stamme flcOT JuiLs. Häschid angehören; vgl. den formel- 
haften Ausdruck flN*T I ®l].Vn°^ I HNÜV I ? H f - ! I »lIVh>tlh I ?B> O. M. 7,7, 9, ie und 8,ie f.: 

Nr. 10, IIa und b stammen aus einem andern Tempel derselben Gottheit SVCIHN I HtlN^. 
sonst unbekannt; IIa, b sind Denkmäler von Angehörigen der hamdänischen Familie 
£äj über welche zur Stelle gehandelt ist, desgleichen Nr. 12 und 13; in Nr. 14 
und 15 erscheinen die b. Hamdän mit den b. Bata', und zwar in Nr. 14 als Erbauer eines 

Tempels bei [U ° H Sa&lS Nä r it, 15,4 als Beherrscher der Häschid. In Nr. 17,2 wird die 

Ilähat der Hamdän genannt. Wir schliessen hieraus, dass die Hamdän ihren Sitz zu 
Nä r it hatten, und dass diese sämmtlichen Inschriften, so wie 0. M. 18 und 19, die aus- 
drücklich Nä f it als die Stadt ihrer Verfasser nennen, aus dieser Stadt oder ihrer Um- 
gegend stammen. Neuere Reisende haben diese Ruinenstätte nicht wieder besucht. 
Niebuhr ist der erste Europäer, der sie unter dem Namen Kasr el Nät in der Be- 
schreibung von Arabien 279 als ein Bergcastell in der Landschaft Djöf erwähnt, 
mit dem Zusätze, dass es aus den Zeiten der Himjaren stamme; darnach ist es 
auf seiner Karte am Chärid verzeichnet. Halevy erzählt im Bullet, de la Soc. de Geogr. 
VI, 6, 256, dass nach seinen Erkundigungen in Schirä' ,1a ruine connue sous le nom 
de Na'ith les surpassait toutes — die Ruinen der Umgegend — en proportions gigantes- 
ques, et qu'il y avait lä plusieurs edifices construits avec des grandes pierres taillees et 
couvertes de caracteres'. Widrige Umstände vereitelten den Plan des kühnen Reisenden, 
auch diese Fundgrube sabäischer Alterthümer aufzusuchen. Es scheint, als ob die Trümmer 
noch so erhalten sind wie zur Zeit Hamdänis, der sie über Ma'rib stellt (bei Sprenger, 
A. G. A. 179). Dieser einheimische Archäolog las den Namen der Bata" auf Steinen, 
die aus Nä'it nach Sanä gebracht waren (Müller, Südar. St. 122, 123); einer seiner 
Gewährsmänner behauptet zwar, eine Inschrift, in dem die Bata f und Hamdän vorkommen, 
in 'Amrän gesehen zu haben; da jedoch in 'Amrän die Bakil und Marätid hausten, so 
dürfte sich diese Inschrift ursprünglich nicht dort befunden haben; und in der That 
erzählt derselbe Gewährsmann an einer andern Stelle, dass ein Musnad gleichen Inhalts 
aus Hadaqän unweit vom Chärid nach Sana verschleppt sei, und Hamdäni fügt hinzu, 
dass er Aehnliches auf Steinen im Baun — also dicht bei Nä'it — gelesen habe (Müller, 
Burgen I, 362). Weiter erfahren wir von demselben Autor, dass Ta'lab öfter in den 
Musriads von Nait erwähnt werde, unter Anderen in einem Musnad, in welchem die 
Worte (.J^LäO ^Lju* zz ÖN^TN I h(l ^ als schönste Bestätigung unserer oben entwickelten 
Ansicht vorkommen (Südar. St. 125). Nr. 17 oder ein Duplum davon sah Hamdäni im Baun. 

Die falsche Bronzetafel Z. M. G. XXX, 23, welche in Gesellschaft einer Ta'lab- 
inschrift aufgetaucht ist, nennt ebenfalls die H >) CI V I ? H I - ! und gehört offenbar demselben 
Fundgebiete an. 

Zu Hamdänis Zeit befand sich zu Raida in der Moscheemauer eine Inschrift, welche 

von Angehörigen der Familie herrührte (Südar. St. 131); Hamdäni behauptet, dass sie 

aus Na it oder Tulfum stamme. Nun kennen wir zwar die Su'ran als ein Geschlecht der 
Bakil und zu Raida ansässig, aber gelegentlich werden sie auch als Könige von Hamdän 
genannt, und wir dürfen demnach O. M. 20 auch getrost nach Nä'it verweisen. Ueber 
Nr. 16 vgl. w. u."; Nr. 30 zeigt Aehnlichkeit mit Nr. 9. 



Sabäische Denkmäler. 



5 



Nr. 22 stammt vielleicht aus der Gegend von Schibätn-Suchaim. 

Eine Bestätigung des Vorstehenden finde ich darin , dass die bei Weitem grössere 
Anzahl der sonst in den letzten Jahren bekannt gewordenen Inschriften, nach ihrem 
Inhalte zu schliessen, demselben Fundgebiete angehören müssen. 

So zunächst die zahlreichen Votos an den Ta'lab Riäm von Tur at: Prideaux I — IV; 
ß e h. VI— VIII, X, XI; Z. M. G. XXX, 21 ff., I und II; Miles II, III, V, VI. 

Prideaux I weist durch die Erwähnung der Veste Damarmar auf die Gegend nord- 
östlich von Sana; 1 Prideaux II ist von einem Ma'diniten gesetzt gerade so wie 0. M. 7; 
Prideaux III und Miles VI erwähnen den Cultus des Ta'lab in m~|T> und den 

Ta'lab von Rahbän, dem auch 0. M. 9 geweiht ist. Prideaux IV endet mit der Bitte um 

dN^TI ©yVn^® l HNHV ITHH | a>Vh>Hh l?B> 

, Gunst seiner Herren, der b. Hamdän und ihres Stammes Häschid', gerade wie O. M. 
7. 8. 9. Aber allerdings weist die Erwähnung des Wallfahrtsberges HX®Xh Miles III, 1, 
Reh. XI, 16 = äjjj Itwa in eine Gegend südlich von Na it bei Deibän, wo auch Xf1T> = 

jüU; Miles III, 1 und JJi<X*> Reh. X, 10 — vergleiche zu Nr. 23 und Müller, 

Burgen I, 360. 363; II, 962 — gelegen haben. Vergleicht man nämlich die Karten von 
Niebuhr mit der neuesten türkischen, so können ,jlot> und ^oj.x><3, in dessen Nähe Ruhäba 
lag, gar nicht so weit von einander entfernt sein. Charakteristisch ist, dass gleichzeitig 
mit den Ta'labinschriften drei Dedicationen an den Attär von peibän zu Tage gekommen 
sind (Z. M. G. XXX, 289, Nr. 2 und 3; ib. 675, Nr. 3). In dieser Gegend werden auch 

wohl °0?t] Miles III, 3; Reh. X, 3 = und H?f1? Reh. XI, 4 zu suchen sein, ob- 

gleich die Angaben der Geographen nicht die wünschenswerthe Präcision haben. 3 >| f~l X 
ZdßtSa Miles VI, 2 und das öfter vorkommende h>°r < i Prideaux 3, 8; Reh. X, 8; XI, 7 
lagen gewiss in der Nähe. 



• 1 Jäqüt sagt lakonisch: { ^ x <^\ *ls^~o ,jyaa. y*yc>; etwas mehr erfahren wir aus Hamdäni (Müller, Burgen I, 351). 
Es wird häufig in den Kämpfen der türkischen Paschas mit den Imamen genannt: es war eine Station von San'ä entfernt 
(Rutgers, Hist. Jemanae 45) und bildete ein Hauptbollwerk der Aufständischen, bis Hassan Pascha es brach (ib. 5 ff.). Bei 
der jüngsten Eroberung Jemens ward es auf Ahmed Muchtärs Befehl zum zweiten Male zerstört (H. Reschid II, 125). Auf 
der türkischen Karte wird es yoyo j> geschrieben, wie bei Hamdäni. — Das >)l]^ "icn in derselben Inschrift ist beiläufig 

nicht identisch mit dem bei Jaqüt s. v. erwähnten: Jjls^ ij-j^- c?"*^^ O"" 33 *" g^^^ 1 statt Jjlsf?" ist eilsT^ 
Djihäf zu lesen, wie ein Berg in der Ta'izziya heisst (Johansen hist. Jem. ind. s. v.). 

2 Ueber den Berg Itwa mit dem Heiligthum Riäm, der ^Lo} JU>- ^ lag, s. Müllers Südar. St. 127. 0>X hl bedeutet im 

Himj., pilgern' (vgl. bes. Fr. 56, 9), daher £|X®Xh Ml = <^^- Ueber HflM = O^i* habe ich mich Z- M- G " XXX ' 290 
etwas kurz ausgedrückt. Die Genealogen rechnen Daibän zu den (Sprenger, A. G. A. 305), womit die Lage von 

Daibän auf Niebuhrs Karte nordöstlich von San'ä stimmt. In der Beschreibung sagt Niebuhr (S. 280): , Deibän ein 
kleiner District nach der Gränze von Chaulän; die Einwohner verbinden sich oft mit den Nehm gegen den Imäm'. In der 
Geschichte Hassan Paschas (ed. Rutgers 46, 52 etc.) und sonst wird es genannt (H. Reschid I, 19; II, 129), hierdurch ist die 
Existenz dieser Ortschaft und ihre Orthographie gesichert: denn wohl mancher Leser der Bemerkung Z. M. G. XXX, 676 ist 
so wie der Unterzeichnete auf die Vermuthung gerathen, dass überall ^Löi statt ^Lo} herzustellen sei. 

3 Ueber jÄ-yo s. Z. M. G. XXX, 35. Die dort nicht angeführte Stelle des Qämüs lautet: 

welche Worte nur auf die beiden Wädi Mefa'at an der Südküste von Jemen passen. Dagegen überliefert Belm 569 : 
(j^j-fr-Jb ^j\j>^Jb jb;> ^ \Jai\ Äjt-L*^>. Bedenkt man, dass das südlichere Mefa'a auf den Inschriften X°Q?£I ^B'Ö, bei 
Ptol. MatcctO, und ebenso bei den Neueren heisst,- das binnenländische dagegen bei Ptol. Mafcpa [ArjTpoKoXi; (Ammianus 
Marcellinus Meplira) gerade wie auf den Inschriften, so ist wohl kein Zweifel, dass im Qämüs wie bei Bekri eine doppelte 
Verwechslung von ÄjuL*-* und gjL-yo vorliegt. — Was Ulfl"]? anbetrifft, so kennen Neschwän und Jäqüt als Neben- 

form von ^y-ol bei 'Aden; auch hier ist wahrscheinlich die Stadt des Binnenlandes mit der bekannteren Küsteustadt ver- 
wechselt. 



6 



MORDTMANN UND MüLLEE. 



Von den Stämmenamen sind die hH°HN ^L*i ^ Z. M. G. XXX, 675, Nr. 3 vermuthlich 
von dem Heiligthum des Almaqah Fr. 45, Os. 4 — B. M.-5,i8, die t]Ö?> I ^HFl Reh. VIII 
von pb), dem Heiligthum des Ta' lab .auf dem Itwa, benannt. Der aflVX?,! I 1°n ^.äaj Jju 
,Herr ihres — der Weihenden — Tempels' in der letzten Inschrift ist eben 0I]?> | IllhX. 

Der Ort ^l. j<i ouu im Gebiete von San'ä (Jäqftt s. v.) wird vermuthlich Sitz der Familie 
U|>|zjo gewesen sein, denen der Stifter von Prideaux X = Z. M. G. XXX, 673, 2 angehört. 
Durch H°>£H ^LcwÄ y$ erweist sich Prideaux XI verwandt mit der Inschrift ib. Nr. 3. 
Der u°>i I hfl Prideaux IV, i wird ein Arhab von der Abtheilung ^Uo y.j (I. Dor. 256) 
sein, welchen der obere Gauf gehörte (Reiserouten 154). 

Schliesslich mache ich auf die Aehnlichkeiten aufmerksam, die zwischen manchen 
Texten des O. M. und den zuletzt besprochenen existiren, vgl. z. B. Reh. VI und 0. M. 9, 
Reh. VII und 0. M. 12, Z. M. G. 30, 673, 2 und 0. M. 14 etc. 1 

Wie die hier besprochenen Inschriften dem Gebiete des sabäischen Dialekts (im 
engeren Sinne) angehören, so erkennen auch ihre Verfasser, die b. Häschid, die Ober- 
herrschaft der Könige von Saba an (vgl. Reh. VI; Miles VI; Z. M. G. XXX, 289, 2; 
0. M. 8). Ihr Gebiet begann unmittelbar nördlich von San a und erstreckte sich westlich 
bis nach Schibäm Kaukebän, 2 östlich bis nach Schibäm Suchaim, welches schon zu 
Chaulan gerechnet wird (vgl. Müller, Burgen I, 360. 352. 351 etc.). Sie nehmen den 
östlichen Theil des unter dem Namen beled Hamdän oder Haschid u bekil bekannten 
Landstriches ein. 

Es ist eine merkwürdige Thatsache, die, so viel ich sehe, nur einmal von Dr. Müller 
ganz gelegentlich ausgesprochen ist, dass, abgesehen von Arnaud's und Halevy's Texten, 
der grössere Theil der himjarischen Inschriften den Hamdän — im weiteren Sinne — an- 
gehört. Denn, wenn die Prideaux'schen, Miles'schen und anderen jüngst publicirten 
Texte fast sämmtlich den Haschid zugehören, so bilden die Bronzetafeln von Amrän 
im British Museum die nothwendige Ergänzung zu denselben: es sind die Denkmäler 
der Bakil, des Bruderstammes der Haschid. Die Stadt Amrän, nordwestlich von Sana, 
ihr Hauptort und Sitz der Herrscherfamilie der cXjI^o ^o>, war das grosse Heilig- 
thum des Almaqah Dil Hirrän. 3 Wenn Oslander im Commentar noch sagen konnte, dass 
Amrän von keinem Schriftsteller erwähnt werde, so sind wir durch jetzt zugänglich 
gewordene Quellen besser unterrichtet. ,Dü Marätid' — vgl. Himj. Kass. 99 — theilte 
Jemen zwischen seine Nachkommen und baute Nagr und Amrän auf dem höchsten 
Bergrücken des Baun', sagt der Commentator der himjarischen Kasside (v. Kremer, 
S. 95); vgl. Neschwän bei Müller, Südar. St. 151, wo ^ ein König der Himjar 

und Sohn des JJI^x) heisst. Nach Hamdäni wurde Amrän von Bakiliern aus Naschq 
bewohnt (Müller, Burgen II, 1001). In den Kämpfen zwischen Hassan Pascha und 
den Imämen wurde es zerstört, um wieder als fester Ort hergestellt zu werden 

1 Auf die Qebereinstimrrmng der in den Inschriften des O. M. vorkommenden Eigennamen mit den Genealogen (Ibn Doraid, 
Hamdäni) ist im Commentar stets hingewiesen. Ans den Genealogien des Hamdän bei Ibn Doraid finden wir ausser ^ij^jb 
and noch ^^Jb, ^l^^o, ^Uj}, ^^s», cis^S, g^-** 1 ' £>*^> wieder. 

- Ausser Hamdäni bei Müller, Hurgen I, 352, vgl. f l^,£> bei Ibn Doraid 250 als Hamdanstamm. Prideaux III wird 
erwähnt, was wohl = u i\y am Berge j^öa* bei Kaukebän ist (Rutgers, Hist. Jemanae 77; vgl. Sprenger, 
A. ö. A. 250), i^rifn^fn dagegen H. 086 könnte das berühmte Kaukebän sein. 

3 Unter Hirrän wird gewiss nicht der Carneolberg von Dimär, sondern ein Ort im Gebiet der Hamdän zu verstehen sein; ein 
^\ _* bei Peibän "nennen die Historiker (Rntgors 18), ein hiervon, wie es scheint, verschiedenes verzeichnet Halevys Karte ; 
vgl. .den ^j\Z*> ,J-^ß Rapport 29. 



Sabäische Denkmäler. 



7 



(Rutgers, 1. c. 23. 130. 150). Niebuhr, R. B. I, 437, erwähnt f Amrän, ebenso in der 
Beschreibung 253 als einen befestigten Platz und Mittelpunkt eines Amtes. Nach 
H. Reschid liegt es drei Stunden von Kaukebän und vier von Raidah entfernt (1. c. II, 207). 
Auf der Karte Niebuhrs steht es verzeichnet, und es ist nicht genug zu verwundern, 
dass Osiander über die Lage dieses Ortes so völlig im Dunkeln umhertappte. 

Ueber die Baktl in 'Arnrän und ihre Fürsten geben die Inschriften Auskunft, 

Os. 20 = B. M. 27, 5 : 

H>tioj=i i hon> i airin i©avn°*<Di an8>i] i?hn 

,dic beni Martad und ihr Stamm Bakil, Bewohner von 'Amrän' 

wofür Os. 1 = B; M 4,i f. 

ih>ü°m<i>flvi>>irii>is>i]i®hri 

,die beni Martad und ihr Stamm von 'Amran'. 

Die Tafeln, welche von den Stammesgenossen herrühren, schliessen meist mit der 
Bitte um Gewährung der Gunst der Fürstenfamilie : 

mm i ?nn i®nvh>uh i ^b> 

Os. 7 — B. M. 14, io, Os. 9 — B. M. 7, 10, Os. 10 = B. M. 13, 10, Os. 11 — B. M. 9, 9, 
Os. 16 = B. M. 20,io (vgl. Os. 5 = B. M. 3,3). Von Stammeshäuptern namentlich 
genannt werden Os. 8 = B. M. 11,7: °>0? snE 1 und Os. 12 = B. M. 8,10: flog? nvh\ 

Andere Tafeln sind von Angehörigen der Martadfamilie geweiht: Os. 1 — B. M. 4, 
Os. 4 = B. M. 5, Os. 14 und 15 = B. M. 15, 17. Os. 17 = B. M. 18, Os. 21 = B. M. 21, 
Os. 27 =B. M. 16. Aus Os. 4 ersehen wir, dass ihnen das Wadi HWh bei Tulä 

(s. Rutgers 25) gehörte. 

Unterworfene, beziehungsweise befreundete Stämme und Geschlechter lernen wir 
aus anderen Tafeln kennen: so die 0>XM®hn Os. 8 = B. M. 11, [JJ0>h I Os. 9 und 
11 (=B. M. 7 und 9), n?^h Os. 20 (= B. M. 27), H?h>l Os. 22 (— • B. M. 24), HrS^HM 
Os. 6 (— B. M. 10), H>V® Os. 18 (= B. M. 19), tin>rn Os. 26 (— B. M. 22), 
Os. 16 (— B. M. 20), fl>in° Os. 22 (— B. M. 24), flhnB Os. 23 (z= B. M. 25), von 
denen nur die b. Aschjab und Achraf (s. Niebuhr, Beschr. 251 und die Karte) sich in 
der Umgebung von r Amrän nachweisen lassen. 

Aus dem Vorstehenden ergibt sich zugleich eine rationelle Anordnung der Tafeln, 
die wir in der Publication der Trustees, wie auch bei Osiander und Halevy vermissen. 

Aus einer andern Bronzetafel, die aber, wie es scheint, nicht aus c Amrän stammt 
(Z. M. G. XXIX, S. 591, Nr. 1), ersehen wir, dass die Baktl auch in Raida wohnten. 
Os. 33 = B. M. 34, unzweifelhaft aus Ma rib, beweist, dass die Bakil gerade wie die 
Häschid die Oberherrschaft der Könige von Saba' anerkannten. 

Ebenso unsicher wie über H>H° war Osiander über Hirn 11, das er Z. M. G. XX, 268 
als JKj-fasst, wie ein himjarischer Stamm heisst, obgleich Niebuhr, Wellstedt, Ritter und 
Andere längst gedruckt waren. Die richtige Erklärung ist Z. M. G. XXIX, 592 und 
XXX, 23 gegeben, nur ist JISo nicht andere Aussprache für JuJo, sondern Name eines 
andern Stammes, den Niebuhr, Beschr. 247, als JI$o in der Landschaft Kusma iU^S 
nennt und der noch heute existirt; wenigstens führt ihn H. Reschid II, 148 unter demselben 
Namen im Jus» auf. Aus den Inschriften, sowie aus solchen Angaben wie der Beierts 
— nach Hamdäni — dass Chamir, Chaivän, Bait La'va, 'Amrän und Raidah den Bakil 



8 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



gehörten, schliessen wir, dass damals die Häschid die östliche, die Bekil die westliche 
Hälfte des Hamdänlandes occupirten, und dass beide Stämme noch nicht zu einer 
Conföderation verschmolzen waren, welche alle sogenannten Hamdänstämme umfasste. 1 
In den 'Amräntafeln kommt nicht ein einziges Mal der Name Häschid oder Hamdän, 
umgekehrt aber auch nicht in den Häschidinschriften die Bekil und die b. Martad vor. 
Später erscheinen die Hamdän als die Inhaber des ganzen Gebietes von Häschid u bekil, 
und die Genealogen machen ihn zum \ ater beider, aber der historische Sachverhalt 
ist gerade umgekehrt. Die Inschriften lehren, dass ursprünglich die hHHV I ©hll nichts 
weiter als der herrschende Clan der Häschid waren, wie die b. Martad bei den Bekil; 
ähnlich wie aus den Trümmern des alten Saba' das Reich der vereinigten Sabäer und 
Himjaren, der I hN?^® I hllrS, hervorging, mögen auch die Häschid mit den b. Hamdän 
an der Spitze die älteren Bekilstämme, sowie die Arhab, Nihm, Safjän etc. unterworfen 
haben ; ja, es scheint gewiss, dass auch einzelne Herrscher des Sabäerreiches von den 
Hamdäniden abstammen. Von dem Herrschergeschlecht der Bata f , dem nach der Sage der 
Gemahl der Bilqis angehörte, wird weiter unten in der Einleitung zu Nr. 13 die Rede 
sein. Aus Chamir stammt der grosse Tubba' As' ad Kämil (v. Kremer, S. 36), dessen Vater 
Malikikarib Dü Hamdän als Gründer von Nä'it gilt (ib. 76). Ibn Mugavir berichtet, 
dass in Murammal am Chärid, also im Gebiete der Häschid, die Tubba's residirten, 
und ich bin überzeugt, dass weitere Untersuchungen das Resultat liefern werden, dass 
die berühmten Tubba's der Himjaren nichts weiter als hamdänische Fürsten auf dem 
himjarischen Throne sind; ihre Dynastie endet bekanntlich mit Dü Nu äs. 

Eine Bestätigung unserer Ansicht von dem späteren Emporkommen der Häschid 
und von der Bedeutung der b. Hamdän scheint mir auch der Umstand zu sein, dass 

Plinius (VI, 158 ff.) zwar die Bachilitae rz: JoJo, Hamiroei ~ **»^5 Choani == ^I^aä-, aber 
weder die Häschid, noch die Hamdän und Nä'it, sondern nur Murammal (v. Kremer, 
S. 14) nennt; Ptolomaeus kennt Matcpa und Patöa = XN?>, [Uranius bei] St. Byz. Mak- 
odlvT] = hrVI°!] (Os. 7 — B. M. 14,4; 8 = B. M. 11,4; 23 = B. M. 25, 2) und ZdßiÖa = NflX. 

In späterer Zeit ward der Name ^jltV^e ^L>t>, ursprünglich ein dynastischer, der all- 
gemein übliche ; er umfasste das gesammte Hochland zwischen dem Sabäerreich und der 
Tihäma, im Norden von der Wüste Amaschia (äLuLm^fl), im Süden durch eine Linie von 
San'ä längst dem Geb. Haräz und dem ^Li \J&fb begrenzt. Diese Ausdehnung hat es im 
Ganzen von der Zeit des Propheten bis in die neuere und neueste — man sehe Niebuhrs 
Beschreibung — bewahrt (Sprenger, A. G. A. 247, Müller, Ergebnisse etc., S. 311 f.). 
Daneben gehört ein Theil des Djöf (^IJl*» 0^2» o^La? bei Ibn Chordadbeh und Muqad- 
dasi) den Hamdän, das heutige beled Hamdän (s. Halevy). Zur Zeit des Propheten wird 
( haivän und Schibäm (wohl Kaukebän, s k Müller, Burgen I, 352) als ihr Mittelpunkt 
genannt (Sprenger, L. L. M. III, 454); sie waren in heftigem Kampfe mit den Muräd um 
den Besitz des Djöf (ib. 470, Bekri s. v. ^vA Sie bekehrten sich bald und erhielten einen 
cincricii unabhängigen Statthalter, der mehrfach eine Rolle spielte (ib. 454. 540. 548). 
Der Prophet richtete unter anderen ein Schreiben an den Qel von Hamdän (Beladori 71). 
Die spätere Geschichte dieser Landschaft unter den verschiedenen Dynastien, die Jemen 
beherrschten, zu verfolgen, verlohnt sich kaum. Schon Hamdäni bemerkt, dass dieser Theil 
von Jemen schwer zugänglich und von der Natur stark befestigt sei (Müller 1. c. 312); 

1 Il>n Doiairi 250: ^\j^jc, OolaJ f^fJU yiij j^iola- 5^0 



Sabäischb Denkmäler. 



9 



dazu kommt, dass seine Bewohner von je her zu den kriegerischen Stämmen gerechnet 
werden. In der That haben sie sich nicht nur zu allen Zeiten selbständig erhalten, sondern 
auch dem Bestehen jeder geordneten Herrschaft in ihrer Nähe widersetzt. 1 Die Angriffe 
der Imäme auf die türkischen Paschas in Sana gingen von ihrem Gebiete aus; und 
kaum waren die Imäme an die Stelle der letzteren getreten, so mussten sie gegen ihre 
früheren Bundesgenossen kämpfen. Zu Niebuhr's Zeiten gehorchen allerdings nominell 
die Bezirke von Chamir, Hamdän und A.mrän dem Imämat, aber die eigenen Sold- 
truppen des Imäms bestanden zumeist aus unbotmässigen Schaaren von Häschid u bekil, 
die schliesslich auch den Sturz dieser Scheinherrschaft herbeiführten. Zur Zeit der 
Wahhabikriege stellten sie 1000 Reiter und 8000 Fussgänger ins Feld (Z. M. G. 17, 219). 
Als kühne Reisläufer verdingen sie sich noch heute bis nach Indien (Niebuhr passim; 
Wellstedt, II, 318). Ebenso wenig wie die Imäme, haben ihre Rechtsnachfolger, die 
Türken, diese Stämme wirklich zu unterwerfen vermocht. 

Das Drängen der nördlichen Gebirgsstämme nach Süden und die Eroberung der 
Ackerbau treibenden Districte durch dieselben, bilden einen Hauptzug in der neueren 
Geschichte Südarabiens. Ich erinnere hier nur an die Staaten des Mekkremi von Neffran 
und an die Wanderungen der beiden Bruderstämme Dü Mohammed und Dü Hosain, 
der Nachkommen der Schäkir von Bekil-Hamdän (s. v. Maltzan, Reise nach Südarabien, 
405 ff.). Täusche ich mich nicht, so ist dies nur eine Wiederaufnahme der alten selb- 
ständigen Geschichte des Landes, anknüpfend an das Ende der Hamdäniden-Dynastie in 
Jemen. Die Invasionen der Abyssinier, Perser, Nordaraber und ihrer Nachfolger haben 
diesen Strom wohl zeitweilig unterbrochen, aber nicht abgelenkt oder zum Stehen gebracht. 
Hoffen wir, dass dies den jetzigen Herren des Landes gelinge, hoffen wir es besonders 
im Interesse der Inschriften ! 

Die Inschriften Nr. 40 — 48 wurden Ende 1880 von einem gewissen Aron Arudjass 
fHPIX) hierhergebracht und sind schliesslich vom British Museum angekauft worden; 
sie stammen angeblich aus einem heidnischen Bau in der Nähe von Ma'rib — was nach 
dem oben Bemerkten dahingestellt bleiben mag. Arudjass, der einige Monate später 
hier verstarb, betrieb den Verkauf himjarischer Alterthümer schon seit einer Reihe von 
Jahren; ihm verdanken wir das Ganneau'sche Relief J. A. VI, 15, 302, die Z. M. G. 
XXXI, 288 ff., XXXV, 432 ff. beschriebenen Steine und Bildwerke und vielleicht noch 
manches Andere. Denn wenn seinen Angaben Glauben beizumessen, so war er lange 
Zeit als Agent der englischen Sammler in Aden thätig und hat unter Anderem auch 
die Abschriften des Iklil und Gazlret besorgt. Leider war Arudjass keine vertrauen- 
erweckende Persönlichkeit; ich habe ihn wiederholt auf Unwahrheiten ertappt und die 
Ueberzeugung gewonnen, dass er bei den mannigfachen Fälschungen, welche uns in 
den letzten Jahren aus Jemen zugekommen sind, die Hand mit im Spiele hatte und 
sie jedenfalls ohne viel Gewissensbisse vertrieb. Als Urheber der falschen Bronzetafeln 
nannte er mir gelegentlich einen gewissen Chaijim Chabeschusch TPlttDKn D^H in San ä. 

Pera, Anfangs 1882. 

J. H. Mordtmann. 

1 Schon Aelius Gallus (Plinius VI, 161) sagt: Cerbanos et Agraeos armis praestare, maxiine Chatramotitas und meint wohl 
mit den Agraei, die er vorher unmittelbar neben Murammal genannt, die späteren Häschid. In den hier veröffentlichten 
Inschriften ist oft von Kampf, Ueberfall und Raubzügen die Rede, vgl. z. B. 5, 6, 9, 12, 30: aucli Reh. VI, Os. VI, VIII, 
XII, XXVII. 

Denkschriften der phil.-liist. Cl. XXXIII. Bd. b 



10 



MoRDTMAXN UND Mt'LLER. 



Nr. 1. 

Sandsteinbasis, Höhe M. 0,22, Breite 0,16, Dicke 0,09; die Hinterseite unbearbeitet, 
rechts und links geglättet. 



lhhTM1hr>M Thrill] 



sl! p:ns ! Sxdix i "2 1 d • 

PI I ?ÖnN I Th^V I hrilQ I UN 2 I -ÖD*! I TOpPI ! pbö I DI 

HVHinh® ! hUIÄ I UHR 1 1° P^dki I pba I onpa I ^ 

ö VXn?>l i TO [©1] I hnVH I T1h annsna i -ahb] i prn ! ^ 5 

®0V>°n® I ®3YN 1®h I TO®® I ® lernpsi I i^mbis i •an 1 1 

®vni I ®B> I Ttlrh M I ®CV>^1 1 "wab l iah I •»öd'i I ittmöhbi 

°XU® I HHV1® I ®'f HUT I N ^® Pfiöi 1 pnbi i lnjsr I nyoi 

n mn I H®hH°^ I ® L r J tHn° I Tn^m H 3lpl Dunpc i irrop l ^oi 1 1 

• I HT>^1® i HTH^T I >°n I M1N nl an« i pr6i i pp injn i io 

ahh] * i Tn^ i nn nhr>h i ?nn i ® dwi» iwip i "?«dik i^a n 

,Sa'd'auni und seine Söhne [sein Sohn?], Freunde der Söhne 'Aus'il, von der Familie 
Hanän, Freunde des Königs, haben dem Dü Samäwi, dem Herrn von Bäqir, diese Statue 
und diese beiden Kameele von Gold dargebracht, zum Gedeihen ihrer Felder und zum 
Gedeihen ihrer Kinder und Kameele ; und es möge ihnen Dü Samäwi schenken die 
Lust seines Herzens und das Glück seiner Rechten ; und es möge Dü Samäwi seinem 
Knecht Sa'd'aum helfen und ihn bewahren vor der Gliederkrankheit der Kameele, die 
er b.esitzt, und seine Freunde die Söhne "Aus'il schützen vor der Härte des Hassers.' 

Die Spuren der Bildwerke, welche nach Z. 4 f. auf dieser Basis standen, sind noch 
deutlich an den auf der Oberfläche des Steines befindlichen Zapfenlöchern zu erkennen; 
dieselbe stellt sich so dar: 



Die Statue stand also offenbar zwischen den beiden Kameelen. 

Wem fallen hierbei nicht die goldenen Gazellen des Zemzembrunnens ein? Als 
Abdul Muttalib den heiligen Brunnen aufgrub, ,fand er in ihm zwei Gazellen von Gold ; 
und das waren die beiden Gazellen, welche die Gurhum dort vergraben hatten, als sie 
von Mekka auszogen' etc. (Ibn Hischäm 94) Abu Lab ab, der Feind des Propheten, soll 
eine goldene Gazelle aus der Ka'ba gestohlen haben (Ibn Kotaiba 60). 

Die Parallele mit unserem Denkmal ist so schlagend, dass jene Sage wirklich dadurch 
bestätigt zu werden scheint. Zu O. M. 16 werden wir die Gazellen als die heiligen 
Thiere des 'Attär kennen lernen; das wirft ein ungeahntes Licht auf jenes alte gur- 
humitische Heiligthum. 

Im vorliegenden Falle ist der Gegenstand der Weihung natürlich mit Bezug auf die 
Plage, vor der die Gottheit bewahren soll, gewährt, vgl. die fünf goldenen Mäuse und 
die fünf goldenen Geschwülste, welche die Philister I. Sam. 6 dem Gotte Israel für die 
Erlösung von den Landplagen, die sie getroffen, darbringen. 

Unsere Inschrift zeigt manche Aehnlichkeit mit Os. 36 z=z B. M. 37, Miles 1 sowie 
der von Lovy Z. M. G. 24, 191 ff. veröffentlichten Broncetablette Nr. II — H. 682. Die 
bel len letzteren beginnen ebenfalls mit einem grossen isolirten N 1 3, welches nicht mit 



Sabäische Denkmäler. 



11 



dem Anfangsworte zu verbinden ist. Vermuthlich stellt es den ersten Buchstaben von 
fotlrSH dar. Ebenso zeigen die Weih Inschriften an "Attär sehr oft einen Antilopenkopf 
zu Anfang. 

Miles 1 beginnt wörtlich, fast gleichlautend: 

I ÖNh I HfWh I £Uh> I XMT1 1 H n I Ü>W$ 

\$>m n°n i?<*h i^vvih itswi hnrhi 

|oVN>l?Oa><o|®V?0®1 1 HnVNN I WA 
nur dass au unserer Stelle hhhTh statt HriHTh steht. Levy Ii nennt sich die Dedikantin 
eine HXTfihT, was offenbar die weibliche Form desselben Ethnicons ist; vgl. auch noch 
H. 167, 2: ?rn HT I H ^rn aus el Far, wo nach H. 171 ?®I]rSN verehrt wurde. Trotzdem 
möchten wir nicht annehmen, dass in unserer Inschrift zu ändern sei; denn ein Ethnicon 
h?hhT findet sich Z. M. G. 33,485 Nr. 1,7 und der Plural dazu hhhTh Z. M. Gr. 30, 291 
Nr. 6,2; letzteres ist die Inschrift eines Altars der HHThl i h fl, welcher Name wieder 
merkwürdig an den HHM von Miles I erinnert. Die HfiHTh werden Bewohner der 
Doppelstadt ^LoC^f 1 im Beled Hamdän sein, welche Hamdäni im Gazirat al 'Arab 197 
zwischen 5 Atäfit und Chaiwän aufführt: 

•^S '^'Lixi RaXaXI} ^y=s^\^ üjcX-wjL^- scXä.!^ ^Lx.O.=Ll ; ^a>wwJ! ^j.x> ^aj^LaXHJ c^oUl 

Ob sie aber identisch sind mit den Ayyjirac, 'Ayjrt/coii, die Ptolemaeus neben den Sabäern 
als Bewohner des Binnenlandes nennt (sixa Saßaiot %ai 'Ay^lrai oizip vrp %X[|J,axa toO opoüc), 
wie zuerst Halevy vermuthete, scheint nach Sprengers Auseinandersetzung (A. G. A. 390) 
wieder zweifelhaft. Dafür würde sprechen, dass Miles I die Weihenden sich Verbündete 
des Königs von Saba' nennen, womit das I HrUCl i UNh unserer Inschrift synonym ist. 

Letztere ermöglicht es, jetzt auch Os. 36 — B. M. 37 vollständig, wie folgt, zu 
ergänzen : 

Hf^iainHhifl>x®i=ii!Mhn> 

?0®l|®yir>x^H I HTO[luX>n 
<fO<D|>|i]>X©H l.1hHT?[l ®v>in° 

°i j ii>i®nvx?nn°nhi?oM>i<'>v 5 

>IHhHVIt]>l>hl?®i]f 1 i[HI®i1VH 
h1i3XrSlhl53hni®av?0[®VIKX® 

x°cn?n j xm i hhx?i[® i ovd-n i ® 

d. i.: 

,VahVaum Dü Watär, Freund des Königs, hat dargebracht dem Du Samäwi, dem 
Gott der 'Amir, dem Herrn von Bäqir diese Statue, welche er ihm geweiht hatte [?] 
zum Wohle seines Knechtes Jahmfil Dü Watär und zu seinem eigenen Wohle, 
und zum Wohle der Herren ihres Schlosses; und es möge sie Dü Samäwi beglücken 
mit gesunden Kindern und er möge fortfahren, sie zu beglücken mit Erfüllung ihrer 
Bitten etc.' 

I]>I]hV1h Z. 2 ist unzweifelhaft nach I HNQV I XVIh 0. M. 17,2 als ,Gott der HXIh 1 , 
nämlich des Stammes 'Amlr zu fassen, der bei Hamdäni und sonst als Nachkomme des 



1 Vergleiche nordarab. Ä *<1 im Negd und die Bemerkungen Wetzsteius über diesen midianitischen Namen, Berl. Ztschr. 
für Erdkunde 18, 422. " 

b* 



12 



MoRDTMANN UND MÜLLER. 



Bakil und Sohn des Schäkir gilt; im Gebiet des Schäkir lag aber auch ^Uc&ä, von 
dem die HfnHTh sich herleiten. Diese Combination wird dadurch bestätigt, dass die 
'Amir noch an zwei Stellen verbunden mit Dü Samäwi vorkommen. H. 149 aus Haram 
beginnt ein Exvoto mit >X8° MVh® I ti>flh1. In dem ersten verstümmelten Worte ein 
Compositum mit >£]h zu seilen, ist unmöglich, da diese nie mit der Mimation versehen 
sind, z. B. >Hh°>l?, >Hh°2?, > I] rh r 2 ! etc.; eine Art Ueberschrift, wie Praetorius annahm, 
.dem Emir' etc. ist schwer denkbar. Sollte nicht 

>X8°l1Vh<">li]>t]h1[Yh 

,das Volk 'Amir und das Volk'Attär' etc. 

das Richtige treffen? Der Inhalt der Inschrift besagt, das Halfän die Weihenden gerettet, 
als sie zum Dil Samäwi in Jatil pilgerten. 
H. 359 (es-Soud) rührt von 

H?>tIhlh?hrS«Xltlt?0*|ii[n 

,x x Sohn] des Schufaiq dem hrVXten, dem 'Amiri' her 'und endet Z. 5 mit Anrufung 
des ? ®H [ rh l=l ; Z. 2 wird wiederum die Stadt Haram genannt, so dass man auf die Ver- 
muthung geräth, dass 'Amiri's den Cult des Dü Samäwi in Haram eingeführt. Auch 
H. 171 (el Fer Haram) nennt diese Gottheit. 

Der Stein B. M. 37 soll aus Ma'rib stammen, was jedoch zweifelhaft ist; so viel aber 
scheint uns festzustehen, dass er sowie unser Text und Miles I aus einer und derselben 
Localität kommen, vielleicht auch die beiden Levy'schen Tabletten. Allerdings findet 
sich, das Fragment einer Weihinschrift an Dü Samäwi in den Dammbauten von Ma'rib 
eingravirt (Fr. XX); vgl. auch noch Os. 32 ~ B. M. 30,4 (wo er ebenso wie Miles I 
zusammen mit der HHN ! - ! I XN angerufen wird) und Os. 33 = B. M. 34,4. In minäischen 
Texten kommt diese Gottheit gar nicht vor. 

Was die defective Schreibung TflrSH anbetrifft, so schwebte sie auch schon dem 
Steinmetzen bei B. M. 37, Z. 2 vor: er hatte zuerst TflriH einzumeisseln begonnen, dann 
aber unter dem obern Ringe des ? das © eingefügt. Die Etymologie des Namens wird 
durch diese Nebenform nur noch schwieriger. E. Meyer deutete Z. M. G. 31, 741 
Dü Samäwi mit Vergleich des assyrischen Samami als ,den Herrn des Himmels', und 
in der That entspricht THrh genau äthiopischem rt°VJ^ : , so dass Dü Samäj identisch 
mit dem KlU.h : rt°7JE- der Inschriften von Axum wäre. Das © ist in die Wurzel ein- 
gedrungen, um den Hiatus zu vermeiden, ähnlich wie im Altäthiopischen (Dillmann, 
Grammatik der äthiop. Sprache §. 41). Ist T^dri dagegen Adj., so würde Q rS N nach 
Analogie von ^.si j<3 , Perle' zu erklären sein. 

Im Einzelnen sei Folgendes bemerkt: 

Z. 1 fl®h>l r L i ,Glück des 'Aum', derselbe Eigenname Z. M. G. 30, 115; vgl. H^hllY® 
Ii. 10, 1 O. M. 6,4. 

Z. 4 flHIT Eine Ortschaft yAs im Gebiet der «iLo.» äf^-w nennt H. Reschid II, 294 
nach Hamdäni. Vgl. Gaztrat 122«, 128. u, 198. 

il>. hnvm ?1h I HVHinh^l WÜh Ueber den Dual HVHirih wird an anderer Stelle das 
WCitere beigebracht werden. ?1h ist Plural wie Fr. XL, 5, Reh. IV, I, V, 8 zum Singular 
1h, bez. H, vergleiche ausser dem stereotypen miYHH I Hfllr 2 , und H [1 V N N I >I1 I H 1\l ,acht 
Töpfe von Gold'" (Os. 1 B. M. 4,«) besonders Fr. 55,2 h>fflriH I HN®h Singular zu 



Sabäische Denkmäler. 



13 



H >ö] rS?1 h I HH^h ib. 56,3 f. Wie lose die Verbindung mit M ist, zeigen Stellen wie 
Reh. X, 3: HIIVMM I °0?£1 f~l I HfllrStl ,Die Dedication in Maipha von Gold'. 1 

Z. 5. ®l3YXn?>l. Das W T ort Xn?>l ist wohl nur vollere Form von X(1>1, welches 
Os. 18 = B. M. 19,9 sich findet; der Singular [~I>1 ist Os. 20 = B. M. 27,4 belegt. Nach 

Gauhari und Qämüs ist xj^> ein Saatfeld, v_>j^.ä- nach dem Misbäh bei Qämüs (I. 90) 
ursprünglich ein ; mit dem eigentlich persischen (s. Lagarde, Abh. 29, 15 ff.) Worte 

v_>j^.ä>, welches noch heutzutage im türkischen Reiche ein Mass ist (nach Qämüs — türk. 

im neuesten Gesetze über Decimalmasse 10,000 HJ Meter) hat das natürlich nichts 
zu schaffen. Ueber Afl^l — ^->jy>- ,behauene Steine' cf. unten zu O. M. 31. 

Z. 7 © L T j nil®B>l?I]r 1 it=l l^™^ l> Manchmal wird >HX mit ,schützen' oder ähnlich 
wiedergegeben; dies ist nicht correct. Gauhari I 315 Buläq sagt: ^\ b^Ls 

iujc juÄiaÄl ^1 IäS^ \dS ^j+äS J.ä-^.-'I (Jy^? ^ o • bjU£ ItX^ 

(S äX1x> 3 J, d. h. ^sü/l mit dem Accusativ bedeutet Jemand zu seinem Sclaven machen, 
wie z. B. in der von Muäd überlieferten Tradition ^.isLwf ^ etc., wo es soviel wie 
dU+3j \y$2 [er hat sie mit Gewalt an sich gebracht und sie sich angeeignet] 

heisst. 2 Muhammad b. Katir sagt: Dieser Ausdruck ist bei uns in Jemen üblich, und 
man bedient sich fast keines andern. Man sagt f jS^ ItXS" ^j^+i^t, d. h. gieb es mir zum 
Geschenk und Eigenthum'. Aus dieser von Fairuzabädi — nach seiner Manier, cf. Z. M. G. 
XI\ 561 — nur abgekürzt wiedergegebenen Erklärung geht hervor, dass diese Bedeu- 
tung der Wurzel nicht nur in der X. — wie Frey tag angiebt — , sondern auch in 
der I\ . als speciell dem jemenischen Dialekt eigenthümlich zu bezeichnen ist. In der 
Kala' i'schen Qaside Vers 262 lesen wir: 

wozu der Commentar bemerkt: ^^.j ^.a+ä. äjj ^ y^.'-, eine Randglosse lautet: ois 

Die Bedeutung ,schenken' passt auch für >£N an allen Stellen, nur Reh. VI 5 steht 
es etwas unbequem ohne Object der Sache. So ist z. B. die Inschrift Z. M. G. 30,289 
Nr. 2, Z. 7 ff. zu ergänzen: 

i ^°>v?i>^i®nvh>i] i>B>mT---®vi>inH>i]Y ixnn ihnut 

,zum Lob dessen, dass er [der Gott 'Attär] seinem Knecht X X das Wohlgefallen 
und die Gnade ihres Herrn Schammir Juhar'isch geschenkt.' 

^Vhfl? I ohri I ®Vm I ©B> , das Wohlgefallen seines Herzens und Glück seiner Rechten', 
ein Wunsch, der an die Worte in der Votivtafel Os. 29 ~ B. M. VI 7 erinnert, wo der 
Weihende dem Gotte Sin ,die Klarheit seines Auges' I ©©riH? 1 XTIIA (cf. 5. Mos. 34, 7) 
anempfiehlt; ebendaselbst ist auch das Wort 111 = oJ in rhlH^H, vermuthlich xJ 



' [HriVt-l ^ g' ew ' ss nicht Adjectiv, sondern Status demonstr.: diese Form darf nicht auffallen, da der Artikel bei Stoffnanien 
in allen semitischen Sprachen angewendet wird, sobald das zu bestimmende Wort determinirt ist, gleichviel wie die Verbindung- 
bewerkstelligt wird, vgl. Qor. 3, 12: ^JLäJ\_j i__-o*jJ\ ^x> ä^k-üL»J\ ^JsUJLM^, dagegen ^.a} ^ äj^bl 'Qor. 43,ss und 
^_^obi j ^ i3lsr^ 43,7i etc.; im Hebräischen ntPItjn roiü , der Altar aus Kupfer', arabisch i^aiJl ^Lxjj-o ,die Silbermine' 
mit dem Artikel wegen der Idafa, wenn ein determinirter Begriff ausgedrückt werden soll. D. H. M.] 

2 Die Worte dieser Tradition scheinen verderbt. 



14 



MüRDTMANN UND MüLLEli. 



das Gedächtniss seines Herzens' [für: den, dessen sein Herz gedenkt] belegt. Ganz 
wörtlich über findet sich derselbe Ausdruck Crutt. San. 1, 5 ff. : 

®i]vnniMh<>B>[Ha<wixiHfl 

wo H®B> ij'r* 5 ; * st ' : wU! , Wohlgefallen ihrer Herzen'. 

Z 8 steht HHV statt HH°V (wie Levy II 9, Z. M. G. XXIV, 194: >£X statt >°£X). 

>°n I SIN n I h Fl die Ergänzung HIHIl scheint sicher, mit diesem Worte wird wohl die 
, Gliederkrankheit' arab. Jjo gemeint sein. 

>°f"l wird liier mit Rücksicht auf das Object der Weihung als ,Kameel' und nicht 
.Vieh' im Allgemeinen (Z. M. G. 30,674) zu fassen sein, eine Bedeutung, die es jeden- 
falls auch Prideaux XIVc. s: >°ri a) I > <D S — ^ hat. Das synonyme 111h = Jut ist 
hier zum ersten Male belegt; dass es im Althimjarischen vorhanden, ergab sich aus 
Plinius VI 158: f'ons Aenus cabales quod signifleant camelorum, wo sicher nicht J^ä, 
sondern Ju! glossirt ist. 

Z. 9 £lhh]£ l?A^IHri---H?>yi>. Die Ergänzung ist durch eine Reihe von Parallel- 
stellen Üs. 18 : : B. M. -19,10, Os. 20 : : B. M. 27, 7, weiter unten Ü. M. 8,19, 9, 19, 12,9, 
18,4 gesichert, wo stets formelhaft mit °E3H ,demüthigen' verbunden vorkommt; das 
etymologisch dunkeln ht>V wechselt mit HH°V (O. M. 9,19), H>HN (O. M. 18,4) und ÜTTI 
(Os. 18 = B. M. 19, 10), bedeutet also im Allgemeinen , schützen' etc. Ueber ya~& sagt der 
Qämüs: .... . „ 1 ■ . , ... .. 

also eigentlich , Härte, rigor' (das Freytag'sche calamitas, adversitas haben wir nicht auf- 
finden können), daher (IITA^ hart sein gegen Jemand', Os. 17 — B. M. 18, 11: 

^HVn I H?Ä^?H IllrhSh 

,jcden Menschen, der hurt gegen sie ist etc.' 

Nr. 2. 

Auf drei Seiten eines viereckigen Sandsteinpfeilers; Hohe nach dem Abklatsch 
ca. M. 0,31, Breite der Vorderseite 0,22, der schmalen Seite 0,18. 

Die Schrift der Vorderseite hat stark gelitten und ist fast vollständig abgerieben, 
so dass im Abklatsch nur wenige Buchstaben mit Sicherheit zu erkennen sind. 

a) Vorderseite. 
Tf 1 1 • I ® V? V h® ■ • • • DDÖttHH J7 I WWI I ■ ■ • ■ 

©dVfl?* I © 1 h^V l a°n • • an linanö^ I ropn i bwi 

• -X I fi ■ • ° 11 • fl • ■ tlV* I • • ri • • • v I biyin II Dlanp l tan 

HUIAI <>•■■• Töbac 

5 1 6 n 1 Vi" Ssd I inipix 1 rna I d^öh 

XrS1 1 ©vn h • • 1 l i6bnD Dk^ök 

• ÖHV^ ! 0>1V U I H Dönp I D-ianlhönö^J 1 1 

• ■ nl drSd^n> I a>a L r J l^> • • • 1 BDöwan 1 lttnmto 

• • -fl I ©nvn°^© lolp l iftnamil jstjh 



Sabäisghb Denkmäler. 



15 



b) Rechte Seite. 

?ixm° 'mihi 

ö n ! ^dVClH »anönönt« 

®l®VhniVIXHn I® i unzart i rra h 
Hfl 1 1 rhd I H01^ I ©VX - p I «f?D£ I pSn hnn • & 
->hn ! H®rn I tMfl I H>Y° aaTOaifd I 'oral prft 
>fl?h I fl>1T I ®flVH°^> I • ans I cm I lörnpobi 1 [j 
• •B>h I1fn I Hü I dhH — _i»niin« I "?3 1 p l D«3[n I D-i 
i]YX1°® I ttnnbpi hönpn 
t, T ® I QX°>I<d äni Mäm I onsni io 
HVh>i] • • p ! DDöÄ'sn I ilön«nü[| l 



e) Linke Seite. 

H'J?T1 1 ®3Vn° • p-'phttrojrtw 

Dötnp 

Die Basis trug, wie aus a4 hervorgellt, eine Statue, vermuthlieh ebenfalls von Gold, 
welche zwei — oder mehrere — Brüder vom Stamme Ghaimän ihrem Gotte afcHp : D"iJn 
zum Wohle ihrer Ländereien etc. darbrachten. 

Die Stadt ^U^c. Ghaimän wird unter den arabischen Geographen nur von Hamdäni 
im Gazirat (Sprenger, A. G. A., § 30G) und Iklil (Müller, Burgen I, 365) ausführlicher 
erwähnt. Halevy hat es von Sana aus wiederentdeckt (Voyage au Nedjrän Bull, de 
Geogr. VI 6, p. 31, und Rapport etc. 12. 6(3). Die Stadt, fünf Stunden südöstlich von 
Sana gelegen, gehört dem Chaulänstamme der beni Bahloul (J^X-gj ^äj) und von den 
alten Ruinen ist noch ein Theil der Mauer und der Burg erhalten. Nach Hamdäni (Müller, 
Burgen II, 1043) zogen sich die sabäischen Könige zeitweilig dorthin zurück; dort war das 
königliche Mausoleum und der grosse Tubba c As' ad Kämil soll dort residirt haben und 
begraben sein (v. Kremer, S. S. XI und 87). 1 In der himjarischen Qaside 120 wird 
der Fürst ^jUaä j<3, der Qail dieser Stadt, genannt, seine Genealogie S. S. 100 und 102. 

Halevy fand in Ghaimän nur unbedeutende Bruchstücke (Insc. sab. 18 — 41), in denen 
besonders der Gott Hagr erwähnt wird, vergleiche hiezu die Belege aus arabischen 
Quellen Z. M. G. XXXI, 86 ff. Nur ist nach unserer Inschrift statt ÖT^, wie Halevy 
liest, überall HOV«!* herzustellen. Die Etymologie bleibt dunkel. Ein Ort in Beled 
Hamdän heisst R+^xä (Gazirat 128 m. 198 ob.); ein n. pr. kommt Iklil X 63 m. vor: 
JuäU» jvAa- tX^ ^jU» aüJI Jy.£. %jU». p$S. Vgl. ferner Iklil VIII L§.ax>^ 
^A^^üJi tX-Ls & (sc. ^tJu* )j*i2 (j.x>). Es läge also sehr nahe, QQWk für einen 



noch Qäinus s. v. 



16 



MoilDTMANN UND MüLLKR. 



n. L oder den Namen des Stammes zu halten, von welchem u>~IT verehrt worden ist, 
wie flll?>l l~l1hX und U^h I >X§° etc.; aber dagegen spricht .die Beibehaltung der Mimation. 
Eine zusammenhängende Lesung und Uebersetzung der Vorderseite ist nicht möglich. 

a) Z. 1. Der Eigenname am Ende der Zeile ist möglicherweise I tlritl^H 00 = 
dagegen die Ergänzung des n. pr. Z. 2 a. zweifelhaft, vielleicht H°n [ ri ~ vgl. 
Hamdäni bei Müller, Burgen, I, 392 und Hai. 62, u. 

Z. 3. ist offenbar ,HHf1[l [ tl>T4 J ,H. Q., Herr von...' zu ergänzen. 

Z. 6. Die Ergänzung nach der formelhaften Wendung, wie sie sich zum Beispiel 
Z. M. G. 29 , 591, I, 4 und 10 findet. 

Z. 7. Anfangs ist zwar das I] als sicher notirt worden, bei der Aehnlichkeit von I] 
und £ bleibt jedoch die Ergänzung von ®£l l f H?£ nicht unmöglich. 

Z. 8 mit dem Herrn Rabbsckams Du Ghaimän ist wahrscheinlich das Oberhaupt 
des Stammes gemeint; der Name , Fürst ist Schams' ist wie 1hn> 4,7 gebildet. 

b) , c) An die Vorderseite schliesst sich unmittelbar die Inschrift der rechten Seite; 
aber die Ergänzung derselben ist, trotz dem sie relativ gut erhalten ist, nicht sehr sicher. 

Z. 3 cdVH !?® eine Form, die vom Stamm ©1 herzuleiten ist, von dem ein Sub- 
stantivum = Niederung [Genossenschaft zzz U D. H. M.J öfter belegt ist. Mit 
Isyz* und lässt sich nicht viel anfangen. Das Folgende ist wohl zu ® [ V ® ?] T Vri 

zu ergänzen, vgl. Reh. VII, i. 

Z. 4 ff. Die Wurzel hül kommt mehrfach vor. [Aus ^s. Las», welches Qämüs mit 
JL+JLj! iXi ^Jf 5 von ei ner Sache abgehalten werden und von ihr 

ablassen' — £jo>l, Gauhari mit ^& ^xä.) erklärt, so wie aus äthiopischem *Hlfi ! zurück- 
kehren, weggehen, würde sich Hisn Ghuräb I, Z. 8 

i x^nT i B>h i H[ni i ^hni^ 

I.Laä. ,und sie kehrten zurück aus dem Lande Habaschat' erklären. J. M.j 
Eine vierte Form liegt H. 62, 16 f. vor, 

,und Ilmaqah — er möge fernhalten und strafen alle ihre Feinde'. 

I »aneben heisst aber hl'flh-- rettulit, restituit, reddidit, und man könnte daher hlllV 
auch , vergelten', eigentlich , zurückgeben' übersetzen, vgl. hebr. S^il = Diese 
Bedeutung passt allein H. 49, 10 f. 

HB>h i x^vi v^ihi i vhnivi h>i°>ovf®m°nh<» 

'Abi'ali und Juhafri' beschlossen es dem Ilmaqah zu restituiren, dieses Land' 

welches nämlich nach Z. 8 der Gott den Genannten geschenkt hat, flV®. 

In unserer Inschrift ist wohl die Bedeutung , abhalten' zu wählen: ,da er ihn und 
seine X1° — abhielt von dem H>Y°, am Tage, da es in unserem Lande war'. 

Der Ausdruck aflVXI ist nicht mit Sicherheit zu deuten; X1° ist vermuthlich = äÜL* 
Plural von JLr, vgl. cdiJVIo Z. M. G. 26, 425 II, i (Transaotions VI, 199) , Familie', 
oder vielmehr ,familia'. Dazu wären die Worte OlrSülHOI 1 ^ Apposition. H01 ^ ist H. 343 
-/;., 650 Ortsname, appellativ dagegen HVOIX Obne 4, ebenso in dem häufigen Ausdruck 
01^n ,im Umkreis von' etc. woraus (Müller Ergebnisse etc. 309); OlrSfl I H01^ 

wäre möglicherweise ,der Umkreis von oL)L»we'. 



Sabäische Denkmäler. 



17 



H>V° muss irgend ein Unheil bezeichnen. heisst ,Unzucht treiben, stehlen' etc. S^xc. 
ist ein Ghül. <d>Y° H. 51,3 und die nom. propria >Y°>T> >Y°£1 ; H>Y°t] — vgl. ^Ljw 5 6 
— sind unklar. Die Stelle erinnert an IHH£<!> Z. M. G. 29, 596. 

Die Ergänzung HB] >hl1 nach Os. 10 = B. M. 13, s: hB>hn I H®fiH I rh® ° I hfl ,vor einem 
Raubzuge [cf. Z. M. Gr. 29, 605], welcher in diesem Lande stattfand' etc. 

Z. 7. ,Dass er sie beglücke mit gut gerathenen Früchten von all ihren Lände- 
reien . . . .' wörtlich wie in der Hagr-Inschrift von Sanä (Cruttenden), Z. 8 ff. 

i ©0va>h n ^ i h n i n h h [v 

l®HYX1 

Da in unserem Texte ebenfalls ®I]YX1 folgt, so könnte man vermuthen, dass das- 
selbe Wort in der San ä'-Inschrift Z. 10 Anfang herzustellen sei, so dass die Ableitung von 
jULe wieder zweifelhaft wird. In dem verstümmelten ©ÖY^I Z. 9 Anf. steckt vielleicht 

ein Verbum, von welchem tlX N — £&<3 und das Folgende als zweites Object abhängt. 
Die Wurzel oN® (QX°N) ist von X°N?H (Os. 36 — ß. M. 37, s) = gewiss zu trennen. 

Das Folgende ergänzt sich leicht nach den Parallelstellen : , Gunst und Gnade ihres Herrn 
Rabbschams b . . . . Dü Ghaimän und ihres Stammes Ghaimän. Im Namen ihres Patrones 
des Hagr Q. h. m m .', indem sich die Inschrift der linken Seite unmittelbar anschliesst. 

Uebrigens erkennt man jetzt mit Hilfe dieser Inschrift auch Hai. 35, i : HCOTTIH l®H[n 
und 36,2 IHH?[T1I=I. [Ebenso enthält das Monogramm H. 28 (cf. 101) 

UTl 

den Namen WT1 J. M.]. 1 

Nr. 3. 

Sandsteinblock, links abgebrochen, M. 0,53 lang, 0,26 hoch. Buchstaben en relief. 

| H>go> V<d | <Dh>n I tl rhh | H3YT1H I primi 1 WD I 1 pr\ 

l<">?X1l H^n l®Yfl°n I ^hiaXrh I MUh I rna l pa nnöjö I w;önD l sbbx 
I Xd°h I I ®va°n I HhhlöXrS? 1 I naya 1 nibi l in&m i pxbznv \ 

Die meisten Bauinschriften sind in Relief und in wenigen sehr langen Linien aus- 
gehauen. Sie bestehen fast stets aus der wörtlich wiederkehrenden Formel : ,X. X. haben 
gebaut und erneuert das LIaus ... im Namen [oder mit Hilfe] des Gottes [oder des 
Herrschers]'. Auf diese Formel hat zuerst Praetorius Z. M. G. 26, 418 ff. aufmerksam 
gemacht 5 vgl. z. B. ib. 1 — H. 686: 

Fr. III = H. 3 : 

i hhdT> i hN>n-ionvxn i H>^v©i©h>n 

wörtlich ebenso H. 10. 

H. 11 - - Crutt. San. 3: <diH?>© - H><BY® I H>S©V© I Hh> fl, wonach Os. 32 = B. M. 30 
und Hai. 43 zu ergänzen ; vgl. ferner weiter unten Nr. 14 und Nr. 20. 

Die vorliegende Inschrift weicht von dieser Formel etwas ab. Vermuthlich ist dieselbe 
zu ergänzen : ,Dü Ghaimän und Nu'äs haben gebaut [diesen Tempel mit Hilfe des Gottes 



1 Abweichend Müller, Burgen II, 995, Anm. 1. 
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



c 



18 



MoRDTMANN UND MüLLER. 



i o>yi]on i HHhiaxr 1 !? i [hiahn ...«txi i H^n i ®Yu°n i ^hiaxrh i hnihtn - ®hy?o®y i xnn 

I HÖTTl N I ?Hm I HH°llX®] I Xfl°H I XH1® „weil er sie gerettet durch Erfüllung ihrer Bitten; 
indem sie vergalten .... und durch Erfüllungen, um die sie ihn bitten werden" (hierzu 
ef. z. 13. Os. 16 : : B. M. 20,7 ff.) und weil es gut gegangen und gut gehen möge den 
b. Dti Ghaimän'. 

Z. 1. Unter HUTTIH ist wohl der Stamm von Ghaimän zu verstehen; der Name 
HrShH aber dürfte identisch mit dem des berühmten Judenkönigs u^l^j ^ sein, dessen 
überlieferte Schreibung gegen die Aenderungs versuche urkundlich bestätigt wird. Nur 
ist statt 5 6 zu verbessern ^o, da die erstereForm sich Urh^H schreiben müsste, und 

ebenso fallen die Etymologien des Namens von u*b, u*j>o (vgl. Nöldekes Geschichte 

p- 

der Perser und Araber, S. 175). Allerdings kommt ^b nicht vor. Die Transscription 
ist ganz wie ^t ;r w für H>hri. (Cf. Müller, Südar. St. 131.) 

H >§ a>L r l , IV von >S>, = J>)\ entspricht dem lat. sternere, ebenen, glätten, und bedeutet 
vermuthlich im Gegensatz zu ,die Fundamente legen'. Vgl. auch noch zu Nr. 31. 

Z. 2. ®?X~I = f/y^ vergelten, wohl gleichbedeutend mit dem häufigen [18 Y = obl 
kommt hier zum ersten Mal vor. 

Die Schlussformel ist aus den A.mräntafeln genügend bekannt (vgl. z. B. Os. 7 z= 
B. M. XIV, 11 etc.) 

Nr. 4. 

Sandsteinblock, M. 0,45 hoch, 0,25 breit und 0,15 dick, an allen vier Seiten abgebrochen. 

H]N?>Mcd | rhnrStl 1^10] — Y?IHHh?l 

n]Y>a i HYHx?n>i wrm mxh?i m®n i^Y^in 

tH]>hH®f]Yi>l>h I1f>l HHy rhtl^ I HShh®l HNrih 
Y>£ I hHYtHn° I (Hin I XH^fHÖ I tl>M° I >Hp<pI tIMV ( sic ) 
H I n>^Vh I >lTXtlh l n4»Tt] I TtiT 1 Hg>r] i xn° 5 
0£ I n>A I XH^rSflloTYl hH*H I H?0® I XH^Hht] 

H----hn>ii>ihxnhixH 

I pTtTl I 1\bft I .... IT I fö^ I 

• Dürrns i parva^i i jxrjn i Dn*r I pH i namyh 
issniSis u-friKi i nambi« i bs) l proöi i friafl i po* 
• ■ • • mrc I wnTO i sSd i nanDö i D"iiy i Tipi i onn 

3i nnsna i -unn&x i spna l i irnö i map 5 

plßw i nnac i nanoö i vn i kjimö i psi i natioia 
I • • • • xnn i ixriax i ru 

Die Inschrift, obgleich sehr dunkel, zeigt gewisse Aehnlichkeit mit Os. 35 = B. M. 33. 
I n beiden Fällen sind die Inschriften von Königen von Saba' und Raidän gesetzt. Wie sie dort 
den Qails der Bakil gewisse Privilegien ertheilen, so hier dem Daumän, Herrn von Ghaimän. 

Z. 1 in grösseren Buchstaben enthielt den Namen eines sabäischen Königs, doch 
ist derselbe nicht mehr mit Sicherheit zu erkennen. Der Vorname kann Höh? und IClrn? 
gelesen werden; hflh? würde sich zu HÜhY? (Os. 33 = B. M. 34, l ; Hai. 5) wie Q°H? zu 
fl°HY?< °>0? zu °>0Y? verhalten. 1flri? kommt H. Ghuräb I, 1 und vielleicht H. 48, u vor. 

Der Beiname des Königs war ein Imperfect der IV. Form, von denen in den In- 
schriften folgende als Eigennamen vorkommen: HQhY?? °2?Y? Fr. 51, [~IH°Y? H. 621, 



Sabäische Denkmäler. 



19 



H°V? Z. M. G. XXX, 290, Nr. 3,s Os. 33 — B. M. 34, i H. 668 (minäisch H°rS? II. 216), 
flohV? Fr. 54, °>0V? H. 17. 49, ni>V? H. 504, 11, nT>V? 0. M. 8, is. 14, i, HV>V? 
Prid. 3,4, £°>Y? Z. M.Gr. XXX, 289, Nr. 2,8, >r1rSV? O. M. 9, is, in«rVT Reh. VII, 2, BHm 
(auf Münzen), nSV? Miles VI, 10. ÖV^V? Eeh. 7,3. In der kalaischen Qaside kommen 
ebenfalls zwei Namen dieser Form vor, yuLgj v. 264 und g < 266. 1 

Z. 2. Der Name Hfl^N = ij^ ;^ ist interessant; die südarabischen Genealogen führen 
ihn als Sohn des Bakll auf, s. Hamdäni bei Müller, Südar. St. 113 (wo überall Daumän 
statt Do'män zu lesen) Burgen II, 93 Anm. Ibn Doraid 256, Bekri s. v. s^xJ 5 J> 

UXh? = psl* kommt Os. 8 = B. M. XI, 1, H. 22, i (Ghaimän) und weiter unten 
12,1 vor. 

nT>H IHVHXtm ,ihren beiden Schlössern Marhab [und ' Dü Marhab ist nach 

Qämüs Name des Dieners des Gottes wä^x>, der zur Heidenzeit in Hadramaut verehrt 
wurde. Aber das Vorkommen eines Stammes der tH1T>tlM I Thll Prid. XIII weist darauf 
hin, dass der Gott auch im eigentlichen Jemen verehrt wurde, wenn ^^y> nicht viel- 
mehr Ortsname ist. In der That führt H. Reschid einen solchen nach Hamdäni im 
Bezirk von San ä eben Ghaimän auf (II, 307). Es scheint folgende Stelle des Gaztrat 

gemeint zu sein 191 ob. ^\ }} «äLoL, ^Ijj <£^)y *3y** (5^1^ ^Cu* 

£l ^s^Ijj uöjUä i^tjj V^ 55 <S^)) v */^ ^^ii 5^.jO Auch der Himjare Marhab 

mit einem Schwerte, worauf eine Inschrift (in himjarischen Charakteren?) stand, bei 
Sprenger L. L. M. III, 271 sei hier angeführt. 

Z. 3 ff. Zu Nr. 9 werden wir ojrhh als ,Krieger' kennen lernen; HSHh , Frauen' ist 
auch sonst belegt. HhXrhtl sind die , Schützlinge' von ^Jn Schutz (mit dem Wechsel von 
und X); man sagt arabisch: xA-tf £ <^f & ya und ^^Lu III , Jemandem freundlich be- 
gegnen', daher Prid. XIV°i: I® ÖVXTI fn 11 I HH^rhQ ,die Schützlinge in ihrer Gesammtheit', 
ebenso Miles II, 2 (wo jedoch HTrnfl überliefert ist): I H^rifi® I H o> CD 4> I hM rSU , Schützlinge 
gross und klein'. Die Wurzel ^ ^ y« hat im Arabischen bekanntlich die Bedeutung 
,heiss sein', ebenso hebr. |nt2? 7 äth. 

ib. Dass der Schluss so zu ergänzen, ergab sich aus Os. 35 ~ B. M. 33,4: 

u>H°l>H°®iHN>|>l1[cD 

,die Kindeskinder und Helfer der Helfer' (nicht verbal, wie es Oslander 1. c. 282 fasste). 
Ganz unhaltbar ist die Erklärung Halevys Et. Sab. 169 : de leurs enfants mäles [eigentlich 
fils des fils] et de leurs enfants femelies [eigentlich jeunes filles — cf. — des 

filles] weil ^jv.£ ,Jungfrau' bedeutet und weibliche Kinder auch von Söhnen abstammen. 

[Z. 4. hHVNri 1 nirv m rn dürfte weder Eigenname sein, der mit der Mimation 
zu schreiben wäre, noch appellativ, was keinen Sinn gibt; es ist aus 1 rn + Q = Hl"! 

zusammengesetzt, entweder ~~z , jeder' oder ^ bs, obgleich letzteres Schwierigkeiten 

hat. J. M.] nifi ist vielleicht gleich ^Xf und bedeutet wie Nr^h , Krieger' D. H. M. 
Im Folgenden erkennt man einige Eigennamen: 
Z. 4. Ende 1h]T>£ oder 1hfl] T>* 



1 An Ortsnamen kommen noch vor: flPlV? H - 31 ' 5 l~l ~1 > V X Fr - 56 und ^V? in ^VT^XS - Wenn jedoch 
Z. M. G. XXXII, 585 damit bei Jaqut III, 73 verglichen wird, so beruht dies auf einem Missverstäudniss in 

Wüstenfelds Index, wo ^j-^ als Ortsname aufgeführt wird, während an der Stelle selbst ^j-^) vielmehr Verbum ist 
,es ergiesst sich' etc. 



20 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



Z. 5. NS>0 ohne Mimation, wie H. 411,6. 509,2 (?) = däyi, kaum jol^ 
ib. >1TOh ,Dienerin des Hagr' und f1>hXh = C>y< J±\ (cf. H. 634). 
Z. 7. NhXflh, wie i^Hinh (Os. 15 = B. M. 17, i) und T^nh weiblicher Eigenname ; 
denn wie oben XU° neben cXi}.*, und >1TX£lh neben f1>fn^h, wird auch hier ein männ- 
licher mit einem weiblichen Eigennamen gepaart gewesen sein. 

Die Ta'lab- Inschriften (Nr. 5 — 12). 

[Seit der von Mordtmann Z. M. G. XXX, S. 24 ff. gegebenen Zusammenstellung sämmt- 
licher dem Gotte Ta lab Rijäm (^L^ v_JL>) geweihten Inschriften und der damals bekannten 
Nachrichten arabischer Schriftsteller über diesen Gott sind ebendaselbst S. 679 ff. drei weitere 
Texte (falsche Broncetaf ein nach echten Originalen) publicirt und die Stellen desHamdäni über 
den Cultus dieses Gottes aus dem Gazirat und Iklil (aus dem auch Prideaux, unabhängig von 

Mordtmann, die Identität von I]£l?>l [11 hX mit ^L^ v_JUj erkannt hatte) durch D. H. Müller, 
Südar. St. 127 ff., Sprenger, A. G. A. S. 220 ff., 'ßekri ed. Wüstenfeld 389 zugänglich 
gemacht worden. Zunächst ergab sich daraus, dass auch Reh. XI zu dieser Serie gehörte 
und sind wir jetzt völlig im Stande den Bezirk, in welchem dieser Gott verehrt wurde, 
auf der Karte zu bestimmen. Das Hauptheiligthum des Gottes war in Rijäm, welches 
auf dem Gipfel des Berges 'Itwat, dem Berge der Daibän b/ Alijjän b. Arhab im östlichen 
Theile der Beled Hamdän, nordnordöstlich von San ä gelegen ist. Das Gebiet der Arhäb 
und der Gebel Daibän ist auf der Karte Halevys und Niebuhrs (auf letzterer an unrichtiger 
Stelle) verzeichnet. Rijäm war nach Hamdäni bei Müller, Südar. St. 124 ursprünglich 
nicht Name eines Ortes, sondern der Name eines Abkömmlings von der berühmten Ham- 
dänischen Familie Bata'. Diese Ueberlieferunng wird durch Reh. VIII bestätigt, wo die 
Band Rijäm 1 " UÖ?> I ©hü dem Herrn ihres Tempels — d. h. dem X°>X I Ht]?> I IllhX — 
einen Denkstein widmen. [Meine hiervon abweichende Ansicht s. Einleitung S. 6. J. M.] 

Wie die herrschende Familie, die Hamdän, 1 speciell die Sonne I] rh Q ^ ( v gl- zu 
Nr. 13), der Stamm Amtr den I)ü-Samäwi (vgl. zu Nr. 1) verehrten, so haben die Rijäm 
neben den Hauptgöttern ihre besondere Gottheit IllhX verehrt, die sich übrigens, wie 
es scheint, nie zum Range eines Gottes (Vlh) erhob, vielmehr auf enges Gebiet beschränkt 
und H?£ Patron blieb. 

Dass neben Ta'lab Rijäm auf dem Berge Itwat und in Medr der Sonnencultus vor- 
herrschte, wissen wir. Auf dem Berge Itwat war ja, wie Hamdänt erzählt, der berühmte 
Sonnentempel, wohin man von weither pilgerte, wesshalb er , Pilgerberg' (SySV) genannt 
worden ist. Charakteristisch ist es, dass dieser Tempel gegenüber dem Künigsschlosse 
(«tXX-Jt ^-tai') lag. Der Ta'labtempel in Rijäm scheint X°>X Tur at geheissen zu haben, 
da. dieser Tempel in den Inschriften am häufigsten, und zwar einmal Miles III neben 
Itwat, vorkommt. (Vgl. Prid. I — IV, Reh. VI — XI, Miles II— VI und Z. M. G. XXX, 21 ff.) 
Das sich auf den Inschriften häufig wiederholende X >XI1°n ist auch den arabischen 
Archäologen aufgefallen, wesshalb sie X°>X für die Frau des Ta'lab hielten. (Müller, 
Südar. St. 125.) Die Genealogie dieser Frau geben sie also an Juuo^jä J)L> oub 

1 Vgl. Iklil X, 8. 4! ^Xl^M ( _ 5 ^..w^ ^Jj^jb t^J&j ^vX^A mit Recht; denn die meisten kleinen Dynasten waren 

Ilamdäniden. 



Saeäische Denkmäler. 



21 



(Var. v_*^.=i) es**' 0^ ar ' kein Zweifel, dass hierin eine 

Verstümmlung zweier sabäischer Königsnamen zu erkennen sei, die uns aus Os. 35 uz: 
B. M. XXXIII, 5 bekannt sind: 

nVH?l]i]°>0l?HnihN?>H^lhnr l il?^1i]IH?ni1Xh?|oV?yha>inB l + J ?IT>^1h 
Ursprünglich mag die Stelle gelautet haben: ^äid ^-^Jl .... ^aj JjL ouu 
Ob diese Könige den Tempel X°>X erbaut oder restaurirt haben, oder in welcher 
Beziehung sonst sie zu ihm standen, lässt sich nicht mehr ermitteln, so viel steht aber 
fest, dass den südarabischen Archäologen eine Inschrift vorlag, auf der X°>X neben den 
Namen dieser beiden Könige zu lesen war. 

Eine ähnliche Inschrift, wo ein anderer in der Nähe einer sonst unbekannten Burg 
N n X gelegener Tempel des Ta'lab HI~lT> erwähnt und daneben der sabäische aus Os. 
32 — B. M. XXX und sonst bekannte König XTTUhnV® angeführt wird, ist uns auf 
einer falschen Broncetafel (Miles VI) erhalten. Ein berühmter Tempel des Ta'lab, den 
wir zuerst aus unseren Inschriften V — VII kennen lernen, war auch HX°Bl ]rJ in der Stadt 
'Ukänit, worüber weiter unten das Nähere gegeben wird. 'Ukänit ist auf der Karte, 
wie es scheint, zwischen Medr und Haida anzusetzen. Der Tempel H V tl H t=l I Hd >!<!>, der 
in den Inschriften 10 und 11 erwähnt wird, ist sonst nicht nachzuweisen ; nur das sei 
hier bemerkt, dass auch die Weihenden dieser Exvotos der Familie ^äj entstammten. 
Ein Heiligthum, des Ta'lab scheint auch in Ghülat, einem Orte des al-Baun, gewesen 

zu sein, wie aus Iklil X S. 6 hervorgeht: ^aj s-J^ 5 ' ts*^ v-**"^ ( sc * v^- 3 'ii) 

^^aÜ ijö^L ^.a^.aö (cod. cüj). Vgl- Grliaoula auf der Karte Halevys 16° Br., es scheint 
aber nicht damit identisch zu sein. Ueber °Q?I] und HTIITM wird an anderer Stelle 
gehandelt werden. In den Ta'lab-Inschriften ist vielfach von Räucherwerken die Rede, 
welche dieser Gottheit dargebracht werden (vgl. Müller, Burgen II, 980 ff.). 

Nach all diesem wird man die D. M. G. XXX, 39 vorgetragene Hypothese, die ihr 
Urheber längst aufgegeben, dass Ta'lab ein göttlich verehrter König war, fallen lassen 
und annehmen müssen, dass wir es hier mit einer wirklichen Gottheit zu thun haben. Diese 
Gottheit führt den Namen Ta'lab oder Ta'lab Rijäm, abgekürzt für I]I]?>|I]?^ ,der Patron 
der Rijäm', wie die Sonnengottheit HHHV I XVI h und Dü-Saniäwi OflhVIh genannt wird. 
(Vgl. auch tehl>XS° H. 372,2. 379,2. 380, 3.) 1 Was war das aber für eine Gottheit? 
Während 6ams, Sin, c Attär, Dü-Samäwi und Almaqak auf den Sternen- und Himmels- 
cultus hinweisen und man in Hagr vielleicht einen Steincultus erkennen darf, scheint 

v^Jli* ein göttlich verehrter Baum gewesen zu sein, wie die Bedeutung des Wortes sehr 

nahe legt: Gauh. ^ ^JUiaJI Jö* v_JLdf; Qämüs : ^Jo^t y> ^Jöjl^l äüoü Vgl. auch 
Tag al r Arüs s. v. 

Ueber den Baumcultus bei den Arabern hat Ludolf Krehl ,Ueber die Religion der 
vorislamitischen Araber' S. 73 ff. gehandelt. Es ist zu beachten, dass man auch zu der 
Dät Anwät bei Mekka jedes Jahr zu pilgern pflegte, um sie zu verehren ; dass man an 
derselben Waffen aufhing und Opfer hinschlachtete, ähnlich wie es O. M. 8, 12 ff. heisst : 



1 Vgl. auch 1 > L T J ? 1 >XS° 541 > 3 - 577,5.8. 



22 



MOBDTMANN UND MüLLER. 



,Dass sie ihm opfern einen Stier je einmal im Jahre.' Unter Hinweis auf die Eiche 
der Wahrsager (D\aaij?E fb$) im Hebräischen bemerkt Krehl a. a. O. S. 79, dass ,die 
Stimme, welche im Tempel der al-Uzza gehört wird, auf die Ertheilung von Wahr- 
sager- oder Orakelsprüchen schliessen lässt, welche die Priesterin geben möchte'. Von 
Rijäm heisst es bei Hamdäni : ,Bijäm ist der Tempel eines frommen Wahrsagers, in 
dem man Opfer darbringt und wohin gepilgert wird. Auch im Tempel von Eijäm wurde 
eine Stimme vernommen. 1 Zum Schlüsse sei noch auf das sonderbare Zusammentreffen hin- 
gedeutet, dass, während bei der al-Uzza in der Tradition Samurabäume eine grosse 
Rolle spielen, auch in einer unserer Inschriften von einem ,Samurabaum' die Rede ist; 
die Lesung dieses Wortes ist jedoch noch zweifelhaft. D. H. M.] 

Nr. 5. 

Sandsteinblock, Höhe 0,35, Breite 0,52, Dicke 0,20 M. 

v?i^nv?hn [•iiriiii/iiiii/iiih* i x s°n [>6 
va?]* i ®? w i HXh ////////////// ar* i aN°r> 
i mhirnh i h>ivn i hx°b^ n°n i m> i nihx i ®$ 

>rtl]®VHn°I H°XH<M?0®VIXHn i ahati huia I HN 

a]>?öT©i hnrs i HVHrhi]^ i H?n i h®^ i >sn i xs°n 5 
nn© i nxia® i ci«!»iha i x~i>vn i mhx i®VH°rS® 
>ivn i >h§ i >h§ i i di]?> i nihx i ^v^xci i x 

h I N°rH I HhX?li]i]?>l nihX^I Hd>l>N I H1°® I H 
>cd I HXflWtf® I HHNh I ?>l> I a?0M | jjxu»H I ^VUN 

ni]?>i nihxn i©i]vn^[<D|a)i]v]h>ci[h i©]b 10 

//////// m i waati //////.///////////// dt i nnpaha 
nxriw i rapn i |n* ///////////////// »m i onpoi 
i tsafcn ) pann l pipiri I n$n l con I ansn 1 10 
na lmrip i jpruai 1 , a'in 1 nnn 1 cn&n 1 pna 1 p 
1 DlTöm 1 voü 1 paoöri i p l pa I nia ! nnya 5 
nai I annai l npnat l nanna i anan i nannyoi 
nana I nxn i nxh i p i D&n i anxn i inynfc 1 n 
x i nya i jkiv i Dön i sf?wn i pnnn [ jbpi i j 
m i onapäi i Dans i nai i frafn] i cn&ya i möi 
Dön i anxna i lömyttrti ! isanisniat« i i]i 10 

,Kari]batt und und ihre Söhne Juh . . und Sad m und Ham[ f att . . .] von 

. . . . 'zän haben ihrem Patrone Ta'lab Rijäm, Herrn vom (Tempel) Chadf atän in der Stadt 
Ukänit, diese Statue dargebracht, zum Danke dafür, dass er seinen Knecht [Karjib'att 
erhalten und gerettet hat in (oder: aus) dem Kriege, der stattfand zwischen den beiden 
Heeren (Völkern J. M.) Sab a' und Himjar™; und (weil) ihn beglückt hat Ta'lab mit 
gehörigen Tödtungen und Beute; und weil ihn Ta'lab Rijäm erhalten hat bei (oder: 
ans) der Blutrache, die er ausführte in der Stadt Walän in Radmän. Und Ta lab Rijäm 
möge fortfahren zu beglücken seine Freunde mit Wohlergehen, Heil und Fülle des 

1 VgJ. Bekrf 390 s. -v. fey. C[ xjo U*~ij ^JSx^ £\ <>J ^IS ^^scüb gli' ^\ f NJ5 dJ^ a \S 3 JlS 

A^Lo^ Lv^.»o ^Jäis ^oL«J1 



Säbäische Denkmäler. 



23 



Ansehens und der Macht und des Wohlwollens ihres Fürsten und ihres Stammes. Im 
Namen des Ta'lab Rijäm.' 

Z. 1. Zu X2°nL>tf vgl. O. M. 6. Hai. 615. 25. 27 und Reh. 7,2. 7. 

Z. 2. HN ^ — JuL^ kommt noch vor Nr. 5, 1. 7, 2 . 35,2 und Hai. 42, 1. IHXh-[hl 
enthält wahrscheinlich die Bezeichnung des Stammes, dem die Weihenden angehörten, 
wie h>£ITh ,die Himjaren', Hhflrih ,die Sabäer'. Vgl. Z. M. G. XXXI, 70. Möglich 
ist aber auch I h X h [• H zu ergänzen. 

Z. 3. [DHJrlh I H>1VM I HX°B^ I1°n dem Ta lab, Herrn von HX°B ^ in der Stadt 'Ukänit 
sind auch noch die beiden folgenden Steine gewidmet. Ueber [DHfnh gibt uns Ham- 
dänt im Gazirat al-'Arab Auskunft. Es war zu seiner Zeit noch eine grosse Stadt im 
District al-Chaschab, mit einer Mischbevölkerung von Häschid und Bakil und lag zwischen 
Raida und Medr an der Grenze der beiden Stämme. Auf unseren Karten und bei den 
modernen Reisenden kommt sie nicht vor. Die Stelle bei Hamdäni 196m lautet: 

J.>Jo^ pb iaxi-ia. ^Joo ' <Xwb>-j (i-^> Jad»». L^j iy*?>^ iajlS'! ' <Xwb». ^jj 

tNJbÜ c>.ajj |*"& AX > ^i^—^ l\*-u<t v^aA^ä. (^.J» 

Noch an mehreren anderen Stellen führt Hamdäni iaife"! an (die Handschriften haben 
oft die Variante iajblt etc.; die inschriftliche Schreibweise und die besseren Hand- 
schriften lassen keinen Zweifel über die Richtigkeit der Lesung), so z. B. Gazirat 146 m 

und 193. Ferner auch im Iklil X. Buch, S. 21 : ,jJaj ^bÜ ^ cXS*.* tX^'j 

jj^ij ' (so Ukänit cod. Kremer; Var. iajblb) iaifc'b Ukj f^/Xe JbCt jJ^ü ' bSKx^ Jbyo ^ 

iaj&b Uiaj (^'^'^ (jU.-b*. tXJjlj ' ^U-Lw 

An e^ner andern Stelle erwähnt Hamdäni eine Burg Singär in 'Ukänit, so Iklil, 
X. Buch, S. 78: 

SUUjj IcLuj ^JtX^^I tX+sJj Ij+i^j |<j>j b*-o. äJjUw J^aJo ^ (Htl^N) (jbji> jj^lj 

' iajfcb (cod. op.) 

Damit stimmt überein, was Hamdäni im VIII. Buch des Iklil sagt: ^^-oj' ^y>) Lg.Äx^ 

Jojfe'b (jtf ^oj ^bsU« (sc. ^jtJUifi 

Was ist aber HX°BX? Man wird kaum fehlgehen, wenn man es für den Namen eines 
Tempels in Ukänit halten wird. Dass die Tempel Namen hatten, lässt sich nicht nur daraus 
vermuthen, dass selbst den Thürmen und Wachthäusern an den Burgen eigene Namen 
beigelegt wurden, sondern auch daraus mit voller Gewissheit schliessen, dass der Staats- 
tempel des r Attär bei Ma in in den Inschriften (Hai. 239 und 257) den Namen ,Rasaf ,n ' 
führt: l>XS°!X?n I H0r £ i> I jEasaf 1 , der Tempel des Attar'. Der Name HX°D]^ passt für 
einen Tempel sehr gut; denn *aöä. heisst ,sich demüthigen', also etwa ,der Tempel der 
Demüthigung'. Vgl. Hai. 681,7. 682, 9 — Z. M. G. XXIV, 194: X°>BV0 ,und sie demüthigte 
sich' (vor Gott), ferner Hai. 62, 13 : I oflVh^l [I HMTJX® I °>BX® ,und er demüthigte sich 
und .... seinem Herrn', von einer andern Wurzel, aber gleicher Bedeutung. Dies 

führt auf die Vermuthung, dass 1°fl an vielen Stellen der Inschriften, wenn es von 



24 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



Göttern gebraucht wird, mit dem Namen des Tempels verbunden wird, z. B. IY<rQ1h 
©1h I HJ^H I fl®fr I1°n (Os. 4 = B. M. 5,4) ,'Almaqah Herr vom (Tempel) Aum in der 
Stadt Alw'. 

Z. 5. >Bn ,im Kriege', so Hai. 149,5 I HXf]>BT I >B l~l I ,im Kriege gegen Hadra- 
maut m ', ebenso im Ausdrucke ,Mfl1r> I M)B 11 ,im Kriege und Frieden' (Hai. 192 ult. 
257. 485 ult.). Von )B=^Cö ,Feind', wird weiter unten die Rede sein. Dahin gehört 
auch die Stelle Hai. 535, 12 : 

I Xflh£H®l XHU?H I H?n I h®ri I )B I hfl® 

.und von dem Feinde, der zwischen Norden und Süden sich befand' 1 [im Kriege 
zwischen XHflTH und XQh^N, worunter bestimmte Stämme zu verstehen sind, J. M.] rSfJX 
plur. rhU^h in der Bedeutung , Stamm' kommt noch an zwei Stellen vor: Hai. 478, 17 ff.: 

i]n)°^iQO^^iarsn?®ii])TnNixihihn^^inn°^h^ii]r i 1 i]^hNixihihii^ 

,alle Götter der Stämme und Schaaren [Völker J. M.] und alle Götter des Meeres und 
des Festlandes, des Ostens und des Westens' Fr. 40,3: HD^NN I H°n>l HrhCl^n (wofür 
H)^ [[~l] N zu lesen) ,mit dem Stamme, welcher zu Baqrän haust'. Vgl. sonst I^HVIl ^ 
I h>H°N I H°n>l Öltnll Os. 20 = B. M. XXVII, 6; Inschrift von Haida Z. M. G. 29, 591, 
I Z. 2 XN?)N I H°n)l Ö1rin I Hl>£ ,ihr Stamm Bäkfl, der zu f Amrän (zu Raida) haust'. 
[Das hebr. □'"tflfcri ,wohlgerüstet' und das arab. ^a+L , Heer' 2 sind wohl kaum davon zu 

trennen. Unter rhUX wird also die waffenfähige Mannschaft des Stammes im Gegensatze 
zu zu verstehen sein. D. H. M.] Ursprünglich mag allerdings rS d ^ u~a + ä. und 

D^'lön mit dem Zahlwort ,fünf' zusammenhängen, wie 'i^jksi und mit ^xLc. 

Vgl. tribus im Lat. Quartier u. A. m. 

Unsere Stelle beweist, dass die Z. M. G. XXXI, S. 61 gegebene Auseinander- 
setzung über Himjar und Saba" im Allgemeinen das Richtige getroffen, und. dass der 
Schluss ex silentio, den man aus dem Nichtvorkommen des Namens Himjar in den älteren 
Inschriften gezogen hatte, wie schon S. 72 vermuthet, unrichtig war. Zwar trägt unser 
Text kein Datum: aber es scheint keinem Zweifel zu unterliegen, dass derselbe bedeu- 
tend älter, als die beiden Inschriften von 'Obne und Hisn Ghuräb ist. [Wie in späteren 
Zeiten und zum Theil noch heut zu Tage machten die Häschid und Bakil, damals im 
Dienste der sabäischen Könige, wiederholte Angriffe gegen die südlichen Provinzen, 
wo viele harndänische Familien die wie es scheint verweichlichten Himjaren zu bewäl- 
tigen und zu beherrschen wussten. D. H. M.] 3 Unserem Karibatt war es besonders gut 
bei einer solchen Gelegenheit gegangen; denn TVlab (Z. 6 ff.) hatte ihn beglückt mit 

3x1a® 1 h^na 1 xn>va 

1 Vgl. Müller Burgen II, 1032. 

2 Die Erklärung der arabischen Philologen Jj^i scheint nur eine Deutung eines alten unverstandenen Aus- 
druckes zu sein. 

3 [Obgleich bei dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse zwingende Beweise nicht möglich sind, glaube ich doch mit 
Wahrscheinlichkeit annehmen zu können, dass der Krieg zwischen Himjar und Saba', von dem hier die Rede ist, zu den 
Kämpfen gehört, welche mit der Unterwerfung der Sabäer durch die Uebermacht der Himjariten um die Mitte des ersten 
Jahrhunderts n. Chr. endete. Dass sich hamdänische Lanzenknechte an diesen Kämpfen betheiligten, darf nach dein oben 
Bemerkten nicht Wunder nehmen, J. M.| 



Sabäische Denkmäler. 



25 



d. i. ,gehorigen Tödtungen und Beute', 1 älmlich wie andere Landsleute sich rühmen, dass der 
Gott ihnen geschenkt hat I ittH A I ?flr l ir l i< D I 11Th® I X~l>Y£l ,Tödtungen, erbeutete Rüstungen 
und Gefangene in gehöriger Weise' (Os. 8 = B. M. XI, 6 ff. ähnlich Os. 6 — B. M. X, 5, 
gleichlautend mit Os. 12 = B. M. VIII, 7.) Am meisten Aehnlichkeit mit unserer 
Stelle zeigt Reh. VI, 11 ff.: ,weil Ta'lab seinen Knecht beschenkt hat QQYh) mit 

UX111© I HTnrS I flrV® • • ■ I a°Bll I Ör 1 ! h i 1>Y 
Tödtung von einigen Kriegern . . . und Erwerbung von (p*^) Gefangenen und Beute'. 

Zu t!X1I] lässt sich nur arab. JLo und *JLo , Eigenthum' vergleichen. Es ist wohl 
kein Zufall, dass alle diese Stellen sich in Inschriften finden, die ohne Zweifel von 
Angehörigen des kriegerischen Hamdänstammes herrühren. 

Z. 7 ff. Bei Gelegenheit des Krieges zwischen Saba" und Himjar gelang dem Karib'att, 
wie es scheint, noch ein anderes Unternehmen; denn ,es rettete ihn Ta'lab Rijäm 

aus (oder: bei) der Blutrache (>hS =^U), welche er rächte an (oder: in) der Stadt 
Wa'län im Gebiete von Radmän'. 

I >hS I >h8 I Hü = s ; ü p ^ wie Reh. VII, 8 : B>H I B>fl I hü — ^ (vgl. zur 

Gonstruction Z. M. G. XXX, S. 121). Der Wurzel nach gehört hieher hebr. das 
im Hebräischen allerdings ^Fleisch' übersetzt wird, ursprünglich aber ,Blut' bedeutet 
haben mag. Vielleicht ist dies noch zu erkennen in dem Ausdrucke T"l&3 "ixttf Bluts- 
verwandtschaft' und Jerem. 51, 35: btt bv "HXtPl ""Dün ,das an mir verübte Unrecht und 
mein Blut komme über Babel'. In den Inschriften kommt nur noch H>hü> (Hai. 608, 1) 
vereinzelt vor. 

Ueber die Ortschaft Walän ist zu bemerken, dass es in Jemen zwei Ortschaften 
dieses Namens gegeben habe. Die eine liegt südöstlich von San ä und ist auf der Karte 
Halevys verzeichnet. Es ist derselbe Ort, den Niebuhr Weilän schreibt und Reise- 
beschreibung I 458 mit dem Zusatz erwähnt, dass nicht weit davon ein Castel auf einem 
ziemlich hohen Berge liege. Vgl. auch Beschreibung Arabiens, S. 233, wonach es 
im Gebiet des Djebel Rüs zu suchen ist. Hiermit stimmt Hadji Reschid II 212, 
welcher hinzufügt, dass es sieben Stunden von San ä in südlicher Richtung entfernt sei. 
Die türkische Karte lässt den Weg von Aden nach San ä über Walän gehen, und in 
der That passirte der Italiener Manzoni dieses Dorf 25 miglie vor San ä. Auf der 
Niebuhrschen Karte ist der Ort zu weit westlich angesetzt. Dieses Wa'län ist gemeint 
Hamdäni Gazirat al Arab S. 192, wo er die Gewässer des Michläf Chaulän beschreibt 
und sagt: ,Zu den Gewässern aber, welche in das W. Sahäm und dann durch die Tihäma 
in das Meer sich ergiessen, gehören das W. Chidär, Wa'län, Sämik und 'Idwarid 

(o^tW), mit denen später der Strom (Juli) von as-Sahlain, al-Haqlain, Häfid A c sär und 
Buqlän sich vereinigt und in das W. Sahäm mündet.' Ferner S. 145, wo Hamdäni die 
Nebenflüsse des Chärid aufzählt: 

a^Lfl JuäS ofy>f ^ JyJl Lo 3 ^UUfj &yJb (s^'y^ Durch die Zusammenstellung mit 

1 Z. M. G. XXX, 118 wild "j^Y als .erbeuten' gefasst und aeth. verglichen, dass auch in den Euppel'schen 

Inschriften in der Bedeutung , Beute' und ,erbeuten' vorkommt. Wir sind hier bei der älteren Auffassung stehen geblieben, 
vorzüglich auf Grund der Stelle H. Ghur. I, 9, wo es heisst: oo L T J 1oo^oo|l]> < fl] L f J | f ^'|l]|oo _ |> L T J oo ,und sie erschlugen 
den König der Himjar und seine Fürsten (Qaile). 
Deiikschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. d 



26 



MoRDTMANN UND MÜLLER. 



(Hai. Khidär), ^jjJUsLl (Hai. al Haql), jikkl (Hai. Bouqlän), a^JLfl JoJü (Hai. Naqil 
Isläh ?) ist die Identität gegen jeden Zweifel gesichert. 

Dieses Wa'län ist aber gewiss nicht in unserer Inschrift gemeint, obwohl in der 
Nähe desselben ein Castell sich befindet. 

Ein anderes Wa'län befand sich in der Gegend von Radmän, wesswegen es in 
unserer Inschrift HQN^N I genannt wird, zur Unterscheidung von dem oben erwähnten 
Wa'län. Hamdäni im Gazirat al A.rab 167 beschreibt die Strasse von Radä c nach 

Radmän und zählt folgende Stationen auf: Obere Da'a — untere Da'a — c Orma — 
3äri — Wa'län, das er also beschreibt: ^aJI 'i^Ah^ Jlyil &iy=*) joJUjp yaJi yc^ 
^.1 auiw) ^ |fj ä^t ^ <jj> y&i) \i$y^ *J-* Nach dieser Stelle ist Müller. 

Burgen I, 422, n zu corrigiren, wo ^^Lej für ^k&o gelesen werden muss. 

Die Landschaft Radmän mit der Hauptstadt ^jIäj Behau wird von den neueren 
Reisenden (Halevy Et. Sab. S. 12, Maltzan Reise nach Südarabien 312, vgl. Sprenger 
A. G. A. Seite 253) übereinstimmend südlich von Ma'rib am Berge ^JS angesetzt. Damit 
stimmt Hamdäni Gazirat 142 überein : ju&uo^ ^j*^ ^s^P-^; W^***^ 
I a ^jje ^Ji JLas*. Radmän liegt nach Hamdäni 99 auf dem Hochland der Madhig 

(j^j &^°^) ^tXJ! <Xt^ \&&) cH^) £>\-*e^> x^J-c i^tX-H ^-^^ tX^ e}^)) ' darnach 

ist Bekri 405 zu berichtigen, der es in das Hochland der Himjar verlegt: jjyi ^Ju> ,jLo^ 

y*0 > 1 ^A-*^ JJ***^) ^y*^^ &'y£- J*"**^) ^ jy$(\x ^.*aJU £*ÖjjO Ü> ^jK.«w£« 

Somit ist auch das Sarw Madhig auf der Karte von Maltzan viel zu östlich ge- 
zeichnet, was schon Sprenger bemerkt hat. Es muss jedenfalls bei Radmän beginnen, 
wie weit es gegen Osten reicht, wissen wir nicht. Qämüs s. v. kennt nur ein Walän: 

• ,5t>f { j^q.^ yi slU.*jj ^Jy^wt ^Jo dtaxLuj' yä . s Jaj^ ^jL^sx.-^ (^pXc^) ; dagegen kennt er 
zwei Radmän: Jol^ d"* 1 *)) tj-? ij^*^^ / ) < X^.^' s^X-U.; sj-o^ ^UX^ (^Loo^) 

• ^Jo^Jjjo ^? \J^y ^ on diesen beiden Radmän kennt Ibn Doraid S. 247 nur 
einen, den Sohn des Nägia, von dem wieder ein Sohn Namens ^j» angeführt wird. 
Man wird aber auf Grund dieser Stelle im Qämüs kaum ein doppeltes ^Lc^ ansetzen 
dürfen, vielmehr erklärt sich die Sache daraus, dass Hamdäni 168 in der Beschreibung der 

Gegend von und bemerkt: ol^o ^ JeiUJ L^Lal ,die Bewohner sind 

ein Gemisch von Muräditen und Himjaren'. Desswegen haben die Genealogen zwei 
Radmän erfunden, von denen der eine Sohn des Nägia (Muräd), der andere Sohn des 
W ä'i] (Himjar) sein soll. Aber in Wa'län wohnten auch die 'Ukail von Chaulän, demselben 
Chaulän, welches bekanntlich nördlich von den Hamdän liegt. Wie in späterer Zeit 
nördliche Stämme dorthin einwanderten, so scheinen schon in alter Zeit Kämpfe zwischen 
Hamdäniten und den Bewohnern dieser Burg stattgefunden zu haben, und von diesen 
Kämpfen gibt unsere Inschrift Kunde. 

Zu bemerken ist noch, dass H d H > bereits Hai. 615, 2 und Prid. X, 4 — Z. M. G. XXX, 

673 Nr. 2 vorkommt: I HU H> 1=1 I ®53VX> L T j n, ferner in der gefälschten Bronzetafel H. 683,2 (vgl. 
über diese Z. M. G. XXX, 21, Anm. 2). Da das Wort ®nVX>Vn ausser in der erwähnten 
Inschrift nur noch in Prid. XI vorkommt, mit der sie auch sonst im Style übereinstimmt, 
so darf man auf .gleiche Provenienz beider Inschriften schliessen und mit grosser Wahr- 
scheinlichkeit annehmen, dass letztere aucii aus Radmän stammt. Diese Inschrift ist aber 



Sabäische Denkmäler. 



27 



gesetzt von H L T J H> L r Jo t]N IClOTrS vor Saif dü Mu ähirän. Hängt die Angabe Hamdänis, dass 
Wa'län die Burg des Dü Muähir sei, damit zusammen? 

Eine sonderbare Glosse hat uns Jäqüt s. v. IV, 933 aufbewahrt: ^i-üb j.^* u^c» 

' yo^ ^LoO^ Ls.Lj £ Man sollte fast meinen, dass diese Notiz aus einer der unserigen 

ähnlichen Inschrift stammt, wo neben H H >l> N I H1°® die Worte HtlT>l nihX standen, woraus 
ein kühner Archaeologe den merkwürdigen Schluss zog. 

Dass die ,jU<^ mit den Rhadamaei bei Plinius VI, 158 identisch sind, haben bereits 
Halevy und Sprenger ausgesprochen. Zur Zeit des Propheten müssen die Radmän auch 
eine bedeutende Rolle gespielt haben , denn er spricht in einer von Jäqüt u. A. 
angeführten Tradition von den .Königen der Radmän' ^Uo^ djjXof 

Z. 8 ff. Die Schlussformeln sind aus den Osiander'schen Inschriften zur Genüge 
bekannt. Zu beachten ist nur, dass Z. 9 HHMh statt des Plurals HHMhh verschrieben 
scheint. (Vgl. Os. 31 = ß. M. XXXII, 4: ÖXtl?^® I UHHhh I ?>l~l; der Plur. ÖHNhh sonst 
H. 353,15. 465,12. 504, s und weiter unten 6,io.) 

Nr. 6. 

Sandsteinblock, Höhe M. 0,60, Breite 0,35 (nach dem Abklatsch). 

• ••il Tötrp] I [fin-- 

dt l :rDKtwi I p 

• • • lönaai i dpit I nrijDiai 

• • • rn i Dixami ! pbh) \ \ ■ 
imwy i rapn i pi i/aa i d 5 

ajrri ]rwn 1 bvz ! Dön ! abxn 
rtoino i pn I pbx I ta^x 1 p 
ibn 1 lbma 1 •»an 1 i&rrsib ! 1 
3i 1 own I D-r^i« 1 iöphiw I 
1 1 Dl narpöi 1 dhkk 1 nai 1 d [rifcy 10 

inssn 1 1«] büno l itta* l n^xn 1 1 

,N. N. Jahmud und . . . . rn und Nasa/karib und S und Karib'att Jarhab und 

ihre Söhne ...n und Chalbän und Wahab'aum und Juh[ani]m, Söhne HHH, haben dar- 
gebracht ihrem Patrone Ta'lab Rijäm, Herrn von Chadfatän der Stadt "Ukänit, diese 
Bildsäule, da (indem) er sie in seinen Schutz stellte [weil er sie ihm gelobte J. M.] zu 
seinem Heil und zum Heil seiner Kinder und dass er fortfahren möge sie zu beglücken 
mit gesunden Kindern und Fülle von Macht und Ansehen und wohlgerathenen Früchten 
und Ernten auf ihren Ländereien und Bezirken und dass er demüthige ihre Feinde und 
Hasser und dass Ta'lab Rijäm gewähre die Erfüllungen, um die sie bitten.' 

Z. 1 Anfang wird zu I HUT? I H> • • zu ergänzen sein. Der Name NUT? auch noch 

12,i. und Reh. 6,1. Vgl. J^äJ! JLo. Hamdäni Gaztrat 92 = Jäqüt IV, 1036, Z. 2. 

d* 



/////////Ä 

////////////' l tNS L i.l /(M / // 

////////// /i/l '' h0ln> ^ h ^ hcDIH> 
////®avhr>mT>?ixs°n>f> 

a©hnv©<»iHni^©iH/// 
////// //u NiHX°B^ri°ni5]ii?>inihx 

///^Irn^XrHI H"lf I Hai Alfflhrnr-! I h> 
Hl® I ^UVTHfi I TO®® | oi] Y?0a>l | CD 
///H® I QhHVI HN1®h ! ®UYN°rh i hX 

1 II IUI III Ix a?«a>iiiHHhhi?>n®ii]// 
jliji ?N°ii]hHViimoh<Mt]>flSh 
Wog o | > |..cd4yXi1?^i]<i> I H V B > 

/// ////// / )1i3Xr l ilh1i]hinihXI® 



Og MORDTMANN UND MüLLKK. 

Z. 2. Zu n>tfh£H Vgl. H. 1 — Fr. l,i, Wilson 5, Hai. 51, 19, Reh. 7,6 und weiter 
unten Nr. ll a und H?>rih^h Hai. 48, is. 

Z. 3. n T>? Vgl. Zafär Z. 2 und vielleicht Z. M. G. XXX, 24,6. Von dieser Wurzel 
kommen in den Inschriften die nom. pr. vor: d II T> (17,5); VnT> (Hai. 151, 13)5 Hl~l T> 
9,20, 25, 2 ; nT>V? 8,18, 14,15 HnT>Ö 17,5; Prid. 13,5. 

©HVHn® defect wie oft für ©nVTHn® 

Z. 4 und 5. Möglicherweise H[°V, vgl. zu 12, 1. hül^ Die Wurzel Zlbn kommt hier 
zum ersten Male in den Inschriften vor, auch im Arabischen wird kein Eigenname von 
dieser Wurzel angeführt. 

Zur Bedeutung sagt Muhit: Jj.äJ! oikij hjJ-s JLx! 5 &iLwJ 3 jüüoä^ s^J^ä. b^Li 
3Lftj Juki' U$"i_>*=Ll üxtXi> ao ^iltN-x^Jf JU ^^IäU ^Jjus |J IiM 3^ o^Ls»^ v_JIä. 

1 o^-ail^ ,j>* Ocail u^.=Lt 3 ^5'^' Chalbän oder Chalabän heisst also ,der Schlaue' 

mit besonderer Anwendung auf den Krieg, ein echt arabischer Name. 

Der Name fl®hn V® findet sich noch Hai. 10, 1. Vgl. floh^rh Z. D. M. G. XXX, 115. 
Am Schlüsse der Zeile ist vermuthlich fl^hlV?® zu lesen. 

Z. 5. HNH I Q Hl~l bezeichnet die Familie, der die Weihenden angehören. Hai. 233,8. 
(Main) kommt I HNH I Hü I HQB vor, was möglicher Weise = HN NN ist, wie UN S>tl I H PI 
und °XniHn und Hai. 577,6 (Beräqisch) eine Baulichkeit (HXOTA) desselben Namens; 
[D. H. Müller, Z. M. G. XXX 122, identifizirt hiermit die J*H von Genesis X; wenn 
man aber die Auseinandersetzungen Sprengers über die biblischen Dedaniten (A. G. A. an 
mehreren Stellen) vergleicht, so scheint diese Identification vorläufig noch sehr fraglich. 
Eher gehört der arabische Eigenname ^jl^^^ hierher. Ibn Duraid 110, Sprenger, Leben 
und die Lehre Muhammeds III, CXXXV, Anm. J. M.] 1 

Von der Wurzel ala kommt NN ,Oheim' vor, vgl. HrSNiH (H. 353,2), rSNN H. 684,2 
und in Eigennamen, rUTnNN (H. 2, 1 = Fr. 2), welcher wie n>(i£l zu erklären ist. Vgl. ül^o 

und ,jtJ>j*S im Nordarabischen. 

Z. 7. ?0®1 I aVI^Xri I HIT I WA. Zur Vergleichung bieten sich zwei Stellen: 

1. Reh. 7,5 f.: ® V N II] I ® V 1 fn <» X rh I H~l TT] I 

2. Os. 36 = B. M. XXXVII, 3 I ?0®1 1 ^Vlri^XrSM I HUI A 

Aus der ersten Stelle geht hervor, dass das Subject zu ©Vli^i^XrS der Weihende ist. 
Vergleicht man den ganz analogen Gebrauch von X0£ Os. 10 zzz B. M. XIII, 3 (ebenso 
Os. 27,2 z B. M. XVI) |o>YXO*H I HHhSfl und Os. 29 z z B. M. VI, 3: HYrh I X0£ I XN I 8hU 
so ergibt sich, dass das Suffix ®V — sich auf den Gott bezieht. Um so dunkler ist die 
Bedeutung. J^S". X führen die Lexica nicht an; aeth. bedeutet es , auf Jemand vertrauen'. 



1 [Was Sprenger über die Dedaniten anführt, widerspricht, so weit es Thatsachen sind, meiner Auffassung nicht. Wenn 
in der Volkertafel Gen. X Dedän als Bruder Schebas (X3tt>) erscheint, beide als Söhne von Regina (."IfcyH); wenn Ez. 27,22 
,<lic Händler von Sc.hwa und Regina, die mit Specereien, Edelsteinen und Gold handeln' angeführt werden, und kürz 
darauf von Dedän gesagt wird, dass sie Tyrus mit ,den Producten Ceylons und Indiens, wie Ebenholz und Elfenbein ver- 
sehen haben': so liegt in diesen Thatsachen, die Sprenger zusammenstellt, nichts, was gegen meine Annahme sprechen 
würde, nachdem Saba, Ragnia und Dedän in den Inschriften vorkommen. Diridotis war ein sabäisches Emporium. Warum 
sollten nicht die Dedän, von Südarabien kommend, sich dort niedergelassen haben? Die Genealogie stimmt damit überein 
und muss nicht erst künstlich gedeutet werden. Die Völkertafel ist übrigens nicht, wie Sprenger 427 Anm. meint, ein 
Product des Hasses der Israeliten gegen die Culturvölker; sie rührt vielmehr von phönizischen Weltseglern her, die wirklich 
die genauen geographischen und genealogischen Verhältnisse kannten. Ich nehme also an, dass die Dedän schon früh Süd- 
arabien verliessen "und sich am persischen Meerbusen ansiedelten. Der Name blieb bei gewissen Familien und Rauten, die 
vielleicht von ihnen herrührten. D. H. M.] 



Sabäische Denkmäler. 



29 



Man darf vielleicht erinnern an den Ausdruck ViJ«.* lilnA'- fl/**fctf° •' 'h'lll.h' htm?,'- 

der Rüppel'schen Inschrift: ,Wir stellten ihn auf zum Gedächtniss unter Anrufung des 
Patrones, des Herrn des Himmels', wo »MlA* gewiss ursprünglich mit whtl ■ zusammen- 
hängt. Hier könnte man für 1fn®XrS die Bedeutung ,in den Schutz stellen' (— tHS>; X0£ 
und 'i*hA') ansetzen. Auffällig bliebe nur HIT statt H. 1 

Z. 10. fl]Ximf]<i>II]HHhhl?>r> Der Plural in 'HHHhh erklärt sich dadu rch, dass im 
Sabäischen auch Abstracta in den Plural gesetzt werden, wenn sie sich auf mehrere 
Personen beziehen; dagegen steht Os. 6 — B. M. X, 8; Os. 8 = ß. M. XI, 10; Os. 12 = 
B. M. VIII, 9 der Singular Hf^I]® I UHHh I ?>f1, weil es sich nur auf eine Person bezieht. 

?>n bedeutet , Fülle, Macht', ist aber nicht mit zusammenzustellen. "Die Wurzel scheint 
"Ha zu sein. Die Etymologie ist dunkel. 

Z. 11. ÖhhV I U1$0h©l a>fl8h ,gut gerathene Früchte und Ernten', ebenso Os. 17= B. M. 
XVIII,7:H1Wh<">ll]>t]8h \®rNQ$°\> Prid. X_ Z. M. G. XXX, 673 HH^l? [I1]*0h® I >HSh l?0® 
Jüü I ist nach Qämüs eigentlich das gedroschene Getreide schwingen, daher JUü 
^tWM die Tenne lüften, Jüü der Ertrag, aÜJ£Ä/o die Schwingschaufel, und Jüil IV denom. 
einen Ertrag, eine Ernte liefern. Das ventilavit, multum luxuriavit terra, ventilabrum 
Freitags hat gewiss mehr als einen Leser getäuscht. Vgl. auch noch 8,8 (tKHA 11$ Oh) 
und 12,4 (uMhHI1$0h). 

flhHY ist Plural der Form Jlii = vom Singular »^js (Vgl. Z. M. G. 32, 543, 
Anm. 1.) 

Die Schlussformel Z. 12 ff. ist bereits aus Os. 31 = B. M. XXXII, 5 bekannt und 
von Gildemeister (Z. M. G. XXIV, 180) und Halevy (Etudes sab. p. 158) erklärt. Vgl. 
auch noch Nr. 7,8. 

Nr. 7. 

Sandsteinblock M. 0,35 hoch, M. 0,47 breit (nach dem Abklatsch). 

H?HNhd ! >ns? I >?d^® I HHH° I >°"1? I nn?> P^tkö I narr i Törci I pj» ! ipr I aan 

X I ® d VOT^ I ©Wr 1 I Xö>N I hn I OcH>? I m°h*> n 1 löna-ra 1 vapn l nö*ri l p i s-pT I d^di 

niAIHNimhrnhl H>1VN IHX°B^ Honian?>inih ^iplio^lpanniin^nt^alD^la^ 

N°h I XHI>I HÖH hVfl I B>h I Hll I ©nVXIö I hn IH W rnai l DB3«nö I I p I lönnbö I p 1 1 

5 X I hhX? I xm© I ittH A I X1>VH n>V I ©UV n ! |ktt I mbi l Dpi2t 1 wnnb l nn ! iön 5 

I ° aV^rS© I ©UVTO© I i]?£© I ©OVUHTl 1 111h i iöphpdi I lörrsi I a^i I lönöjj? 1 ab« 

<:f | oi]vn°^© I hNHV I ?hn I ©i] Vh>tlh ! ?B> trn I lönnswi l p&n i ^a I nana-itt« l -in 

r]V>B I °B©©I tlX^O©! üHHh[h l]?>n® I flH on-ii ! pkn I oniapöi l anxte inai I 

I W> \ nih[xni]©i]Yhh*©l [© iDönia^fra.iiönwtrilh 

,Rijäb Jag' ar 'An an an und Schumair Jatbar vom Districte Ma'din und Sa c d m Jarduf, 
Sohn des Darmat [Du-rummat J. M.] haben ihrem Patron Ta'lab Rijäm m , Herrn von 
Chadfatän in der Stadt 'Ukänit, diese Statue von ihrem Gut im Land Muhanif™ 
geweiht, und dafür, dass er sie mit gehörigen Tödtungen beglückt hat, und auf dass 
Ta'lab fortfahre, ihnen Beute zu gewähren, ihnen Heil zu schenken und sie mit der 
Gunst ihrer Fürsten, der B. Hamdän und ihres Stammes Häschid m und Fülle von Macht 
und Ansehen zu beglücken und ihre Feinde und Hasser zu demüthigen, im Namen des 
Ta'lab ßijäm!' 



[Der Zusammenhang- fordert eine Bedeutung- wie , geloben'. J. M.] 



MORDTMANN UND MüLLER. 



Z. 1. Von den Eigennamen der ersten Zeile finden sich drei merkwürdigerweise 
in der Z. M. G. XXX, 24 publicirten falschen Bronzetafel (Copie einer echten Stein- 
inschrift) wieder, nur dass dort U f~l § > für fln?>, HHH für HHH° verschrieben ist. 

I]n?> kommt ausserdem noch Os. 1 '— B. M. IV; >|~I8? Nr. 8, i vor. >°1? — ist 
noch auf einer unedirten Inschrift von San ä, von der Herr Alischan eine sonst gänzlich 
unleserliche Copie (der Abschreiber hatte anstatt der Relief-Buchstaben die Umrisse 
der Zwischenräume abgezeichnet) mitgetheilt hat. A r on derselben Wurzel führt Hamdäni 
Gazirat 123 den Ortsnamen 'ij*A.\ und an-, Ibn Doraid 251 kennt den Personennamen 

^Ipis., aber die von ihm acceptirte Etymologie: ^.Xs ^ ü»«sLä. ^1 <^5" Lx< j.*=Uj 

ist kaum richtig. Solchen Namen hat sich kein arabischer Mann beigelegt; besser 
passt die hebr.-aram. Bedeutung der Wurzel ^jI^ , schelten, drohen'. 

HHH°, etwa = ^Lllt, .ist schon mehrfach belegt; es ist, wie es scheint, Name eines 
Clans, wie hier der Parallelismus mit H?HNhtl zeigt, und der Umstand, dass es entweder 
als v_aäJ an zweiter Stelle (Hai. 44, i. 48, s) oder als Vatername mit H[1 (H. 670 "— Fr. 25), 
XHn'(Os. 15r = B. M. XVII, 2) oder ®hn (Nr. 8 und Z. M. G. a. a. 0.) vorkommt, 
deutet daraufhin, dass es nicht den leiblichen, sondern den Stammvater bezeichnet. 
Vgl. hebr. n. pr. $7, yüp, rMjy 

>?£l£ = : yjujb (hier zuerst). Ueber die Deminutiva vergleiche weiter unten zu UTHV. 
Von der Wurzel "iKW kommen noch vor >H£ Os. 12 — B. M. VIII, 1. Os. 13 z B. M. 
XII, 1 ; X>U£ Os. 7 z z B. M. XIV, 1; ferner £o>y<f | >H£ Z. M. G. XXX, 289. Vgl. ferner 

^.UJ.! und (so Hds. des Gazirat 168 u). Beide ^ werden im 267. Verse 

der Kalä'ischen Qasida angeführt (Metrum : Jo^ie) 

Durch das Metrum ist also die Vocalisation gesichert (nicht wie die Lexica 
und die nordarabischen Genealogen haben), auch der Plural ä^UxUI, den Hamdäni im 
lklil gebraucht, sichert die Verdoppelung. Ich lese also jJL (da JJüi sonst unbekannt ist). 

Uebrigens findet sich auch die Lesung JLcc durch den zuverlässigen Neswän I, 347" 
bestätigt: d£y+>* i5<^-^ yP) ^yX* ^>o »iLLo u«.£^.j j+ä tX^tX-wö'^ ^.äJLj <J«Ai 

ij^-? y*Ä y-*->) j*»5lj«H cj^L=Ll ^LäJ! X^iyit Jtdl ^jjJI 

I darnach sind die Lexica und die nordarabischen Genealogen zu berichtigen. 

Schon Osiander führt aus Qämüs einen Berg jj&ä an, der nach Gazirat 132 und 138 
im Gebiete der Sakäsik gelegen ist. Einen Personennamen kennt Hamdäni lklil X, 44 ob. 

h?hNhQ kommt auch Prid. II, 4 vor; es ist das Ethnicon vom ^öLo o^L=s?. Auch 

Hamdäni (bei Müller, Südar. St. 131) führt eine Musnad-Inschrift an, in welcher ^6 

^öLo in derselben Bedeutung sich findet. 

Zur Bestimmung der Lage von diesem Districte dienen folgende Stellen aus dem 

p ^ ^ 

<»;i/jrat 187 u : o^äx ^öLo o^Lsr ^Laj^ j^*ö £+zL U*' JULat^Jf o^is? £öt^..JI sjjfc £*~*y 

L/oLi ^j^-^j 8>a- (5<3 o^itf JLäj L«5 ^^LU-j (j^^ *-9^=S? JLäjj y^AÄ; ^5^ jT ^x» ^öLxi j! 



Sabäische Denkmäler 



31 



' ijiüsp Ibid. 188 u : ' ^jäLo i\=* ^ys (J.*aJ1 ÜWä» Ua>^ unc ^ 191 u : LgASäbj 

Der District Madin liegt also westlich von San ä und umfasst die W. Dahr, Dila 
und Raj än an der Grenze der Hamdän und Hirnjar, zu denen die Du-Ru ain gehören. 
(Vgl. Müller, Burgen I, 27. 28.) 

Davon zu trennen ist das W. xi6Lo Jäqüt IV, 72,2, welches nach Gaztrat 168 unweit 
von Radmän gelegen ist. Vgl. hebr. Inn fVßJK Spitzen (Ohren) des Tabor. 

Z. 2. 0N>? ooIj ist 6wca£ Xsy. (arab. , hinterher sein, folgen', hier wohl , verfolgen-', 
wie hebr. ?]Tl, syr. j»h,) Einen Berg führt Hamdäni Gazirat 139 an. Vgl. auch 

Jäqüt II, 773,7: v^'/-' y®y 

X 13 > 1=1 Zum ersten Male in den Inschriften. Zur Etymologie arab. sl^JI 
xj ^ und hebr. D1T , strömen, wettern'. [Wohl — ^ der Nordaraber. J. M.] 1 

Z. 4 ff. besagt, dass die Statue vom Ertrage des Landes Muha'nif m gestiftet war. 
X1H haben wir oben in der Bedeutung , Eigenthum' kennen gelernt, vielleicht bedeutet 
es geradezu ,Viehherde' (Freytag opes, pec. pecora), wie hebr. PUpÜ. (Vgl. Palmyr. 14 
und 16 bei Vogue, Syrie centrale ftttf byzb p ■■■ TOT *6 ! 5P! «am et fait bätir le temple 
de ses deniers ä Baalsamin). 

Ueber HOHhVl] vgl. Qämüs : (üy) 

[wie z. B. 'Antara Muallaqa 15]. Wie man sich aber die Verbindung von v_öjy> ^öß zu 

erklären hat, ist schwer zu sagen. Ein Substantiv, das in der Idäfa steht, zu einem 
es näher bestimmenden Adjectiv ist doch recht selten und ergiebt auch einen ganz eigen- 
artigen Sinn. Man darf vielleicht desshalb oü^o als Nomen loci oder Namen eines 
Stammes ansehen, dessen Lage nicht bestimmt und das auch sonst nicht näher belegt 
werden kann. 

Z. 6. «UVUHTI — *Ie bereichern, besonders mit Beute. Vgl. Qämüs: Ij^ x+Ie JUü 
sLj! sJJü 151 und De Goeje Glossar zu Baladort s. v. 

ib. aflYTO© I H?£ Die Wurzel £l?£ entspricht genau hebr. Ct? ,machen, setzen', 
aeth. ip£<w»! und **lao: posuit, praeposuit (daher £]?£ praepositus, der Patron, wie Halevy 
zuerst richtig erkannt hat) und dem ?0®l£l?£, Redensarten, wie 1123 OTttf ,D"6ttf ÜW 
, Jemand Ruhm, Heil gewähren'. Die ganz sinnliche Bedeutung findet sich Os. 4 : 
B. M. XXXVI, 4: HhSHTXlB ,sie (dual fem.) haben das Steinbild aufgestellt'; wahr- 
scheinlich auch Prid. XV, 2 : 

1 1 vwihi i*U£ ! Nhx 

,N. IST. und . . . [die B.] Za'd stellten auf dem 'Almaqah etc.' 

[Das Verbum kommt noch vor an der dunklen Stelle Os. 4 = B. M. V, 5, 

die ich also übersetzen möchte: ,S. und seine Söhne, die B. Martad, haben dem Almaqah 
von Hirrän diese Bronzetafel dargebracht, weil 'Almaqah, Herr vom (Tempel) Aum in 
der Veste Alw ihn erhört hat in Folge seiner Bitte. Er erhörte nämlich die Bann 



[Im Sabäischen sind aber Eigennamen mit nicht nachzuweisen, wohl aber i^Jü D. H. M.] 



32 



MoRDTMANN UND MüLLER 



Martad m darin, dass er die X?10 (= ?) ihrer Felder von 'Irhaq™ in die Macht 

(Don — DV + S) des Almaqah von Hirrän stellte I Wfllh I Ü°n I ©ATOrSh I X?10 I 
(I H>VN und es erhörte sie 'Almaqah von Hirrän in Folge seiner Bitte, dass er schützte etc.' 
Das ist höchst merkwürdig: Die Banü Martad™ stellen ihren Besitz, der früher im Schutze 
des "Almaqah von Alw war, in den Schutz des A.lmaqah von Hirrän, wozu der frühere 
Patron, wie es scheint, seine Zustimmung geben musste. D. H. M.] 

Z. 7. Ueber die B. Hamdän und die Häschid ist in der Einleitung gehandelt. 



Nr. 8. 



Sandsteinpfeiler, M. 0,64 hoch, M. 0,22 breit. 



10 



15 



///>^^lx^o®v®lö^vv//7//,^/// 

///// va? ^ ,<D?H * VI i ®hn in ml 
>//// 1 a i hn i x°>x n°n i t!d?> i ni'h 
W/iili n°imhxi>i]yixHnii3»ii3 'h 
ii(dvcdb>vni^ /////// n m'i 

'iijiij^ 

1 1 / öVH>ay?^i mhx ////////////// 
f piiiim n ^hH^gg 

//////0>r1H I ÖhHV I ® tlVXÖ///////////// 
©I h§N h>oi nihX l©UVHW i^M/ 
////X© I ©Ö VXfl? <:Q© I ü VB>h I TN Iii/Ii/ 

■ {^yyn i h h ti<» i ?h n i © v AN h i v*o i n v/ 
/////// 1 1 d>©s i ©VHHfriH? 116 1 ©vihv 
//////hx© i ao>xn i n>iH i o>n i Hh////// y/// 
y/Z/H g /// a i ©v»in° i H>*nx© i xo^ i /// © 

1 1© I ©HVH©B>V?N Ill+NAI X/// 

//'/Mf////fii°H i x°>x n°n i aa?> i nih !a 

V/////,l]hl?l,T©l©B>©li]^AI/////I] 



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i lölnö^ I TJpn I p3p 1 133 [1 1S2H3D I 

|ö] bs 1 p | npm I bsn i ossn I nbs[n 
iniinp l nban i ^iian l rm I an» in 
Sil b i imi^ni i dp tnst i Sil i onh [na 5 



nunm l aban l -itori ■■ 
• •• Höru-narra 1 nbxn 



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20 



////h>I]|?| l T©l©B>©lhnr l ilr11I]h 

jf/lili^n i h v> i ©v?y h© i n t>v ? 11 



i opnix l bpaxi I D[wn i Dn&na 

b^oi I DK3n i liann» 

1 1 xrn l ms l nban I lönnöri I [bi 10 
Kim i'iönnö^öi l lbrbha l l *pn 
D&]n |33p i ^blw:« I npis l a[b 
• • • l omn l irtttror i ba \ mb« 
nbixni l. asnnn l dii ! am k|« • • 
obinhiö ! map ! pwani 1 ns^tjxjr 15 

• • bi i iöfi3iähm" ; Dpnjt : ntnn» 
1 1 onols» i n;in bm l oan I abatn 
iön»ilb8l ,, iäm j iahvi fip*iss nbla 

• • • lrtbjna ! ■•täm i lini l sdd i *]bö 
nün |] ^b ! pby I i&rrnsi : smrr i b 20 

n l lonann i bi l nivn I idtdjw I } 
mow ! "atrci I vxi I p l Dön tobx 
ntjnmbsn ach abaro 



©nvh?>y n©i moT i©avn°^©i h 

IHhH^I?A^©l©BHIHniai]?> l ////// 

x////////ii°niöfl? 

, Martad'" [Munjhib'" und Haufa'att Jatbur [und ihre Söhne], die Banü-'Ananän, haben 
dargebracht ihrem Patron Tälab Iii j am, Herrn von Turat, diese Bildsäule zum Danke 
dafür, dass beschenkt hat Ta'lab seinen Diener Martad" 1 mit gehörigen [Tödtungen], 
womit er ihn begnadigte zu [ihrem Heil . . als eine Schenkung des Ta lab und eine 
frohe Verkündigung . . nach seiner Bitte an Ta lab], dass er sie beschenke mit [guten 

Früchten] und trefflichen Ernten [ ] gesunde männliche, und dass Ta lab ihnen 

schenken möge die vorzüglichsten Frühjahrs- und Herbstfrüchte [dafür: ,das Beste (das 
Herabfliessen ?) von Frühling- und Herbstregen' J. M.] auf ihren Feldern und Ländereien. 
Und Talab, er erhörte seine Diener [Freunde J. M.] die Söhne Ananän, auf seine (des 
Martad) Bitte, dass sie ihm opfern sollen einen Stier fim Tempel von?] . . .'än, einmal 



Sabäische Denkmäler. 



33 



im Jahre. Und möge Ta'lab seinen Diener Martad m beschenken und erfreuen mit treff- 
lichem [Gut], das er ihm gnädigst gewähren wird. Und es möge ihnen [gewähren] Ta'lab 
Rijäm m , Herr von Tur at, Wohlsein und trefflichen [Besitz] und die Gnade und Gunst 
ihrer Fürsten, der Könige von Saba' und die Gnade und Gunst ihrer [beiden] Herren 

des 1 Juharhib und seines Bruders 'Alhän, von den Söhnen Hamdän, und ihres Stammes 

Häschid m . Und es möge sie fernhalten (retten) Ta'lab Rijäm™ von der Demüthigung und 
der Härte des Feindes [genau: , von Demüthigung und Härte eines Feindes']. Im Namen 
(oder: im Schutze) des Talab Bijäm m , des Herrn von Turat'. 

Z. 1. Da in der Inschrift Z. 5 und 15 von , seinem Diener Martad™' (I3H2>I] I ^VNII ) 
die Eede ist, der die Hauptperson zu sein scheint, so ist wohl kein Zweifel, dass die 
Inschrift: £11"! V[Htl I UNSOH begonnen hat. Der letztere Name kommt als ^Jü auch Z. M. G. 
XXX, 24 Z. 1 vor. Auffällig ist die Mimation bei demselben. 

Ueber > Fl S ? und MHH° siehe zu 7, i. Zwischen Z. 1 und 2 ist entweder [©£1 VThll® I] 
oder vielleicht ein Eigenname zu ergänzen. 

Z. 3 ff.: ergänze UNUtT I HU]1A I HN wie 5,4 und öfters. 

Z. 4 ff. desgleichen: I HHN A I X1>VQ] I AN 2>fl I ©VH l>, vielleicht aber auch hier wie 
weiter unten Z. 16 und 18 X1HQ oder XIHfl nach Prid. XVI, 2: ®B> ?N I IHN r 2 , I XI Hfl 
Ganz ähnlich wie hier heisst es Reh. VI, 6 I ®H L r J ?B> L r l N I HX1U ,Besitz, mit dem sie begnadet 
hat', Prid. XV, 4: I ©tIVaB N 11 fn ,alles, was er ihnen gnädig gewährt hat'. 

Z. 5/6 ist wohl [«tlVOTHl 2 u ergänzen, sonst ist der weitere Zusammenhang schwer 
herzustellen. 

Z. 7 ff. ist wieder deutlich: l®I]VB>h I ?H° I t\M A 1140h® I [hh V I H>I]Sh I <">] H VH>U^?fi 
I "©ÖVXtl [?^Q® Indessen ist der Schluss nicht ganz sicher, da das darauffolgende lUhHV 
tl>fn N ausser jedem Zusammenhang stehen würde. [Es ist daher Z. 9 vielleicht zu ergänzen: 
I H>tfH I HhhiV l®HYXl][in® von der Wurzel pJLfc D. H. M.] 

Z. 10 ?H[° I 0>^]® | h§>l l°>0 So ohne Mimation, wie Crutt. San ä I und H. 457,3. Vgl. 
Z. M. G. XXX, 324. An unserer Stelle bedeutet es wohl ,mit den vorzüglichsten Frühjahrs- 
und Herbstfrüchten', wie an der Z. M. G. angeführten Stelle des Plinius XII, §. 60: 
,Illud carfiathum hoc dathiathum vocant'. [Hier wie Crutt. bedeutet es wohl , Frühlings- 
und Herbstregen'. J. M.] Ueber sagt Gauhari — s^Lcf Ji" g^ij man sagt z. B. 
xjoys y& vom Besten seines Volkes, g^i ^yS von einem vorzüglichen Bogen. Die Wurzel 
°>0 ist sonst in den Inschriften nicht selten, aber in anderer Bedeutung. 

Z. 11/12. I V4®0I n[1h]X® ,Und Talab, er erhörte'. Diese Construction, der etwa 
p- 

arab. xSyi v_Jlj' Cof entsprechen würde, ist schon aus den Osianderschen Inschriften 
bekannt, so "Os. 4 = B. M. V, 18: I h»r 1 ih I XHV I ?>r 2 iO I h>V N I VOfllh® Os. 13 = B. M. 
XII, 6: 1X0*0 1 Wiho 

Z. 13 ©VHHTnNTHrt I ©Vlhr^Hn ,Talab erhörte sie auf sein Gebet, dass sie ihm 
opfern sollten einen Stier etc.' 1fi steht hier wie sonst das einfache f\ cum fut., den Inhalt 
einer Bitte, eines Wunsches oder Gelübdes einleitend, z. B. Reh. VII, 7 : 

I X8°n>rn I h®?TV? I TUHTrn 

?niB»3iB>aiHni L t j AxiHn 

L ,]*mi®VH?H<mir>llU> L r J 
AT n N l ®VHTnN?® IHtNflf 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 6 



34 



MORDTMANN UND MüLLER. 



,üass er fortfahre genesen zu lassen den Karib'att Sohn des T. s. h. von der Krank- 
heit, an der er erkrankt war in Jahar™, und dass er ihm diese Bildsäule darbringe zum 
Danke [ergänze: fltllVN und übersetze: ,aus Gold' J. M.] und ihm Opfer schlachte etc.' 

Auch hier wie in unserer Inschrift bittet der Weihende, dass es ihm gegönnt sein möge, 
seinem Gotte Weihgeschenke und Opfer darzubringen. Es erinnert an die Worte des Psal- 

misten XXVII, 4 ff. : njmn tot lfwutt nnnixi • • • • njn ora nsca ■mmf t • ■ • mir ns& »rfck» nna 

Os. 16 = B. M. 20,4 leitet 6 die Bitte ein: I H°0?rt I ^Vlhrt I V«1h I »I] VVf© 1 , 
während Os. 4 = B. M. V, 7 in ganz derselben Formel 1 c. fut. statt fi steht. Uebrigens 
finden wir 1ri noch unter Nr. 13,2 und Fr. XL, 4: HHfnTlfn, ferner H. 51, 9,10: H°0??1r1 
und ib. Z. 15, 16: I k?0 o ?1ri I. Ueberhaupt scheint das Sabäische eine Häufung von Par- 
tikeln zu lieben, so Hai. 51, 4,5: I IKQH® I £N^S t=l ri1 I, wo also 1 dem rn vorangeht-, eine 
ähnliche Verbindung ist vermuthlich auch H. 344,8: ••fnHfnIl zu erkennen. Vgl. auch 

H. 361, 1: IHHri?1l?Hri1r1 1 

Die ganze Stelle erinnert sehr an Prid. X = Z. M. G. XXX, S. 673, Z. 7 ff . : 
H0>^n I u>>l |53>>I I HHS® I HTnM? 11® ,und sie sollen dieser Bildsäule opfern je einmal im 
Jahre' 1 . Von Stieropfern reden auch Os. 10 = B. M. XIII, 2 und Os. 13 — B. M. XII, 9. 

Z. 15. X0£ mit doppeltem Accusativ personae et rei vom Gott, der dem Menschen etwas 
schenkt oder gewährt, kommt bereits an der oben angeführten Stelle Os. 13 = B. M. 

XII, 6 ff. vor. Da das darauffolgende h^flX® offenbar — ^aIS , Jemand eine gute 
Botschaft bringen, verkünden' heisst, so darf man annehmen, dass ein Verbum zu er- 
gänzen ist, von dem H^nXHXO^ abhängig war, also etwa IHhX? 

Z. 18. |?f 1 T <D l CD B> , Gunst und Ansehen bei ihren Herren, den Königen (rnlflh = 
J^jJLof, nordar. J^JLo) von Saba 1 . ?f,T _ ^öa- in der von Gauhari besonders notirten 
Bedeutung ^a+j xj i Jhx&>\) dotc cVij äUL^oj üjiaa. tö ^ 13t 

Z. 19/20. ,Ta lab möge ihnen schenken die Gnade und Gunst ihrer Fürsten, der 
Könige von Saba und die Gnade und Gunst ihrer [beiden] Herren, des ... 1 Juharhib 
und seines Bruders Alban, von den Bani Hamdän etc.' Daraus geht erstens unzweideutig 
hervor, dass die Fürstenfamilie Hamdän unter der Souveränität der Könige von Saba* 
stand, ferner, dass über den Stamm Häschid ein Brüderpaar von Hamdän herrschte, wie 
ja auch in Alain und zu Zeiten in Saba* zwei Könige regiert haben. Bei Hamdäni in 
den weiter unten anzuführenden Stellen aus Ikltl werden zwei Brüder ^Uug.j^ (jL^*- vom 
Stamme Hamdän erwähnt, die der Verfasser vielfach auf den Musnad gelesen haben will. 

Der Schluss ist ganz wie Os. 20 =z B. M. 27, g ff. Die Bedeutung von lässt sich 
nur aus dem Zusammenhang als fernhalten, retten' errathen, da diese Wurzel nur im 
Aethiopisehon in der hier nicht passenden Bedeutung ,eligere, proferre' vorkommt; ebenso 
dunkel ist °BH. das so wie hier 8,20. 12,9. 18,4. H. 62, 15. 346, 10 mit , bedrängen 1 
zusammenstellt. Aus Nr. 13,3 und 8 sehen wir, dass es ziemlich gleiche Bedeutung wie 
das wurzelhaft verwandte a»oj (vgl. hebr. 32M neben und tP|T neben ttfi53) ,niederlegen' 
niederwerfen, demüthigen' haben muss. 



' Die Rechtfertigung der Ueberaetzung von Q^tH I d^N s, zu 13, 16. 



Sabäische Denkmäler. 



35 



Nr. 9, 



Sandsteinplatte, M. 0,30 breit, 0,48 hoch. Oben abgebrochen und abgescheuert. 



10 



15 



20 



'dfl I B °[H I] H>!Yn QcOT I I > n/7/ 
III!- 1 ®>T1Y® | UNrSh IHXhfl I »X® I n >? m 

///nn® i nrhh i ®vn ii^i^tht i a>h i? 

///I N>I] I I UHrSh I XhH® I Tr^tiy I d H 4»// 
//////o|Hrhh I ?H§|a>Vn I H^hcD | HVIhl □>//// 
//©Vn n>V»ITW IWH 1 MrW I ®uNM 1,7/ 

////rS i oiTn ix*rmti°n i ©tun^x i xNn® i a/// 
//////i °* i hn4>x i xhi> i arih i ©vn n>v© i/// 
//i i ©hn^ i aMrSh i xhn® i ö>^° i hn>°n/// 
////////iTHV!XNn®i^hhvnn>v©iH^n 

///ITH I »U//<d| ©nVrtX^IHNtlV I ©hn !®Yh> 

/A 7/t] i n i o n n 6 <■> i h >n h i ? h § n >vo i 7/ 

//°>HI>tfrSV?m>tfnhlO«V|a>VnHlhTtf 

////»icdvi nihx i ®v>n^ i xho i mm^Hii] 

///<DnV>i3^ I h X®> I fr>?i Hh I AMTl I ÜiV 11 

® i hnay i ?nn i ®a vh>nh i ®b> i?m n///// 

I TN° 1 134» HA I >U?h© I flH^Y I ®i]Yn°* 
/////nihX I ®uYHH°Y> I ©HVB>h© I OYX 

°nin/////nihxnii]hh^i?Ä^©i©BhiHn 
inrmn 



^ natJa I pta n pann i nnw i ppw 1 n/// 
I npm i d^dk i piKö i Dipni i dtüh 
i ninni i dds» I hd I anni i DTön i pa h 
/// ^rnö i in i d^dk I nwai i "döpi i Diptn 
nnn l jdk I s an I ins l inai l pbs I p IM 5 
s i] im I anm i aSn I 5]bhn I p&n l i&npn i tn 
n]D |sf?nn i ntrnn I oyn l iianpn i nnm i d[d 
nlyttf I D^pn ; nnm ! ddk I inn ! anni ! [m 
/// 1 iö i-pm l onos l nxtti i ontry i pnpa [| 
ä« I l&nbnan I nnm I ddk i inn I anm l pnn io 
nibna ! lötin I Hanois« i pon i ian I m«n 
rila i pn l npsn i bni I paa l s ah i anns l [d 
/// mn I nnon^ l nnan« l s-prin I mnn l pn 
/// nnin ! nban I innari ! nnm l obohn i d 

l] lannah l Knibi I onans l Dans? i ddp l 15 
l 1 pan l ^an ; ian*na« i lahi l ^n I mban 
a^a I ^ny I Dpnat ! nanxi i onrcn i lönnpw 
Damnen i lanaaynbi I lanahai ) lann 
pn i otan P nbsnn l Dsatr I I yaia i p 
I pm l b 20 

,. . r, der Stamm Häschid in der Stadt Na'd in dem Kriege gegen Himjar 1 " ; und es 
zogen aus 200 Krieger und machten einen Einfall in das Land Himjar™ und er tödtete 
daselbst Menschen-, und weil [da J. M.] 150 Krieger auszogen gegen Märid (oder: gegen 
die Empörer) im Lande Alhan und er dabei zwei Menschen ergriff; und weil [da] 50 aus- 
zogen in die Gegend von D. 1. g. und er daselbst einen Menschen tödtete; und weil [da] sie 
auszogen mit den Habaschat in die Gegend von Sa[hurat] und er daselbst Menschen 
erschlug; und weil [da] sie auszogen gegen Schi b Ma'ribän 120 Krieger und gegen Bäri- 
qan vorrückten und er daselbst Menschen erschlug ; und weil [da] ihm geschenkt 
haben seine Fürsten, die Banü Hamdän, ihre Rosse [und das Zubehör?] als eine Schenkung 
und er (auf einer Jagd) zwei Pardel erlegte ; und Alles, was .... in diesem Denksteine ; 
denn durch ihn (den Gott IV lab?) bewältigte Abükarib Juhaskir den ü.r.'m von 
Ch.t.l" 1 ; und weil Ta'lab ihn beschenkt hatte mit der Erzeugung .... männlicher Kinder. 
Und möge Ta'lab fortfahren ihm zu schenken die Gunst und Gnade ihrer Fürsten, der 
Banü Hamdän, und ihres Stammes Häschid" 1 und treffliche Früchte in ihren Districten 
und Ländereien und dass sie rette Ta'lab Rijäm m vor Niederlage und Bedrängniss durch 
den Feind. Im Schutze [Namen] des Ta'lab Rijäm™ des Herrn von Ruhbän!' 

Es ist zu bedauern, dass dieser interessante Text durch unsichere Lesungen und 
eine Reihe dunkler Ausdrücke dem Verständnisse grosse Schwierigkeiten bereitet. Offen- 
bar ist von den Raubzügen die Rede, welche der Verfasser der Inschrift mit seinen 
Genossen vom Stamme Häschid gegen benachbarte Länder und Stämme ausgeführt hat. 



36 



MORDTMANN UND MüLLER. 



Ueber den Sinn der beiden Wörter flN^X und UHr^h, die hierbei stets wieder- 
kehren, kann kein Zweifel sein; das eine bedeutet , ausziehen, angreifen' das andere ,die 
Krieger, Ritter', die den Raubzug ausführen. Aber die grammatische und lexikalische 
Deutung ist nicht leicht. UH^X ist ohne Zweifel ~ j^jJü und hat entweder die Bedeutung 
,vorgesetzt werden', wie an den Müller, Burgen II, 26 verzeichneten Stellen, oder , vor- 
rücken', eigentlich ,sich selbst vorrücken lassen', wie in unserer Inschrift und vielen 

anderen, 1 ähnlich wie im Arabischen: p-£Ä»-w py&N) UnXLo ^1 Uo^Jö* ^ J^-Jf |»jLS3. Wir 

lesen bereits ganz ähnlich Reh. VI, 6 ff: 

i auYn^x® i nn>°® i h nrS i ho* i a°n i n>ih i h v i ®m® 
i h>®i H>>r L l i ?h° i hnB«i«®nroi iw i hnih i nihx>i°rh 
i oi^n i n°Bn i Urhh n>vm>ih w$n«\W]h\>iNh 
ii]?nr L iii]r L ]ocDiaxti?>cii H>nv 

,Und Agram zog damals aus mit dem Stamme Saba' und Arabän und es zog (stellte) 

sich ihnen entgegen (oder: und es eilte ihnen voran wie arab. |*-§üx»* *yjiJ\ pöJ&) Sa'dta'lab 
du-Geden (ob in feindlicher oder freundlicher Absicht, sei dahingestellt) am Tage, da 
sie aufbrachen und gegen Sirärän zu Felde zogen und sie (beide?) sahen, wie Almaqah 
seinen Diener 'Agram mit Tödtungen von etlichen 2 Menschen im District der Stadt Mar- 

jamat m und der Erwerbung (HrSo = l^e _ ^mS) Gefangener beschenkt hat.' 

Os. 6 : : B. M. XI, 8 in einer Inschrift, wo schon vorher Z. 5 vom Erschlagen 
und Gefangennehmen von Feinden die Rede gewesen: I fl^XII I Hnn> I ^YN! - ! I «r^OH 
HXV Hi3l 01^(1 IHn>°lfl°n IHH-r ,und weil er seinen Knecht Ribäb™ gerettet, als er einen 
Angriff machte mit [oder: machte, von D. H. M.] den Arabän im District von Manahät™,' 

wörtlich: bei einem Vorangehen, welches er voranging ^j$3 |»<jLüäj (Vgl. zu 5,7.) 

Eine ganz verschiedene Bedeutung hat die IV. Form in der Inschrift H. 154, 4 ff. : 

IM 

nvihnscDiHrhohihnB 
nm^^iH^hinvHm 

nX° I cH°i II IH0>^ I H>H 

s°m*hnhn>ri my 
i v>n io 

,Als ihn Jadmurmalik das Heer von Ausän und HI1Y anführen Hess, welches nach 
Naschän ging; und er wartete bei (d. h. belagerte) Naschän 2 Jahre, bis Kariba'd von 
Naschän ihnen zürnte und es brach (d. h. einnahm).' Aehnlich lautete H. 84 und Miles 
V. (s. Z. M. G. XXXII, 204). 

Das Wort ÖHrih ist etymologisch sehr dunkel, über die Bedeutung kann aber kein 
Zweite! sein. Wir haben oben 4,2 gelesen: | ®H VN>h 1 1 ri® I H H X rhU® I H8H h® I HHrhh ,die 



1 [Immcrliin halte ich auch die Möglichkeit nicht für ausgeschlossen, dass tJt^X trans. = pj>£ vorgehen lassen und ander- 
wärts wie arab. z. B. Ub^a ^jvä gesagt wird, darbringen bedeutet, obgleich D. H. Müller (Burgen II, 26 ff.) jetzt an 
allen diesen Stellen _ f JLij' in der Bedeutung vorgesetzt werden fasst. J. M.] 

5 Q°Bn — ( l ;l3 i ( ' in is u , etliclie' ^\ ^^JjÜ\ ( ^_ r: o L> bedeutet. 



Sabäische Denkmäler. 



37 



tapferen (Männer) und Frauen und die Clienten und all' ihre Kinder'. Durch den Gegen- 
satz HSHh ist bewiesen, dass es , Männer', wahrscheinlich aber kriegstüchtige bezeichnet. 

Os. 7 = B. M. XIV, 60°.: I H^X I Xh^X I Hfl I H>HHh I °V>in° I "iWlh I H°XH<i> | Hoy \ xm® 
IHHrShlTrS^niHHDJ^Ciri ,und weil 'Almaqah geholfen und gerettet hat seinen Diener 
Anmär in von der Verwundung, die er erhalten hat in diesem Orte durch die Grausam- 
keit der Krieger.' Zu H^X vergleiche man ausnahmsweise arab. (da im arab. 

nicht vorkommt), wozu MuMt : gjJo^ xxxs*^ k^U^I xÄÄ^üt ' v_JLaj iaJle. ^^sai' 

ja^üli Diese Bedeutung ist durch Koran- und Dichterstellen leicht zu belegen. 

Tri'!' bedeutet ,Härte' (wie arab. hebr. WpJ , Grausamkeit'. Das H in HHrnh bezeichnet 

den Status demonstrativus. 

Wahrscheinlich ist Os. 27 — B. M. XVI, 3 ff.: 

HThnrh I M^h V I Hrnn 

auch von , Kriegern' die Rede, die Construction aber sehr dunkel: [,weil ihn Sabäer und 
Krieger anzufallen begannen', eine sonderbare Verbindung, die vielleicht darauf hinweist, 
dass die Sabäer im engsten Sinne Handelsherren waren und ihre Wehrkraft aus den 
kriegerischen Hamdäniten holten. D. H. M.] HrSh kommt noch vor H. 395,2, wo es mög- 
licherweise auch ,Krieger' bedeutet. 361,4 und 459,4 scheinen nicht hieher zu gehören. 

Was die Etymologie des Wortes betrifft, so wird man nicht umhin können es 
mit jjj ,Lowe' und J^Ll , zornig, wild, nach Art eines Löwen sein' zusammenzustellen. 

Ebenso schwer ist I] rh h zu erklären. Die Wurzeln oder JLt an die man zuerst 
denken muss, ergeben keinen befriedigenden Sinn. [In der Stelle Z. M. G. XXXIII, 485. 1, 7 

®t]V]X?n I ?rSh I H?HHT I X§°n>rno> - - • 
,. . . und des Karib'att H., der beiden Herren ihres Hauses' passt die Bedeutung ^^Lo 
(Qämüs), daher JLUcvu! = v^^äjüJ, nicht aber an den übrigen Stellen J. M.] 

Wenn aber 1 > "nr 1 , woran nicht gezweifelt werden kann, ,tödten' heisst, so liegt es 
nahe genug in rhh eine Ableitung des bekannten Stammes zu sehen, von dem das 

hebr. ttftfc fW« (cf. ^HjI) neben tW3K ^bl ^UHt etc. gebildet wurde. 1 

Diese Bedeutung scheint auch an allen Stellen zu entsprechen, so 21,5: IH>rih?M0 

tlrHh I »Thllflttinri I TrW 1 ^ I®h0l fl?B> I h^i ,so bestrafe er mit fünf guten (Goldstücken) oder 

fünfzig Stockstreichen einen jeden Mann' ähnlich H. 62, 8. fllrSh I HTh ist auch H. 342,3 

zu erkennen; Prid. 14 a ,4 I ®>l I rSh I H II ist dunkel. 

Wie es scheint fehlen zu Anfangs bereits mehrere Zeilen, da wir gleich mitten in 

die Beschreibung der Kriegszüge hineinkommen. 



1 Das Nebeneinandervorkommen von fS h und Hr^Hh, HrSHh ist nicht auffälliger als XHF1 = neben Xfl = f\3 

(Tochter), ersteres Os. 15 = B. M. XVII, 2, Os. 22 = B. M. XIV, 2, H. 682, l, letzteres H. 680, 1, 681, l etc. Das 
Sabäische zeigt überhaupt eine grosse Neigung das V\ zu elidiren, wie die nordsemitischen Sprachen, so kommt f X § 
(hebr. iptä) H. 63, 3, 667, 2 neben ?XHS (arab. H. 598, 5; HXOfflfln H. 598, 6 neben hXOfflHfl H. 598, 8, 

603, 4, 602, 8 vor (wenn HXOlIltl nicnt eine Verschreibung ist). Die Elision des n ist ferner zu notiren in I]o|~] (— DtfÖ 
arab. jj^) für I] <» I HIH; T X T X Fl (ntjeö ^) neben ?XTX I Hfl; ?1°Hn und ?UVT1°I Hfl neben 

l?1°n (vgl. Z. M. G. XXIX, 607); MHri .derjenige, welcher' neben Mfl (sehr häufig). 



MORDTMANN UND MüLLBR. 

Z. 1. Ob zu Anfang der Zeile ein Verbum >[T1V wie Z. 2 = ; lef oder ob I [~l>r < nrih 
«([firW? zu ergänzen ist (vgl. Z. 13) lässt sich mit Bestimmtheit nicht entscheiden. Jeden- 
falls scheint AbClkarib Juhaskir diese Inschrift gesetzt zu haben. 

Die Stadt (jöxj B°H, deren Name zu Ende der Zeile ergänzt ist, lag nach Hadji 
Reschid I, 207 dicht bei ^jjüuS, was auf Niebuhrs Karte südlich von Sanä angegeben ist. 
Zu Ende der Zeile stand wohl 1 13> TU T I [>B]fl ,im Kriege gegen die Himjar', wie H. 149,5 
ÖXH>BT I >Bn ,im Kriege mit Hadramaut'"-. Vielleicht aber ist N>Ü]n zu ergänzen. (Vgl. Z. 4.) 

Z. 2. HXhtl — (jlxSLxi (Dual). Während das vorangehende Verbum UH^X® nach dem 
bekannten syntaktischen Gesetz der semitischen Sprache, dass, wenn das Prädicat voran- 
geht, es mit dem Subjecte im Numerus und Genus nicht übereinstimmen muss, im Singular 
steht, folgt dann der Plural BJ'hl ? [1] ° I ° XTI V ,und sie machten einen Einfall in das Land 
der Himjar' >T1 V — arab. ^Icf. Im Arabischen ist das Verbum sehr häufig von den 
Raubzügen und ßazzias gegen feindliche Stämme gebräuchlich. Gewöhnlich sagt man 

J^c ^Lcf Qäinüs: JuiU ^^-s- £ij> !j»f äjletj s^Le ^äJI J^s. ^Lcl Gauhari: ^.^äj ^joiJI ^Ul 
J.jLäx> ^5! ^) t))^ ?))^ l^li.^ s^Lft], manchmal auch mit ^ der Loca- 

lität, wo der Ueberfall stattgefunden. Diesem Gebrauche entsprechend können wir hier 
entweder , gegen' oder ,in' ergänzen. 

Die ursprüngliche Bedeutung der Wurzel 1)V ist ,in das Thal niedersteigen'- sie ist 
dann auf den kriegerischen Ueberfall übertragen worden, weil dieser gewöhnlich von 
den Bergbewohnern auf die Bewohner der Ebene ausgeführt zu werden pflegte. Die 

VIII-. Form I ?>l o I ®>®XH? = ^jjJLj kommt noch in der Bedeutung ,ins Thal herabziehen' 
Os. 4 — B. M. V, 10 vor (s. Oslander zur Stelle). 1 

Z. 4/5. I hV1h I B>[h] I N>I] I Man ist geneigt iH>H für ein n. loci zu halten, da 

jedoch am Ende der ersten Zeile nach den Spüren zu schliessen höchst wahrscheinlich 
I M^Un ergänzt werden muss, so wird man möglicher Weise auch hier N^tl wie Hai. 535, 16 (3) 

, Empörung' (hebr. TlÜ öjT) oder ,Krieg' (äth. Prätorius, Beiträge III, 44) zu 

übersetzen haben. Was die Lage von Alhän betrifft, so gibt Hamdäni im Gazirat 122 
bei der Schilderung des jemenischen Hochlandes folgende Beschreibung: 

.Auf das Hochland von Gublän folgt (nördlich) das Gebirge von 'Alhän. Sein Hoch- 
land bilden Dürän, Madäb, Alhän, Moqra, al-Haqlain, 'Ischär, Buqlän, der Gebirgspass 
(Naqil) as-Saud, Haql Sahmän und der Berg Hadür: seine Niederungen sind das Wädt 
Sahäm, Säbih, al-Achrug und das Land Haräz.' Vergleicht man damit die Beschreibung 
des Wädi-Sahäm S. 127: ,Auf das Wftd! Rima folgt (nördlich) das W. Sahäm. Sein 
Anfang und Ursprung ist Naqil as-Saud etwa einen Tag südwestlich von Sana. Rechts 
ergiessen sich in dasselbe (die Gewässer) vom Südabhang des Hadür vom südlichen 
Achrüg und südlichen Haräz; links ergiessen sich in dasselbe (die Gewässer) von den 



Ueber das Verhältnisa der Hatndänstämme zu den Himjar findet sich in den 's^LXä* J. \ von ^^.J^\ im Anhang zu 
Tklil X, S. '2, eine höchst bemerkenswerthe Stelle: »x&U» ^ ^js^A ^ ^yU-i' ^ J!ä31 J^S 

\ysJj^t\ ^j$jJ\ jS^J^j (O-fjj <*^Jbj-*j J-^-J JJLjj ' ijj^b^ Äa>\^ jSs.^ ? b xiblr». JJUJü ,J-^-j ^ 

JL^srJl i_r°3^ i_s^ _; Ä ~^ ^- > ?-rrf (J-^i-^ 1>LoJ\ 1^jl-o1_j Läi\ ^^sLyi jtSt" 

J_jji f ^J\ CS J\ A-vä ^ J-^S («jUe^rtj ^jJ^^sruiJl^ jl^j^l 3^-^ J-f-^ *^~^r° J 1 --^ lIjU Aji«.'^ 



Sabäische Denkmäler. 



39 



Nordabhängen von Alhän, 'Ischär und Buqlän, dem nördlichen Anis, Saihan, dem nörd- 
lichen Gublän ßaima, as Sulajj und dem Berge Bur'a 1 etc.', 

so wird man 'Alhän unweit von der Stelle zu suchen haben, wo auf der Karte von 

Niebuhr Belläd Anis und Dorän, auf der türkischen Karte das ^jf LäJS verzeichnet ist 
(vgl. Niebuhr Beschreibung 233). 

Ferner ist es identisch mit dem Michläf Alhän, welches unter den Michläfen Jemens 
bei Muqaddasl, Ibn Chordadbeh und in den geographischen Lexicis neben ^JLo o^L-s? 
genannt wird; siehe noch die Beschreibung des W. Rirna' bei Sprenger 42, Hadji Eeschid 
II, 299; bei letzterem heisst es wohl nur aus Versehen, dass das W. Sahäm (s. Karten) 
südlich von Alhän und nördlich von Anis fliesst. Auf der Karte Halevys kommt 
Bled Anez (= -^x&) vor, das nur auf einem Missverständniss zu beruhen scheint. 

Ueber die Genealogie der ,jLgJ! herrschen verschiedene Ansichten. Während die 
einen sie zu Himjaren machen, wie es z. B. in der Kalä'ischen Kaside V. 244 Com. 
heisst: (yus^l y*+=> yßj) SLe^ ^ lXj^ dULo ^LgJfj, reclamiren sie die 

Hamdäniten für sich. Nach Iklil X, 4 in Uebereinstimmung mit Ibn Kutaiba 258 

stammen sie von Kahlän ibn Saba ab und sind Brüder der Hamdän: p >_Ji*i 

^jiLg.S" ^y ^jltX+^ö J,[ jÜ.-U"ä i-jväl , denn beide Hamdän und Alhän sind die 

Söhne des Mälik b. Zaid b. Kahlän. Die Ursache liegt darin, dass thatsächlich diese 
Gegend von einer gemischten Bevölkerung bewohnt war, wie Hamdäni S. 184 bei der 

Beschreibung der Districte Mokra und Alhän ausdrücklich bezeugt: ^ ^Ug--" I-s-aXIoj 

^jjc ^yk»>) (jftX.*^ y=>\ AfLo 2 Aehnliche Verhältnisse scheinen schon in alter Zeit 
geherrscht zu haben. HVIh als Personenname kommt Hai. 465, 4 (Beräqisch) und in 
der grossen Inschrift von Hisn Ghuräb Z. 5 vor. Es ist schwer zu entscheiden, ob es 
blosses Spiel des Zufalls ist, dass in der letzteren HOIrh® I HV1h zusammenstehen, wie 
bei H. IHVIhlOIrSIXOTA. Dieses XOTA wird bei Halevy neben dem Thurm WIIH 

genannt, und ^l^-ij ist eine bekannte Onyxmine auf dem Gebel Anis (s. Hamdäni bei 
Müller, Burgen 1, S. 83). 

.c. 

Z. 5. N^h in der Bedeutung Iii oder wwl ,gefangen nehmen', wie Gauhari erklärt, 

y*^\ nach Qämüs ^«Ja^L xjücj ^aöS ^ , einen Menschen plötzlich ergreifen', wie 

z. B. einen Verbrecher, gleichbedeutend mit ao ^( Vgl. zu diesem Gebrauch Sprenger 
L. L. M. 3,423. Aehnlich hat im Hebr. das Verb um tns (aber nur bei Simsön Rieht. 
12,6. 16,2i. und Psal. 56, i) die Bedeutung , plötzlich fassen und gefangen nehmen'. 

Z. 6. "11 H ist ein sonst unbekanntes nom. loci. 

Z. 7. I X^nyil]°n l^tlN^XI XMn® Ueber den Gebrauch von H°n ist schon gesprochen 
worden. Hier ist es = DJ? + 3 d. h. ,mit' wie Reh. 6,6 und Os. 8 — B. M. XI, 9. (Vgl. 
Z. M. G. XXIX, 607 und XXX, 687). Das sabäische DJ? entspricht der arab. Präposition 



1 = Bura' bei Halevy und Burra M. bei Niebuhr, das aber auf der Karte im Widerspruch mit der gewiss richtigen Angabe 
Hamdäni's nördlich vom W. Sahäm eingetragen ist. 

2 Ganz treffend bemerkt ein sonst unbekannter Genealog im Anhang 7.11m Iklil Buch X. S. 22: ^9 ^^sL^-ol t^ä.iX~J\*, 



40 



MORDTMANN UND MüLLER. 



X^flT mit seinem Ethnicon h^n^h kommen bereits in einer vielbesprochenen Stelle 
der grossen Inschrift von Hisn Ghuräb Z. 8 ff. vor: 

I »rSh« I 11 T I B>h I hH I »hlllfl I «Vn I -°HAXrSr1 
IÖ>?£1TI I oo l> L T J ri IÖ>?UTI B [>] h n I HX$>XI h^nTh 

IHnT>h-IH>i]Thl-V1o°^h- 

.dass sie sich dort (in Qane) befestigten und dass dies Land die Habaschat in Besitz ge- 
nommen haben [statt HM lies h(1 und übersetze: wie sie zurückgingen vom Lande Haba- 
schat J. M.] und die Ahbaschän im Lande Himjar, dass sie den König der Himjar 

und seine Qaile, die Ahmärän und Arhäbän, erschlugen'. 1 

Seit Rödigers erstem Erklärungsversuch hat man sich daran gewöhnt, unter | B > rh 
X^I~IT Abessinien und unter den h^llTh Abessinier zu verstehen. Rödiger selbst nahm 
zwar diese Ansicht zurück und wohl aus guten Gründen (s. Wellsteds Reisen II, 398), 
aber trotzdem blieb seine Auffassung bestehen (s. z. B. Z. M. G. 26, 440 31, 70, Maltzan, 
Reisen in Arabien 226) und man übersah, dass Ritter, Arabien I, 321 bereits das 
Richtige gefunden hatte. Die Ahbaschän sind das Volk, welches Uranius unter dem 
Namen Aßaarjvoi kennt, bei Stephanus Byz. s. v.: ['AßaaYjVot, sövog] 'Apaßiag. üopdvto? 
EV 'ApaßttMöv Tpfctp: tbög Eaßatoog XatpoijJttbrat, Aßaar^vor v.al TcdXiv: 7) xwprj uöv Äßa- 

arjVcbv au.6pvYjV cpspsi xat oaaov xai öojiiava xcu xspTcaöov ' yswpysouai §s xcu Tcop^ü.psYjv 
xotyv foteX*rjV atjJiax'. Toptoo xoyXtsa), d. h. Uranius sagt im dritten Buch der Arabica: 
,Auf die Sabäer folgen die Hadramotiter, Abasener' und anderwärts: ,Das Land der 
Abasener bringt Myrrhe, Osson, Weihrauch und Kerpath hervor, auch bauen sie eine 
röthliche Pflanze, welche dem Saft der tyrischen Purpurschnecke gleicht.' 

Nach den Worten des Uranius und dem Vorkommen der Ahbaschän in der 
Inschrift von Hisn Ghuräb und in der unserigen darf man vielleicht die Abasener in 
die äussere Myrrharegion des Ptolemäus, das Land Madhig der arabischen Autoren, 
setzen, wo ausser der Myrrhe auch Weihrauch bis auf den heutigen Tag vorkommt 
(s. Sprenger A. G. A. §. 448). Was die Producte dieses Landes betrifft, so ist oaaov 

unbekannt, vielleicht ist xoatov Ja*ls gemeint; yipTcaöov, das Meineke glücklich vor den 
.Emendationen' der Herausgeber rettet, ist unseres Wissens bis jetzt noch nicht erklärt. 
Es ist genau das arab. aLi^s, Zimmetrinde (türk. 7**^' worüber Qämüs s. v. aus- 

führlich berichtet. Zwar wächst bekanntlich der Zimmetbaum nicht in Arabien, aber 
der Irrthum, dass er nicht nur von dort in den Handel gebracht werde, sondern auch 
dort vorkomme, war im Alterthum stark verbreitet (s. Sprenger A. G. A. S. 287). [Unter 
der röthlichen Pflanze hat man wohl das echt jemenische Varskraut, oder die Rubia 

tinctorum füwwah zu verstehen. J. M.] Am Ende der Zeile ist vielleicht HX> L T J ]rS 
(vgl. zu 12,o) oder H>>r L i (vgl. Reh. 6,9) zu ergänzen. Wahrscheinlicher ist ersteres, da 
Reh. 6 eine Inschrift der Bakil zu sein scheint. 

Z. 8/9. I Hn>°I] [I ni°* ,und weil sie zogen gegen Schi'b-Ma ribän'. Da auf WX 
an den meisten Stellen ein n. loci folgt, so wird man auch hier einen Ortsnamen er- 
warten. Dass es oben mit der Präposition ?tH (Z. 4) oder [01 ^fl (Z. 5, 6) und hier 



S. über die Iiischrift im Allgemeinen Praetorius Z. M. G. XXVI, 4.'!0, der aber nicht alle Lesearten der bekannten Copieu 
mittheilt. [Statt HX^X wie Wallatedt hat, ist vielleicht HXO^X = UiSLj »WSere Schaar' zu lesen. J. M.] 



Sabäische Denkmäler. 



41 



direct mit dem Accusativ construirt wird, darf nicht auffallen, da die Verba der Bewegung 
auch im Arabischen mit Präposition oder direct mit dem Accusativ verbunden werden 
können. Thatsächlich existirt ein Ort Namens y«^) der in alter Zeit (wo der 

status demonstrat. statt des nordarab. Artikels gebräuchlich war) nur Hn> £Mn°£ gelautet 
haben kann, wobei noch darauf hinzuweisen ist, dass in den Inschriften n>°tl (mit ^) dem 
arab. i_>yw in der Bedeutung , Westen' entspricht. 

Ueber dieses ^>^xj\ ^juö sagt Hamdäni bei Müller, Burgen II, 1047: 

äjiicj v/*-*-" v** <J! 1*^' vi U^<xs Lgj lx.xa« o^j^ 

Iklü X, 35 u: 

Vgl. noch Iklil X, 55 m bei Müller a. a. O. Anm. 1. 

Aus all' den Stellen geht hervor, dass dieses Schib al-Maghrib unweit Matira 
gelegen hat. Letzteres aber ist nach Hamdäni Gazrrat 144, 145, 192 und 199 in die 
Nähe der Silbermine ar-Radhrädh zwischen Ma'rib und dem Gauf zu setzen. Dort 
haben wir auch H[1> I]iri ^ zu suchen. 1 

Z. 9/10. I W>n I0[1^n] I «"ANW® So ist wahrscheinlich zu ergänzen. Einen Ort 
führt Hamdäni in Südarabien nicht an, dagegen kommt Gazirat al-Arab 122 u, 123 n 
und 198 y>ldf vor, ein Ort zwischen Alhän und dem Gebel Duchär. Dass hier H'f'Xl für 
H^fl — vi'LJf verschrieben sei, ist aber kaum anzunehmen. 

Z. 10/11 l® L r J h>Wh I ® l t j ]1 THV ! XHf> ,und weil ihm geschenkt haben seine Fürsten, 
die Banü Hamdän, ihre Rosse und [ihre . . .] als eine Schenkung.' Zu ®1f HV vgl. Nr. 15; 
ÖXJ1TH als ,Geschenk' ist auch durch Os. 35 = B. M. 33, e: I flH>*N® und H. 199, 12: 

QrSXITH® I Hr'ihnVt!® [I U] rhrhl^ gesichert; es steht in dem einen Falle synonym mit >HW 
im andern mit HriYfl ~ v->lgjyo (r. Ebenso deutlich ist «HVrS^Oh — 

(Plural von Dunkel aber ist ^tlUB] , wo die Lesung des B nicht ganz sicher ist. 

Es ist nicht sehr gewagt anzunehmen, dass es für ® H V I] B 135 verschrieben und ,mit dem 

Zubehör' (von ^0 verbinden. Vgl. zu übersetzen sei. Nachdem der Weihende 

die Erfolge seiner Feldzüge aufgezählt, für die er seinem Gotte Talab diesen Denkstein 
gesetzt, führt er auch die besondere Auszeichnung an, die ihm von Seiten seiner Fürsten zu 
Theil geworden, indem sie ihm zur Belohnung ihre Pferde schenkten. Er fährt dann fort: 

Z. 12. I H>£1H I ?H8 l~l>V0 ,da erschlug er zwei Pardel' wohl auf einer Jagd zu Pferde. 
Der Sinn der folgenden Worte, wo wir I V^OH I1ri® zu erkennen glauben, ist völlig 
dunkel. Zu V^O vgl. Z. M. G. 33, 491: ,und alles, was er .... in dieser Steininschrift.' 
Ueber die Lesung und Bedeutung von HTrnSU s. zu 12, 5. 

Z. 13. 0«VI®Vnt=l Aehnlich gebraucht erscheint ©YnH Os. 1 — B. M, IV, 1, 
H. 48,8, 49,14, 51,n und 63,2. Dem Sinne nach scheint Halevy 49, 14 am nächsten zu 
sein. Dort heisst es: h01h I Hfflin I HV I ?>YW I ®Y["1I=I ,denn durch ihn (den Gott Almaqah) 
ersiegten sie diese 1000 Münzen.' Auch hier heisst es: ,denn durch ihn (den Gott Ta lab) 
bewältigte Abükarib Juhaskir etc.' 0$ZW — arab. i^üüf hebr. aram. *pn ,bewältigen'. 



1 [So bestechend auch die Identification mit { _ Jj J^\ <^^sJ* ist, so halte ich es dennoch für möglich, dass |l][o(~| | |/|] |"~|o£ 
[~|J>o zu lesen und ,da der Stamm mit dem Volke 'Arabän auszog' zu übersetzen sei. J. M.] 
Denkschriften der phil.-Mst. Cl. XXXIII. Bd. f 



42 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



>fnrW?l rDrfllh ist gewiss der Name des Weihenden. Zu ^rSY? vgl. >rirM? H. 140, i 
und > rh ? H. 681,5. Die darauffolgenden Namen sind aira^ XsyojjLSva. 

Z. 14. ®AY>AY I XHIl® Sonst folgen auf >AY stets Substantiva, hier, wie es scheint, 
ein Infinitiv oder Verbum finitum, etwa Talab schenkte ihm das Erzeugen etc. Z. 15. 
Anfang ist unsicherer Lesung, auf dem Abklatsch erkennt man die ersten Buchstaben 
gar nicht. 

A>fiHh 1 HAITI Das Wort HAITI kommt in ähnlichem Zusammenhang bereits Os. 18 
— B. M. 19,6 vor [vielleicht oben Nr. 8,9 Ü>6tt I AhhY I ®AYXA1TI D. H. M.]; da hier 
der Plural A^fiHh folgt, so ist es collectivisch zu fassen. 

Die Schlussformeln sind bereits aus den früheren Texten bekannt; zu bemerken ist, 

dass wo sonst h?>^ (s. oben zu 8,9) steht, hier H [~l I h H 01 ^ ~ ^Ic! gebraucht 
worden ist. 

Z. 19 ff. Ta'lab, der Herr von H[~IY)> findet sich schon in der Miles'schen Bronzetafel 
Nr. VI, zu Anfang; es heisst dort N l~l X M I H>° I ?N° I H [~IT>, ferner Prid. III, 7 (lies H!~IT> 
für KIT)'), wo es neben dem Berg A^H (ji^j genannt wird, welcher bei Hadür liegt. 

Aus den Geographen ist nur eine Ortschaft (Bekri 403, Hamdäni 148, 200, 

Sprenger A. G. A. 249) bei Sa'da (vgl. die Karte Halevys) bekannt, welche aber gewiss 
hier nicht gemeint ist. 

Nr. 10. 

Auf der Vorderseite einer Stele, hoch M. 0,63, breit 0,20, dick 0,19. Auf der Ober- 
fläche sind noch die Spuren der mit den Füssen eingefügt gewesenen Statue zu er- 
kennen, etwa so: 

^ f 



©VHn©iosy? 




ANh 1 WM°ri 




4>v 1 dr ± ii]> 1 nn 


pn 1 DDön 1 p 


>mihXI?H 


1 1 nban 1 ^ 


5 »mi°niAA? 




HAiAiHHiHA 


pb% 1 p 1 p 


>|®AY?<>1 


b) 1 lÖlTÖl 1 ? 


A°HIAYH°fi 




Ahl®B>®IAX 


&k 1 13hl 1 an 


10 ®AYh> 


larori 10 



,Jachduf und sein Sohn Sa'dqenan, Freunde [oder: Diener] der beni Rams m haben 
dem Ta lab, Herrn von Qadumän, diese Bildsäule dargebracht zu ihrem Heile. Und möge 
er sie beglücken mit Wohlfahrt und Gunst ihrer Herren.' 

Z. 1. Ein Eigenname 0EN? von t 0.0^ pepedit fällt auf. 

Z. 2. HH^N°ri. , Glück des Qenän' : : ^La* Juu*,. Ein Gott H H ? 4> kommt Hai. 4,2 und 
l'rid. VI. Praetor. Z. M. G. 26, 432 Nr. 9 vor; der Name ist hier defectiv geschrieben 



Sabäische Denkmäler. 



43 



wie r^nV statt rilW (s. zu 19, 3), Xil statt X?n, : : p^&S Os. 3 = B. M. 1,2 

Hfl 1=1 (Z. M. G. XXX, 228 und 675) _ etc. 

Z. 3. Ein Geschlecht d kennt Hamdäni Gazirat 167 in Radmän. 

Z. 5. Eine Localität Qadumän kommt H. 412,2: HCIN^ ! HX Tl - ! , vielleicht auch 421: 
I HCijN^M l>[X§° , e Attär von Qadumän' vor. Vgl. Neschwän s. v. 

i\a£>I ^0 ^U-aJU ^°y> ^LolV^' |*~^J ^IftJt ^sli ^^.xi 

dessen Lage aber nicht bestimmt werden kann, weil tX*=Lf nicht bekannt ist. Es scheint 
aber in al-Baun zu liegen, vgl. daselbst ^y+s- und mit der gleichen seltsamen 

Vocalisation. Jo^Ll (bei Hamdäni 130 m. 138 o. 210 u.) liegt zu nördlich. Andere Orts- 
namen von dieser Wurzel sind häufig, vgl. ^Jö' und beide von Bekil. 

In der folgenden Inschrift wird es durch HVUNN = ^Lpo ^0 ,zu Damhän gehörig' 
näher bestimmt. Ein Personenname HVtlN scheint H. 588 vorzukommen. 

Z. 8. Zu bemerken ist die defective Schreibung tlYN ^ statt «flVN ^ , wie noch 
einmal IMO® Os. 11 .. B. M. 9, 11. 

Unter den Herren der Weihenden Z. 10 sind die b. Rams zu verstehen. 



Nr. 11. 

a) Stele M. 0,39 hoch, 0,19 dick, 0,20 breit, unten abgebrochen. Auf der Ober- 
fläche die Fussspuren einer Statue sichtbar. 

b) Stele 0,98 hoch, 0,22 dick. Auf der Oberfläche sind ebenfalls die Spuren der 
Statue sichtbar. 



H*vi°xn 1 nn i> 
a?>i nihxiT 

5 öiai hvunn 



l>X® hl n>rnh^r 1 

xiTH^vioxninn 

M]°IW>|[l1h 
°><HB>hHIH°> 

©inxnvi^i] 10 
h 1 ?>i ö in>d§h 
i®ävnn° 



a) 

ipn 1 pnn ipn 
an l nbsn 1 1 

I plp I 'HP I D 

a^ 1 ynöHH 



b) 

im« 1 sn^K^: 
n 1 "ipn 1 pm I p 
HP 1 oan 1 n^x 
fl.wi 1 pip 1 1 
p 1 p 1 fmaba 5 
1 lruj'W [ ntr 
äfi 1 lanna^ab 
mp 1 jh*n 1 dpi 
mpo 1 *?i ! fna 
1 1 anapi 1 ia 10 
x 1 Hp i a^ana 
l lana^p 



Die Inschrift a) ist auch im Almanach von San ä abgebildet, dürfte aber in Europa 
kaum weiter bekannt geworden sein. Sie enthielt zweifelsohne denselben Text, den 
wir auf der vollständig erhaltenen Stele b) lesen. 

,Naschakarib Autar, Sohn Bata, hat dem Ta'lab Riäm zu Qadumän bei Damhän 
diese beiden Bildsäulen dargebracht von dem Zehnten, den sie ihm entrichten für ihre 
Bezirke von Durtftrauben [oder: für ihr Heiligthum von Dar], von dem Lande 



44 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



der Qir ämatän. Und möge er sie beglücken mit Wohlthat und Früchten auf ihren 
Weinbergen.' 

Z. 1. >X®h die Elativform des bekannten >X® hier zum ersten Mal. Vermuthlich 
ist bei Hamdäni der Beiname des Erbauers der Mauern Sanä's ebenfalls yjjt ^y*-* 
statt o^f zu lesen (Müller, Burgen I, 389, 412). 

°Xnihn Sohn des Bata', d. h. aus der berühmten Familie des «xj stammend. 
Die urkundliche Ueberlieferung dieses Namens hier wie in den folgenden Inschriften 
(12,2 13,2 und 13, 14,2 15,4) macht in erfreulicher Weise allen Zweifeln, welche noch 
jüngst von Rösch 1 gegen die Richtigkeit der Z. M. G. 30, 695 f. hergestellten Lesung 
£äj ^6 statt des gewöhnlichen vorgebracht worden sind, ein Ende. Hamdänt im 

1kl 11 X. giebt die ausführliche Genealogie der Bata'. Der erste dieses Namens, der 
Sohn des Zeid des 'Amr des Hamdän, ward König nach Ilischarah Jahdub IT>£1h 
n BT? (Os. 35 = B. M. 33, ö), 2 dem Erbauer von Ghumdän, und die Herrschaft blieb 
seinen Nachkommen bis auf Härit er Raisch (vgl. von Kremer S. 59, wo statt ,Tobba'' 

Bata' zu lesen). Nach ihm wird das ^ [nicht <ÜLw wie Bekri 138 hat] in Eicha- 
schab bei Häz ^Ls* nördlich von San ä [s. Halevys Karte] benannt. 

Ein Blick auf die Genealogie seiner Söhne und Enkel genügt, um die Quelle der- 
selben zu erkennen: es sind die Inschriften, darunter vielleicht manche, die wir jetzt 
noch lesen. So sind f Alhän und Nahfän aus einem Musnad von Na it (Müller, Südar. 
Stud. 123) genommen, welches in verschiedenen Redactionen vorliegt, aber stets mit 
den -Worten 

£Ö Lot ^U^ij 

oder 

^ItX+JC ^ £äj Lot ^Unpj ij^-^ 

beginnt. In diesen Inschriften bedeutete natürlich ^ Lot Söhne Bata', d. h. wie IHI~I 
I]>1S>I] zum Clan Bata' gehörig, und nicht leibliche Söhne des Bata'. Ein Urenkel des 
Bata ist gar Ta'lab Riäm, der Tutelargott der Häschid! (von Kremer 1. c. 59, Müller 
1. c. 124 f.). 

Es scheint, als ob das häufige Vorkommen dieses Geschlechts in den Bauinschriften 
der hamdänischen Schlösser den Grund bildet, wesshalb man einen Nachkommen der 
Bata' zum Gemahl der Bilqis gemacht hat, dem auf Salomos 1 Geheiss die Ginnen 
dienstbar waren. (Vgl. v. Kremer 1. c. 101, Tabari I, 585, Beidhäwi II, 70,9.) Bei dem 
Interesse für die Bilqissage theilen wir die Stelle aus dem Iklil 10. Buch Seite 8 ff. 
hier im Original mit : 1 

j.s£>j (J^yäJI £Äj tö [Var. li^Jü] li^j Jlv^JCyo jdjls ' Jl^i^x £y*> ^$0 tX^öl». ( ^ £Äj l>JjLj 
^ i^y 1 ^ \^ OÜCtX^Jt Kaj t jjMAjiij £x> ^+>Jt JyX» p^L^JI iuAfi ^jU-yLw ^-c <Xij tX.Ä.1 

eJ"-^ ^ JyT** -kLkXJt ^\ [Var. j<Xco] o<Xu/ ^1 ^t jiof^Jf ö^it ^jo J^a-».^.*ö 

1 Jlie Königin von Saba' Leipzig 1880, S. 38 f., besonders in Folge der a. a. O. nicht voealisirten Worte jXi j> SjJj 
jji^>~^\ ,Von seinen Kindern ist Du bata' alasgar', welche ,wer ihn gezeugt hat etc.' [ajjj übersetzt worden. 

2 Der H ?f~l 11 Xh? derselben Inschrift ist in Jjb, lies: J:L, bei Müller Südar. Stud. 120, wiederzuerkennen. 

3 Die Varianten sind dein Codex des Herrn A. v. Krem er entnommen. 



Sabäische Denkmäler. 



45 



^^sJJI XAjJuiö! igpyA&N Jti'^ &JUI 

^ y-ft^ ^.yi f**"^) l^ifi oLdj [1. ;Läx] j&j ^^jiaaJI tube^ 

^^LwJI &a>Lc ^jI+aX*« Lgj (j"-£*-b> t5<^ yd J\^.®yo ySb L*j|j ' J*aa;OjX< £aj jVAwt 

^j^JL cXiL^sif^ ^^oüJf U^J ^ÄAi &Ä\clis JjüL> L+^otX^^ U^J ^äaj ^1 »iLU ftu^ ^o! 5 ^aJ! 

JU^jä ^ ^aJLL £/o £aj |j> ^jtXs»- ^6 ^jj 

£_ÄA.!t *L *.aJI o!3 <*->j\-+? j! J>— ax> (j^Lj^l J-_ic 

,Und es zeugte Bata c b. Häscliid Dü-Mara c den Mauhabil; und es zeugte Mauhabil 
den Nauf (Janüf), dü-Bata c den Qail, einen von den jemenischen Qails, welche zum 
Suleimän mit Bilqis der Tochter Hadhäd's [wir übergehen die weitere Genealogie] kam.' 
Von ihm sagt 'Alqama: 

Gestorben ist Joseph dü-Nuwäs, gestorben dü-Bata' Janüf. 

Man sagt, sein eigentlicher Name sei Baril ~ Jf d. i. Werk oder Geschöpf 

Gottes. Nach einer andern Tradition soll dieser Vers gelautet haben: 

Gestorben sind die Bata's und Dü-Maqär Jarim, gestorben Dü-Bata c baril. Auch 
Dü Sahar heisst Baril; dagegen geben Viele an, dass der Name des Dü bata r Mauhabil 
ist. Vielmehr ist Mauhabil der Vater des Janüf dü-Bata des Gemahles der Bilqis. 
Suleimän verheirathete ihn mit ihr, und er lebte mit ihr lange Zeit. Und die Ursache 
hiervon war nach einer mir von El-Hasr (?) b. Daüd, Notar von Mekka, überlieferten 
Tradition, dass, als Suleimän der Bilqis das Heirathen nöthig machte, sie sagte: ,Wenn 
es schon sein muss, dann den Dü-Bata' ; worauf er sie beide verheirathete und nach 
Jemen zurückschickte. Auch befahl er dem König der Ginnen, ihnen mit seinen Unter- 
gebenen zu dienen und Bauten aufzuführen; und er baute ihnen die Schlösser und 
Burgen, bis ein unsichtbarer Rufer verkündete, dass Suleimän der Sohn Daüds gestorben. 
Da hoben die Ginn ihre Hände vom Werke. 

Desshalb nennt Alqama b. Dü-Gadan den Dü-Bata mit der Bilqis zusammen in 
einem Verse: ,Haben Menschen gleiches wie ihre Denkmäler in Ma'rib, der bautenreichen 
der hohen; oder wie Sirwäh und Geringeres, von dem was Bilqis oder Du-Bata" gebaut? 
d. h. Bilqis und du-Bata', indem statt } steht, wie im Verse des Qoräns etc.' 

Auch die Erbauung der Festung Daän in Hamdän wird auf einen König dieses 
Namens aus der Familie Bata b. Züd b. A.mr b. Hamdän zurückgeführt. 

Z. 5. hVHdlA diese beiden Statuen wie oben HVHIflh Nr. 1. 



46 



MoRDTMANN UND MÜLLER. 



Die folgenden Worte sind nicht ganz deutlich. Im Allgemeinen haben sie wohl 
ganz denselben Sinn wie oben 7,4 das ©UYX1£llhn und ist >£° zsi als , der Zehnte' 
zu fassen. Dagegen lässt der Nebensatz: 

Öo>BWI^HVX3]^ll1l®VHH>^°? 

verschiedene Auslegungen zu. 

Das Verbum >£°, Denominativ von >£°, kommt auch in den minäischen Bauinschriften 
vor H 187 «• 

(ebenso 224, 2) d.i. ,von der Abgabe, 1 die sie ihm [dem Gotte] zahlten, und vom Zehnten, 
den sie ihm gezehntet', beide Substantive >£° und °>0 zusammen H. 249,2: I H rh V [>0 
H r L iX> <D ^ :o und 571,i: °>0IX> <D ^° In den beiden zuletzt angeführten Stellen ist X> (D ^° = 
ä^-cLc wohl ein Plur. von yüA. 

^ÖVXd^HI Dass fflUVX^U identisch ist mit Plural von iBl] — r U* ©flVXÖ?^!], 
ergibt sich aus Nr. 12,7; dagegen ist die Bildung dieser Nebenformen nicht mit Sicher- 
heit zu erschliessen. Bis jetzt ist nur eine analoge Form bekannt, XHrnCI H. 485,2 (3) in 
der Idäfa H£IT ^ 1 XHi^tl und im stat. dem. HXHfnH ebendaselbst, 3 (4) und 4(7), zweimal 
und wohl auch H. 465, 7 statt HXHntl zu lesen. Letztere Form entspricht genau äthio- 
pischem twl}^^: von aoYY}; und Xfl^tl wäre demnach als v^LoLäjc für das üblichere &*jLowx> 
X £)?££! — vgl. Plural XtKtl — aufzufassen. [Oder aber man wird einen Singular 
XU£tl — äüoLi^o, Plural «yLoLs** neben f]£l] anzunehmen haben. D. H. M.] 

.Die Bedeutung ist auch nicht ganz genau zu definiren, dass es von £|?£ , Patron' 

nicht zu trennen, steht fest. Wenn letzteres = j*jL& oder Jüä zu lesen ist, könnte H££] 
nom. loci ,das Herrschaftsgebiet' bedeuten. Demnach der dual. Htl^O Os. 4 — B. M. V, 12 
von den heiligen Bezirken des Attär und der Schams. Oder heissen dort die Worte: 

I >X8° I HYHiBi] I hn I oTn HT I > 

,und sie sollen opfern dem Attär und der Schams von den beiden [d. h. von ihrem 
Ertrage ?]' 

H°>BI=I ist entweder Eigenname, vielleicht identisch mit bei Hamdäni 144 ob.: 

)^ £ - JosLwo^ »iLoLwuj ^-8^^^*^°^ (*"8^ ^"/^^ {jQ^j^y^ '*ri^^ 

£\ ^j^Loc^ f»Ls ( v gl- ferner 190, 220, 221) [oder — } ö von den £^-*>, wie eine 

Traubengattung heisst, die nach Hamdäni bei Müller, Burgen etc. I, 392 im Wädi Dahr 
vorkommt und über die Tag al -Arfts s. v. sagt: 

l)ie Schlusszeile scheint diese zweite Erklärung zu bestätigen; auch ist der Wohn- 
sitz, der Bata nicht weit vom Wädi Dahr D. H. M.] 

Wenn nun H°>B appellativ ist, kann der Ausdruck I H°>BI=I I^HVXd^tll nur heissen: 
welchen sie ihm zehnten für ihre ,Herrschaften' [im Sinne von Besitzung, Gut] von 



Vgl. JHS , zollen, entrichten 1 . Im Arabischen hat es nur die engere Bedeutung ,das den Göttern geweihte Kameel, wenn 
die Heerde auf lOf) angewachsen ist'. Uebrigens trennt Gesenius im Thesaurus mit Unrecht JHS von und vergleicht 
£ ji. , zahlen' kommt von wie D'^fl von Ol"! 



Sabäische Denkmäler. 



47 



Dürft trauben ,für' d. h. dv'u, als Abgabe von ... Ist dagegen I]°>B nomen loci, so 
wäre zu übersetzen ,für ihr Heiligthum, bez. Landgut, Dar' >£°IHn wird weiter erklärt 
durch Z. 8 hXd°>4 > I B>r t i I Hll = &cLeyü! ^1 ^ der Status demonstrativus entsprechend 
dem determinirten Nomen; dagegen oben 7,4: H0HhY£l I B>h — L_ajp> ^1. Das Wort lulftJ 
bezeichnet einen vollständig ausgewachsenen Dattel- oder anderen Baum, vgl. Qämüs s. v. 
Hier aber scheint es Name eines Ortes oder Stammes zu sein. 

.-0* 

Z. 11. ® I] V ["] H ° rh I ?N° — ^UäI («j, aber nicht im Sinne von ,Traube', sondern 
offenbar , Weinberg' oder Weinstock, wie bereits H. 361,3: 

HX L r J ®l]®IHnH o h®IH1^Hh <D IHXB>h 

, Ländereien ,' Palmen- und Weingärten und Gewässer' vgl. 362, -2. 5. Auch das ara- 
bische Wort hat manchmal diese Bedeutung (Rutgers Hist. Jem. 128. Gazirat 202. 208 
etc.). Die Cultur der Weintraube in Südarabien wird von den Geographen vielfach 
erwähnt und von den neuern Reisenden bestätigt. Hamdäni an der oben angeführten 
Stelle des Iklil zählt zwanzig Sorten Trauben auf, die im Wädi Dahr wachsen, und 
Niebuhr, Reisebeschreibung I, 420 sagt wörtlich: ,von Weintrauben zählt man auf dem 
Markte zu Sana über zwanzig verschiedene Sorten', vgl. Halevy, Rapport etc. 276 A. 
Auf den Bronzetafeln und Inschriften sind Weintraubenguirlanden häufig als Arabesken 
verwendet. 

Nr. 12. 

Grosse Steinplatte, ca. M. 0,75 hoch, 0,46 breit. 

ö ?!]^ 1 ®hn 1 >nn? 1 hat? 1 ®v?Hn® i tixh? i h°[v 
?>i mhx\<*mn itwy i°xn i HniMh 

Tr1St]© l HTIVNH I H>®8 1 HYUHH I HflN^ 1 1 Ö I~I NU 
?H°IÖNhH im*0h I ® UV > H ^1 ® I © £l V ? 0*1 1 H 

> onihx i °xn i xm® i ©£ivx>n°© i «tiYxinf 5 
x>VrS 1 nn 1 b>ö 1 B>nh mm »im i<»y>h> im 

> I nihX I 1 1?^ I otHflY® I HX®YB>h® 1 H 

»uvir*« 1 ®n L r j h>£ih 1 ®b> 1 «avu^i 1 nn? 

nn 1 ^av^HÄ 1 hitih lirnn 1 nihx i n> 10 
n i] Hx>®i]W / i >nrn ixwn 1 nihx 1 «muy® i^ih* 
y>®n i hx?H^h i hh i H©ri©i a>övx>n°a>i oavxfl^a 
XHn^m^r 2 ! ixs°<>y i nn i>xs°>i°hio>xH i h§>i 
nnrsiri 1 nn® 1 Hn>°©ia>?m B>h 1 nn i^yto^y 
h i THsn 1 nutt 1 ®Y>in° 1 >v 1 xan® 1 ®h n ri 1 x 15 
«OYTOYixarM Hii°a©i n>s°n i Hinxi>n>YM i HrS 
dd?> i nihxn i i?y i ?h° i htam i nnm^ i nn 



48 



MoRDTMANN UND MÜLLER. 



qp&D 1 i:d 1 tdjp i töpp i imni i on*r i jp[n 
■ n i 3T«n l lönäi» i v:pn i ynD I p id^i [« 
nDnDi i pnTT i pin I pöTT l pTp i tj?d i dd 
i dt«: i DTps« i idttdiiti I iöitsit i j 
t i DT«n i pna i mTi l idthtdit i lanrfaan s 
httd i p ! pDi pD« i p i töpp l ittdp i 
t i DT«n i optti i bii i vram i fninin«! i j 

laropttn 1 lÖi1«TÖ« 1 iah 1 IDTTpDT I DD 1 

pH i pmi i d«:^ i ^sn I yä: l p i iDnrnm 

DD I lD,TpT5£ I «^D« I TDD I DT«fl i Höm i DT 10 

iHTIDD : TDD I DTD I DT«D 1 ITDIH ! 1,TT«D 
TT1D I pUp« i p i pDl I IDTflTDST i l&Tnötf Ö 

nTDi 1 dpise l nhyam i p ! TnnjnpD I tprrt l «hT 

:DDTD I pl ; pTS?1 ! DTDT I p« ! p 1 1D.TS1T 
« ! s :hD i TÖPP I 1TTDS? I W1T I HTD1 i 1«DD I n 15 
fliTfcfl I DTD! I JTTpDl ! DTfiJ?D ! [TDDD1 ! :TTT ! }[D 

DDn i Db«nD l T^n I l pDto i ptaiD i p 

Darunter ein Monogramm : 

Sn d. i. n?HY, am 



Uebersetzung. 

~,Ha c än Ja'zim und sein Sohn Jahmad Jaghbur, Söhne Sumaf m [oder: die Söhne 
des Sumai m ], Freunde [oder: dienten] der banü Bata', weihten ihrem Patrone Talab 
Riäm, dem Herrn von Qadumän in Damhän, diesen Stier aus Gold und diese Steinplatte 
zu ihrem Heile, und damit er sie beschenkte mit reichliehen Ernten in ihren Weinbergen 
[oder: Grenzbezirken, hebr. TDT D. H. M.] und Uferländereien und dafür, dass Ta'lab 
Riäm seinen Diener Jahmad von den Krankheiten rettete, an denen er in Sahratän und 
Ärd Hauzan siechte. Und sie priesen die Macht und das Ansehen des Ta'lab Riäm, 
dass er sie beglücke mit Wohlwollen ihres Herrn und ihres Stammes, und dass er sie 
schütze vor [fernhalte von D. H. M.] Erniedrigung und Härte des Feindes, der nahe 
und fern. Und sie priesen den Ta'lab für die Erfüllung ihrer Wünsche, mit denen er sie 
begnadete in Folge ihrer Bitte. Und sie priesen den Ta'lab dafür, dass er die Samura- 
bäume in ihren Gebieten und Stromgeländen gross gemacht [dass er gross machte j^muratän, 
ihren District und ihre Uferländereien D. H. M,]. Und es fanden statt diese Weihungen 
im Monat Dü dati' des Jahres des Sa'd'attär b. Haufa'tt Sau am. Und weil er sie heil 
herausgeführt aus dem [heil erhalten im D. H. M.] Lande Himjar und 'Arabän und aus 
allen Zügen [und auf allen Handelszügen D. H. M.], die sie unternahmen, und dafür, 
dass er seinen Diener Jahmad mit zwei Menschen auszeichnete [beglückte D. H. M.], 
die er tödtete, und dafür, dass er genas in 'Utrub und Malalan [oder ,und er bewässerte 
seine Utrubpflanzen und jungen Palmen J. M.] und dafür, dass er sie heil heraus- 
geführt aus Orten des Elends zur Kraft [und dafür, dass er sie heil erhalten in dem 
Orte Tamhän mit Kraft D. H. M.]. Bei Talab Riäm!' 

Z. 1. Der Eigenname H°[V findet sich Nr. 30, i und Z. M. G. 30, 291 Nr. 8,1; H°VT 
ebendaselbst 3,8, Ii. 668 und Os. 33 : B. M. 34,i. Ueber UXh? s. zu 4,2. Der Name 



Sabäische Denkmäler. 



49 



des Sohnes ist dadurch auffällig, dass er aus zwei Imperfectbildungen besteht ; letztere 
sind meist nur als ^3.} verwandt und kommen sehr selten gepaart vor. 

[>nTI? dürfte die Lesung >f~IHX Beiname der Schams Hai. 686,6 Praet. Z. M. G. 26, 
S. 417, Nr. 1 sichern. J. M.] 

rh — £+'J~ von der auch im Namen °0r I i und sonst belegten Wurzel oflrS. 
Z. 3. HTfnSU® I hriVHH I h>®8 Das Denkmal bestand wahrscheinlich aus zwei Theilen: 
dem vorliegenden titulus und der Statuette, welche entweder in der Nähe desselben 
gesondert oder auf einem besonderen Piedestal dem Steine eingefügt war. Die obere 
Fläche des letzteren sieht nämlich so aus: 




Die Bedeutung von HTfnSQ ergibt sich daraus, dass sich sowohl diese Inschrift, wie 
Nr. 9, wo es ebenfalls vorkommt, durch Ausführlichkeit und Länge auszeichnen; sie 
sind in Stein das, was die 'amränischen Tafeln in Bronze sind, Commemorativinschriften, 
welche nicht als Begleitworte zu dem Bildwerke dienen, sondern selbständige Denk- 
mäler bilden. 

Z. 4. dNhH S^S ist nach dem Qämüs die aus dem Boden austretende Feuchtig- 
keit — yi'^ flHhh Itll^Oh (= *>b JUi! oder wären also ; saftige Ernten' von nicht ver- 
trocknetem Boden. (Vgl. hebr. 

Z. 5. Aus dem Zusammenhang geht hervor, dass ©HVXXI ® ! «QVXKIT Aecker, Felder 
oder Aehnliches bezeichnen muss, gleichbedeutend mit der sonst üblichen Formel I^QVB^h 
aflVXt]?^!]® vgl. Z. 11, wo X>n° mit oflVXtBfl zusammensteht. Hai. 49,7 lesen wir: 

>n°<HB>hn 

*m°nhi Y^ihinvHXNacD^ix 
ci^taci^ i i HVH>?rhn i °>ov? 

,Mit Land, X>n° und XH 00 ^, welches Almaqah der Abd'ali und dem Juhafri' geschenkt 
in diesen beiden Gefilden >£H und UTTAH' 

XcH<d<d^ von t>!^ , Provision, Vorrath' abgeleitet, könnte zur Vermuthung verleiten, 
dass auch X>n° Aehnliches wie Früchte, Ertrag bedeutet, vgl. *VQJ7, aram. "inj? Getreide 
in den Targumim zz: pi, b^. ; aber Hai. 252,4 heisst es: 

nii^nniörwaiah^h® 
i®rs>n°n it> 

,und die ... ihres Wassers, bei dem Gewitter, welches sich über ihre >l~l° entlud', 
wörtlich: ,bei dem Blitzen, welches blitzte' etc. [vielleicht: ,und die bösen Vorzeichen 
an ihrem Wasser, als ein Blitz blitzte an seinen Ufern' D. H. M.] ; ferner II. 535, 2 : 
I H> L r J h I >l~l° offenbar die ,Gelände des Stromes' während >f1° Reh. IV. 1. V., Z. 1 und 6 
dunkel ist. 

Die Bedeutung , Stromufer, Stromgelände', d. h. dem Bewässerungsstrome anliegende 
Ländereien scheint nicht unpassend 1 und wird durch 15,3 bestätigt. 



1 [Das Verbum >|~1 Os. 18 = B. M. 19,5, Os. 26 = B. M. 22,7, Z. M. G. XXXIII, 485, I, 8 scheint wirklich, wie Halevy 
verrrmthet, mit hebr. concipere, zusammenzuhängen. J. M.] 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. g 



50 



MOKDTMANN UND MüLLKR. 



X 1 n T scheint identisch mit HKIT, welches vermuthlich Collectivnomen ist und H. 50 

(Sirwah) und 256 (xMa' in) entschieden appellative Bedeutung hat. 1 xJLLL ist nach den 

Wörterbüchern ,der Weinberg' oder eine einzelne Weinranke; jlL oder J^l^ hat 

nur die letztere Bedeutung. Im Gedichte des 'A'sad Tubba' heisst es nach der zu ver- 
bessernden Lesart bei Müller, Burgen I, 406, Vers 18 von Ghaimän : 

,um mich sind Weinstöcke und Granaten'. Vergl. ib. 400, Z. 4 : 

fjjX'b xijiiä? ^jL^Cj 

Die Bitte um saftige Früchte von den Obstgärten — vgl. Burgen I, 358 — an den 
Geländen und Weinbergen scheint diese Auffassung zu bestätigen. 
Z. 6. I hn I B>fl I B>flh I Hü Ebenso Reh. VII, 8 f. 

d - - - ?n i b>u i B>a i nn 

,von einer Krankheit, an der er krankte in J . . . m< 

Diese Parallelstelle legt es nahe, HR an zweiter Stelle nicht = J^xj, sondern — i_, zu 
fassen und in den beiden folgenden Substantiven Ortsnamen zu sehen. In der That ist 

HX^YB^h so deutlich wie möglich ,Landschaft Hauzan', welche noch heute 

existirt und auf der Karte Halevys neben Haraz verzeichnet ist Vgl. Jäqüt IV, 437. 
996,i s. v; Muqadd. 92, i. Ueber seinen Umfang Hamdäni 185: 

' ^Ldbj ^yo^ ££*4^ f»^- 1 *; ^/^^ ^^'S j^**) jjlÄX^O^j JÜ^I^XJf ^ÄaJI 

MX YIB)h ist eine Bezeichnung wie HY1h I B> i=S ; die Zusammenstellung mit 
bei Hamdäni lässt vermuthen, dass unter hX>Vrn das moderne Haraz zu verstehen sei. 
Die folgenden Phrasen sind bereits früher erläutert. Zu bemerken ist: 

Z. 9/10. n>M®KT>mi]hH* — C>yS, J^* ; Jil co Wörtlich ebenso Os. 20 

B. M. 27,7 f. Osiander hatte hieraus wie aus den Stellen Os. 18 — B. M. 19, 10, wo ebenfalls 
flhh^ indeterminirt ist [vgl. auch oben 8,20, 9, 19], schliessen wollen, dass die Mimation 
auch determinirende Kraft hat, weil wir es im Deutschen mit ,des Feindes' übersetzen. 
Dies ist nicht zutreffend. Man vergleiche z. B. II. Mos. 15,6: pmn Pfiff "jnr ,deine 
Reclite, o Herr, zerschmettert den Feind', Klagel. 2,3: mx ^Bö W IlHK SW,er zog seine 
Rechte vor dem Feinde zurück', iVW TÖ ÖFWI (Es. 106, 10) ,und er rettete sie aus der 
Hand des Feindes'. In allen diesen Fällen entspricht dem hebr. und B^IX ein Nomen 
mit dem Artikel. Ferner bezieht sich H wie "i^X und syr. ?, abweichend vom Arabischen, 
aucli auf ein unbestimmtes Nomen (vgl. zum Beispiel Prid. 16,2, Reh. VI, 12/13. 
Os. 17 z= B. M. 18, 11). 

Z. 10. II I ©ÖV^r 2 , I hlÖhl Irill I Aehnlich bereits oben 6,11: | MÖh I - oflY^NA 
HHhUCXrS und in der Bronzetafel Z. M. G. 29, 501, I, 8 ©YM*] I I Xtin, dagegen 



1 Diese schwierige Stellt! wird von Praetorium, B.eitr. II, 21, HaleVy, Rapport 280 ff., Müller, Burgen 11,27 ganz verschieden 
erklärt. Das formelhafte Vorkommen in Ma'in und Sirwah verbietet hier an geographische Eigennamen zu denken; aber 
mich die Götternamen Halevys sind unhalthar. 



Sabäische Denkmäler. 



51 



% 4 : h1Uh Urill I^V^A IXHn, ebenso Z. 10 f. und Os. 27 z z B. M. 16,9. Beide Con- 
structionen, die prägnantere mit doppeltem Object und die mit 11 l_> scheinen wesent- 
lich nicht verschieden. 

Z. 11. HX> <D drh l>nrn- Der erste Buchstabe des zweiten Wortes ist wegen einer Ver- 
letzung des Steines nicht sicher, doch ergab eine wiederholte Untersuchung des Steines 
eher ri als h. Ist HX> a> £lr 1 i appellativ, so würde es = sein können; das vocalische ü ^ 

wird öfters durch © ausgedrückt, vgl. X>< D ^° = oky-coc, Xl^hA o^JJL, XN®rifi 
^öyjS* u. A.; von kurzen Vocalen kennen wir nur Hai. 200, l = oJi ein Drittel, 

u®>fntth : rj&T Os. 17 = B. M. 18,6. n?>fih^h Hai. 48,13 = ^1^3. >H6 ist alsdann 
,grossmachen' — ^$ Hai. 150,9. 151,8 und 11. 273. Vor aflVXtl £U wäre ein n zu ergänzen. 
[Ich glaube nicht, dass man yS von Bäumen sagen kann; in ^ liegt der Begriff 
moralischer Grösse. Desswegen scheint HX^tih, wie wohl zu lesen ist, der Name der 
XiBH zu sein, wie weiter unten Nr. 15 ein H3££l den Namen fl°iH>t] führt. Eine ähnliche 
Ausdrucksweise Hai. 8,2 a>fl VB)h I flX°)£ I H110V®. D. H. M.] 

Z. 12. HXTH^h I HM I Hafi® steht incorrect für HXT^h I XN I Xk®r> ; richtig Os. 20 = 
B. M. 27,2/3: HXTH^h I XH. Schwierig aber ist die Form des Substantivs. Entweder ist 
HXTH^h z— al^j'l + H (Form jUxit) zu setzen und zu scheiden von dem Infin. IV XTWV (Os. 30 
B. M. 29,2, minäisch X?WrS Os. 29 = B. M. 6,2, während H. 535,2 statt drSXTH^rh 
entschieden tlrhXTH^h zu lesen ist; die Verbindung des Plurals mit dem Fem. sing, wäre 
nicht weiter zu beanstanden [D. H. M.]. Oder aber HXTH^h ist hier wie in der Osiander- 
schen Tafel für XTWV geschrieben, wofür der Singular des Verbums und die identische 
Bedeutung spricht, ferner der Umstand, dass der Plur. fem. des Substantivs auch H1h 
verlangt. [J. M.] 

Z. 13. Der Monat h2H kommt hier zum ersten Mal vor. Vermuthlich ist vorher 
ein N ausgefallen, da mit Einer Ausnahme sämmtliche bekannte Monatsnamen mit \4 
zusammengesetzt sind. Es sind folgende : 1 

1. TVnhH Hai. 51,io, O. M. 20,4; 

2. flHHM Z. M. G. 29,600, II, 7; 

3. hSHH O. M. 12,i3; 

4. HX1TH H. Gh. I, 10, O. M. 27,3; 

5. >BTH Hai. 188,4; 

6. 0>^M Fr. III, 4; 

7. mi^m Hai. 149,14; 

8. X®1HI>n° Hai. 188,5; 

9. ClrhlOH Hai. 48, 12; 

10. u.ThX l°>0H Hai. 51,18; 

11. flhlrSH Hai. 152,1s; 

12. >®SH Hai. 648,4. 

Auszuschliessen ist der von Halevy aus Hai. 152, ig angeführte Monat da dieses 

Wort vielmehr Beiname zu sein scheint. Wir kennten somit die sabäischen zwölf Monate des 
Jahres, wenn auch nicht in ihrer Reihenfolge. Zweifel erregt jedoch der Umstand, dass 



1 Vgl. Halevy, Et. Sab. 83. Z. M. G. 30, 705. 

> g* 



52 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



Neschwän bei Müller 1. c. einen himjarischen Monat i^l^J! kennt, der dem September 
gleichgesetzt wird. Es ist also möglich, dass unter den obigen zwölf Monaten mehrere 
unter einander identisch sind. Von den Monaten der vorislamischen Araber, welche wir 
bei Mas'üdi, Berüni etc. finden, kehrt keiner hier wieder, vielleicht mit einziger Aus- 
nahme des ojä, 1. o^i> — 0>XM (s. Journ. As. V. tom 11, S. 162). 

ib. Dieser Eponym kommt sonst nicht vor; auch die Form >XS >l r L t ist auffällig, da 
sonst der Gottesname >X2° in Zusammensetzungen stets zu XS° abgekürzt wird-, >X8 tinh 
Hai. 147,i ist nicht klar, >X2°iH n° auf einer Lenormant'schen Gemme verdächtig. Q°<dä 
dürfte f_ zu lesen sein, da es wohl Beiname ist und als solcher keine Mimation ver- 
trägt. Möglicherweise aber liegt hier eine Genitiv -Verbindung vor, wie JuiLf Jo^ oder 

nimimhx. 

Z. 14. ahllr 1 ! I XHflrS. Es ist wohl kaum einem ernsten Zweifel unterworfen, dass 

statt XHlIri, das deutlich auf dem Steine steht, X h l~l rh zu lesen ist. slll ist nach Qämüs 

= Juuu JL1 eine weite Expedition. Das Verbum hat im Arabischen nicht mehr die 

Bedeutung , reisen 1 , dieselbe ist aber in lll^o — Qämüs, genauer ju^-t 3 (J^aJI 

Gauhart erhalten, daher hllrSl] H. 535, 12 in derselben Bedeutung (dagegen H. 210,3 
und Prid. XVIII ,Tränke') ; auch Reh. VI, 6 dürfte hl~lri nicht Saba', sondern mit dem 
folgenden ®[Dl] = lkx> im Sinne von Ausziehen zu verbinden sein; vgl. endlich noch 

Reh. II, 7 Xh II rh I h II rh gewiss appellativ, vermuthlich älll III* [hllril] ist bereits 
Burgen II, 1032, vielmehr als ,Handelsstation' gefasst; dass Reh. VI, 6 hllri appellativ 
sei, glaube ich nicht. D. H. M.] 

Z. 15 o^^V I XH Fl® bezieht sich wohl auf die Kriegsabenteuer des Weihenden. 

®£a>Y ist jedenfalls identisch mit °£®Y, welches Miles VI und Crutt. San. I, 4 f. 
vorkommt ; an ersterer Stelle heisst es : 

^vixwn 
aimimhXh 

Va>|(Dl][V]h>t]| 
rn1H l XT? I1[h]n 

1 nihx>i°rS 
HT^rsn i nsv? 

,weil Ta'lab Rijäm ihren Herrn Wah.fr il Jahazz und seinen Diener Sa'dtalab Juhatib 
mit Crutt. San. I. 

V]i]?^l®i]VH^©VlhX©> 
$m a i xihn® i umoM® I UXi3°Hn I ?Ö 

,und möge ihr Herr sie weiter .... mit Wohlfahrt, mit Heil und gehörigem Gut 1 
[oder: , guter Rettung' I). H. M.]. 

Z. M. G. XXX, G80 ist hebr. jPtPin verglichen worden, aber die Stelle der 
Crutt.'schen Inschrift zeigt, dass n hier keinenfalls : hü ist; auch der Vergleich 
mit ist wegen des Wechsels des Zischlautes bedenklich. 

Trotzdem es schwer fällt, einen zweimaligen Fehler in der Ueberlieferung anzu- 
nehmen, scheint .doch <d£®Y an unserer Stelle richtig zu sein und die Lesung °£®Y 

ü 

darnach corrigirt werden zu müssen, eigentlich färben, zeichnen, daher , Muster 



Sabäische Denkmäler. 



53 



eines Stoffes, Damascirung einer Klinge, giebt keine befriedigende Etymologie, ebenso- 
wenig iLfc« , Reich thum'. 

Z. [16 I hll^t]® I n>S°n I HinXrh® schliesst sich an ®£©Y an, wie oft auf das Verb. fin. 
zu Anfang eines Satzes infinitivähnliche Formen auf h folgen, die noch keine befriedi- 
gende Erklärung gefunden haben. IHXrS kann nur als X von 111 = Jb gefasst werden, 
welche Wurzel in den Inschriften mehrfach vorkommt, so Hill"!® I HH^ I H. 148, 10 

Jjb jLjU' (Praetorius Beitr. III, u), ein Subst. X°N?a I XI D Os. 36 = B. M. 37, 8 . Sind die 
beiden folgenden Ausdrücke appellativ, so ist man versucht, das Ganze mit: ,Er [der 

Gott] gewährte Feuchtigkeit, bewässerte [cf. Ju mit o] ihre Utrub- und jungen Dattel- 
bäume', zu übersetzen. Utrub <^.ic nom. unitatis «LyLc, ist, nach Tag el r artis, ein dem 
Granatbaume ähnlicher Baum, welcher rothe Sprossen, ähnlich Johannisbeeren, hervor- 
bringt; man schält sie ab und isst sie; A^L« aber bezeichnet die Palme, deren Datteln im 
ersten Jahre, wo sie Früchte trägt, reif werden JJ,I ^ äi^j^. J. M.] 

Daneben aber ist auch eine zweite Auffassung möglich, wonach <->^ und H11°tl 
(statt H1l°3) Ortsnamen sind, und H1[~IXrS ~ J./JCwt ,von einer Krankheit genesen' heisst. 

Hamdäni 195 u.: 

Jl OotXÄ» ^-fr?) ij*^ U"!J)5 \J^:iy x ^ *Aj^ sl^Äs ^j^JI Lol^ 

ixcb „wo ^a-ij! 

Derselbe im lkltl Buch X, S. 20 : C ' J " " 7 

Ueber H11°I] = jdk^JI vgl. Hamdänt Gazirat 187 m . J 

'JJjt+JI o3Lä? £*£>\jj$\ sA# Aa^ ; Hd. 145 ra. ,j<3Lo o^is? J»yw iüo.^l sAjö (5 äJLjj 

'^jl+^-w Aä=»5 JJjuJI ^j-^= s ' ^y* ibid. 191 u. JJji+JI^ ^-^^ oi^? ^-Laä-o ^li/o J^u* Lg^iOL)^ 
'^jÜJcs. ^j-*ä=>j vgl. Muqadd. 92,2: Jüji+JI ^JiLs?, Ibn Chordadbe falsch »jJUjlJI. 

Dieser District lag demgemäss im Süden der Hamdänttis, im Westen von San ä. 

Z. 16. cdVTOY wohl nur Steinmetzerfehler für a>Y?0®Y; vgl. jedoch rHnY für rSOY. 

Z. 17. HfOffl I Hhffl^CI 1 [Auch hier stehen wir wieder vor der Möglichkeit einer dop- 
pelten Auffassung, je nachdem HYQD] appellativ oder n. pr. ist. ist eigentlich, seinen 
Blick auf etwas richten, Jemand fixiren, dann widerspenstig sein, ausschlagen (vom 
Pferd); ^olio hoch (von Bergen), ysjJI ^l^Jo die Widerwärtigkeiten, Schläge des Schick- 
sals, ^Cie ein gieriger Mensch. Ueberhaupt bezeichnen sämmtliche semitische Wurzeln 
die mit ^ ia anlauten, Schmutz, Gier und Unglück; vgl. xfcia, ö^ie, Vscq, £*ie, j£k Un- 

rath, äCeUs Unglück; vgl. Gesenius Thes. 552. Vergleicht man nun die Stelle in einer 
der Levy'schen Broncetafel : 



1 [,Und weil er ihm heil erhalten im Orte Tamahän (und ihm verhalf) zur Kraft'; einen Damm ,'Xs^° führt Ikül VIII. 
S. 71 an. hinXri® ist eia energetisches Perf. und kein Infinit. D. H. M.] 



54 



MoRDTMANN UND MÜLLER. 



H>VQ] I >?T1 1 Hhm^i] I ?N° I XhB® | xh n 

,dieweil sie unreine Orte betreten" 

so könnte man vermuthen, dass auch H f Qffl appellativ und gegenüber 1?^ ,die Kraft', 
etwa Elend, Noth bedeutet. J. M.] 

Der Name, welcher unter der Inschrift im Monogramme steht, liest sich sofort als 
QTNV, und da dieselbe, wie sämmtliche Ta'lab-Inschriften, aus der Hamdänttis stammt, so 

ist kaum zu bezweifeln, dass ÖTNV mit J~J^ bei Ibn Doraid 256 aus der Stammtafel der 
Hamdäniden zusammenzustellen ist, wie dies bereits Osiander zu Os. 24 = B. M. 28, i 
(wo der Name ebenfalls vorkommt) gethan hat. Blau, Z. M. G. XXVII, 306 ff. leugnet 
überhaupt die Diminutivformen im Sabäischen, indem er sie theils midianitischen Colo- 
nisten zuschreibt, theils anders interpretirt. Die erste Hypothese steht nicht auf allzu 
festen Füssen 2 ; was aber den Versuch betrifft, die anderen Eigennamen weg zu inter- 
pretiren, so dürfte derselbe bei ihrer grossen Anzahl aussichtslos sein. Es sind bis jetzt 
folgende belegt: 

rST^h Prid. 8,i und 3 von UrSTh (H. 374; vgl. Z. M. G. 32,204) = ^J; 

X?Xh weiblich, Z. M. G. 24, 194, II, 1, das dim. von ols*!, wie es besonders im Vulgär- 
arabischen gebraucht wird; 

CINTrHN Os. 11 = B. M. 9,i — tUll; 

Hai. 353,i und 15. 

HTNV das hier besprochene n. pr. : ^cXjo; 

XHTX^ITHn Reh. 11,5, offenbar ^; 

I]I]?h1 Z. M. G. 30, 291,6 von Hühl; 

Ur]?<i>0 Reh. 11,4 — ^i; 

lM><r Os. 13 — B. M. 12,i; 

flflT^ri : (J^, siehe zu 0. M. 22, 1; 

dd?1rS Hai. 581 = 

iHUr 1 ! O. M. 12,i; 

HN? ^ Levy Z. M. G. 24, 194. 1,3 — ö^kL] 

0. M. 7,i; 
ÜtfOZ Hai. 359,i : jjJXa; 
T?>^ Hai. 207,i — Jji; 

1 [,Weil sie hinausging (aus ihrem Gemach) nach diesem Orte im Zustande der Unreinheit' J-vi. ist JU». D. H. M.] 

2 [Besonders verhängnissvoll ist eine Flüchtigkeit Oslanders, beziehungsweise Levys geworden. Zum Vaternamen des I] f H 
tllV^ = JL^io wird Z. M. G. XIX, 228 bemerkt: , Derselbe Name, der an der Spitze der merkwürdigen Inschrift J. B. 
steht (\VTn I obniT); der Name ist echt arabisch und gar nicht selten: [sie!] — Ibn Duraid S. no etc. — der 
Bedeutung nach entweder corvus oder facilis lenis'. Hierzu bemerkt Levy, dass mit J. B. die Inschriften von 
Wegh, an der nördlichen Küste des rothen Meeres, gemeint seien. Hier liegt ein doppeltes Versehen vor: 1. verwechselt 
Osiander £| 1 V ^ mit 01 Vr 1 ! 

wie in der That die von ihm citirte Inschrift hat; 2. ist mit letzterer nicht eines der unleser- 
lichen Graffiti von el Wegh, sondern das aus MaYib stammende Relief, Journal of the Bombay branch of the As. Soc. 
vol. II, pl. VI, gemeint. Blau aber schreibt 1. c. wörtlich: ,Der Vatersnamen abritt kehrt, wie Osiander schon gesehen 
hat, in der merkwürdigen Inschrift von Wegh in der Nähe der Meeresküste im nördlichen Theile das arabischen Busens, 
in midianitischem Gebiete, wieder' etc. Halcvy, Et. Sab. 114 schreibt, ebenfalls auf Osiander und Levy sich verlassend, in 
der Inschrift übllD -und fügt hinzu: ,DbnD se trouve aussi ailleurs (Wr. I, etc.), il est (Sgalement usite en arabe ^J^^o). 
In der Wr(ede)schen Insclirift findet sich weder JLf_io noch mit dem ,etc.' ist wohl Hai. 530,2 gemeint. J. H. M.] 



Sabäische Denkmäler. 



55 



XöXoußos Per. Maris Erythr. c. 22 ~= : ^Jü^ der Herr von ^.ibu». 

Diese Beispiele genügen wohl, uns das Deminutivum im Südarabischen gegen wei- 
tere Anfechtungen sicherzustellen. Appellativa sind allerdings bis jetzt noch nicht auf- 
gefunden. 

Mit HTNV ist wohl die Familie oder der Clan bezeichnet, zu dem der Verfasser un- 
serer Inschrift gehörte. [Uebrigens dürfte auch das Monogramm zu Anfang von H. 7. 



verlesen sein. J. M.J 



Hl aus 



o 

LU 



Nr. 13. 



Platte mit rahmenförmigem, erhöhtem Rande. Breite M. 0,34, Höhe 0,31 -f 0,33. 
\on den vier Stücken, in die der Stein zerbrochen, sind nur noch zwei vorhanden. 



a) 

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i ! nbbrtü) l Dnapj ! [pnn 



n l Druspöi l nah«« l na 



151 ! lön«3t»1 

— lim • • 



15 



Uebersetzung : 

,Eine Weihung, welche dargebracht] der Ilähat, der Schams, der Herrin von M[adr] 
ihr Knecht Scharah' il bin Bata c .... dass er sie anbete in Unterwürfigkeit .... Tage in 
einem Jahre .... von diesem Jahre .... des Scharali tl .... der Schams diese Tage der 
Anbetung- und es möge Scharah' 11 in diesen Tagen anbeten, er oder seine Nachkommen 
mehrere Male in einem Jahre nach der Zahl dieser beiden Jahre 1 ; und möge Schams sie 



1 [,Je einmal im Jahre nach der Anzahl der Jahre' 



^J^yL. im Stat. dem. D. H. M.] 



56 



MoRDTMANN UND MÜLLER. 



beschenken, ihren Knecht Scharah il und ihre Freunde [Clienten I). H. M.] die b. Bata' 
mit Wohlergehen und Gütern [Beute D. H. M.] und Fülle von Macht und Ansehen; und 
er demüthige ihre Feinde und Hasser; und es fand diese Weihung statt im Monat . . . .' 

[Ueber arabischen, speciell südarabischen, Sonnencultus haben Osiander, Z. M. G. 
VII, 468 f., Krehl, Religion der vorisl. Araber, S. 41 ff. und Osiander, Z. M. G. 20, 
285 ff., ein reiches Material gesammelt. 

Bekanntlich hiess Saba', der mythische Erbauer von Ma'rib und Gründer des sa- 
bäischen Reiches, eigentlich Abdschams, , Diener der Sonne', und ein anderer Abdschams 
ist Ahnherr mehrerer berühmter Geschlechter und Stämme (v. Kremer S. 55, 57). Ein 
allgemein bekanntes, aber in diesem Zusammenhange nicht citirtes Factum ist, dass der 
Wiedehopf Salomo's, nach dem Qor än (27,24), die Königin Bilqis und ihr Volk die Sonne 
anbetend findet : 

was spätere Autoren dahin erweitern, dass Bilqts überhaupt erst den Sonnen dienst ein- 
geführt hätte. Auf diesem Qoränvers und nicht auf selbstständiger Tradition beruht 
dann die Angabe bei Tabari I, 578, Dimischqi 46, dass Bilqis und ihr Volk die Sonne 
anbeteten. 

Viel citirt aber ist die Inschrift, welche Schammar Jur isch über einem Gebäude 
von Samarkand eingefügt haben soll, und welche so lautete : 

(j**4-wjt »Jy^wJ j+Äj sLäj Lo |Aje 

Hamza bei Schultens Historia Joqtanidarum 27. 

Auffälligerweise erwähnen die übrigen Autoren, welche die Züge des Schammir 
nach Samarkand und die Zerstörung dieser Stadt durch ihn erzählen (Ibn Kotaiba, Ta- 
bari, Mas'üdi, Ibn al Asir, Ibn Chaldün etc.), diese Inschrift gar nicht; der Commentar 
der himjarischen Qaside erzählt von einer Inschrift, die der jemenische Welteroberer in Sa- 
markand, in der Stadtmauer anbringen Hess; dieselbe lautet aber ganz anders: ,dies ist 
der König der Araber und Barbaren, Semmer Jur isch, der mächtige König; wer bis hier- 
her vordringt, ist mir gleich, wer weiter gelangt, besser als ich' (v. Kremer, S. 69). 
Ibn Hauqal und Istachrt (318, ed. de Goeje) berichten zum Ueberfiusse von einer dritten 
Inschrift, auf einer eisernen Tafel, über einem der Stadtthore Samarkands, inhaltlich 
deren ein Tobba' von Jemen sie gesetzt habe, und von Samarkand nach San'ä tausend 
Parasangen seien; diese Inschrift ward, während der Autor sich dort aufhielt, in einem 
Aufruhr zerstört. In Folge einer leicht erklärlichen Verwechselung giebt Rödiger (Well- 
sted's Reisen, II, 866) an, die von Hamza citirte Inschrift habe sich über dem Stadt- 
thore von Samarkand befunden. I)a erschien im Jahre 1844 der Text des Hamza von 
Gottwaldt, 1848 die lateinische Uebersetzung, welche diesem Irrwische ein Ende hätten 
machen können. Wir lesen nämlich S. 127 des arabischen Originals, nachdem der Autor 
die Zerstörung Samarkands berichtet hat: 

D. h. ,man hat in einer Masna'a (Burg) des Schammar eine himjarische Schrift ge- 
funden, welche -so beginnt: Im Namen Gottes, dieses baute Schammar Jur isch der 
Herrin, der Sonne'. 



Sabäische Denkmäler. 



57 



Mit keiner Sylbe ist hier angedeutet, dass diese Inschrift sich in Samarkand be- 
funden, im Gegentheil lässt der Ausdruck Masna'a 1 , den Hamza gebraucht, darauf schliessen, 
dass ein jemenischer Bau gemeint sei. Trotzdem liest man die ganze Geschichte mit dem 
Schultens'schen Lesefehler iü+m statt kx^ui, Z. M. G. XV, 70 und Z. M. G. XX, 286 Aura., 
wo Oslander beinahe schon auf den richtigen Gedanken verfallen wäre. 

Allen Zweifel aber löst Ibn Chordadbeh, Journ. As. 6 ser. tom 5, p. 112, welcher 
die Inschrift des Hamza mittheilt, aber am Ende der Beschreibung Jemens, und zwar 
mit folgenden Worten : 

wo die verdorbenen Worte vermuthlich £p (jix^? zu lesen sind. 3 

Diese Inschrift macht denselben Anspruch auf Authenticität, wie die von Müller in 
den Südar. Studien zusammengestellten Musnads aus dem Iklil und Gazirat al- r Arab; der 
König Schammar Jur isch hat sich in der That auf einer Inschrift wiedergefunden (Z. M. 
G. XXX, 289) und die Worte ^^J! iö^ sind deutlich = UrhH^ I XV1 h unseres Textes. 

Eine magere, aber vom Qorän unabhängige Notiz aus Ibn Kalbi hat Bekrl 815 s. v. 
(j^ci, wonach der Name u^-ci ö^s: von y«.^, einem alten Idole ^jjö ^ä-o, herrühre. 

Ebenso oft citirt ist die Stelle Plinius XII, 63 : ibi — nämlich in Sabota — decu- 
mas — vom Weihrauch — deo quem vocant Sabin .... sacerdotes capiunt; man hat Sabin 
(nom. Sabis) seit Bochart und Gesenius mit Schams identificirt, umsomehr da Theophrast 
von dem Lande der Sabäer berichtet, dass dort die gesammte Weihrauchernte im Tempel 
des Helios, dem heiligsten im ganzen Lande, deponirt wurde und vom Verkaufspreise ein 
Drittel den Priestern zufiel. Bedenkt man jedoch, dass Schams im Sabäischen eine weib- 
liche Gottheit ist, und dass auch sonst beide Berichte wahrscheinlich sich nicht auf den- 
selben Tempel beziehen, so kann man diese Identification nicht für allzu sicher halten. 
Möglicherweise steckt in Sabin der in Schabwah verehrte Mondgott Sin. 

Ebenso zweifelhaft ist es, ob der Stelle des Philostorgius III, 4: -fruouatv (die Home- 
riten) r HXt(p xai SsX^Vß xai öafyioatv erci/toptoic, ein grosser Werth beizulegen ist, da sie 
nur eine biblische ßeminiscenz an das stereotype (rcpoaxovoüaiv) x(p "v^Xtcp %od z*q asX^VY] koI 
Tcavd tcp KÖafJitp toö oöpavoü LXX Deuteron. 4, 19, 17,3, 4 Regg. 23,5 etc. zu sein scheint. 

Plinius X, 3 ff. erzählt die Sage vom arabischen Phönixvogel: sacrum in Arabia 
Soli esse; nach dem bekannten Verbrennungsprocess bringe er sein Nest prope Panchaiam 
in Solis urbem. Panchaea ist das Wunderland des africanischen Weihrauchs, und Helio- 
polis die Hauptstadt desselben. ('HXtouftoXts xy]c, Ap(Ojj.ato<p6poü goto [um?] xiqc, Aiyu7raac, sagt 
Stephanus.) Ebenso berichtet schon Herodot II, 73, dass der heilige Sonnen vogel Et 
ApaßiY]? 6pu.ctofi.svov nach dem ägyptischen Heliopolis (On) komme. Die ursprüngliche 
Heimat desselben ist natürlich das arabische Weihrauchland. 



1 AjlIo/o wird speciell von den althimjarischen Bauten gebraucht (Sprenger, A. G. A. S. 269). 

2 v AxS Inschrift wie Südar. Studien 31, Anmerkung 2. 

3 Nur Ibn al Wardi (14, Jahrhundert) erwähnt noch diese Inschrift, und zwar giebt er an, dass sie sich auf jeder der drei 
Bildsäulen befunden habe, die Abraha-dul-manär zur Warnung der Schiffer am Ocean errichtet, S. 58 ed. Cairo: 

L^-J\ LvJ-äj" v.|,.tt-3l Diese interpolirte Redaction der Inschrift verdient natürlich keine weitere Beachtung. 
Denkschriften der pliil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. n 



58 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



Unter den bisher bekannten Inschriften befinden sich nicht viele Dedicationen an 
Schams. Os. 31 — B. M. 32, eine Weihung von 24 Statuen, stammt unzweifelhaft aus 
Mä'rib (cf. Z. 2. HT1 rh I hX?fl = die Göttin heisst mit Beinamen I h>BTl IX1°fl 

I0HX ,ihrer Sonne, Herrin von Ghadrän, der Erhabenen'. Die von Praetorius, Z. M. G. 26, 
Nr. I zzz Hai. 686, erläuterte Weihinschrift aus Kaukebän, nennt die Schams > I - ! Tl X mit 
einem ähnlichen Beinamen von der Form eines Imperfectums. In Sana copirte Halevy 
(Rapport Nr. 8) die Aufschrift eines 0?<J> der Schams, der vermuthlich dorthin verschleppt 
worden ist. Aus Os. 4 = B. M. 5, n ersehen wir ferner, dass Schams mit A.ttär in Irhaq 
bei Tula %J> verehrt wurde. 

Dass sie hauptsächlich aber von den Hamdänstämmen verehrt wurde, sehen wir 
aus den vorliegenden Inschriften — vgl. besonders Nr. 17 und 18, und die Eigennamen 
ÖrSa^Xtlh O. M. 16, i; flrSl]£>IS>i] Hai. 91 und 100 (Beled Nehm); ÖrSl^NO Os. 10 : : B. 
M. 13,i, Os. 25 z z B. M. 26,2 Ju* ; HrSH^H®« 0. M. 2\ Z. M. G. 33 , 489, VI, 1 = 

y-^i; HrSl]^n> O. M. 2 a ,s; Cl rh H ^ tH <=> rh Hai. 9. O. M. 15,2 und 5, sämmtlich in hamdänischen 
Texten; ganz vereinzelt ist rSH£ I Hfl in der Inschrift von'Obne. 

Wie schon Oslander aus dem H>HT1 I X1°n der von ihm erklärten Inschrift B. M. 32 
zzz Os. 31 geschlossen, wird unter der H>BT1 I XH dieselbe Gottheit zu verstehen sein. Ist 
dies richtig und sind demnach auchOTTIXH, HN°n I XH, H>I1IXM (H. 176,2 aus el Hazm 
Hamdän) <!>£HIXH Hai. 177. 178 ebendaher, 465 Beräqisch und 535, 19 Main nur andere 
Namen der Sonne, so wäre im südarabischen Pantheon bis jetzt nur Eine Göttin, die 
Schams, constatirt. 

Weiter zeigt eine Durchsicht der betreffenden Stellen, dass diese Gottheit nur in 
sabäischen Inschriften im engeren Sinne vorkommt, nämlich in 
Ghaimän: Hai. 24 mit >1T zusammen (HN°niXH). 
Medinet Haram (Hai. 151. 155. 156. 158. 162 OTTIXH). 
Baidhä = Nascus (Hai. 335 OTTIXH und H>l°n I XH zusammen) 
Sirwäh. (Fr. V. IX OTT I XH). 

Kharibet Seoud (H. 628/630. 631/632. 633. 637. Z. M. G. 26, «i. VIII OTT IXH mit 
HH°n I XH zusammen, Hai. 629 allein) 

Marib. Fr. 48. 50. 55. 56; Hai. 652. 653. 664 (desgl.); 
vgl. ferner Miles I ; Z. M. G. 30, 677. 4, 30, 291. 

Das Vorkommen der <!>£H I XH in Main (Hai. 535) und Beräqisch (Hai. 465) ist nur eine 
scheinbare Ausnahme; wie schon der Name zeigt, ist dies eine Entlehnung aus dem 
sabäischen Pantheon der benachbarten Nasohq. Vgl. Müller, Burgen II, 1032, Anm., 
wo auch schon das Factum, dass die Schams ausschliesslich sabäischen Ursprungs ist, 
ausgesprochen ist. J. M.] 

[Um weiter den Sonnencultus in Südarabien verfolgen zu können, bieten die Namen 
H>niXH; H?HTIXH etc. eine genügende Handhabe. 

H>I1 ist gleich — ^l^j, worüber Gaztrat el- c Arab 148: 

jV-gj JLaS^ ÜjyMJCy df?) *^ J0 ^° »♦jtXftil J-b ^«^jj ^^'5 

,Und das vierte Wädi (des Gauf) ist al Manbig, dessen Zuflüsse von dem Lande Jäm, 
dem Lande Murhiba, Milh, Barrän, Maswara und den Bergen der Nihm kommen' ; 



Sabäische Denkmäler. 



59 



ferner ebendaselbst 192: 

lUsa^d öjl-L\ ä^O'^ ^f?) i^y^^ 

,Maswara, Müh, Barrän, und Tugga am Ghärid gehören den Murhiba und Nihm'. 

Auf der Karte Halevy's finden wir Maswara, Müh und Berän unweit von einander, 
in der Nähe des Beled Nehm südöstlich vom Chäridfluss. Es kann also über die Iden- 
tität dieser Ortschaften kein Zweifel sein. Nördlich von Berän signalisirt Halevy Ruinen 
(^fjj üjjä); dort scheint die Stätte des Sonnencultus gewesen zu sein. Al-Hazm Hamdän 
ist allerdings unweit vom Centrum des minäischen Reiches und auf seinen Mauern 
finden sich Namen minäischer Könige-, aber die Inschrift Hai. 176, in der die Dät 
Barrän vorkommt, ist im sabäischen Dialect und von Bakiliten, wahrscheinlich aus 
Barrän, gesetzt. 

HTtlTIXH wird verehrt von Haramiern, Nasckqiten, ferner in Sirwäh, Ma'rib und be- 
sonders in Kharibet Seoud, wo sie einen Tempel hatte; cf. Hai. 628/632,4: H?r]T I XH I X?(1, 
ebenso 630/631,7. Ihre ursprüngliche Heimat wird durch ihr häufiges Vorkommen neben 
t] ° l~l I X M angedeutet. Wir müssen sie im Lande der Himjar suchen, wo Ba'dän liegt, 
und thatsächlich finden wir dort bei Hamdäni Gazirat 176 : 

iwjLLwJ!^ ^f^cjj ^L>_5^ ^jltV.*j^ u*"*-«i / ^~**' ^3 U" - *"* xcLääJ!^ 

Gazirat 177: # & 

^jc jinÄ-^Jl^ üX^vj ^t>!^^ (jlik.d Lg.*^?^ <^ £y j& JL.s»j )\~+ 3 ) *4%2 tS?J^ (ä l*^***} owo<3j 

' ' ' f^h u'^*"^ '-4- w ^ sf^wJ! ^j-a o»^.aJI slX^ . . . £^X)I <\Xjj ^U.*j ,j.aj Lc cN.äL=» (\Xj 

So finden wir ^ = t!?HT mitten im Lande der Himjaren neben ^IJ^äj =: H N °n (vgl. 
Burgen I, 85, Gazirat al'Arab 127. 134. 176. 177. 219) 1 . Hieraus folgern wir einen leb- 
haften Verkehr zwischen Himjar und Saba' schon in sehr früher Zeit; denn ÖTtlTIXH 
kommt schon auf Inschriften der Mukrabperiode vor (Fr. IX Sirwäh). Dieser Ver- 
kehr ist durch das häufige Einwandern der Hamdän in das Land der Himjar, vermittelt 
und gefördert worden. (Vgl. an der angeführten Stelle die Wahsch und Häschid, welche 
eine Hamdäncolonie im Centrum von Himjar bildeten.) Da wir mit grosser Wahrscheinlich- 
keit annehmen können, dass der Hauptcultus der Sonne im Lande Hamdän ist (vgl. beson- 
ders den Ausdruck HHHV I XV1h), wie dies Hamdäni ausdrücklich bestätigt, so darf man 
vermuthen, dass er von ihnen nach Himjar gebracht und dort verbreitet worden ist. 

In der vorliegenden Inschrift wird Z. 1 unzweifelhaft >>i]£l I X1°n zu ergänzen sein. 
>Hfl kommt Hai. 172,2 und Fr. II, 2 vor, liegt nach Gazirat 196 in al-Chaschab (Beled 
Hamdän) und wird von einer Mischbevölkerung von Jäm und Baldl bewohnt: ia>yüs> ^<X«, 
JcaJoj ijjo ; vgl. ferner 146: ^uült^ s^jf^ ^Joo ^ xJf La*».* Loy Nach Iklil bei Sprenger 
A.'G. A. p. 221 stand gegenüber der Moschee von Medr ,das Staatsschloss, mit einer Marmor- 
plätte gegen Osten, auf welcher sich das Bild der Sonne und des [Neu-] Mondes be- 
fand'. D. H. M.] 

Wie dieses Bild ausgesehen, mag man aus dem im Almanach von Sanä abgebildeten 
Räucheraltar entnehmen, auf dem sich ein Relief befindet, welches die Sonne, darunter 

1 Gegen die Gleichung- (C * ^ = fl?tlT spricht der Umstand, dass Q, das Zeichen der Mimation, im Arabischen durch ? 
wiedergegeben ist; aber auch in *JLÜ wird die Mimation durch f ausgedrückt. 

Ii* 



60 



MORDTMANN UND MüLLER. 



darunter den Halbmond, darunter zwei liegende Steinböcke, mit den Köpfen einander 
zugekehrt, darstellt. 

Wörtlich dasselbe erzählt Hamdäni an einer andern Stelle (Sprenger S. 220) von 
Kijäm, mit dem Zusatz, dass diese Platte so angebracht war, dass des Königs Auge beim 
Heraustreten aus dem Palast auf dieselbe fallen musste, und er sich vor dem Bilde, wie 
im Qor. 17,io8 angedeutet ist, zu verneigen pflegte (vgl. Müller, Südar. St. 126). 

Auch der Tempel in Miqläb, der Burg von Ghaimän, war sicher ein Heiligthum der 
Schams (Müller, Burgen I, S. 67). 

Schliesslich sei bemerkt, dass die Auffassung der Schams als weibliche Gottheit (wie 
schon Fr. Lenormant gesehen), im Gegensatz zum assyrischen Schams, dem phönicischen 
Sonnenbaal, und fügen wir hinzu, zum palmyrenischen VfÜVtf Sol sanctissimus, den Arabern 
eigenthümlich ' ist. Uebrigens ist ja auch im Hebräischen WÖtt? häufig als Feminimum 
gebraucht. 

Nicht minder interessant ist, um dies hier gleich vorweg zu nehmen, der Name des 
Weihenden, Scharah'il b. Bata c . Er ist wohl identisch — ob auch in der Person? — 
mit Scharah'il dfi Hamdän, dem Sohne des Sämih und der Lamis, Könige von Na'it 
und Herrscher von Hamdän 1 . Ueber ihn Iklil 10. Buch, S. 11: 

^j'y-> jl ^jltX-*^ ji J^ s> l^-«*' * ^-a-£\***> J^-A-i'l — s 

jjiXä. ^i ,j-> x+jiXs. JU'j 

p- 

Vgl. auch noch v. Kremer, Südar. Sage, S. 101. 

Der Name Scharah'il ist in den Inschriften durchaus nicht so häufig; er kommt nur 
noch ein einziges Mal vor; Hai. 504, 2/3; c Obne 5 steht 1hY>£?, nicht wie Osiander ein- 
mal citirt 1hT>£. Zu bemerken ist noch, dass der Vater der Bilqts, nach einer Ueber- 
lieferung, Scharah'il heisst. 



Z. 1. Abweichend von dem gewöhnlichen Style begann die Inschrift, ähnlich wie 
H. 147, nicht mit dem Namen des Weihenden, sondern mit dem vorausgestellten Object 
und dem Namen der Gottheit, der die Weihung galt, etwa: 

°xn 1 nn 11 hT><u v m 1 ?xhx 1 >>i 

Mit Z. 3 I HNATlIrf begann der Inhalt der Weihe. Nach seiner äusseren Beschaffen- 
heit trug der Stein keine Statue, sondern ist eine Votivtafel. HNA? ist Imperfectum von 
0L0, worüber Qämüs sagt: ^äjJI J0L0 ^1 Juycl ; Lo Iii — J^JI Jyyo JÜü also an unserer 
Stelle wohl den Nacken krümmen im Sinne von tX^", J**d. 

1 [Mir ist es sehr wahrscheinlich, dass der Name lJ ~^J, (trotzdem er auch Hamasa 83 vorkommt), mit sabäischen Buchstaben 
ÖfSfll durch eine Verlesung aus flrStl^ entstanden sei; in XoM steckt ein Ort HfÖ wo die Schams ebenfalls ver- 
ehrt worden ist, den wir aber aus den Inschriften noch nicht kennen. Aus einer Stelle, die ähnlich unserer Inschrift Z. 1/2 
1hT>£IY---4Tl]i £ ilX1 o nil]r i ll]£lX lautete, mag ein pfiffiger Ilimjare die Lamis entdeckt haben. Vgl. übrigens 
Burgen II, 8. 90, Z. 3 v. u. ^j^*. ^ l*-> ^ ^J^J*5 ^J^ß-^ O^y^o mit der Variante ±y>y Die 

Bilqia ist wohl in ähnlicher Weise aus Q^lfl entstanden. Zur Endung vgl. i _ y ^jb r s\ D. H. M.] 



Sabäische Denkmäler. 



61 



Z. 3. Das folgende X]°BHX von °BH — go, wird den Sinn von X°>BY Levy. Z. M. 

G. XXIV. I, 6 — haben, nachdem wir das Simplex in der Bedeutung ,niederwerfen' 

oben kennen gelernt haben. 

Z. 4. ÖOJ>XINThniXl]?IX----Xl]? als Plural von I]©? r ^ ist durch Hai. 221,4, 478, 21, 
485,16 gesichert. Die defective Schreibung I]? findet sich Prid. I, 6 und 8, III, 7 und 
Miles III, 4. Obgleich diese drei Inschriften gefälschte Broncetafeln nach Steinorigi- 
nalen sind, so lässt das dreimalige Vorkommen dieser Schreibung, zumal da dem Ver- 
fertiger der Tafeln hebräisch DV und arabisch *j_> gewiss geläufig sind, kaum die An- 
nahme eines Versehens zu; auffällig ist das Fehlen der Mimation, da das Wort nicht 
im Idafaverhältniss steht. Nach dieser Auffassung ist H? pl. XU? ~ *L pl. cAx>L, neben 
I]®? = (sehr häufig) pl. st. constr. TÜ®? = (sonst ^Q) anzunehmen. [Die An- 

nahme einer Nebenform £1? neben I]®? und eines Plurals fem. XQ? neben dem gesunden 
Plural masc. erregt starke Bedenken, obwohl im Hebräischen das Wort DV einen 

Plural fem. und masc. neben einander bilden kann, da speciell im Südsemitischen, gewisse 
Nomina, zu denen ^ gehört, nur den gebrochenen Plural bilden. Trotzdem wird man, 
bei dem gegenwärtigen Stand der Forschung, diese Stelle kaum anders auffassen können. 
Auch das Xfl? und ?flo>? der Schlussformeln (cf. Z. M. G. XXX, 700 ff.) wird man mit 
Praetorius ,Tage' übersetzen müssen, so dass die daselbst, S. 703 von mir vorgeschlagene 

Erklärung der Ausdrücke 1tn I HR? H ! Hü und Hü als <}S ^ und jetzt viel wahr- 

scheinlicher ist. D. H. M.] 

Z. 5. HOr 1 ^ I X^V- X^V ist als Demonstrativ zuerst von Halevy richtig erkannt worden; 
es wird wie HH und XH mit dem Nomen im stat. dem. verbunden; vgl. HB>h I X®Y H. 49, 11; 
H>0fn 48, 5 ; hHHSt] Os. 18 = B. M. 19, 1; hB>a H. 63,9. Das Fem. von X®Y lautet X?Y, 
vgl. Os. 13 — B. M. 12,6 HXSNYIXTY (verkannt bei Praetorius II, 38), Plural dazu ist XU Y 
mit st. dem.: I h>>rSh IXflY Os. 4 = B. M. 5 zweimal, und in unserer Inschrift I HXUTIXQY. 
Vgl. Halevy, Et. Sab. 64. 

Z. 6. 1hT>^ I TNT ,die beiden Hände des Scharali il'. Dasselbe Wort mit Suffix, 3 p., 
sing, und plur., rWN? und flrSYH?, sowie ein Plur. ÖrS V^HTh, HÖri^Hh kommt in den 
minäischen Inschriften in einer Formel vor: 

irSVNTi hn 1 nhui Mn®ixihihri i°>oiTV-»on 

(so H. 192,io. 478,9; verstümmelt 526,3. 533,2- 427,2) d. i. ,von den Abgaben, die sie 
den Göttern entrichtet haben und . . .' ; es sei hier aber, besonders mit Rücksicht auf 
Ihf^T an den metaphorischen Gebrauch dieses Wortes in den semitischen Sprachen 

erinnert, und was das Arabische speciell angeht, an Stellen, wie Qorän 105, 1, (cf. die 
Commentatoren) : ^jf !jo v^uj' ,verderben sollen die Hände Abü Lahab's', wozu als 

Gegensatz ^VÖH? I H°ri oben Nr. I anzuführen ist. 

z. 9. ©vn^ = k^i. 

Z. 10. Q>>| IH>N. Die Uebersetzung ,mehre Male' oder ,je einmal' ist nur hypothetisch; 
aber nicht nur das (centralarabische) vulgäre i^ö hat diese Bedeutung, sondern dieselbe 
entwickelt sich auch sehr einfach aus ^ta, eigentlich Kreis, Periode, Umlauf, vgl. sj:*>, 
und besonders g^Lr. Aehnlich wie an unserer Stelle, heisst es oben 8,14 CK>>Xn I fl>H I Q>N, 
wörtlich ebenso Os. 4 = B. M. 5, 10, dagegen Prid. X, 8: t]<»Ynifl>N ,ein [einziges] Mal 

im Jahre'. Eine andere Erklärung aus !S s. Z. M. G. 30,674. 



G2 



MoRDTMANN UND MüLLER. 



Z. 10. HVH0>^ I >i>l 1. Das ° des ersten Wortes ist in ein |~| eingezeichnet, so dass man 
auch n lesen kann; bei der Lückenhaftigkeit des Steines lässt sich nicht entscheiden, 
welche Lesung vorzuziehen sei. In der Uebersetzung ist i>) N ° 1 = otX*J wiedergegeben. 

[Der Dual HYH0>X findet sich auch Os. 14 _.. B. M. 15,4 HYH0>^ I HTfl ,zwischen 
diesen zwei Jahren'. 

Z. 13. QHTh. Der Zusammenhang: , Wohlsein, 11 fh, Fülle von Ansehen und Macht', 
zeigt, dass 11Th nicht wohl von jÜLä ,spolia' kommen kann, wie Z. M. G. 26,746 und 
30, ii8 erklärt wird. Eher dürfte wohl J^ä., Gegensatz von *j~>., (vgl. J^Lä. JLo ~ ^echt- 
massiges, wohlverdientes Gut) herbeizuziehen sein. Vgl. J^i. im Beduinen-Dialect ,Eigen- 

thum, Familie und Heerden', sJU* ,das Haus mit den Hausgeräthen'. Wetzstein, Sprach- 
liches aus den Zeltlagern der syrischen Wüste, 53. J. M.j 

Nr. 14. 

Länglicher Sandsteinblock M. 0,26 hoch, 0,76 lang; links abgebrochen, sonst voll- 
ständig. Buchstaben en relief. 

h^hl®V?Xh®inT> l T J ?li1>? i».----n*D]ittM ! inröi i arthrp i dt 

>g©y<D| ©n^v I HNdV® I °xn na-- - nann^ i fl^mm l ntrpn l pöm l pro 
go | cd v>|g><D | | ©uv>-iv 1 01 ■•'•Ii nrtriy I imrrn l Dtoyj I »msi i *\b 

,Janm Juharhib und seine Brüder Nascha'karib und .... Söhne Bata f und Hamdän 
haben erneuert und gegründet ihr Haus ... im Weichbilde ihrer Stadt Nä c it und haben 
es gestellt in den Schutz des Attar etc.' 

Eine Bauschrift wie die oben zu Nr. 3 besprochenen. 

Z. 1. Der Name £1>? kommt auch noch Nr. 32,6 und Z. M. G. 33 , 485, I vor. Hamdäni 
las den Namen in Musnads von Nä'it, Eaida und im Baun (Müller, Südar. Stud. 125. 129 f.), 
zusammen mit dem Namen der Bata'. Daraus ist dann der Name in die Genealogien 
eingetragen, die Hamdäni im Iklil giebt. Auch als geographischer Name kommt 
mehrfach vor. lieber nT>V? s. zu 8, is; ll^h^H ist, vielleicht identisch mit dem Urheber 
von Nr. 11. 

Trifft die Ergänzung von Z. 1/2 das Richtige, so ist der Ausdruck HHflV I °X(1 I °Hn 
wie arab. (jlj^ja ^1 £äj ^jI , d. h. ,Sohn des Bata', dann — in weiterer Reihenfolge — 
des Hamdän' zu fassen. In der That stimmt hiermit die Genealogie Hamdäni's, wie sie 
oben zu Nr. 11 mitgetheilt ist. 

Z. 2. ©n^V ist synonym mit ©SNTV Bekri 754: ^\ ^Lo ^ycä ^ yaS — v-«x&äI! 
Jojci! fö4> \$*> v^AäJ^ ^JLIjo {S *^s Uuj-öä ijjo Lo, ähnlich die Lexica, die noch einen 
Vers des Mutanabbi anführen : 

LaAÄS J,LJf Xjl/Op 4>l.£j 

Das Verbum kommt noch unten 31,7 und in der Seetzen'schen Inschrift von Zafär, 

Z. M. G. 31,89, vor; ein Subst. XIIS* Os. 20 — B. M. 27,2. Ein n. 1. ^iiil Hamdänt 124 . 
196 o., Iklil X, 66. 

Ueber H>g©V s. zu 31,4. 

Z. 3 ©VNSX Aehnlich in der Inschrift Z. M. G. 30, 675, wo man Z. 1 jetzt erkennt: 
HflMH l>X?o|©VN8>[© ®fl¥X?n |©?]hn I HI3?>H IdNh 1 H^«HN I ©HCfl 



Sabäische Denkmäler. 



63 



, Söhne Dü Nu man, Freunde der Dü Raimän bauten [den Tempel . .-. . und] weihten 
ihn dem 'Attär von Debän .... 

©VHS> = oder st\3j? 

' Nr. 15. 

Sandsteinblock 0,26 M. hoch, 0,67 lang, 0,09 dick, an allen Seiten abgebrochen. 

1 1 ho i n>fTi h i a>vnHh i //////////////////// 1 i nn i hu 
nn i öNh i HH^h i aNhx i © nn icirha^NorS^i n>^ 
ioivn im>n i >xs° i >n°®i n>nr i©flY?>n°©ii]i>ri i ht?a 

©I n>ri1h loflVflNh ! | o>x]^ | HNuV^icxn l^hn I I HY1 
.. lUYIHn IflHh I HH^Th lÖHhX l®hn I iJrhH^ N c rh® | n>rnh^h° i n> 5 
V///# I ©V1§h flrt« I ®V1X I Ii^cd | OoH>d I HTQrSTN I HU^Cl I HI1 1 
i la-oiya ! ipp3jsi I mabx i man« [i bmi I nartpian i p l p 

Pön I] p ! B^K I pttllK I D*WI1 i 1 33 I BOatiHJJOl 1 

] 1 *)bhz l ojhb l nnny: nayi 1 pan 1 lamasn 1 ana i jrrac 
nya 1 lprasli 1 anaS* : lanan* 1 bmi 1 nan 1 pam 1 yna 1 1:2 1 pb 
• • ■ • plan I p l d*tk l ptrnx 1 ansn 1 1:2 1 aoatzHPBi : a-owwi i anto 3 
13 n — i-i lrfcfM 1 bai 1 inbn 1 Sai i ajma 1 paan 1 ja^a l ja 1 

Die Grösse der Lücke zwischen je zwei Zeilen ergiebt sich aus einem Vergleich 
von Z. 1 und 4, in denen die Söhne des llikarib aufgeführt werden- demnach fehlen 
Z. 1 Ende ca. 10, Anfang Z. 2 drei Zeichen, darnach im Verhältniss in den übrigen 
Zeilen. 

In der Mitte von Z. 1 und 2 befindet sich eine Lücke, welche wie eine Rasur aus- 
sieht-, jedenfalls enthielt diese Stelle in der zweiten Zeile keine Buchstaben, höchstens 
ein Monogramm oder eine Verzierung, da die Hälften dieser Zeile genau an einander 
schliessen. Eine ähnliche Lücke findet sich Hai. 365, Z. 1. 

In der vierten Zeile wird durch den freien Raum nur der Anfang eines neuen Ab- 
satzes markirt, ähnlich wie durch den modernen Absatz. 

In der Inschrift Z. M. G. 30,675 III, werden Z. 4 und 5 durch ein en relief aus- 
gearbeitetes Wort unterbrochen. 

Uebersetzung. 

,. . . man b. Ham[dän schenkten, und es übernahmen in Besitz seine] Freunde, llikarib 
und seine Söhne [Ma'dikarib und Näscha']karib und Sa'dschams, Söhne Zu'd m , Häschiditen, 
Freunde der b. [Hamdän], Saihän, als ein Bim und ihre beiden Gelände Hubrän und Abr 
' Attär, als ein 0312 im Weichbild [der Stadt . . . lhän]. 

Die banü Bata r u Hamdän schenkten, und es erwarben die Nutzniessung ihre Freunde 
llikarib und [seine Söhne Ma c dika]rib und Naschikarib und Sa'dschams™, Söhne Zud m , 
Häschiditen, Freunde der b. Hamdän . . . dieses Gebietes, das Mirdä' heisst, mit seinen 
sämmtlichen und Tamarisken Palmschösslingen und . . . 

Offenbar eine Schenkungs- oder Lehensurkunde zwischen den b. Hamdän u Bata' 
und Angehörigen der Familie banü Zu'd. 

Ueber die Wohnsitze und Genealogie dieser Familie erfahren wir Näheres aus Ham- 
dän!, Iklil VIII, fol. 57: 



64 



MORDTMANN UND MüLLER. 



Daraus Bekri 190 s. v. Die Genealogie des Zu d b. Saif b. 'Amr b. Sabi c b. Sabu 
b. Sab b. Muävia b. Katir b. Mälik b. Guscham b. Häschid steht Iklil X, 21. Die 
Sa tdijün in Bait Zu d waren ein Zweig der b. Zu d, welche noch zur Zeit des Hamdäni 
dort lebten; unter den Nachkommen des Zu'd (die Iklil a. a. 0. und fol. 26 aufzählt) 
figurirt auch Zaid almalik, der Mörder des 'Alqama Du Qefän, und der Sohn Zu ds wird 
Ma'dikarib Marab genannt. Danach ist der verstümmelte Name des ersten Sohnes des 
llikarib Z. 1 und 4/5 ergänzt. 

In den ersten Zeiten der mohammedanischen Invasion Jemens wird die Familie Dü 
Züd noch genannt (Sprenger L. L. M. III, 546). 

Die Meinung Hamdäni's, dass himjarisch für Jo^ stände, ist übrigens unrichtig ; 
Jo\ wird in den Inschriften (wo es häufig vorkommt) tINTX geschrieben, ebenso IhNTX 

_ . Ju£ Jo^, X1H?X — oJf Joy Auch in den Genealogien wird Ju^ nie mit verwech- 
selt, und Sprenger, A. G. A. S. 220, hatte Unrecht in der Genealogie der Bata f Jo^ = ö^) 
zu setzen, während die angezogene Stelle des Hamdäni (cf. Müller, Südar. Stud. 126) 
nichts davon sagt. 

Andere Ableitungen der Wurzel NhX o\\ sind NhXh Hai. 48, 5. 91, i; HhX? Prid. IV, 1. 
Reh. VII, 1; NhX Prid. XV, 2; NhXllh oben Nr. 4,7. 

Das Missverständniss ist verursacht durch Weglassung des Hamza, ähnlich wie in 

r^ihh — u-ljä und h>hr J i = ^1;^- 

Z. 2. Die Ergänzung des Schlusses nach Z. 5 Ende. 
Z. 3. HTTA ist entschieden Ortsname. 

[Nach Hamdäni, Gazirat fol. 122 <>., ist es Name einer Landschaft und eines Fluss- 
es 

laufes am untern Laufe des ^Lg-w und im Sarät Gublän : Ue^^U jj^aä. iSy*» Lgj JüaJü ^ 

' C?)) u'" 5 ^* ? au^\JI ^+$? L^-Lä-wfj ^iy u } v^Fs4^ u**^ 

daselbst 128 . 

£1 'i+jij ij^-*^ iJU^ u^" ^ U*t^ JiU^j ,j^Äj^ ^Lci-c^ y***->^ <3> v3^-fr?j 

,in den Wadi Sahäm] ergiessen sich auf der linken Seite die Gewässer der Nordabhänge 
von Alhän und'Ischär und Buqlän, sowie der Nordabhänge von Anis und Saihän, ferner 
der Nordabhänge von Gublän, Raima etc.' Ein ^Lsua führt Hamdänt 181t,. an. Auch 

genealogisch stammt (jLsuo von Alhän ab. Vgl. Iklil X, 3 : 

, S ff- * * D. C 

*• su / SS 

'<j^S° v*""*s2 u*-^- ij^-";'} u';- • 

Dass dieses Saihän gemeint ist, geht aus dem Zusatz I HVIth I B>h1]0Xn hervor. Die 
Ergänzung scheint nach dem, was wir aus Gazirat wissen, nicht sehr gewagt. Das einzige 
Bedenken ist nur, dass 01X11 sonst nur vor H>~1V vorkommt, ein MY1h I H>~I l t j aber bis 
jetzt nicht nachgewiesen werden kann. Da die Bata r ihren Hauptsitz in Häz bei Sana 
hatten, so ist die Belehnung eines ihrer Clienten mit Saihän ein Beweis, dass ihre Herr- 
schaft sich weit hinein ins Land der Himjaren erstreckte. Solche Fälle kamen häufig vor 
und Hamdäni berichtet mehrfach, wie Hamdäniden sich in südlichen Gegenden fest- 
setzten und die Herrschaft an sich rissen. D. H. M.] 



Sabäische Denkmäler. 



65 



In den auf HTTA folgenden Worten wird das Lehen von ^Is^u« näher beschrieben: 

Ö~l>n ist wahrscheinlich durch oder ^-<^j wiederzugeben, obgleich der dritte Buch- 
stabe ein deutliches ~] — b ist; denn J^j (bez. Jj) sind im Semitischen ganz unerträg- 
liche und undenkbare Wurzeln. Das Wort Tzopyoc,, von dem das arabische ,burg' abgeleitet 
ist, war in Syrien schon früh im Gebrauch, um ein Fort zu bezeichnen und ist, wie 
Castrum = ^a3, ins Syrische und Arabische übergegangen (s. Z. M. G. 29 , 426); freilich, 
von der syrischen Militärgrenze bis nach Jemen ist es noch recht weit, und die zuerst 
Z. M. G. 30,688 vorgeschlagene Erklärung des davon abgeleiteten Verbums ~l>n : 
,mit einem bürg versehen', ist nur ein Nothbehelf. 

>X8°l>f> eine Ortsbezeichnung, wie Hai. 149, i. 157, i: >XS°l1Yh; >X3°H 190, i; das 
folgende H>[~1T wird wohl = ^y^- sein, ein Name, den Ibn Duraid neben ^Ix^ und 
^jl^JL nennt (Kitäb al-Is r tiqäq ed. W^üstenfeld, S. 256). 

Z. 4. Die beiden Zeitwörter >tN und 1TH haben wir schon in der Bedeutung , schenken' 
kennen gelernt; hier stehen sie zusammen, wie in der merkwürdigen Inschrift Os. 
35 = B. M. 33,6: QXITH® I Hh^X® ,Geschenk und Verleihung'. 1TH muss jedoch eine specielle 

Bedeutung gehabt haben; an unserer Stelle ist HhX I ^ h !~l Subject dazu. [Vielleicht ist 
zu vocalisiren, und bedeutet es ,belehnen mit' ; kJL^' ar. , Mitgift'. J. M.] 

Z. 6. Hfl£f] Status demonstr. sing, des häufigen Xfl?£fl, oder XlBfl (s. zu Nr. IV, 7), 
wovon dual stat. dem. HYH£!££I, Os. 4nß. M. V, 12 ist. Der Zusatz, ,sammt allen seinen 
Tamarisken und Palmenschosslingen', zeigt, dass ein Landgut oder Aehnliches be- 
zeichnet. [Da himjarisch df^ so ziemlich hebräisch D^ttf entspricht, so dürfte I]£t] = ^Li^o 
eigentlich den Ort, wo man setzt, anordnet, herrscht, bezeichnen, also Herrschaft, 
Gebiet. J. M.] 

Ueber 18h = Jül, hebr. T>tt?X, Tamariske, die besonders häufig bei Ma'rib vorkommt, 
vgl. Müller, Burgen II, 958; 1X nar. JU, welches Muhit folgendermassen erklärt: 

£ IPjiuJ ^ÜLo ^x» (jöj^l ^yo *k&> ^ J.^\J! ^* j' Lgj^.A«i^ J-^äJt ^ÜLo JUuI 

— ST ü 

Der Ausdruck: fl°>l>tl I ht^rSTH I Hfl^H ,das Gebiet, das Mirda genannt wird : : ^3 
^1*0, erinnert an Fr. XL, 2 : 

IfloHTH I Hh?tlrhT I ?1h I HXini® I HXTI1 

,das Haus und der . . . (bna?) ^jJI, welche Du Jun im genannt werden'. Diese 

Parallelstelle bestätigt die Erklärung von H£l££l. 

£]°>|>j] ist, Hai. 596 (Hizmet Abu Taour), der Name eines 0-0 im Bezirke der Stadt 
flXTHt!, welches von dem unserigen verschieden ist; vgl. von derselben Wurzel die Eigen- 
namen °>l> Hai. 237 535,2/5 und die bekannte Stadt in Südjemen. 

Nr. 16. 

Miniaturaltar aus Sandstein, Höhe M. 0,26, Breite der Vorderseite 0,17, der schmalen 
Seite 0,15. 

VHXmUriiaxah mimi ddöotiök 

44 «l>XMX?W IH> pö 1 mhy 1 mpn 1 p 

0Xtj°H I ©tlVH^rSI I onöw Möm^D 1 ? 1 • 

Denkschriften <Jer phil.-hist. Öl. XXXIII. Bd. i 



Gß 



MoRDTMANN UND MÜLLER. 



,Arnatsohanis, Angehörige der Wahrän, hat dem Attär von M. q. h [dieses] geweiht, 
auf dass er sie beglücke mit Wohlergehen und gesunden Kindern.' 

Die Schrift ist undeutlich, namentlich ist Z. 2 Ende und Z. 3 Anfang weder im 
Original noch im Abklatsch zu entziffern. Das Zeichen zu Anfang Z. 3 schien Rest eines 
V bez. Y, nicht h, so dass hier ein Ortsname vorliegt; andernfalls könnte man H [> CD] 4> tl 
, diesen Raucher altar', (cf. Reh. XI, 7 und 9, Burgen II, 29) vermuthen. 

Im Uebrigen erinnert dies kleine Denkmal an die Steinpyramide des British Museum, 
Prid. VI Z. M. G. XXVI, 431 Nr. IX, mit der Aufschrift: 

®f]W?0<Di • • • I Hh?4 1 ®YY1h I X?H*Y I fl>0XY I Hfl I XOh I MAh 
,Ammattun, Dienerin der b. Hazfar, hat dies dargebracht ihrem Gotte Qainän zu 
ihrem Wohlergehen. 

Z. 1. Der Name flrSQ^Xflh ~ ä-cl, wie in der eben angeführten Inschrift h^flh 

— h©g kx>l, ,I)ienerin des W (cf. Z. M. G. 31,86) und >~]YXflh, oben O. M. 4,5. 

H> l t j<d I XH Diese Familie auch Os. 18 = B. M. 19,2 und n. Aehnliche Bezeichnung 
der Stammesangehörigkeit Os. 15 = B. M. 17: HHH° I XHI1 I Ü>IS>i] I XH I rnlWJflh, d. i.: Abi- 
malik von Martad, Tochter Ananän; Os. 22 = B. M. 24, i : I HX®>H I tH>H~M ?hn I XMlUfnlT 
IHThiH IHniXHn H. 1. k. von den b. Abd von Rautan, Tochter b. Da'jän; M>H IX N Os. 20 
z: B. M. 27,2. [In diesen Fällen wird durch XH die durch Heirat, Sclaverei oder sonst 
erworbene Zugehörigkeit zu einer Familie, durch X HH die natürliche Abstammung an- 
gezeigt, also z. B. Os. 15 Abimalik aus dem Stamme Ananän, aber mit einem Martha- 
diten verheiratet, etc. 

■Der obere Theil des Altares enthält auf der Vorderseite eine rohe Zeichnung, einen 
Stier- oder Antilopenkopf darstellend, rechts und links davon einen schmalen, verticalen, 
leiterähnlich in Fächer getheilten, ornamentalen Streifen. 

Die Antilope muss dem f Attär heilig gewesen sein. Auch die beiden Dedicationen 
an 'Attär von Debän, Z. M. G. XXX, 289 ff. (vgl. die Tafeln), und die beiden, derselben 
Gottheit geweihten Altäre — bez. Brunnen — O. M. 24 und Os. 30 — : B. M. 29. tragen 
dieses Emblem. Was den letzteren betrifft, so hat sich in der Abbildung bei Oslander, 
Taf. 27, der Antilopenkopf in eine Lotosblume verwandelt; aber die Beschreibung in 
der Ausgabe des British Museum sagt : ,the Ornament, or symbol, is not very clear, it 
may either be the head of a gazelle, with some object between the horns, or a flower like 
a tulipe'. Ueber die Gazellen des Zemzembrunnens, ist oben zu Nr. 1. geredet. Hamdäni 
sagt einmal in einer Stelle des Iklil, die mir Müller mitgetheilt hat, dass die Hamdän 
einen Stier angebetet. Der assyrische Cultus, mit seiner ausgebildeten Thiersymbolik, 
ist gewiss hier von Einfluss gewesen. J. M.] 

Nr. 17. 

Sandsteinplatte M. 0,25 hoch, 0,28 breit, links und unten abgebrochen ; Buchstaben 
en relief. 

Ycd l ooo^j^ | tK>°°H 1 ■ ■ • ""l I Pitt« I DB13 

HHUVI XV1h I H> • • <P») I pön I nnbx I p 
rioo^oo iHTHhr 1 ! 00 • • • 2TpH p«Dl 

x i anY> i °°nvx ••maamiiönn 

>1Y I XVQ I m ■ • *ian l nna l did 



Sabäische Denkmäler. 



67 



Diese Inschrift ist höchst merkwürdig. Es ist wohl dieselbe, welche vor einem Jahr- 
tausend die südarabischen Archäologen gelesen, und aus der sie allerlei genealogische 
Kunststücke fabricirt haben. Sie war aber, wie es scheint, zur Zeit des Hamdäni und 
seiner Gewährsmänner besser erhalten, als sie es jetzt ist. Müller, Südar. Stud. S. 130, hat 
die darauf bezughabenden Stellen des Iklil im Originale mitgetheilt. Wir geben sie hier 
in Uebersetzung und notiren zugleich die Varianten des Cod. Kremer. Die erste Stelle 
lautet : ,Und es zeugte Sohn des p.X& den jj^o (Var. 8j*a») und aLc^ (Var. aLc^) 

ihre Mutter ist iüJ.^, Tochter des y^Cr, Sohn des ^^yc, des ^uio, des ^L^, des ,jls-gi, 
des des <X?j, des des ,jlJ^; ferner den pju (oder ^j) J^l (Var. J^l) 

und j.Jüs| tX*Avl 5 ihre Mutter ist äyoj, Tochter des Jol^I, Sohnes des w^l, des y^jl, des 

des ^j!^.^, fünf Personen Söhne des ^j-Uj ^l^j, Sohnes des j^jL^p. Auf einem Musnad 
im Al-Baun heisst es: 

^iiX+s> \^.J! (Var. Jä^I) <J^t plu sy.^ ^jLo ^Ij.+j 

und in einem anderen 

An einer anderen Stelle erzählt Hamdäni a. a. 0. S. 131 : ,Auf einem von Nä'it 
oder Talfum gebrachten Stein, in der westlichen Mauer der Moschee von Raida, las ich 
folgendes Musnad : 

Die zuerst mitgetheilte Inschrift ist vermuthlich identisch mit der uns vorliegenden 

Tafel. Aus dem Original ist zu ersehen, dass oji statt f£j, und ^IcX+ä jLgJt 

statt jjItX^sß a^g-Jt gelesen werden muss, womit auch der göttlich verehrte König Hamdän 
beseitigt wird. Das p-y^ der zweiten Inschrift wird wohl — Q riT > sein; über ^f^+j 
^! ;r w — H>hrh I hn I H>HH der Broncetafel, ist Z. M. G. XXIX, a. a. O. das Nothwendige 
bemerkt worden. Andererseits ist es höchst wahrscheinlich, dass unsere Tafel auch oben 
abgebrochen ist und etwa die Worte «VHn® I [0?] H? I H > Ö H I H^ll oben, und Z. 1 nach 
Hamdäni 1f °°h I Öl 5 ]? zu ergänzen sind, doch ist das nicht sicher, da die Variante 

hat, beide Formen aber sonst unbekannt sind. 

Z. 1. d 0® H üui, als Hamdänischen Stamm, nennt Ibn Duraid, sonst ist es auch 
der eigentliche Name des ^LJUj } c> Z. M. G. XXIX, 622, auch im Iklil X, 73, kommt 

oy> vor: ^'7^ is** (f* , ^ 2ä? ) h 3 ^ uf?' aucn "^ en * Naouf * m ^> eren 

Gauf auf der Karte Halevy's. Ueber °o><ih v gl- Südar. Stud. 139, über fl>? Z. M. G. 
XXXIII, S. 485. 

Z. 2. I hMHY I XY1h I H> . . Es liegt nahe, wie im dritten Musnad des Hamdäni I °°HI~1 
IHHhrS zu ergänzen; aber in welchem Zusammenhange steht dann hNHV I XY1h '? Die 
Ilähat von Hamdän ist die Sonnengottheit. Die nun folgenden Eigennamen sind sämmt- 
lich sonst unbekannt, nur °>lh war aus Hai. 607, 1 (Gebel Siljäm) belegt; es ist gleich 

ja P 

in der oben angeführten Stelle des Hamdäni. Mit diesem ist Agra (so! ohne 

Artikel) b. Sudan (1. Surän) bei Sprenger, A. G. A. S. 221, identisch; von ihm ver- 
schieden ist al-Agra der letzte Tobba daselbst. [Wahrscheinlich ist Bekri 406, Ibn 
Duraid 253 £^t, resp. g^^f, für £<\=J und zu lesen. J. M.] 



MORDTMANN UND MüLLER. 



J)as darauf folgende ©V'f'X ist das Verb. fin. in einem schwer zu errathenden Sinne, 
womit V 1 ^ Nr. 31, zu vergleichen ist. Die Wurzel scheint V^®, und V^X die VIII. Form 
zu sein. [«V^X bedeutet wahrscheinlich ,bauen' ; vgl. ar. ^jJL'J. J. M.] 

HnY> I ®HVX[?n ,ihr Haus Rahab m '. Rahab" 1 , als Ortsnamen [als Name des Damm- 
baues, D. H. M.], aber verschieden von dem hier erwähnten, findet sich in den In- 
schriften des Dammes von Ma'rib Fr. 14. Hai. 673. 674. Bei den arabischen Geographen 
wird es nicht erwähnt; denn die, Z. M. G. XXIX, 602, angeführte Stelle des Neschwän ist 

verwirrt, und dort wahrscheinlich für zu lesen, da die Erklärung sich nur auf 

ersteres bezieht und im Iklil unter den Nachkommen des v^aäjI kein ^ vorkommt; 
ebenso kennt Ibn Duraid einen Arhab, p. 256. Dagegen findet sich auf der Karte Niebuhr's 
Rahab, im Bezirk von Daiban ~— (J^j6, und das dürfte mit dem unserigen identisch sein. 

Die letzte Zeile, deren Lesung übrigens nicht ganz sicher ist, zu erklären ist uns 
nicht gelungen. 

Nr. 18. 

Länglicher Sandsteinblock M. 0,70 lang, 0,22 hoch; Dicke 0,14 — 0,18. Unten 
vollständig. 

//////////////////nihx i «uvu?* \mn*\ »hm i ////////////////////////// 
Ä/hx i i°n i >xs° i mn° i ox>n i xi°n i ^nvrht] * i öMn© i ®nmn 
//<» i nnfflTM i un® i turin® i ®™ih i U4»nn© i wi i i°n i >xs° i n 
//(/* i ?a> i obh i nn i tum i rrihx® i i >xs° i ®dVh>uh i h>h/// 

an l i *mhy I opam l omn i rhyz i idhdü^ l opöai l lörrm 
S n I ptorn i d*ti i opösi I lnpi&K I Qp£3i i pöa l 1 nnnj? 1 Dpöüi 
d«:]w I "stan I p£j 1 p l Dön I nbxm .jpitp nnrip I lbhittöft I pb%? 

,. . . Du Na it m und bei der Macht ihres Patrons des Ta lab [Rijäm™] . . . und bei ihrem 
Stamme und bei der Macht ihrer Sonne, der Herrin von B. r. t m und bei der Macht des 
'Attar, Herrn von Ta' . . ., und bei der Macht des Attär, Herrn von Gumdän, und bei der 
Macht des Almaqhu und bei der Macht des Wadd™ von Hatbän; und mögen 'Attar Scharqan 
und Ta'lab Rijäm™ ihre Herren vor Demüthigung und Bedrängniss des Hassers bewahren'. 

Die Lücke zwischen je zwei Zeilen kann nicht erheblich sein. Z. 1 Ende Otmi], Z. 3 
Ende, fehlt nur 1]®, Z. 4 Anfang H > tl [ N ? und zu Ende der Zeile QhH]£. Dagegen ist das 
Ganze nur der aus Anrufungen bestehende Schluss einer längeren Inschrift, über die 
sich nur so viel vermuthen lässt, dass es eine Bauinschrift war. 

Ueber die berühmte Burg Nä'it, die hier zum ersten Male in den Inschriften er- 
scheint, hat Sprenger, A. G. A. 293, aus dem Iklil eine wichtige Stelle mitgetheilt. 
Jäqüt hatte von der Lage Na its eine irrige Anschauung, da er es (IV, 731) in die Nähe 

von 'Aden (^Jki osi') versetzt; richtiger ist schon die weitere Bemerkung, dass die Burg 
Nä'it auf zwei Bergen der Hamdän liege. Auf einem Stein der Burg will Wahb (Ibn 
Munabbih) gelesen haben : , Diese Burg ist erbaut worden im Jahre unseres Auszuges 
aus Aegypten', d. h. — wie er erklärend hinzufügt, vor mehr als 1600 Jahren. Die 
Notizen Bekri 198. 220, stammen aus dem Iklil 1 . 



1 [Die Beschreibung Na'il.s nach dem Iklil und weitere Nachrichten darüber werden im dritten Hefte der , Hurgen und 
Schlösser Südarabiens' gegeben werden. D. H. M.] 



Sabäische Denkmäler. 



69 



Zu dem häufig wiederkehrenden Ausdruck I tttHII vgl. Os. 16 =£ B. M. 20,6: I ©HOT® 
I Wlh I dW;; Os. 20 = B. M. 27, 9 : H>TN I V'^1h 1 1?^® | U'^fl; Os. 26 t± B. M. 22, 7 : 1 oHCT© 
VWlh I tWtl® li? 1 ^ - Hai. 686,4 zzPraet., Z. M. G. XXVI, 417: Y$l]1h I tKUn. 

Das Wort wird auch von Menschen gebraucht Nr. 20,3/4 ®[£IY]h>£lh I h»l>® I iNdn® 
und in der viel berufenen Phrase I flittfl© I flHHh I ?>!>, es bedeutete ursprünglich ,Sitz, 
Stellung' und dann , Ansehen, Macht'. 

Z. 2. ®HY?Yn — f^Äsi ,bei ihrem Stamme', wie «HVri ^!! ; das bekannte arabische 
Wort Jl~>. kommt nur hier und weiter unten vor. 

©HVrSl]^ ,bei ihrer Sonne', d. h. bei der von ihnen besonders verehrten Sonnen- 
gottheit, wie Os. 31 = B. M. 32 2 H>BT1 1 X1°n I OHX I «QVrS^. Es ist merkwürdig und 
für den sabäischen Sonnencultus charakteristisch, dass unter allen Gottheiten nur urS£l£ 
direct mit dem Suff, verbunden wird ; [es zeigt, dass das Wort aufgehört hat n. pr. zu 
sein und so viel wie XT1h bedeutet, ähnlich lstar im Assyrischen. J. M.] 

HX^n als n. 1. nicht bekannt, ist gewiss nur der Name des Tempels etwa tjz; ä^j oder 

cyljli , Frömmigkeit'. Auch das darauffolgende HHtll ist nicht zu belegen; ^ItX^L, ein Ort 

in Nordarabien, unweit al-Madina, gehört natürlich nicht hierher. An das berühmte ^iJ^Ü 
zu denken verbieten die lautlichen Verhältnisse. 

• • hX I 1°n I >XS° Schade, dass dieser Name abgebrochen ist! Es liegt sehr nahe f~l1JhX 
zu ergänzen. Wir würden dann unsere Vermuthung, dass IllhX ein (vielleicht dem Attär 
geweihter) Baum sei, bestätigt finden. 

H>|® der zweite Gott in der minäischen Götter-Trias, ist bis jetzt in den sabäischen 
Inschriften im engeren Sinne nicht constatirt. Ganz vereinzelt sind die Dedicationen, 
Hai. 614 (Dj. Silyäm) und 582 (Negrän) ; auch die Amränischen Tafeln kennen ihn 
nicht. Die Namen IN^HII, Hai. 577, 1.2 (Beräqisch), N^N ^, H. 221,2 (Main), kommen 
nur in minäischen Inschriften vor, rihN aber nur in Inschriften von Negrän (Hai. 584 ff.), 
in der zweiten von Bombay und der Inschrift von Kaukabän (Hai. 686) vor. Nach der 
Ueberlieferung des Hamdänl, Iklll X, 45, heisst der Sohn des Wädfa (oder: Wäda'a), 

einer Unterabtheilung der Häschid, 5.txle. Es ist also eine Hauptgottheit der Minäer 
aber auch bei den Hamdän und den nördlichen Stämmen verehrt. Der Votivelephant, 
Prid. XII, stammt vermuthlich auch nicht aus Ma rib. 

Was nun HIlfDTH betrifft, so ist es wahrscheinlich eine Oertlichkeit im al-Baun. 
Hamdänt, Iklil X, 31 ff., gibt die Genealogie der o»Ui! (b. 'Abdallah b. Katlr b. 

Mälik b. Guscham b. Häschid) und sagt: ÜisU* Joo JJ^Ij ^.y x ojliU ^ cU*? <^-Vj 

",j^.Jü ^isU* (^äj (j-^wo ^iaj ^sb^\ daselbst weiter unten: o>l=U ^ <^V; 

,Ojä.!j Ij^jb 5 ein anderer Sohn des o^lill hiess ^JCJoa ; nach ihm ist das W. Asumän im 

Lande der Häschid benannt. Wir stehen nicht an, die ojliM und o^iJ mit den 
I 0>^h I ?Hn auf der Broncetafel von A.mrän (das auch in al-Baun liegt), Os. 8 — B. 
M. 11, 1. 12, und unser Hfl [DT mit dem ^kL*. i jlsy im al-Baun zu identificiren. 

Sehr selten wird Wadd™ in Verbindung mit irgend einer Localität genannt. Anzu- 
führen ist nur Hai. 208,2, I HIHr 2 . I ^IzLo ü> ; Wadd von Sanqän und 504,4 I H>V£ I UN®, 
.W. von Schahrän'. Es ist jedoch eine andere Auffassung dieser Stellen möglich. 



70 



MORDTMANN UND MüLLER. 



Z. 4. I H>0M? I 1® ,und es mögen schützen' von der Wurzel ^x> j> ; auch Z. M. G. XXX, 
673 Nr. 10 zum Schluss heisst es: I V^fllh I H>0H? 11® ,es möge sie Almaqah schützen'. 
In dunklem Zusammenhang Hai. 259, i. 

Nr. 19. 

Fragment eines Sandsteinblockes 0,25 hoch, 0,34 breit und 0,07 dick. Links un- 
beschädigt. 

n<mnffl°HlH>l l r l Hl®r] L r i n°£ zph\ dioj» i parn I lönap» 

° I Xtl>T I H^hH I H»[> I ?H?hS V l nann i "imn I p-Qi I ■•ran 

10rf I Cim^H I H>1TH I »UVri *« I H ^ ' l pJni l narnjwi I j 

1 1] AT ! Irn I Hn I °X> I HAT® I I Q^n ! Sa I p i ymi ! oacm I 

5 T I X>hrS I ®h0 I flffl n l m«D i iks ■ Dtötpa 

1 H>tfHX I päan 

Der ursprüngliche Sinn dieser Inschrift lässt sich kaum errathen. In der ersten 
und dritten Zeile stehen die Worte ,und ihr Stamm von der Stadt Na it ra '. Am Ende der 
Zeile 1. ist vielleicht 1] PI 4» 1 ,weil' zu ergänzen, wie Os. 7 = B. M. XIV, 3 etc. 

Z. 2 schliesst: ° I Xfl>T I H^hM , welches er genommen hat als Heiligthum des f A[ttar'(?) 
Xfl>T in der Bedeutung ,Heiligthum' ist durch Z. M. G. XXIX 591 I, 3 gesichert und 
kommt so auch Hai. 176,2 und Fr. 9,2 vor. Was bedeutet aber das vorhergehende I?h?h2 
IH^n®? Wenn die Inschrift, was nicht unmöglich ist, von dem Bau eines Tempels und 
den dazu gehörigen Ländereien handelt, so könnten die beiden Wörter bestimmte Loca- 

litäten bezeichnen. ?H?H§ kann auch Zahlwort = ,j4^>t sein, wobei aber die Schreibweise 

fplene) auffallen muss. Dabei darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass das letzte Zeichen 
in ?HTHS weder ein V noch ein ? ist, da beide Buchstaben in dieser Inschrift anders 
aussehen; es kann möglicherweise ein falsch eingehauener Buchstabe sein, den man nicht 
getilgt hat. 10fi auch Z. M. G. 33, 490, VII, Z. 6. 

Z. 4. Vollends dunkel ist diese Zeile I HAT I Irn I Hfl I °X~> I HAT ®. Da weiter unten 

Nr. 31,8 05 d V£l AT vorkommt, so ist auch hier und nicht die Wurzel, aber die 

Bedeutung ist hier wie dort dunkel. Im Arabischen hat VIII die Bedeutung des 

Abbrechens aus der so vielen mit uas> beginnenden Wurzeln eigentümlichen Grund- 
bedeutung , schneiden, abtrennen' entwickelt, womit °X~I übereinstimmt, so dass der 

ganze Ausdruck arabisch etwa lauten würde: ^ -Js (j-i p^*)- ^ n arab. ^y^. 

Onyx, dessen Fundorte in Südarabien Hamdäni aufzählt, und in HAT ijoa, das die ara- 
bischen Lexica durch Jp wiedergeben, erkennen zu wollen, wäre mehr als gewagt. 

Z. 5. TIX>hAI®h0ltl[I][°H ,Nfiit ra oder Sarat'. Zu X>hA vgl. HX>hA Hai. 353,7 und 
B>M>hrS 385,5-, Hhd§ I >hrS 412,5. Üeber h>tfhX s. zu O. M. 21,5. 



Nr. 20. 

Grosser Sandsteinblock, M. 0,28 — 30 hoch, 1,06 breit und 0,13 dick (an der linken 



Kante gemessen). An allen Seiten vollständig. .Rechts das Zeichen 




Sabäische Denkmäler. 



71 



®hn nhn> um*® i i ®Y^h® i n^mih i H]n>*° i ®VHn • • • 
s°n i h°o? i »övx?n i h><^v® i h>s®v® i ®h>n i h>hrs i nn i n>ih i h>h® 
>nh i hN><D i ata i n® \üw°n i xwn® i qtht ixHn©iv^ih®irsnv©i>x 
°^ i xa?*a i nM i H////rS i ?mi i ö>i[h]® i iW//i ®yhi> i xho]®y i o^vh 

m ! b»on i drroi i sin ! l.nmi l Zitate I |ü^py ! inan ■ • • 

nsn I i i&nn n n I pprcm i pnini i i*nn l p«D i p i tn* l p*i 
nx:« ! «*ni i opö l dl l D3157S i nnm ! nun nnm I npdbxi i onm l nn 
i narpia i di ! jhxlc I ^d i D^axi I. dp - • l irom i nhyteiin l )nn& 

1? ... .. . und seine Söhne 'Aqrabän Atwad und sein Bruder Taub und Scharh und Ribbll, 

Söhne Wa'rän, Freunde der Söhne Surän, haben gebaut, geebnet und bedacht ihr Haus 
Jaf an, im Namen des c Attar und Höbas und 'Almaqah und im Schutze der Dät-Hirnaj™ 
und der Dät-Ba' dän m und mit der Macht und Hilfe ihrer Herren, Haufa'att und seiner 
Söhne, . . und 'Agram [oder: Agr m ,] der Söhne Su räns und durch die Macht der Genossen'. 

Offenbar Weihinschrift eines Tempels oder Schlosses Jaf'än, welches Angehörige der 
Familie Su rän erbaut haben. Hamdäni führt im Iklil Inschriften an, welche von Mitglie- 
dern derselben Familie herrühren, und giebt anderwärts Genealogien, die auf Inschriften 
zurückgehen, welche dieser eifrige Archäologe gelesen hatte (Müller, Südar. Stud. 131 und 
Burgen II, 54). Aus Hamdäni und der grossen Broncetafel von Haida (Z. M. G. 29,599) 
wissen wir, dass die Familie Surän dem Stamme Bakll angehört; damit stimmt auch, 
dass auf unserer Inschrift nicht Ta'lab (die Gottheit der Häschid), sondern Almaqah, wie 
auf den Inschriften von r Amrän, erscheint. Ibn Doraid S. 256 nennt unter den Stämmen 

der Hamdän: ^1^^ yXs ^U^o [vgl. H>|~1T 15,3] und ^ [lies: 

Von den Eigennamen der ersten Zeile ist I H^dlth] I [hn]> < ! >0 , dessen Lesung zwar nicht 
ganz sicher steht, aber höchst wahrscheinlich ist, sehr merkwürdig zzzo^oS ^U*ä£, der männ- 
liche Scorpion des Berges. [Vgl. 'Axpaßavo? in der griechischen Inschrift des Hauran. J. M.] 

als n. pl. fem. führt Ibn Doraid 316 an; an der Südgrenze von Palästina kommt 
ein Ort d^npy nbgö ,Anhöhe der Scorpione' vor. Weder XX?k° noch H^ffl ist uns sonst aus 
den Inschriften bekannt, dagegen erzählt Hamdäni im Gazirat (Müller, Südar. Stud. 131), 
dass er in einer Inschrift in Michläf Ma'din folgende Stelle las: 

a^m® i xhyx i ivh i öhtihUH i n?>ri i hu 

,. . . man kuraib du-Madin m , die Leute des Tihämat und des Taud m ', d. h. des Tief- 
landes an der Küste und auf dem Hochlande. XHYX kommt noch in der zweiten Inschrift 
von Reh. Z. 8 vor: I XHVX I ?1° I hütrh ,er zog gegen Tihämat', und Reh. III, Z. 3., 6. 
Zu öyia ist noch Jäqtit III, 565 s. v. zu vergleichen: 

Die Verbindung t] N c □ CD I XtlYX macht es sehr wahrscheinlich, dass das ^♦aJI sf^-w in 
der alten Sprache öyie hiess. öy\o ^1 führt auch Hamdäni im Gazirat 125 u. an. 

n®2 scheint eine Abkürzung zu sein von 1hn°S, Os. 18 — B. M. XIX, 1 und Hai. 485, i 

wahrscheinlich '— J| <«jtp' ,Lohn Gottes' oder J£ CSy,$] die Wurzel fl^S ist in den Inschriften 



72 



MOBDTMANN UND MÜLLER. 



häufig. Vgl. auch und ^1^' Wüstenfeld, Reg. S. 452; ein wird im Gazirat 

192 im Lande der Hamdän, unweit Chamir, angeführt. 

flt^ kommt auch auf einem Musnad vor, das zu Hamdäni's Zeiten sich in der 
Moscheemauer von Chaiwän befand ; es begann : 

Der Trennungsstrich ist hier durch Lo wiedergegeben (Anders Müller, Südar. Stud. 28). 
Neschwän s. v. ^a. d^-U Es kann möglicherweise auch ^\y^ gelesen werden; 

die ^IskL^ä führt Gazirat 122 o. und öfters an. Von dieser Wurzel kommen noch die 
n. pr. 1hY>*, 1hT>^?, Y>*1h, 1hnT>^ vor. 

1hl~l> aus Jl + v; 5 wie Ör t id^n>, ob. 2 a ,s. Vgl. auch noNl> Hai. 269 und H>rShn> 
Hai. 639,i. Ibn Habib kennt einen Ijäditen JuS* und einen Mann aus dem Stamme p\d<L 

desselben Namens ; einen dritten führt der Qämfis an, der die Aussprache Ribbil ^jJC^ 
sJojj ausdrücklich vorschreibt. Die arabische Form scheint nur ein pedantischer Versuch 

zu sein, ein gutes nämlich Ju*i herzustellen, griechisch PdßßiXo?, 'PdßßrjXog. 

Z. 2. H>h CD hier zum ersten Male. Vgl. ääU) l^tj »vis 

h°0? ist Name einer Ortschaft in den Inschriften von Ma'in (Hai. 206) und Baräqisch 
(Hai. 477,2. 520,2.15 529, i. 535, i. 564,2. 567, mit der das hier genannte nur den Namen 

nach identisch sein dürfte. Vgl. Jäqüt s. v. iojLci^f jUj» Jus» ^ (j-^s'W ^j-^> ^j^J- 

Z. 3. orlVh^h I hN><i> I fltfln ähnlich zu Ende von Fr. III: h W> I hNXl - I H>teY« I ®h>n, 
was man schon längst richtig übersetzt hat : ,mit Hilfe der barmherzigen Götter'. Hier 
ist der Bau durch die Hilfe der menschlichen Herren, der Qail, vermuthlich von Bakil 
aus der Familie Surän. 

Z. 4. Q>~lh — oder ^s»| zu lesen. Man liest zwar gewöhnlich 3>1h ~ j»!^ Jot ; 
Hai. 169,i. 346,8 hat U>1h, dagegen 62, is H>l[h ; Reh. VI, 7 und 11 eher H>lh als Q>1h. 
Gegen letzteren Namen haben wir das Bedenken: 1. dass sonst keine mit H> zusammen- 
gesetzte n. pr. sich finden; 2. das die Wurzel die man darin vermuthet, in den 
mit ihr zusammengesetzten Eigennamen sich !]?> schreibt. 

Die Schlussworte I XCIT^Cl I sind unsicher, aber kaum anders zu lesen. Wir 
übersetzen zweifelnd ,mit der Macht des Gefährten'. Vgl. Os. 8 — B. M. XI, 7 

®uYh>f]i°<^is>rihiitfn 

,auf allen llecreszügen der Gefährten ihres Herrn. Vgl. auch noch Os. 20 zz B. M. XXVII; 
anderwärts dagegen ist es sicher Priester (aeth. i*»fl»«0 : opfern) zu übersetzen. Der Plur. 
X d ? 4* Q zeigt, dass auch wahrscheinlich Mehrzahl ist. 

Nr. 21. 



Drei zusammengehörige Fragmente. Dicke circa 0,12 M. ; Länge der beiden grossen 
zusammen 0,87, Höhe 0,20. 



Sabäische Denkmäler. 73 

i^////////////////// ^ ///'// ü ° ^ i ^/.Y:////////////////// h ? x t-i i n ° i mm i mwntiiiiii/iHiiiiin/ii 
ö>^h i h?o®?i v] x^>n / ////®ha[v]xni i HH®rtn i ™ih i hh^ i uthsw]////^// 
n> I £ 1 iiohii>i°n^ii]?i] L f j aiHn^^ihgiih<>ia?i]Ti3nh<i'i<i'V®HoiH?oa>?iiHxi<>-.. i hx^>nn h 

Or^McH^hniamnrhiTr 1 !!]^! ®ko ia?B>ir i 1 t!^iH>f^H?[i<>[Hicihna-.n>i^?H®ihxti^ 

n l ? ////////// tp ///// asw l p//fl///lll/l/l/l/i/i/li^r\ü i w I w l an« 
DnTiw i psv6 ! iönrd"D ■ • 1 1 itttnlmS l piirt l npüb* i jöjn i o^h h 
anac I bsx ; nyai ! d^öh» i prcp p I bsa : D^nns Sai l namas I fäfb \ jrbs /////Uli \ fronab l | 
I n&'in l p ! anaax I p I btfrri i *prn I tos 1 ! I nma I pm i p i jiai i ltnötfa ! pSnn^S 
dds l inxb l disdd i ^Disn i iks i ffän i döpi l par I I fbaa l böüfl^iiini i p&a 

Die Inschrift ist oben abgebrochen; es sind noch Reste von Buchstaben über der 
ersten Zeile sichtbar. Sie ist ein HOX® [wie aus Z. 4 zu ersehen ist], dessen Bedeutung 
sich aber nicht mit Sicherheit bestimmen lässt, obwohl es noch an zwei Stellen vor- 
kommt. Wahrscheinlich bedeutet HOX® Schenkungsurkunde oder etwas Aehnliches ; denn 

Os. 35 B. M. 33, wo es Z. 4 heisst: HQX® I h 1=1 11 1 HHTO^XrhTI ,damit sie unverletzt erhalten 

werden durch dieses hOX ', handelt ohne Zweifel von Privilegien oder Schenkungen, 
welche die Könige von Saba' den Fürsten von Bakil verliehen haben (T^^); Z. 6 da- 
selbststeht |CI0X[® neben flXITh I UH^M, mit denen es also synonym zu sein scheint. 

Der Schriftcharakter unseres Denkmals ist dem der Stele von Ma'rib auffallend 
ähnlich •, sie können der Zeit nach auch nicht sehr fern von einander sein. In der zweiten 
Stelle, wo das Wort HOX® vorkommt (Hai. 361, i), ist die Rede von ,Ländereien, Palmen- 
pflanzungen, Weingärten, Wasserleitungen und Reservoiren, welche man erworben und in 
Besitz genommen hat etc.', 1 wahrscheinlich in Folge einer Schenkung. 

Z. 1. Der Stamm oder die Familie H?hSt=j ist sonst unbekannt. Zu vergleichen ist Hai. 
243,8: Hrnllh I HI1 I wo ebenfalls die Wurzel ?H§ zu erkennen ist. ^jjüj heisst der Berg 

von Nait, nach Bekri 220; die Hds. des Iklil haben jedoch ( jjJb. Die Lesung des zweiten 

Eigennamens tH?Xh — du^t ist nicht ganz sicher. 

Z. 2. I V4>H1h I Hd°^. Ein Wort HH° findet sich Fr. XL, 4: XT*rf I ?HI1 I HiH. Nach 
Bekri 672 bedeutet jj^+a im Dialect von Jemen die Ebene J^£*JI, aber das fördert nicht 

sehr das Verständniss der Stelle. [Vielleicht ist HU° Verbum ~ das im Arabischen 

~ pls! ,verweilen' bedeutet; hier kann es also heissen ,und es verweilte Almaqah' oder 
~ ,und er Hess verweilen, setzte ein den Almaqah' (als Patron?), wozu man Fr. XL, 2 : 
tlXITHfl lhh£]£l X? «Jlsso ^ä+aäj vergleichen kann, das aber ebenfalls sehr dunkel ist. 
Ebenso möglich ist es aber auch, dass in eine andere Wurzel steckt. D. H. M.] 

I ®H L T J Xrn>f1 I • • ® I ©UMXm lhh®fi?1 ,dass er sei ihrem Hause und ... ihrem Wasser- 
teiche', d. h. dass er ihrem Hause als Schutzpatron angehöre. 

hXfn>m IHCl>^h IH?0?1 ,dass er wohl erhalte die HQ>^h zu ihrem Wasserteiche'. 

XriMI = *5^>, hebr. na^a, findet sich bereits Prid. l,i. Hai. 86; H?0®? ist Imper- 
fectum II von ?0® = ^^J; vgl. Hai. 51, iö: axn®Sh® I flXilh* I H?<W1r1. (Vgl. auch 
Hai. 152,9) HXn^Sh, an der ersten Stelle bedeutet wahrscheinlich soviel wie arabisch 

1 361 und 362 scheinen zwei Fragmente einer Inschrift zu sein. 
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. k 



74 



MORDTMANN UND MüLLER. 



s^Uöo einen Behälter oder Ort, wo das Wasser zusammenfliesst, auch Hh£ und HXflh£, steht 
in irgend einer Verbindung mit Wasserleitungen oder Reservoiren. Vgl. Hai. 252,3 ff. 

rilWri l1l?[0©HHrf>nHH 
I <^>nn I drhVCl i nh^h® 

iyi>n°niwn] 

, . der Wasserteiche (d^L*) und er füllte reichlich die Wasserbehälter (vgl. juj'L« ?) . . 
und die Ülh£h ihres Wassers (sLo) durch ein Gewitter, das aufleuchtete an seinem Gelände'. 

Auch Hai. 240,iö. 361, i steht es neben , Brunnen' und ,Wasserbehälter'. 

H£l>£h sind möglicherweise auch Wasserkanäle zu übersetzen. Vgl. MuMt s. v. R«L *j*cdl 
^.isyJ! ^J^* <-Mj ^äxJI und den bekannten Gebrauch bei geographischen Bezeichnungen. 

Z. S heisst es I flTflTfl Mfn® I ®V®H0 I H?0®?1 ,dass er wohl erhalte seinen ®H0, und das 
ganze heilige Gebiet'. Ueber X^HQ wird zu Nr. 23 ff. das Nöthige beigebracht werden. 
Zu flTUTl] vgl. Iklü X (Müller, Südar. Stud. 125): 

» . . * p 

Die Lesung U<? und jüjju finden wir im Cod. Kremer bestätigt; RjJt führt Hamdäni 

im Gazirat 145 als Ort in al-Baun an. In U-s? ~ ^ (mahmaj 1111 ) ist unser QTUTtl zu er- 
kennen, das Gebiet, welches im Schutze des Tempels steht. 

H?I]T£I I hl"!^ I HS 1 1h0 I kann im Zusammenhange kaum anders bedeuten als: ,und 
denjenigen, der Qaschibän zu einem t£[j,£Voc; machte'. 1h als Pron. rel. ist bekannt. Vgl. 
Reh. I. IV. V, 7: IhrhV 1 1h und Hai. 345, s: IhriVH ; Z. M. G. XXX, S. 675 Nr. 3, s: 1hh I 1h0. 

mn^^ als nom. loci kennen wir aus den arabischen Geographen; es ist — ^jyäJiJf. 

Zu erklären bleibt nur das Wort HS, dessen Bestimmung aber, trotzdem es sehr 
häufig in den Inschriften wiederkehrt, äusserst schwierig ist. Es kommt an folgenden 
Stellen vor: 

Prid. XVIII Ö>°f> I flrSHh I HhürSH I °?V I HS 1 1h®; 

Fr. LI1I ™ihlO>ÄI1filHr]IH^h>V<»IH1X°VIHSI1h®; 

Hai. 362,i ff. HhHhl1^m>°l1h®IHS; 

Hai. 256 °>B IHS I N° I Vflh ISHh ,sechs Ellen bis...' 

[Hai. 453,3 H)[EI]IHS11 l-X lrh)hn ,seinen Brunnen T. das HS der Cisterne T. .' J. M.] 
Hai. 199 (auf der Mauer von Ma'in in der Nähe des westlichen Thores): ,'A.lman 
etc. weihte . . . irgend ein Bauwerk, dessen Länge] 47 Ellen und dessen Breite (lies 
rSB>°®) 17 Ellen und [dessen Tiefe oder Höhe? 47 I]>n?,h war']. 

®YI=I I X)rn£l 1 1°1 1 HHS I Hl> I >HHTH l Ell TO I hrSO I Hfl I riYHSN® I ri[Y]HS>hn 
I 12? I HHS I Hn® I OHffl I )0©fl I °)H I HHS I Hl> I I B^fl I XT^rhU® I > 

,mit seinen Götterbildern und seinen HHSh (PI. von HS) von dem Kanal (?), den Du- 
Hindir gegraben hat, und dem HHS oberhalb des )®YH I X)ri£l und den Tränken, die Du 

Ganad gegraben liat, und von den HHS . . . und von den HHS von JatiP. 

Hai. 208, 2 ist es mit vgl. hierzu Hai., Etudes sab. S. 209, verbunden: 



Sabäische Denkmäler. 



75 



1h I l"lh I Hhn[l] MVhH I )[1>ITI=j I §°1h I hn Mh)fnH? 

h?1°® I m°l I YHHShn I H<!>HA i I >![§])! nn° 

nAa® i axt )■*,<■> i ^o? i hx?n i ~>m i b° i ?hi> i 

i nsn^H i )xs[°] 

,Jadkurü, Sohn des Eleazz von Hadbar, vom Geschlechte der Gab'än, Vater des 
Ifabn, weihte dem Wadd [die Localität] Sanqän, mit ihren HH£h als ein heiliges Ge- 
biet (?) und darüber machte und baute er aus Holz und Balken sein Haus Jafüsch und seine 
Burg und die Standsäule des Attar v. Q' (riAU für nAHfl hebr. rDJtfc). Aehnlich Hai. 210 
I U>1 I rSYHHßlh I riMTHnU® I hYhH[l ,seine Mauern und seine Bauten (^Uo), seine HHSh 
als ein heiliges Gebiet' ; häufig wird es zur Bezeichnung der Richtung mit H I~l oder tH o ver- 
bunden ; so Hai. 238,8 HH£ I N°[l V1]®4 J I] I ,die ßundsäulen [in der Runde J. M.J bis zu 
dem HH$'. 

Hai. 353,8 ,und die beiden Höhen Rajmän und Sa'ratän and die ganze [Mauer? . . . .] 
von Rajmän bis zu dem HH8'. Vgl. auch Z. 9 und 357,2. 

Hai. 469, i : VI HH8 I Hfl I i^i^M °d I THfl® ,und er baute seine Schutzmauer von dem HHS 1 . 
Vgl. auch 536, i und 219, i. 

Hai. 462,4 kommt noch £lhYHH£Xn = f^uiyx^ oder ^ju^kx» vor. Die Vergleichung 

der angeführten Stellen macht es sehr wahrscheinlich, dass HH8 St. demonstr. und HHSh 

Plur. von HS ist. 

Was die Bedeutung des Wortes HS betrifft, so' darf man nach reiflicher Prüfung 
aller angeführten Stellen annehmen, dass es eine vorläufig nicht näher zu bestimmende 
Baulichkeit bezeichnet und dass das Verbum ,eine solche Baulichkeit errichten' heisst. 

Nicht minder räthselhaft ist das QX10 zu Anfang der Zeile, von dem 10h zu Ende 
der Zeile Plural zu sein scheint (zz: Jüjf). Wenn Jl» (ein trockenes Feld, das keine Früchte 
hervorbringt) damit zusammenhängt, könnte man auch X?10 Os. IV — B. M. 5,4 ver- 
gleichen, welches zz: juii (nicht Juli Freitag) in derselben Bedeutung wäre. 

N o n scheint auch Verbum zu sein zz: ,und entfernt hat' die fDAHOh an- 

schliessend an HS. N°n kommt noch vor Os. 13 = = B. M. 12,4: XSNY I XSNY I N°I1, wo es 

aber möglicherweise zz: jJu ist. 

[Betrachtet man das folgende ^ [V I] ] 1 - ! IHH1SXÖT1 ,dass sie sich darnach richten mögen', 
so geräth man auf den Gedanken, dass 10h möglicherweise mit hebr. bb% zusammen- 
hängt, wozu Hai. 8,2 I]X )£ I H110Y[® = ZsLb jli! wohl passt J. M.]. Oder heisst 10 
(= Ji) ,der Graben' eigentlich ,der Einschnitt', wozu passen würde? 

Z. 4. Von der Wurzel Jcuo findet sich imSabäischen ein Subst. 1 SQ mit Suffix ®Y18tlHal. 
147,7; V1§d 149,11/12; St. demonstr. H12fl Os. 33 zz: B. M. 34,2 in der Bedeutung ,Steinbild'. 

Der Monat TYIIhH war bereits aus Hai. 51, 10 bekannt; es ist wohl , der Monat der 
Väter' dem Cult der Verstorbenen gewidmet. Ebenso ist die Familie des Eponymos, 
die XHHY I Hl~l, wohl bekannt. Vgl. die beiden Eponyme XdMT I Hfl I n>f1°nX IHI1 I IDflYtlr 1 ! 
Os. 14 zz: B. M. 15 und XHHY IHn l)XS°n Hai. 51, 10. Ebenso kennen wir zwei Eponyme 
aus der Familie H)0XY Z. M. G. 29, 591 Nr. 1, Os. I — B. M. 4; ÖYBO Os. 10 zz: B. M. 13 
(Prid. XV?) Hai. 48,i3 und HYIXlfi Os. 13 = B. M. 12. Hai. 51, 19. 

Z. 5. HXtlrn gehört wohl noch zu den Eigennamen. 

k* 



70 



MoRDTMANN UND MüLLER. 



Die letzte Zeile enthielt eine Strafbestimmung 1101 HIHHUdtH® l]1HY?H , und wer säumig 
ist (hebr. bin) [und Verleumdung verbreitet (arab. J^i)] man soll ihn büssen' etc. Wie 
die Säumigkeit und die Verleumdung mit dem HOX® in Verbindung zu bringen ist, 
wissen wir nicht. Auffällig bleibt bei dieser Auffassung der St. demonstr. H1flH. 

I HrSh NThll MUjh I ?riCN I ®h0 I H?.0> I rhdX I H>rnh? 1 10 ,man soll ihn büssen fünf Gold- 
stücke oder 50 Peitschenhiebe für jeden Mann'. ?B) = heisst eigentlich , gangbar, 
annehmbar, gut'. (Vgl. 5 Gute sc. Groschen). Hier die Belege : 

Os. 1=B. M. 4,8/9: I tl?B> l dXCDinn IWnVHH I d>n I HOS ,acht H>n aus Gold mit er- 
haben geprägten, gangbaren (Münzen)', wofür Hai. 49,3 ff.: ÖX1h?f I X3°A£l Wffllll steht 
,glänzende (^Lo) hai'ilische. Vgl. Z. M. G. 29,612. 

Hai. 49,u: )rn <D I MHYh I H01h I Hfflin , diese tausend erhaben geprägte Ahen-Münzen 
vollgewichtig' ; ()fn® — y?) — ^°)- 

Hai. 48,6: >f> IHHVh I fl^OH® IH^T ,echte und courante (vgl. pay und hebr. nmcS ^315?) 
Ahen-Münzen vollgewichtig'-, daselbst Z. 10: 

>]rf°v?[ijahYh<Hu?B> i?°n>h i a>vhia 

,Er gab voll 40 gute Münzen, und Ahen-Münzen, die er vollgewichtig machte'. 

>fih = yti bedeutet , Schaden zufügen'. In dieser Bedeutung ist es in den Inschriften 

bekannt (Z. M. G. XXX 696 ff.); hier heisst es , büssen lassen'. Dem Sinne nach ent- 
spricht diesem Ausdrucke Hai. 152,3: 

fl?1h?Y I » I H<™£>h<» I >XS° I X1h1 1 H°1U1 
,Er zahle der Ilät-Attar und den Priestern 10 Haj'ilt-Münzen'. Vgl. auch daselbst 
Z. 5. 7, Der Ausdruck I H°1f, I H?0®?1 1 (daselbst Z. 8) scheint diese Auffassung zu be- 

stätigen; ,dass er volle Zahlung leiste'. Vgl. aüLa. sü^l. Hai. 147,4 kommt H>rnhX <D I t)°1T 1 
vor, das man wohl , Zahlung und Strafe' übersetzen muss. Sonst kommt )>i^H noch vor 

Hai. 62, 7. 343, 4 in dunklem Zusammenhange. An unserer Stelle könnte man j& durch 
animadvertere in aliquem wiedergeben. 

Dass die Auffassung richtig ist, geht aus den Schlussworten hervor: flfflnrS I TritlY I ®h0 
,oder 50 Stockstreiche einem jeden Manne', also Geldstrafe oder körperliche Züchtigung. 
Ueber die Bedeutung des HflrS kann trotzdem, dass is.^ in diesem Sinne nicht vorkommt, 
kein Zweifel sein ; es entspricht dem hebr.-aram. 'CI'C ,Ruthe, Stock'. Die sabäische 
Knute scheint nicht ganz unberühmt zu sein; eine Art derselben hiess die Asbahische. 
Vgl. Neschwän s. v. : 

wozu ein Vers von angeführt wird: 

XJuo \ iolä &as\.o!^1_j ioo^AÄ. )y.xlaiLi i ijj^jtJ 1 l^j^l 

Vgl. auch Müller, Burgen I, 62. 

Nr. 22. 

Zwei Zeilen en relief. Höhe des Fragmentes 0,26, Länge 1,64 (Copie). 

\ \ 1 Hn I HOTYri I aflYHn® I >°£ 

i 133 i dö^pid i "janaai i -w 
Dön i absin i ittnwi i npbbsi ! nnnpia 



Sabäische Denkmäler. 



77 



Vermuthlich Fragment einer Bauinschrift: ,. . . und seine Söhne Suchaim, Söhne 
[haben diesen Bau errichtet ... im Namen des] Attär, Almaqah und ihres Patrones T[a"lab 
Riäm . . . .' 

Z. 1. Einen von yui> abgeleiteten Namen, der hier passen würde, wenn die In- 
schrift aus Nä'it stammte, giebt liamdänl, Ikltl X., fol. 17 u. : 

worauf ein Vers des Alqama auf diesen Edlen angeführt wird. 

Der Name 01]?^ = ^ findet sich auch Hai. 140, 3 : QÖTXrh I ?Hn I dNh ; Hai. 4,s: 
ÖHT^h IHH lies: ÖHT^rS Ihn, ebenso ist 63, 8 (Hfl ?>[=!) und 87, 2 I ?HI1) herzustellen. 

Der Sitz der Suchaimier ist nach den Geographen die Stadt psjg plyi, am Berge Da- 
marmar, eine halbe Tagereise nordöstlich von Sana. (Hamdäni bei Sprenger, A. G. A. 
p. 63; Müller, Burgen I, 351, 391; Jaqüt s. v.) Hassan Pascha gründete auf den Ruinen 
der alten Stadt die Ortschaft Die Familie Suchaim stammte aus Chaulän, womit 

die Fundorte der oben angeführten Inschriften (San a, Schira e , G. Schaihän) stimmen. Der 
Name ist durchaus vom nordarabischen Sohaemus zu trennen. Nach den Genealogien 
ist |%.£JNj Sohn des ^tjo. des ^y^- möglicherweise steckt im verstümmelten Schluss 
der ersten Zeile °N? — ^tJo« 

Nr. 23—25. 

Drei Fragmente eines Altars oder Wassertroges, der zur Zeit, als er noch vollständig 
war, die Gestalt des sogenannten Altars von Abjan hatte ; vgl. die Abbildung des letz- 
teren im englischen Inschriften werk, PI. XV, Nr. 29. Die Abbildung bei Osiander giebt 
keine rechte Idee von der Gestalt dieses Denkmals. 

Bei unserem Altar, der, wie sich aus dem Fragment Nr. 24 ergiebt, aus Kamnä 
stammt, hat sich von der Vorderseite ein aus drei kleineren Bruchstücken bestehendes 
Fragment mit einem der erkerartigen Ausgüsse (spouts) erhalten. Die beiden Seiten des 
Ausgusses sind durch zwei, aus dem Stein herausgearbeitete Antilopen gebildet. 




Ausguss 



XS 
HO 

i>shi>rif> 

>1Tl>X8°oH 



»ix ra 

KnHLH 



i rarnin l nnrifr ! ni^riö 
I "inrilp imasti du im 
"by l nu I ^iMiMlnrrtb 



Die Rückseite der Fragmente b und c ist vom modernen Fälscher benutzt worden, 
um daraus Köpfe zu meisseln ; siehe hierüber zu den Falsificaten. 

Auf dem oberen Rande des Fragmentes a befindet sich Schrift, von der jedoch nur 
einige Buchstaben zu erkennen sind : 



Z. 



1. X]T°Stl kommt öfters in den Halevy'schen Inschriften minäischen Dialects vor; 



seine Bedeutung lässt sich aus dem arabischen Lexicon (cli, ein Verleumder, ^jLs, eine 

Art Datteln, nach Anderen grosse, bez. unreife, aber weiche und der Reife nahe Datteln) 
nicht bestimmen, wohl aber mit grosser Wahrscheinlichkeit aus dem Zusammenhang er- 
schliessen. 



78 



MORDTMANN UND MüLLER. 



Hai. 188,2 (5) f.: 

1 yüih® inY[®itn®?®i£iH®ix? o §i] inY® itM 
ioooinf rmh m>BThn 1 un®® 1 nBn-m i>xs° 

,Am Tage, da er X?°£3 dem Wadd darbrachte, und am Tage, da er dem Attär von 
Qäbid und dem Wadd in den Vorhöfen 30 Opfer darbrachte und opferte etc.' 

Das häufige Vorkommen der X?°2£l neben den Opfern, andererseits der Umstand, 
dass in den minäischen Inschriften bisher noch nirgends eine Erwähnung von Räucher- 
opfern gefunden ist, legt die Vermuthung nahe, dass X?°Sl] ein solches bedeutet [also 
sachlich identisch mit dem sabäischen °?YH, X°?Yfl, über welches Burgen II, 974 ff. ge- 
handelt worden ist. D. H. M.] In der That lesen wir Z. 1 derselben Inschrift: 

iriYH®. • • ,?oh® i nm ihhsh i nY>An i an® i ms i jm® 

,Am Tage, da er dem Wadd auf den Thürmen [Gegensatz von £l>BYhn] weihte einen 
Räucherer (? cf. jjp von Tlb und Afz . . . und Dahab .... 

Fl ? CD und nYM sind als Namen von Räucherwerken bekannt, siehe weiter unten zu 
Nr. 26 ff. - ebendaselbst steht (ITffl mit mehreren anderen, sonst häufiger vorkommenden, 
aber dunklen Wörtern : 

>n]fn iii im^h ims um® immtimsoiim] 

IHX?m?YYI ?1YMntf>i]in?[DI®0[B 
womit Hai. 353, 6 f. zu vergleichen ist, wo es heisst : 

IH[°]IHfl?>mH?1YhlH1?YI1r> - 1 HT1YM n^an 1 . 

X?°Sfl I 11 Y© kommt noch Hai. 188,5. 224,3. 340 (statt 8«gU | fl lies: . • . X?Hfl I (1[Y® • • • 
424,i. 450,i. 542,i (UN® I ?°[8tl), Hai. 478, 13 wird das Verbum |~l>° gebraucht: — n>° I £1®? 
UN]® ebenso Hai. 380, 2 : HN° I X?°]Si] 1 ü>°® 1 3 Y> KU©?, vermuthlich auch 413,2. 414,2. 

419,5, wo, wie an den oben angeführten Stellen, daneben Opfer an den f Attär auf- 
geführt werden. 

Weiter kommt das Wort noch Hai. 196,6/7 vor: 

••II]®? 
N® I X?°X£I I Hfl 
HIHXMYnH® 
H>JBYhnii3Bn<!> 

Das Verbum Z. 6/7, von dem zwei Zeichen am Ende von Z. 6 fehlen, ist entweder 
HÜY®, Perf. energet. von |~IY® [D. H. M.] oder H (~l CDrh = sab. HüfflY wegen der folgenden 
Verba Y 11 1=1 und M& [J. M.J zu ergänzen. In der 11. Zeile ist wahrscheinlich von Räuche- 
reien die Rede in den Worten: 

ntfj>ui®0B® 

n rn J> d — : sind möglicherweise zusammengesetzte Specereien ; vgl. dies Wort 

Hai. 188 (s. oben) Hai. 506,2 steht dafür I n>rnd, was [wenn nicht verschrieben für 

•••?°?I]in>ri(rS]®in[Y®ll]®? J. M.] an Reh. XI, 8 ff.: HYH>[D4£1® I Hfl>fil]® I HYHfM ,Weih- 



> Zu ®<>B vgl. nocfi 196, ii, 154,13 (fl Y(=)ll I? rh ® I ® OB > ""'1 238,5 "»d .ual>. ÜU> .füllen'. [Zu könnte man 

D'JVI D-Öttra II. Chron. IG, 11, vergleichen. J. M.] 



Sabäische Denkmäler. 



79 



rauch [1. h^HII®! diese beiden \~\°~\ J. M.] und [~l > fn H und die beiden Räucheraltäre' er- 
innert. Vgl. auch noch > Fl rn weiter unten. 

Z. 2. Die Ergänzung der zweiten Zeile ergiebt sich aus Hai. 274 = Nr. 24. Auch die 
beiden Ausdrücke ®B> und X HO sind in diesem Zusammenhange dunkel. Ersteres ist 
wohl kaum , Gnade', sondern hat eine etwas concretere Bedeutung. 

Hai. 412,i f. 

x°®i?iT®irS>a^i>n^i®hi°xni [>]ii^ifl>i]hhin>rn?Hinv[H 

HYnmfloBM^Ht]® 

Ueber [1VH, ll^fn und ?1T ist soeben gehandelt worden. Ist das Zusammentreffen 
dieser drei Ausdrücke Spiel des Zufalles oder stehen sie wirklich in begrifflichem Zu- 
sammenhange ? 

Hai. 396 ein Fragment: 

>?in>imhi3inirt<Hn 
r L .HB>a> i n>iM i iTnv®[i]a<D[? 

In 1T Z. 2 ist wohl ?1T zu erkennen. Hai. 446,4 I]®B>IHV>ni] steht in durchaus 
dunklem Zusammenhange. 

X®hO. Hai. 86: I rh°? i Xrn>n^ | rh°T I X«>H0 ,die X®H0 J'.s und der Teich J\s' . . . 

Fr. VI: >, £ 1 ?MIX®H0 vgl. auch Hai. 405,3. Eine Form H^O Hai. 154, 12. 163. 359,4. 
[Aus der zuerst angeführten Stelle könnte man schliessen, dass X^HO einen Brunnen oder 
sonst einen Wasserbau bedeute; äth. < b £ T ; ih : Weg, vielleicht speciell [Wasserjweg, Canal 
oder Aehnliches. J. M.] 

Z. 3. ?>l>3HI>nf>. Zu >[~lrt vgl. Hai. 150,7 1 1 1 1 1 XV»° I >l"lrf IM und Hai. 151,8 
lllliaO^IX?^!^ UM 

In beiden Stellen ist es zweifelhaft, ob das Object XV>>°, bez. d0> L ^ I XT^Hn, von dem 
vorhergehenden fr lg oder von >|~|fi abhängt; ferner Hai. 274 (höchst wahrscheinlich ein 
viertes Fragment des Altars von Kamnä) : 

>]^Ki>n^i^>i>n^ivi 

Vgl. auch noch oben Hai. 412, 1. Die Bedeutung unsicher, möglicherweise ,ver- 
grössern'. [Wir haben oben nf^U und n^fnd in Verbindung mit Räucherwerken gefunden; 
> wird damit zusammenhängen. Die Verbindung >£hl>rifn ist kaum von >0 l ^®in>fir I i 
Hai. 231,5/7; >^H<d | n>r^ir JL i Hai- 233, 7/8. ib. 11. 234,2 «. 11. 190 ; i8/w; >3M>H~l>rfri 190,23; 
>8 • I n > rnrh ib. 5/6. 10/11 zu trennen. Allerdings sind alle diese Stellen fragmentirt und 
äusserst dunkel; nach unserer Inschrift zu schliessen, ist überall >£H herzustellen. D. H. M.] 

Nr. 24. 

Zwei Fragmente, die vermuthlich von einer anderen Seite des Altars herrühren : 
b a 



nn>°®i x 
>xs°® 11 



®Ci0irS®B ffpftb 1 anpvi fttei Biii 
l~l Vi 1 1 ° > 1 "innn 1 bftib 1 ämto 



80 



MORDTMANN UND MüLLER. 



a ist offenbar identisch mit Hai. 274 (Kaninä) : 

. . . oho I i>B> • • • 

.... nhn°>n-.- 

Auf diesem Fragment bemerkt man in den Köpfen des ? und % sowie im ° in der 
Mitte einen Punkt, gerade wie z. B. in der falschen Broncetafel Z. M. G. XXX, 21 und 
in der Inschrift Z. M. G. XXX, 673. Nr. 2. Diese Punkte gehören nicht zum Buchstaben, 
sondern rühren von dem zirkelartigen Instrument des Steinmetzen her, welches er in 
die Vertiefung einsetzte, um den Kreis einzuritzen. 



Nr. 25. 

Fragment vom Hände des Altars. Die erste Zeile auf dem Rande: 

>nrna> I T • • • I "[ • • ..Öl" 

oiYn v f>N •' • • 1 1 rarrnt nnnp 
Ynm . ••••nnii 

Der erste Buchstabe Z. 1 kann auch Y gelesen werden. 

Diese drei Fragmente sind dadurch werthvoll, dass wir mit ihrer Hilfe zwei Götter- 
namen feststellen können, die bisher nur unsicher überliefert waren, nämlich: 

1. 1°nh vgl. Hai. 614 (G. Silyäm) 

>XS°<HN®IHS>®l1°nHlrVl[3 

, weihte dem Nab'al und errichtete dem Wadd und 'Attär'. 

Hai. 419 es-Soud: , 

lh®°YMillftiS 
NU I TIIH I n©? 

iYrm>m>xs° 
>x]§°n irim® 

i]°nnu°>n 10 

>]14 J l>X2°© 

In dieser Inschrift finden wir sämmtliche Gottheiten unseres Altares wieder, Nab'al, 
Madhüw, die beiden Attar von Ruhabah und Hagr. 

1°nh ist eine Form wie T>fnh [vielleicht eine Naf'albildung, wie sie im Assyrischen 
häufig ist, also ,der Herrscher'. D.H. M.] ; a>®YHCI kann nur von Ucj abgeleitet werden 
ycjoo, vgl. xajo|c> , Unglück'. 
VnV>HI>X2° auch Hai. 151,13 (Haram) 



Yn L f j >Hi>x§oa>N©u°>n 



Sabäische Denkmäler. 



81 



>~l L t J ! > X § ° Vgl. noch Hai. 389,4, wo gewiss nicht zufälligerweise der zweite Buchstabe 
auch eine abweichende Form (^) hat. Was die Erklärung dieser Beinamen angeht, so wird 

sein, von dem Hamdäni bei Müller, Burgen I, 391 sagt, dass es in der 
Nähe von ^& liege, also dicht bei y^oi, mit dem Zusätze : s^Ais. ^U! L$*ij, ,dort sind 
grosse Ruinen'; vgl. auch Bekrl 402, wo es als im Diär Hamdän gelegen aufgeführt wird. 
Hamdäni, Gazirat 143 m . (cf. Burgen II, 962). 

jöuu-vu sJja t\»»}\ i_dX~. ^ys <y*+l2 V^^ i5 /0 )^° C>£? <XwJ! £*6j.jo ^ {S*^) <5^^ JjjumJ! StXiß ^y£-?. 

J.^jJt £*öy*> Üj'-ä-^ (Jl 

Gazirat 145 u. : ' ^UtXs. äu^yü abLs^i ^LJLai ^^y* d^**)) 

Gazirat 180: X+jLu^JI JL4! ^ ye^ • • ■ • cJ - * ojLo o^Lä? 

' Lgji-o jiljtÄAO j+ '3 j&\ Lg.j üjIä^j ü-*^ ^j.^ JJuu I/o Rj3t ^.«j U^'j (J£_5^wJ| L^Ä/o^ 

,Das Michläf Marib. Al-Gubul gehört den b. Mälik von Muräd; ihre höchste Spitze 
ist der G. Diqrär, der ein Tafelberg ist; ferner es-Suwaiq und Tahmä; der untere Lauf des 
Adana gehört zu Rahba und Ruhäba ; dort sind grosse Palmenhaine, die meisten Datteln 
in Sana kommen dorther'. Auch sonst kommen Rahba und Ruhäba neben einander vor. 
Ein j i m Beled Harit, s. bei Hai. Rapp. 14, Sprenger A. G. A. § 437 Schluss. 

Vgl. auch üiLa^, Sprenger, Reiserouten 129 1 . 

Ueber >^1T lässt sich nichts Bestimmtes vermuthen. Eine Ortschaft gleichen Namens 
in Hadhramaut kommt in der Inschrift von. Obne Z. 2. vor; auch die Agraei des Pli- 
nius lassen sich nicht mit Bestimmtheit identificiren. 



Nr. 26, 27, 28 



Drei Räucherfässer aus Thon, von der bereits bei Müller, Burgen II, 975 beschrie- 
benen Art. Dieselben haben quadratische Grundform, M. 0,09 x 0,09 bis 0,10 x 0,10 und 
gleiche Höhe; das am besten erhaltene Exemplar ist ll l / 2 Centimeter hoch 2 . 

Die Legenden, von denen jedes Wort auf einer Seite steht, lauten : 

Nr. 26 ®>B ETJ rh <> HN1 NH> nä BDp pb in 

Nr. 27 HN1 ™ ®>B NH> pb Tta ni m 

Nr. 28 HN1 Q][rV ®>B N]H> pb tatop ni tüti 

womit die Aufschriften der beiden Prideaux'schen Rauchbecken und des Hal6vy'schen 
creuset zu vergleichen sind : 

Prideaux 1 fflrV Öfntifn ®>B NH> 

2 m$ a°H nvw hh> 

Hai. 267 <">>BIHH>l1hn?[D 



1 Sehr auffällig ist die Wiedergabe des k mit V ; es ist sonst nur ein einziges Beispiel bekannt VQf 1 ! »die Elle', siehe 
Z. M. Gr. 30,683. 

2 Die Käucherfässer, 8ujj.taT^pia, turibula der Griechen und Kömer, waren meist sehr kostbar, aus Silber oder Gold, mit Em- 
blemen. Einfacher waren wohl die sa^apta (Pollux 10, 65) eine Art , kleiner Heerd', etwa wie der moderne irdene Mangäl 
(<*Jl5LUi, türk. JULLo). Von der Bereitung zu medicinischen Zwecken Dioscorides I, 81 : xatVrai 81 X(ßavo? 17t 1 ocrrpäxou 
xaöapou Te9e{? etc.: ,man verbrennt den Weihrauch, indem man ihn auf eine reine Thonscherbe thut'; einige Zeilen darauf: 
<pi6yvoTai Ijs' oaxpaxou xaivou xai av9paxtov otarcupcov ,man röstet den Weihrauch auf einem reinen Stück Thon und durchgeglühten 
Kohlen'. Aehnlich c. 84. Auch die Räucherfässer des Tschiniii kiöschk sind sämmtlich aus Thon. 

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 1 



82 



MoRDTMANN UND MüLLER. 



Die Erklärung der vier Räucherspecies >IH> = dü^; ®>B — ^y6 tarum; flirrt — pUC+S 
cancamum; fflri'r . ia^' costos ist bereits a. a. O. der , Burgen' mit den nöthigen Belegen 
gegeben. Es sei uns liier gestattet, einige Nachträge zu dem dort Ausgeführten zu 
liefern : 

I. Ueber jjj sagt Gauhari I, 227 : y***iü! J^o! ^eUJf JUj xjoUM ^ ^js x^iyi ^As y0 Jö^l 

,Rand, ein wohlriechendes Gewächs der Wüste. Imrulqais, der Dichter, sagt: 
,Rand und Weihrauch und wohlriechendes Aloe. Nach Asma 1 nennt man häufig die 
Aloe so, doch bedeutet es nicht die Myrthe'. 1 
Tä£ el r arüs s. v. 

v> ^«c tXiyi JLs «ü! ^jA^ u^LIxJI \ö£) ^-^aj ^jJI i>^.*JI l^w Lj^ 

^s. ist bekanntlich die Beere des Lorbeerbaumes ; aber wird theils als Chrysan- 

themum, theils als Basilikum (iüU^) erklärt. 

[Müller a. a. 0. hält hebr. Tli (sanskrit nalada) für eine Transposition von tX.V^ 2 . Ich 

halte dies für unrichtig, obgleich merkwürdigerweise Jüj in der Bedeutung eines aus 
Palmblättern gefertigten Sackes mit a*j wechselt, denn 

1. wenn die Lexica auch über die Bestimmung des Rand divergiren, so sind sie 
doch, darin einig, dass es auf arabischem Boden wachse. Plin. H. N. XII, 42 dagegen 
sagt ausdrücklich, dass die Narde nicht in Arabien vor- noch fortkomme : non ferunt 
amomi et nardi deliciae ne in Arabiam quidem peregrinari: temptavit enim Seleucus rex, 
wogegen man nicht die sog. syrische, gallische oder cretische Narde ins Feld führen 
kann. Allerdings sagt der Verfasser des Artikels Nardus, in Paulys Encyclopädie : vdp§og, 
semitischer Name eines besonders in Arabien vorkommenden Gewächses!! aber bis 
auf Weiteres ist gerade das Umgekehrte wahr. 

2. Wäre die Narde identisch mit ,Rand', so wäre es nicht erklärlich, weshalb die 
Araber sie mit ^i\x& J^L«, spica Indica bezeichnen, anstatt das einheimische Wort anzu- 
wenden ; auch würden die Lexicographen wohl kaum über die Bestimmung des Rand 
im Dunkeln gewesen sein. 

3. Forskai bestimmt jj£ als Artemisia pontica. Seit wann hat die Nardus- 
pflanze zur Gattung dieser Pflanzen gehört? 

1 Ueber derselbe s. v. II 538 : 

i^s^jj ij-r*. ^\ jOiX*£jJl> doy ^ylS dJ^o JUo >$s>}\ ^ < >j.^=> >jj*^* 

2 [Ich halte umgekehrt 13~1 (jöj) für eine Transposition von TIS (nard). ,Rand' bezeichnete neben den einheimischen Pflanzen 
auch die von auswärts eingeführte Narde. In späterer Zeit war es auch, wie die Lexicographen sagen, der Name für Aloe. 

».7 

Aclinlich verhält es sich mit syr. 1°'^, welches die Benennung vieler einheimischer Pflanzen ist, dabei aber auch arab. 
2jJo gleichgestellt wird. (Vgl. Low, Aram. Pflanzennamen, S. 32.) Dass man je Artemisa pontica oder Crocus zum Räuchern 
verwendet hätte, ist auch Herrn Professor Flückiger in Strassburg nicht bekannt. Dagegen ist dies von "pj und D3*13 durch 
die von mir angeführten Stellen aus dem Talmud über jeden Zweifel sichergestellt. Ich halte daher auch meine Identification 
von 03^3 mit sab. ^fn^fi arab. ^l5L»£, gr. y.äyy.a.^.ow, aufrecht; davon zu trennen ist sct. Kunkuma. Gegen eine Zusammen- 
stellung von D3*l3 mit aram. X)23"I13, arab. ^SyS , Safran', sprechen auch die vocalischen Verhältnisse. Aus einer Grundform 
Kunkuma, Kurkum Jiätte hebr. D3"13 oder D3"13 werden müssen. (Vgl. *l'p*1[5, *T3"I3.) Dagegen entspricht 03*13 vocalisch genau 
arabischem »ISL^S. Der Wechsel der Liquidae darf nicht auffallen. Vgl. Kunkuma, Kurkum. D. II. M.] 



Sabäische Denkmäler. 



83 



4. Wird aus der Nardenpflanze ein wohlriechendes Oel und eine Salbe — nardinum, 
Plinius XIII, 15, ^j^b — gewonnen, ob sie aber wirklich, wie die beiden von Müller 
angeführten Stellen des Talmud behaupten, zum Räuchern verwandt wurde, ist mir, bis 
noch mehr Belege beigebracht werden, zweifelhaft. 

Möglicherweise ist das berühmte Xdpt{j.vov, welches, nach Artemidorus bei Strabo 778, 
bei den Sabäern wachsen sollte — Joyf. J. M.] 

II. ®>B = yyo Gauhart II, 508: ,j.+Jt ^y> pK-»£)l ^.«Jüb ^-öJlj 
Qämüs tadelt diese Erklärung ; nach ihm ist ,Dirw' der Name des Kamkäm-Baumes 

und Gauhart begehe einen Fehler, wenn er ^yö für das Harz dieses Baumes erklärt; der 
Dirw ist ein jemenischer Baum, dessen Harz das ^LJ ^ (cf. Ritter, Arabien I, 371) ge- 
nannte Räucherwerk liefert; auch die Frucht des Terebinthenbaumes ^i^JUca., heisst so, 
daneben sagt man dialectisch ^yö mit Fath (vgl. tarum in der Stelle des Plinius). 

Hebr. "Hit, Harz der Balsamstaude, und j«*, womit die Peschito es übersetzt, sind 
gewiss identisch damit; das von Gesenius Thes. angeführte Lex. Adlerianum erklärt das 
syrische Wort als: 

Bekri, ed. Wüstenfeld 151, führt nach Abti Hanifa folgenden Dichtervers an : 

,sie tummelt sich in den Dirwsträuchen von Beräqisch oder Hailän, etc.', und fügt 
hinzu : 

^^♦aJLj ^-»äJI cjLaj Jb* 

,der meiste Dirw kommt in Jemen vor' (vgl. Burgen II, 1007). 

III. tlfnUri Qamüs, türk. Ausgabe, s. v. sagt: 

Kamkäm, eine Art Harz, nach Anderen die Rinde des in Jemen wachsenden Dirw- 
Baumes ; in der Materia medica wird es mit ,Harz des Dirwbaumes' erklärt, womit wohl 
die ^jLJ c5 -ta&- (woraus jou-L«x verdorben) genannte Specerei gemeint ist. 

Da Dioscorides ausdrücklich sagt, dass xäyxajxov das Harz des Baumes sei, so werden 
wohl die Verfasser der Materia medica Recht behalten. Aber das Vorkommen von ®>B 
neben UfiQri auf demselben Räucherbecken beweist, dass nicht der eine Ausdruck den 
Baum, der andere sein Harz bezeichnet, sondern beides Specereien sind, wie auch Pli- 
nius XII, 98 bestätigt: Ex confinio casiae cinnamique cancamum et tarum invehitur, sed 
per Nabataeos Trogodytas qui consedere ex Nabataeis. 

Vorher hat Plinius § 82 ff. weitläufig sich darüber verbreitet, dass casia, cinnamomum 
und cinnamum nicht in Arabien, sondern ,in Aethiopia Trogodytis conubio permixta' 
wachse. Somit sind unter den Nabataei Trogodytae nicht die syrischen Nabatäer, son- 
dern die im afrikanischen Troglodytenlande ansässigen Kaufleute aus Napata bei Meroö 
(Mommsen, Res gestae divi Augusti 74) zu verstehen. 

Auch der Per. M. Erythr. c. 8 führt %aY%a{Jiov als Exportartikel von Berbera nach 
Arabien auf, und möglicherweise ist nicht nur das Product, sondern auch der Name 
afrikanisch. 

[Von lAX^ttdyTtafAOV durchaus zu trennen ist der Safran, gr. xp6%0£, lat. crocus, hebr. 
D31 : 3, syr. v^'aa, ar. ^SjS-, was mit (jf^**) erklärt wird; nach Burhän-i-qäti ist jeme- 



84 



MORDTMANN UND MfjLLER. 



nisch ; vgl. Gavaliqi 131, 11, Lagarde, Abh. 58; sskr. kunkuma. Die von Müller 
a. a. O. versuchte Identification von hebr. D3*13 (das er von syr. ^n^oa, ar. trennt) 
mit JS+f halte ich für unzulässig. J. M.] 

IV. fflr 1 i < ! > —}a**3 Gauhari I, 562: ^sx!\ ^öLit^x» ^iL> ia*^iüt ,al-qust, eine wohlriechende 

überseeische Wurzel'. 

Burhän-i-qäti 407 der Constantinopeler Ausgabe unterscheidet den qust-i-arabi auch 
qusti bahri genannt, den qust-i-rümi und qust-i-hindi, Qamüs 3, 503 s. v. den indischen 
und arabischen Qust; beide beschreiben ausführlich die Natur und Wirkungen dieser 
Specerei, vermuthlich nach Dioscorides I, 15, durch Vermittlung einer zweiten Quelle. 
Der griechische Botaniker, aus dem auch Plinius schöpft, unterscheidet arabischen, in- 
dischen und syrischen xöaxo?. (Vgl. Burgen II, S. 976.) 

Die Römer kennen den indischen Qust, wie die Stelle des Plinius XII, 41 besagt: 
radix et folium Indis in niaximo pretio, d. h. auf Wurzeln und Blätter legen die Inder 
den grössten Werth [während in Arabien auch andere Theile der Pflanze, Rinde, Harz 
etc., verwendet werden] primo statim introitu amnis Indi in Patale duo eius genera etc. 
Horaz III, 1,44: Achaemenium costum, d. h. persischer Qust, weil, wie der Scholiast 
Acro anmerkt, derselbe aus Persien komme. 

Firuzabädl s. v. ^Ufe : Jol^JI ^x» xJ! Ja«*.ÄJI 

In der That ist der Qust nie in Arabien gewachsen, wenn ihn auch die Alten von 
dort erhielten, und die Araber selbst ihn zum Räuchern verwendeten, wie Diodor II, 47 
ausdrücklich berichtet. Vgl. noch die interessante Notiz Flückigers in dem Pharmaceu- 
tical Journal, 18. Aug. 1877. 

V. H>I1 = i^^i XVjöavov, ladanum kommt hier zum ersten Male vor. Die älteste 
Erwähnung findet sich bei Herodot III, 112: xö §s hr) X^5avov, xö 'AoXiooai 'Apdßiot Xdöavov, 
sxi xouxou {ra)ou.(xaia)Tcpov ytVExai. ev ydp ouao§|j,oxdx({> ytvou.svov EU(ö5saxaxöv eaxt. xö>v ydp 
cdyobv xtöv xpdyoov ev zolc, Trcoycoat eopiaxexai eyyivg{j.£Vov, otov yXoioc, dicö xr\c, 8X735. )(p^aijj.ov 
8' ec; xoXXd xwv {Jtoptov eaxi, ■d-ofj.uoai 8e {xdXiaxa xoöxo Apdßtot. 

Plinius XII, 73 ff. : Arabia etiam nunc et ladano gloriatur etc., worauf die Geschichte 
von den Ziegenböcken erzählt wird, mit dem Bemerken jedoch : hoc non alibi fieri quam 
in Nabataeis qui sunt ex Arabia contermini Syriae. Das ächte ladanum solle jedoch in 
Cypern vorkommen, andere Arten in Carmanien und Aegypten. 

Nach Dioscorides I, 128 ist Xdftavov der Saft des ^öoc-Strauches aus der Art des Cistus; 
die beste Art ist die cyprische, minder gut sind die arabischen und libyschen Arten. 

Nach dem Qämüs, der ebenfalls die Geschichte von den Ziegen berichtet, ist aus 
persischem ^0*$ arabisirt; nach Burhän-i-qäti heisst diese Masse auch J^s. ^Xs. Ambra- 
honig und wird an einem Gewächs in Rikestän (=: Carmania des Plinius?) gefunden; 
derselbe führt auch die , erleichterte' Form o^f an, welche mit Xy)5oc, ledos (Plinius 26,7) 
und vielleicht mit tab, Gen. 37,8 übereinstimmt. Vgl. Low, Aramäische Pflanzennamen, 
S. 126 ff. 

Herodot sagt ausdrücklich, dass Xd^avov die arabische Form sei; sein X^Savov dürfte 
nur eine Jonisirung derselben sein; zwar sieht das Wort nicht sehr semitisch aus, gewiss 
aber haben es die Araber nicht den Griechen und Römern entlehnt. 

Die übrigen Specereien unserer Räucherbecken t3°H, nTDD, riYH sind den arabischen 
Lexicis sonst unbekannt; [~1YH ist vielleicht ,lacrima arboris', n?[D — uwJo ,das Wohl- 

riechende', 3°H in gleicher Bedeutung. Im Commentar zum , Altar' von Kamnä sind ver- 



Sabäische Denkmäler. 



85 



schiedene Stellen aus den Halevyschen Inschriften angeführt, wo riYH und [~1 ? Q] ver- 
muthlioh als Namen von Specereien noch vorkommen. Vgl. jedoch D^ÖtoS I Kön. 10,2 

Nr. 29. 

Sandsteinblock, M. 0,48 lang, 0,18 hoch. Drei Zeilen en relief, unten vollständig. 

Mhn'rMrfiaioriTiihn 

<D|XrSHyiNIHXlTHIHX> 

Die erste Zeile, von welcher nur die untere Hälfte der Buchstaben erhalten ist, 
ergänzt sich leicht zu 

ms>?l®r]YX?Fl 

n i rp i lörrrva 
pmioi i *od i i *p h i bxnfrn^ 
1 1 rcaii^ I jnarn I jtrito 

Es ist nicht genug zu beklagen, dass diese Inschrift, welche einen Königsnamen 
und ein Datum enthielt, durch einen tückischen Zufall so verstümmelt ist, dass von der 
Jahreszahl nur die Einer erhalten sind. Aber ein glücklicher Zufall erlaubt uns we- 
nigstens den Königsnamen zu ergänzen. 

Z. M. G. 31,89 f. ist eine von Seetzen entdeckte, und in den Fundgruben des Orients 
vergrabene Inschrift von ^Lälfe, Zafär, deren Abbildung unverständlich war, restituirt 
worden. Sie ist, wie die obige, en relief, und lautet: 

Cl I d°H 
riJ1UI0H?lX 

In dem OH? I X ... . von Z. 2 ist wohl ein Sohn des Scharahbil zu erkennen, während 
es von dem verstümmelten Namen in der ersten Zeile — der erste Buchstabe ist noch 
dazu undeutlich — zweifelhaft bleibt, ob er einen König bezeichnet. 

Es bedarf keines Beweises, dass in unserer Inschrift Z. 2 Ort? Mhn[Y>£ zu ergänzen 
ist. Dieser König gehört der dritten Periode der sabäischen Geschichte, der des ver- 
einigten Homeriten- und Sabäerreiches, an. Vielleicht ist der König oi£u ^ Jv-u^^i der 
arabischen Autoren, Müller, Südar. Stud. 156, v. Kremer, Südar. Sage 100, in ihm wieder 
zu erkennen; sein Sohn heisst bald ^Lui, bald oLu, bez. oLu* (Bekri 187); sollte etwa 
oLi — 0H? der Inschrift von Zafär zu lesen sein? Bekri 857 führt einen Ort in 
Jemen an: 

Die kala ische Qastde, Vers 265, nennt oL&j ^ Juu»yb ^ oLux. Ist die Identität 
von Ofn? und 0UC0 richtig, und beruht die Kenntniss der Araber von diesem Herrscher 
auf Tradition, so müssen wir Ofn? etwa uä^j (mit Elision des n) lesen. 

Z. 2. HX1TH I HY>®n in diesem [dem D. H. M.J Monat ,dü Higgat', ähnlich grosse 
Inschrift von Hisn Grhuräb zu Ende.: HXIYM I ®Y Y>® sein Monat [der laufende Monat] ,dü 
Higgat'. Wir zweifeln nicht, dass der Monat von der Pilgerfahrt so benannt ist, wie der 
mohammedanische *il ^b. Sprenger L. L. Mohammed's III, 527 hat die Behauptung auf- 
gestellt, dass das Wort 2k*. hebräischen oder aramäischen Ursprungs sei. Das scheint 



86 



MORDTMANN UND MüLLER. 



aber unrichtig; denn in der Inschrift von Haram 149 lesen wir das Verbum 5H: l®~IT® 
1§?n IT^HrSH ,sie pilgerten zum dü Samävi in Jatif. Hamdänl sagt, dass der Tempel [des 
Ta'lab] auf dem Itwa ein besuchter Wallfahrtsort war. (Südar. Stud. 126, daraus Bekri 389) 
und an einer anderen Stelle (IklÜ VIII, f. 44): 

Jg^Ls^H olcX-ci aux^ ij'^ V^" 0- i^f T^) ^ f»^-*«^l 

Ueber die dü-l-Chalasah in Tabäla vgl. Z. M. G. VII, 476, Bekri 316. 
Datirte Inschriften sind bis jetzt, mit Ausnahme der vorliegenden und unten Nr. 31, 
nur noch zwei bekannt. 

Die vorkommenden Daten sind : 

1. Fr. 111 = Hai. 3 (Sana) 

,im Monat du Charif des Jahres 573'. 

2. Grosse Inschrift von Hisn Ghuräb 1 

3X<»4 I HXhö2r> I ?°n>h1H I HX1TH I ®V4>° 

,in diesem [dem] du Higgat des Jahres 640'. 

3. 0. M, 31,5 

flXhimSrVMXoriXIH IH0>4n 

,in diesem Jahre, nämlich 669'. 

Es war ein sehr glücklicher Gedanke Reinaud's, Memoire sur le periple de la mer 
Erythr^e 240, in diesen Zahlen Daten der Seleucidischen Aera zu erkennen. Die Inschrift 
von San ä stammt demnach aus dem Jahre 261 nach Chr., die von Hisn Ghuräb aus dem 
Jahre 328 und die Tafel 0. M. 31 aus dem Jahre 357 — was paläographisch, sachlich 
und sprachlich vollständig stimmt. Auch unsere Inschrift dürfte nicht allzuweit von 
dieser Epoche abliegen. 

Weitere Entdeckungen werden sicherlich noch mehr datirte Inschriften zu Tage 
fördern, wenigstens haben die südarabischen Archäologen solche gesehen und gelesen, 
die uns nicht mehr, bez. noch nicht zugänglich sind; so z. B. die Inschrift des dü Dunjän 
aus Jertm (v. Kremer, Südar. Sage 96) mit den Worten: ^ 

welche heissen sollen ,ich und meine Frau lebten in dieser Stadt 600 Jahre' ; ferner die 
Ginneninschrift (Burgen I, 79 und Tabari I, 585), deren Verfasser sagen : 

,wir bauten Salhin 7 7 Jahre'. 

In dem der ersteren Inschrift ist wohl das ©TT von Fr. III zu erkennen, das 

unmittelbar aufs Datum folgt. 

Nr. 30. 

Sandsteinblock, M. 0,32 hoch, 0,24 breit. 



1 Durch Versehen werden die Daten 1. und 2. Z. M. G. 27,312 und 314 aus den Inschriften von Hisn Ghuräb angeführt. 



Sabäische Denkmäler. 



87 



• • I H°V 

• IH>1VH 

n i ®cn>i///4> 



pam 
s 1 la^r p 
! aim i nan 
Ii i p i ]vn i im 
1 1 ffan l on 



• • -n>v®ir]HV 

• ^IHniHoVbVN 

• • -xo i cito^cd i dx 



Ein kleines Fragment einer Weihinschrift, das auf der rechten Seite unversehrt ist. 
Man erkennt noch eine senkrechte Linie, die den Anfang der Zeilen bezeichnet. Links 
fehlen fast zwei Drittel des Steines ; denn, nach Zeile 5 zu schliessen, die sich mit ziem- 
licher Sicherheit ergänzen lässt, bestand ursprünglich die Zeile aus 28 — 30 Zeichen. Die 
Inschrift hat annähernd gelautet : 

1. Ha' an [und seine Söhne ... 2. von der Stadt [. . . . weihten dem . . . am Tage, 
da] 3.. sie ausgezogen [nach . . . . ] 4. . . . h.n. m und erschlugen [. . . und er hat fern- 
gehalten] 5. seinen Diener Ha'än [von . . . und er möge ihn beglücken] 6. mit Wohlsein 
und Heil [und der Gnade ihrer Fürsten. 

Im Einzelnen ist Folgendes zu bemerken: Der Eigenname H°V ist schon aus 12 i 



Z. 3. stand zwischen N <{> im Worte ®^i>l<J> trotz der angezeigten Lücke kein Buchstabe; 
es ist also ®3>I < }'[X zu lesen. 

Z. 4. UH4 ... ist Name einer Stadt, kann aber nicht passend ergänzt werden. 

Z. 5. ist zu lesen 3°H I ©^VN ! 1 ! 11® I • • •] 4 IHfl I^V I ®V>l[n° wovon ["1° das Ende von 
Z. 4 gebildet hat; möglicherweise hat Sll] 1 ^ I Hü gestanden (^ui), was allerdings bis 
jetzt nicht belegt ist. 

Z. 6. Vielleicht °3Vh>£lh I X?B>]X®, sonst immer l®B>®. Das X ist nicht ganz sicher. 



Sandsteinplatte M. 0,38 hoch, 0,80 breit (am unteren ßand, oben 0,60), wie es 
scheint, oben und unten vollständig. Buchstaben en relief ; je drei Zeilen durch einen 
Strich getrennt. 



nvxo» i ncni ]« a i nx°n>® i £in> 

ÜH° I »hX»« I H?1°l HiH-SllI HrSHI ~VX1A 
>T I VM Irl | «n°°°Y® I ~V°>0X I «*H>YT1 1 01« 
» I °°V°>0X I ?i>H«>Y>.8»HIHni«>Vni=i°oo I HrnrH I HrhM 
»hX«» IflXhfllSr^mrS 00 1 X°rSX1H I H0>Vn in 5 

xi°°vtiix°n>hHiHi° IHXS10I x°n>h i a°°HV°° 
vn i »n£$v» i »v>s»a i nn i »vhx<;» i °°v>s»i] i h 
nu ^vaAT i <*>°m°o i «>v<*>i° i ax^ 1<> i xns» i »vi 

nV I an» IflXaVMtll-VY* 1 1rn«> I Hri° I hg«,« I H>~1T I B 

annsi l oabia l anjnni I onnü 
niy I ixhil i i pitö I föi i mbx 
*p I np l bs l npim i injnsn l iötjt i abifna 
1 1 innen i i lmhiö i p I ina^i I dsd i |D*i 
lunn I ddkö 1 rioi i tidi i nyünbi I [Hrta i n 5 
nbirtü 1 npanw 1 aiby l ontba 1 nyms 1 oiam 



bekannt. 



Nr. 31. 



ss 



MoRDTMANN UND MüLLER. 



na I ■atppni lrnniü i ja i inwitin I innnifc l |b 
ab I lrnaacn I lStttpi i lnibs? ! antba l nnbrn i 
an i aan:i I Dwanjö I mnp l bai i aap I jrrn i anan i f 

Es ist eine grosse Bauinschrift, die an einem Tempel oder einer Burg angebracht 
war. Sie bietet wegen der fremdartigen bautechnischen Ausdrücke und wegen des frag- 
mentarischen Charakters sehr grosse Schwierigkeiten. Wir glauben aber, dass wir sie 
im Grossen und Ganzen richtig verstanden haben. 

Z. 1. Q^XO© I fl[l1]<">Il I ÖX°n><» I Hn>[~l. Es ist wahrscheinlich Hn>[l zu ergänzen, wie 
Z. 9 Ende, und ,behauene Steine' zu übersetzen; die Begründung weiter unten. Da hier 
eine Bauinschrift vorliegt, so kann 3X°n> nur irgend eine Baulichkeit, eine Art Viereck 
bezeichnen und die darauffolgenden zwei Worte, zwei Theile oder zwei nähere Bestim- 
mungen desselben, der grammatischen Construction nach ähnlich wie ^>H ^ I ^ ^N"!» der mi- 
näischen Inschriften. (Vgl. den hebräischen Ausdruck F|j5tt? CSn*] I Könige 7, 5). In | U[~I1]©H 
sind das dritte und vierte Zeichen nach oben zu zerstört, eine genaue Prüfung des Schrift- 
charakters macht es aber zur Gewissheit, dass nur die Zeichen die in dieser Inschrift 
sowohl 1 als 1 repräsentiren, gestanden haben können. Wir können also I]~I1©£I oder tili©!] 

lesen; ersteres ist wahrscheinlicher — l=llx> , eindringend und gebogen'. Was damit 

gesagt werden soll, lässt sich natürlich ohne Anschauung des Bauobjectes nicht genau 
ermitteln. 

©VXIA sein X1A. [Dieses Wort scheint eine Baulichkeit, vielleicht eine Capelle, oder 
etwas Aehnliches zu bedeuten. Das Wort kommt häufig in den Inschriften vor und an 
allen Stellen scheint diese Bedeutung zu passen; es findet sich öfters in der Verbindung 
mit 1©Tl], das auch in unserer Inschrift Z. 3 und 6 steht, weshalb hier alle auf beide 
Worte bezughabenden Stellen erläutert werden mögen: 

Hai. 238,2 (Main) I HX1U V>Tfln I Ii™ I nH°r> 

,und er stellte her, was schadhaft war an den 1®TÖ von HX1fi' 

ibid. Z. 4/5: ? 1 1<D[4Jjti<D | HX^IA in[tf]°rV> 

IMXiUTIVM'oOBlYtHOT 
ibid. Z. 8: I HH^ I N°[l IJoTUI 

,und er stellte her HX^IA und die 1®TC von [HX^I ]Ti • • •' So ist wahrscheinlich für 
? zu lesen. Zu dem darauffolgenden IHXU l?1Yh I ®0B vgl. Hai. 188,4. 196, 13, wo neben 
©OB das WortTITh vorkommt, wie es auch hier möglicherweise zu lesen ist. Diese beiden 
Wörter kommen in Verbindung mit Räucherspecereien öfters vor. (Vgl. zu 25 ff.) 

Hai. 221,i/2 (Main): 

?,© 11? i>H°a i?Hnn Ufi i>xs° i hti* 

H l>X8°fi I tH^ri I °>0 l°>0 Ihn IHX©1A I 

,N. . stiftete dem Attär von Q. den ganzen Bau des >H I] • • • HX©^ von den Ab- 
gaben, die Sa'dwadd entrichtet hat dem Attar . . .' Wahrscheinlich ist auch Hai. 384,4 
HX©1t,n fürHX©1?n zu lesen. Vgl. auch 386,3: I HXI^n I rhrn IXIhHIHn und 448, 3: I X©1A I Hfl; 
ferner Hai. 521, 1 X©^ I ©1H I Nr^h I ^©miOHh© ; Hai. 520, 20 X[©1A I ©TIH I HrSh I flrVhnfflh©. 
Namentlich der Umstand, dass Hai. 238,2 HX1li und Z. 4 HX©^ in gleichem Zusammen- 
hange vorkommt, . macht es mir wahrscheinlich, dass es nur verschiedene Schreibweisen 
einer und derselben Form ist. Instructiv ist auch die Schreibung HX®1tn (Hai. 384,4) 



Sabäische Denkmäler. 



89 



neben hX1f.il (386,4), die doch kaum auseinander zu halten sind. Ebenso kommt in 
unserer Inschrift und weiter unten Nr. 42 X1A neben hX®'\& an den angeführten Stellen vor. 

Was aber die Schreibung X^ll und X^IA betrifft (bald mit Je, bald mit ^^o), so sind 
Z. M. G. XXX, 705. 706 Beispiele für den Wechsel dieser beiden Zeichen gegeben 
worden 1 . D. H. M.] 

Z. 2. HrhH Ausser hier und Z. 4 kommt von dieser Wurzel nur HXhrS Hai. 362,4 vor, 
das aber nicht erklärt werden kann. Hier bedeutet es wohl = arab. {^yo) , gestalten, 
bilden, schaffen' und entspricht minäischem >©r 2 iX. 

HNa>&3, , Grosser, Fürst' von der W. ist aus den Inschriften genügend bekannt. 

Hfl scheint n. pr. zu sein — ,jC^, ein Name, der im Iklil X, 94 m ? 96 o 119 <> 7 und 
öfters vorkommt: ^ (j^** 

Hier schliesst, wie es scheint, der erste Abschnitt der Inschrift, dessen ungefährer 
Sinn also ist: 

,N. N. stellte her [aus Holzarbeiten und] behauenen Steinen 2 ein 

Viereck und sein X1A, welches gemacht hat der Fürst 'Alijjän'. 

Mit H]riH I «hX® ,und sie fuhren fort herzustellen' beginnt ein neuer Satz. hX® ist 
bekannt; zur Bestimmung der Bedeutung von (IH vgl. Burgen II, S. 979 Anm. und die 
unten anzuführenden Stellen. 

Z. 3 ist ohne Zweifel 31 ©IT 3 zu ergänzen, wie Z. 6, wo die Bedeutung näher fest- 
gestellt werden wird. 

°Qr'?TI dieses Wort ist seiner Lesung und Bedeutung nach höchst zweifelhaft. Auf 
dem Steine stehen zwei Zeichen, v ] v |, welche sowohl 1 als ~| sein können. Vielleicht bilden 
beide Zeichen ein Tl. Ob nun y*y*-^ oder y*y*& zu lesen ist, in beiden Fällen müsste ein 
V vor ®d ausgefallen sein und ist kaum ein passender Sinn zu ermitteln. Vielleicht ist 
aber nur der Trennungsstrich an unrechter Stelle und zu lesen ® l t j °>0X o Man hätte 

also zu übersetzen: 

,Und sie fuhren fort herzustellen die .... und die ^1®T^ .... und seine 
oberen Theile'. 

Ueber © 1 t i °>0X weiter unten zu Z. 4. 

Em neuer Abschnitt beginnt mit oflo^V® — w^ä.I, das die Lexica durch ,vollenden' 

übersetzen (ao* v^l). 

> T I l t , 4» I 1rn ,und sie vollendeten den ganzen V<!> J. r. .' Das Wort kommt noch 
Z. 9 vor und muss nach dem Zusammenhang irgend eine Baulichkeit bezeichnen. Das 
arab. sU = sLifj xalklf passt an unserer Stelle nicht. [= 3H4>? Vgl. Hai. 251,2. D. H. M.] 

Z. 4. Hrnrh 1 HrhM Das Verbum HrS ist schon besprochen worden; ^firn kann entweder 

n. pr. sein, oder, was wahrscheinlicher ist, = das die Lexica also erklären : Jl«J! 

*LuJ! (j^o Ig-li**! J| üo^Lct ,joo (j^iM iüilöJI y%jJ\ ; das Verbum dLw ist — : ju*. Das L r , <!> 

muss also ein senkrechter, schmaler Bau sein, vielleicht eine Art Minaret. Die ganze 
Stelle lautet: ,und sie vollendeten den ganzen von J. r. . ., welches er als ein 
flfnrh ausschmückte, und sie stellten ihn her vom Fundamente bis zur Spitze 
und . . . im Jahre 669'. 

1 [Ich halte HX'R Hai. 238,2 und 4 für Ortsnamen und zu trennen von X^IA (mit nicht fc>) Hai. 221,2. 283,4 etc. Zu 
HX11 gehört 11^- Hai. 192,7 ^XIA übersetze ich parentela. J. M.] 

2 Hiezn vergleiche weiter unten Z. 9. 

Donkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. m 



90 



MoRDTMANN UND MüLLER. 



Zur Bedeutung von 11 1=1 ° , herstellen' oder ähnlich sind folgende Stellen heranzuziehen. 

Hai. 466,3: IH>IOT3IX><HXI?XVni=l°HV?Hn3 I H(1 ,von dem Baue und der Herstellung 
der Ausschmückung des Thurmes'. 

Hai. 485,7 ( 4 ): HXHrtimXVnH^ljTHri^IHSHT® IMS Vgl. auch daselbst 2—3 

(3—6) und Müller, Burgen II, S. 979 Anm. Hai. 534,4: I TXVriH«® I X1Xh I1r> und oben 
zu X1A; ferner Hai. 662: ,Ilscharh, Sohn des Kalb m von Rabatän und Nasr dü Sahar 
stellten wieder her (H I ^SHT^) das Grabmonument .... der Söhne Sahar und 
sie stellten her (®n H o<0 ) . . . [und sie stellten es in den Schjutz des Almaqah, Herrn 
von A. w. m.' 

Dunkel und in fragmentarischem Zusammenhange steht flH Hai. 157,2. 363,4. 371,5. 
418,2. Dagegen hat es die Bedeutung ,strafen< = arab. ^j.^ Hai. 681,5 und vielleicht 
auch Os. 26 = B. M. 22,4/3. 

®V°>0X ! ?>l° I ®Y>M I Hn dem Sinne nach gleich | H><^ I N° I rH>£h Ihn oder: I rS>£h I Hn 

1 iH° I H?HI1^; ferner: H><^ I tH° I I TW I Hfl (vgl. Z. M. G. XXIX, 606, Anm.) der 
minäischen Inschriften ,vom Fundamente bis zum Dache' oder ähnlich. Eine verwandte 
Ausdrucksweise ist Fr. LV. LVI: I I i>l° I h>Hlr i iH I HH^h I hfl. Wenn es verbal aus- 
gedrückt wird, heisst es H^^V® I H^S^V® I <D h>n. Wir können jedenfalls daraus schliessen, 
dass das dunkle H) 5 ^ mit °>0X, ferner, dass und >S®3 mit rh^h synonym seien. 

Hebräisch entspricht diesen Ausdrücken I Könige, 7,9: "i^Pin *7J? pnöl ninstan IV HDÖÖ 
nbnan ,von dem Fundamente bis zu den Consolen (Kragsteinen) und auswärts bis zu dem 
grossen Hof. Assyrisch z. B. Tiglatpileser I, Col. VII, 85 : istu ussi'su adi tahlubisu fpus 

,von seinem Grunde (WX JLt) bis zu seinem Dache stellte ich ihn her'. 

Es ist zu beachten, dass das Minäische, welches von den Verba primae w und j 
keine IV. Form bildet (Müller, Burgen II, 1009 Anm.), statt des ihm unmöglichen >S® l t j 
und >8®3 die im Sabäischen unbekannte Wurzel rS>£ setzt. Was die Form >H>t] betrifft, 
so ist sie sicherlich ein Part. pass. der IV. Form für >2® L r J I], wobei zu bemerken ist, dass 
das Y der Causativform in den Participialformen grossentheils elidirt wird, wie z. B. 

XM neben XrW sab. (= NS> sab. und minäisch) für XiW^ ; ferner H°Y, H°V? (= ^^v*! 

Ü U) neben 1hH°3 (für 1hM°Yl]) ; fflllHV und Q] l~l H neben fflllHm. Vgl. auch Hai. 51,4: 
>TVI>T^®. Es finden sich jedoch noch Participia, die das Y resp. rS nicht elidiren ; so 

HhürfriS (Hai. 234, 2), HX04Y3 (Hai. 663) und SOHhYfl — lü^. 

o V o >0X ist : «uijjlS' Denom. von (s^Lci ^ci J^^) ,das oberste von einem jeden 
Dinge' ^.i heisst ,das Oberste machen', [oder — xr^IS ,Dependenz' J. M.] 

Das Jahr 669 entspricht, wenn, wie wahrscheinlich, die Seleucidische Aera zu Grunde 
liegt, dem Jahre 357/358 nach Chr. 

3Xh3 I SrS® ITSrS®. Das Zahlwort ,sechs' lautet uncontrahirt Hai. 192, 1: I I SNri 

XH0T3 I X2Nr> ,6 Warten [Plattformen D.H. M.] und 6 Thürme' ; die contrahirte Form 
kommt schon H. Gh. 10 vor: tlXh^ri = 600. 

Die Formen SHrS und contrahirt Sri sind gegenüber nordarab. ouvj u^vJL^v und umoLw, als 

die ursprünglicheren festzuhalten 5 da das hebr. tt?tP neben aram. die ursemitische 
Form öju« voraussetzen. 

Mit ©hX®® ,sie fuhren fort' beginnt ein neuer Satz. 



Sabäische Denkmäler. 



91 



Z. 6. fl^HY ppj» als n. loci kommt bei Hamdäni und Neschwän (Bekri 123 [•jiia; 290 
[•*äp) öfters vor, passt aber kaum in den Zusammenhang-, ebensowenig ist eine entsprechende 
Bedeutung dieser Wurzel aus den anderen semitischen Sprachen beizubringen. 

X>raiX°n>h® IS®1 o lflXSn0IX°n>h Die Belegstellen für das Wort >Tfl sind zum 
Theil oben S. 88 angeführt worden; ausserdem kommt es noch vor Hai. 353,4 (2): 

,N. N. weihte dem 'Attär etc.J die ganze Wiederherstellung 1 und Ausschmückung ihrer 
I^TSl und der . . .' Man ist geneigt für 1®Y3 die Bedeutung ,Umkreis, Umgebung' 

von der Wurzel J^s. anzunehmen, die an den meisten Stellen passen würde, aber die 
eben angeführte Stelle und besonders unsere Inschrift, wo von vier 1®T3 die Rede ist, 
macht diese Annahme unmöglich 2 . Man darf es mit grosser Wahrscheinlichkeit ,Rund- 
säule' oder , Capital' übersetzen. 

Ueber die Form X1°Tfl wird im Excurse am Schlüsse dieser Abhandlung das Nähere 
angeführt werden. 

Mit 3X810 ist vielleicht arab. Qi, das durch (jöjoI j-lai erklärt wird, zu vergleichen. 

ist entweder Adjectivum zu 3X810, welches, wie X°n)>h beweist, masculinum ist, 

oder Adverb ~z ,oben'. Die Stelle heisst: ,und sie fuhren fort [herzustellen. .] 
SjcDl/iV® vier hohe Erzsäulen und vier Rundsäulen'. Damit ist die Beschreibung von 

Ghomdän, Müller, Burgen I, 389, 2 oy4-!^ JUxUlj ^jjjjfj LyaJI äJlo w>ljjf 'kiykX.! ^ 

(j-L^ ^ JU+i' LgJuo i_>L> i\Xs.j zu vergleichen. 
Z. 7. In dieser Zeile ist nur das Wort hX£ neu, dessen Sinn aber weder durch den 
Inhalt, noch durch die Etymologie irgendwie aufgehellt werden kann ; eine Wurzel 

Iäa£. KDv2? giebt es nicht: ,von seinem Fundamente, und er .... es von seinem Fun- 
damente und sie erneuerten darin . . . sein .... und drei Erzsäulen auf 
seiner Höhe'. 

Z. 8 Anfang ist mit einiger Wahrscheinlichkeit schwer zu ergänzen [vielleicht ®Y1fi 
J. M.]; a>V®1° ist = s^JLc ,am oberen Theile'. 

(Do^<D Di e Wurzel P5fp wird im Hebräischen bei Bauten häufig angewendet; sie be- 
deutet , abschneiden, abecken' daher JJStpÜ etc. ,Winkel, Ecke'. Aehnlich wird das Wort 
auch hier heissen; dazu passt ^YSlAY, wofür oben Nr. 19 die Bedeutung , schneiden' ver- 
muthet worden ist. 

Z. 9 Anfang hat vielleicht gelautet 3>~1 Y I Bt 1 ^® ,und er Hess Steinblöcke behauen' 
3>~IT = ^.S:, sonst kommt allerdings ^ h [~1 h vor. 

HS® kann entweder Verbum sein = Vgl. Hai. 349,2: ^fflr 1 ! IH8®X® ~ ^j-op, 

möglicherweise in der Bedeutung , abgrenzen, abzeichnen', oder istzn^ji in dem bekannten 
Sinne; ob 3fn° n. pr. = die dem bekannten Stamm, der an der Küste Südarabiens wohnte, 

1 Zu der Ergänzung vgl. Hai. 529: I^^X^IS^Tillfn; S®TI = O3* , Hilfe', hier ,Eestaurirung'. Vgl. auch 353: 1^2®!! 
für 1hS®Tl .Hilfe Gottes.' 

2 Mit J^a. hängd hebr. b^tl , Mauer', ,Eingmauer' zusammen ; davon durchaus zu trennen ist b'tl , Kraft', das Gesenius 

Lexicon ed. Mühlau- Volck von JLa. , drehen' ableitet , sofern das Gedrehte das Feste ist'. Kraft, syr. l^-"*, ist viel- 

mehr mit sabäisch 1 f 'xj zusammenzustellen. 

m* 



92 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



oder irgend etwas sonst bedeutet, ist schwer zu sagen. Ueber ist schon gesprochen 
worden. 

Höchst merkwürdig aber sind die Schlussworte SH - ^"!® I QX3YH3. Wir lesen Müller, 
Burgen und Schlösser I, S. 347, 2 : 

Unter Hinweis auf Ibn Hischäm, ed. Wüstenfeld, S. 26 yj^a. »JU^ haben de Goeje 

und Mordtmann x t ^ i* und zu lesen vorgeschlagen 3 . Die Lesung o^s» ^ ur '-'j^ i st 

nach der Note bei Frey tag s. v. dialecto Jemanae genus lapidem pretiosorum 

(Reiske ad Golium), besonders aber nach der Glosse des Neschwän, bei Nöldeke, Ge- 
schichte der Perser und Araber, S. 193, wonach — kejiajLo j^ls: sei, ganz unzweifel- 
haft richtig. Bedenklicher schien die Leseart x t g: ( ^ mit Hinblick auf folgende Stellen in 
den Burgen I 386,8: sjc^^o jwLa^j, 387,8: 

390, 10: 

O »4A4J (j'i>^ viLüoö* . £ Jl J^A-ftJ! ' >' (Vi 

419,2: c ' 

— wJ! I g .^^0 tX JtV.iL— j üx^-jjo ^j-uj^, 

wo die Hds. immer o statt ^ haben. 

Dass aber diese Conjectur durch die Inschriften in so unerwarteter Weise bestätigt 
werden würde, konnte man kaum ahnen. Und doch scheint 'Alqama dü-Geden sein ». gi* 
v_>^ä- 5 unserer Inschrift, oder einer ähnlichen, entlehnt zu haben. Dabei ist es merk- 
würdig, dass er den Sinn der Worte noch wusste; denn er gebraucht sie in gleichem 
Zusammenhange wie in der Inschrift. 

Zur Erklärung der Wurzel j^gj darf man vielleicht auch nordar. pLglf! und ^L^Jf, 

die durch ^IäJIj oltXcLl , Schmied und Schreiner' wiedergegeben werden, heranziehen. In 
den angeführten Stellen des Hamdäni scheint es , Steine behauen' zu bedeuten, 419,2 
JotXi.L» KAy^kjo wird vielleicht Schmiedearbeit gemeint sein. In unserer Inschrift kann 
3X3YH3 2 synonym mit sein, oder aber auch ,Holzarbeiten' bezeichnen, etwa ent- 

sprechend dem minäischen SWin® 1 3B° ,aus Holz und Marmor'. Zum Schlüsse sei noch 
die Frage aufgeworfen, ob nicht in s^x| und JLc (so vielleicht für JU) das ©1° in LgjpLo 
(419,2) wofür IppLs zu lesen wäre, das X810 unserer Inschrift steckt. 

Der Schlusspassus lautet also: ,. . . Steine und die Statue von . . . [oder: und 
er grenzte ab . . .] und sein ganzes Minaret(?) aus Holzarbeiten und Quader- 
steinen'. 

Nr. 32. 

Sandsteinblock, M. 0,36 hoch, 0,24 breit. 



Vgl. auch v. Kremer, Siidarabische Sage 144. 145, wo ebenfalls die Lesung gurüb und menhema aufrecht erhalten wird. 
Ueber die Form vgl. weiter unten Seite 103 ff. 



Sabäische Denkmäler. 



93 



>flHrih®IT na-oxiln 
V?hni1r> lh>a rraiSövtpö 

TIA® I n>rnnh n^ilmras 

TIAV 1 o> n V H ® ° Ü 5 rfMtn l löruipa 5 

?® I >h • • I >"1Y® I fl>? "i I*« • • l"üm I dt 

. . ©VfHn® I T "irra» l n 

Das Fragment einer ziemlich nachlässig und ungleichmässig ausgeführten Inschrift 
en relief, die an allen Seiten abgebrochen zu sein scheint. Ueber den Inhalt lässt sich in 
Hinblick auf den Charakter der Buchstaben nur vermuthen, dass es eine Bauinschrift war. 

Z. 1. >HHnh® ITtli 2 , darf man mit Rücksicht auf Z. 4 hier, und Z. 7 vielleicht er- 
gänzen. Wir hätten hier zum ersten Male den Namen T1ri = / ^^°' Auffallend bleibt das 
Fehlen der Mimation, die bei n. pr. allerdings im Sabäischen auch dort, wo die Nunation 
im Arabischen stehen müsste, öfters wegbleibt. Merkwürdig ist auch, dass neben dem 
n. pr. auch TlftY IV. Form des Verbums in dieser Inschrift (Z. 5.) vorkommt. 

Auch XIHilh war bis jetzt nicht bekannt, aber sowohl |~lh als auch >HH werden zur 
Bildung von n. pr. composita häufig verwendet. Vgl. ^^HHfl Fr. 51 5 oHT^ÖH Hai. 615, 19 
und wahrscheinlich auch Z. 32/33; I - ! > rn> t] M 324. 410, 1; ?1°>3H Name mehrerer sabäischer 
Könige (Müller, Burgen II, 982); rt1S>SH? König von Haram, Hai. 144—154. 160. 161. 
Siehe auch 647 und den Stadtnamen ^Loi. Mit Ausnahme von 410, 1 (es-Soud, deren 
Dialect nicht zu erkennen ist), stehen alle diese Namen nur in Inschriften sabäischen 
Dialectes. Freilich kommt die "Wurzel >3H auch im minäischen Dialecte vor. Hai. 446,2, 
447,i (1. X>^Hrh) und 259, 1. 

Z. 2. VTHfl I1fi® I h>3 • • , . . mrän und alle ihre Söhne' H>3 • • kann Beiname eines 
Mannes sein oder sich auf alle Vorhergehenden beziehen; etwa h>3[Th oder dergleichen. 

Z. 3/4 °®£ I • • 3£nh® I 3 ,Abscham . . , der Genosse des Abukarib und Sälih'. Nach 
dem 3 ist noch ein senkrechter Strich zuerkennen; eine passende Lesung vorzuschlagen, 
ist nicht möglich. [Es ist wohl >fBnh = j+ä zu lesen. J. M.] 

Z. 5. ©Y1AY I ®3YH®°3 ersteres = (*&y&* ,ihr Helfer'; zu letzterem vgl. arab. xj\, 
hebr. tfbvn, etc. ^ 

Z. 6. >"1T <D I^>? scheinen n. pr. von Localitäten zu sein; das darauffolgende Wort 
kann >hllri oder >hl~lh gelesen werden. Vgl. >hBT Hai. 192, 1 von >B L f J . Für den Fall, 
dass >hr~lh ~ jLt zu lesen ist, würde das Fehlen der Mimation auffallen. 

Z. 7. ®Y?hn® I YtlA ,Säli]h und seine Söhne'. 

Nr. 33. 

Kleines Fragment M. 0,16 hoch, 0,25 breit; oben unbeschädigt. 

Hn°inniH0® wipnai 

o 1 ? 4j x H\ • i 1 vnm 1 1 

T> m 

? 

Der Name NO® scheint auch Hai. 88,1 zu stehen: H4 1 ® I Hü, lies: HO®, möglicherweise 
auch 615,23: °>rShn I 3H0® UhllY®. Die Wurzel HO® kommt noch vor 154, 19 : H£?0 I HO®®, 
vielleicht auch 349, e: HO®?? 1 1h®- 



94 



MoRDTMANN UND MüLLER. 



Z. 2 ist wahrscheinlich zu ergänzen: ®?XXh I ©[VTHII® = t5 *Xj' J VIII. Form von 
<j>XH = ®?VHX (V. F.). Vgl. Hai. 147, i: ®? XHX I XT^hX und Hai. 681,2. 682, 2 = Levy, Z. 
M. G. XXIV, 194. 

Nr. 34. 

Fragment M. 0,24 hoch, 0,16 breit; an allen Seiten abgebrochen. 

ixn^H n? ibinapna'« 
?innm?° s i p i r» 

mi1hr>h nl^Dix 
I a 

Dies ist ohne Zweifel das Original von Hai. 205 (Ma'in 19, trois lignes fragmen- 

taires hors de la ville) : 

ixn<minrs 

?lhnih?° 
H 1 1hr>N 

Die Varianten erklären sich dadurch, dass die betreffenden Buchstaben beschädigt 
sind. Wenn man IXIl^M ergänzen darf, wogegen graphisch nichts einzuwenden ist, könnte 
man damit Kobatel, auf der Karte von Niebuhr, nordöstlich von Damär vergleichen; 
natürlich nur dem Namen nach, da der Fundort gegen eine Identificirung der Ortschaften 

spricht. Einen Ort JöUi' ^3 im Michläf Gahrän führt Hamdäni, Gazirat 195, an, der mit 

Niebuhr's Kobatel identisch zu sein scheint. 

Z. 2 ist vorderhand schwer entsprechend zu ergänzen; >0°]? I Hfl I H?°[>H 1 3>T zu 
lesen und ^£*j ^ <J* & ) f>&*& ^ m Commentar zur kalä'ischen Qasida, Vers 239, zu ver- 
gleichen, ist sehr gewagt, da das Zusammentreffen doch nur ein Spiel des Zufalls sein 
wird. In der dritten Zeile ist der bekannte Name 'Aus'il zu erkennen. 



Nr. 35. 

Grabstein mit dem Bilde eines stehenden Kriegers en face, der mit der rechten eine 
Lanze hält, während die Linke auf dem Schwerte liegt, M. 0,46 hoch, 0,22 breit (nach 
dem Abklatsche). 

mYtf IrSOH DbH3lDB3 

nmsNorMhn airwip 

3 a 

,Grabdenkmal des Kuhäl m , Sohn des Sad ra von Bahr" 1 '. 

Dieser Stein, wie auch Nr. 36 ist im türk. Salnäme von Sana publicirt worden. 
SUVri Das Nordarabische kennt den Personennamen JuolS" (I. Doraid 110. 127). Von 
derselben Wurzel kommen die n. 1. JLg5^, Gaztrat 179 o:= Jacüt IV, 436, i. Vgl. auch 

' Jl^iüUAart ^.^jj auJtj L**, (j->; ferner äJLgi' Gazirat 323 u . 345 u. Auch kommt als 

Orts- und Personennamen vor (Gazirat 149 . 172o. 201; Jacüt IV, 332. Vgl. Hai. 237,4. 
5.7. 511. Prid. 8,4/r,.) An unserer Stelle wird man am besten Jl^i" vocalisiren. Vgl. auch 
Ju^25" yi\ Gazirat 135 ob. und die Stadt Jue£ im G. Haräz. 



Sabäische Denkmäler. 



95 



S^TflH hat der Stein sehr deutlich ohne Verletzung, und obwohl das Zeichen für 11 
etwas niedrig ist und das Salnäme ^>TrS hat, wird man dennoch Q>Tn lesen müssen. 

Nr. 36. 

Grabstein M. 0,37 hoch, 0,19 breit (nach dem Abklatsche). 

nAh 1 [ • • • • 1 1 ] 32*3 

w nn aa 

, Stele und .... des Wahb m [b. Madi]karib, als eine Sühne seinem Vater, der sie 
errichtet'. Das Bild stellt dar einen vollständig gerüsteten Krieger en face, mit Lanze, 
Yatagan und konisch geformtem Helm, mit langen Bändern (JIäc) verziert. An der 
Seite hat er eine Feldflasche hängen. Der Rock erinnert an das tscherkessische Costüm. 
Ueber die Waffen der Sabäer spricht Strabo XVI, 4 (781). 

Der Schlusssatz der Inschrift ist entweder JIä. (Zustandssatz) — ju^>UU SLü [D. 

H. M.] oder Ausruf J^ü. Vgl. besonders die Inschrift von Aden : 

rW>ri?H inn i ^n>® 1 i 3nn> i nn i n>^h^h i >®a 

,Das Bild des N. . . . etc.' für die Formel des Wunsches, der inhaltlich verschieden 
gewesen sein dürfte; vgl. Hai., Etud. Sab. 196, ff. [J. M.] 

Nr. 37. 

Basrelief M. 0,26 hoch, 0,19 breit (nach dem Abklatsche), oben abgebrochen. 

[Dieses und das folgende, in der Ausführung ihm sehr gleichende Relief sind sehr 
flach gearbeitet. Das vorliegende stellt offenbar einen Jäger mit seiner Meute vor. Die 
beiden Hunde sind noch deutlich genug abgebildet, um sie als äthiopische Jagdhunde 
für Gazellen und Antilopen zu erkennen. Alles vielleicht eine Anspielung auf den 
Namen Xfllfi. . 

1 rfi I H n I 1 HAH ^.fplDTiplMü 
n°li]>V£ I nn>rti ixn spl onrw i am • l na 
X?1h I Thn I «NVM nhnt I ^:a i m 

Die Inschrift ist räthselhaft, rh scheint ~ 6, zu sein: ,Es haben errichtet (C*-ia3) dem 
kAS' ^ t>tjö dem edlen (pijS) berühmten (ja^-ä) ihrem Knecht die B. Alljat'. 
llriH kann auch Subst. sein, ^_Jaä oder ^^aj , Stele'. 

Grösse und Art des Denkmals zeigen, dass der Verstorbene kein Vornehmer war, 

vermuthlich ein Sclave oder Freigelassener der B. Altjat. Zu ANN'!' vgl. die B. jfjj bei 
Ibn Doraid 304. 

Nr. 38. 

Dasselbe gilt von diesem Stein. Das Bild ist in Linien eingekratzt. Die Verstorbene 
sitzt auf einem Klappstuhl, wie der Z. M. G. 35, 432 beschriebene; darunter die In- 
schrift : 

x3°aTxnH*ayxi^ 



96 



MOEDTMANN UND MÜLLER. 



Die ersten vier Zeichen unsicher, möglicherweise ist H^Slk'XSjh zu lesen-, Xfl = XHÜ 
c^, wie Levy I,i, Z. M. G. XXIV, 178, i. J. M.] 

Nr. 39. 

Einfacher Grabstein M. 0,25 hoch, 0,15 breit, oben mit .einer Bordüre eingefasst. 

1hrV»h? hm» 

Die beiden darüber befindlichen ellipsenförmigen Zeichen <=> <=> stellen möglicher- 
weise zwei Augen dar. Vgl. Hai. 378 (es-Soud) einen ähnlichen Grabstein. 



Auch die Inschriften aus Negrän, lauter Eigennamen enthaltend, Hai. 580 — 590, 
scheinen Grabsteine einfachster Art zu sein. 

Nr. 40. 1 

M. 0,24 hoch, 0,32 breit, vollständig ; rechts eine, wie es scheint, zwei Bäume dar- 
stellende Verzierung und einen bis in die dritte Zeile reichenden senkrechten Strich. 



TYIHSHh® 
HhlhhrirS3l° 



vi l p l bx) 

Diese Inschrift ist schon nach einer Copie von Prideaux, in den Transactions of the 
Bibl. Soc. Bd. IV, 200 Nr. XVIII, publicirt worden, der sie als limestone slab bezeichnet 
und "einige erklärende Bemerkungen hinzufügt. Obwohl die Inschrift vollständig und sehr 
gut erhalten ist, so ist es dennoch äusserst schwierig, den Sinn derselben zu ermitteln. 

Zu °?VIH£l1h® vgl. Fr. Uli: I I HS 1 1h®; ferner Hai. 362,i: I |"l>° 1 1h® I HS 

3rSHh Mfn; aber alle diese Stellen sind dunkel. 

HhllriSl ist oben als ,Weg', , Reise' [vielleicht auch Caravanenstation D. H. M.] er- 
klärt worden-, auch das passt hier nicht. Man hat es früher, nach dem Vorgange Prideaux', 
.Tränke' übersetzt, [was aber bis jetzt weder sachlich noch etymologisch bewiesen werden 
kann. D. H. M.] Sicher steht nur $>°f\® I ^Hh ,Menschen und Thiere' [,Kameele'. J. M.j 

Nr. 41—44. 

Vier Fragmente, wie es nach dem Material der Steine (marbre calcaire) und dem 
Charakter der Schrift scheint, einer Inschrift, von denen 41 (M. 0,28 hoch, 0,31 breit) 
vierzeilig; 42 (0,20 hoch, 0,43 lang) dreizeilig; 43 (0,15 hoch, 0,28 lang) und 44 (0,15 hoch, 
0,38 lang) zweizeilig sind. Sämmtliche Fragmente sind, wie wir glauben, unten, und Frag- 
ment 41 auch links vollständig und sind etwa folgendermassen zusammen zu setzen: 

41 42 43 44 

°fl L r J I]>l < l>°°l °I]Y> i 

filoflYcoYT IHtB [njoooo | tiiin I ^HVXIr 2 ! 00 2 

HWhHHTflr 1 h1l?XrS>l«>i]V?Hr l l 1h [T] IXYAH» l«B>« «>W]ri^h1« I Hfl 3 

rmx> i <»öv>n n?^n-irShnviHn®i?° ?n i utiä i hhht> i wflmin> * 



1 Diese und die folgenden Nummern (40 — 48) gehören einer anderen Sammlung an, welche sich wahrscheinlich jetzt im British 
Museum befindet. Vgl. Einleitung S. 9. Sämmtliche Steine dieser Sammlung bestehen aus einem gelblichen marmorartigen 
Materiale (marbre calcaire). 



Sabäische Denkmäler. 



97 



lönönpi I 10m i 

3 1 lönrn l biri ! nbbz \ lönrbati 2 

i pnai l pa 1 tid-i 1 nan^Db« tn] I nmtai 1 ixm i[ft]Dn6i i }ö 3 

onnnSi 1 iöma m^i l Dsü]n l pi 1 ^ »gl cnSi: 1 pam hinruarro 1 4 

Wir haben hier jedenfalls eine Bauinschrift von demselben Charakter wie Fr. III 
und Z. M. G. XXX 671, mit denen sie auch palaeographisch zusammenzustellen ist. Dass 
es eine ßauinschrift ist, geht gleich aus der ersten Zeile hervor, die wir zu | cot] [H !] 
^tlVQN't'® ergänzen. Der Ausdruck I]>t=i 3® I33N ( ! > ist aus den minäischen Inschriften genügend 
bekannt. So lautet Hai. 465: ,Jakiri und seine Söhne etc. weihten dem 'Attar die Aus- 
schmückung des Thurmes Baqarän etc.' I 3*}>in© I 3XX© I 3B°© I >H°3© I I, das wahr- 
scheinlich heisst : ,die Frontseite und die Einfassung und das (dazu gehörige) Holz und 
die Balken und die Marmorblöcke'. (Vgl. ferner Hai. 203, 1. 424, 1. 482. 459. 529). Zu 
>H°3 vergleichen wir hebr. PHTJ?, das Ez. 43, 14 ff. die , Einfassung' des Altars bezeichnet, 
und in der Mischna , Vorhof ' des Heiligthums (= Hin) bedeutet. Die Zusammenstellung von 
rn$ mit arab. aLoyt ist lautlich - unhaltbar ; dagegen entspricht unser >H°I] lautlich und 
sachlich vollkommen. [Ich ergänze ®^V>rifn ,ihr Aeltester und Anführer.' J. M.l 

Z. 2. ©HVXItA]© Die Lesung ist nicht ganz sicher. Das in Klammern gesetzte Zeichen 
kann ein etwas schmal gerathenes A, aber auch ein t sein. X1A bezeichnet neben l°3Y>H°3l 

©^V^M^® irgend ein Bauobject [D. H. M.] oder ist gleich arab. aÜLa (rad. Jcoj) bedeutet 

parentela, wofür das parallele ©HYgTT ,ihr Stamm' spricht [J. M.] 1 

H1in ist nicht sicher, da 1 und 1 nicht zu unterscheiden sind; darauf folgt • © • ©, 
der zweite Buchstabe ist oben abgebrochen und wahrscheinlich ?, der vierte kann n oder 
B oder t] sein; daran schliesst sich H£j£ (41,2). [Ich halte ein © für eine Dittographie, das 
darauffolgende Zeichen für einen Trennungsstrich und lese ©QY©?Y IH3££I©I ,und die H3£3 
ihr Stamm'. J. M.] 

Z. 3 lassen wir die sonderbare Gruppe I ©[tOrS^hl©, deren Lesung nicht ganz sicher 
ist (statt t\ kann man B lesen), unerklärt. Deutlich ist IXYAH® l©B>© = ,und 
Gunst und Freundschaft'; letzteres ist dir. Xsy., aber kaum was anderes als arab. 
oder aL&.Lai. Der Buchstabe nach dem Trennungsstrich kann T oder V sein. 

1 00 tl V ? H rh 1 rh ist sicher — yi^LJ I das kurze 1 plene geschrieben; in dem Worte I [?] X rh > 

ist der letzte Buchstabe zerstört und muthmasslich ergänzt. Darauf HB>h® I HTdCrHJI I ; (die 
eine Hälfte des rn steht 42 Ende, die andere Hälfte 41 Anfang) ,für den Himmel und 
die Erde'. 

Z. 4 Anfang ?n I 3T1 A I HW> I © JWH Y?rn I f\>[6 ■ • gibt einen guten Sinn : ,und er 
erhörte seinen Diener . . . kjarib, dass ihm die barmherzigen (Götter) Frieden schenken. . 
Zu HH3Y> ist zu vergleichen HH^T>l^r l i1l^?B>^© ,und ein wohlgefälliges Werk dem Namen 
der erbarmenden (Götter)' Z. M. G. XXX, 621; ferner HMT>lhH>n ,mit Hilfe der all- 
erbarmenden (Götter) Fr. 3, 3 und HT^rSIIM I HH3T[> Hai. 63,7 ,die Rahmäns im Himmel', 
nach Halevy's treffender Erklärung, Melanges d'Epigraphie, p. 106. 

Der Schluss der Zeile ist dunkel, die Lesung rShllY (möglich auch rihBY) unsicher. 
Das letzte Wort ist wahrscheinlich 3[Y]>X1® zu lesen ,er möge sich erbarmen'! zz 

1 Vgl. oben S. 69 zu Nr. 18,2- 
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. . n 



98 



MoRDTMANN UND MüLLER. 



4 



Nr. 45. 

Kalksteinfragment M. 0,24 hoch, 0,27 breit. Rechts und oben abgebrochen; bu- 
strophedon. 

>IMB^IsnX// bubblifnöiDDn 

Nl o ^l®0(Y®l® 1 1 imai i ny \ i 

3 h ° H 1 I S T üxvM i nns 

(1 1 I I I I 1 Ii i m !ln 

Ein Fragment einer, wie es scheint, sehr alten Inschrift. Sie hat denselben Schrifttypus, 
wie Reh. V. I. IV, und ist wie jene bustrophedon geschrieben. Es findet sich auch Z. 3/4 
>3h°2?, der bis jetzt nur als Name sabäischer Könige der ersten und zweiten Periode nach- 
gewiesen werden konnte (Müller, Burgen II, S. 31 D). Zu den dort angeführten Stellen 
sind noch Fr. 48: >$[h°]S? 1 l> I ?[1]°[V]Hri I !> ; Hai. 596, 3/4 (D, 4) ; 631 + 630,3; 628 
4- 632,6/7 (D, 3?) und 643,3 hinzuzufügen. In unserer Inschrift, wie in den hier zuerst an- 
geführten Stellen führt >3h°2? keinen Beinamen. Die Ziffer V, mit der unsere Inschrift 
schliesst, heisst gewiss nicht ,quintus'. 

In dieser Inschrift lassen sich vorderhand nur einzelne Wörter erkennen. Das zweite 
Zeichen der ersten Zeile kann h; l~l rS oder tn sein. B^S] ist sicher, die darauffolgenden 
zwei Zeichen können nur 1 rn sein; Hü woran man auch denken könnte, muss wegen der 
über die Mitte des Buchstabens reichenden Höhe des Striches ausgeschlossen werden. 
Was aber ©Y^O® | 3° I H1® 1 1 fn I B^d bedeutet, wird sich kaum mit einiger Wahrscheinlich- 
keit sagen lassen. 3° IHI® heisst vielleicht jd^ ,die Vettern', dazu B^tl vorausgestelltes 
Verbum. Auch 3Y0 • • lässt sich nicht angemessen ergänzen. SlYOA, das nahe liegt, scheint 
nur minäisch zu sein. 

Nr. 46. 

Kalksteinfragment M. 0,24 lang, 0,19 breit; links vollständig; bustrophedon. 

Auch dieses Fragment ist alt und gehört ohne Zweifel der ersten Periode der sa- 
bäischen Geschichte an, und zwar wahrscheinlich unter H?n i 1h[l>ri oder >X® (Müller, 
Burgen II, 983, E. 1. 2). In der vierten Zeile ist augenscheinlich 33)[Y zu lesen. Vgl. Hai. 
1 54 : Kariba'il in Haram. 

Nr. 47. 

Kalksteinfragment M. 0,15 hoch; 0,37 lang. Höhe der Buchstaben 0,09. 

YIY®)llhl><M? n i ninss i pptt? I " 

, . . der Stamm Sirwäh . .' 

Wahrscheinlich stammt dieser Stein aus Sirwäh oder Ma rib. Sirwäh ist zuerst von dem 
Entdecker der Metropolis regia Sabaeorum, dem französischen Pharmaceuten Arnaud, 
besucht worden, wo er auch einige Inschriften (Fr. IV — XI incl.) copirt hat. Er nennt 
den Ort missverständlich Khariba (kj^L, was aber nur , Ruine' bedeutet). Erst Halevy, 
der nach ihm diese Ruinen betreten, gab ihm den richtigen Namen Sirwäh, schilderte 



Saijäische Denkmäler. 



99 



ihn als eine grossartige Ruine mit einer Säulenhalle und Burg und brachte 21 Inschriften 
von dort mit, darunter zum Theil die schon von Arnaud copirten (Rapport 67). Aus diesen 
Denkmälern ersehen wir, dass Sirwäh in engster Verbindung mit Ma'rib war und schon 
in sehr alter Zeit unter sabäischer Botmässigkeit stand. Wir lesen in ihnen Namen der 
sabäischen Könige der ersten und zweiten Periode und finden andererseits den Namen 
T©)* auf dem Damm von Ma'rib. Fr. XXI: ° I nS®Y<» I T®>A I 2X. Bei Sirwäh, wie bei 
Ma'rib finden sich Almaqah-Tempel von gleicher ellipsenförmiger Bauart, ersterer von 
einem König der ersten, letzterer unter einem König der zweiten Periode erbaut. Dass 
Y®)! eine Art Residenz war, geht aus Hal6vy 51,3 (Sirwäh 10) hervor, wo sie Y®^ I H>~1 l t j 
,die Stadt Sirwäh' genannt wird 1 . Dass es auch in späteren Zeiten neben Ma'rib grosse 
Bedeutung hatte, ersehen wir aus Hamdäni, der in Iklil (Müller, Burgen I, 365) sagt: 
, Keine dieser Burgen kann mit Sirwäh verglichen werden, dessen Ruhm in den Liedern 
der Araber gefeiert wird'. f Alqama du Gadan, der, wie wir gezeigt, aus den Inschriften 
geschöpft, sagt: ,Wer ist gegen des Geschickes Fügung sicher, nach den Königen von 
Sirwäh und Ma'rib. 

Jacüt s. v. heisst es: , Sirwäh ist eine Burg in Jemen, in der Nähe von Ma'rib, 
welche, wie man sagt, von Salomon b. Da'ud erbaut worden war. Ibn Doraid führt einen 
Dichtervers an : 

,Er liess sich in Sirwäh nieder und baute sich auf seinen Höhen, wo am höchsten 
ist seiner Berge Gipfel, einen Palast', (ol^s?) 

Die Etymologie des Wortes gibt schon Jacüt a. a. O. richtig an, indem er es mit 
zusammenstellt, das einen hochliegenden Bau bezeichnet, wahrscheinlich so genannt, 
weil die Burg hochgelegen und blank weithin sichtbar war {^y* heisst ,rein, deutlich', 
vgl. hebr. IT'Htf), wie es ausdrücklich in einem Verse bei Hamdäni a. a. 0. heisst : 
,So oft wir nach dem Hochlande hinzogen auf der Höhe von Jahbis, 
Leuchtete uns Sirwäh durch Herrschaft und Macht'. 

Die Form t^'Jy? (und m einem Verse, Burgen I, 299, 13) erinnert an die, wie 

es scheint, den Südarabern eigenthümliche Form Juii. Vgl. 'ffy** etc * 

Merkwürdig ist auch die Verbindung IY®>£IHn°£ für Y®)^ I HO* wie WTIH, 
HN?>H, H>3°H u. a. Vgl. jedoch ©VHSri I^VI"! *® Hai. 327, 2, das ja auch n. loci ist, und 
vielleicht auch Hai. 62, n : YMA I »SVOt*. 

Nr. 48. 

Grabstele M. 0,22 hoch, 0,40 lang. 

<m® 1 3£?lh I XN I XhH^S I rSOH frtri l mtck 1 m I mm I ^ 
®VH>X^?H I H*>* I >X£° I h°ö lsrhrarr Ifpnw iw 1 |pö 

, Grabdenkmal der Muschni'at von Agjäsch m ; es möge c Attär der aufgehende zer- 
schmettern denjenigen, der es zerschlägt'. 

Diese Inschrift ist oben und an beiden Seiten von Weinranken -Arabesken eingefasst. 
Sie ist schon von Prideaux, Trans, of the B. S. vol. II, part I, p. 27, publicirt worden und 

1 Mit H^IV wurden nur Haupt- oder grosse Städte bezeichnet; so SI^H IH^IV die , Stadt Naseliq™'. Hai. 280 ff.; 
<D H> < ! > lh>1V ,die Stadt Qarnu' Hai. 192,5/6- 443, 2 . 520,9 553, n; 18? I H > ~l V ,die Stadt Jatil' 451, % 457,2. 465, 2 . 
467,2. 520,i2. 527,i. 530, 2 . 542,2- 557, 2 ; I H > ~ | V ,die Stadt Haram 1 147, 2 . 359, 2 ; ||~1?>3 I HIV ,die Stadt Marjab'; 

Os. 31 = B. M. 36,3/4; Fr. 54, 3 ; H>3° IH>"l l T f ,die Stadt 'Amurän, Os. 20 = B. M. 27,i; X®!"^ I H V > ~1 V >die Stadt 
Schabwat' Os. 29 = B. M. 6, 6 ; 3X3?>3 I h>1 l T I ,die Stadt Marimata' Reh. 6,12; 3X?H3 I H>1V Hai. 596, 6 . 

n* 



100 



MORDTMANN UND MüLLER. 



in dem bekannten Style der Grabinschriften abgefasst. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass 
uns nur der Kopf des Denkmals erhalten, der untere Theil aber, die bildliche Darstellung 
enthaltend, abgebrochen sei. Eine Zusammenstellung der bisher publicirten Basreliefs ist 
Z. M. G. XXXV, 432 gegeben worden. 

Dass auch die Grabmonumente zu genealogischen Zwecken von den südarabischen 
Archäologen ausgebeutet worden sind, dafür liefert das von Prätorius (Z. M. G. XXVI, 
432) publicirte Bild ein drastisches Beispiel. Die Inschrift lautet dort: 

XBB° \hü I tin> L t J \>®& ,Das Bild des Harb 111 b. Adädat'. 

Es ist gewiss kein Zufall, dass wir Iklil X, S. 132, lesen: t^ij UL&i Rjuoj ^ ^ jJ 3 ! 5 

l^gj ^jü ^jiaj! xjij)f *Udb t^öjj iuöLä-ej. ,Beide, Harb und Adädat, haben eine grosse Nach- 
kommenschaft. Nach der Inschrift sind sie nicht Brüder, sondern Harb der Sohn des A'. 
Im Einzelnen sei noch Folgendes bemerkt: 

rSOH als ,Grabdenkmal' ist durch Os. 35 = B. M. 38, i und Hai. 639, i belegt. Auf 
die analoge Bedeutung im Aramäischen und Talmudischen haben Os. a. a. O., und Halevy 
E. S. 180 hingewiesen. Auffällig ist, dass rSOH hier Masc. ist, während es doch in allen 
semitischen Sprachen als Fem. und nur in der Bedeutung ,Person' im Arabischen auch 
als Masc. gebraucht wird. 

XhH£3 wohl gleich äLuiuo oder ,die Verhasste' oder ,die Hassende'. Vgl. arab. 

ud+Ju n. pr. eines Mannes, von dem Ibn Doraid 157 erzählt: ^uJ! jo^ 5 p^Lu^l od+Ju 
IIxaä. sC^w-s |V*J~o. Auch hebr. ai'X scheint von a?X , anfeinden' abgeleitet werden zu müssen. 

3£?~lh = tr-^-i (W. jLas») wie ^JOjl ^j+tl oder J&Uä-I und ist der Name des Stammes 
oder des Ortes, von oder aus dem die Weihende stammte. Zur Schlussformel vergleiche 
Z. M. G. XXXII, 202, wobei noch bemerkt werden möge, dass Gebäude und Grabdenkmäler, 
wie es scheint, speciell in den Schutz des ,Attar des Aufgehenden' gestellt zu werden 
pflegten ; er war der rächende Gott, der Heiligen- und Leichen-Schändung strafte. 

a> L T J H>X^?N ,der es zerstört, niederreisst'. Im Arab. heisst ^.äxö ,spalten, verwunden'. Mit 
diesem >X£ Ju& hängt das späthebräische und aramäische iriD ,niederreissen, zerstören' 
zusammen ; so z. B. Ezra 5, 12 rpifip nrrai ,und dieses Haus zerstörte er' und sonst in 
den Targumim, im Talmudischen und Syrischen sehr häufig. 

Der Versuch das , Zerstören' vom ,Verbergen' abzuleiten, eigentlich : , machen, dass 
man etwas nicht mehr sieht' (Gesenius Lex. VII. und VIII. Auflage), ist vollständig ver- 
fehlt und zeigt, wie vorsichtig man mit derlei Etymologien sein muss. Wir haben also 
zwei ganz verschiedene Wurzelgruppen : 

1. yjjü, >X£ , zerstören', womit hebr. "iflttf 1 zu vergleichen ist. 

2. jjjj* hebr. 1DD aram. hLu ,verbergen'. Sonderbarerweise hat das Aeth. iP-f'C' rete 

tetendit (wohl ein Netz verbergen) und iii'^t — ^ks. Dass aber die äth. Hds. nicht mass- 
gebend sind, ist genügend bekannt. 

Nr. 49. 

Fragment einer Linie en relief M. 0,25 hoch, 0,50 lang. Abklatsch unmöglich. 

J^rOh® I all -DWMlIJÖ 



1 Nur "HnttH ,sio brachen hervor', I Sam. 5,9. 



Sabäische Denkmäler. 



101 



Nr. 50. 

Zweites Fragment, fast noch grösser als Nr. 49 (gehört nicht zu vorigem). 

X1h1h*P rbsbw 



ANHANG. 



I. Falsificate, von J. H. Mordtmann. 

Wie im Eingang erwähnt, enthält die Sammlung des Tschinilikiöschk eine Anzahl 
Köpfe und anderer Sculpturen, von denen die meisten inschriftlos sind. Eine Anzahl 
Köpfe von unglaublich rohem Typus sind im Salname" von Sana abgebildet; andere 
zeigen merkwürdigerweise eine geglättete Rückseite, auf der sich mehrere Inschriften 
finden-, nämlich unter Anderem: 

23 b c 

24 a b 

zwei andere lauten : 




in welchen vermuthlich das Wort 3®? enthalten ist. Die Inschriften sind ohne Zweifel 
ächt, es bedarf aber keines Beweises, dass die Gesichter, die sich auf der Vorderseite 
befinden, moderne Fabrikation sind. Die auf diese Weise bearbeiteten Fragmente stammen 
aus Kamnä ; hoffentlich verwenden die Fälscher nur Inschriften kleineren Umfanges, 
sonst wäre die Zerstörung des kostbaren Materiales nicht genug zu bedauern. 

Wer der Urheber dieser neuesten Fälschungen ist, glaube ich errathen zu haben ; 
bei dem Mangel aller positiven Beweisstücke enthalte ich mich jedoch seinen Namen zu 
nennen. 

Viel gröber sind folgende Fabrikate : 

III. Eine unförmliche Statuette, circa einen halben Meter hoch, von unglaublich 
roher Ausführung, ungefähr wie ein Wickelkind, so dass ich sie bei der ersten Besich- 
tigung für ein verirrtes Stück aus der moabitischen Collection hielt. Auf dem Rücken, 
der Länge nach, war folgende Inschrift : 

was von einer ächten Inschrift abgeschrieben scheint. Der Anfang lautete vermuthlich 
im Original : 

HniT>^l?1°Vi]M 



102 



MORDTMANN UND MüLLER. 



IV. Eine Art Stele mit Basrelief eine Figur en face darstellend. Ueber dem Bas- 
relief zwei Rosetten ; links unten ein Yierfiissler. Am Rande rechts und unten ist folgende 
Inschrift eingegraben : 

o 

h 

© cd Y N 3 
I Jf° 

was offenbar aus dem Fragment 23 b gestohlen ist, und zwar wahrscheinlich ehe es zur 
Herstellung eines Kopfes verwendet wurde, da die beiden Buchstaben h° wahrscheinlich 
noch dazu gehörten; vgl. die dazu citirte Inschrift Hai. 419, wo dem Wort ©©VN 3 das 
Wort voraufgeht. 

V. Auf der Stirne einer Büste im flachen Relief: 

= O. M. 39. 

VI. auf einem anderen Bild 

-Z. | o 

n i ho 

XH I 

= 0. M. 33 Z. 1 o Ihn I HO® 

Z. 2 ?y ] Xh I 

VII. Auf einem Fragment von gelblichem Sandstein M. 0,20 hoch, 0,12 breit. 

®V? ^h®l~lhl 
^©HOWHOI 
>IHni?h>XrSIOj 

o>^mx?m°ii]°<! 
A*HiHnin>tfi°i]| 

H|©^>©|^>©|oy 
IW>H~lli]°<jl 

offenbar von einem ächten Original copirt, so jedoch, dass, abgesehen von den Fehlern, 
auch die einzelnen Wörter umgestellt und durcheinander geworfen sind. 

Z. 1 f. oi3V?Hn® l®V?Xh® I1h[--- 

Z. 2. > ^ I a> H n sonst unbekannt. 

Z. 3. ?h>XrS 1. 1h>X® oder 1h>X®V 

ib. floHMHIl sonst nur als geographischer Eigenname bekannt. 

z. 4 1. n>rth]*hiHnin>fiH°i]io>^n 

Vermuthlich derselbe Eponym wie Hai. 48, 13 : 

HTBOIhmn?>rih*Hlhnin>rn 
Z. 7. HOX® über dieses Wort s. o. 

Z. 8. H 0?>N1 die ,j kommen bereits Z. M. G. XXX, 675 Nr. 3, i als Freunde 

der ^Ujü yC> vor. 

VIII. Auf einem Stück gelben Sandsteins. 



Sabäische Denkmäler. 



103 



>rifn<i> I Y 



Von Nr. 25 abcopirt, und zwar so ungeschickt, dass der Buchstabe H, welcher auf 
dem Original in Folge eines Bruches seinen rechten Strich verloren, hier in seiner ver- 
stümmelten Gestalt erscheint. 

IX. Auf der Brust einer sitzenden Figur 

XrV///h 

Diese Statuette möchte ich nicht ohne Weiteres für unächt erklären. 




II. Ueber den inneren Plural der Form X1°0S = aÜxlLo in den sabäischen 

Inschriften von D. H. Müller. 

Bekanntlich wird dieser Plural im Arabischen meistens von vier und mehrbuchstabigen 
Wörtern fremden Ursprunges gebraucht 1 ; dagegen ist diese Pluralbildung im Aethio- 
pischen von den Substantiven der Form Mafal fast ausschliesslich vorherrschend. 

Das Sabäische schliesst sich hierin dem äthiopischen Sprachgebrauch vollkommen 
an. Die sichersten Beispiele mögen hier zusammengestellt werden : 

Hai. 192, 4 : IXcHOTS I XSNrh® I SOTA I SNrh I WX® I ?1°X I1fn .Die ganze Aufführung QJ£) 

und Ausschmückung (^j^aj) von 6 Plattformen und 6 Thürmen' (älvsCs? oL^e o^«). 

Dass hier XNOTS Plur. und nicht Sing, der Form jJjuLo ist, geht mit Evidenz aus der 
Verbindung desselben mit dem masc. Zahlwort X^Nri hervor. Der Singular lautet be- 
kanntlich NOTS, im St. demonstr. hNOTS und ist masc. Demnach unterliegt es keinem 
Zweifel, dass auch Fr. 55,3 und 56,4 XHOTS® | nnTlS 116 = SJöÜ? 3 Jtf'sei 2 . Der St. 

demonstr. der Pluralform kommt vor Hai. 203,2: IHXNOTS I >HX® I THI1S = f.y^y 
sJol_<sJ( ,der Bau und die Ausschmückung der Thürme'. 

Ein anderes Beispiel ist Üs. 8 = B. M. 11, e: SW I Tfl^h® 1 11Th® I X1>YS gehörige 
Tödtungen und viele Gewänder und Gefangene'. X1>V£I ist Plural von 1>VS, das eben- 
falls in den Inschriften (Os. 6 — B. M. 10,5; Os. 12 — B. M. 8,7) sich findet, wie aus den 

danebenstehenden Pluralen 11 Th (= J^jjj) und Türih (— t5 Ilj oder ^yLL contr. ^LL) zu 

ersehen ist. Vgl. auch O. M. 5,6. 7,5. 8,5. 16. 

Hai. 361, 2 : hXHI^® I HXV®^® I Wf1H°h® I hl^Hh® I HXB>h = v L ^ ,, j J^^S ^ L ^;^ 1 
ä-LUJfj cAsöjJIj ,die Ländereien, Palmen und Weinpflanzungen (fliessende) Gewässer und 
Wasserbehälter' 3 . Vgl. auch Hai. 361, 1.2. Ebenso ist Hai. 484,9: SrtXN^S ,ihre Weih- 
geschenke' Plural von NS>a ; Hai. 542, 2: 112? I h>~IY I XIMh® I XS> TS ,die Tempel (**jl*s>) 



1 Ueber den Gebrauch des Plurals iicLä-o im Arabischen vgl. Mnbarrad's Kämil ed. Wright S. 40, Z. 20 ff. 
5 Gelegentlich sei bemerkt, dass miTlS dem minäischen X0TA zu entsprechen scheine. 
3 Von der Wurzel ( J_*£ empfangen. Vgl. receptaculura. 



104 



jVIordtmann und Müller. 



und Götter der Stadt Jatil' vom Sing. 3>Y3 (häufig in den Inschriften); XHYrS3 O. M. 4,4.6. 
neben HhYrSSl ,die Schützlinge' (~ ^l^x oder ^^L^x und «i^Llx Plur. von ^^J, somit 
^ für Y ! ). Vgl. 0. M. 4,3 und Prid. XIV C , i. Hierher gehörten wahrscheinlich auch I 3X3 YH3 
3f~l» = iU*Luo O. M. 31, 9 ; HXOfflhS(Hal. 598,6. s. 602,8. 603, 4 ); ®YXhhri3 (Crut. 3); 

«YXWHS (Mord. Z. M. G. XXXIII, 494) ; a> VXY0H3 (Reh. I. IV. V, 4) • ®YX1*HS<i> I ®YX1~lh3 
~ &Jla.Co Plur. von J^U. (H. Gh. Z. 7). Eine solche Pluralbildung ist auch Hai. 147, n: 
©$Y?°>$® loSYXHYS = K^L^ 5 iüre Districte und Weideplätze'. Neben der 

Pluralform ?°>3 = kommt auch X?°>3 vor Fr. 11, 3 : 

l®3YX?°>3<i> I fi>$ I Hfl I HW? I »rSh 

,die Ströme, welche niederfliessen von Maras und ihre Weideländereien'. Der Plur. jfyj 
beweist, dass X?°>3 Plur. ist = äUcC«. Vgl. auch daselbst Z. 2 und 4. Weitere Beispiele 
von tertiae w und j sind: X?4rS3 (Hai. 169,2. 199,6. 210,3. 271,4 und 448, 2) Plur. von 
? 4» Die Annahme, dass hier ein Sing, der Form gJjüJo vorliege, ist möglich aber nicht 
wahrscheinlich, weil auch im Sabäischen, wie im Arabischen äjät und äwät in ät contrahirt 
zu werden scheinen, so in XN03 (Hai. 680, 1) = stJJu) von ?H0 und X1H3 — sls\x> von ©1H 
(Prid. 4,3. 16,2, Crut. 5 etc.), wenn die Lesung richtig ist. Das Gleiche gilt von ?°83 
und X?°?3, dessen Bedeutung als , Räucherwerke' oben S. 78 constatirt worden ist, und 
wahrscheinlich auch von dem noch dunklen HX^N ^, Hai. 478,5. 

Von den Wurzeln primae w und j ist nur das sehr häufig wiederkehrende XNN®^ 

(sSaCc) Plur. von >l®3 (i= 3y>) anzuführen, dagegen X°N?3 Os. 36,8 unsicher. 

Von den Mediae w und j sind zu verzeichnen ^X^?^ (Plur. von 3 $3 püix>) neben 

^^Hhh Os. 31 ±= B. M. 32,4; O. M. 5,9. 6,10. 13,14 (daneben O. M. 7, 8 2XW = 
zurückgehend auf einen Sing. JLoliL©) ; ^Ml^h® I SIXSI?^ , Ehrenstellen und Kinder' (Hai. 
346.3); <i>$YXS?$2 l?0®1 ,zum Heil ihrer Wohnsitze'. Von gleicher Bildung ist ®3YX3?£3 
(Os. 9 i : B. M. 7,7; Z. M. G. XXIX, 591, I, 14; 0. M. 6,12. 8,11. 9, 11. is) von einem Sing. 
3£$; daneben ©3YX3£3 (O. M. 10*, 6. 12, 11 zurückgehend auf einen Sing. üx>U^c, wie 

HXnSS;- äA&h WMfö — äiKJI): HX°?Y3lh1h ,diese Räucherfässer, Plur. von °?Y3 
(vgl. die Stellen Burgen II, S. 978 ff.); X>Y3IX°n>h ,vier Rundsäulen oder Capitäle'. 
(0. M. 31; s. dort die Nachweisungen); wahrscheinlich auch Hai. 541, 1: [IB][~I<J>N I >X§° I VX?[n 
®]YX>?Y3® I^H^n ,der Tempel des k. v. Q. in Qarnu und seine I X><»H^ (Hai. 

353,io) : .>UaJ! s^yliiö und Fr. 11,4: X4?B3. Ein Singular aber ist 3X3?>3 n. pr. loci 
Reh. 6,12 = MaptjJLOÖa des Ptolemäus. (Vgl. Mordtmann Z. M. G. XXXI, 78.) 

Nach dieser Zusammenstellung erklärt sich Mordtmann Z. M. G. 33, 490. VII, 4: IX2"B 
XrS3Y3 _-- jLlxüs? sl&U und bedeutet ,drei Fünfer'. Dass der Singular von Xr^YSl ein Masc. 
ist, erkennen wir aus dem vorangehenden Zahlworte X81£. Er muss also r^SlYSI ±r u „,*&> 

gelautet haben. Im Hebräischen ist diese Bildung nur noch in njttftt (arab. ^i*) ,das 
Zweifache, die Zweiheit' erhalten. 

Dass aber das Sabäische beim Zahlwort eine solche Bildung zuliess, ist uns auch 
sonst bekannt. Hamdänt und Neschwän nennen nämlich die acht Curfürsten JyOt X^olix». 



Sabäische Denkmäler. 



105 



Diese seltsame Form ist als ein Plur. von ^j^£e ,Achtheit' zu erklären; klol£o bezeichnet ,die 
Achtheiten' der Curfürsten. 

Es bleibt nur noch übrig zu erörtern, ob diese Pluralform die Mimation angenommen 
hatte, wie im Arabischen, oder nicht. Da jedoch die meisten Formen entweder mit der 
demonstr. Endung oder mit Suffixa versehen sind, einige auch im Stat. constr. stehen, 
so sind als Beispiele, wo die Mimation fehlt, anzuführen (Hai. 192, i), X'f'TB^ 

(Fr. 11,4), wogegen in dem häufig vorkommenden ^X^?^ das 3 regelmässig, und in 
SIXSlYHtl an der einzigen Stelle steht. Da XN0T3 möglicherweise von dem darauffolgenden 
hHin afficirt ist, so darf man wohl annehmen, dass in der Regel die Mimation, wie im 
Arabischen stehen muss. 

Dass im Nordarabischen diese Bildung meistens bei Fremdwörtern gebräuchlich ist, 
mag daher rühren, dass die aus dem Aethiopischen und Südarabischen stammenden Wörter 
diese Pluralform aufwiesen. Der arabische Sprachgebrauch verallgemeinerte diese Hegel, 
indem er sie auch auf Wörter ausdehnte, die aus dem Syrischen und Griechischen ent- 
lehnt worden sind. 



III. Zur Palaeographie der sabäischen Denkmäler von D. H. Müller. 

Von den tausend Inschriften und Inschriften-Fragmenten, welche uns bis jetzt bekannt 
geworden, sind es nur etwa hundert, von denen Facsimilia vorliegen. Die hier publicirten 
Texte bereichern unseren Besitz um ein Drittel. Dieser Umstand möge es rechtfertigen, 
dass ich einige palaeographische Gesichtspunkte aufzustellen versuche, die es ermöglichen 
sollen, die facsimilirten Inschriften schriftgeschichtlich zu ordnen. Vielleicht ergeben 
sich auch für die Reihenfolge der übrigen Inschriften einige beachtenswerthe Winke und 
vielleicht werden dadurch die zukünftigen Reisenden in Südarabien angeregt, auf ge- 
wisse Buchstabenformen bei dem Copiren zu achten, deren Fixirung uns möglich machen 
könnte, auch ohne Facsimilia, die zu beschaffen äusserst schwierig sind, die Inschriften 
palaeographisch zu bestimmen. 

Ich lasse mich bei der Aufstellung dieser Normen lediglich von graphischen Momenten 
leiten, ohne auf den Inhalt der Denkmäler Rücksicht zu nehmen, und begnüge mich, an 
einzelnen Beispielen zu zeigen, dass die historischen Daten mit den palaeographischen 
durchaus in Uebereinstimmung sind. Um aber unter den mannigfachen Formen des 
sabäischen Alphabetes die älteren und die jüngeren zu unterscheiden, wird es nöthig 
sein, das Verhältniss dieses Alphabetes zu dem phönizischen und äthiopischen festzu- 
stellen ; denn nur mit Hilfe dieser beiden lassen sich die ältesten sabäischen Buchstaben- 
formen erschliessen. 

Untersucht man die sabäische Schrift in ihrem Verhältnisse zu der altphönizischen, 
so ergibt sich, dass 

a) viele Zeichen fast unverändert, oder nur sehr wenig verschieden sind von den 
phönizischen; so: 1 (:), H (3), (P), * (p), > O"0> X ( n Y 



1 Man vergleiche für das phön. Alphabet die Schrifttafel zu Gesenius hebr. Grammatik, neueste Auflage, von der Hand Eutings, 
und für das altäthiopische, Tafel II, zu Dillmann's äth. Grammatik. 
Denkschriften der phil.-hist. Cl. XXXIII. Bd. 



10G 



MORDTMANN UND MÜLLER. 



b) einige durch Schliessung der Oeffnungen umgestaltet worden sind, wie © (l), □ (ts) 
*(»), 0(JD) 

c) andere durch Umstellung eine verschiedene Form erhalten haben: (1(2), fn (3), 
1 («?), * (ö) und * (r). 

<7j Die Entstehungsweise einiger Zeichen ist minder deutlich, lässt sich aber aus 
dem Bestreben, die Schrift gleichmässig und in sich geschlossen zu gestalten, wohl er- 
klären. Vielleicht hat auch in der Folge die Lautähnlichkeit auf die Formähnlichkeit 
einigen Einfluss geübt; dazu gehören: h («), V (n), T (n), rS (D), X (5t). 

Jedenfalls geht aus dieser Zusammenstellung unzweifelhaft hervor, wie man übri- 
gens schon längst erkannt hat, dass die sabäische Schrift von der altphönizischen deri- 
virt worden ist. 

Die altäthiopischen Formen, wie sie uns in den Rüppel'schen Inschriften vorliegen, 
unterscheiden sich grossen theils nur sehr wenig von den sabäischen; die wenigen Buch- 
staben, die wesentlich differiren, sind: äth. rfi sab. Y ; m sab. DD; sab. H; w sab. 3; 
ULI sab. £; (J) sab. <{>; -f- sab. X; 4- sab. 0. Eine Vergleichung der dem sabäischen wie 
dem äthiopischen Alphabete zu Grunde liegenden phonizischen Buchstaben, macht es 
zweifellos, dass äth. (phön. SN \)\ ip (phon. w); m (phön. &); 4« (phön. 9) 4* (phön. <f) ; 
älter sind, als die entsprechenden sabäischen Zeichen 3, ffl, 0, Umgekehrt sind sab. 
H (phön. <)), X (phön. x) und vielleicht auch Y (siehe weiter unten) älter als die ent- 
sprechenden äthiopischen Formen T, -j- und rfi . 

Daraus ergibt sich aber die beachtenswerthe Thatsache, dass beide Alphabete von 
einem älteren südsemitischen abgeleitet worden sind, welches wir aus beiden ungefähr 
reconstruiren können, und zwar zu einer Zeit, aus der uns kein Denkmal vorliegt. 

Ausser den altphönizischen Zeichen musste das Sabäische wie das Arabische noch 
sechs Zeichen schaffen für sechs ursemitische Laute, welche den Nordsemiten in Folge 
bestimmter Lautwandlungen abhanden gekommen, oder wenigstens in ihrer Schrift nicht 
mehr ausgedrückt worden waren. Es sind die Zeichen X(^); Tl (^) ; f=l(6); 2(ö); B^jö); 
1 (ia) und noch dazu zwei Zeichen für 1, dessen phönizisches Aequivalent für j verwendet 
worden ist, 8 und X. Von diesen acht Zeichen finden wir im Aethiopischen nur drei 
H, "\ und 0, woraus hervorgeht, dass das Aethiopische in sehr früher Zeit einer laut- 
lichen Depravation unterlag, die es fast auf die Stufe der nordsemitischen Sprachen 
stellte, und die, wie im Nordsemitischen, gewiss durch die Berührung mit fremden Ele- 
menten verursacht worden ist. 

In der Schaffung der Zeichen für die erwähnten Laute gingen das Nordarabische 
und Sabäische zum Theile dieselben, zum Theile verschiedene Wege. Beide Schriften 
haben ^ ^ aus ^ T (mit Weglassung des mittleren Striches, nicht aus Y) 1 und i£» aus 
wie % aus X (durch Vermittlung von X) 2 differenzirt ; während aber das Nordarabische £ 

1 Vgl. König: Ueber die äthiopische Schrift, S. 35 ff. Dass 4} aus Y differenzirt sei, scheint doch kaum möglich; viel wahr- 
scheinlicher ist es, dass es aus ^ mit Weglassung des mittleren Striches, der durch den unten angesetzten Hacken über- 
flüssig geworden ist, differenzirt wurde. Daraus aber geht hervor, dass f älter als äth. g{\ sei. 

5 Es ist nicht uninteressant, in den semitischen Alphabeten die Geschichte des phonizischen Zeichens für ) zu verfolgen. 
Wir erhalten dadurch einen interessanten Einblick in die lautlichen Verhältnisse. Das Nordarabische hat das Zeichen für j 
beibehalten und } aus > differenzirt; das Aethiopische drückt j und } durch H aus, lässt also beide Laute zusammen- 
fallen. Das Sabäische verwendet ^ für } und schafft für t zwei Zeichen, die aus X differenzirt sind und lautlich mit § O 
verwechselt werdet. Eine Analogie dazu bietet das englische th, das bald wie i^>, bald wie i ausgesprochen wird. Vgl. 
Z. M. G. XXIX, S. Gl 6 ff. 



Sabäische Denkmäler. 



107 



von £, Je von Je und von ^ ableitet, bildet das Sabäische Tl aus ~1, l aus A und B 
aus CD. 

Solange man in der Anschauung befangen war, dass diese Laute durch Spaltung 
einst einheitlicher Laute in zweierlei Aussprachen hervorgegangen sind, durfte man sich 
die Divergenz so erklären, dass bei den Nordarabern ein allerdings auffallendes lin- 
guistisches Bewusstsein von der ursprünglichen Zusammengehörigkeit dieser Laute, während 
bei den Sabäern die Lautähnlichkeit in der Aussprache massgebend war. Jetzt aber, da 
man, wie ich glaube, allgemein darüber einig ist, dass die ursemitische Sprache die dem 
Arabischen und Sabäischen eigentümlichen Laute besessen hat, und dass dieselben durch 
bestimmte Lautgesetze in der nordsemitischen Gruppe mit anderen Lauten zusammen- 
fielen, möchte ich die oben gegebene Erklärung dahin formuliren, dass das nordarabische 
Alphabet, welches an der nördlichen Grenze Arabiens unter nordsemitischem Einflüsse 
entstanden, die neuen Buchstaben aus denjenigen Zeichen differenzirte, in welche die 
ursprünglich doppelten Laute zusammengefallen waren, wogegen das Südarabische nach 
rein phonetischen Rücksichten die neuen Zeichen bildete. 

Betrachten wir die sabäischen Inschriften, so wird uns eine Reihe von Buchstaben 
auffallen, die in den verschiedenen Denkmälern verschieden aussehen. Ich werde hier 
vorläufig nur einige sehr charakteristische Zeichen hervorheben, die von palaeographischem 
Standpunkte besonders beachtenswerth sind. 

Das Zeichen für Ü hat folgende drei Hauptformen, zwischen denen noch einige 
minder scharf ausgeprägte Formen den Uebergang vermitteln: 3, H und D. Die erste 
Form besteht aus zwei fast gleichschenkeligen Dreiecken ; in der zweiten Form ist der 
mittlere spitze Winkel in einen Bogen verwandelt ; in der dritten Form endlich bildet 
die obere und untere Linie nicht einen spitzen, sondern einen rechten Winkel mit der 
Höhe und sie laufen mit einander parallel. Welche Form ist die älteste? Ich glaube, 
dass die Antwort nicht zweifelhaft sein kann, wenn man das phönizische w l und alt- 
äthiopische w vergleicht. In der folgenden Reihe liegt die Entwickelungsgeschichte 
dieses Zeichens klar vor den Augen. ^ w 3, 0, 3. Das Gleiche gilt von dem Zeichen 
für tP, das sich in ganz analoger Weise entwickelte : ^, 1. Das phön. w und äth. w 
zeigen auch hier, welche die älteste Form ist. Noch ein drittes Zeichen will ich hier 
anführen, das für 1, welches folgende Hauptformen hat: ®, (D co und 00 . Vergleicht man 
das phön. und äth. Zeichen für 1 und die Entwickelung dieses Zeichens im Aramäischen, 
so wird man die ältere Form von der jüngeren unterscheiden können. Aehnliche Erschei- 
nungen Hessen sich auch an anderen Buchstaben nachweisen, ich will es mir aber für 
eine Zeit aufsparen, wo das Material reicher und gesicherter sein wird. 

Ich habe nicht die Absicht, das ganze vorhandene facsimilirte Inschriftenmaterial 
daraufhin hier zu prüfen und zu classificiren, aber an einigen Beispielen möchte ich 
doch zeigen, wie diese auf palaeographischem Wege gewonnenen Resultate, mit den That- 
sachen übereinstimmen, die auf andere Weise erschlossen, jetzt ziemlich sicher stehen. 

Unzweifelhaft zu den jüngsten Inschriften gehören die datirten: 1. Fr. III; 2. die 
grosse Inschrift von H Ghuräb ; 3. 0. M. 31, welche, wenn die Seleucidische Aera der 
Datirung zu Grunde liegt, in die Jahre 261, 328 und 357 fallen; in der That finden wir 
in diesen drei Inschriften die jüngsten Formen des ö, W und 1. 

Leider liegen aus der ältesten Periode der sabäischen Geschichte keine facsimilirten 
Inschriften vor, in denen ausdrücklich bezeugt ist, dass sie von oder unter dem Mukrab 



108 



MOEDTMANN UND MüLLEE. 



N. N. gesetzt worden sind, aber in vielen Fällen dürfen wir es mit einem sehr grossen 
Grad von Wahrscheinlichkeit annehmen. So wird z. B. der Weihende des Altars Os. 30 
— B. M. XXIX , Diener des Samah'ali' (TloV^rS I Hfl ) genannt. Letzterer wird zwar nicht 
ausdrücklich ,Mukrab von Saba' betitelt, es ist aber kaum ein anderer Samah'ali, als der 
in der Königsliste sub F, 4 (Burgen II, 984) verzeichnete, gemeint, welcher allein unter 
den fünf Samah'ali keinen Beinamen führt. Diese Inschrift zeigt auch den ältesten Typus 
des 3 und ® (£ kommt zufällig nicht vor) und ist bustrophedon, ebenfalls ein Zeichen 
hohen Alters. 

In der Inschrift O. M. Nr. 45 kommt der Name >3h°8? vor, der in den Königs- 
listen sub D. (Burgen II, S. 983) ,viermal als Königsnamen der ersten, und einmal der 
zweiten Periode vorkommt. 1 Auch in dieser Inschrift sind die ältesten Typen des 3 und 
<d zu finden und die Zeilen bustrophedon geschrieben. Aehnlich verhält es sich mit 
O. M. 47, wo 1hn>fn vorkommt. 

Ueberhaupt habe ich die Beobachtung gemacht: 1. dass alle bustrophedon geschrie- 
benen Inschriften, von denen Facsimilia vorliegen, die ältesten Formen dieser Buch- 
staben aufweisen ; 2. dass fast überall die Umgestaltung der älteren Formen des 3 und 
£ in die jüngere gleichen Schritt halte; 3. dass Bustrophedon-Inschriften weder aus der 
zweiten 2 noch aus der dritten Periode der sabäischen Geschichte nachgewiesen werden 
können, vielmehr nur der ersten Periode angehören. 

Ich möchte daraus den Schluss ziehen, dass alle Bustrophedon-Inschriften sabäischen 
Ursprunges — ob es sich auch so mit den minäischen Inschriften etc. verhält, lässt sich 
jetzt kein bestimmtes Urtheil fällen — in der ältesten uns bekannten sabäischen Schrift 
geschrieben sind. Sache der Reisenden wird es sein, diese Behauptung zu prüfen! 

Wir haben auf palaeographischem Wege die chronologischen Aufstellungen in den 
, Burgen' II, 984 ff. wenigstens in den Hauptpunkten bestätigen können. Die dort ge- 
gebenen Auseinandersetzungen bleiben auch jetzt, nach dem neu entdeckten Materiale, 
intact. Der Itaamar Sabal' der Sargoninschrift ist ein sabäischer Fürst aus Südarabien, 
trotzdem Delitzsch in seinem Buche ,Wo lag das Paradies' S. 303, die alte, von Schräder 
inzwischen aufgegebene Ansicht adoptirt hat. Zwei Saba' mit zwei Jathamar anzunehmen 
ist doch gar zu unkritisch. Auch daran halte ich gegen Mordtmann (oben Seite 24 An- 
merkung) fest, dass das sabäische Reich nicht gewaltsam durch die Himjaren zerstört 
worden ist, sondern durch die veränderten Wege des Handels einen langsamen aber 
sicheren Untergang fand. Den empfindlichsten Stoss mag es vielleicht durch den directen 
Verkehr der Römer mit Indien erhalten haben, der unter dem Kaiser Claudius begann 
und durch die gleichzeitige Entdeckung des Südwestmonsuns (Hippalus) sehr begünstigt 
worden ist 3 . Um dieselbe Zeit oder etwas später scheint auch die Verlegung der Resi- 
denz von Marjaba nach Zafär stattgefunden zu haben. 

Allerdings muss ich die Berechtigung des Einwurfes anerkennen (der mir brieflich 
von v. Gutschmid und Nöldeke gemacht worden ist), dass die von mir angenommene 
durchschnittliche 25jährige Regierungsdauer eines Königs viel zu hoch gegriffen sei; ein 

1 Ausser an den dort, angeführten Stellen findet sich noch Hai. 596,3/4: )> 31 h ° <!> ? ® I ?1.°V$ri I M®3] >der Freund des 
Samah'ali und des Jata'amar' und Hai. 631 -f- 630,3: l^h ??® I 1 r"-| !>} T I ^fl , Diener des Jada'il und des Jata'araar'. 
Vgl. auch 628 + 632,0/7 und Prid. 14, 1 (letztere Inschriften bustrophedon) und 643,3: >3]h°8? I f~l®- 

2 Mit Ausnahme der grossen Inschrift Fr. LVI, wo aus räumliehen Verhältnissen diese Form gewählt worden ist, weil man 
sonst einen weiten Weg hätte machen müssen, um wieder die Zeile beginnen zu können. 

3 Auf diese Thatsache bin ich durch Herrn A. v. Kremer aufmerksam gemacht worden. Vgl. Ritter, Arabien I, 246. 



Sabäische Denkmäler. 



109 



weiterer berechtigter Einwurf, den ich nun selbst erhebe, ist der, dass die Könige der 
dritten Periode, zum Theile wenigstens, bei der Berechnung nicht mehr in Anschlag zu 
bringen waren, da sie ja schon der späteren Zeit angehören. Dagegen sind aber seit der 
Publication meiner ,Burgen', II weitere Königsnamen auf Inschriften und Münzen gefunden 
worden, und ich zweifle nicht, dass die Königslisten durch eine erneuete Nachforschung 
in Südarabien vielfach vergrössert werden wird, so dass der von mir mit Rücksicht auf 
den Itaamara der Sargoninschrift angesetzten terminus a quo, das 8. Jahrhundert vor 
Chr., wenn auch nicht mit mathematischer Gewissheit, so doch mit grosser Wahrschein- 
lichkeit festzuhalten ist. 



INDEX I. 



Abasener ('Aßaor)vo() 40. 
Abessinier nicht in den Inschriften: 
40. 

Achaemenium costum 84. 
Achraf 7, 69. 
Aenus cabales 14. 
Aera, Seleucidische auf Inschriften 
87, 90. 

Aethiopisches Alphabet 105 ff. 
Agraei 9 A. 1 . 
Alhän 38. 
Almaqah 6. 

Alphabet, Entstehungsweise des sa- 

bäischen 105 ff. 
Altäre 77 ff. 
Amir Stamm 1 1 f. 
'Amrän 6 f. 

Anchitae ('Ayx^ 3 ", 'A/Xtioa) 11. 
Anis 39. 

Antilope dem 'Attär heilig 66. 
As'ad Kämil 8. 
'Attär 5, 10, 11, 65 f. 
'Attär Scharqän 100. 

Bachilitae 8. 
Bakilstamm 6 ff. 
Basreliefstelen 94 ff. 
Bauinschriften 17, 77. 
Baumcultus 21. 
Bekri verbessert 26, 44. 
Bikälstamm 7. 
Bilqis 44 f. 60. 

Bustrophedon- Inschriften 97, 98, 
107, 108. 



Cancamum (x.aY*a[j.ov) 83. 
Chamir 8. 
Choani 8. 

Damarmar 5. 

Daten in den Inschriften 86. 

Dedän 28. 

Deibän 5 A. 2, 20. 

Dioscorides 81, 84. 

Du Nuwäs 18. 

Epigraphisches . 
Abkürzungen 10. 
Buchstaben en relief 17, 84, 87. 
Steinmetzenfehler 12, 51, 52, 53, 
62, 70. 

Punkte in der Mitte der Köpfe 

von f, £ sowie im o 80. 
Lücken 63. 

Monogramme 17, 48, 55. 

Palaeographisches 105 ff. 
Eponyme Magistrate 52, 75. 
Falsificate 9, 101 ff. 
Familien in den Broncetafeln von 

'Amrän 7 ; in den Inschriften der 

Häschid 6, vergleiche Index II s. 

XSHT, >0XT, H>V®. STB0, 

Gazellen goldene des Zemzembrun- 

nens 10. 
Ghaimän 3, 15. 



Glossen himjarische siehe Aenus Ca- 
bales und Index II. s. v. . _ «^, ^ , 

Grabinschriften 94 ff. 99 ft. 

Graffiti von el Wegh 54 A. 2. 

Grammatisches. 

Assimilation von l<| ^> 37 A. 1. 
Defective Schreibung 12, 42 f. 53. 
Deminutiva 54 f. 
Demonstrativa 61. 
Dual: 12, 19, 38, 45, 62, 65. 
Imperfectformen der IV. Form 

in Eigennamen 18 f. 
Finalconjunctionen 33, 60. 
Lautwechsel 88. 
Participien der IV. Form: 90. 
Pluralbildung abnorme 46. 
Pluralbildung der Form ÄIaU-o 

103 ff. 
Relativpronomina 12. 
Scriptio plena 13, 51, 97. 
Suffix bei Götternamen 69. 
o y ausgelassen 14. 
X n feminales zu y n geschwächt 

81 A. 1. 
Form \jJU: 43. 
Trennungsstriche weggelassen 
48, 68. 

Hagr Gottheit 3, 15. 

Hamdän Familie der banü; ihre In- 
schriften und ihr Gebiet 4 ff ; Ge- 
schichte der Diär Hamdän in mo- 
hammedanischer Zeit8f.; Hämdän- 
stämme 38 A. 1. 



110 



MoRDTMANN UND MüLLER. 



Hamiroei 8. 

Häschid Stamm, seine Sitze und In- 
schriften 4. 
Himjaren in den Inschriften 24. 
Hippalus, Endeckung des — 108. 
Hirran 6 A. 3. 

Ilähat von Hamdän 6 7. 
Inschriften : nach San'a verschleppt 

4 ; himjarische bei Hamdäni 4, 
44, 67, 71, 86. 

auf dem Schwerte Marhabs 19; 

des Schammir Jur'isch 56. 

falsche: 9, 101 f. 
Itamara Sabal" 108. 
Itwa Berg 5, 20. 

Jäqüt 5 A. 1, 19 A. 1, 27, 68, 71, 94. 
Jemen Salname von 2, 43, 94. 

Kalä'ische Kasida 13, 19, 30, 39. 
Kaukeban 6 A. 2. 
Khariba falsche Benennu